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Inhalt Vorwort 2 Information zur Sachkunde 3 2013 – Was war

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Inhalt
Vorwort
2
Information zur Sachkunde
3
2013 – Was war wirksam gegen Taubenfäule
5
Kirschessigfliege in Rheinland-Pfalz – Entwarnung?
8
Hilfe bei Esca – Wunder gibt es nicht!
9
Oidium – Endlose Geschichte mit Neuauflage
11
Beispiele für Spritzfolgen 2014
Antiresistenz–Management beim Einsatz von
Fungiziden
Tabelle Fungizide mit geringer Resistenzgefahr
14
Tabelle Fungizide mit erhöhter Resistenzgefahr
20
Tabellen Fungizide, Insektizide/Akarizide, Herbizide
21
Tabelle Mittel- und Wasseraufwand
33
Applikationstechnik als Fehlerquelle
35
Sachgerechte Einstellung von Sprühgeräten
40
Kontrollen: Was wird beanstandet?
43
Berater Rebschutz und Weinbau
46
18
19
Herausgeber:
Verein Ehemaliger Rheinhessischer Fachschüler Oppenheim
in Zusammenarbeit mit dem
DLR Rheinhessen – Nahe - Hunsrück
Wormser Str. 111, 55276 Oppenheim
Tel.: 06133-930-0 - Fax: 06133-930103
Mitwirkende: B. Altmayer, G.K. Hill, R. Ipach, A. Kortekamp, H. Knewitz, K.-J. Schirra,
S. Spies
Auflage März 2014
Liebe Winzerinnen, liebe Winzer,
In der vorliegenden Rebschutzbroschüre geben wir Ihnen wertvolle Information und
nützliche Tipps für die Rebschutzarbeiten 2014.
Die neuen Vorgaben bezüglich Sachkundeausweis durch das neue Pflanzenschutzgesetz
haben für einige Unruhe gesorgt, die uns bisher nicht wenig Arbeit bereitet hat.
Inzwischen sind nach den neuen Vorgaben bereits zahlreiche anerkannte
Weiterbildungsveranstaltungen gelaufen. Wir rechnen, dass bis April ca. 1300 Winzer in
Rheinhessen und an der Nahe an einer solchen Veranstaltung teilgenommen haben
werden. Bis Ende 2015 müssen noch ca. 4000 Personen einen entsprechenden Nachweis
erlangen. Das dürfte keine Schwierigkeit bereiten, nachdem die bisherigen Termine
reibungslos abgelaufen sind. Unabhängig von der Weiterbildung steht die Beantragung
des neuen Sachkundeausweises für alle auf der Agenda, die Spritzungen durchführen.
Dies sollte nicht vor Juli 2014 erfolgen, da die zentrale Bearbeitung der Anträge
bundesweit an einer Stelle erfolgt, die derzeit noch im Aufbau ist.
Wer noch nicht durch Ausbildung oder Prüfung sachkundig ist, muss einen
entsprechenden Lehrgang an einem DLR absolvieren. Wir planen den nächsten Kurs im
November 2014. Hierzu rechtzeitig anmelden, da dieser vermutlich rasch ausgebucht sein
wird nach den Erfahrungen des Sachkundelehrgangs im Februar 2014. Einzelheiten dazu
in dieser Broschüre zum Nachlesen.
In der vergangenen Saison 2013 gab es in Rheinhessen nach dem nassen und kühlen Mai
in der Rebblüte erheblichen Infektionsdruck durch Peronospora. Die meisten
Betriebsleiter kamen auf 9 Spritzungen. Trotz der zahlreichen Spritzungen vor der Blüte
kam es danach nicht selten zu erheblichem Oidiumbefall. Bedingt durch die späte Blüte
blieben die Trauben relativ lange infektionsanfällig. Weiterhin ist zu konstatieren, dass
Wirkungssicherheit und Dauerwirkung bei einigen älteren Wirkstoffen nachgelassen
haben. Die Gruppe der Strobilurine garantiert nach weiterer Resistenzentwicklung
inzwischen keine sichere Wirkung mehr. Deshalb sind in der vorliegenden Broschüre
nochmals die wichtigsten Regeln für einen optimierten Fungizid-Einsatz sowie zur
Resistenzvermeidung dargestellt. Übersichtstabellen zum aktuellen Zulassungsstand und
Beispielhafte Spritzpläne erleichtern die Mittelauswahl.
