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Leistung der Pflegeversicherung – was ist das eigentlich?

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gepflegt
Frühjahr 2011
H äu f i g g e ste llte Frage n
Leistung der Pflegeversicherung –
was ist das eigentlich?
Auf die finanziellen Leistungen der Pflegeversicherung, die das
Sozialgesetzbuch (SGB XI) im Einzelnen regelt, haben Menschen
Anspruch, die als pflegebedürftig anerkannt sind. Ob und in welchem
Ausmaß Pflegebedürftigkeit im Sinne des Gesetzes vorliegt,
entscheidet in jedem Einzelfall ein Gutachter des Medizinischen
Foto: Monkey Business, fotolia.com
Dienstes der Krankenversicherung (MDK) nach einem Hausbesuch.
Ihre Kirchliche Sozialstation in Freiburg berät Sie gerne und
hilft auch beim Antrag an die Pflegekasse.
Sachleistung: Die pflegebedürftige Person beauftragt einen von den
Pflegekassen anerkannten Pflegedienst mit der häuslichen Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung. Die Kirchlichen Sozialstationen
in Freiburg sind allesamt dafür zugelassene Pflegedienste. Der Pflegebedürftige bekommt den Geldbetrag der
Pflegeversicherung, auf den er einen
Anspruch hat, nicht ausbezahlt, sondern wir rechnen unsere Leistungen
direkt mit der Pflegekasse ab. Die
I M P R E S S UM
HERAUSGEBER
Evangelische Sozialstation Freiburg im
Breisgau e.V. • Telefon 0761/27130-0
Katholische Sozialstation Freiburg im
Breisgau GmbH • Telefon 0761/8885250
Kirchliche Sozialstation Tuniberg e.V.
Telefon 07664/3057
Auflage 3.500 Exemplare
Konzept, Redaktion,
Produktionsmanagement:
GRIESHABER Redaktion + Medien, Bonn
Grafik: ImageDesign, Köln
Sachleistung beträgt je Kalendermonat für Pflegebedürftige der
• Pflegestufe I: 440 Euro, Pflegestufe II:
1040 Euro, Pflegestufe III: 1510 Euro
• in besonderen Härtefällen: bis zu
1.918 Euro im Monat.
Wünscht der Pflegebedürftige von uns
mehr Leistungen als er von der Pflegekasse für seine Pflegestufe erhält, stellen wir den Mehraufwand unserem
Kunden direkt in Rechnung.
Foto: ????, fotolia.com
Das Ausmaß der Pflegebedürftigkeit
wird bislang in drei (zukünftig evtl.
fünf) Pflegestufen eingeteilt. Der Pflegebedürftige entscheidet dann darüber, in welcher Form er die Leistungen
der Pflegeversicherung in Anspruch
nehmen möchte. Er hat die Wahl zwischen Sach-, Geld- oder Kombileistung.
Geldleistung: Die pflegebedürftige
Person bekommt die Leistungen der
Pflegeversicherung monatlich selbst
ausbezahlt. Die Geldleistung (Pflegegeld) beträgt je Kalendermonat für
Pflegebedürftige der
• Pflegestufe I: 225 Euro, Pflegestufe II:
430 Euro, Pflegestufe III: 685 Euro
Der Pflegebedürftige muss dafür sorgen, dass er für sein Pflegegeld die
erforderliche grundpflegerische und
hauswirtschaftliche Versorgung zu
Hause tatsächlich auch erhält. Wie er
das macht und mit wem, ist ihm überlassen. In den meisten Fällen sind es
Angehörige, die die Pflege zu Hause
übernehmen und für die das Pflege-
geld eine kleine Anerkennung darstellt. Allerdings muss der Pflegehaushalt nachweisen, dass die Pflege in
„Eigenregie“ dem Pflegebedürftigen
auch wirklich nützt. Das muss durch
einen zugelassenen Pflegedienst überprüft werden – bei den Pflegestufen I
und II halbjährlich, bei der Pflegestufe III vierteljährlich. In Freiburg übernehmen die Kirchlichen Sozialstationen
diese Aufgabe, indem sie die häusliche Pflegevisite nach § 37 SGB XI intensiv auch dazu nutzen, die Pflegefamilien fachkundig zu informieren und zu
beraten.
