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"Nur ein Auge, aber was für eitl Augen - Will Grohmann

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"Nur ein Auge, aber was für eitl Augen
-..
'Claude Monet im Züricher Kuns_thaus
Zürich, Ende Mai. - Cezanne wollte von
den Impressionisten nicht viel wissen, weil
ihm eine .museale" Kunst vorschwebte, ein
Poussin vor der Natur. Und Monet war der·
jenige, auf den das Etikett .Impressionist•
am besten paßte; nach einem Sonnenaufgang,
.Impression• genannt, erhielt die Gruppe der
Maler im Jahre 1874 ~.•.
ihren Namen. Trotzdem ließ ihn Cezanne
gelten, ihn und Renoir.
Monet sei zwar nur
ein Auge, aber was
für ein Auge I
Wir hatten uns ein
wenig daran gewöhnt,
in Monet einen begabten Landscharter
zu sehen, der sid:l alle
Erfindungen
seiner
Zeit zunutze machte,
der am konsequentesten der Lichtmalerei nachging und einen
und denselben Gegenstand immer wieder in
anderer Beleuchtung
malte. 1890 den .Heu·
sd:lober•
(sechzehnmal). Anfang der neunziger Jahre die .Kathedrale von Rouen •
Claude
(neunundvierzigmal) ,
die Themse, Venedig, schließlich (seit 1914)
die . Seerosen • des Teiches in seinem Garten
zu Giverny.
Die Ausstellung, die das Züricher .Kunsthaus• soeben zusammengebracht hat, die bedeutendste wohl, die es von Monet gegeben
hat, revidiert unser Urteil sehr wesentlich,
sie zeigt einen Maler, der von der BarbizonSdiUie ausgeht, zur Valeur-Malerei kommt,
auf allen Stufen ihrer Entwicklung Vollendetes
leistet und am Ende seines Weges zu grandiosen wandbildhaften Gestaltungen vorstößt,
die beinahe ungegenständlid:l und nur von
weitem als eine Umsd:lreibung der Tageszeiten zu erkennen sind. Einige von i hnen
sind sechs Meter lang; nur wenige kennen sie,
wie überhaupt erstaunlich viele ·werke in der
Züricher Ausstellung hängen, die seit Jahrzehnten in Privatsammlungen verborgen sind.
Einige der Bilder sahen wir in der Gedächtnisausstellung, die die Galerie Thannhauser kurz
nach Monets Tode (1926) in Berlin veran·
staltete.
ganz nahe bei den Improvisationen Kandinskys. Fürwahr ein weiter Weg, von Daubigny und Courbel bi6 an die Grenze der Ab·
straktion.
Das internationale Publikum, das sid:lln den
Sälen drängte, diskutierte angeregt und mit
viel Verständnis die Probleme dieser Art
Malerei und fühlte sidl beinahe als Entdecker.
Die Allgemeinheit ist heute offensichtlich dort
angelangt, wo Monet aufhörte. Die großen
Meister un6erer Zeit dürften danach nidlt mehr
lange auf ihre Anerkennung zu warten haben.
Will Grohman.n
D
1
e -}
.DIE REISE INS UNGEWISsE• (amerika-
Monet: . Fischer an der Seine"
Natürlich war auch für Zürich ~cht alles erreichbar, die großen Fruhwerke, die .Camille"
aus der Kunsthalle Bremen, das .Frühstück"
aus dem Frankfurter Staedel und das schöne
Pariser Stadtbild (St. Germain L'Auxerrols)
aus der Berliner Nationalgalerie fehlen. Dafür
sind aus amerikanischem, französischem und
Schweizer Privatbesitz Hauptwerke seiner
lid:ltdurchfluteten Malerei da, die ihn in den
siebziger Jahren als ebenbürtigen Kollegen
Renoirs und Manets erscheinen lassen. Der
.14. Juli 1878" wirkt schon wie eine Vorausnahme von Matisse, die .Kathedralen• übertreffen eher die geschätaten Gegenstücke
Utrillos von 1910 als daß sie sie vorbereiteten,
und die • Waterloo Bridge• (1902) steht schon
nisch) Filmtheater Berlin
Henry Koster hat sich den Erfolg seiner
.Harvey"-Regie zu Herzen genommen und
James Stewart, dem er in HoUywood die
Entwicklung vom jugendlichen Allerwelts·
helden zu einem bezaubernden TrottelKomiker gegeben, wieder io den Mittelpunkt
gestellt: wie der als ein Flugwissensdlaftler
immer die Katastrophe voranssagt und genau
recht hat, obgleich er den milden Eindruck
einer süßen B'e klopptheit zur Schau trägt.
Eine komische Meisterleistung ' mit vielen
leisen _Effekten. Dun gegenüber spielt Marlene Dietrich, wie wir sie se1t wir Sekundaner
waren, lieben: mit den versdllingenden, naiv
aufgerissenen Augen und dem ganzen Gehabe
der großen Frau von Welt, lauter Rätsel i:m
Hintergrund. Nur redet sie hier wieder mit
fremden Zungen. Sie ist synchronisiert. Der leichte, sch-aumige Film machte großen
Spaß. Es wur-de sogar geklatscht.
-it
.AKTE RAUSCHGIFT CURARE" (französisdl)
Capitol
Ein rüder Verbremerfall wh'd hier in bewährter Mit-den-Augen- der- Polizei- Manier
aufgerollt. Rauschgift und Lustmord eng gekoppelt; ein Unhold mit abscheulicher Taktik,
ein cleverer Kommissar, einige hübsd:leDamen
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