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Immer was zu tun - Pressekatalog

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www.bwagrar.de 65. Jahrgang 7. Dezember 2013
49
Organ des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg
Bauen
Immer was zu tun
Anforderungen an Haus und Hof ändern sich ständig
RINDER
MAIS
Neue
Zuchtwerte
Die Besten
im Land
Top-Vererber
für alle Rassen
LSV-Ergebnisse
Körnermais
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Kurz und bunt ❘ BWagrar 49 / 2013
Schwerpunkt
12
Ob im Milchviehstall, am Güllesilo, an der Biogasanlage oder
in den privaten Wohnräumen – es gibt immer was zu tun
POLITIK UND LANDWIRTSCHAFT
Verschäftes Landeswassergesetz . . . . . . . 4
Landtag debattiert über Agrarförderung . . 6
Die 21 wichtigsten Berliner Pläne . . . . . . . 8
Lesermeinung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Namen sind Nachrichten . . . . . . . . . . . . . 10
PRODUKTION UND TECHNIK
Väterchen Frost kann kommen . . . . . . . .
Und Deckel drauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Jetzt nicht mehr lange fackeln . . . . . . . . .
Rauchmelder retten Leben . . . . . . . . . . . .
Spargeltag auf der expoSE in Karlsruhe .
32. Pfälzer Gemüsebautag
in Mutterstadt
Landessortenversuche Körnermais . . . . .
Pfälzer Gemüsebautag . . . . . . . . . . . . . . .
Fleckvieh-Zuchtwerte . . . . . . . . . . . . . . .
Braunvieh-Zuchtwerte . . . . . . . . . . . . . . .
Holstein-Zuchtwerte . . . . . . . . . . . . . . . . .
Pferdehotel trifft Wellness-Melkstand . . .
Schutz gegen Frost . . . . . . . . . . . . . . . . .
25
32
33
35
36
38
40
LANDAUF-LANDAB
Regionalteil mit Terminkalender . . . . . . . . 41
UNTERHALTUNG
Roman . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
Rätsel und Geschichten . . . . . . . . . . . . . . 61
Zuchtwerte für Fleckvieh,
Braunvieh und Holstein
62
63
64
65
66
BETRIEB UND RECHT
Klarer Kopf beim Maschinenkauf . . . . . . . 68
Frage und Antwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69
UNTERNEHMEN UND BRANCHEN
Rekordjahr für John Deere . . . . . . . . . . . . 71
Schwarzwald-Baar-Kreis
Intakte Moore
Geflügelpest auf Straußenfarm
■ Umweltminister Franz Unter-
■ Nach dem Auftreten der Geflügelpest haben die Behörden im
Verlag Eugen Ulmer
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Redaktionsbüro Stuttgart:
Olgastr. 86, 70180 Stuttgart
Tel. 0711/2140-141,
Fax 0711/2140-340,
E-Mail redaktion-s@bwagrar.de
Redaktionsbüro Ravensburg:
Gartenstr. 63, 88212 Ravensburg
Tel. 0751/36159-21, Fax 0751/14284,
E-Mail redaktion-rv@bwagrar.de
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FAMILIE UND LANDLEBEN
Basi & Basti. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Basteln mit Restholz . . . . . . . . . . . . . . . . .
Freude aufs Fest statt Stress . . . . . . . . . .
Erfindungen aus dem Ländle . . . . . . . . . .
Deko im winterlichen Bauerngarten. . . . .