Kombinationsleistung: Wenn der
Pflegebedürftige die Sachleistungen
nicht in vollem Umfang ausschöpfen
will, kann ihm, nachdem wir mit der
Pflegekasse abgerechnet haben, der
„Überschuss“ anteilig als Pflegegeld
ausgezahlt werden. Anteilig heißt zum
Beispiel: Nimmt er in der Pflegestufe
II 75% des Sachleistungsbeitrages im
Wert von 780 Euro in Anspruch, werden 25% des Pflegegeldes dieser Pflegestufe, nämlich 107,50 Euro, an die
Versicherten ausbezahlt.
Die Kombinationsleistung muss bei
der Pflegekasse beantragt werden
und die Regelungen sehen eigentlich
vor, dass sich der Pflegebedürftige für
sechs Monate festlegen muss, in welchem Verhältnis er Sach- und Geldleistungen kombinieren will. Die Pflegekassen handhaben das jedoch meist
moderat und berechnen das anteilige Pflegegeld monatlich jeweils nach
Erhalt unserer Rechnung über Sachleistung. I
Sprechen Sie uns an, wenn Sie zu den
Leistungen der Pflegeversicherung mehr
wissen möchten. Wir informieren Sie
gerne. Neue Pflegedienstleitung der Evangelischen Sozialstation
Im Por trait: I n ge - D o ro t h e a B o i t z- G l ä ß e l
Nach fast sechs Jahren gibt es einen Wechsel in der
Pflegedienstleitung der Evangelischen Sozialstation: Im
März hat Inge-Dorothea Boitz-Gläßel die Nachfolge von
Margit Lieser angetreten. Ihren beruflichen Weg hat sie
1987 als Praktikantin begonnen und nach ihrer Ausbildung als Krankenschwester im Klinikum Nürnberg mit
Etappen u.a. in der ambulanten und stationären Pflege
sowie in der Rehabilitation fortgesetzt. Durch ihre Berufserfahrung als Lehrkraft einer Fachschule für Altenpflege, als Pflegedienstleitung, im Qualitätsmanagement und als Kadermitglied in der Schweiz in einer Rehaklinik ist sie mit den Herausforderungen
der Pflege bestens vertraut. Psychologische Gesundheitsförderung hat sie an
der Universität in Oldenburg studiert. Ihr pflegewissenschaftliches Studium
in St. Gallen ruht derzeit. Die Mutter von zwei Töchtern liebt Musik und Literatur und freut sich, wenn sie in ihrer Freizeit malen, zeichnen, töpfern und
mit Holz arbeiten kann. ug
gepflegt
Au sg ab e 10 • 20 11
Hauszeitung der Kirchlichen
Sozialstationen in Freiburg i. Br.
ilfe und Beratung
ge , H
Pfle urch die Diakonie
d
Evangelische Sozialstation
Freiburg im Breisgau e.V.
Themen dieser Ausgabe
Seiten 2 + 3
Fit im Alter durch Sport
und Bewegung
Liebe Leserin, lieber Leser,
Lesen Sie mehr zu diesem Thema
und unseren anderen aktuellen
Beiträgen in dieser 10. Ausgabe
von GEPFLEGT ZU HAUSE.
Ihr Johannes Sackmann
Vorstand Evangelische
Sozialstation Freiburg e.V.
KONTAKT
Seite 4
Leistungen der Pflegeversicherung
Foto: © Peter Maszlen_fotolia.com
In jungen Jahren für das Alter
begeistern – unsere Nachwuchsförderung in der Pflege.
Pflegen lernen – Wir bilden aus ­
Eine abwechslungsreiche Ausbildung
– das ist das ideale Fundament für
einen sicheren Arbeitsplatz. Die
Kirchlichen Sozialstationen in Freiburg bieten beides und bilden junge
Menschen in der Altenpflege aus.
Annette Baumgarten hat allen
Grund, sich über ihr Examen als
Altenpflegerin zu freuen. Anfang
März hat sie ihre Ausbildung in der
Evangelischen Sozialstation nach nur
zwei Jahren mit „Sehr gut“ beendet.
