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Bewilligungen, Zulassungen, Konformitäten, oder was - Comat AG

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INDUSTRIELLE ELEKTRONIK
Bewilligungen, Zulassungen, Konformitäten oder was?
Klaus Padberg Comat AG Worb
Nachfolgend soll versucht werden, in die Kennzeichnung von Geräten, unter besonderer Berücksichtigung der UL-Kennzeichnung, etwas mehr Transparenz zu bringen. Es ist nicht das Anliegen
oder besser gesagt die Vermessenheit, die exakten Details zu vermitteln, wohl aber die grundlegenden Dinge.
Dies ist nur eine kleine Auswahl von Prüfzeichen, Zulassungszeichen, Konformitätszeichen, Qualitätszeichen oder wie auch
immer man diese Dinger bezeichnen will. Auf jeden Fall, die genaue Bedeutung, insbesondere betreffend der Rechtslage, ist
recht verwirrend. Einige der Zeichen sind rechtlich zwingend für bestimmte Applikationen, andere sind freiwillig. Einige
Zeichen dürfen auf Grund eigener Prüfungen bzw. einem Konformitätsnachweis angebracht werden. Bei anderen Zeichen
gelten "Hoheitsrechte". Für einige Zeichen gilt eine einmalige Prüfung. Bei anderen Zeichen steht eine wiederkehrende Fertigungsprüfung dahinter - z.B. für UL vier Mal im Jahr, für CSA zwei Mal im Jahr - und das mit entsprechenden Kosten.
Manche Zulassungen und Bewilligungen haben einfach eine begrenzte Laufzeit und bedürfen dann einer Nachprüfung oder,
kostenintensiver, gar einer Neuprüfung. Die Konformität während der Gültigkeit liegt in der Verantwortung des Herstellers.
Die in unserem elektrischen Bereich aktuellen Kennzeichnungen haben primär die Funktion, eine bestimmte Eignung oder
Qualitätsmerkmale nachzuweisen.. Zwei wesentliche Argumente, ein Produkt zu kennzeichnen, d.h. gewissen Prüfungen zu
unterziehen, sind:
1) Die grundsätzliche Eignung für bestimmte Applikationen nachzuweisen, dies betrifft insbesondere die Betriebssicherheit, Sicherheitsaspekte wie Isolation, Brand, Störanfälligkeit, Störemission usw..
2) Im Schadensfall den Nachweis der Sorgfalt und der Eignung leichter zu erbringen (Ausschluss bzw. Begrenzung der
Haftung, Stichwort: Stand der Technik).
Leider aber gibt es auch immer noch marktprotektive Argumente ( CCC, chinesische Inspektoren reisen nur Buisiness Class).
Obwohl die einzelnen Länder zum Teil unterschiedliche Prüfanforderungen zu Grunde legen, darf immerhin festgestellt werden, dass die zu erfüllenden Normen, Standards und Vorschriften doch näher zusammenrücken, z.B. in Europa mit den CE
Richtlinien und in der Folge die Europa-Normen (inkl. Schweiz). Doch haben Amerikaner oder Japaner usw. z.T. (immer
noch) ganz andere, unterschiedliche Vorstellungen und Prioritäten betreffend das, was sicher ist und was nicht. CSA und UL
liegen nahe beieinander, wobei im Allgemeinen die USA-Normen weitergehende Anforderungen stellen. Dennoch lassen
sich Probleme bei der Vermarktung ausmachen, allerdings mehr auf Grund kommerzieller Interessen.
Gehen wir in konkrete Details und unterscheiden:
Konformitätszeichen
z.B. CE
Bewilligungszeichen
z.B. SEV
Zulassungszeichen
z.B. UL
Das CE - Zeichen ist entsprechend den EU-Richtlinien vorgeschrieben für definierte Produktegruppen und ist nach eigenverantwortlicher Prüfung auf alle diese Produkte für den europäischen Handel anzubringen (Gesetz, CE-Richtlinien).
Das Bewilligungszeichen "SEV" ist freiwillig. D.h. auf Grund bestandener Prüfungen bei Electrosuisse oder einem zertifizierten Prüflabor wird das Führen dieses Zeichens auf dem betreffenden Produkt vom ESTI bewilligt, im Allgemeinen, für 5
Jahre. Nach Ablauf wird dann eine Verlängerung, je nach Normenentwicklung ohne oder mit Nachprüfung, Neuprüfung, erforderlich. D.h. Sicherstellung der Anpassung an den aktuellen Normenstand. Die Schweiz hat sich immerhin an die Europäischen Normen in Europa angelehnt, d.h. es gibt eigentlich keine Sonderbestimmungen mehr. Oder anders, ein Gerät mit
korrekter CE Kennzeichnung wird auch bei einer SEV Prüfung kaum Probleme haben und umgekehrt ...