Tag des Bodens
steller wies zum Internationalen
Tag des Bodens am 5. Dezember
auf die große Bedeutung der
Moore hin: „Naturnahe Moore
sind nicht nur ökologisch sehr
wertvoll, sie bremsen auch den
Klimawandel ab“, sagte er. Moore zu erhalten und zu renaturieren, sei deshalb dringend notwendig und ein wichtiger Beitrag
zum Natur- und Klimaschutz. ❑
Hier
finden
Sie
uns
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20
22
24
32
Schwarzwald-Baar-Kreis einen landwirtschaftlichen Betrieb vorübergehend stillgelegt. Alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen seien
eingeleitet worden, teilte das zuständige Landratsamt in VillingenSchwenningen am Dienstag mit. Ein Ausbreiten der sogenannten
Vogelgrippe solle damit verhindert werden. Betroffen ist ein Geflügelhof in der Nähe von Blumberg. Der gesamte Geflügelbestand des
Betriebes, 102 Strauße und 28 Hühner, sei aus Sicherheitsgründen
getötet worden. Dadurch soll die weitere Ausbreitung des Erregers
gestoppt werden. Die Geflügelpest war von den Behörden bei einer
Routinekontrolle entdeckt worden, sagte eine Sprecherin. Es handele sich um eine leichte Form der Seuche. In einem Kilometer um den
Betrieb wurde eine Sperrzone eingerichtet. Informationen gibt es
unter der Telefon-Hotline des Landratsamtes: 07721/913-7777. ❑
Bundeswettbewerb 2013/2014
Clevere Energiesparer gesucht
■ Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Ver-
braucherschutz (BMELV) schreibt in diesem Jahr den Wettbewerb
„Landwirtschaftliches Bauen“ unter dem Themenschwerpunkt „Energie clever nutzen – Innovative Energiekonzepte für die landwirtschaftliche Tierhaltung“ aus. Im aktuellen Wettbewerb sollen Konzepte ausgezeichnet werden, die sowohl zur Steigerung der Energieeffizienz, der Energieeinsparung oder auch zur effizienten Erzeugung
und Verwendung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energieträgern geeignet sind. Bewerbungen können bis zum 28. Februar
2014 eingereicht werden (Poststempel). Infos: www.ktbl.de.
❑
NACHRICHTEN
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63
Wichtelmännchen aus
Restholz basteln
66
MÄRKTE UND TRENDS
Junglandwirtekongress in Denkendorf . .
Exportboom bei EU-Getreide . . . . . . . . . .
Fachtagung für Milchviehhalter . . . . . . . .
Markttabellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Licht sorgt für Stimmung
im winterlichen Garten
72
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75
76
RUBRIKEN
Was wir meinen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
Lesermeinung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Produkte und Neuheiten . . . . . . . . . . . . . 70
Impressum . . . . . . . Schwäbischer Bauer 57
. . . . . . Landwirtschaftliches Wochenblatt 55
TITELBILDER
Von Herbst bis Frühjahr wird in vielen
Betrieben gebaut.
Foto: ManuMedia
Geringerer Ertrag
und geringere Korntrockenmassen
prägen 2013 die Ergebnisse der Landessortenversuche (LSV)
Körnermais
Foto: essmann/
agrar-press
den ersten Advent haben wir schon hinter uns, der
zweite steht bereits vor der Tür. Nicht mehr lange,
und das Jahr ist zu Ende. Aber kein Ende ohne
Anfang und kein Anfang ohne neue Gesetze... Ab
dem 1. Januar 2014 sind mal wieder die Betreiber
von Biogasanlagen gefordert. Das ErneuerbareEnergien-Gesetz, kurz EEG, sieht nämlich vor, dass
ab Jahresbeginn jede Anlage mit einer zusätzlichen Gasverbrauchseinrichtung ausgestattet sein
muss. Bei den meisten Biogasanlagen werden das
sogenannte Notfackeln sein. Sie sorgen dafür, dass
überschüssiges Methan nicht unkontrolliert in die
Atmosphäre abgegeben wird. Werfen Sie doch mal
einen kurzen Blick aus dem Fenster. Und, brennt
bei Ihnen schon die Fackel? Fallss
nicht, dann wird es jetzt Zeit. Infos
dazu bekommen Sie in unserem
em
Bauschwerpunkt ab Seite 12.
Regina Klein
KARIKATUR
Fotovoltaik
Nachrüsten
■ Zum 1. Januar 2014 müssen
Fotovoltaikanlagen mit Leistungen zwischen 30 und 100 kW, die
zwischen 2009 und 2011 in Betrieb genommen wurden, mit einem Funkrundsteuerempfänger
ausgestattet sein. Dieser emöglicht es, die Einspeiseleistung
ferngesteuert zu begrenzen, um
die Netzstabilität zu gewährleisten. Die Kosten für das Gerät belaufen sich auf rund 250 Euro.
Wer sich jetzt noch schnell kümmert, kann die Frist noch einhalten.