Da sie bereits eine einjährige Aus­
bildung als Altenpflegehelferin absolviert hatte, konnte sie die dreijährige
Altenpflege-Ausbildung um ein Jahr
verkürzen. Rückblickend findet sie es
vor allem toll, „dass neben vielen
fachlichen Aspekten auch die eigene
persönliche Entwicklung gefördert
wird.“
Neun Schülerinnen und Schüler bilden die drei Kirchlichen Sozialsta­
tionen in Freiburg derzeit aus. Haus­
eigene Fachkräfte mit einer Zu­­satz­
qualifikation als Mentorin und Men­tor
begleiten die praktische Aus­bildung
und stehen in engem Kontakt mit den
örtlichen Altenpflegeschulen, die für
den theoretischen Ausbil­dungs­­stoff
sorgen. Ein Lernzielkatalog und externe
Einsätze in Klinik, Pflegeheim und anderen gerontopsychiatrischen Einrich­tun­
gen tragen zu der qualifizierten und
staatlich anerkannten Ausbildung bei.
„Unser Ziel“, betont Rupert Niewia­
domski, Pflegedienstleiter der Katho­
lischen Sozialstation: „Wir wollen jun­
ge Menschen für die Altenpflege be­­
geistern. Ausbildungskapazitäten ha­­
ben wir genug. Wir freuen uns deshalb über jede weitere Bewerbung!“
Kein Wunder, schließlich sind die
Zukunftsaussichten in der ambulanten Pflege ausgezeichnet. Pflege­
fachkräften steht eine ganze Reihe an
Qualifizierungen offen, zum Beispiel
als Wundexperten, Kinästhetik-Tu­
toren oder in der Palliativpflege. Wei­
terbildungen für Führungskräfte oder
ein Pflegestudium an einer Hoch­­
schule bieten weitere Auf­stiegs­chan­
cen für qualifizierte Pfle­ge­­­­kräfte.
Als moderne Ausbildungsbetriebe sorgen die Kirchlichen Sozialstationen
selbst für ihren qualifizierten Fach­kräf­
tenachwuchs. Mit gegenseitigem Ge­­
winn bereits während der Aus­bil­dungs­
zeit, weiß Inge-Dorothea Boitz-Gläßel,
Pflegedienstleiterin der Evangelischen
Foto: © 5AM Images_fotolia.com
eine Schere, die auseinanderklafft
und sich nicht mehr schließen
lässt, ist unbrauchbar ge­­worden.
Gute Pflege, hin und wieder ein
Tropfen Öl und ein Dreh an der
Schraube hätten das verhindert.
Im übertragenen Sinn gilt das
auch für gesellschaft­liche Ent­
wicklungen, die sich eigentlich
überschneiden müssten, aber wie
eine kaputte Schere auseinander­
klaffen. Das lässt sich derzeit am
Fachkräftebedarf in der Pflege
beobachten: Die Zahl der pflege­
bedürftigen Menschen steigt dra­
stisch an, zugleich sinkt derzeit
aber die Zahl an Pflegekräften
dramatisch. Der Arbeitsmarkt ist
vielerorts heute schon leergefegt.
Auf der Strecke bleiben alte Men­
schen: mehr denn je werden in
Zukunft Hilfe und Pflege benöti­
gen. Die Kirchlichen Sozialsta­
tionen in Freiburg drehen des­
halb aktiv an der Ausbildungs­
schraube: Wir bilden verstärkt
Pflegefachkräfte aus und pflegen
die Motivation der jungen Leute
nach Kräften. Wir bieten ein brei­
tes Spektrum an Fachwissen und
fördern die persönliche Entwick­
lung. Unsere Pflegefachkräfte
können sich gezielt weiterqualifizieren, wir bieten ihnen Auf­
stiegschancen und gute berufli­
che Zukunftsperspektiven.
Sozialstation: „Die Auszubildenden lernen von den Er­­fahrungen unserer
erfahrenen Kolle­ginnen und Kollegen,
bringen aber ihrerseits einen unverstellten Blick auf die Pflegepraxis mit.
