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Als hätten sie nie was anderes getan - jugendmusical.ch

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BZSO V1
Seite 20
BZ-Rot
20
Schwarz
www.espace.ch / ZEITUNG IM ESPACE MITTELLAND / DIENSTAG, 12. AUGUST 2003
STADT SOLOTHURN
PREMIERE JUGENDMUSICAL TAMAR
Als hätten sie nie was anderes getan
Das Jugendmusical Tamar feierte Premiere –
und der Saal des reformierten Kirchgemeindehauses war trotz brütender Hitze voll. Die Anwesenden brauchten ihr
Kommen zu keiner Zeit
zu bereuen.
◆
Jacqueline Stuber
Die 90 Jugendlichen und ihre
Leiter haben in ihrer Lagerwoche Erstaunliches geleistet und
ein Musical einstudiert, welches
nach der erfolgreichen Premiere
auf Tournee in die Region geht.
Die Beteiligten dürfen stolz auf
das Resultat sein. Die Geschichte vom barmherzigen Samariter
hat Autorin Ruth Wüthrich mittels Parabel in die heutige Zeit
umgesetzt: In diversen Gruppen
spielen die Teilnehmer Szenen
eines Postenlaufs. Die gestellten
Aufgaben versuchen sie mehr
oder weniger geschickt zu lösen.
Unermüdlich kommt Tamar (Sarah Greusing) als junge Ausländerin und möchte mit ihren guten Ideen und Ratschlägen zur
Lösung der vorliegenden Fragen
beitragen. Bloss: Sie wird ignoriert, immer wieder, und ihre
Ideen werden von den anderen
als deren eigene übernommen.
Hervorragend spielt Matthias
Leuenberger als Edgar. Dieser
versucht, ein Zelt aufzustellen.
Tamars Vorschläge überhört er
Erstaunliche Lockerheit
Der Zuschauer spürt die Freude der Jungen. Es ist kein Müssen, locker stehen sie da, singen
HAFEBAR
■ AUGENBLICK
Unternehmer
als Barkeeper
Am Donnerstag stehen gestandene Unternehmer hinter der
Theke der Hafebar: Ab 16 Uhr
schenken die Gewerbler aus der
Vorstadt Bier aus, auf deren Initiative hin die Bar letztes Jahr
eröffnet wurde. Sie möchten sich
mit dieser Aktion, «Unternehmer-Bar» genannt, bei Anwohnern, Bevölkerung und Kundschaft dafür bedanken, dass die
spontane Idee zur «Erfolgsstory» wurde, wie es in einer Mitteilung heisst. Anstelle von Adrian Meichtrys Team schenken die
Unternehmer kühle Getränke
aus und bieten Bratwürste und
Cervelats vom Grill an. Für die
musikalische Unterhaltung sorgt
die hiesige «Werkstattmusig». st
BILD ADRIANA BELLA
90 Jugendliche haben Erstaunliches geleistet: Die Premiere von Tamar war ein voller Erfolg.
demonstrativ. Locker und unbeschwert steht er auf der Bühne.
Die zickige, schwatzhafte Frau
Möbius wird von Sabrina Stuber
ausgezeichnet dargestellt. Fast
im Selbstgespräch spielt sie ihre
Reise nach Bern, wie sie meint,
sitzt aber im Zug nach Olten.
und spielen. Sie predigen Nächstenliebe – und Tamar wird immer wieder übergangen. Nach einem Unfall wird Küre (Samuel
Allemann) von den Mitgliedern
seiner Gruppe liegen gelassen,
da diese den Postenlauf gewinnen wollen und keine Zeit haben. Weitere Gruppen ziehen
vorbei, niemand kümmert sich
um ihn. Am Schluss kommt Tamar vorbei – und sie, die immer
wieder Übergangene, leistet ers-
te Hilfe, verbindet ihn und begleitet ihn zum Arzt. «Wär isch
mi Nöchscht?», fragt Küre sich
und das Publikum. Dem Zuschauer ists überlassen, die
Schlüsse zu ziehen.
Harmonische Einheit
Die Theaterszenen stehen im
Wechsel mit Musik und Gesang.
Der fungiert im klassischen
Theaterstil als verstärkendes,
mahnendes, reflektierendes und
fragendes Element zu den Szenen. Martin Wüthrich verstehts,
Orchester und Chor zur harmonischen Einheit zu bringen. Marlis Walter am Klavier spielt souverän. Unbemerkt führt sie bei
Unsicherheiten.
Altbewährte
Gesichter wie Johny Lippuner
(Schlagzeug), Peter Mischler
(Bass) prägen das Orchester.
Fleissige
Musicalbesucher
stellen nebst vielen altbekannten
Gesichtern auch Neue fest. Erst
Heute Nachmittag besucht der
Shootingstar der internationalen
Motorrad-Szene, der junge Berner Thomas Lüthi, den Bluewin
Truck auf dem Klosterplatz. Ab
17.30 Uhr steht eine Autogrammstunde auf dem Programm, ab 19 Uhr stellt er sich
den Fragen im Bluewin-Chat.
