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Hautsache – was Dermokosmetik leistet - Die PTA in der Apotheke

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D E R M O KO S M E T I K
Hautsache –
was Dermokosmetik leistet
Immer mehr Menschen erwarten von einem hochwertigen Pflegeprodukt, dass es die
Haut gesund erhält und vor Umwelteinflüssen schützt. Hier kommen medizinische und
© www.emediawire.com
pharmazeutische Aspekte ins Spiel, die einer speziellen Beratung bedürfen.
D
er Begriff Dermokosmetik wird von einigen Kosmetikunternehmen schon seit längerer Zeit verwendet, ohne dass genau festgelegt wurde, was
sich dahinter verbirgt. Die Gesellschaft für Dermopharmazie definierte inzwischen Dermokosmetika als
kosmetische Mittel, bei denen „der Anwendungszweck unter Berücksichtigung dermatologischer und pharmazeutischer Gesichtspunkte erreicht wird“. Das bedeutet, dass
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dermokosmetische Mittel auch unterstützend oder therapiebegleitend sowie zur Vorbeugung von Hauterkrankungen
eingesetzt werden. Teilweise sind Dermatologen an der Entwicklung der Rezepturen beteiligt. Außerdem erwartet man
von Dermokosmetika, dass sie möglichst gut verträglich
sind. Häufig findet man in diesem Zusammenhang den
Begriff hypoallergen. Das heißt, es sind keine Substanzen
enthalten, von denen bekannt ist, dass sie häufig Allergien
Die P·T·A in der Apotheke 36 (2007), Heft 2
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auslösen. Dermokosmetika müssen bestimmte Vorgaben
hinsichtlich Qualität und Dokumentation erfüllen, was von
anderen Kosmetikprodukten so nicht erwartet wird. Dazu
zählt auch, dass die angepriesene Wirkung mittels geeigneter Untersuchungsmethoden nachgewiesen und dokumentiert wird. Fachkreise wie Apotheken und Hautarztpraxen
sollen auf Anfrage Informationen erhalten, die Aufschluss
über Galenik, Wirksamkeit und Verträglichkeit geben. Damit
nehmen dermokosmetische Produkte eine Zwischenstellung zwischen Kosmetika und dermatologischen Arzneimitteln ein. Rein rechtlich werden sie als kosmetische Mittel
eingestuft. Ein spezieller Vertriebsweg, beispielsweise über
die Apotheke, ist nicht vorgeschrieben, bietet sich aber natürlich an und wird von einigen Herstellern freiwillig und teilweise apothekenexklusiv gewählt.
Nach einer Studie von Bauer-Media aus dem Jahr 2005, in
der Frauen im Alter von 20 bis 69 Jahren zu ihrem Kosmetikkaufverhalten befragt wurden, kauft mittlerweile etwa jede
neunte Frau ihre Kosmetik in der Apotheke. Dies zeigt, dass
die Apotheke in Sachen Kosmetik bei den Kunden großes
Vertrauen genießt. Eine ganz entscheidende Rolle spielt
hierbei die kompetente Beratung, die am besten vom wissenschaftlich qualifizierten Personal der Apotheke geleistet
werden kann. Hier sind vor allem die PTA die richtigen Ansprechpartner, denn seit fast neun Jahren steht das Fach
Körperpflegekunde auf dem Stundenplan der PTA-Schulen.
Die Schülerinnen und Schüler lernen dort alles Wichtige
über den Aufbau der Haut, die verschiedenen Hauttypen
und Hautzustände sowie die unterschiedlichen Pflegemittel
und deren Inhaltsstoffe, so dass sie das richtige Produkt
empfehlen und genau Auskunft geben können über die Zusammensetzung, die Wirkungsweise und die Irritationsrisiken der enthaltenen Substanzen. Zusätzlich werden für Apothekenmitarbeiter zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen
angeboten. Die regelmäßige Teilnahme daran ermöglicht eine kompetente Kosmetikberatung.
