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Ärzte verdienen deutlich mehr Was hat die Welt aus - Die Onleihe

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Was hat die Welt aus der Lehman-Pleite gelernt? / Wirtschaft
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DEFGH
NEUESTE NACHRICHTEN AUS POLITIK, KULTUR, WIRTSCHAFT UND SPORT
DEUTSCHLAND-AUSGABE
HF1
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München, Mittwoch, 15. September 2010
66. Jahrgang / 37. Woche / Nr. 213 / 2,00 Euro
Beilage zum Oktoberfest
(SZ) Die Schauspielkünstlerin Christine Kaufmann und der Fußballkünstler
Franz Beckenbauer wurden beide im Jahre 1945 geboren, die eine kurz vor dem
Kriegsende, der andere kurz danach. Das
Alter ist aber nicht ihre einzige Gemeinsamkeit: Beide hatten im Laufe ihrer bewegten Lebensläufe eine amerikanische
Episode, Beckenbauer spielte bei Cosmos New York, Kaufmann heiratete den
Kinostar Tony Curtis, beide also wagten
das transatlantische Abenteuer, und beide erlitten dabei ihre Blessuren, egal.
Denn beide Künstler, so darf man dankbar feststellen, gehören in unserem auch
von Düsternissen und Dämonien heimgesuchten Land zu den vom Schicksal begünstigten, heiteren, ja sonnigen Zeitgenossen. Wer an Beckenbauer denkt, der
sieht sofort die Leichtigkeit und Schönheit seines Fußballspiels vor sich, wer
sich an Kaufmann erinnert, der denkt an
den Triumph der Anmut über die Vergänglichkeit: Noch 1995 agierte sie betörend für das Magazin Playboy, und dass
man sie hernach zur „schönsten Großmutter Deutschlands“ ernannte, war als
Ehrentitel ebenso verdient wie die Kaiserwürde Beckenbauers. Zwei Glückskinder also, die auch schon Wunderkinder waren: Mit gerade mal neun Jahren
bezauberte Kaufmann als Rosen-Resli,
und kaum später wurden auch die genialen Gaben des Knaben Franz erkannt.
Nun kommen endlich neue Nachrichten von unseren Lieblingen, aber eine frohe Nachricht ist nur die eine, die andere
ist es nicht. Franz Beckenbauer wird wieder als Schauspieler arbeiten, endlich!,
werden alle seine Fans denken, und seine
Aufgabe ist beachtlich: Er soll der betagten bayerischen Seifenoper „Dahoam is
Dahoam“ durch einen Gastauftritt zu
neuem Glanz verhelfen, und man kann sicher sein, dass er der künstlerischen Herausforderung gewachsen sein wird.
Christine Kaufmann hingegen, die anders als Beckenbauer die Schauspielkunst professionell beherrscht, die ja
nicht nur das unschuldige Rosen-Resli
und die nackte Playboy-Oma war, sondern eine unvergessene Emilia Galotti
und auch Salome, sie hat sich nun öffentlich darüber beklagt, dass sie als Schauspielerin „geächtet“ sei, dass es keine attraktiven Rollen mehr für sie gebe.
Es ist schändlich, und doch: Sie ist die
erste nicht und wird auch nicht die letzte
sein. Denn es ist schon immer so gewesen, dass es für alte Schauspieler jede
Menge tolle Rollen gibt, den Nathan, den
König Lear, solche Knaller. Das Angebot
für alte Damen aber ist beschämend dürftig, sieht man vom „Besuch der alten Dame“ einmal ab. Die meisten Dichter sind
Männer, ältere Männer, und gerade Senioren schreiben naturgemäß am liebsten über junge Frauen. Bis sie endlich
nichts mehr schreiben, nur noch blöde
Fußball schauen. Nur noch an Beckenbauer denken, dahoam is dahoam, und
nicht mehr an den Tanz der Salome.
Heute in der SZ
Monopoly
Wem gehört Potsdam? Den Reichen oder
den Armen? Den neuen Bürgern oder den
alten Sozialisten?
Von Constanze von Bullion ................. 3
Jugend, Krise, Hoffnung
Nur Kinder mit Rückhalt in der Familie
schauen optimistisch in die Zukunft.
