close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Gesundheits- und Krankenpfleger/in bzw. Krankenschwester/

EinbettenHerunterladen
02.
02.
Zwischen Intellekt und Empathie
Georg Nigl ist Jakob Lenz
Foto: Martin Sigmund
m
u
r
a
W
„
h
c
i
e
g
n
i
s
“
?
t
p
u
a
überh
8
Er gilt als genialer Darsteller von Menschen
am Rande des Wahnsinns, selbst nennt
er aber so unterschiedliche Charaktere
wie Orfeo, Papageno und Wozzeck als
seine Lieblingspartien. In Stuttgart ist der
österreichische Bariton Georg Nigl ab
Oktober als Jakob Lenz in Andrea Breths
Neuinszenierung von Wolfgang Rihms
gleichnamiger Oper zu sehen.
Momenten ist das emotionale Erleben im Musiktheater
einfach viel unmittelbarer.«
voraus. Diese übe zwar tatsächlich einen gewissen Reiz
aus, gesteht Nigl, »aber ich fände es gefährlich, wenn es
nur das wäre. Ich kann eine gewisse Entrücktheit spielen,
ich kann eine gewisse Verrücktheit darstellen, aber mich
Wenn das Sprechen nicht mehr reicht
tatsächlich ganz in einen solchen Charakter hineinzubeErlebt man als Sänger diese aufwühlende Wirkung von
geben, das würde ich nicht wollen.«
Musik auch selbst, während man auf der Bühne steht?
?]fi_ Fa_÷ q‘_]ik2 ¿E]ae] g]ij‘e÷a[`] :]Óe\÷a[`c]ak ajk
Spielt sein bereits erworbenes Wissen für seine neuerliwährend einer Aufführung zuche Interpretation dieser Figur eine
nächst einmal vollkommen unRolle? »Es ist ein wenig wie mit eiinteressant – mein Auftrag lautet
ner alten Liebe: Manche Sachen
ganz einfach, dem Stück so gut
kennt man einfach – und gleichzeiwie möglich gerecht zu werden.
tig begegne ich dieser Partie auch
Das kann bisweilen mit der eiwieder ganz neu. Ich habe in den
genen Schwingung übereinstimvergangenen eineinhalb Jahren
men und dann entsteht tatsächversucht, möglichst viele Werke
lich auch für einen selbst ein
des Dichters Jakob Lenz zu lesen.
»Servas, i bin da Georg!«, sagt der Mann im schlammfarZ]jfe\]i]iEfd]ek&:]jj]iÓe\]
So habe ich mich wieder an diese
benen Leinensakko, der energischen Schrittes aus dem
ich aber das Bild, das mir meine
Person herangetastet.«
Probenraum tritt, wo gerade noch Teile von Jakob Lenz
Gesangslehrerin mitgegeben hat:
erklangen, und mir die Hand schüttelt. Und obwohl ich
Was ihn persönlich an Jakob
Dass wir Sänger nämlich so etwas
Georg Nigl schon länger kenne und mich sein weiches,
Lenz am meisten interessiere, sei,
sind wie Filmprojektoren – das
melodisches Wiener Idiom nicht unerwartet trifft, klingt
dass dieser ein hervorragender
Medium also, mittels dessen in
seine Sprache dennoch in meinen Ohren im Kontrast zu
Autor der Epoche des »Sturmder Seele der Zuhörer etwas ausall dem Hochdeutsch, das mich als Österreicherin hier im
und Drang« war: »Wir reden imgelöst wird. Ginge es mir auf der
Stuttgarter Opernhaus tagein tagaus umfängt, mit einem
mer von Goethe, Schiller, Lessing
Bühne nur um mich, könnte ich
Mal fast heimelig vertraut.
