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DEFGH Nr. 254, Mittwoch, 5. November 2014
WIRTSCHAFT
HF2
19
M I LC H M A R K T
Melken um jeden Preis
von silvia liebrich
W
o es einen Boom gibt, ist die
nächste Krise meist nicht fern.
Diese bittere Erfahrung machen
derzeit auch die Milchbauern. Dabei
schien die Welt vor ein paar Monaten
noch in Ordnung zu sein. Noch Ende Juli
bekamen sie für den Liter Milch fast 40
Cent, das ist beinahe rekordverdächtig.
Doch nun ist dicke Luft im Kuhstall. Die
Discounterketten Aldi Nord und Aldi Süd
haben kräftig die Preise für Milch, Butter
und Quark gesenkt. Seit Montag kostet
der Liter Milch zehn Cent weniger. Andere Lebensmittelhändler werden vermutlich rasch folgen. Für die Milchbauern ist
das ein herber Rückschlag.
Mit Schuldzuweisungen ist der Deutsche Bauernverband schnell bei der
Hand. Reflexhaft zeigt er auf den Handel,
weil der die Milchbauern mit seiner verantwortungslosen Preispolitik in die Bredouille bringe. Dabei sollten die Verbandsfunktionäre besser erst einmal vor der eigenen Türe kehren. Denn in diesem Fall
liegen die Dinge nun wirklich anders.
Der Wegfall der
Milchquoten weckt
Begehrlichkeiten
Hintergrund der Preiskapriolen ist ein
großer Umbruch am europäischen Milchmarkt, der vom Bauernverband unterstützt wird. Nächstes Jahr läuft die Milchquotenregelung aus. Sie bestimmt, wie
viel Milch jeder einzelne Bauer in der Molkerei abliefern darf. Fällt auch diese politische Fessel, darf jeder so viel melken, wie
er will. Das weckt Begehrlichkeiten. Die
Milchproduzenten hoffen auf neue Abnehmer auf dem Weltmarkt und sind bereits dabei, kräftig zu expandieren. Das
macht sich nun bemerkbar.
Dass die Preise für Milch purzeln, haben die Erzeuger deshalb vor allem sich
selbst zuzuschreiben, tatkräftig unterstützt vom Bauernverband. Sie produzieren schlicht und ergreifend zu viel Milch,
weil sie auf den Weltmarkt schielen – und
wenn dort das Angebot größer ist als die
Nachfrage, dann fallen die Preise. Das ist
eine ganz simple Marktregel. Schon jetzt
geht fast die Hälfte der deutschen Produktion in den Export.
Doch die neue Freiheit hat eben auch ihren Preis. Die Milchbauern setzen sich
mit ihrer Exportorientierung stärker dem
Auf und Ab des Weltmarktes aus. Genau
dessen Schwankungen bekommen sie
nun zu spüren, politische Konflikte las-
sen die globale Nachfrag sinken. Das ist
bedauerlich für die Landwirte, die gerade
viel Geld in den Ausbau ihrer Ställe gesteckt haben. Doch sie werden mit solchen Risiken leben müssen wie viele andere Unternehmer in diesem Land.
Wie stark die Preise an den internationalen Rohstoffbörsen schwanken können, machen die vergangenen Monate
deutlich. Seit dem Rekordhoch im Dezember 2013 sind die Notierungen für Milcherzeugnisse um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Das hat sich auch im Lebensmittelhandel herumgesprochen, und es ist
nicht verwerflich, wenn Aldi darauf reagiert und auf Preissenkungen pocht. Die
Steilvorlage dafür hat die deutsche Milchwirtschaft mit ihrem hemmungslosen Expansionsdrang selbst geliefert.
Die fallenden Milchpreise sind auch
ein deutliches Signal, dass Deutschland
ohne Milchquote erneut auf eine Überproduktion zusteuern könnte. Das weckt unangenehme Erinnerungen an die Milchseen und Butterberge der Achtzigerjahre.