Schon ab 18 Uhr wird der Solothurner Talkmaster Dani Fohrler
den Chattern Red und Antwort
stehen.
st
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Die nächsten Aufführungen: 16.
August, 19.30, Gerlafingerhof Gerlafingen; 17. August, Zwinglihaus
Grenchen; 22./23. August, 19.30, reformierte Kirche Langendorf.
PETER ACKERMANN
Ausstellung zum
Sechzigsten
Brettspieler feiern sich selber
Am 9. Juli ist Peter Ackermann
60 Jahre alt geworden. Etwa ähnliche viele Gäste, wie er Jahre
miterlebt hat, kamen in seinen
Schrebergarten, um mit ihm auf
den runden Geburtstag anzustossen. Peter Ackermann, seit
30 Jahren als Einzelkämpfer in
oder gerade ausserhalb der Solothurner Kunstszene tätig, freute
sich über das «Super-Fest», wie
er berichtet.
Und er kündigt gleich das
nächste Fest an. In Fortsetzung
dessen, was er «Solo-Kunst in
Solothurn» nennt, stellt er im
kommenden
November
im
Landhaus aus. Die Jubiläumsausstellung zum Sechzigsten beginnt am 7. November in der
Säulenhalle des Landhauses.
Ackermann verspricht «Überraschungen». Ganz neue Werke
wie auch ein paar ältere sollen da
zu sehen sein.
st
Helle Köpfe und
schnelle Finger dominierten die Szenerie
am Wochenende auf
dem Areal der
Gewerbeschule: Mit
einem «Blitzturnier»,
das immerhin 48
Stunden dauerte,
feierte der städtische
Schachklub seinen 80.
Geburtstag.
K L O S T E R P L AT Z
Töff-Star Lüthi
signiert
in zwei Jahren ist das nächste
Musical, Darius, vorgesehen.
Für Ruth und Martin Wüthrich
die Möglichkeit, sich intensiver
vorzubereiten. Für die Jugendlichen eine lange Pause, der Vorfreude und Spannung.
◆
BILD ADRIANA BELLA
■ SOLO
Hat uns womöglich der Mut verlassen?
In Solothurn spielt sich zurzeit eine Politposse ab, die wieder einmal beweist, dass einige Politiker nur ihre eigenen Interessen
und nicht die ihrer Wählerschaft vertreten.
Das Stück heisst «Entlastung West» und die
Hauptrollen sind prominent mit Vertretern
aus Stadt und Kanton besetzt.
m ersten Akt der Posse hat eine Jury im
Auftrag der Regierung einen sachlich STEFAN
falsch gewichteten und für weite Teile BLASER
der Bevölkerung nicht nachvollziehbaren
Entscheid gefällt.
Im zweiten Akt hat die Bevölkerung klar zum Ausdruck gebracht, dass sie nicht willens ist, einer auf technokratischen Kriterien basierenden Empfehlung zu folgen. Aus gutem Grund: Die Bevölkerung muss in den
nächsten Jahrzehnten mit dem falschen Entscheid respektive mit dem daraus resultierenden Bauwerk leben.
I
etzt, im dritten Akt, versuchen die beteiligten Akteure mit allen Mitteln, ihr
Gesicht zu wahren, den Fehlentscheid
zu relativieren und mit einem WischiwaschiKompromiss so zu tun, als ob alles gar nicht
so schlimm sei.
J
atsache ist aber, dass die Akteure einfach nicht genug Mut haben, um den
Entscheid des Beurteilungsgremiums
als das hinzustellen, was er wirklich ist: nämlich lediglich eine Empfehlung. Und dass sie
erst recht nicht genug Mut haben, dieser Empfehlung
nicht Folge zu leisten.
T
ut haben, nicht immer den einfachsten Weg zu
gehen. Denn der einfachste Weg ist nicht immer
der beste. Mut haben, sich einer Diskussion zu
stellen. Mut haben, ein Zeichen zu setzen. Mut haben,
M
einzugestehen, dass A falsch war und jetzt nicht zwingend B folgen muss.
emäss Tagblatt sucht man immer noch «schwerwiegende Gründe», um den Jury-Entscheid umzustossen. Ich frage mich, was solche schwerwiegenden Gründe sein könnten. Offenbar reicht es
nicht, wenn sich 70 Prozent der Bevölkerung gegen den
Jury-Vorschlag aussprechen. Und offenbar reicht es
nicht, wenn das unterlegene Projekt vom Städtebau und
von der Landschaftsarchitektur die Höchstnoten bekommt und verkehrstechnisch zu überzeugen wusste.
Und offenbar reicht es auch nicht, dass das Solothurner
Projekt 1,5 Millionen Franken kostengünstiger ist.
Sind dies keine schwerwiegenden Gründe?
G
Stefan Blaser ist Geschäftsführer der Firma Roth in Gerlafingen und Solothurn sowie Präsident des Gewerbevereins der
Stadt Solothurn.
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Seele and Geist
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