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Flyer - Landes-Akkordeon

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BRIEFE
meinen Augen immer besser, als nur darüber zu reden, wie man nach Ansicht von in
der Regel versorgungsfernen Protagonisten das Gute tun sollte.
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Florian Löhe, MBA, FACS, Chefarzt
der Chirurgischen Klinik I, Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Klinikum Landshut gem. GmbH, 84034 Landshut
QM darf nicht unseren
Alltag bestimmen
Inhaltlich vermag ich dem Artikel von
Prof. Costa an keiner Stelle zu widersprechen und das anschließende „Pro“ widerlegt seine Thesen nicht.
Allerdings darf daran erinnert werden,
dass es (wieder einmal!) die Ärzteschaft
war und ist, die diese Parallelwelt nicht
nur mitmacht, sondern mit erschafft und
fördert . . .
Möge Costa weiter seine Stimme erheben
. . . vor allem: Möge er gehört werden und
es wieder dazu kommen, dass ärztliche
Tugenden und Qualität, nicht ein QM unseren Alltag bestimmen.
ger weniger, aber relevanter Parameter im
Bereich postoperativer Schmerzen im
Rahmen des QUIPS-Projektes (www.
quips-projekt.de) konnten nicht nur bis dahin unbekannte Defizite identifiziert, sondern durch eine simple Intervention nachhaltig verbessert werden (Schmerzreduktion bei gleichzeitiger Opioideinsparung) –
und eben nicht getriggert durch „QMKontrolleure“, sondern durch die unmittelbar beteiligten Pflegekräfte, Ärztinnen
und Ärzte.
tation an Schreibtischen. Die Patienten
waren sich selbst überlassen und der Charakter einer therapeutischen Gemeinschaft
ging verloren.
Dr. med. Helmut Waldmann, 80807 München
RANDNOTIZ
Hat der Mensch einen freien Willen? (DÄ 33–
34/2014: „Der freie Wille existiert“ von Gisela
Klinkhammer).
Literatur beim Verfasser
Apl. Prof. Dr. Winfried Meißner, Universitätsklinikum Jena,
07740 Jena
Die Kontemplation hilft weiter
Kann ein materieller (formgebundener) Ansatz (MRT) geistige (formlose) Prozesse
Fragen, die auf eine kritische
(Geist laut Brockhaus = immaterielle Kraft)
ärztliche Antwort warten
entschlüsseln beziehungsweise erklären?
Einstein: „Man kann ein Problem nicht mit
Herzlichen Glückwunsch, Herr Kollege
der Denkweise lösen, die es erschaffen hat.“
Costa, und vielen herzlichen Dank, dass
Es gibt ein Bild, das von manchen Mystiendlich einmal einer in „dem“ offiziellen
kern immer wieder benutzt wurde: Wir sind
Organ der Deutschen Ärzteschaft die
wie Wellenbewegungen an der OberfläWahrheit ausspricht.
Sie dürften bei vielen Kollegen offene Tü- che des Ozeans. Nicht wir, die einzelnen
ren einrennen! Die bisher von allen Betei- Wellen, bewegen uns nach unserem GutdünDr. med. Ulrich Steigerwald, 75417 Mühlacker
ligten unbeantwortete Kernfrage nach dem ken, sondern wir werden als Teil des Ganzen
wissenschaftlichen Nachweis für die Sinn- vom Ganzen bewegt. Um den Gedanken
Paradigmenwechsel
Einsteins aufzunehmen: Um dieses Bild von
haftigkeit des QM ist bis heute von den
Herr Prof. Costa ist dafür zu danken, dass Protagonisten des Systems ja weder ange- der Welle und dem Ozean wirklich ganz zu
erfassen, werden wir wahrscheinlich mit undacht noch beantwortet worden. Dementer einige schwerwiegende Irrwege des
sprechend lau und nahezu substanzlos fällt seren bewährten naturwissenschaftlichen InQualitätsmanagements benennt. Zu nenauch das Pro für das Qualitätsmanagement strumenten nicht viel weiterkommen. Mögnen sind hier vor allem die Fokussierung
licherweise können wir das Bild verstehen,
aus.
