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CTP international im Rampenlicht: Was ist für - WAN-IFRA

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Schwerpunkt
Mai 2000
zeitungstechnik
Symposium Computer-to-Plate
CTP international im Rampenlicht:
Was ist für Zeitungen wichtig?
Über 200 Teilnehmer kamen nach Berlin, um sich über die neuesten Entwicklungen
und Aussichten auf dem CTP-Markt zu informieren > S. 13. Branchenkenner Holger
Brass erläutert die Knackpunkte bei der Umstellung auf CTP > S. 16. Wenn auch noch
vielfach Unsicherheiten bestehen, eine Reihe von Punkten hat sich – dank der
Erfahrungen einiger CTP-Pioniere – bereits geklärt > S. 20. Eine Podiumspräsentation der Plattenhersteller zeigt potenziellen Nutzern
die neuesten Technologien auf > S. 26. Eine
Ifra-Arbeitsgruppe hat sich des Themas
CTP-Prozesskontrolle angenommen > S. 30. Wenn sich CTP als
Standard etabliert, werden
neue Technologien darauf
ausgerichtet > S. 32.
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zeitungstechnik
Mai 2000
Wie kaum eine andere Technologie
beschäftigt die Umstellung auf Computerto-Plate (CTP) die Zeitungshäuser in Europa. In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Installationen jährlich verdoppelt.
Ende des Jahres werden voraussichtlich
insgesamt 500 CTP-Belichter in Europa bei
Zeitungen installiert sein.
Am 27. und 28. März 2000 fand in
Berlin ein Symposium der Ifra zum Thema
CTP mit mehr als 200 Besuchern statt, von
denen gut die Hälfte im Laufe des nächsten
Jahres den Einstieg in die CTP-Technologie
plant. Wie sieht der Markt heute aus und
wie wird er sich durch die Neuvorstellungen auf der drupa 2000 und der IFRA 2000
verändern?
Doch zunächst eine generelle Anmerkung vorweg: Messen, gerade große Veranstaltungen wie die drupa 2000, die zudem
auch nur alle vier bis fünf Jahre stattfindet,
setzen die Hersteller unter einen gewissen
Druck, etwas Besonderes zeigen zu müssen.
Das führt dazu, dass die Hersteller immer
häufiger noch nicht marktreife Produkte
vorstellen. Das ein auf der drupa neu vorgestelltes System bereits vier Wochen nach
drupa beim Kunden aufgestellt werden
kann, ist wohl eher selten. Der Besucher
muss daher genau prüfen, wann die angepriesene Technologie wirklich marktreif
sein wird.
Violett ist im Trend
Aber eins steht jetzt schon fest: „Die
Trendfarbe" der drupa aus Sicht der CTPAnwender und -Interessenten ist Violett.
Zwar wurde die Fotopolymerplatte
Agfa-N91 bereits auf der Expo der IFRA99
vorgestellt, aber man wird seitens Agfa die
drupa nutzen, um die konkrete Markteinführung zu forcieren. Die Nachfolgerin der
erfolgreichen N90A – sie ist mit zirka 60 %
Marktanteil die am häufigsten eingesetzte
CTP-Platte – hat nun statt der blassrosa
Schicht eine satt violette Schicht. Damit
lassen sich die Platten visuell wie auch
messtechnisch besser beurteilen. Intensive
Kundentests haben schon seit über einem
Jahr stattgefunden und der „kontrollierte"
Verkauf ist im Februar 2000 eingeleitet
worden. Gegen Ende des Jahres hofft Agfa,
komplett auf die N91 umgestellt zu haben.
Hauptvorteile dürften die geringere Tonwertzunahme, die höhere Laufleistung und
das bessere Auflösungsvermögen gegenüber dem Vorgängermodell sein.
Uwe Junglas
Schwerpunkt
CopyDot-Scanner
140 000 Euro
CTP-Belichter
210 000 Euro
Workflow-System inkl. RIP, Übertragung, Sende- u.
Empfangseinrichtung, Softproof, Papierproof
75 000 Euro
Digitalarchiv (Text, Bilder, Anzeigen, eventuell Bitmaps)
optional
Entwicklungsmaschine
50 000 Euro
Neue Plattentransport-, Stanz- und Abkantausrüstungen
100 000 Euro
Schulung
25 000 Euro
Wartungsvertrag
optional
Summe
600 000 Euro
Durchschnittliche Investitionskosten für eine CTP-Linie inkl. Übertragungssystem von der Redaktion zum Druckort.
Weiterhin werden violette Laserdioden ein großes Thema auf der drupa sein.