Die einheitliche Kennzeichnung kosmetischer Mittel
Die Grundlage der Deklaration aller Kosmetikinhaltsstoffe
bildet das INCI-System (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients), das gemeinsam von amerikanischen
und europäischen Kosmetikherstellern entwickelt wurde. Es
wird seit 1997 innerhalb der europäischen Union und in vielen anderen Ländern der Erde vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Dahinter steht der Gedanke, ein hohes Maß an
Sicherheit und Transparenz durch eine einheitliche, international verständliche Nomenklatur zu schaffen. Vor allem
Allergiker profitieren davon. In ihrem Allergiepass werden die
Allergene, sofern sie in Kosmetika verarbeitet werden, auch
mit der INCI-Bezeichnung eingetragen. In der Apotheke
kann dann ein Produkt ausgewählt werden, in dem der entsprechende Stoff nicht enthalten ist.
Die INCI-Liste wird regelmäßig aktualisiert und um neue
Substanzen erweitert. Mittlerweile enthält sie über 10 000
Die P·T·A in der Apotheke 36 (2007), Heft 2
Bezeichnungen. Die Deklaration der Inhaltsstoffe erfolgt in
abnehmender Reihenfolge ihrer Einwaage. Stoffe, die zwar
bei der Herstellung verwendet wurden, aber im Endprodukt
nicht mehr enthalten sind, müssen auch nicht angegeben
werden. Bestandteile in einer Konzentration von weniger als
einem Prozent erscheinen am Ende in beliebiger Reihenfolge. Die Bezeichnungen sind meist englisch (z. B. Lactic Acid
für Milchsäure). Stoffe oder Extrakte, die aus Pflanzen oder
Tieren gewonnen wurden, werden mit dem lateinischen
Namen, basierend auf dem Linné-System, angegeben (z. B.
Prunus Dulcis für Mandelöl). Diese Nomenklatur, mit der der
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Jeder zweite Deutsche klagt über Hautprobleme,
wie Juckreiz, Pickel oder Allergien. Laut dem FreiHautforschungsinstitut wenden sich 48,6 Prozent
der Befragten an die Apotheke, wenn sie Probleme
mit ihrer Haut haben.
Im Jahr 2005 entfielen nach Angaben der ABDA 3,4
Prozent des Umsatzes der deutschen Apotheken auf
das apothekenübliche Ergänzungssortiment, das im
Wesentlichen aus Kosmetika besteht. Dies entspricht einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro. Seit
dem Jahr 2003 ist der Umsatz mit Kosmetika in
Apotheken bundesweit um 0,4 Prozent gestiegen.
Laie oftmals überfordert ist, kommt den PTA und Apothekern entgegen und ist für sie relativ leicht zu verstehen.
Lediglich Farb- und Duftstoffe werden nicht konkret deklariert. Farbstoffe werden mit einer Colour-Index-Nummer (CINummer) und Duftstoffe mit der Sammelbezeichnung Parfum angegeben. Wünschenswert wäre vor allem eine genaue Deklaration der Duftstoffe, weil diese relativ häufig
Ursache für Allergien sind.
Kosmetikberatung fängt mit der Bestimmung des Hautzustands an Ein Produkt kann seine Wirkung nur auf der
Haut entfalten, für die es konzipiert wurde. Wenn beispielsweise eine Creme für fettarm-trockene Haut auf fett-feuchter Haut angewandt wird, kann sie bestenfalls Pickel hervorrufen. Umgekehrt wird eine Creme für fett-feuchte Haut
auf fettarm-trockener Haut zu Spannungsgefühlen und Juckreiz führen. Bevor man ein bestimmtes Kosmetikprodukt
empfehlen kann, muss zunächst der Hautzustand der Kundin bzw. des Kunden bekannt sein. Es ist stets der Zustand
der Gesichtshaut gemeint. Da nämlich die Talgdrüsendichte
und auch die Größe der einzelnen Drüsen immer mehr abnimmt, je weiter man sich vom Gesicht entfernt, ist die
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Körperhaut mit Ausnahme von Dekolleté und Rücken immer
normal bis trocken-fettarm.