Erfahrungsgemäß folgen ja sehr milden Wintern, wie wir ihn diesmal hatten, Jahre mit
erhöhtem Oidium-Befallsdruck.
Der nasse September hat uns 2013 einen frühen Botrytisbefall bei z.T. noch enttäuschend
niedrigen Mostgewichten beschert. Welche Strategien hier Erfolg gebracht haben,
können Sie ebenfalls nachlesen.
Für die Saison 2014 wünschen wir Ihnen viel Erfolg und hoffen, dass Sie einen qualitativ
hochwertigen und mengenmäßig befriedigenden Jahrgang einbringen werden. Über
unsere Warndienste, das Weinbau_Wetterfax und den telefonischen Ansagedienst
werden wir Sie zur aktuellen Situation bezüglich Schädlings- und Krankheitsentwicklung
sowie zu rechtlichen Änderungen auf dem Laufenden halten.
Das Rebschutz-Team Rheinhessen-Nahe
Dr. Georg Hill
Sieghard Spies
-2-
Dr. Edgar Müller
Information zur Sachkunde: Antragstellung und Weiterbildung
SACHKUNDE im Internet finden: Unter Google die Suchworte SACHKUNDE DLR
eingeben.
Neuregelungen zur Sachkunde: Die Einführung des Neuen Sachkunde-Ausweises
in Form einer Scheckkarte erfolgt schrittweise ab Juli 2014. Vorher noch keine
Anträge auf Ausstellung des neuen Sachkundeausweises stellen.
Der neue Sachkundenachweis Pflanzenschutz im Scheckkartenformat:
Bundeseinheitlich wird der Sachkundenachweis im Scheckkartenformat eingeführt.
Jeder
Sachkundige,
der
beruflich
Pflanzenschutzmittel
anwendet,
Pflanzenschutzmittel verkauft, Nicht-Sachkundige anleitet oder beaufsichtigt oder
über den Pflanzenschutz berät, muss einen solchen Sachkundenachweis besitzen.
Die alten Ausbildungs- und Befähigungsnachweise (Zeugnisse über einen
anerkannten Berufs- oder Studienabschluss oder über eine bestandene
Sachkundeprüfung) gelten nur noch bis 26.11.2015. Spätestens bis zum 26.05.2015
muss der neue Sachkundenachweis (SKN) beantragt sein. Der neue Nachweis wird
in Verbindung mit dem Personalausweis gültig sein und muss beispielsweise beim
Kauf von Pflanzenschutzmitteln für die berufliche Anwendung oder bei Kontrollen
vorgelegt werden. Der SKN ist bei der zuständigen Stelle des Bundeslandes zu
beantragen, in dem der Sachkundige mit dem 1. Wohnsitz gemeldet ist.
Antragsverfahren in Rheinland-Pfalz: Die neuen Sachkundenachweise für die
Sonderkulturen Weinbau und Gartenbau können ab 2014 gebührenpflichtig beim
zuständigen DLR Rheinpfalz beantragt werden. Für die Landwirtschaft,
Forstwirtschaft und den Handel mit Pflanzenschutzmitteln ist das DLR RheinhessenNahe-Hunsrück zuständig. Infos auf dem neuen Internetportal Sachkunde in RP
unter www.dlr.rlp.de oder einfach in
google sachkunde rlp eingeben.