❑
Zahl der Woche
12 Mal
■ Bereits zum zwölften Mal stif-
ten die AGDW – Die Waldeigentümer den Christbaum für das
Kanzleramt. In diesem Jahr kann
sich Angela Merkel über eine etwa 40-jährige, rund 15 Meter
hohe Küstentanne aus Sachsen
(Oberlausitzer Bergland, Gemeinde Cunewalde) freuen. ❑
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4
Politik und Landwirtschaft
BWagrar - 49 / 2013
Misstrauen statt Miteinander
Landeswassergesetz verschärft Abstandsregelung zu Gewässern
Am 27. November 2013 hat der Landtag
das Gesetz zur Neuordnung des Wasserrechts für Baden-Württemberg verabschiedet. Zwar wurde auf die geplante Entgeltpflicht für die Entnahme von Beregnungswasser für die landwirtschaftliche und gartenbauliche Beregnung doch wieder verzichtet. Jedoch hält man an den vorgesehenen Verschärfungen beim Gewässerrandstreifen gegenüber der bisherigen Gesetzeslage fest.
B
estehendes Ackerland ist in einem Bereich von fünf Metern ab 2019 in Grünland umzuwandeln und der Einsatz und die
Lagerung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln werden – über das Bundesrecht hinaus – verboten.
Überwachung
statt Kooperation
Die das Bundesrecht ergänzenden Verbote
sollen einen sichtbar abgegrenzten Gewässerrandstreifen schaffen, der die behördliche
Überwachung vereinfachen soll. Dies ist das
erklärte Ziel.
Erreicht werden soll dies durch eine radikal abgesetzte landwirtschaftliche Nutzung
zum Gewässer. Schon bisher war die Rück-
führung von Acker- und Grünland anzustreben, ruhte aber auf der Freiwilligkeit der
betroffenen Grundeigentümer und Bewirtschafter.
Der Schutz natürlicher Ressourcen am Gewässerrand soll jetzt nicht mehr auf freiwilliger Basis gewährleistet werden. Vielmehr
Wohltaten zulasten
künftiger Generationen
D
er Koalitionsvertrag steht. Auf dem Papier. 185 Seiten Absichtserklärungen
klingen gut. Der Leser fühlt sich wohl. Ebenso die voraussichtlichen Koalitionäre. Angesichts all der Wohltaten, die geschrieben stehen. Für die Zukunft unseres
Landes ist entscheidend,
was Rechtskraft erlangt.
Doch allein die Ankündigungen mindern die Vorfreude. Höhere Renten,
bessere Betreuung, größere Vorsorge. Die Absicherungsmentalität der
Deutschen geht ins Maßlose. Doch wer zahlt die
Zeche der Annehmlichkeiten im Hier und
Jetzt? Die künftigen
Generationen! Diese
Insgesamt sollen 1600 Hektar Ackerland betroffen sein, die sich wiederum auf rund
65.000 Flurstücke aufteilen. Ab dem Jahr
2019 wird auf diesen Flurstücken eine normale Ackernutzung in einem Fünf-Meter-
Entschädigung nur in Härtefällen
Aus Sicht des Landesbauernverbandes
(LBV) werden die Nachteile für Bewirtschafter und Eigentümer verkannt. Der Gesetzgeber berücksichtigt nicht, dass in zahlreichen Fällen eine tatsächlich wirtschaftlich
sinnvolle Nutzung nicht mehr möglich sein
wird und bewegt sich damit im Grenzbereich zur Enteignung.
Die Entschädigungsregelung reicht nicht,
weil sie nur für Ausnahmen vorgesehen ist,
in denen Eigentümer oder Nutzungsberechtigte unverhältnismäßig oder im Verhältnis
zu anderen ungleich oder unzumutbar belastet werden. Diese Mindestregelung für
Ausnahmefälle gab es schon bisher. Aus
Zum schwarz-roten Koalitionsvertrag
Heiner Krehl
Rund 65.000 Flurstücke
betroffen
ZUM THEMA
Was wir meinen
■
soll dieser Schutz über Verbote erreicht werden, welche wasserrechtlich, in der Tendenz
prädominant ökologisch motiviert sind. Das
ist neu.
sind in unserer alternden Gesellschaft in der
Minderheit. Deshalb bedarf es des Muts und
Weitblicks der politischen Eliten. Die Union
in der Opposition oder Neuwahlen wären
ehrlicher, als die eigenen Leitlinien vollends
dem Wunschpartner zu opfern.
