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Leitfaden Leishmaniose - Hundehilfe Mariechen

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Bergstr. 29
97076 Würzburg
www.hundehilfe-mariechen.de
Leitfaden Leishmaniose
Was ist Leishmaniose und wie wird sie übertragen?
Die Leishmaniose ist eine in Mittelmeerländern häufig auftretende Krankheit, denn sie
wird von der dort heimischen sog. Sandmücke übertragen. Die Mücke nimmt beim
Blutsaugen an einem Tier die Leishmanien auf. Bei ihrem nächsten Stich gelangen die
Einzeller in das Blut des anderen Tieres, werden im Körper verteilt, und beginnen u. U.,
das Gewebe zu schädigen. Sichtbar wird dies oft an der Haut, an Ohren oder Nase durch
Haarausfall und blutende Wunden. Ebenso können innere Organe betroffen sein.
Gefährde ich mich oder andere, wenn ich einen Hund mit Leishmaniose
aufnehme?
Die Sandmücke ist in Deutschland eigentlich nicht heimisch. Im Internet findet man aber
den Hinweis, dass in Gebieten Sandmücken gefunden wurden, und dass Ängste
bestehen, diese Mückenart könnte sich auch hier ausbreiten.
Ohne die Mücke ist eine Übertragung unserer Meinung nach nicht möglich, auch wenn in
vielen Foren anderes behauptet wird, z. B. Übertragung über Blut oder Speichel,
Übertragung von Hund zu Hund und Hund zu Mensch. Wenn wir daran glauben würden,
würden wir keine infizierten Hund nach Deutschland vermitteln und sie schon gar nicht
an unsere Pflegefamilien geben und damit Hunde und Familien gefährden.
Wir stehen seit 2000 mit italienischen Tierärzten zu diesem Thema in Verbindung. In
Italien ist Leishmaniose eine Erkrankung, die gut bekannt ist. Kein Italiener hat dort
Angst, dass er sich bei einem Hund anstecken könnte. Auf Sizilien sind schätzungsweise
80% der Hunde Leishmaniose positiv. Fälle bei Menschen sind dagegen kaum bekannt.
Wie äußert es sich, wenn ein Hund Leishmaniose hat?
Vielfach bemerkt man keinerlei Anzeichen. Daher werden alle Hunde in unserer
Vermittlung auf Leishmaniose getestet (außer Welpen, hier ist das Testergebnis nicht
aussagekräftig genug). Hunde können ihr ganzes Leben Leishmanien in sich tragen, ohne
dass eine Erkrankung ausbricht. In den anderen Fällen erkennt man den Befall von Haut
oder Funktionsstörungen von Organen.
Wie wird Leishmaniose nachgewiesen?
Leishmanien werden über speziell entwickelte Tests im Blut nachgewiesen. Es gibt
mehrere Testverfahren und manchmal sind die Testergebnisse falsch. Daher lassen
unsere italienischen Tierschutzkollegen oft einen 2. Test machen, wenn das Ergebnis
positiv war, aber keine Anzeichen erkennbar sind. Die Inkubationszeit von Leishmanien
wird mit 3 Monaten angegeben. Daher könnte ein Hund vor der Abreise nach
Deutschland gestochen worden sein und so trotz vormals negativem Test positiv sein.
Alle Hunde sollten sicherheitshalber in Deutschland nochmal getestet werden (frühstens
nach 3 Monaten), der Test kostet je nach Verfahren um die 30€.
Der im Test ausgewiesene sog. Titer zeigt die Konzentration der Leishmanien an. Ein
absolut niedriger Wert ist 1:80, ein gängiger hoher Wert 1:365.
1. Vorsitzende:
Dr. Michaela Reim, Würzburg
2. Vorsitzende:
Daniela Jung
Schatzmeisterin:
Kathrina Rüger
Vereinssitz (VR 10507):
Stadtsteinach
Geschäftsadresse:
Hundehilfe Mariechen e. V.