Für die An­­regungen der Schülerinnen
und Schü­ler sind wir offen, weil wir wissen: Damit leisten unsere Auszu­
bildenden einen wichtigen Beitrag zur
hohen Qualität unserer Arbeit in der
häuslichen Pflege.“ I
Evangelische Sozialstation Freiburg im Breisgau e.V. • www.evsozialstation-freiburg.de
Dreisamstraße 5 • 79098 Freiburg • Telefon 0761/27130-0 • Fax 0761/27130-135 • sozialstation@evsozialstation-freiburg.de
Geschäftsführer: Johannes Sackmann • Pflegedienstleitung: Inge-Dorothea Boitz-Gläßel
Sparkasse Freiburg Nördlicher Breisgau • Konto-Nr. 2001014 • BLZ 68050101
Katholische Sozialstation Freiburg im Breisgau GmbH • www.katholische-sozialstation-freiburg.de
Kirchstraße 6 • 79100 Freiburg • Telefon Pflegedienstleitung 0761/88852522 • Fax 0761/88852525 • info@ksst-freiburg.de
Geschäftsführer: Egon Engler • Rupert Niewiadomski (Pflegedienstleiter)
Sparkasse Freiburg Nördlicher Breisgau • Konto-Nr. 2053646 • BLZ 68050101
Kirchliche Sozialstation Tuniberg e.V. • www.sozialstation-tuniberg.de
Dürleberg 1 • 79112 Freiburg-Opfingen • Telefon 07664/3057 • Fax 07664/912000 • info@sozialstation-tuniberg.de
Pflegedienstleiter: Michael Geißer
Sparkasse Freiburg Nördlicher Breisgau • Konto-Nr. 2392390 • BLZ 68050101
Wir bieten
Aufstiegschancen und
Zukunftsperspektiven.
gepflegt
Frühjahr 2011
F it i m A lt e r du rch Sport u n d Bewegu ng
Wer rastet, der rostet
Sport und Bewegung sind besonders im Alter wichtig. Wer pauschal sagt „Ich kann nicht mehr“, vertut eine
Chance – und verstärkt häufig seine Probleme. Es gibt viele Sportangebote für ältere Menschen, auch für
chronisch Kranke. Angepasst an die eigenen Fähigkeiten steigert Sport das Wohlbefinden und sorgt dafür,
Foto: © ?????, fotolia.com
dass Sie länger selbstständig bleiben.
Foto: © amorphis, fotolia.com
Foto: © Robert Kneschke, fotolia.com
Wer rechtzeitig Sport und
Bewegung in sein Leben bringt,
kann damit rechnen, länger selbstständig zu bleiben.
Foto: © VRD, fotolia.com
Es fängt bei Rosemarie Walter ganz
langsam an: Beim Treppensteigen
muss sie öfter eine Pause machen.
Wenn sie den Staubsauger ins Wohnzimmer bringt, hat sie Mühe, das
Gewicht zu tragen. Beim Gehen fühlt
sie sich unsicher, ganz besonders, wenn
der Boden unter ihr nicht eben oder zu
glatt ist. Deshalb werden ihre Schritte
langsamer. Das ist das Alter, sagt sie.
Ja und nein, sagen die Experten der
Initiative „Aktiv in jedem Alter“. Viele
Veränderungen sind nicht Folge des
Alterns selbst, sondern Resultat einer
verminderten Aktivität. Sind die ersten
Einschränkungen spürbar, setzen viele
ältere Menschen darauf, sich zu schonen und sich noch weniger körperlich
zu betätigen. Ein Teufelskreis. Denn die
Muskulatur wird nicht mehr gebraucht
und baut weiter ab. Aus diesem Teufelskreis gilt es auszubrechen.
Viele ältere Menschen empfinden
besonders das unsichere Gefühl beim
Gehen als bedrohlich. Aus Angst zu
stürzen, schränken sie Spaziergänge
ein. Und die Angst vor einem Sturz ist
zunächst einmal berechtigt. Stürze und
sturzbedingte Verletzungen gehören
derzeit zu den häufigsten Ereignissen,
die zu Hause lebende ältere Menschen
in ihrer Selbstständigkeit bedrohen,
so die Bundesinitiative Sturzprävention. Die beste Vorbeugung, um nicht
zu stürzen, ist allerdings: Bewegung.
Genauer gesagt: Kraft- und Gleichgewichtstraining. Wer sich also unsicher
fühlt und nicht mehr so mobil ist wie
in jüngeren Jahren, der sollte sich trotz-
Auf die Matte: Gymnastik geht bis ins hohe
Alter – zu Hause oder in einer Gruppe.
dem – oder gerade deswegen – körperlich betätigen.