Zur Erkennung des Hautzustands kann man optische, verbale und taktile Methoden heranziehen. Das Betrachten aller Auffälligkeiten wie Porengröße, Hautunreinheiten, Falten, Form- und Konturverlust mit bloßem Auge ist am wichtigsten und wird als optische Methode bezeichnet. Durch
Fragen erfährt man, wie sich die Haut anfühlt und wie sie
auf verschiedene Einflüsse reagiert. Aus den Antworten
kann man auch einiges über die Einstellung zum Aussehen,
über die Erwartungen an Kosmetik und positive und negative Erfahrungen mit bisher verwendeten Pflegeprodukten erfahren. Dies versteht man unter der verbalen Methode. Taktil bedeutet das Ertasten von Rauheit und Hautauffälligkeiten, was allerdings in der Apotheke keine Rolle spielt. Am
besten erkennt man die Auffälligkeiten auf gereinigter und
unbehandelter Haut, aber auch durch ein dezentes Makeup kann man das Wesentliche beurteilen.
» Bevor man ein bestimmtes
Kosmetikprodukt empfehlen kann,
muss zunächst der Hautzustand
bekannt sein.
«
Der Hauttyp ist der genetisch festgelegte Grundzustand der
Haut. Er berücksichtigt nicht die verschiedenen Einflüsse,
denen die Haut ausgesetzt ist und die das Erscheinungsbild
prägen. Innere Einflüsse wie hormonelle Veränderungen,
beispielsweise während einer Schwangerschaft oder durch
die Einnahme der Pille, sowie Stress oder Krankheiten verändern die Eigenschaften der Hautoberfläche ebenso wie
äußere Einflüsse. Dazu zählen unter anderem die Anwendung von Kosmetikprodukten oder die Belastung mit UVStrahlen. Auch der Feuchtigkeitsgehalt der Luft kann eine
Rolle spielen. Alle diese Einflüsse addieren sich und ergeben zusammen mit dem zu Grunde liegenden Hauttyp den
aktuellen Hautzustand. Dieser kann sich im Laufe des Lebens durchaus mehrmals verändern. Bestimmt wird der
Zustand der Haut in erster Linie durch die Aktivität der Talgdrüsen. Der Talg mischt sich mit Schweiß und abgestorbenen Hautschüppchen und ergibt den Hydrolipidfilm, wegen
seines sauren pH-Wertes auch Säureschutzmantel genannt.
Dieser Film überzieht die Haut mehr oder weniger lückenlos
und hält sie geschmeidig. Außerdem schützt er vor Mikroorganismen. Wird zu viel Talg produziert, so kann durch die lipophile Schicht wenig Wasser verdunsten. Die Haut ist dadurch nicht nur fettig, sondern gleichzeitig auch feucht. Umgekehrt ist die Haut sowohl fettarm als auch feuchtigkeitsarm, das heißt, trocken, wenn zu wenig Talg produziert wird.
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Nur in seltenen Fällen ist eine Haut gleichzeitig fett und
feuchtigkeitsarm. Dies ist nur durch äußere Einflüsse wie
falsche Pflegegewohnheiten und extreme klimatische Verhältnisse möglich.
Normale Haut
Bei normaler Haut produzieren die Talg- und Schweißdrüsen
weder zu viel noch zu wenig Talg bzw. Schweiß, so dass Fettund Feuchtigkeitsgehalt der Haut ausgeglichen sind. Die
Haut ist kleinporig, spannt nicht, zeigt keinen Fettglanz, ist
geschmeidig, prall und straff. Wegen der guten Durchblutung ist der Teint rosig. Der intakte Hydrolipidfilm sorgt für
einen schwach sauren pH-Wert, der die Haut vor Austrocknung, Umweltschadstoffen und Mikroorganismen schützt.