oder Kleist; der Dichter Jakob
die Menschen im Saal nie erreiDer Bariton Georg Nigl, ab 25. Oktober als Jakob Lenz
Lenz kommt da nicht vor. Dabei
chen.«
in Andrea Breths Neuinszenierung von Wolfgang Rihms
hat er wirklich Bahnbrechendes
Und weil Georg Nigl – stetig
Oper zu sehen, wird aufgrund seiner Gestaltung von neugeschrieben: Der Hofmeister, Die
in seinem Innersten sich selbst
en Opernpartien in Uraufführungen von Komponisten
Soldaten sind alles Werke, die bis
nachspürend, nie ganz zufrieden
wie u.a. Wolfgang Rihm, Friedrich Cerha, Georg Friedrich
heute nachwirken. Da ist insbemit einer Antwort –, sich immerHaas, Olga Neuwirth und Peter Eötvös als äußerst prosondere auch Bernd Alois ZimOben Georg Nigl als Cortez in Wolfgang Rihms
Die Eroberung von Mexico bei der Premiere
zu auch selbst neue Fragen stellt,
Ó÷a]ik]i Aek]igi]k F]l]i Eljac _]`Ye\]÷k Å ]ae] >]jk÷]mermanns Oper Die Soldaten, die
im Oktober 2013 am Teatro Real Madrid
kehren wir noch einmal zum Angung, die ihm nicht wirklich behagt: »Ich weiß, ich gelinzwischen so langsam im Mu(Foto: Javier del Real Fernández)
fang unseres Gesprächs zurück:
te als Spezialist. Aber von Spezialistentum halte ich gar
siktheater ankommt. Hätte aber
»Warum also singe ich?«, fragt er
nichts«, brummelt er.
Georg Bücher nicht seine Novelle
erneut und mit mehr Nachdruck.
Lieber spricht er über seine Lieblingsrollen: Orfeo,
Lenz über ihn geschrieben, wäre
»Ich singe, weil es diesen Moment
Papageno und Wozzeck. Drei Partien, die von MonteverJakob Lenz aus unserer Wahrdes Übergangs vom Sprechen
di über Mozart bis zu hin zu Alban Berg fast die ganze
nehmung verschwunden. Sowohl
ins Singen gibt: Diesen Moment,
Operngeschichte umspannen: »Ja, es sind drei sehr unBüchner als auch Rihm gelingt es,
in dem die Seele so gleißend irisiert, dass das Sprechen
terschiedliche Rollen, aber sie haben eine wichtige Gedie Entrückung und Verrückung von Lenz’ Persönlichkeit
nicht mehr reicht. Solche berührenden Übergangsmomeinsamkeit: Alle drei sind große Menschenschicksale,
spannend darzustellen. Wenn man sich aber Lenz’ Texd]ek] Óe\]e ja[` mfi Y÷÷]d ae \]e J]qakYkam]e \]i ZYund man muss ein Menschendarsteller sein wollen, um
te ansieht, hat man nie das Gefühl, dass man es hier mit
rocken Musik und dann wieder in der Neuen Musik, besie zu verkörpern. Und genau das hat mich als Sänger imeinem ›Wahnsinnigen‹ zu tun hat. Aber was wissen wir
ginnend mit Arnold Schönberg und Alban Berg bis eben
mer interessiert.«
schon über Schizophrenie?«
hin zu Jakob Lenz, wo vom lyrischen Gesang bis hin zum
Aber auch der gesprochene Text, ein essentieller Teil
Schreien und Flüstern alle Ausdrucksformen der menschder Interpretation dieser Partien, sei ihm sehr wichtig,
„Beinahe eine Familienzusammenführung“
lichen Stimme ausgeschöpft werden.«
betont Nigl: »Immer wieder habe ich mich selbst gefragt:
Die Arbeit mit Regisseurin Andrea Breth und ihrem Team
›Warum singe ich überhaupt?‹ Ich war ja Wiener Sängerin Stuttgart sei beinahe eine Art »Familienzusammenknabe, und als Ende der 80er Jahre am Wiener Burgtheführung«, sagt Nigl lächelnd: »Ich kenne Andrea Breth,
Wo beginnt die Geisteskrankheit?