Im Agrarbereich entsprechen die Agrardiesel-Regelung, der Bestandsschutz bei Erneuerbaren Energien und der Verzicht auf
Erhöhung der Substanzsteuern den Forderungen des Berufsstandes. Doch ein klares
Bekenntnis zur modernen und effizienten
Landwirtschaft fehlt bisher. Nötig ist jedoch,
dem Verbraucher die Zusammenhänge
transparent zu machen. Um die Lebensmittelversorgung zu beidseitig erträglichen
Preisen zu sichern, bedarf es der Förderung
von Innovationen und Investitionen. Gerade
im Land schinden sich viele Bauernfamilien
auf schwierigen Standorten bei kleinen
Strukturen das ganze Jahr. Soll sich dies
bessern und sollen diese Betriebe erhalten
werden, muss das die Gesellschaft bezahlen.
Basis der Versorgung bleiben jedoch Betriebe, welche dem harten Wettbewerb standhalten können.
❑
Sicht des Landesbauernverbandes werden
solche Belastungen jedoch eher regelmäßig
festzustellen sein. Es kommt hinzu, dass
bisherige Ausgleichsleistungen für Bewirtschaftungsbeschränkungen auf landwirtschaftlich genutzten Grundstücken in Gewässerrandstreifen und anderen gewässernahen Bereichen jetzt ersatzlos gestrichen
worden sind. Eine Allianz für den Gewässerschutz mittels freiwilliger Vereinbarungen
mit den Eigentümern und Bewirtschaftern
wäre aber nach wie vor angemessen und
wird in anderen Bundesländern auch überwiegend aus Gründen der Verhältnismäßigkeit so praktiziert.
❑
Zum Einsatz von Biokraftstoffen in der
■
Michael Neub
Eine unendliche
Geschichte
I
n den vergangenen 25 Jahren hat es
immer wieder Anläufe gegeben, zunächst reine Pflanzenöle, später Biokraftstoffe für den Einsatz in Verbrennungsmotoren salonfähig zu machen.
Nicht nur technisch wurde
seither einiges bewegt.
Doch die im August
2006 eingeführte Besteuerung von Biodiesteuer
sel, Preisanstiege
P
bei
Getreide
Getrei
und Ölsaaten an den Weltmärkten in den Folgejahren
und di
die dilettantische
Einführu
Einführung des E10Kraftsto
Kraftstoffes haben den
Biokraftstoffmarkt
Biok
ziemlich
ziem
plattgemacht. Und auch
ma
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Politik und Landwirtschaft
BWagrar - 49 / 2013
Streifen nicht mehr möglich sein. Dieser
Streifen muss dann separat bearbeitet und
gepflegt werden.
Die Neuregelung führt zu einer ganz erheblichen Mehrbelastung der Eigentümer
und Bewirtschafter,
● die unter Umständen gar nicht über die
erforderlichen Geräte zur Pflege eines solchen Streifens verfügen.
● Im Hinblick auf verschiedene Kulturen
kann es sich ergeben, dass der Gewässerrandstreifen auch zu verschiedenen Zeitpunkten im Jahr angefahren werden muss,
sodass sich der Aufwand im Hinblick auf
Rüst- und Anfahrtskosten noch vervielfachen
kann.
● Vielfach können unwirtschaftliche Restflächen verbleiben.
● Der Wert von Grund und Boden fällt oder
wird im Hinblick auf die Pflegelast im Grunde sogar negativ.
● Blühstreifen liefern demgegenüber keinen
nennenswerten wirtschaftlichen Ertrag.
● Dasselbe gilt für Gehölze mit langen Ernteintervallen.
Michael Schulz, LBV
Referent für Kommunal- und Umweltrecht
CHECK
Landtag beschließt Nationalpark
Baden-Württemberg bekommt einen Nationalpark im Nordschwarzwald. Das hat der
Landtag vergangene Woche beschlossen.