Dadurch ist die Haut wenig empfindlich gegenüber äußeren
Einflüssen. Sie neigt auch nicht sonderlich zu Unreinheiten.
Normale Haut findet man bei Kindern und manchen jungen
Erwachsenen mit Ausnahme der Jugendakne. Mit Ende des
dritten Lebensjahrzehnts verändert sich auch ein normaler
Hautzustand langsam in Richtung fettarm-trocken. Ziel der
Pflegekosmetik für normale Haut muss sein, diesen Idealzustand möglichst lange zu erhalten. Das wird erreicht, indem
man die Haut vor Umwelteinflüssen schützt, die Bildung des
Hydrolipidfilms nicht beeinträchtigt und damit die Widerstandsfähigkeit der Haut erhält.
Empfehlung Zur Reinigung der Haut eignen sich milde
Produkte auf Syndetbasis wie Waschcremes, Reinigungsgele oder auch Reinigungsemulsionen. Wenn man ein Gesichtswasser verwendet, sollte der Alkoholgehalt zehn
Prozent nicht überschreiten. Seifen sind wegen ihres stark
alkalischen pH-Werts für keinen Hautzustand ideal. Das Auftragen einer Creme ersetzt den beim Waschen verloren gegangenen Hydrolipidfilm und bietet Schutz. Im Sommer eignen sich sowohl für den Tag als auch für die Nacht Emulsionen vom Typ O/W, deren Fettgehalt jedoch nicht zu gering
sein soll. Sonst können wegen des nach dem Waschen
noch unvollständigen Hydrolipidfilms hauteigene Feuchthaltefaktoren ausgeschwämmt werden und die Feuchtigkeit
verdunstet. Enthält eine Creme zu wenig Fett, so ist dies am
eintretenden Spannungsgefühl schnell festzustellen. Im Winter wird durch die kalten Außentemperaturen die Aktivität
der Talgdrüsen gedrosselt. Trockene Heizungsluft entzieht
der Haut zusätzlich Feuchtigkeit. Daher werden im Winter
W/O-Emulsionen bevorzugt. Generell sollte die Pflege umso
reichhaltiger sein, je kälter es draußen ist. Die Verwendung
von Tages- und Nachtcremes ist nicht unbedingt erforderlich. Einige Tagescremes sind jedoch für die Anwendung in
der Nacht ungeeignet, beispielsweise getönte Cremes oder
solche mit UV-Filtern. Einmal im Monat kann die Haut mit
einem Peeling von lose anhaftenden Hautschüppchen be-
Fortsetzung auf Seite 78
Die P·T·A in der Apotheke 36 (2007), Heft 2
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Hauttest
Wie erkenne ich meinen Hautzustand?
1.
A
B
C
D
Mein Alter ist ...
jünger als 30 Jahre.
zwischen 30 und 40 Jahren.
zwischen 40 und 60 Jahren.
über 60 Jahre.
2.
A
B
C
Wie groß sind die Poren seitlich der Nase?
sehr groß
normal, nicht übermäßig
sehr fein
3.
A
B
C
Wie sieht die Stirn aus?
uneben mit fettigem Glanz; Mitesser bzw. Pickel können vorhanden sein, müssen aber nicht.
ebenmäßig, ohne Mitesser und Pickel.
trocken, evtl. schuppig, vor allem am Haaransatz und der Nasenwurzel; keine Mitesser oder Pickel.
4.
A
B
C
Wie sieht die Nase aus?
großporig, fettglänzend; Mitesser bzw. Pickel können vorhanden sein, müssen aber nicht.
leicht grobporig, leichter Glanz.
keine Besonderheiten.
5.