Anerkennung von Berufsabschlüssen: Für Sachkundige, die Berufsausbildung oder
SK-Lehrgänge vor dem 05. Juli 2013 abgeschlossen haben, gelten Bescheinigungen,
Studien- und Berufsabschlüsse, z.B. als Winzer, Gärtner oder Landwirt als
sachkundeanerkannt. Ab 06. Juli 2013 berechtigt z. B. ein Berufsabschluss zum
Landwirt oder Gärtner nur zur beruflichen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln
und zur Beratung im Pflanzenschutz, aber nicht mehr zum Verkauf von
Pflanzenschutzmitteln. Studienabschlüsse in den Agrar-, Gartenbau-,
Forstwissenschaften und Weinbau an Hoch- oder Fachhochschulen werden ab 06.
Juli 2013 nur noch dann für die Sachkunde anerkannt, wenn die Ausbildungsstätte
zusätzlich zum Abschlusszeugnis eine Bestätigung ausstellt, dass die in der neuen
Verordnung vorgeschriebenen Sachkundeinhalte im Rahmen des Studiums geschult
und geprüft wurden. Diese Bestätigung muss den Antragsunterlagen für die
Ausstellung des neuen Sachkundenachweises beigelegt werden.
Anerkennung ausländischer Sachkundenachweise (SKN) und Berufsabschlüsse
Es wird weiterhin möglich sein, ausländische Mitarbeiter für den Pflanzenschutz
einzusetzen. Für eine Anerkennung muss der zuständigen Behörde ein
Befähigungsnachweis aus einem anderen Mitgliedstaat der EU vorgelegt werden.
-3-
Aus ihm muss hervorgehen, dass die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten
(siehe Pflanzenschutz Sachkunde-VO Anhang 1) Bestandteil der Ausbildung und
Prüfung waren. Außerdem muss der Antragsteller über ausreichende deutsche
Sprachkenntnisse verfügen. Nur dann kann auf Antrag ein SKN nach deutschem
Recht ausgestellt werden.
Teilnahme an einer Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme im Drei-Jahres-Zeitraum
Alle Sachkundigen sind verpflichtet, jeweils innerhalb eines Zeitraums von drei
Jahren an einer anerkannten Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme teilzunehmen.
Für „Alt-Sachkundige“ die am 14.02.2012, dem Tag des Inkrafttretens des neuen
Pflanzenschutzgesetzes, sachkundig waren, begann die erste Drei-Jahresfrist zur
Fortbildung am 1. Januar 2013 und endet am 31.12.2015.
Für Sachkundige, die nach dem 14.02.2012 sachkundig geworden sind oder es
noch werden, beginnt der erste Drei-Jahres-Fortbildungszeitraum ab dem Tag der
Ausstellung des Befähigungsnachweises. Jeder Sachkundige, der an einer
anerkannten Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen hat, erhält
gegen Gebühr eine Teilnahmebescheinigung von der zuständigen Behörde. Alle
Fortbildungsnachweise sind bei Kontrollen ebenso wie der Sachkundenachweis
selbst vorzuweisen. Fehlt diese Bescheinigung, wird eine Frist gesetzt, um
nachträglich an einer anerkannten Fortbildungsmaßnahme teilzunehmen. Bei
Sachkundigen, die keinen Fortbildungs-nachweis erbringen oder gegen
Vorschriften des Pflanzenschutzrechtes verstoßen, kann die zuständige Behörde
den
Sachkundenachweis
widerrufen.
Zur
Wiedererlangung
des
Sachkundenachweises muss die Sachkundeprüfung neu bestanden werden!
Anerkannte Fort- oder Weiterbildungsmaßnahmen: Fortbildungsveranstaltungen
zur Pflanzenschutzsachkunde müssen grundsätzlich vom zuständigen DLR
anerkannt sein. Vor der beabsichtigten Teilnahme an einer Fortbildungsmaßnahme
wird empfohlen, sich zu erkundigen, ob eine Anerkennung vorliegt.