Bergstr. 29
97076 Würzburg
Bankverbindung: Stadtsparkasse
Kulmbach, BLZ: 771 500 00,
Kto-Nr.:337 840
Bergstr. 29
97076 Würzburg
www.hundehilfe-mariechen.de
Wie wird Leishmaniose behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach der Höhe des Titers und nach dem Gesundheitszustand
des Tieres. Dazu werden vorab Organwerte, z. B. von Leber und Niere, bestimmt.
Jahrzehntelang wurde das Präparat Glucantime eingesetzt, im Prinzip eine
Chemotherapie, die die Leishmanien zerstört mit dem Ziel, dass diese Einzeller nicht
mehr im Blut vorhanden sind und sich dort nicht mehr vermehren können. Das Mittel
wird über einen längeren Zeitraum z. B. wöchentlich gespritzt. Da die Nebenwirkungen
sehr stark sind, wurde Milteforan entwickelt, das sich auch leichter verabreichen lässt.
Die Flüssigkeit wird als Kur 28 Tage lang dem Futter beigegeben. Auch hier können
Nebenwirkungen wie Erbrechen auftreten.
Bei einem niedrigen Wert und als begleitende Beigabe bei einer Behandlung oder auch
alleine als Kur oder lebenslang können Allopurinol-Tabletten gegeben werden. Sie sollen
die Vermehrung der Leishmanien unterbinden, d. h. ein niedriger, ggf. nicht mehr
messbarer Wert kann gehalten werden.
Ist Leishmaniose heilbar?
Fast überall ist der Hinweis zu finden, dass ein Hund mit dieser Erkrankung nie als geheilt
angesehen werden darf. Selbst wenn ein Test, den man 3 Monate nach der Behandlung
mit Glucantime oder Milteforan macht, negativ ist, kann dies bedeuten, dass noch
Erreger im Blut sind. Wahrscheinlich sind es so wenige, dass die Konzentration nicht
mehr messbar ist. Die Erreger können sich aber wieder vermehren; daher sollte etwa 1-2
jährlich ein Test zur Kontrolle durchgeführt werden.
Zu guter Letzt
Ein Hund mit Leishmaniose führt ein lebenswertes Leben im Hier und Jetzt. Über Monate
oder Jahre werden keine Beschwerden sichtbar sein, vielleicht auch nie. Ehrlicherweise
kann es aber auch sein, dass Sie immer wieder mit der Erkrankung konfrontiert werden.
Sie können dies als belastend, oder auch als bereichernd erleben, diese Zeit mit ihrem
Hund durchzustehen. Bitte halten Sie sich auch den finanziellen Aspekt vor Augen und
informieren Sie sich vorab über möglicherweise entstehende Kosten. Aus unserer Sicht
können wir nur sagen, dass gute, stressfreie Haltungsbedingungen und eine liebevolle
Hund-Mensch-Beziehung das Immunsystem stärken und einen essentiellen Beitrag zu
Gesundheit des 4beiners leisten. Infizierte Hunde können genauso alt werden, wie nicht
infizierte.
Unsere Hilfe
Bitte beachten Sie, dass die Ausgangssituation bei jedem unserer Vermittlungshunde
anders ist. Bei Interesse an einem Hund erkundigen wir uns aktuell und ganz genau,
unterstützen Sie natürlich auch nach der Vermittlung mit unserem Fachwissen und
stellen auch den Kontakt zu deutschsprachigen Tierärzten in Italien her, die die Hunde
ggf. auch bereits damals im Tierheim betreut haben.
Sie überlegen noch? Die Familien, die einen Hund mit Leismaniose zu sich genommen
haben, tauschen sich gerne mit ihnen aus.
Ihr Ansprechpartner bei der Hundehilfe Mariechen:
Daniela Jung
danielajung@gmx.de
1. Vorsitzende:
Dr. Michaela Reim, Würzburg
2. Vorsitzende:
Daniela Jung
Schatzmeisterin:
Kathrina Rüger
Vereinssitz (VR 10507):
Stadtsteinach
Geschäftsadresse:
Hundehilfe Mariechen e. V.
Bergstr. 29
97076 Würzburg
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Kulmbach, BLZ: 771 500 00,
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Gesundheitswesen
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