close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

BewirTen & einlaDen was DarF in Die sTeuererklärung?

EinbettenHerunterladen
steuer.berater
Bewirten & Einladen
Was darf in die Steuererklärung?
Es gibt immer wieder Situationen, in denen es einfach angebracht ist, seine Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter zu
bewirten und einzuladen. Auch wenn man das noch so gerne tut, so ist es doch wohl so, dass die ursächliche Veranlassung in
der Regel betrieblicher Natur ist.// Text: STB Dr. Verena Maria Erian, STB Raimund Eller und STB Mag. Eva Messenlechner, Foto: Foto Hofer
M
an möchte sich für die
bisherige Zusammenarbeit bedanken, ein Zeichen der Wertschätzung setzen und damit
ein Klima der Sympathie und des Vertrauens für eine künftig gute und gedeihliche Geschäftsbasis schaffen. Folgedessen müssten
doch wohl auch die damit verbundenen Kosten als Betriebsausgaben von der Steuer absetzbar sein. Wie so oft bei der Steuer ist das
leider nicht ganz so einfach. Lesen Sie hier,
wann was in welchem Umfang auch der Finanz schmeckt:
„GourmetMenüs“ –
100 % abzugsfähig
Wenn auch selten, aber doch: Es gibt Sachverhalte, die eine 100%ige steuerliche Abzugsfähigkeit von Speis und Trank zulassen. Mit
solchen „Steuer-Gourmet-Highlights“ ist es
allerdings ganz genau so wie mit den hauben-
36
eco.nova
gekrönten Leckerbissen aus Küche und Keller: Sie sind nicht alle Tage zu haben, sondern
stellen eher die Ausnahme dar. Die Grundregel sieht vor, dass Aufwendungen oder Ausgaben anlässlich der Bewirtung von Geschäftsfreunden steuerlich eigentlich überhaupt nicht
absetzbar sind.
Nur dann, wenn nach der Meinung der Finanz der Aufwand nicht dazu geeignet ist, das
gesellschaftliche Ansehen des Gastgebers zu
fördern, ist ein Steuerabzug zulässig. Andernfalls wird das Ganze wegen Vorliegen einer sogenannten Repräsentationskomponente zum
steuerlich nicht relevanten Privatvergnügen,
welches im besten Fall zu 50 % steuerwirksam
wird (siehe Rubrik „Hausmannskost“).
Nach dieser merkwürdigen Philosophie
ist ein 100%iger Steuerabzug gemäß den aktuellen Steuerrichtlinien nur in Ausnahmefällen möglich, wie folgt:
• Speis und Trank bei Betriebsfeiern mit
den Mitarbeitern. Damit sind die traditionellen Weihnachtsfeiern mit der gesamten Belegschaft zum Beispiel als so
genannter freiwilliger Personalaufwand
zur Gänze steuerlich absetzbar. Insgesamt
können so pro Mitarbeiter und Jahr 365,–
Euro in die Steuererklärungen kommen.
• Verpflegung, die anlässlich von Fortbildungsveranstaltungen verabreicht wird,
wenn diese bereits im Seminarpreis enthalten ist.
• Bewirtung als eine Form des Entgeltes
für eine erhaltene Leistung. Dazu kommt
es z.B. bei sogenannten Incentive-Reisen,
die mitunter Handelsvertretern als Belohnung für ein bestimmtes Ergebnis angeboten werden. Hier liegt keine Repräsentationskomponente, sondern vielmehr ein
Entgeltcharakter vor. Der Empfänger der
Zuwendung hat diese daher steuerlich
im Gegenzug als Einnahme zu erfassen.
steuer.berater
Ebenso kommt z.B. auch ein Journalist,
der einen Informanten als Gegenleistung
für den Erhalt von Informationen zum
Essen einlädt, zum Steuerabzug.
• Bewirtung anlässlich von Schulungen
und Fortbildungsveranstaltungen für Geschäftspartner, mit denen laufende Geschäftsbeziehungen bestehen.
• Kostproben in Form von Lokalrunden eines Brauereivertreters.
• Bewirtung im Zusammenhang mit einer Betriebsbesichtigung, wenn fast ausschließlich betriebliche Gründe oder
Werbung für den Betrieb ausschlaggebend sind. Das ist z.B. dann gegeben,
wenn aus der Besuchergruppe künftige
Arbeitnehmer geworben werden sollen.
• Bewirtung bei betrieblich veranlassten
Marketing- Events, die im Rahmen eines professionellen Marketingkonzeptes
eingesetzt werden. Fehlt ein solches Konzept, so können lediglich 50 % der Bewirtungskosten in Ansatz gebracht werden.
• Einladungen auf ein einfaches Essen bei
Verkaufsveranstaltungen aus Anlass der
Produktpräsentation.