ater ein Knabensopran gesucht wurde, erhielt ich dort eiBühnenbildner Martin Zehetgruber und Dirigent Franck
Jakob Lenz in Stuttgart ist nicht Nigls erster Kontakt mit
nen Elevenvertrag. Es war die Zeit der großen Stücke von
Ollu schon sehr lange. Man weiß, wie man arbeitet, hat
dieser Rolle: 2008 hat er den ruhelosen Dichter schon
Autoren wie Thomas Bernhard und Peter Turrini, und ich
also schon eine Art ›Urvertrauen‹ zueinander gefunden
einmal verkörpert, damals im Rahmen der Wiener Feststand damals vor der Frage: ›Soll ich wirklich Sänger werund muss sich daher zu Beginn einer Produktion nicht
wochen in der Regie von Frank Castorf. Was fasziniert
den – oder doch lieber Schauspieler?‹«
erst gegenseitig ›abtasten‹. Das ist einfach toll!« Wird es
ihn an dieser Gestalt, gejagt von inneren Stimmen, an
dadurch möglich, tiefer in ein Stück einzudringen? Nigl
seiner Umgebung verzweifelnd und von einem Selbstzögert: »Natürlich hoffen wir das – dennoch ist in einer
mordversuch zum nächsten taumelnd? Woher rührt sein
Wucht und Schönheit der Musik
neuen Produktion auch das Scheitern immer implizit.«
künstlerisches Interesse an der Verkörperung solcher
Was gab den Ausschlag für seine Sängerkarriere? Die
Es ist die Leidenschaft, in eine Rolle vollkommen ein»Wahnsinnsgestalten«? »Es ist ganz einfach so, dass
Freiheit, sagt Nigl. Denn in der Freiheit zeige sich der grozutauchen, sie von allen Seiten zu beleuchten, ihre
d]ae]dgYk`aj[`]j=dgÓe\]e^–ijf÷[`]E]ej[`]ej]`i
ße Unterschied zwischen Sprech- und Musiktheater: »Im
Hintergründe, aber auch ihre Abgründe gewissenhaft
groß ist«, antwortet Georg Nigl, in seinen Augen ein verSprechtheater herrscht zu Beginn totale Freiheit: Es gibt
auszuloten, die Georg Nigls außergewöhnliche Sängerpersonnener Ausdruck grübelnder
nur den Text – das ganze Gesönlichkeit ausmacht. Die tiefe, alles durchdringende Be»und gerade im
bäude eines Stücks müssen ReWenn man sich Lenz’ Texte Begeisterung,
schäftigung mit einer Rolle ist für ihn unabdingbarer Teil
Musiktheater gibt es ein paar
gisseur und Schauspieler selbst
ansieht, hat man nie das
j]ae]i 9iZ]ak$ \a] GZ]iù[`] ajk j]ae] KY[`] ea[`k2 ¿A[`
Werke, in denen man durch die
entwickeln. Im Musiktheater
habe bei der Arbeit mit und an solchen Werken schon so
Darstellung psychisch auffälhingegen herrscht zu Beginn
Gefühl, dass man es hier mit
viel gelernt, auch über mich, und staune selbst immer wieliger Menschen sozusagen ein
absolute Strenge, denn in einer
einem‚ Wahnsinnigen‘ zu
der, was durch Kunst alles möglich ist.«
Babette Karner
bisschen in diese Welt ›hineinPartitur ist all das bereits vortun hat. Aber was wissen wir tasten‹ kann. Man kann sich
gegeben. Wir Sänger müssen
fragen: ›Wo beginnt eigentlich
unsere Freiheit also immer erst
Jakob Lenz
schon über Schizophrenie?“
die Geisteskrankheit?‹ oder:
im Lauf unserer Arbeit an einem
von Wolfgang Rihm
›Warum
mordet
Wozzeck?‹
Kk–[cÓe\]e3d–jj]ejfkle$Y÷j
Musikalische Leitung: Franck Ollu, Regie: Andrea Breth
Denn dieser mordet ja nicht
sei das, was wir gerade singen,
Premiere: 25. Oktober 2014 // 20:00 Uhr // Opernhaus
einfach, weil er morden will. Nagenau der Einfall, der uns geraWeitere Vorstellungen: 30.10. // 02.11. // 05.11. //
türlich ist Wozzeck ein Täter, aber gleichzeitig ist er auch
de kommt. Dieser Rhythmus, den der Komponist eines
08.11. // 13.11. // 17.11. // 21.11. // 15.12.2014
Opfer. Ähnliches gilt für Jakob Lenz – eine Figur, die ununWerks vorgibt, war mir am Ende lieber, als der Rhythmus,
terbrochen an einem Grat von Wahnsinn und Normalität
den man im Sprechtheater erst erarbeiten muss.«
entlang schrammt, und bei der man sich dauernd fragt:
Außerdem: »Die Musik ist einfach eine unglaubliche,
Wann ist der Punkt erreicht, an dem man tatsächlich sazusätzliche Ebene. Wenn etwa ein Raum von Musik ergen kann: ›Dieser Mensch ist krank!‹ ?«
füllt ist und es folgt eine Pause, dann ist diese plötzDie Darstellung solcher Charaktere auf der Bühne setzt
liche Nicht-Musik, diese jähe Erfahrung von Stille von
auch immer eine gewisse Form der »Selbstentäußerung«
einer einzigartigen Wucht und Schönheit: In solchen
Das Journal September /Oktober /November 2014
9
03.
03.
Leonce und Lena
Amüsanter Start in die Spielzeit 2014 /15
Getanzte
Karikatur
Das Stuttgarter Ballett beginnt die Spielzeit
2014 / 15 mit Christian Spucks spektakulärer Ballettfassung von Georg Büchners Leonce und Lena.