A
B
C
Wie sehen die Wangen aus?
fettig, mit Hautunreinheiten; Mitesser und Pickel können vorhanden sein, müssen aber nicht.
feinporig, ebenmäßig, rosig.
trocken, eventuell schuppig oder gereizt.
6.
A
B
C
Wie sieht das Kinn aus?
fettig, evtl. gerötet mit Pickeln
keine Besonderheiten
unauffällig, evtl. um die Lippen herum trocken
7.
A
B
C
Neigt die Haut zu Reizungen?
Nein, sie ist relativ unempfindlich.
Gelegentlich.
Ja, es kommen öfters Rötungen vor.
Alle Fragen beantwortet? Dann addieren Sie bitte, wie häufig sie A, B, C bzw. D angekreuzt haben!
Sie haben überwiegend A angekreuzt? Dann ist Ihre Haut fett-feucht. Das hat auch positive Seiten, denn fett-feuchte Haut
bleibt lange jung und bekommt erst sehr spät Falten. Verwenden Sie Produkte gegen Hautunreinheiten.
Haben Sie am häufigsten B gewählt? Ihre Haut ist normal. Herzlichen Glückwunsch! Damit dieser Idealzustand lange anhält, sollten Sie die richtige Pflege verwenden.
Haben Sie am häufigsten C angekreuzt? Sie haben fettarm-trockene Haut. Sie haben keine Probleme mit Hautunreinheiten, aber Ihre Haut ist anfällig für Reizungen und Allergien. Ihr Pflegeprogramm sollte die Defizite Ihrer Haut ausgleichen und
sie vor schädigenden Einflüssen schützen.
Sie haben A, B und C oder nur zwei davon etwa gleich oft angekreuzt? Dann haben Sie Mischhaut. Ihre Haut neigt in
der T-Zone (Stirn, Nase, Kinn) zu übermäßiger Talgproduktion, während die Wangenpartie eher trocken und fettarm ist. Das ist
keine Seltenheit. Ihre Haut braucht einerseits Feuchtigkeit, andererseits muss Hautunreinheiten vorgebeugt werden.
Haben Sie bei der ersten Frage D angekreuzt? Sie haben reife Haut. Ihre Haut braucht ein spezielles Pflegeprogramm, um
die Haut aufzubauen und Falten zu vermindern.
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freit werden. Feuchtigkeitsmasken werden ebenfalls in größeren Zeitintervallen eingesetzt. Sie erfrischen die Haut und
gleichen vorübergehend kleine Trockenheitsfältchen aus.
Fett-feuchte Haut
Der fett-feuchte Hautzustand zeigt sich durch eine kräftige,
grobporige Haut mit fettigem Glanz. Ursache ist eine übermäßige Aktivität der Talgdrüsen, die durch Hormone gesteuert wird. Männliche Sexualhormone (Androgene) steigern
die Talgproduktion, weibliche Sexualhormone (Estrogene
und Gestagene) vermindern sie. Bei vielen Menschen ist der
Hormonspiegel zwar völlig normal, ihre Talgdrüsen sprechen
jedoch verstärkt auf Androgene an. Fett-feuchte Haut findet
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Bei fett-feuchten Hautzuständen können sie zur Entstehung von Mitessern und Pickeln beitragen.
Deutsche Bezeichnung
Bezeichnung nach INCI
Cetylalkohol
Cetyl Alcohol
Erdnussöl
Arachis Hypogaea
Isopropylmyristat
Isopropyl Myristate
Kakaobutter
Theobroma Cacao
Kokosöl
Cocos Nucifera
Lanolin
Lanolin
Natriumlaurylsulfat
Sodium Lauryl Sulfate
Olivenöl
Olea Europaea
Safloröl
Carthamus Tinctorius
Schwefel
Sulfur
Sesamöl
Sesamum Indicum
Stearinsäure
und andere Fettsäuren
(enthalten in Seifen)
Stearic Acid
Vaselin
Petrolatum
man praktisch erst nach dem Eintritt in die Pubertät. Schwangerschaften oder die Einnahme der Pille können durch den
erhöhten Estrogen- und Gestagenspiegel zur Verminderung
der Talgproduktion führen. Fett-feuchte Haut kann dadurch
in normale oder zumindest Mischhaut überführt werden.
