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PRESSEINFORMATION
Die Diva Zarah Leander und die Frage nach der Verantwortung von Künstlern
stehen im Zentrum von Franzobels ICH ZARAH ODER DAS WILDE FLEISCH DER
LETZEN DIVA, das als Auftragswerk des Vorarlberger Landestheaters am
18. Oktober im Grossen Haus zur Uraufführung kommt.
ICH ZARAH
ODER DAS WILDE FLEISCH DER LETZEN DIVA
von Franzobel
Schauspiel mit Musik
URAUFFÜHRUNG
Ein Auftragswerk des Vorarlberger Landestheaters
Regie:
Bühne:
Kostüme:
Dramaturgie:
Licht:
Musikalische Leitung:
Markus Trabusch
Isabelle Kittnar
Katharina-Maria Diebel
Dorothée Bauerle-Willert
Arndt Rössler
Ivo Bonev
Zarah Leander:
Nils, ihr Mann u.a.:
Bertha, seine Schwester u.a.:
Lazarus Modriach, ein leicht
verwirrter Boandlkramer:
Tamara Stern
Herbert Schäfer
Grit Paulussen
Live-Musik:
Stefan Halbeisen, Schlagzeug
Klemens Mairer, Geige
Sdravko Kulow, Bass/Gitarre
Ivo Bonev, Klavier
Benjamin Bieber
PREMIERE: 18.10.2014, 19.30 UHR, GROSSES HAUS
Matinee: 12.10.2014, 11.00 Uhr, T-Café
Weitere Vorstellungen: 25.10., 30.10., 5.11., 9.11., 2.12., 5.12., jeweils 19.30 Uhr
Stückeinführungen: 30.10., 9.11., jeweils 19.00 Uhr, T-Café
PRESSEKONTAKT: BEATE SCHNEIDER T: +43 (0)5574 42870 614 M: +43 (0)664 62 55 438 beate.schneider@landestheater.org
KARTEN: +43 (0)5574 42870 600 ticket@landestheater.org www.landestheater.org
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PRESSEINFORMATION
In Franzobels vielschichtigem Stück wird dem Mythos Zarah Leander nachgegangen:
Wer war Zarah wirklich? Nazi-Diva, Durchhaltesängerin, Reichsgemütssirene, Künstlerin oder
Sowjetspionin? Um die Sängerin mit dem rauchigen, sinnlichen, vibrierenden Alt ranken sich
Fragen, Legenden, Gerüchte.
Zarah Leander, geboren 1907 im schwedischen Karlstadt, gestorben 1981, wurde nach einem
fulminanten Start als Sängerin in Schweden, als Schauspielerin in Österreich, zu einem der
größten Stars des Dritten Reiches. Schon 1936 unterzeichnete Zarah Leander einen Vertrag
mit der deutschen UFA. Von den Nazis verehrt, stieg sie zum höchstbezahlten weiblichen
Filmstar des Nationalsozialismus auf. Fremd, geheimnisvoll, duldend wird Zarah Leander doch
zum Abbild des Regimes, zum Kunstobjekt der Propaganda. Bereitwillig leiht sie dem System
ihre heroische Schönheit, ihre Stimme. Bis heute haben sich diese Stimme, ihre Lieder – viel
mehr als die meist mittelmäßigen Filme – eingesenkt in das kollektive Gedächtnis,
unverrückbar, als akustische Wegmarke einer Zeit. Goebbels sah in ihr den Star, der
Hollywood-Magneten wie Greta Garbo überstrahlen und Marlene Dietrich ersetzen könnte.