Auch damals gab es mehr Milch, als die
Verbraucher abnehmen wollten. Möglich
war dies nur, weil die Europäische Union
Überschüsse zu Garantiepreisen aufkaufte und einlagerte.
Auf diese staatliche Hilfen werden sich
die Milchbauern in Zukunft kaum noch
verlassen können. Die Politik hat ihre Subventionen deutlich zurückgefahren. Mit
der Milchquote fällt das letzte wirksame
Instrument, um die Milchmenge in der
EU zu regeln. Die Erzeuger müssen sich
deshalb auf einen harten Preiskampf einstellen. Daran führt kein Weg vorbei.
Die Verlierer stehen jetzt schon fest. Es
sind vor allem die kleinen und mittelgroßen Höfe, die in diesem brutalen Wettbewerb das Nachsehen haben werden. Ihre
Betriebskosten für Ställe, Maschinen und
Personal sind deutlich höher als die von
Großbetrieben mit Hunderten oder gar
Tausenden Kühen. Zwar könnte der Staat
zur Not bei einem Preisverfall immer
noch einspringen, aber erst wenn der
Milchpreis unter 20 Cent fällt. Den meisten kleineren Bauern wird das wohl wenig
helfen, weil sie so lange nicht durchhalten, sondern vorher aufgeben müssen.
Diese Entwicklung kommt nicht überraschend. Sie ist politisch so gewollt und
wird vom Deutschen Bauernverband mitgetragen. Er muss sich vorwerfen lassen,
dass er mit seiner Politik viele seiner Mitglieder im Regen stehen lässt und sich vor
allem für die Interessen der Massentierhaltung einsetzt. Statt mit dem Finger auf
andere zu zeigen, sollte der Verband dafür nun die Verantwortung übernehmen.
NAHAUFNAHME
„Als Demokrat akzeptiere
ich Mehrheiten.“
Helge Norbert Ziegler
FOTO: PRIVAT
Der Makler und Mao
Warum Immobilien-Verbandschef Ziegler streiken wollte
Helge Norbert Ziegler, 61, wirbt um nichts
Geringeres als um Mitleid. Mitleid für Makler. Dem Vorstand des Bundesverbandes
für Immobilienwirtschaft (BVFI) ist dabei
das Mitgefühl des Normalbürgers einigermaßen schnurz. Ziegler sucht Verständnis
bei den Mächtigen, den Politikern. Er fordert, dass die Regierenden das Bestellerprinzip zurücknehmen, das voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2015
kommt. Wer dann einen Immobilienmakler beauftragt, muss ihn auch bezahlen –
also meist der Vermieter. Noch kommt oft
der Mieter für die Provision auf, ohne dass
er den Makler bestellt hat. Gerade in Regionen, in denen Wohnraum knapp ist, hat
der Mieter kaum Verhandlungsspielraum
und zahlt, was gesetzlich maximal erlaubt
ist: zwei Monatskaltmieten plus Mehrwertsteuer.
Die Änderung passt den Maklern überhaupt nicht. Sie befürchten, dass die Aufträge einbrechen. Schließlich können sie
kaum damit rechnen, dass der Vermieter
bereit ist, so viel zu blechen, wie es der Mieter in der Not sehr wohl war. Das Bestellerprinzip koste Arbeitsplätze und bringe Unternehmen in Bedrängnis, die Regelung
sei ein massiver Eingriff in den Maklerberuf, befürchtet Ziegler. Alleine ist der
Mann mit seinem Frust nicht, der Immobilienverband IVD hat bereits Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz angekündigt.
Alleine aber war Ziegler dann sehr wohl
mit einer anderen Idee: Er wollte gegen das
Bestellerprinzip streiken. In einer Urabstimmung rief er die 11 000 Mitglieder des
BVFI auf, für einen Ausstand am 7. November zu votieren.