Durch den kräftigen und lückenlosen Hydrolipidfilm ist fettfeuchte Haut relativ widerstandsfähig gegen Einflüsse von
außen. Auch Falten entstehen durch den Schutz vor Austrocknung erst in höherem Lebensalter, verglichen mit normaler oder trocken-fettarmer Haut. Allerdings kann der Talg
oftmals nicht ausreichend abfließen, so dass er sich in den
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Talgdrüsen staut. Es entstehen Mitesser (Komedonen), die
sich als weiße oder schwarze Pünktchen, vor allem in der TZone (Stirn, Nase, Kinn) zeigen. Dort ist die Talgdrüsendichte am größten. Weiße Komedonen sind geschlossen.
Hier ist die Talgdrüsenöffnung mit Hornmaterial verstopft.
Stoffe, die zu einer übermäßigen Verhornung im Bereich der
Talgdrüsenöffnungen führen, bezeichnet man als komedogen. Wer unter fett-feuchter Haut leidet, sollte diese Stoffe
nach Möglichkeit meiden. Schwarze Komedonen sind offen.
Ihre Farbe erhalten sie nicht durch Schmutz, sondern durch
Oxidation der Lipide an der Oberfläche. Durch den Druck des
übermäßigen Talgs bildet sich ein fester Pfropf, der auch
hier ein Abfließen verhindert. Die schwarze Farbe der Komedonen hat zur Bezeichnung „unreine Haut“ geführt, was gerade junge Menschen oftmals zu der Annahme verleitet,
dass sie ihre Haut häufiger und mit agressiveren Mitteln reinigen müssen. Davon sollte man dringend abraten, dies
kann die Haut zu einer weiteren Steigerung der Talgproduktion anregen. Durch unsachgemäße Manipulation oder
manchmal auch ohne Einfluss von außen kann sich der gestaute Talg nach innen ergießen. Die Haut reagiert mit einer
Entzündungsreaktion, es entsteht ein Pickel. Auf der Grundlage der fett-feuchten Haut kann sich durch Infektion mit
Aknebakterien leicht eine Akne entwickeln, bei der die Bakterien in den Komedonen leben und diese in Pusteln und
Eiterbläschen verwandeln.
Empfehlung Zur Reinigung der fett-feuchten Haut dürfen intensive Reinigungsprodukte auf Syndetbasis wie Waschgele verwendet werden. Eine Reinigungsmilch oder -emulsion ist wegen ihres Fettgehaltes und der geringeren Reinigungswirkung ungeeignet. Gesichtswässer mit Alkohol desinfizieren die zur Infektion neigenden Mitesser. Bis zu einem
Alkoholgehalt von 30 Prozent werden sie gut vertragen. Gesichtscremes sollen wenig Fett enthalten und sowohl für den
Tag als auch für die Nacht Emulsionen vom Typ O/W sein.
Meist enthalten die Tagescremes relativ große Mengen an
Emulgator. Dadurch wird der über den Tag entstehende Talg
gebunden und der für diesen Hauttyp charakteristische Fettglanz verhindert. Günstig sind auch getönte Tagescremes,
die gerötete, entzündete Stellen dezent überdecken. Ein
Verstopfen der Talgdrüsen durch die Farbstoffe und Pigmente ist nicht zu befürchten.
Um die verschlossenen Talgdrüsen zu öffnen, empfehlen
sich Peelings ein- bis zweimal wöchentlich im Anschluss an
die eigentliche Reinigung. Peelings dürfen jedoch nicht angewendet werden, wenn entzündete Pusteln vorhanden
sind. Ab und zu können Masken mit Heilerde oder keratolytischen Zusätzen aufgelegt werden. Als Intensivpflege bieten sich auch Ampullen mit adstringierenden Zusätzen an,
die die groben Poren vorübergehend verfeinern.