Das Naturschutzprojekt sei „eine große
Chance für die ökonomische Weiterentwicklung der Region“, erläutert Minister Alexander Bonde. Der Nationalpark sei ein wichtiger
Schritt, um das gemeinsame Ziel zu erreichen, dass sich bis 2020 insgesamt zehn
Prozent der Staatswaldfläche natürlich entwickeln könnten. Zu erwarten seien „spürbare Impulse für die Tourismuswirtschaft der
Region“. Durch Einrichtung eines Nationalparkrats sollen die Kreise und Gemeinden
im Nationalpark mitentscheiden können.
Landwirtschaft
Laut CDU-Fraktionschef Peter Hauk geht
der Beschluss am Bedürfnis der Bevölkerung vorbei. FDP-Agrarsprecher Dr. Friedrich Bullinger betont das ‚Nein!‘ seiner Fraktion. Derselben Meinung sind Bürgerinitiativen, die vor dem Landtag gegen den Park
demonstrieren, darunter Bauern aus den
Kreisen Calw und Freudenstadt. Begrüßt
wird er dagegen von Naturschutzverbänden.
Der Nationalpark startet 2014. Er erstreckt
sich auf 10.000 Hektar. Das sind 0,7 Prozent
der Landes-Waldfläche. Der Park liegt in den
Gemeinden Baiersbronn, Seewald, Enzklösterle, Forbach und den Städten Bad Wildbad, Bad Herrenalb und Freudenstadt.
❑
Basis für flächendeckenden Anbau
Flurneuordnung
bleibt unerlässlich
■ Eine funktionsfähige Flurneuord-
nung ist in vielen Teilen des Landes
weiterhin Voraussetzung für den Erhalt
einer flächendeckenden und wettbewerbsfähigen Landwirtschaft. Diese Position verdeutlichte der Vizepräsident
des Landesbauernverbandes in BadenWürttemberg (LBV), Gerhard Glaser, in
einem Austausch der baden-württembergischen Bauern- und Weinbauverbände mit dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL)
unter Leitung seines Präsidenten Hansjörg Schönherr. In dem Gespräch vergangene Woche standen die zukünftige
Ausrichtung der Flurneuordnung und
das Arbeitsprogramm der kommenden
drei Jahre im Vordergrund.
Festgestellt wurde, dass die Flurneuordnung schon seit Langem wichtige
Beiträge zur Umsetzung und Realisierung ökologischer Ziele leiste. Damit
die Akzeptanz der Bewirtschafter auch
in Zukunft erreicht wird, müssten die
agrarstrukturellen Vorteile der Flurneuordnung jedoch weiterhin gegeben
sein, betonte Glaser.
Horst Wenk, LBV
Referent Agrarpolitik und Agrarstruktur
Zum Schokoladen-Streit um Aromastoffe
die Teller-Tank-Diskussion darf man hinsichtlich ihrer gesellschaftspolitischen
Ausstrahlung nicht außen vor lassen.
Kraftstoff vom eigenen Acker – das
war die Idee damals und sie ist nach wie
vor aktuell: Biokraftstoffe passen als
Glied einer Wertschöpfungskette zur
Landwirtschaft und dem ländlichen
Raum und sind ein Baustein von Klimaund Ressourcenschutz. Die motorentechnischen Voraussetzungen sind im
Grunde geschaffen. Allerdings ist das Interesse der global agierenden Landtechnikindustrie an diesem vorrangig deutschen Thema derzeit eher gering. Da
bedarf es schon eines massiven Anschubs
an Nachfrage nach solcher Traktorentechnik und einer drastischen Vereinfachung bei der Besteuerung von Biokraftstoffen, um hier voranzukommen. Noch
weniger planbar scheint es, eine marktorientiertere Ausrichtung einer künftigen europäischen Biokraftstoffpolitik
herbeizuführen. Da wird noch manch
dickes Brett zu bohren sein, doch die
Idee ist alle Anstrengungen wert.
❑
■
Matthias Borlinghaus
Ganz schön
gewagt
F
ür den Hersteller ist es bitter: Stiftung
Warentest verpasste der Nussschokolade von Ritter Sport die Note „mangelhaft“.
Entgegen den Angaben auf der Packung soll
die Schokolade den chemisch hergestellten
Aromastoff Piperonal enthalten. Ritter Sport und der
Aromahersteller Symrise
wollen das nicht auf sich
sitzen lassen. Sie sagen,
die Aromen seien natürlich. Wer hat da jetzt
Recht und um was geht
es eigentlich wirklich?