Diese Komödie bietet für jeden Geschmack etwas,
sei es für Ballettfreunde, Leseratten oder historisch
und politisch Interessierte. Vor allem ist sie aber
eines: ein Vergnügen für die ganze Familie!
Sich verzweifelt Liebende, verwunschene Prinzessinnen, Liebestod –
immer wieder begegnen uns in der Welt des Tanzes dramatische
Geschichten und märchenhafte Stoffe. Doch Ballett muss nicht
unbedingt tragisch sein, das beweist das Stuttgarter Ballett immer
wieder. Unter den zahlreichen Handlungsballetten, die das Reperkfai]\]i;fdgY_ea]gi_]e$Z]Óe\]eja[`_÷]a[`\i]aCfd‘\a]e2Bf`e
Crankos Der Widerspenstigen Zähmung und Frederick Ashtons EZ×ee^
mal gardée bringen das Publikum schon seit Jahrzehnten zum Lachen.
2010 sorgte dann erstmals Christian Spucks Version von Georg Büchners Lustspiel Leonce und Lena für gute Laune im Stuttgarter Opernhaus. Nun kehrt sein fulminantes Ballett zur Eröffnung der Spielzeit
2014/15 zurück.
Eine turbulente Geschichte als Gesamtkunstwerk
\a]L]ok]\]iDa]\]i`lÓ_\Yj?]j[`]`]e$n`i]e\OY÷q]ic÷e_]\a]
Darstellung von Langeweile und Müßiggang kontrastieren.
Politische Satire auf der Ballettbühne
All dies ist unterhaltsam und beeindruckend anzuschauen – ein großer
Spaß für die ganze Familie, einfach für alle, die sich im Ballett so richtig
amüsieren möchten. Doch Leonce und Lena ist mehr als das, denn auch
historisch und politisch Interessierte kommen hier auf ihre Kosten.
Mit seinem Ballett setzt Spuck den kritisch satirischen Anspruch von
Georg Büchners Lustspiel um, das der Autor 1836 als ein ironisches
:a÷\ \]i ÷Ye_jYd qli >Yi[] n]i\]e\]e `‘Ój[`]e ?]j]÷÷j[`Y^k \]i
deutschen Kleinstaaterei konzipiert hatte. Leonce und Lena mit ihrer
dekadent gelangweilten Haltung sowie die zu einem Marionettentheater verkommenen Hofschranzen der Miniaturkönigreiche Popo
und Pipi sind Karikaturen der Adelsgesellschaft des ausklingenden
Absolutismus. Georg Büchner, der als einer der wichtigsten Dichter
des Vormärz gilt, obwohl er mit nur 23 Jahren verstarb, nutzte die
Literatur, um gegen die Unbeweglichkeit der Gesellschaft seiner Zeit
zu protestieren, um sich für Demokratie und Freiheit einzusetzen. Und
auch heute sind seine Gedanken noch aktuell, so Christian Spuck:
»Leonce ist ein Jugendlicher, der nicht bereit ist, irgendeine Verantwortung zu übernehmen und der sich lieber seinem Müßiggang widmet.
Und auch dieses Weglaufen vor Entscheidungen, diese Unfähigkeit,
dak N]iYeknfikle_ ldql_]`]e Å \Yj Óe\]e nai `]lk] –Z]iY÷÷& E]ae
Lieblingsbeispiel ist Paris Hilton, die Millionen besitzt, die wirklich helfen
c‘eek]&9Z]ija]ajkja[`j]÷Zjk_]el_Y÷jClejkÓ_li$Y÷jHYikp_ai÷&¾
Groß und Klein können sich auf dieses extrem kurzweilige Stück freuen, das in einer Folge von amüsanten Szenen die turbulente Geschichte
Tanz, Tanz und nochmals Tanz
der einander versprochenen Königssprösslinge Leonce und Lena erÜber Büchners Weltbild hinaus verarbeitet Spuck in seinem Leonce
zählt, die der für sie arrangierten Ehe entgehen möchten. Gemeinsam
und Lena noch weitere typische Elemente des 19. Jahrhunderts,
mit seinem Team hat Christian Spuck Büchners literarische Vorlage in
schlägt einen Bogen von politischer Satire über den Automatenkult
ein wahres Gesamtkunstwerk verwander Zeit bis hin zur märchenhaften
delt, das nicht nur für die Lachmuskeln,
Atmosphäre der Romantik. Und nicht
sondern auch für Augen und Ohren viel
zuletzt greift er Büchners Stilmittel
Reizvolles bietet. Jede der skurrilen Fides Zitats auf. Wo Büchner sich immer