Fortbildungsveranstaltungen zur Sachkunde können nur anerkannt werden, wenn
bestimmte vorgeschriebene fachliche Inhalte geboten werden und die
Veranstaltung durch geeignete Fachkräfte gestaltet wird.
Fazit für den Praktiker:
-Alle Sachkundigen sollten zwischen Juli und Dezember 2014 die Ausstellung des
neuen Sachkundenachweises beantragen
- bis Ende 2015 ist eine anerkannte Fortbildungsveranstaltung zu absolvieren
Für spezielle Fragen zur Sachkunde im Weinbau steht beim DLR Rheinpfalz Dr.
Josef Eichhorn unter der Telefonnummer 06321/671-365 zur Verfügung.
-4-
2013 - Was war wirksam gegen Traubenfäule?
Das Jahr 2013 war bekanntlich durch eine verquerte Witterung gekennzeichnet. Bei
den frühreifen Rebsorten blieb der Jahrgang mostgewichtsmäßig deutlich hinter
seinen Vorgängern zurück. Die Monatsmittelwerte der Temperatur (Abb. 1) lassen
anderes vermuten, weil die Monate Juli und August erheblich zu warm ausfielen.
Sonnenbrandschäden traten bei der Sorte Riesling sogar noch Anfang September
auf!
Im Rückblick hatten wir drei Vegetationsmonate mit inverser
Temperaturentwicklung, nämlich zu Beginn warm und zum Ende hin mit
Kälteeinbrüchen. Der März begann frühlingshaft und schlug danach in Schnee und
Kälte um. So wurden am 15. März 2013 über dem Schnee örtlich Minima bis zu
minus 18°C gemessen!
160
25
OPPENHEIM 2013
Niederschlag 2013
140
Niederschlag Norm
Temperatur 2013
20
Temperatur Norm
120
15
80
°C
mm Niederschlag
100
Abb. 1: Temperatur und Niederschlag 2013 im Vergleich zum
langjährigen Mittel
10
60
40
5
20
0
0
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
Sept.
Oktober
November
Dezember
Verspätete Blüte
Der kalte Start des Frühlings brachte sogar Zugvögel zur Umkehr nach Süden. Die
Reben trieben trotzdem nur leicht verspätet in der letzten Aprilwoche aus. Das
eigentliche Problem kam dann im Monat Mai, der Erinnerungen an die 1980iger Jahre
aufkommen ließ. Nach mildem Beginn endete der Monat ausgesprochen kühl, feucht
und sonnenscheinarm mit insgesamt 18 Regentagen und 120-140 L/qm Regen. An 8
Tagen erreichten die Tagesmittel nicht mal 11°C, als Entwicklungs-nullpunkt für das
Triebwachstum. So verzögerte sich auch der Blütebeginn erheblich. Wer Mitte Mai mit
den Spritzungen begonnen hatte – was vielerorts durch die Peronospora erzwungen
wurde, kam auf 3 Vorblütebehandlungen! Nur sehr frühe Lagen blühten bereits am
15. Juni und konnten die nachfolgenden 8 warmen Sommertage nutzen. Beim Riesling
war lokal an der Rheinfront am 25. Juni die abgehende Blüte erreicht. Pech hatten
Anlagen in mittleren Lagen, die damals im Blütebeginn standen. Es folgten 6 Tage mit
Temperaturen unter 15°C, was der Verrieselung Vortrieb leistete. Die ganz späten
Lagen profitierten dann wieder von der Wärme des Monats Juli: Blütebeginn war dort
aber erst Anfang Juli und die Spätsorten waren erst um den 10. Juli „durch“. Dadurch
kam es zu Reifeunterschieden von 15 Tagen bei der gleichen Rebsorte in Rheinhessen.