• Produkt- und Warenverkostungen sowie
Kostproben, um für die im Unternehmen
erzeugten und/oder vertriebenen Produkte zu werben. Dabei können auch Getränke und Speisen gereicht werden, die
als unmittelbare Ergänzung zur Produktwerbung angesehen werden können (z.B.
Wein und Nüsse bei der Präsentation von
Käsesorten).
All diese Dinge dürfen zu 100 % von der
Steuer abgesetzt werden. Daneben gibt es
noch Gelegenheiten, bei denen Bewirtungskosten zumindest zur Hälfte steuerlich wirksam werden. Das gilt für Aufwendungen, bei
denen die Finanz nur eine untergeordnete
Repräsentationskomponente erblickt. Hinsichtlich der Umsatzsteuer hat ein VwGHUrteil vor einigen Jahren allerdings dazu
geführt, dass diese auch für derartige Repräsentationsaufwendungen zur Gänze zusteht
und somit nur hinsichtlich der Einkommensteuer eine 50-%-Kürzung vorzunehmen ist.
„Hausmannskost“–
50 % abzugsfähig
Zu dieser steuerlichen „Hausmannskost“ gehören folgende Sachverhalte:
• Arbeitsessen im Vorfeld eines konkret
angestrebten Geschäftsabschlusses.
• Bewirtung in den Betriebsräumlichkeiten
bei Betriebseröffnung und auch bei Geschäftsbesprechungen.
• Bewirtung von Geschäftsfreunden in der
Kantine des Betriebes oder durch einen
Gastwirt in seinem Gasthaus.
• Bewirtung anlässlich von Projektvorstellungen, Bilanzpressekonferenzen, Klienteninformationen oder sonstigen betrieblich
veranlassten Informationsveranstaltungen.
• Bewirtung in Zusammenhang mit einem
betrieblich veranlassten Event. Liegt zudem ein „Event-Marketing-Konzept“
vor mit der Zielsetzung, die angesprochenen Marktteilnehmerinteressen auf
das Unternehmen zu lenken, so können
die gesamten Kosten steuerlich geltend
gemacht werden (siehe oben – „Gourmentmenüs“).
Koproduktion der EMF TEAM TIROL STEUERBERATER GMBH und den ÄRZTESPEZIALISTEN
vom TEAM JÜNGER: STB Dr. Verena Maria Erian, STB Mag. Eva Messenlechner, STB Raimund
Eller, v. l.
„Diätkost“–
gar nicht abzugsfähig
Dient die Bewirtung hauptsächlich der Repräsentation, so wird der Steuerabzug zur
Gänze versagt. Dazu kommt es in folgenden
Fällen:
• Bewirtung im Haushalt des Steuerpflichtigen.
• Einladungen auf Bälle, in Casinos, zu
Theater- und Konzertvorstellungen sowie in Vergnügungsetablissements.
• Arbeitsessen nach Geschäftsabschluss.
• Bewirtung aus persönlichem Anlass (z.B.
Geburtstag).
• Bewirtung anlässlich einer Betriebseröffnung außerhalb des Betriebes. Überblick über die häufigsten Fälle der geschäftlichen Bewirtung
zu 100 %
abzugsfähig
„GourmetMenü“
•
Restauranteinladungen als freiwilliger Sozialaufwand für Ihre
Mitarbeiter
•
Verpflegung bei Seminaren/Fortbildungen, wenn der Seminarpreis
die Verpflegung Einhaltet
•
Verpflegung bei eigenen
Seminaren für Ihre Kunden/
Geschäftspartner
zu 50 %
abzugsfähig
„Hausmannskost“
• Die Bewirtung bei werbewirksamer
Betriebseröffnung Ihres Unternehmens in den betrieblichen Rämlichkeiten
• Bewirtung in Ihrem Betrieb bei
geschäftlichen Besprechungen
• Bewirtung bei betrieblich veranlassten Informationsveranstaltungen
• Das Arbeitsessen zur Geschäftsanbahnung
Gar nicht
abzugsfähig
„Diätkost“
• Bewirtung in Ihrem Haushalt
• Bewirtung nach bereits erfolgtem
Geschäftsabschluss
• Betriebseröffnung außerhalb Ihrer
betrieblichen Räumlichkeiten, z. B.
in einem Gasthaus
• Bewirtung aus persönlichem
Anlass, z. B. an Ihrem Geburtstag
Tipp:
Dokumentieren Sie gründlich die genauen Sachverhalte Ihrer betrieblichen Bewirtungskosten. Restaurantrechnungen sollten auf der Rückseite
stets mit einem Vermerk versehen sein, mit wem und aus welchem Anlass Sie essen waren.
eco.nova
37
Document
Kategorie
Internet
Seitenansichten
3
Dateigröße
171 KB
Tags
1/--Seiten
melden