Der Fall zeigt, wie
stark der Verbraucherschutz in der
Lage ist, die Industrie und die gesamte Verarbei-
tungskette unter Druck zu setzen. Im Prinzip
ist das in Ordnung, denn es zwingt Unternehmen zur korrekten Angabe der Inhaltsstoffe. Doch nach dem Medienecho jetzt,
fragt man sich schon, ob die Stiftung und
ihre Tester vielleicht nicht doch übers Ziel
hinausschießen. Das Testurteil erscheint
ganz schön gewagt. Denn noch ist nicht geklärt, wie das verwendete Piperonal tatsächlich hergestellt wurde. Vielleicht nimmt am
Ende die Stiftung damit selbst Schaden. Das
wäre bedauernswert.
Unterdessen ist der Imageverlust für das
Unternehmen gewaltig. Handelsketten werfen schlecht benotete Waren schnell aus den
Regalen. Bei Herstellern und ihren Zulieferern geht es um die wirtschaftliche Existenz,
sie tragen die weitaus größeren Risiken und
die Verantwortung im Gegensatz zu der Stiftung. Jetzt sind Augenmaß und Verhältnismäßigkeit angesagt. Auch die Stiftung muss
Rechenschaft ablegen und Maß halten.
Denn schließlich geht es nicht um die Gefährdung der Gesundheit, sondern um hochwertige Schokolade, die man in der Adventszeit eigentlich gerne genießen möchte. ❑
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5
6
Politik und Landwirtschaft
BWagrar - 49 / 2013
Landtag debattiert über die Agrar-Förderprogramme im Land
D
ies zeigte erneut die agrarpolitische Debatte im baden-württembergischen
Landtag am Donnerstag vergangener Woche. Zu den zuvor verkündeten Sparauflagen für das Stuttgarter Agrarministerium
von 5,7 Millionen Euro in 2015 und 9,4 Millionen Euro in 2016 erwarten die CDU-Agrarpolitiker konkrete Aussagen von Minister
Alexander Bonde.
Martin Hahn, agrarpolitischer Sprecher
der Landtagsfraktion der Grünen, sieht die
Bauern im Land mit fünf Prozent mehr Förderung als Gewinner. Nach seiner Meinung
profitieren sie von einheitlichen Hektarprämien und davon, dass Finanzmittel von den
flächenbezogenen Direktzahlungen (Erste
Säule) hin zur ländlichen Entwicklungspolitik (Zweite Säule) umgeschichtet werden.
„In der Zweiten Säule liegt die Zukunft unserer bäuerlichen Betriebe.“ Hahn meinte
Nach-
gefragt
bei ...
Christian Maucher, ist
Landwirtschaftsmeister
in einem Milchviehbetrieb in Neuurbach bei
Bad Waldsee. Für den
Grundkurs-Absolventen
ist Weiterbildung ein
wichtiger Produktionsfaktor.
Foto: privat
Bildung ist
Produktionsfaktor
BWagrar: Hat Sie der Grundkurs an der
Bauernschule Bad Waldsee beeinflusst?
Maucher: Ja! Der Grundkurs wie auch der
TOP-Kurs an der Andreas Hermes-Akademie in Bonn haben meinen persönlichen
und beruflichen Horizont stark erweitert. Im
Grundkurs wurde vermehrt auf den privaten
Bereich Schwerpunkt gelegt, im TOP-Kurs
verstärkt auch auf Agrarpolitik von regional
bis global. In beiden Kursen standen aber
damit auch die Förderung von Betriebsentwicklungen, die Beratung
und die Marktstrukturverbesserung.
Vom Beschlusses
der Agrarminister
profitieren kleinere
Betriebe, weil ihnen
der Hektarzuschlag
speziell für kleine
Martin Hahn
und mittelständische Betriebe zugute kommt. „Mit 90
Prozent der 42.000 landwirtschaftlichen Betriebe sind solche kleine oder mittelgroßen
Höfe im Land in der Mehrzahl“, sagt Hahn.
