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Faschingspredigt 2014

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Mö, Mö, sag ich, ihr lieben Leute,
zu diesem Gottesdienste heute!
Was jetzt kommt, könnt ihr leicht erraten,
ihr braucht auch gar nicht mehr zu warten,
bleibt sitzen, bitte, lauft nicht fort.
Ich erzähl euch jetzt von Gottes Wort.
Wie kann das reden von so ernsten Dingen
Mit dieser Narretei ich zusammen bringen?
Ja, ist es überhaupt ok,
wenn verkleidet ich zur Kirche geh?
Eines jedenfalls ist klar,
das steht wohl fest, unverrückbar:
Den Fasching, den liebt jedes Kind,
weil wir an diesem Tag geschwind
in andre, neue Rollen schlüpfen,
dazu verrückt durchs Leben hüpfen,
falsche Nasen und Perücken,
können den stillsten Mann entzücken.
Einmal im Jahr die Sau rauslassen,
feiern, tanzen in den Straßen,
unerkannt, weil gut verborgen,
daheim geblieben sind die Sorgen,
kann ich an diesem einen Tag,
ein Mensch sein, den ein jeder mag.
Die eine möchte Prinzessin sein,
mit schönen Kleider, schick und fein.
Der Kopf mit einer Kron´geziert,
und von den Männern höchst hofiert.
Der andre findet Batman klass
Der hat ´nen Sixpack statt ´nem Fass.
Ist ein wahrer Superheld!
Und nebenbei hat er auch Geld.
Oder bist du gekommen als ein Indiana?
Als ein großer, starker, oder als dicker, klana.
Den Wilden Westen, den findest du cool,
auf jeden Fall besser als zu geh´n in die Schul.
Egal welches Kostüm du dir heute gewählt,
ob mit Krone, mit Feder oder den Körper gestählt,
du kannst dich verstellen, verstecken sogar,
und einen Tag glauben, dein Traum der wird wahr.
Doch nicht nur in den Faschingstagen,
sehr viele Menschen Masken tragen.
Auch sonst versteckt von uns wer kann,
all das, was Schmerz bereiten kann.
Zeig ich mein Ich ganz offenbar
Macht mich das furchtbar angreifbar.
Drum macht so eine Maske Sinn
Weil ich damit geschützt auch bin
In meinem alltäglichen Leben
Ja blöd wär´ ich, würd´ ich sie heben.
Mein wahres Ich bleibt abgeschottet
Und selbst, wenn mich dann wer verspottet,
trifft es mich nicht mehr gar so schlimm,
weil ich ja nicht - ich selber bin.
So schlüpfe ich in viele Rollen,
und schöpf´ dabei echt aus dem Vollen:
in der Schule locker lässig,
zuhaus dafür ganz gern aufsässig,
im Freundeskreis die Obercoole,
am Abend lern ich für die Schule.
Die Freundin sieht den Schmusekater,
der Kumpel schätzt mehr den Berater
in allen heiklen Lebensfragen
kann ich ihm meine Hilf antragen.
Doch manche Rollen, ehrlich wahr,
die lieb ich nicht, die hass´ ich gar!
Und würde alles dafür geben
Verschwänden sie aus meinem Leben.
Werd´ „Mauerblümchen“ ich genannt,
ein „unverlässlicher Trabant“,
bin ich das fünfte Rad am Wagen,
oder der, den alle schlagen,
ihr wisst schon, ein Spaghetti-Sultan,
breiter Kopf – und schmale Schultern,
dann wäre meine Freude groß,
würd diese Maske ich schnell los.
Bei all den vielen Masken, Rollen
Ist mein Ich dann bald verschollen.
Niemand weiß mehr, wer ich bin,
es ist verhext, ich glaub ich spinn´!
Wie soll der andre denn noch wissen,
was ich gut find, was beschissen?
Auch ich weiß nicht mehr – ach, o weh! –
Ob ich den andren recht versteh.