guren gestaltet der ehemalige Hauschowieder auf andere literarische Werke
reograph des Stuttgarter Balletts und
bezieht, zitiert Spuck aus anderen Baljetzige Direktor des Ballett Zürich lieletten. Somit ergänzt Leonce und Lena
Z]mf÷÷Ylj$^–iY÷÷];`YiYck]i]Óe\]k]i
nicht nur die Stuttgarter Tradition von
eine eigene Bewegungssprache, vom
Handlungsballetten nach literarischen
furchtbar gelangweilten Leonce und der
Vorlagen, sondern stellt einen direkten
bockigen Lena über den weltfremden
Bezug zu diesen Werken her. Ebenso wie
König Peter bis hin zu den überambitioin John Crankos Romeo und Julia und
nierten Ministern. Dabei gibt Spuck neDer Widerspenstigen Zähmung spielen
ben den komischen auch den melanchoam Hochzeitstag Lilien eine Rolle, die
lischen Zügen Raum. Mit schrägen und
Gäste halten sie in den Händen und rahdetailreichen Kostümen und einer guten
men Leonce und Lena damit ein. Auch
Oben Marijn Rademaker (Leonce) in Christian Spucks
Leonce
und
Lena
Prise Ironie unterstreicht Emma Ryotts
Verweise auf Crankos Onegin und Jeu de
Links Angelina Zuccarini (Rosetta) und Ensemble in Christian
Ausstattung das Figurenpanoptikum
Cartes÷Yjj]eja[`Óe\]e&Kfajk\a]j]j
Spucks Leonce und Lena (Fotos: Stuttgarter Ballett)
und schafft auf der Bühne eine kurios
Stück, das nach seiner Uraufführung am
verzerrte Welt. Die abwechslungsreiche
Aalto Ballett Theater Essen Eingang in
Musikauswahl, die unter anderem Strauß-Walzer, Pop und Folk-Songs,
das Repertoire des Stuttgarter Balletts gefunden hat, im Stuttgarter
Ballettmusik von Léo Delibes und sphärische Klänge von Tonkünstler
Opernhaus, wo Crankos Meisterwerke entstanden, genau am richtigen
Martin Donner miteinander verbindet, sorgt neben Kurzweil auch für
Ort. Und dort bietet es dem Publikum vor allem eines: »Tanz, Tanz und
eine weitere Möglichkeit, die Handlung zu illustrieren – so kommentieren
nochmals Tanz« (Horst Koegler).
Kristina Scharmacher
Handlung
Der unendlich gelangweilte Leonce, Kronprinz des Königreiches
Popo, möchte nicht die ihm seit seiner Kindheit zugedachte
Gh`dp\ii`dC\dXXki[\cEXZ_YXhh\`Z_G`f`\_\ó`Z_\dkd[õ`\_j
mit seinem Diener Valerio vor der Zwangsheirat. Wem begegnet
er ausgerechnet auf dieser Reise? Natürlich der ebenfalls
õ”Z_j`^\dC\dX#[`\i`Z_^\dXkieleh[\h<d^\\`d\hi`ddóei\d
Ehe fürchtet wie Leonce und gemeinsam mit ihrer Gouvernante
ausgebüchst ist. Die einander bis zu diesem Zeitpunkt Unbekannten treffen in einem Gasthof erstmals aufeinander, verlieben
sich und kehren als Automaten verkleidet in die Heimat zurück.
Dort werden sie kurzerhand miteinander verheiratet. Ihrem
JZ_`ZbiXóbeddj\di`\d`Z_j\djõ`\_\d%
10
Das Journal September/Oktober/November 2014
Leonce und Lena
Ballett von Christian Spuck
nach dem Lustspiel von Georg Büchner
Choreographie: Christian Spuck, Musik: Johann Strauß,
Bernd Alois Zimmermann, Martin Donner, Alfred Schnittke u.a.,
Ausstattung: Emma Ryott, Dramaturgie: Esther DreesenSchaback, Licht: Reinhard Traub; Uraufführung: 27. April 2008,
Aalto Ballett Theater, Essen; Erstaufführung beim Stuttgarter
Ballett: 18. November 2010; Musikalische Leitung: James Tuggle,
Wolfgang Heinz
Wiederaufnahme: 30. September 2014 // 19:00 Uhr // Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 04.10. // 08.10. (Schulvorstellung) // 11.10. //
12.10. // 17.10. // 07.11. // 14.11. // 16.11. (nm/abd) // 18.11. // 29.11.2014
11
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
1
Dateigröße
1 241 KB
Tags
1/--Seiten
melden