auf Struktur- und Prozessparameter, die
wenn wir uns des Instrumentariums der
Hinzufügen darf man auch noch, dass im
zwar oft leicht zu messen, aber nicht selQualitätsmanagement sich in der Regel ja Mystiker bedienen, der Kontemplation.
ten irrelevant für das Behandlungsergebnis sind – der Patient kommt in vielen die- die Mitarbeiter eines Krankenhauses verDr. med. Frank Sievers, 22587 Hamburg
sammeln, die an anderer Stelle überfordert
ser Ansätze ja gar nicht vor. Dies führt zu
dem beschriebenen Mangel an Akzeptanz sind.
Vom Unbewussten gesteuert
Vielleicht sollte man diese Serie fortfühbei Klinikern und der Entwicklung einer
ren, Vorschläge wären: „Wer zertifiziert
QM-Parallelwelt. Auch die (völlig überIn dem Artikel wird sehr richtig angeführt,
schätze) Nutzung von QM und Zertifizie- wen?“, „Wem nützt das Case-Manage„dass Hirnaktivität bereits bis zu zehn Serung für Marketing ist eine solche Fehlkunden vor einer bewusst werdenden Entment?“ und „Wie viel Mitarbeiter in der
entwicklung. Prof. Costa irrt jedoch, wenn Pflegedirektion verträgt ein Krankenscheidung in Kontrollzentren des Gehirns zu
er anschließend jedweden Ansatz diskredi- haus?“ All das wären wertvolle Themen,
erkennen ist“. Dieses Wissen hat sich seit
tiert, die Behandlungsqualität von Patien- die auf eine kritische ärztliche Antwort
der Entdeckung 1979 stark verdichtet und
ten durch systematische Maßnahmen zu
bestätigt. Die Frage, ob wir deswegen einen
warten. Nochmals vielen Dank!
verbessern. Auch die Behauptung, es gäbe Prof. Dr. med. Thomas-Alexander Vögeli, Chefarzt der Kli- „freien Willen“ haben, ist naiv, irrelevant
bisher keine wissenschaftlichen Nachwei- nik für Urologie und Kinderurologie, Medizinisches Zentrum und falsch gestellt. Vielmehr sollten wir beStädteRegion Aachen GmbH, 52146 Würselen-Bardenberg
se für den Nutzen von QM, ist falsch
greifen, dass unser Unbewusstes uns steuert,
(auch wenn hier noch viel zu tun ist).
und die Konsequenzen daraus ziehen, zum
Glücklicherweise ist ansatzweise auch im
Beispiel die Ausrichtung fast der gesamten
QM halbiert „Netto“-Kontakte Medizin ändern. Es ist zwangsläufig subopQM ein Paradigmenwechsel zu beobachten – einschließlich der Bereitschaft, bistimal im technisch-rationalen Bereich zu
In einer Suchtklinik bilden Therapeuten
weilen sogar zum Äußersten zu schreiten
wursteln, wenn der Mensch im emotionalen
und Patienten eine therapeutische Geund Patientinnen und Patienten in QMGefühlsdenken tickt. Das erklärt die immenmeinschaft. Vor Einführung des QM sah
Maßnahmen einzubeziehen. Ein pragmati- ich die Therapeuten fast während ihrer
sen Kosten des Gesundheitswesens für eine
sches Beispiel dafür – sogar aus seinem
ganzen Dienstzeit bei den Patienten. Nach Menge Unsinn und die wachsende FrustratiFachbereich – ist soeben publiziert woron der Beteiligten, besonders der Patienten.
Einführung des QM verbrachten sie die
den. Durch Erfassen und Vergleichen eini- Hälfte ihrer Dienstzeit mit der DokumenDr. med. Udo Saueressig, 74931 Lobbach
Deutsches Ärzteblatt | Jg. 111 | Heft 43 | 24. Oktober 2014
A 1863
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Seele and Geist
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