Und wen ich noch vertrauen kann
Wer echt ist, wer ein Scharlatan!
Hält die Prinzessin, was sie verspricht?
Oder ist sie bald schon ein Arschgesicht?
Setzt Batman seine Kräfte ein,
um mich von Schlägern zu befrei´n?
Was soll ich tun? Was kann ich machen?
Und – wird Gott mich etwa auch auslachen?
Wenn ich spiel die vielen Rollen,
die lässigen und nicht so tollen,
wird er bei all den Charakteren,
mein wahres Ich – MICH noch verehren?
Mich lieben – nur weil ich es bin!
Und zu mir steh´n, als mein Gewinn?
Hört er trotzdem nicht auf zu sagen:
„Du brauchst dich gar nicht so zu plagen!
Mein liebes Kind – was soll´s Theater!
Ich bin´s doch – der Himmelvater!
Vor mir brauchst dich nicht zu verstecken,
In tiefen Höhlen, dunklen Ecken,
in tiefen Wäldern, Bergesgipfeln,
in trockner Wüste, Bäumeswipfeln!
Ja, selbst, wenn es dich sollte ziehen
In ferne, allzu ferne Galaxien,
ich sehe dich, ich steh dir bei,
ich schütze dich, ich mach dich frei!“
Ich weiß, das klingt nicht immer schön,
dass Gott soll wirklich ALLES sehn.
Denn auch im allerbravsten Leben,
wird es wohl dunkle Seiten geben.
Es bleibt ihm wirklich nichts verborgen?
Am Klo das tiefe Nasebohren?
Das mit der kleinen Schwester streiten,
das surfen auf den Pornoseiten?
Das ausrichten mit blöden Witzen,
das heimlich meine Arme ritzen,
Dass ich nur immer an mich denk,
dem Bettler nie nen Euro schenk?
Und all die andren Schweinerein?
Dir fällt ja selbst am meisten ein!
Wenn Gott das alles sieht – o Graus!
Da ist mit seiner Lieb bald aus.
Wozu noch ne Prinzessin sein?
Gott sieht die Wahrheit, und den Schein!
Wozu spiel ich den Supermann,
der alles zum Guten wenden kann.
Mit meiner ganz bescheid´nen Kraft,
hätt ich das ohnehin nicht g´schafft.
Die Worte des Psalms, gelesen vorher,
die kommen am Anfang aber auch saublöd daher!
Was mir so taugt, ich find es famos!
Auch dem Verfasser war es einfach zu groß!
Dass Gott mich sieht, bei Tag und bei Nacht,
hat auch ihm zum Beginn keine Freude gemacht.
Aber im Lauf seines Lebens, da hat er gemerkt,
dass es gut ist für jeden, wenn Gott darin werkt.
Dass er mich gemacht hat, gewollt, wie ich bin.
Und mich zu verlassen kommt ihm nie in den Sinn!
Du bist heut Prinzessin, ein Batman sogar?
Ein Cowboy, ein Spongbob, oder Indiana?
Ein Clown, eine Biene, ne gewaltige Kuh?
Ein Dieb, eine Nonne, oder bist da als ein Schuh?
Egal welche Rolle, welches Kostüm du gewählt,
egal ob du jubelst oder ob Sorge dich quält.
Gott kennt dich, liebt dich, und er weiß genau
was du willst, was du wünscht, egal ob Mann oder Frau.
Dass er zu mir hält, kann´s kaum glauben, verstehen!
Doch schau ich aufs Kreuz, dann kann ich es sehen.
In Jesus, dem Christus, kam Gott uns ganz nah,
er brachte Versöhnung, dort am Kreuz das geschah.
Es ist sein Geschenk, für mich, für uns alle!
Für Narren, Zivile, versammelt im Saale.
Wir dürfen uns freu´n, wenn wir hör´n seinen Namen!
Kommt, stimmt einfach mit ein und ruft laut euer Amen!
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Seele and Geist
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