Für jeden dasi
passende Angeboti
Noch besser ist es, bereits Sport zu
treiben, wenn man den Alltag noch
problemlos meistert und sich fit fühlt.
Vielen fällt es jedoch schwer, im Alter
mit dem Sport zu beginnen. Kann ich
mithalten? Mache ich mich lächerlich?
Kann ich das überhaupt? Ganz wichtig ist, dass Einsteiger ein Angebot auswählen, das den eigenen Fähigkeiten
entspricht, damit der Sport Spaß macht
und nicht zur Qual wird. Die speziellen Sportangebote für Senioren haben
in den letzten Jahren zugenommen,
so dass fast jeder auf der Suche nach
der passenden Betätigung fündig wird.
Viele Sportvereine haben eine SeniorenAbteilung eingerichtet mit Kursen, die
auf die Bedürfnisse von älteren Menschen zugeschnitten sind. Dazu zählen Gymnastikkurse mit unterschiedlichen Schwerpunkten, Nordic Walking,
Wandern, Radtouren, Seniorentanz und
verschiedene Spiele. Oft geht es hier
auch um die soziale Komponente. So
stehen bei vielen Turnvereinen ebenso Tagesfahrten und Museumsbesuche
auf dem Programm und im Tanztreff
und dem Info-Café gibt es zusätzlich
Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen.
Auch die Volkshochschulen bieten vielerorts Fitness- und Trainingskurse für
Ältere an, teilweise in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen. Und wer
beim Stichwort ‚Fitnessstudio’ nur an
Bodybuilder und Gewichtheber denkt,
der liegt heute häufig falsch. Das Angebot ist breit gefächert und qualifizierte
Kursleiter trainieren Senioren, um Einschränkungen und Krankheiten vorzubeugen (Prävention) oder nach einer
Krankheit wieder auf die Beine zu kommen (Rehabilitation).
Immer sportlich – auchi
nach der Krankheiti
Menschen, die schon ihr ganzes Leben
lang Sport getrieben haben, lassen sich
Frühjahr 2011
Krebs, Osteoporose, Schlaganfall und
anderen Erkrankungen angeboten.
Kraft für das Alteri
Auch wer im Alter von chronischen
Krankheiten verschont bleibt, verliert 20 bis 40 Prozent seiner Muskelmasse bis zum achtzigsten Lebensjahr – bedingt durch den Alterungsprozess, aber auch durch einen passiven
Lebensstil. Die Ärzte und Wissenschaftler der Initiative „Aktiv in jedem Alter“
beschreiben einen typischen Lebenslauf: Als Baby ist allein das Halten des
Kopfes sehr schwierig, aber durch den
ständigen Versuch wird die Hals- und
Nackenmuskulatur stimuliert und
wächst in ihrer Größe und Stärke. Im
frühen Erwachsenenalter sind Gehen
und Aufstehen keine Herausforderung
mehr. Der Reiz, die Kraft zu erhalten,
geht verloren und die Kraft lässt nach.
So kann es passieren, dass im Alter
von 70 oder 80 Jahren selbst das Auf-
Foto: © Robert Kneschke, fotolia.com
Le k t ü re -Ti p p s: Erst lesen – dann bewegen!
• Die Initiative „Aktiv in jedem Alter“ hat zwei Broschüren auflegt:
„Gleichgewichtstraining zu Hause“ und „Anleitung und Tipps für das
Krafttraining zu Hause oder in der Gruppe“. Beide Broschüren beschreiben in Bild und Text Übungen, die Ihr Gleichgewicht verbessern und Ihre
Kraft steigern. Kostenlos zum Download auf der Webseite www.aktivin-jedem-alter.de
• Vom Deutschen Turner-Bund gibt es die Broschüre „Fit bis ins hohe
Alter“. Es ist ein präventiver Bewegungskurs mit einem Programm für
zwölf Wochen. Im Online-Shop des Deutschen Turner-Bundes unter
www.dtb-shop.de oder im Buchhandel (ISBN 978-3-89899-319-7) zum
Preis von 18,95 Euro.