Leitartikel von Tanjev Schultz ............ 4
„Die Bilder sind ja eh da“
In Darmstadt stehen die Verantwortlichen eines Kinderporno-Rings vor Gericht. .................................................... 10
Ein Schmetterling ist abgetaucht
George Clooney spielt in „The American“ einen Profikiller. ....................... 11
Bäume zu Bauwerken
Eine neue Architekten-Generation will
mit Hilfe lebender Organismen umweltfreundliche Häuser konstruieren. ..... 16
Zwischen allen Stühlen
Manuela Better soll die Hypo Real Estate
sanieren. Jetzt hat sie sich den Zorn der
Berliner Politik zugezogen. ................ 18
Prüfung für das Van-Gaal-Modell
Der Bayern-Trainer hat auf teure Zugänge verzichtet, ob das richtig war, wird die
Champions League zeigen. ................. 27
TV- und Radioprogramm .................. 32
Rätsel/Schach ..................................... 12
München · Bayern ............................... 31
Familienanzeigen ......................... 15-16
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31037
4 190655 802008
Der Schmerz
des Siegers
Wie kraftraubend und
hart das moderne Männer-Tennis sein kann,
lässt sich an niemandem
besser studieren als an
Rafael Nadal. Der Spanier gewann in der Nacht
zum Dienstag nach fast
vier Stunden das Finale
der US-Open gegen den
Serben Novak Djokovic,
der im Halbfinale Roger
Federer ausgeschaltet
hatte. Nadal ist erst der
siebte Spieler, der alle
vier Grand-Slam-Turniere in Melbourne, Wimbledon, Paris und New York
gewinnen konnte. Gegen
Djokovic zeigte er das
gewohnte Power-Tennis
mit harten Vorhandschlägen von der Grundlinie
aus. (Sport) Foto: AP
Krankenkassen legen Statistik der Jahre 2007 bis 2009 vor
Ärzte verdienen deutlich mehr
Mediziner-Honorare in einigen Bundesländern um gut 20 Prozent gestiegen / Trotzdem bundesweite Streiks
Von Guido Bohsem
B e r l i n – Die Honorare der etwa
149 000 Ärzte und Psychotherapeuten
in Deutschland sind zwischen 2007
und 2009 um elf Prozent gestiegen. Das
ergibt sich aus einer Auswertung des
Spitzenverbandes der gesetzlichen
Krankenversicherung, die der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegt. Aus Protest gegen Pläne der Bundesregierung,
den Honoraranstieg zu bremsen, wollen Hausärzte an diesem Mittwoch
bundesweit ihre Praxen schließen.
In dem Bericht der GKV an das Bundesgesundheitsministerium wurde erstmals das gesamte Jahr 2009 ausgewertet.
Die Aufstellung bestätigt die Einschätzung, dass die Honorare der Mediziner in
den vergangenen drei Jahren sehr viel
stärker gestiegen sind als die Löhne und
Gehälter in Deutschland. In Hamburg
lag das durchschnittliche Honorarplus
D
er Tag der Trauer in New York war
ein Tag der Freude für Geert
Wilders. Der Auftritt des holländischen
Islamkritikers bei den Protesten gegen
den Bau eines muslimischen Gemeindezentrums nahe Ground Zero ist Teil eines
Plans, an dem er seit längerem arbeitet:
eine „internationale Freiheits-Allianz“
gegen den Islam auf die Beine zu stellen.
Und so symbolisierte seine Präsenz in
den USA den geglückten Zusammenschluss von Anti-Islamisten dies- und jenseits des Atlantiks.
Es hat lange gedauert, bis der rabiate
Islamhass europäischer Prägung auch in
den USA Fuß gefasst hat. Die ständigen
Konflikte mit muslimischen Bürgern in
der Alten Welt, die hysterischen Warnungen, dass bald überall die Scharia regiere, all das rief im klassischen Einwandererland Amerika über Jahre hinweg nur
Schulterzucken hervor. Auf die Anschläge vom 11. September 2001 hatten die
Bürger vergleichsweise besonnen gegenüber muslimischen Amerikanern re-
der Mediziner sogar bei gut 24 Prozent.
In Niedersachsen stiegen die Einnahmen
der Mediziner um gut 20 Prozent. Die niedergelassenen Ärzte in Thüringen bekamen 23,6 Prozent mehr, die in Brandenburg 19 Prozent. Den geringsten Anstieg
gab es in Bayern mit 2,6 Prozent und in
Baden-Württemberg mit 3,5 Prozent.
Das entspricht aber immer noch in etwa
der Entwicklung der allgemeinen Löhne
und Gehälter. Während die Honorare in
Baden-Württemberg 2008 noch um fünf
Prozent stiegen, sanken sie 2009 um 1,5
Prozent.
Insgesamt gaben die Kassen im vergangenen Jahr gut drei Milliarden Euro
mehr für die Leistungen der niedergelassenen Ärzte aus als noch 2007. Das macht
im Schnitt etwa 20 000 Euro pro Arzt.