Aber was würde schon passieren, wenn
Immobilienmakler ihre Arbeit für einen
einzigen Tag niederlegen? Wahrscheinlich
nicht so viel. Jedenfalls brachte ihm die
Idee Häme ein, von der Presse – und von
Kollegen. Als „saublöd“ bezeichnete Markus Gruhn, Vorsitzender des Rings Deut-
scher Makler, die Aktion. „Das ist Schwachsinn. Die Politik zittert schon, dass die Wirtschaft wegen des Maklerstreiks zusammenbricht.“ Ziegler wiederum tat diese Ironie als reines Machtgehabe des etablierten
Verbands gegen den vergleichsweise jungen BVFI ab.
Vielleicht fanden sie die Idee nicht „saublöd“, aber zum Gespött der Nation wollten
sich offenbar die Mitglieder seines Verbandes nicht machen. Nur 31 Prozent beteiligten sich an der Abstimmung. Davon votierten etwa 30 Prozent für den Streik, knapp
sechs Prozent dagegen. Rund 64 Prozent
enthielten sich. Für einen Streikaufruf hätten zwei Drittel dafür stimmen müssen.
„Enttäuscht bin ich nicht“, sagt Ziegler,
„als Demokrat akzeptiere ich Mehrheiten.“
Nun ist Ziegler nicht irgendein Demokrat,
sondern selbstbezeichnend ein Liberaler.
Auf seiner Homepage wirbt er für die FDP
und bezeichnet sich gleichzeitig als 68er:
Er sei in Zeiten der Notstandsgesetze und
der APO groß geworden, auch die „Mao-Bibel“ habe er als Jugendlicher gelesen.
Trotzdem hat Ziegler immer die amerikanische Auslegung von Glück, den Selfmademan, gelebt. Mit 13 arbeitete er in einer Kistenfabrik und auf dem Bau, später
war er Filmvorführer, DJ, führte mehrere
Lokale. Mit 26 Jahren stieg er in die Immobilienbranche ein, wurde diplomierter Immobilienwirt und Wirtschaftsjurist. 2010
gründete er den BVFI mit.
Auf seiner Internetseite bietet Ziegler
auch „Philosophisches“, etwa diese Parabel: Ein Mann sucht jemanden, der seinen
Dampfer reparieren kann. Ein Schiffsbauer bringt das Gefährt mit einem Handgriff
in Ordnung, fordert anschließend aber
10 000 Gulden. Dem wütenden Auftraggeber erklärt er: ein Gulden für die Reparatur
und 9 999 für das Wissen zur richtigen Zeit
am richtigen Ort. Diese offene Preisgestaltung lässt sich sehr gut auf Makler übertragen. Bislang.
nakissa salavati
Die Zentrale des GCHQ: Ein wenig ähnelt das Gebäude des britischen Geheimdienstes in Cheltenham einem Donut.
FOTO: DPA
Nützliche Idioten
Der britische Geheimdienst-Chef Robert Hannigan attackiert die großen Internetfirmen: Soziale Netzwerke wie
Twitter und Facebook seien zu „Kommandozentralen von Terroristen“ verkommen. Eine Attacke mit Hintergedanken
von hans leyendecker
München – Britische Geheimdienstchefs
haben einen Hang zum Pathos und manchmal auch zur argen Übertreibung.
Als vor einem Jahr im Unterhaus über
den globalen Abhörskandal diskutiert wurde, übten die Chefs der britischen Geheimdienste keine Selbstkritik, sondern gingen
sofort in die Offensive. Die Enthüllungen
des Whistleblowers Edward Snowden, so
lautete ihr Fazit, hätten britische Operationen gefährdet. Snowden sei ein Verräter. Al
Qaida profitiere von seinem angeblichen
Verrat. „Unsere Gegner reiben sich die Hände“, sagte einer der Geheimdienstchefs.