Einige Hersteller von Naturkosmetik mit ganzheitlichen Ansätzen verwenden spezielle Öle, um der fett-feuchten Haut
zu signalisieren, dass sie fett genug ist und die Talgproduktion verringern sollte.
Die P·T·A in der Apotheke 36 (2007), Heft 2
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Fettarm-trockene Haut
Die fettarm-trockene Haut ist rau, schuppig und glanzlos.
Man erkennt sie an den sehr feinen Poren. Da die Talgdrüsen nicht ausreichend Talg produzieren, ist der Hydrolipidfilm dünn und bedeckt die Haut nur unvollständig. Entsprechend verdunstet viel Feuchtigkeit, die Haut spannt und
neigt zu Juckreiz. Die Faltenbildung setzt früher ein als bei
normaler oder fett-feuchter Haut. Auch die Dicke der einzelnen Hautschichten ist verringert. Nach dem Waschen regeneriert sich der Hydrolipidfilm nur sehr langsam, so dass
die Haut sehr empfindlich gegenüber allen Einflüssen von
außen ist. Selbst die Sonnenempfindlichkeit und die Neigung zu Allergien ist bei fettarm-trockener Haut erhöht.
Häufig wird daher von empfindlicher Haut gesprochen.
Entzündlich gerötete Areale wechseln sich oftmals mit blassen Bereichen ab. Ab dem 60. Lebensjahr haben praktisch
alle Menschen eine trocken-fettarme Haut. Sie heißt dann
Altershaut oder – etwas freundlicher ausgedrückt – reife
Haut oder anspruchsvolle Haut. Sie ist nicht mehr so elas-
L I T E R AT U R T I P P
Kosmetik Erika Fink; WVG Stuttgart 2005; 252
Seiten, 19,80 Euro; ISBN 978-3-8047-2108-1
Beratung im Bereich Kosmetik hat in der Apotheke
einen hohen Stellenwert. Dabei wird viel Wissen verlangt und Fragen müssen schnell beantwortet werden. Dieses Nachschlagewerk ermöglicht einen raschen Überblick.
Im ersten Teil gibt das handliche
Buch Empfehlungen für den Einsatz von Kosmetik bei verschiedenen Hautzuständen. Eine alphabetische Auflistung von Inhaltsstoffen mit kurzer Beschreibung
der Wirkungen findet sich im zweiten Teil. Die Verwendung der INCINomenklatur ermöglicht ein rasches Auffinden der gesuchten
Substanzen. Ein Buch, das man sich am HV-Tisch
schon immer gewünscht hat.
tisch wie in jungen Jahren und hat Falten, ist ungleichmäßig verhornt und neigt im Gegensatz zu junger, fettarm-trockener Haut zu Alterswarzen und -mitessern. Ein weiterer
Unterschied sind die Poren: diese können sehr groß sein.
Das hängt davon ab, welchen Hautzustand die Person in
jungen Jahren hatte. Waren die Poren durch fett-feuchte
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Haut über Jahre erweitert, so sind die elastischen Fasern erschlafft und die Poren bleiben vergrößert, auch wenn die
Haut im Alter trocken-fettarm wird. Auch einige Arzneistoffe
verändern die Haut, oftmals in Richtung fettarm-trocken.
Diuretika beispielsweise schwämmen Wasser aus und machen die Haut dadurch faltig und runzlig. Lipidsenker verändern die Zusammensetzung der Hautfette, wodurch die Barrierefunktion der Haut nachlässt. Die Folge: es verdunstet
mehr Feuchtigkeit.