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comat
INDUSTRIELLE ELEKTRONIK
Die UL Kennzeichnung (Underwriters Listed oder Underwriters Recognized) umfasst verschiedenste Varianten, je nach produkt und Applikation und erfolgt auf Grund von Prüfungen, die von Underwriters Laboratories oder entsprechenden zertifizierten Prüfstellen durchgeführt werden.
Die UL-Kennzeichnung ist zwar für viele Produkte und Applikationen gesetzlich nicht zwingend, aber hier spielt deutlich die
Politik rein, vor allem aber die gegenüber Europa restriktiveren Haftungsfragen. Ganz allgemein kann gesagt werden, dass
eine UL-Kennzeichnung höher steht als eine UR - Kennzeichnung. Bei einer UL-Kennzeichnung werden die relevanten
Normen (im Bereich Automatisierungstechnik, Relais usw. in erster Linie die UL 508) ohne Einschränkung erfüllt. Bei einer
UR-Kennzeichnung sind immer gewisse Einschränkungen vorhanden. Teilweise können Produkte gar nicht UL gekennzeichnet werden wie z.B. steckbare Relais, Printrelais, weil diese irgendwie noch eingebaut werden müssen, d.h. auf einem
Print eingelötet, in einen Sockel eingesteckt werden usw.. Die Einschränkungen können nur im nicht öffentlich zugänglichen
Prüfbericht eingesehen werden..
Praxis: Ein Relais kann für verschiedene Schaltklassen geprüft sein: AC, DC, Pilot Duty usw. oder eben auch nicht. Dann
kann passieren, dass der UL-Inspektor sieht, dass das Relais für 250V, 10A geprüft ist, aber dann die fehlende Prüfung für
DC-Anwendung 24V, 500mA beanstandet.
Im Bereich Zeitrelais, Überwachungsrelais usw. ist das UR-Zeichen häufig anzutreffen. Die Einschränkung liegt im nicht
geprüften "Field wiring", d.h. Anschlusstechnik. Damit wird erwartet, dass das Teil durch Fachpersonal in der Werkstatt
montiert wird. Dies stellt somit im Allgemeinen keinen Nachteil dar.
Eine Besonderheit sei noch erwähnt: Das "Multiple Listing". Ein Multiple Listing wird dann erstellt, wenn der Hersteller das
Produkt auch unter einem anderen Namen über eine andere Firma vertreibt (Branding). Dann besteht beim Hersteller ein File
mit den entsprechenden Angaben, wie Typenbezeichnung, Handelsnamen usw.
Zu der Bedeutung der verschiedenen Kennzeichnungen:
UL Listed
Underwriter Listed. Das Produkt erfüllt ohne Einschränkungen die zutreffenden Normen . Zu diesem Zeichen gehört immer auch eine Ident.- Nr.
UL classified, Underwriter classified Listed
Bestimmte Aspekte bei der Prüfung bzw. der Norm sind ausgenommen. Es handelt sich dabei um Applikationsaspekte.
UR
Underwriter Recognized. Es sind bestimmte Einschränkungen für die Applikation vorhanden. Dabei handelt es sich primär um Aspekte zum Einbau / Handhabung aber auch um Anwendungsklassen.
c
Der Zusatz canada links unten bei der Kennzeichnung UL oder UR bedeutet, dass die Zertifizierung von
UL nach kanadischen Normen durchgeführt wurde, d.h. für Kanada.
us
Der Zusatz usa rechts unten bei der Kennzeichnung UL oder UR bedeutet, dass die Zertifizierung nach
amerikanischen Normen durchgeführt wurde, d.h. für USA.
Die UL-Zulassungen eines Herstellers bzw. die UL-gekennzeichneten Produkte. können im Internet unter www.ul.com unter
"Certifications" dem Firmennamen (z.B. Comat) oder der Dossier-Nr. (für Comat z.B. E244365, E120922) eingesehen werden. Die verschiedenen Produkte sind den verschiedenen Produktekategorien / Dossiers zugeordnet (z.B. für Comat: NLDX:
Magnetic Components; SWIV: Relay socket and assemblies-component; NRNT: Switches, Industrial Control Component).
Die Beschreibung der Kategorien, d.h. des Applikations-Rahmens, kann ebenfalls im Internet (Certifications / UL Category
Code, Guide Information), natürlich nur in "Neudeutsch", nachgelesen werden.
Für Altmodische gibt es auch die Yellow-, die Green-, Orange-Book-Reihe, mit tausenden von Seiten und entsprechend teuer, zum Blättern und Suchen ....
Man merke: Eine UL-Kennzeichnung kann auf ganz verschiedene Art erfolgen und vieles bedeuten.
Für Fortgeschrittene oder die es werden möchten, einige Quellen:
www.ul.com
www.ul-europe.com
www.sev.ch
www.csa.com
www.vde.de
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