Und die Journalisten, die über den Stoff
schrieben, könnten das Material nicht richtig beurteilen. Versager, Wichtigtuer.
Die Offensive geht weiter. Der neue
Chef des Geheimdienstes GCHQ, Robert
Hannigan, schrieb am Dienstag an prominenter Stelle in einem Gastbeitrag in der
Financial Times, die sozialen Netzwerke
seien inzwischen „die bevorzugte Kommandozentrale von Terroristen“. Dieser Bedrohung könnten sich Regierungen und
Geheimdienste nur entgegenstellen, wenn
die Internetfirmen künftig enger mit den
Diensten zusammenarbeiten würden.
Man könne manchmal den Eindruck haben, so Hannigan, „dass manche Technologieunternehmen ihre eigene Instrumentalisierung leugnen“.
Nimmt man Hannigan beim Wort, heißt
das: Die Terrorbande IS befehligt ihre
Schreckensarmee über Dienste wie Facebook, Youtube, Twitter und Whatsapp . Die
Internetfirmen sind dabei ebenso nützliche Idioten wie die Journalisten, die Snowdens Enthüllungen verbreiten.
Vielleicht ist ja wirklich James Bond
schuld daran, dass britische Nachrichtendienstler noch mehr als ihre Kollegen ei-
nen Hang zur Übersteigerung von Problemen haben. Immer geht es um alles oder
nichts, und die Bedenken der anderen zählen nicht viel. Das kommt in England nicht
schlecht an, vermutlich weil die Briten keine Gestapo, keine Stasi hatten und die Bürger ihren Geheimdiensten eher vertrauen.
Vielleicht aber will der britische Geheimdienst den öffentlichen Versuchen der Internetfirmen, sich aus der Umklammerung der Geheimdienste zu lösen, etwas
entgegensetzen. Und der Dienst GCHQ
greift gern zur moralischen Keule. So oder
so geht es auch ums Geschäft.
Enthüllungen Snowdens hatten gezeigt,
dass beispielsweise US-Geheimdienste in
großem Umfang von den Tech-Firmen Informationen zu deren Nutzern einfordern.
Wie freiwillig oder unfreiwillig die Kooperation war, ist umstritten.
Die Unternehmen erklären, sie seien gesetzlich gezwungen worden zu kooperieren; das schade aber ihrer Reputation. Und
dem Geschäft. Regierungsbehörden in
Deutschland gehen beispielsweise dazu
über, wegen des Treibens von NSA und
GCHQ ihre IT-Aufträge vorwiegend an
deutsche Unternehmen zu vergeben.
Es gibt überall Irritationen. Das Ausmaß der Spionage sei „für alle bei Google“
ein „Schock“ gewesen, erklärte der Chairman des Unternehmens, Eric Schmidt, im
Der neue Chef des Geheimdienstes GCHQ,
Robert Hannigan, klagt,
„dass manche Technologieunternehmen ihre
eigene Instrumentalisierung leugnen“ und zu
wenig gegen die Nutzung
ihrer Dienste durch Terroristen täten. FOTO: AP
Sommer im Spiegel: „Ich hatte den Umfang
und die Reichweite der Aktivitäten vorher
nicht vollständig begriffen.“ Andererseits:
Was bedeutet vollständig?
Nun zeigt eine Reihe von Snowden-Dokumenten, dass die amerikanischen IT-Unternehmen nicht nur durch Gesetze zur Kooperation gezwungen wurden, sondern früher entgegenkommender waren. So nutzt
die NSA beispielsweise die Gesichtserkennung eines Unternehmens, das Google vor
einigen Jahren gekauft hat. „Seither haben
sie nicht für die NSA gearbeitet“, behauptete Schmidt in dem Interview.
Fest steht: Auch weil die Internetfirmen
jetzt unter Druck ihrer Kunden geraten
sind, wollen sie ihre Nutzer darüber unterrichten, in welchem Umfang Geheimdienste von ihnen Informationen verlangten.