Insgesamt drei Hersteller (Agfa, Krause und
Purup-Eskofot) haben Systeme für violette
Laserdioden angekündigt. Zwar sind nicht
alle angekündigten Systeme für den Zeitungsmarkt vorgesehen, aber ein Einsatz in
Zeitungssystemen könnte bis zum Jahre
2001 umgesetzt sein.
Das spricht für violette Laserdioden:
> Anschaffungskosten: Violette Laserdioden werden z. B. in DVD-Systemen in
der Unterhaltungsbranche eingesetzt und
werden somit in großen Mengen relativ kostengünstig produziert.
> Höhere Empfindlichkeit: Die Hersteller der violetten Laserdioden sagen dem
Verfahren eine höhere Empfindlichkeit voraus. Damit könnten dann höhere Durchsatzleistungen erzielt werden. Ein für die
Zeitung nicht zu vernachlässigender Faktor.
> Einsatz unter Gelblicht: Dieser Punkt
ist zwar nicht unbedingt ein wichtiger
Aspekt in Zeitungsbetrieben, aber es kann
durchaus von Vorteil sein, wenn man keine
Dunkelkammer mehr benötigt und die Platten direkt am Belichter einlegen kann.
Agfa hat eine Silberplatte für ViolettLaserdioden angekündigt. Es handelt sich
um eine Variante der ebenfalls neu vorgestellten Agfa-Lithostar Ultra, die Weiterentwicklung der Lithostar Plus. Die frühere
DuPont-Plattentechnologie Silverlith wird
noch im Laufe dieses Jahres eingestellt. Sil-
verlith-Anwender müssen zwangsläufig zu
Lithostar Ultra wechseln.
Plattendiskussion
Im Laufe der nächsten Monate wird
die Entscheidung, welchen Plattentyp man
einsetzt, somit nicht einfacher. Zu den
Hauptkonkurrenten „Silber" (Agfa-Lithostar) und „Fotopolymer" (Agfa-N90A/N91
und Fuji-LP-NN) gesellen sich neue Technologien: Thermo zum Beispiel, von Kodak
Polychrome Graphics. Das Verfahren wurde
auf der IFRA99 vorgestellt und ist seit Anfang März 2000 in Bern in Produktion. Es
wird spannend, ob sich diese Technologie
etablieren wird.
Hinzu kommen die eben erwähnten
Platten für violette Laserdioden und
schließlich stellt die Firma basysPrint einen
Belichter (UV-Setter 57) zur drupa vor, der
konventionelle Platten belichtet. Allerdings
erst auf der IFRA 2000 im Oktober wird ein
vollautomatisches System (UV-Setter 57
HS) zu sehen sein. Das System soll dann 50
Platten pro Stunde mit konventionellen
Platten oder 70 Platten pro Stunde mit
empfindlicheren, aber etwas teureren Projektionsplatten produzieren. Ob das ausreichend sein wird, muss der Markt beantworten. Das System ist dann wahrscheinlich
Anfang 2001 erhältlich.
Passt die neue Platte zur alten?
Trotz aller Vor- und Nachteile einzelner Platten stellt sich für den Anwender
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Schwerpunkt
Uwe Junglas
besser zu den konventionellen Platten passt
als eine andere. Generelle Grundregeln dafür gibt es nicht, daher muss immer ein
Test durchgeführt werden, da sich in jedem
Haus eine andere Konstellation von Druckmaschine, Additiven und Papierbeschaffenheit ergibt. Der Test kann weiterhin auch
über die mögliche Anzahl der Überrollungen Auskunft geben.
Gerade das Thema Laufleistung wurde während des Symposiums heiß diskutiert. Nicht nur die Aussagen der Hersteller,
sondern auch die der Anwender gingen dabei auseinander. Bei Fotopolymer sprachen
einige von nur 100 000, wieder andere be-
zuerst eine ganz andere entscheidende Frage: Passt die geplante CTP-Platte überhaupt
zu der bisher eingesetzten konventionellen
Platte? Denn in der Übergangsphase werden beide Plattentypen gemeinsam in der
Druckmaschine zum Einsatz kommen. Jeder Anwender sollte daher einen ausführlichen Drucktest machen, bei dem die CTPPlatte und die konventionelle Platte direkt
hintereinander auf demselbem Druckzylinder positioniert wird. Denn bei einigen Zeitungshäusern ist es vorgekommen, dass der
Unterschied in der Wasserannahme zwischen den Platten Probleme bereitete. Es
kann also sein, dass die eine CTP-Platte
> Der CTP-Markt
Inzwischen ist auf dem Markt eine wachsende Zahl von CTP-Belichtern erhältlich. Hier eine Auswahl verschiedener CTP-Systemanbieter und die besonderen Merkmale ihrer Ausrüstungen:
Agfa: Polaris 100, Polaris
100E und Polaris 200 (Flachbett-Belichter). Der Marktführer. Belichter, Entwicklungsmaschine, Platten und Workflow
aus einer Hand. Durchsatzleistung: 80 (Polaris 200: 180)
Platten pro Stunde.