Die Summe der gezahlten Honorare stieg
auf rund 30,8 Milliarden Euro. Die zusätzlichen Einnahmen der Mediziner aus
den Hausarzt-Verträgen sind in den Zahlen nicht berücksichtigt.
Die Zuwächse im Jahr 2009 sind besonders bemerkenswert, weil die Bundesrepublik im gleichen Zeitraum die schwerste Wirtschaftskrise in ihrer Geschichte
bewältigen musste. Die Wirtschaftsleistung sank um fünf Prozent, viele Unternehmen mussten Kurzarbeit anmelden.
Im Rahmen der Gesundheitsreform
will die schwarz-gelbe Koalition den Anstieg der Arzt-Honorare nun etwas bremsen. Auch die Hausarzt-Verträge will sie
beschneiden. Dagegen will der Hausärzte-Verband an diesem Mittwoch deutschlandweit protestieren. Zahlreiche Praxen sollen geschlossen bleiben. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP)
kritisierte das Vorgehen der Mediziner.
„Den Protest auf dem Rücken von Patienten auszutragen, halte ich einfach für unfair gegenüber ihren Patienten“, sagte er
der Rheinischen Post. Es gehe nicht darum, den Hausärzten etwas wegzunehmen. Jedoch solle der Anstieg der Honorare zeitlich befristet begrenzt werden.
Internationale des Hasses
Islamgegner aus Europa und den USA agieren jetzt gemeinsam
agiert. Weder gab es in den USA Massenproteste gegen Muslime, noch gingen Moscheen in Flammen auf. Nur einige Blogger erklärten dem Dschihad den Krieg,
Leute wie Charles Johnson, der mit seinen Tiraden auf „Little Green Footballs“
Millionen Fans erreichte. Eine von ihnen
hieß Pamela Geller, die besonders viele
und besonders hasserfüllte Kommentare
schrieb und später ihren eigenen Blog
„Atlas Shrugs“ aufzog. Sie und der bärtige Intellektuelle Robert Spencer (er
bloggt auf „Jihad Watch“) leiten die Organisation „Stop Islamization of America“ (SIOA) und gelten nun als die Schlüsselfiguren der Anti-Islamisten in den
USA. Sie sind Dauergäste in rechtslastigen Fernseh- und Radioshows, haben
sich in dem Millionär David Horowitz einen Geldgeber geangelt und den Republi-
kaner Newt Gingrich sowie den neokonservativen früheren UN-Botschafter
John Bolton ins Boot geholt. Dabei radikalisieren sie sich. Sie stecken auch hinter den New Yorker Protesten vom Wochenende. Mit Wilders, dessen Radikalität sie bewundern, sind sie gut befreundet. Seine These, dass der Islam keine Religion sei, sondern eine Verschwörung
zur Eroberung der Welt, ist auch ihre.
Daneben betreiben Geller und Spencer den Schulterschluss mit Gesinnungsgenossen in Europa. Auf einem ihrer Treffen in Washington trat im Februar Elisabeth Sabaditsch-Wolff auf, die in Österreich wegen Volksverhetzung angeklagt
wurde. Auch Anders Gravers trug vor,
ein Metzger aus Dänemark, der 2005 die
Organisation Stop Islamisation of Europe (SIOE) gründete. Ihr Slogan: „Islamo-
Nach Berechnungen des GKV-Spitzenverbandes liegt das Durchschnittseinkommen eines niedergelassenen Arztes
derzeit bei rund 164 000 Euro, einschließlich der Einnahmen aus der Behandlung
von Privatpatienten. Die Höhe der Honorare unterscheiden sich je nach Fachrichtung. So verdienen Röntgenärzte deutlich mehr als Allgemeinmediziner und
Kinderärzte.
Die Honorare der Ärzteschaft waren
im Zuge einer Reform Anfang 2009 angehoben worden. Gegen diese Umstellung
gab es damals deutschlandweite Proteste, weil viele Mediziner Einbußen fürchteten. Laut GKV-Bericht erhielt jedoch
jede der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen 2009 mehr Geld als noch 2007. Von
den nun von FDP und Union geplanten
Änderungen an der Reform sehen sich
die südlichen Bundesländer benachteiligt. Hier steht die Koalition vor neuem
Streit, denn die CSU hat dagegen bereits
protestiert. (Seite 4)
phobie ist die höchste Form des gesunden Menschenverstands.“ Die amerikanische SIOA ist einer ihrer zahlreichen Ableger. Laut einem Bericht der niederländischen Zeitung NRC Handelsblad werden Geller und Spencer sogar von Gravers gesteuert. Er selbst habe die beiden
im vergangenen Jahr an die SIOA-Spitze
gesetzt, brüstet sich der spitzbärtige Däne in dem Blatt, weil die bisherige Leitung zu schlapp gewesen sei.