Weil sie aber darüber, angeblich zum
Schutz der nationalen Sicherheit, nicht en
détail die Öffentlichkeit informieren dürfen, hat beispielsweise das Portal Twitter
neulich vor einem Bundesbezirksgericht
in Kalifornien Klage gegen das US-Justizministerium und das FBI eingereicht.
Diese Form der Distanzierung per Klage
löste bei Geheimdienstlern Irritationen
aus, weil sie von Berufswegen ihre Arbeit
als Dienst am Vaterland verstehen. Sie
schützen gegen die Bösen. Hannigans Angriff auf die angebliche Kommandozentrale der Terroristen passt da ins Bild.
Unbestritten ist sein Hinweis, der IS sei
„die erste Terrorgruppe, deren Mitglieder
im Internet aufgewachsen sind“. Die Mörder nutzen das Netz für Rekrutierung, für
Propaganda und für üble Nachrichten.
Soziale Medien haben versucht dagegenzuhalten. Offensichtliche IS-Konten wurden gelöscht, Twitter-Apps, die IS zuzurechnen waren, verschwanden, aber die virusartige Verbreitung von Bildern in den
sozialen Medien ist nur schwer zu verhin-
dern. Das alles ist in der langen Geschichte
des Terrorismus neu. Bevor es das Web
gab, kannten Terrorbanden nur Flugblätter oder Bekennerschreiben, wie die Mörder von der RAF. Die zehn Morde des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) wurden erst bekannt, als die Mörder tot waren.
Terrorismus unter Ausschluss der Öffentlichkeit war das Gegenteil von der in diesem Milieu üblichen Propaganda der Tat.
In den sozialen Medien sind die amerikanischen Dienste auf vielfache Weise zugange. Neuerdings twittert dort auch – offenbar anders als der Dienst GCHQ – die CIA.
Das erste Gezwitscher löste im Netz Proteste aus. Der Account wurde getrollt. Es erschienen Artikel über klandestine Operationen der CIA. Hannigans Attacke auf die sozialen Medien löste bei Bürgerrechtsaktivisten die üblichen Reflexe aus. Die Dienste hätten doch schon jetzt weitreichenden
Zugriff auf Daten im Internet, erklärten
Sprecher mehrerer Gruppen.
HEUTE
Mittwochsporträt
Sir Yes: Richard Branson gibt
auch nach dem Absturz eines
Raumschiffes nicht auf
20
Geld & Technik
Wenn möglich bitte senden.
Neue Möglichkeiten von
A nach B zu navigieren
25
In- und Auslandskurse
26,28
www.sz.de/wirtschaft
„Erhebliche Risiken“
Bundesrechnungshof kritisiert Milliarden-Paket für die Bahn
Berlin – Mitte Oktober war das MilliardenPaket, das der Bund für die Bahn zum Erhalt des Schienennetzes geschnürt hat,
noch als Durchbruch gefeiert worden.
Jetzt kommt die Ernüchterung. Der Bundesrechnungshof hat massive Bedenken
gegen die geplante Vereinbarung, der zufolge die Bahn jährlich vier Milliarden Euro
bekommen soll. Steuerungswirkung und
Erfolgskontrollen seien unzureichend,
schreiben die Rechnungsprüfer in ihrer
Stellungnahme zu einer Anhörung des Verkehrsausschusses an diesem Mittwoch. Zudem fehlten Anreize zum wirtschaftlichen
Einsatz der Mittel. „Mittel- bis langfristig
bestehen erhebliche Haushaltsrisiken für
den Bund.“ Vernichtender hätte ein Urteil
kaum ausfallen können.