Krause Biagosch: Laser
Star N (LSN), LS Jet und LS Jet
Economy: Zweitgrößter Anbieter im Markt. Zum LSN-Belichter wird auch eine Entwicklungsmaschine angeboten; Innentrommelgerät. Durchsatzleistung: 80 Platten
pro Stunde (LS Jet: 180). Workflow-Systeme von Krause und anderen Anbietern.
Auch für Akzidenzproduktion geeignet (2540 dpi). Der LS Jet-Flachbettbelichter
bebildert zwei Platten in einem Durchgang (nicht für Akzidenzproduktion).
Autologic Information International: Autologic 3850 CTP (Wide/Economy).
Klein und platzsparend. Gutes Ausgabe-Workflow-System; Erfahrung mit Filmbelichtern. Preisgünstig; nur für Zeitungsproduktion geeignet, keine hohe Auflösung.
Purup-Eskofot: DMX 2737. Der Innentrommelbelichter ermöglicht eine einfache Plattenzufuhr direkt aus dem Plattencontainer. Durchsatz: 120 Platten pro
Stunde. Gutes Workflow-System. Für Akzidenzdruck geeignet (2032 dpi). Relativ
große Abmessungen.
Mitsubishi Western Lithotech: Anbieter der DiamondSetter-Modellreihe.
Kodak Polychrome Graphics: bietet den Versitec-Belichter und das neue
Thermal Newspaper System an.
ECRM: bietet jetzt den Wildcat (erstmals auf der IFRA99 vorgestellt) an.
K&F: Anbieter des Laser Express.
PPS: Anbieter des Panther FasTrak.
Cymbolic Sciences: OEM-Verträge mit Fuji und Agfa.
basysPrint: stellt die UV-Setter 57-Reihe für Zeitungen vor.
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zeitungstechnik
richteten von über 200 000 Überrollungen.
Bei Silberplatten wurde keine Zahl über
150 000 genannt. Die Schwankungsbreite
scheint hier geringer zu sein. Wie kommt es
bei Fotopolymer zu solchen Unterschieden?
> Der Qualitätsanspruch der einzelnen
Anwender ist offensichtlich recht unterschiedlich. Während der eine Anwender
eine Tonwertzunahme auf der Platte von
bis zu 15 % akzeptiert, geben sich andere
nur mit weit niedrigeren Werten zufrieden.
Einige Anwender akzeptieren es auch,
wenn sich der Punkt während der Produktion um fünf Prozent abbaut, einige wiederum nicht.
> Der Belichter spielt eine entscheidende Rolle, hier insbesondere die Punktschärfe des Laserstrahls. Ist ein Laser falsch
justiert oder konstruktionsbedingt nicht so
scharf, kann es zu einem Punktabbau während der Produktion kommen. Innentrommelbelichter sind hier u. U. von Vorteil, da
sie mit relativ geringem optischen Aufwand immer den gleichen Abstand zwischen Lichtquelle und Platte haben.
> Die Druckmaschine, das Papier und
die verwendeten Additive wirken sich auch
auf die Gesamtlaufleistung aus. So berichtete ein Anwender, dass ein Reinigungsmittel die Laufleistung drastisch reduziert hatte bzw. die Platten nach wenigen tausend
Exemplaren unbrauchbar waren. All die
genannten Punkte kann man letzten Endes
nur in einem konkreten Test unter den eigenen Bedingungen überprüfen.
Neue Belichter
Aber nicht nur die Plattenvielfalt
wird die Entscheidung erschweren, sondern
auch die neuen Belichter.
Gab es vor fünf Jahren von Agfa nur
einen Polaris, sind es mittlerweile drei
Modelle (Polaris 100 E, 100 XT und 200)
mit unterschiedlichen Ausstattungen und
Durchsatzleistungen.
Krause-Biagosch bietet den Klassiker
LS N in vielen Ausstattungsvarianten an.
Der neuere LS Jet erhält eine EconomyVersion, die auf der drupa vorgestellt wird.
Während der Economy den einen Durchsatz von zirka 100 Platten pro Stunde ermöglicht, hat Krause für die normale Version zur drupa eine Durchsatzerhöhung auf
250 Platten bei 1270 dpi angekündigt (280
Platten pro Stunde bei 1016 dpi).
Auch Purup-Eskofot hat eine Durchsatzerhöhung auf rund 150 bis 180 Platten
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Mai 2000
Uwe Junglas
Anzahl der bei Zeitungen in Europa installierten CTP-Belichter nach Ländern.
pro Stunde für seine DMX-Modelle angekündigt. Damit haben dann die Dänen vier
verschiedene DMX-Modelle zur Verfügung,
die sich in Format und Geschwindigkeit
unterscheiden.