Alles Weitere lief danach ziemlich günstig für die Trauben. Die Zunahme der Beerengewichte bei den meisten Rebsorten zwischen dem 2. und dem 23. September betrug
sogar stattliche 30-35%. Entsprechend reichlich fielen meist die Erträge bei Müller-5-
Thurgau und Dornfelder aus. Die später geernteten Partien hatten dann aber
zunehmend unter Verlusten durch den Botrytisbefall zu leiden.
Rückstand bei den Mostgewichten
Unglücklicherweise fiel die Sommerhitze 2013 in eine Entwicklungsphase der Trauben,
die durch Wärme nicht beeinflusst wird. Es ist dies die „Umschaltpause“ vor Beginn
der eigentlichen Zuckereinlagerung. Erst nach Reifebeginn wirken nämlich Wärme und
Sonne so richtig beschleunigend auf die Zuckereinlagerung. Nur in sehr frühen Lagen
begann bei M.-Thurgau die Reife bereits am 16. August. An sehr späten Standorten
aber erst am 29. August! Späte Lagen profitierten also nur noch in der ersten
Septemberwoche von dem warmen Sommer, während den frühen Lagen 3 Wochen
zusätzliche Wärme zu Gute kamen, bevor der September in den kühlen Herbst-Modus
schaltete. Selten hatten wir daher eine größere Spannbreite in den Oechslegraden
zwischen den Einzelparzellen bei der Reifemessung.
Deutlich geringere
Mostgewichtszunahmen zeigten auch Flächen mit hohem Stockertrag.
Nackenschlag: Frühe Fäule
Der September lag zwar temperaturmäßig in der Norm. Leider gab es zwischen dem 7.
und 20.9. insgesamt 11 Regentage! Diese Nässeperiode hat in der M.ThurgauReifegruppe schon früh zum Platzen von Beeren geführt und bekanntlich den
Startpunkt für die starke Botrytisfäule gesetzt. Das trockene Wetter in der letzten
Septemberdekade hat die Fäule nur kurzzeitig gebremst. Die relativ kühlen
Temperaturen hemmten aber den Anstieg der Mostgewichte und den Abbau der
Säure. Der ergiebige Regen am 5. Oktober, dem weitere Niederschläge folgen sollten,
setzte auch den Hoffnungen bei den Spätsorten ein Ende. Gerade beim Riesling
machten sich dann auch die fäulebedingten Ertragsverluste schmerzlich bemerkbar.
Erneut haben aber die lockerbeerigen Spätburgunderklone ihre enorme Fäulefestigkeit
bis zuletzt unter Beweis gestellt. Nur die frühe Entblätterung der Traubenzone und ein
gezielter Einsatz von Spezialbotrytiziden konnten den Fäulebeginn recht wirkungsvoll
verzögern und ermöglichten eine späte Lese. Glücklicherweise hatten wir fast keine
Probleme mit Sekundärfäulepilzen und flüchtiger Säure. Auch die gefürchtete KirschEssigfliege hat sich in Rheinhessen fast nicht gezeigt. Auffällig war in manchen
Parzellen das frühe Aufplatzen von Beeren im September. Oft ließ sich als Ursache ein
verschorfter, latenter Oidiumbefall in den betroffenen Trauben feststellen, wodurch
bekanntlich die Elastizität der Beerenhäute stark reduziert wird.
Alte Rezepte haben funktioniert!
2013 brachte viele Flaschenweinerzeuger in das Dilemma, dass die angestrebten
Mostgewichte noch nicht erreicht waren, obwohl die Fäule bereits um sich gegriffen
hatte. Es geht wie immer bei dem Botrytiskomplex um das „Kaufen“ von Zeit über
Verzögerung der Fäuleentwicklung. Im vergangenen Jahr war die Traubenstruktur
zunächst locker, verdichtete sich aber durch Dickenzunahme der Beeren im
September immer mehr. Zusätzlich brachten die zahlreichen Regentage bei vielen
Sorten ein Aufplatzen der Beeren im September. Abb. 2 zeigt ein Beispiel aus unseren
Botrytis-versuchen, das klar den günstigen Einfluss der Entblätterungsmaßnahmen
belegt.
