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Drucken was das Zeug hält - All-electronics.de

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LEITERPLATTENFERTIGUNG
Dimatix fasst in der Leiterplattenindustrie Fuß
Drucken was das
Zeug hält
Konventionell hergestellten Leiterplatten erwächst an allen Ecken
und Enden Konkurrenz.Was als Druckeralternative zum einst teueren
Laserdrucker erdacht wurde, ist inzwischen auf dem besten Weg
komplette Produktionsabläufe in der Leiterplattenfertigung zu
ersetzen. Der Inkjet-Drucker versprüht heute nicht nur Tinte. Er
macht inzwischen auch vor dem Druck von Leiterbahnen, Lötstopplack, Ätzresist und vielem anderen mehr nicht mehr Halt.
Dimatix, Hersteller von Tintenstrahlköpfen
für kommerzielle und industrielle Anwendungen, hat eine spezielle Tintenstrahltechnik für die Elektronik entwickelt. Mit
dieser Technik lassen sich aufgabenspezifisch dotierte Nanoteilchen Flüssigkeiten
auf nahezu alle Flächen auftragen.Darunter
auch auf starre und flexible Substrate.
Dimatix,das auf das Unternehmen Spectra
zurückgeht, unterhält exklusive Lizenzbeziehungen mit Xerox. Aus dieser Kooperation entstanden mehrere Generationen
proprietärer piezoelektrischer Drop-on-Demand-Tintenstrahldruckköpfe.
Revolution der Herstellungsprozesse
In der Dimatix Division „Materials Deposition“ werden Produkte entwickelt,die Flächen
aller Art mit sogenannten Tinten aus Nanoteilchen bedrucken können, wie z. B. flexible Polymer-Substrate für die Mikroproduktion von RFID-Etiketten (Radio Frequency
Identification Devices), Flachbildschirmen
und flexiblen Displays, gedruckten Schaltungen und vieles andere mehr.
Das Verfahren basiert auf der Dimatix-Tintenstrahltechnologie, wie sie in mikroelektronischer mechanischer Fertigungsprozessen MEMS (Micro Electro Mechanical
Systems) zum Einsatz kommt.Auf dieser Basis entstehen hochpräzis arbeitende Druckköpfe und Komponenten zum Auftragen
feinster Picoliter-Tröpfchen der verschiedensten Flüssigkeiten. Das können z. B.
flüssige Silbertinten oder organische Tinten sein.
productronic 5 - 2006
Die Vorstellung, anstelle einer raumgreifenden Ätzanlage in Zukunft einen Saal
mit Druckern zu beaufsichtigen, lässt gestandenen Galvanotechnikern sicherlich
einen Schauer über den Rücken laufen.
Doch wie bei allen Neuerungen wird auch
dieses Konzept sich auf speziellen Anwendungen konzentrieren.
Die Technik imDetail
Das piezoelektrische Drop-on-DemandVerfahren löst an der Druckdüse eine
mechanische Verformung aus. Dadurch
wird eine Pumpwirkung ausgelöst, die
nun in Folge Tröpfchen für Tröpfchen produziert. Auf diese Art und Weise werden
hochauflösende Abbildungen und Strukturen gedruckt. Da diese Anwendungen
auf Wärme zur Tropfenförderung verzichtet, können mit Tinten unterschiedlichster Viskositäten und chemischen Zusammensetzungen hochpräzise und
hochauflösende Drucke und Strukturen
erzeugt werden.
Dank der MEMS-Technologie können heute Druckköpfe aus Silizium hergestellt
werden. Silizium-Druckköpfe können aufgrund des verwendeten Materials alle
Materialien verarbeiten. Denn Silizium
ist resistent gegen aggressive Medien
und fördert damit die Vielfalt der einsetzbaren Flüssigkeiten. Elektronische
Schaltungen werden bereits im Druckverfahren hergestellt. Damit sagt Dimatix der konventionell hergestellten Leiterplatte den Kampf an.
Einfach und praktisch
Kein fotosensitives Material ist mehr aufzubringen, nichts zu belichten, zu entwickeln, zu strippen, zu ätzen und im separaten Verfahren mit Lötstopplack zu
beschichten. Der Prozess des Druckens
elektrisch leitfähiger Tinte macht somit
eine Menge Arbeitsgänge völlig überflüssig.
Sicherlich ist es zu noch viel früh darüber
zu spekulieren, ob sich auf diese Weise
z. B. auch Dickkupferleiterplatten herstellen lassen. Doch der Anfang einer neuen
Technologie ist gemacht. Und mit überaus positiven Aussichten: Denn der neue
additive Prozess drückt die Ausschussquote nach unten. Und er reduziert den Zeitaufwand erheblich.
Gerade mit Blick auf Prototypen, Muster
oder Kleinserien tritt die ökonomische
Seite des Verfahrens immer mehr in den
Vordergrund. Man bedenke alleine einen
Layoutwechsel einer Leiterplatte. In herkömmlicher Technik hergestellt wird daraus ein ziemlich zeitaufwendiger und
kostspieliger Akt. Doch mit dem Drucker
ist das überhaupt kein Problem. Sowie die
korrigierten Daten festliegen kann der
Neudruck starten.
˘
infoDIRECT
437pr0506
www.all-electronics.de
˘ Link zu Dimatix
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