Dabei sollte mit der Vereinbarung doch
endlich alles besser werden. Nach monatelangen, harten Verhandlungen hatten sich
Bund und Bahn Mitte Oktober geeinigt,
wie der Erhalt des Schienennetzes künftig
finanziert werden sollte. Hintergrund ist
die sogenannte Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung, die der Bund 2008
mit der Bahn geschlossen hatte. Seither finanziert er nicht mehr jede Maßnahme zur
Reparatur einzeln. Stattdessen erhält die
Bahn jährlich pauschal einen Betrag, zuletzt 2,75 Milliarden Euro. Das sollte ihr die
Planbarkeit erleichtern. Wie sie das Geld
genau verwendet, entscheidet sie selbst.
Im Gegenzug ist sie aber verpflichtet, das
Netz so zu erhalten, dass es bestimmten
Qualitätskriterien entspricht. Dieser Vertrag läuft jedoch nur noch bis Ende dieses
Jahres. Für die Zeit danach musste also eine neue Vereinbarung getroffen werden.
Die Bahn hatte schon seit Längerem geklagt, dass das Geld vorn und hinten nicht
reiche, um Schienen, Gleise und Brücken
in Schuss zu halten. In der neuen Vereinbarung ist daher vorgesehen, dass aus den
2,75 Milliarden vom kommenden Jahr an
vier Milliarden Euro werden. Einen steigenden Anteil davon soll die Bahn allerdings
selbst erwirtschaften: mit der Dividende,
die sie jährlich an den Bund ausschüttet.
Gelingt ihr das nicht, bekommt sie weniger
Geld. Gleichzeitig wurden die Qualitätskriterien, die die Bahn im Netz erfüllen muss,
deutlich erhöht.
All das aber genügt den Rechnungsprüfern nicht. Sie stört vor allem, dass die
Bahn allein entscheiden darf, wofür sie das
Geld verwendet. So könnte sie damit „auch
die bislang ungedeckten Mehrkosten des
Vorhabens ‚Stuttgart 21‘ finanzieren“,
fürchten die Prüfer. Die Qualitätskriterien
halten sie für zu lasch, um einen effektiven
Einsatz der Mittel zu garantieren. Werden
die Kriterien verfehlt, drohen allerdings hohe Strafzahlungen, bei Brücken beispielsweise bis zu zwei Millionen Euro pro
Brücke.
daniela kuhr
Zinszahlungen fest einplanen
IKB Festzinsanleihe
WKN
Laufzeit
Verzinsung p.a.
A1X3VW
5 Jahre
fest 2,00 %
Q
IKB Festzinsanleihe 12/2019
Q
Jährliche Verzinsung von 2,00 %
Q
Die Rückzahlung der Anleihe erfolgt zu 100 % des Nennbetrags am Laufzeitende.
Anleger sollten beachten:
Q
Emittentenrisiko: Anleger sind dem Risiko einer Zahlungsunfähigkeit der
Emittentin ausgesetzt.
Q
Kursrisiko: Der Kurs der Anleihe unterliegt Markteinflüssen.
Q
Liquiditätsrisiko: Ein Kauf bzw. Verkauf der Anleihe über die Börse kann
vorübergehend erschwert oder nicht möglich sein.
Zeichnung bis 27. 11. 2014 über Banken oder Sparkassen
(vorbehaltlich einer vorzeitigen Schließung).
Weitere Anleihen unter:
www.ikb.de/wertpapiere
Diese Darstellung ist eine Werbemitteilung und ersetzt weder eine anlegergerechte Beratung noch stellt sie ein Angebot dar. Allein maßgeblich sind die
Endgültigen Bedingungen in Verbindung mit dem Basisprospekt (einschließlich etwaiger Nachträge), die im Internet veröffentlicht werden (www.ikb.de) oder
kostenlos bei der IKB erhältlich sind. Für den Anleger können Entgelte für den Erwerb und Verwahrkosten anfallen. Angaben zur Höhe erhalten Anleger von der
depotführenden Bank. Hinsichtlich der Zeichnung sowie einer anlegergerechten Beratung wenden Sie sich bitte an Ihre Bank.
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