Empfehlung Die Reinigung der trocken-fettarmen Haut jedes Alters muss mit besonders milden Reinigungsmitteln erfolgen, die möglichst wenig Fett entziehen. Hierfür eignen
sich Reinigungsemulsionen auf Syndetbasis mit einem ho-
Mischhaut
Bei der Mischhaut wechseln sich fett-feuchte Hautstellen
mit fettarm-trockenen Arealen ab. Die T-Zone ist fettig,
grobporig und neigt zu Unreinheiten, während die Wangenpartie eher fettarm-trocken ist. Beide Hautzustände weichen allerdings weniger von der normalen Haut ab als beim
Vollbild der fett-feuchten bzw. fettarm-trockenen Haut.
Manchmal treten an den Wangen erweiterte Äderchen auf,
dann spricht man von Couperose. Gelegentlich ist auch die
Mischhaut empfindlich.
Empfehlung Reinigungs- und Pflegeprodukte, die für normale Haut geeignet sind, kann man meist auch für Mischhaut verwenden, da die Haut nahe am Normalzustand ist.
M E D I K A M E N T E , D I E D E N H A U T Z U S TA N D B E E I N F L U S S E N K Ö N N E N
Medikamententyp
mögliche Hautveränderung
Antiarrhythmika
Juckreiz, Hautschuppung, Rötung, Hautausschläge, Photosensibilisierung
Antihypertensiva (Beta-Blocker)
Juckreiz, Hautschuppung, Rötung, psoriasisartige Hautveränderungen
Antirheumatika
Juckreiz, Hauttrockenheit, Rötung, Hautausschläge
Diuretika
Hauttrockenheit, Faltenbildung durch Wasserausschwemmung, Juckreiz, Rötung
Glukokortikoide
Blutungen, Störung der Wundheilung, erhöhte Infektneigung
Herzwirksame Glykoside
Juckreiz, Hauttrockenheit, Hautschuppung, Rötung
Lipidsenker
Juckreiz, Rötung, Hautausschläge, Photosensibilisierung
hen Fettanteil. Gesichtswässer dürfen keinen Alkohol enthalten, denn er trocknet die Haut zusätzlich aus. Pflegecremes sollten im Sommer wie im Winter stets vom Typ W/O
sein. Fettarm-trockene Haut hat einige Defizite, die mit der
Pflegecreme ausgeglichen werden sollen. Besonders wichtig ist die Steigerung des Feuchtigkeitsgehaltes der Haut
und die Erhöhung des Wasserbindevermögens. Da die Haut
sehr schnell mit Reizungen reagiert, dürfen keine physiologisch bedenklichen Stoffe enthalten sein.
Produkte für Altershaut enthalten häufig zusätzlich Stoffwechselaktivatoren, die den im Alter verlangsamten Hautstoffwechsel ankurbeln sollen. Auf Peelings sollte man bei
fettarm-trockener Haut generell verzichten, um die ohnehin
schon dünne Haut nicht noch dünner werden zu lassen oder
zu reizen. Man kann fettarm-trockener Haut jedoch etwas
Gutes tun, indem man sie mit feuchtigkeitspendenden und
rückfettenden Aufbaumasken pflegt.
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In manchen Fällen ist es jedoch sinnvoll, die T-Zone mit Produkten für fett-feuchte Haut und die Wangenpartie mit
Produkten für fettarm-trockene Haut zu behandeln.
Fazit An Dermokosmetik werden besondere Anforderungen
bezüglich Qualität und Verträglichkeit gestellt. Vor allem Personen mit Hautproblemen wünschen sich Pflegeprodukte,
die ihre Haut normalisieren. Bei der Auswahl der Produkte
verlassen sie sich gerne auf Fachleute. Kaum ein Ort ist dafür besser geeignet als die Apotheke. ●
Literatur bei der Autorin
Sabine Bender
Am Himmelsberg 1 · 64367 Mühltal
E-Mail: BenderSabine@web.de
Die P·T·A in der Apotheke 36 (2007), Heft 2
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