-6-
Die besten Spezialbotrytizide Switch und Luna privilege erreichten hier nur 40-50%
Wirkungsgrad. Alternative Mittel wie z.B. Botector, Waschnussextrakt und der
Stauden-Knöterich-Extrakt Sakalia waren wirkungslos.
Interessanterweise
erbrachte die späte Entblätterung der Traubenzone im August keine Vorteile,
sofern keine Botrytizide eingesetzt wurden. Demgegenüber zeigte sich die
Entblätterung kurz nach der Blüte als erfolgreichstes Verfahren. Wurde dies mit
Botrytizideinsatz Ende August kombiniert, so konnten schöne Erfolge mit bis zu 70%
Wirkungsgrad erzielt werden. Dadurch konnte die Lese ohne Ertragsverluste um bis
zu 2 Wochen hinaus geschoben werden.
Die frühe Entblätterung hat neben einer gewissen Auflockerung der dichten
Trauben auch eine erhebliche Abhärtung gegen das Platzen der Beeren gebracht.
Gute Belichtung der Trauben im Zuge der Entwicklung härtet die Deckgewebe der
Beeren optimal ab und ermöglicht auch eine hervorragende Anlagerung der
Pflanzenschutzbrühen.
Botrytis 2013 Riesling
60,0
Wirkungsgrad
BS
50,0
40,0
30,0
20,0
10,0
0,0
Switch ES
77
46,3
37,1
25,2
43,0
-6,8
2,7
6,6
24,0
13,0
15,0
18,0
14,0
25,0
23,0
22,0
Wirkungsgrad
BS
Switch ES
77+ES 85
Luna
Luna
Botector ES Wasch-nuss Cantus ES
privilege ES privilege ES
77+ ES 85 2 ES 84 + 85 77+ ES 85
85
77+ES 85
Kontrolle
Variante
-7-
Entblättert
Entblättert
ES 82
ES 70 ERO
beidseitig(H
beidseitig
and)
56,1
2,3
10,0
23,0
Sakalia
ES 77+ ES
85
-8,7
26,0
Kirschessigfliege in Rheinland-Pfalz Entwarnung ?
Die Kirschessigfliege Drosophila suzukii stammt aus dem asiatischen Raum und wurde
2008 erstmals in den USA und Spanien und in der Folge 2009 in einigen
südeuropäischen Ländern nachgewiesen. Der erste Fund wurde in RP 2011 im
pfälzischen Siebeldingen gemacht.
Die Schäden werden von den Weibchen der Essigfliege verursacht, die in gesunde
Früchte vieler Obstarten und auch in
Traubenbeeren ihre Eier ablegen. Das DLR
Rheinpfalz führt seit 2012 für den Obst- und
Weinbau ein Überwachungsprogramm mit
speziellen Köderfallen („DLR-Monitoring“)
für Rheinland-Pfalz durch.
2013 wurden bis Oktober nur sehr wenige
Kirsch-Essigfliegen
gefangen.
Höhere
Populationen traten nur ganz vereinzelt dort
auf, wo Himbeeren oder Brombeeren eine
Vermehrung im Juli ermöglichten. Trauben
waren von Larvenfrass praktisch nicht
betroffen. Lokal stärkerer Befall wurde in
Südbaden gefunden. Rheinhessen wies nur
Einzelfänge auf. Als Zwischenbefund können
wir festhalten, dass der neue Schädling verbreitet in geringer Zahl vorhanden ist. In
geschlossenem Rebgelände ohne Beerenfrüchte oder benachbarte nicht beerntete
Kirschenanlagen ist eine Massenvermehrung vor September nicht zu befürchten.