Foto: © johnfoxx.com
manchmal durch eine Krankheit entmutigen. „Ich kann das nicht mehr”,
heißt es und die Turnschuhe bleiben
im Schrank. Hier besteht die wichtigste
Aufgabe zuerst darin, die neue körperliche Situation anzunehmen und die
neuen Grenzen auszuloten. Für Herzkranke gibt es beispielsweise die so
genannten Herzgruppen, auch Koronargruppen genannt. Bundesweit
werden rund 100.000 Patienten in ca.
6.000 Gruppen angeleitet. Eine solche
Herzsportgruppe verordnet der Hausarzt. Prinzipiell gilt, dass Menschen
mit chronischen Krankheiten nicht auf
eigene Faust mit dem Sport beginnen sollten. An erster Stelle steht ein
Gespräch mit dem Arzt, um zu klären, welche Beanspruchungen nützlich
und welche schädlich sind. Dann kann
die Suche nach einem entsprechenden
Angebot beginnen. Spezielle Trainingsgruppen werden auch für Patienten
mit Atemwegserkrankungen, Diabetes,
Foto: ©?????, fotolia.com
Foto: © Robert Kneschke, fotolia.com
Ein ausgewogenes Krafttraining
stärkt die Muskulatur.
Gymnastik im warmen Wasser schont die Gelenke.
stehen von einem niedrigen Stuhl so
anstregend ist, dass man es nicht mehr
bewältigt. Ein ausgewogenes Krafttraining stärkt die Muskulatur und verbessert auch die Beweglichkeit in den
Gelenken. Das Treppensteigen, das
Aufstehen oder das Tragen der Einkaufstasche wird leichter. Die Ausdauer wird durch Krafttraining allerdings
kaum verbessert. Deshalb die Empfehlung: „Gehen Sie an den Tagen, an
denen Sie kein Krafttraining machen,
spazieren.“
Neben Kraft ist Gleichgewicht das
zweite wichtige Stichwort, wenn es
darum geht, lange fit und selbstständig zu bleiben. Vorbeugend eignen sich
Seniorentanz, Tai Chi und alle sportlichen Betätigungen, solange man dabei
auf den Beinen und in Bewegung ist.
Aktive ältere Menschen werden selten Probleme mit dem Gleichgewicht
bekommen. Ist die Balance bereits eingeschränkt und man gerät bei alltäglichen Aufgaben ins Schwanken, ist ein
Gleichgewichtstraining wichtig – als
Bestandteil spezieller Seniorengymnastik oder auch zu Hause (siehe Lektüre-Tipps links).
Bei Menschen, deren Beweglichkeit
bereits so stark eingeschränkt ist, dass
sie einen Rollstuhl benötigen, „geht es
zuerst einmal darum, wieder zu erreichen, dass der Körper überhaupt wahrgenommen wird“, sagt Physiotherapeutin Henriette Glinka. Sie leitet
Kraft- und Balancetrainings in einer
Alten- und Pflegeeinrichtung. Die älteren Menschen müssen erst wieder
spüren, wie es sich anfühlt, mit dem
ganzen Fuß fest auf die Erde zu stampfen oder die Finger weit zu spreizen.
„Wir wiederholen Alltagsbewegungen, damit die Bewegungen nicht verlernt werden und automatisch abgerufen werden können“, sagt Glinka.
Wer schon früher Sport und Bewegung in sein Leben bringt, kann damit
rechnen, länger selbstständig zu bleiben. Die Möglichkeiten sind vielfältig.I
Autorin: Sabine Anne Lück, Bad Honnef
Redaktion: GRIESHABER Redaktion + Medien, Bonn
Fit und aktiv im Ruhestand
Neuer Ratgeber der
Deutschen Seniorenliga
Studien belegen, dass zwei
Drittel der
Mitten im Leben
– auch nach dem
Generation
Beruf!
60 plus ihren
Ruhestand
positiv erleben. Das heißt
aber auch:
Jeder Dritte
hat Schwierigkeiten mit der
Umstellung. Die neue SeniorenligaBroschüre „Mitten im Leben – auch
nach dem Beruf“ bietet Anregungen
für die Vorbereitung auf den Ruhestand und Tipps zum bewussten
und aktiven Ausstieg aus dem
Erwerbsleben. Gefördert wird der
Ratgeber vom Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend. Den kostenlosen Ratgeber
gibt‘s bei der Deutschen Seniorenliga, Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn
oder als PDF unter
www.deutsche-seniorenliga.de
Gefördert vom
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