Die UFA baute sie mit allen verfügbaren PR-Mitteln zum Superstar auf, und ihre Lieder wurden
von Anfang an zu den Signaturtiteln dieser ganz besonders artifiziellen Karriere. Wes Brot ich
ess, des Lied ich sing: Zarah Leander passte sich an und schuf doch ihre eigene gar nicht
nazikonforme Babelsberger Gegenwelt. Wer war Zarah Leander wirklich? Eine „politische
Idiotin“, wie sie in ihren Memoiren behauptete, das naive Mädchen aus Karlstad, das Joseph
Goebbels auf den Leim ging oder eine kühl kalkulierende Karrieristin, die sich durch Geld,
Glamour und Glanz, durch Ruhm und Ehre zum Mitmachen im Dritten Reich verleiten ließ?
Nach der deutschen Niederlage in Stalingrad sah Zarah Leander im Reich dann keine Zukunft
und Karriere mehr. 1943 kehrte sie zurück nach Schweden – und versuchte sich an einer
neuen Karriere.
Franzobels Stück verquickt souverän verschiedene Zeiten und Räume. Vergangenheit und
Gegenwart, beschönigender Rückblick und mangelnde Selbstreflektion, das Innen und Außen
des Stars und seiner wechselnden Entourage verweben sich zu einem Puzzle. In einer rasanten
Revue kippen so die Etappen des Lebens von Zarah Leander ineinander: ihr schwieriger Start
ins Künstlerleben, ihre glanzvollen Auftritte im Zenit ihrer Karriere, die Verachtung, die ihr
nach ihrer Rückkehr in Schweden entgegenschlug, ihre Sehnsucht, noch einmal an die
früheren Erfolge anzuknüpfen, die Zerbrechlichkeit und Einsamkeit des Alters. Franzobel lässt
in der Figur der Zarah Leander die nach wie vor brisante Frage nach der Verantwortung des
Künstlers kulminieren, die immer waghalsigen Grenzverläufe zwischen Ethik und Ästhetik.
Tamara Stern gibt der schillernden Diva Stimme und Körper. Die Verführungskraft, die
Verführbarkeit des Künstlers, die Gratwanderung zwischen der Ausbeutung für fremde
Zwecke und der Freiheit der Kunst, zwischen Anerkennung und Widerstand bilden in
Franzobels Stück ein komplexes Ineinander.
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FRANZOBEL | AUTOR
Franzobel wurde als Franz Stefan Griebl 1967 im oberösterreichischen Vöcklabruck geboren.
Nach der Matura ging er 1986 nach Wien, um Germanistik und Geschichte zu studieren.
Während des Studiums, das er 1994 mit einem Diplom abschloss, beschäftigte er sich intensiv
mit Malerei und Concept Art und versuchte sich als bildender Künstler. Ab 1989 begann er zu
schreiben. Seit 1991 ist er freier Schriftsteller.
Seine ersten Werke veröffentlichte er noch im Eigenverlag. Als man ihn 1992/93 zum Linzer
Stadtschreiber machte, wurde die österreichische Literaturlandschaft erstmals auf ihn
aufmerksam. Spätestens mit der Verleihung des Ingeborg-Bachmann-Preises 1995 für den
Erzähltext »Die Krautflut«, der eine Alltagsgeschichte in sprachakrobatische Wortkaskaden
auflöst, wurde Franzobel einem größeren Leserkreis bekannt. Mit einer Vielzahl seither
erschienener Werke – die Bandbreite geht von Romanen und Lyrikbänden über Theaterstücke
bis hin zu Libretti für Opern und Operetten − entwickelte sich der Sprachkünstler zu einem der
bekanntesten Autoren der Alpenrepublik.
Franzobel wurde mit vielen literarischen Auszeichnungen bedacht, darunter mit der BertBrecht-Medaille, dem Arthur-Schnitzler-Preis und dem Nestroy-Theaterpreis.
Er lebt in Wien, Pichlwang und Buenos Aires.