Auch nach Israel hat die neue Internationale der Islamfeinde enge Beziehungen. Sie globalisiert sich, so wie der Islamismus. Die deutschen Islam-Hasser
tummeln sich im Internet, auf „PI-news“
und ähnlichen Seiten. Es sind viele, den
Klickzahlen nach zu schließen. Der politischen Bühne halten sie sich noch fern,
nun hat ihnen der Berliner Ex-CDU-Abgeordnete René Stadtkewitz eine Partei
gegründet. „Die Freiheit“ hat er sie genannt, fast genauso wie die Partei von
Wilders. Der kommt am 2. Oktober nach
Berlin.
Thomas Kirchner
EU attackiert Paris wegen Roma-Abschiebungen
Justizkommissarin Reding vergleicht Vorgehen mit der Nazi-Zeit und bezichtigt französischen Minister der Lüge
Von Cerstin Gammelin
und Stefan Ulrich
Brüssel/Paris – Die Europäische Kommission hat die französische Regierung wegen der anhaltenden Ausweisungen von
Roma ungewöhnlich heftig attackiert
und rechtliche Schritte dagegen angekündigt. „Ich habe gedacht, dass Europa
so etwas nach dem Zweiten Weltkrieg
nicht wieder erleben muss“, sagte die
EU-Justizkommissarin Viviane Reding
am Dienstag in Brüssel unter Anspielung
auf die Behandlung ethnischer Minderheiten in der Nazizeit.
Zugleich bezichtigte sie zwei französische Kabinettsmitglieder der Lüge. Die
Erklärungen, die Europastaatssekretär
Pierre Lellouche und Einwanderungsminister Eric Besson in Brüssel abgegeben
hätten, stünden „in offenem Widerspruch“ zu den Verordnungen, die die
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französische Regierung zur Aussiedlung
der Roma erlassen habe. Reding reagierte damit auf ein Papier aus dem französischen Innenministerium, das den Präfekten die Auflösung illegaler Lager – „in
erster Linie der Roma“ – vorschreibt. Besson und Lellouche hatten bestritten, darüber informiert zu sein.
Reding sieht es als erwiesen an, dass
Frankreich die EU-Verträge verletzt. Sie
kündigte an, zwei beschleunigte Verfahren gegen das Land vorzubereiten. Die
EU-Kommission werde in den kommenden zwei Wochen entscheiden, ob die Verfahren eröffnet werden. Reding will der
Regierung in Paris vorwerfen, den
Grundsatz des freien Personenverkehrs
in der Union zu verletzen, da sie EU-Bürger aus einem EU-Mitgliedsland ausweise. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso gebe ihr dafür die volle Rückendeckung, sagte Reding.
Das französische Außenministerium
wies die Vorwürfe aus Brüssel sogleich in
scharfer Form zurück. Man sei „erstaunt“ über die Äußerungen von Reding, sagte ein Sprecher des Ministeriums in Paris. „Wir glauben nicht, dass
man mit derartigen Erklärungen das
Schicksal und die Lage der Roma verbessern kann.“ Dies sei nicht die Zeit, um
Polemik zu betreiben, sondern um den
Roma zu helfen. Am Montag hatte es sich
Europastaatssekretär Lellouche bereits
verbeten, von der Europäischen Kommission gemaßregelt zu werden. „Frankreich ist ein großes, souveränes Land.
Wir sind nicht in der Schule. Wir wenden
unsere Gesetze an“, sagte Lellouche. Der
Kommission warf er vor, sie habe selbst
nicht viel für die Roma getan. Er gab sich
vor Journalisten in Brüssel zuversichtlich, dass die Europäische Kommission
es nicht wagen werde, ein Verfahren ge-
gen Paris zu eröffnen. Sollte sie dies ankündigen, werde man intervenieren.