„Wenn Minister Bonde den in der Münchener Agrarministerkonferenz errungenen Erfolg für sich reklamiert, verdreht er die Tatsachen“, sagten der Vorsitzende des Arbeitskreises Ländlicher Raum und Verbraucherschutz der CDU-Landtagsfraktion, Paul Locherer, und der agrarpolitische Sprecher der
CDU-Fraktion, Karl Rombach. In Wahrheit
Foto: Die Grünen
Welche Agrarpolitik für Baden-Württemberg passt und von welcher Förderung im
Land die Betriebe profitieren, darüber gehen die Vorstellungen von Grünen und
CDU weiter auseinander.
das ‚Ich‘ und das ‚Wir‘ immer an vorderster
Stelle. Sich selber kennenzulernen, mit seinen Stärken und Schwächen, aber auch die
Person gegenüber und das richtige Handeln in Konfliktsituationen einschätzen zu
lernen – das waren Kernpunkte, die mich
am meisten weitergebracht haben.
BWagrar: Lohnt sich der Aufwand, sich für
die Fortbildung vom Betrieb loszulösen?
Maucher: Auf jeden Fall! Ich bin meinem
Vater und meiner Familie dankbar, dass Sie
in dieser Zeit meine Arbeit im Betrieb übernommen haben. Ich kann nur jedem Hofnachfolger raten, sich die Zeit und das Geld
zu nehmen, um in intensive Fortbildung zu
investieren. Das, was ich an der Bauernschule gelernt habe, kann ich mein ganzes
Leben lang anwenden und ausbauen.
BWagrar: Was klingt besonders nach?
Maucher: Die Besuche in der Justizvoll-
zugsanstalt in Hinzistobel bei Ravensburg,
der sozialen Einrichtung für Drogen und
Aids-Kranke ‚Die Brücke‘ und der Moschee
in Ehingen. Besonders beeindruckt hat
mich zudem das Gespräch mit dem früheren Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan über die Rolle und Aufgaben der Bundeswehr im 21. Jahrhundert.
An die Kameradschaft und das fröhliche
Beisammensein während der Kursabende
erinnere ich mich heute noch sehr gerne.
Foto: CDU
Unter Sparzwang
sei es doch so gewesen, dass Baden-Württemberg mit seinen ähnlichen Strukturen
wie in Bayern vom dortigen Verhandlungserfolg profitierte. Locherer und Rombach erwarten, dass die heute für bäuerliche Familienbetriebe
zur
Verfügung stehenden Mittel auch
künftig im Landeshaushalt bereitgestellt werden. Die
in die Zweite Säule
verlagerten 4,5 Prozent müssen für die
Betriebe zusätzlich
einkommenswirksam sein, fordern
die CDU-AbgeordPaul Locherer
neten.
❑
Kurz notiert
Neue Rechengrößen
■ Für die Sozialversicherung gelten ab
2014 neue, aktualisierte Rechengrößen.
Für Landwirte sind sie zum Beispiel für
die Hinzuverdienstgrenze beim Bezug
von Erwerbsminderungsrente relevant. ❑
BWagrar: Was sollte der Grundkurs stärker
thematisieren?
Maucher: Das persönliche Auftreten sollte
ausgebaut werden. Zum Beispiel könnte jedem Fremdreferenten ein Moderator aus
der Gruppe zur Seite gestellt werden, welcher durch das Programm führt – mit anschließender Feedbackrunde. Auch bei Stil
und Etikette könnte noch mehr angeboten
werden. Das sind Bereiche, die zunehmend
eine Rolle spielen und in der gesamten Ausbildung viel zu kurz kommen.
BWagrar: Welchen Stellenwert hat zukünf-
tig die Weiterbildung in der Landwirtschaft?
Maucher: Gerade in der Kommunikation
wird es wichtiger, gegenüber den immer kritischeren Verbrauchern sachliche und verständliche Argumente beim Tier- oder Umweltschutz zu formulieren. Aber auch, um
mit alten Klischees aufzuräumen, welche
bei Sendungen wie ‚Bauer sucht Frau‘ verbreitet werden. Die junge Landwirts-Generation sollte selbstbewusst, offen und modern dem Verbraucher und den Medien begegnen und stolz auf ihren Beruf sein.
BWagrar: Empfehlen Sie den Grundkurs?
Maucher: Auf jeden Fall! Im Anschluss
sollten Teilnehmer auch die weiteren Angebote der Bauernschule wie das BUS-Unternehmertraining nutzen. Diese bauen optimal
auf dem Grundkurs auf.
bb/hk
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