MARKUS TRABUSCH | REGIE
Markus Trabusch studierte Humanmedizin, Literaturwissenschaft, Geschichte und Germanistik
in Freiburg, Berlin und München. Er arbeitete u.a. am Schauspielhaus Zürich, am Freiburger
Theater, den Münchner Kammerspielen und dem Staatstheater Stuttgart, an der Staatsoper
Brüssel und der Oper Frankfurt. Nach zwei Jahren als Literaturwissenschaftler an der
Universität Mainz wechselte er an das Mozarteum Salzburg, wo er von 2000 bis 2007 Leiter
der Schauspiel- und Regieausbildung war und zwischenzeitlich eine Professur für Schauspiel
und Dramaturgie innehatte. Von 2007 bis 2014 war Markus Trabusch als Schauspieldirektor
und stellvertretender Intendant am Theater Augsburg tätig. Als Regisseur hat er neben
Uraufführungen und zeitgenössischen Stücken zahlreiche Klassiker sowie Opern inszeniert. In
den letzten drei Jahren wurden zwei seiner Inszenierungen zur jeweils besten Produktion der
Spielzeit gekürt, 2012 LA TRAVIATA und 2014 DER BRANDNER KASPAR. Markus Trabusch
inszeniert erstmals am Vorarlberger Landestheater.
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PREMIERENVORSCHAU SPIELZEIT 2014/15
PREMIEREN IM GROSSEN HAUS
EIN SOMMERNACHTSTRAUM von William Shakespeare
Regie & Bühnenbild: Alexander Kubelka
Samstag 27. September 2014, 19.30 Uhr
ICH ZARAH ODER DAS WILDE FLEISCH DER LETZTEN DIVA von Franzobel
Uraufführung, Auftragsarbeit
Regie: Markus Trabusch
Samstag 18. Oktober 2014, 19.30 Uhr
DER WEIBSTEUFEL von Karl Schönherr
Regie: Simon Windisch
Freitag 21. November 2014, 19.30 Uhr
DER ZAUBERER VON OZ nach Lyman Frank Baum | JUNGES LANDESTHEATER
Regie: Guillermo Amaya
Sonntag 30. November 2014, 15.00 Uhr
DIE BLUTHOCHZEIT von Federico García Lorca
Regie: Sigrid Herzog
Dienstag 13. Jänner 2015, 19.30 Uhr
CARMEN von Georges Bizet
Dirigent: Alexander Drčar, Regie: Alexander Kubelka
Kooperation mit dem Symphonieorchester Vorarlberg
Dienstag 27. Jänner 2015, 19.30 Uhr
DIE ACHT FRAUEN von Robert Thomas
Regie: Tobias Materna
Freitag 13. März 2015, 19.30 Uhr
1984 nach George Orwell
Uraufführung
Textfassung & Regie: Bernd Liepold-Mosser
Freitag 27. März 2015, 19.30 Uhr
CYRANO DE BERGERAC von Edmond Rostand
Regie: Hans Escher
Donnerstag 30. April 2015, 19.30 Uhr
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PREMIEREN IM KLEINEN HAUS
TITUS von Jan Sobrie | JUNGES LANDESTHEATER
Regie: Marcus Harms
Freitag 19. September 2014, 10.00 Uhr
Oh Nacht, ich bin bereit! Erinnerung an Georg Trakl
von Emanuel Fellmer und Simon Möllendorf
Uraufführung
Regie: Simon Möllendorf/ Emanuel Fellmer
Samstag 25. Oktober 2014, 19.30 Uhr
AUSSER-HAUS-PRODUKTION
DAS BALLHAUS nach einer Idee von Jean-Claude Penchenat, Théâtre du Campagnol
Regie: Steffen Jäger
Freitag 22. Mai 2015, 19.30 Uhr
WIEDERAUFNAHMEN
HEUTE ABEND:LOLA BLAU
Georg Kreisler
Regie: Marcus Harms
Ab 5. Oktober, 19:30 Uhr, Kleines Haus
SISTERS OF SWING
Beth Gilleland & Bob Beverage, Arrangements von Raymond Berg
Regie: Marcus Harms , Musikalische Leitung: Ivo Bonev
Ab 11. Oktober, 19.30 Uhr, T-Café
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