Besonders große Verärgerung dürfte
in Paris Redings Vergleich mit der Behandlung der Roma durch die Nazis auslösen. Regierungskritiker in Frankreich,
darunter ein Bischof, hatten bereits ähnliche Parallelen gezogen. Die Regierung
wies solche Nazi-Vergleiche als abwegig
und geschichtsvergessen zurück. Im Übrigen betont die Regierung Sarkozy, sie behandle die Roma völlig korrekt. Ihr gehe
es nicht um die Diskriminierung einer
Volksgruppe, sondern um den Kampf gegen einzelne Kriminelle. Illegale RomaLager würden erst nach einer Gerichtsentscheidung geräumt. Auch würde jeder Einzelfall geprüft, bevor Roma abgeschoben würden. Am Dienstag ließ die
Regierung wieder eine Gruppe von Roma
aus Frankreich in ihr Heimatland Rumänien ausfliegen. (Seite 4)
Anfänger: Was ist was? Was soll man tun,
was auf gar keinen Fall? Und was hilft,
wenn der Abend im Bierzelt vorbei ist?
Fortgeschrittene: Letzte Gedanken in
der Wilden Maus – eine kleine Geschichte der Wiesn-Fahrgeschäfte.
Experten: Nun singet und seid froh! Nirgendwo funktioniert das kollektive Musikgedächtnis besser als im Bierzelt.
Jugendliche sind
zuversichtlich
Trotz prekärer Jobaussichten
sehen viele die Zukunft positiv
Berlin – Die Jugendlichen in Deutschland blicken trotz Finanzkrise und zunehmenden Drucks im Berufsleben insgesamt optimistisch in die Zukunft. Das ist
das Ergebnis der 16. Shell-Jugendstudie,
die Familienministerin Kristina Schröder (CDU) am Dienstag zusammen mit
Wissenschaftlern in Berlin präsentierte.
Die Studie untersucht alle vier Jahre das
Befinden und die Lebensumstände der
Jugendlichen in Deutschland. 59 Prozent
der Befragten beurteilen ihre Zukunft
demnach positiv, im Jahr 2006 waren es
nur 50 Prozent. Fast drei Viertel der Befragten sind mit ihrer heutigen Situation
zufrieden. Schröder sprach in diesem Zusammenhang von einem „bemerkenswerten Optimismus“. Auch die Leistungsbereitschaft im Beruf hat bei der jungen Generation deutlich zugenommen. Allerdings geht die Schere zwischen den gesellschaftlichen Schichten auseinander.
Nur 33 Prozent der Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien blicken zuversichtlich in die Zukunft, nur 40 Prozent dieser Gruppe sind mit ihrem Leben
zufrieden. (Seite 4 und Wirtschaft) hec
Guttenberg möchte
Musterung abschaffen
Berlin – Im Zuge der geplanten Bundeswehr-Reform will Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg
(CSU) auch die Musterung abschaffen.
„Die Musterung ist ebenso schwer zu
rechtfertigen wie die Wehrpflicht als solche“, sagte Guttenberg in der Nacht zum
Dienstag in der ARD. Wehrpflichtige
würden jedoch auch weiterhin erfasst.
(Seite 6)
SZ
Weniger Hungernde
auf der Welt
Rom – Erstmals seit 15 Jahren sinkt die
Zahl der Hungerleidenden auf der Welt.
Das teilte die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in
Rom in einem Ausblick auf ihren diesjährigen Welthungerbericht mit. Demnach
sind im laufenden Jahr voraussichtlich
925 Millionen Menschen von Hunger und
Unterernährung betroffen. Im Jahre
2009 waren es – auch als Folge der Weltwirtschaftskrise – mehr als eine Milliarde Menschen. (Seite 8)
dpa
Kuba will eine Million
Staatsdiener entlassen
Havanna – Das kommunistisch regierte
Kuba bricht im Kampf gegen die Wirtschaftsmisere das Dogma sicherer
Arbeitsplätze im Sozialismus. Mehr als
jeder Fünfte der etwa fünf Millionen
Staatsbediensteten soll entlassen werden. Allein bis März würden 500 000 Beschäftigte staatlicher Betriebe und Verwaltungen auf die Straße gesetzt, kündigte der Gewerkschaftsbund an. Aufgefangen werden sollen sie von neuen privaten
Firmen. (Seite 7)
AFP
Dax i
Dow i
Euro i
Xetra 17 Uhr
6274 Punkte
N.Y. 17 Uhr
10 559 Punkte
17 Uhr
1,2980 US-$
+ 0,20 %
+ 0,14 %
+ 0,0110
Das Wetter
München – Von Rheinland-Pfalz bis in
den Osten regnerisch. Im Tagesverlauf
zieht der Regen südostwärts weiter. An
der Nordsee kräftige Schauer, örtlich
Gewitter. An der Küste und in den nördlichen Mittelgebirgen Sturmböen. 15 bis
22 Grad. (Seite 31)
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