Purup-Eskofot hat aber noch etwas
anderes anzubieten: Die im Bogenoffsetbereich gut etablierten InnentrommelBelichter ImageMaker CTP B1 und CTP B2
werden für die drupa mit neuen Geschwindigkeiten und Lasersystemen angekündigt.
Diese Systeme werden nun so schnell, dass
sie sehr attraktiv für Betriebe werden, die
neben der Zeitungs- noch eine Bogenoffsetproduktion haben. Zum ersten Mal bietet
Purup-Eskofot auch einen Laser für Thermo-Platten an. So kann der B1 etwa 70 Silberplatten oder 50 Thermo-Platten mit
einer nachgeschalteten Schneideeinheit pro
Stunde produzieren.
Autologic bietet drei verschiedene
Varianten der 3850 an: Neben der normalen 3850 gibt es eine „Economy"- und eine
„Wide"-Version, die für die drupa mit
einem Plattendurchsatz von bis zu 240
Platten (120 Panoramaplatten) angekündigt
wird.
Mitsubishi Western Lithotech hat
ebenfalls mittlerweile ein fast unübersichtliches Programm an Belichtern der DiamondSetter-Serie. Es stehen die unterschiedlichsten Varianten mit Durchsatzleistungen zwischen 60 bis 244 Platten pro
Stunde zur Verfügung.
Kodak Polychrome Graphics (KPG)
wird versuchen, das Thermo-System weiter
auf dem Markt zu etablieren. Mit 80 Platten ist das System zwar nicht schnell, aber
Schwerpunkt
Die zahlenmäßige Entwicklung der CTP-Installationen bei Zeitungen in Europa.
KPG sieht Vorteile in der Entwicklung, der
Druckeigenschaften und der Laufleistung
der Platte.
wie CTP mit möglichst geringen Reibungsverlusten eingeführt und eingesetzt werden
kann. Aber machen wir uns nichts vor: Die
Einführung von CTP ist ein „dickes Brett"
und kostet erhebliche Anstrengungen und
Nerven. Erst wenn es dann mal läuft,
kann man hoffentlich von rosigen Zeiten
sprechen. <
Die Wahl wird schwieriger
Alles in allem wird es für denjenigen,
der sich für CTP entschieden hat, nicht einfacher, sondern schwieriger. Nicht nur die
verschiedenen Platten, sondern auch die
verschiedenen Belichter lassen den Markt
bald sehr unübersichtlich werden. Ein genaues Prüfen wird immer wichtiger, um das
passende System zu finden.
Ein auf dem CTP-Symposium immer
wiederkehrender Gedanke: Bringen Sie erst
Ihren Workflow in Ordnung und stellen Sie
dann auf CTP um – angefangen bei der sofortigen Überprüfung eingehender Anzeigen und anderer Daten mit Hilfe von Preflight-Software bis hin zur Weiterleitung
der Farbzonenvoreinstellung mit Hilfe von
CIP3 anhand der gerippten Seiten.
Viele der Referenten haben auf mögliche Probleme bei den Schnittstellen hingewiesen. Banal klingende Dinge, wie die
Übergabe von Dateinamen vom Blattplanungssystem bis zur AusgabemanagementSoftware, wurden genannt. Wenn es an
solch einfachen Dingen schon hapert, sind
im Detail noch einige Probleme „begraben", welche die Zulieferindustrie noch
lösen muss.
Zusammenfassend bleibt der Eindruck, dass die CTP-Technologie einen
Großteil der Kinderkrankheiten abgelegt
hat bzw. diese stark verringert wurden.
In der Zeitung stellt sich kaum noch
die Frage, ob CTF oder CTP. Die Frage ist,
> Die CTP-Trends
– Die Hersteller von CTP-Belichtern sind dabei, ihr Angebot
zu diversifizieren; einige bieten
bereits mehrere Modelle an:
„Economy“-Versionen,
langsamere und schnellere Geräte.
– Derzeit wird der Markt von
Fotopolymer- und Silberplatten
beherrscht, doch Alternativen
wie Thermoplatten, Platten für
Violettlicht-Laser und konventionelle Platten sind auf dem Vormarsch.
– Ob Thermo-Belichtung (mit
IR-Laserdioden),
Belichtung
mittels Violettlicht-Laserdioden
oder UV-Licht, diese Verfahren
werden rasch weiterentwickelt.
– Belichter für den Akzidenzbereich werden für Zeitungen
zunehmend interessant, da die
Hersteller die Durchsatzleistung
ihrer Systeme steigern.
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