Weiterhin scheinen Trauben für den Schädling keine besonders gute Nahrung zu
liefern. Die meisten Eier, die an Trauben abgelegt wurden, konnten sich nicht
entwickeln. Hoffen wir, dass die Lage auch in warmen Sommern sich nicht
verschlimmert. Es ist angesichts der Befallslage in südlichen Ländern noch keine
Entwarnung angesagt.
Einige Forschungsergebnisse aus diesen Ländern deuten darauf hin, dass Weintrauben
möglicherweise nur ungern von der Kirschessigfliege angenommen werden. Vor allem
bei Weissweinsorten und den Rebsorten mit dickeren Beerenhäuten scheint dies der
Fall zu sein. Unabhängig hiervon werden im Jahr 2014 die Untersuchungen am DLR
Rheinpfalz in Neustadt fortgesetzt und unter anderem verschiedene Maßnahmen zur
Kontrolle der Kirschessigfliege überprüft.
Für die weinbauliche Praxis gilt es, während der Traubenreife die „Augen offen zu
halten“ und örtlich auffällig raschen Fäuleverlauf an die Beratung zu melden.
Maßnahmen wie das Entblättern der Laubwand und luftige Erziehung sorgen dafür,
dass nasse Rebstöcke schneller abtrocknen und Sonneneinstrahlung und
Temperaturen im Bereich der Reben deutlich erhöht werden. Die Kirschessigfliege
liebt die Sonne nicht! Diese Maßnahmen beugen auch gleichzeitig der Botrytis vor.
-8-
Hilfe bei ESCA - Wunder gibt es nicht!
Esca ist eine schleichende Holzkrankheit, die eine Mischinfektion verschiedener Pilze
darstellt und langfristig zum Absterben vieler befallener Reben führt. Die lange
Inkubationszeit von 8-12 Jahren führt dazu, dass die Stockausfälle ab dem 15. Standjahr
kontinuierlich zunehmen und oft 2-3% jährlich betragen. Leider stehen dem Winzer
nach wie vor keine Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung dieser Krankheit an älteren
Stöcken zur Verfügung. Jedes Jahr werden neue Wundermittel angeboten, deren
Wirkung der Winzer gar nicht beurteilen kann, weil ein Erfolg erst 8-10 Jahre später zu
Tage tritt. Wer alte Weinberge lange im Vollertrag halten möchte, kommt deshalb an
der Stammsanierung als einziger wirksamer Methode nicht vorbei.
Krankheitssymptome
Der
Esca-Komplex
an
Weinreben äußert sich
durch
typische
Krankheitssymptome. In
Abhängigkeit von der
Witterung und damit der
Entwicklung der Reben
sind diese meist ab Juli
deutlich sichtbar. Die
APOPLEXIE
Blätter zeigen sogenannte
Tigerstreifen, womit gelbliche Aufhellungen zwischen den
Blattadern und eine Nekrosenbildung gemeint sind.
Ein Tigerstreifenmuster ist aber nicht immer deutlich ausgeprägt. Häufig sind die Blätter
nur einseitig aufgehellt und nekrotisch. Oftmals sind auch nur einzelne Triebe betroffen,
während Nachbartriebe keine oder kaum Anzeichen einer Krankheit ausweisen. Bei
fortschreitender Nekrosebildung fallen noch im Sommer Blätter vom Trieb ab und die
jungen Trauben vertrocknen. Zuvor sind dunkle Flecken, die sogenannten „black
measles“ (Masernflecke), an den schrumpfenden Beeren zu erkennen. Im weiteren
Verlauf der Krankheit können ganze Reben, zum Teil auch ohne vorherige Symptome
kollabieren (sog. Apoplexie). In diesem Fall bleiben nach einem völligen Blattverlust nur
noch vertrocknete Triebe zurück. Dennoch muss dies nicht das Ende einer Weinrebe
bedeuten. Esca-kranke Reben können in vielen Fällen noch über längere Jahre
zufriedenstellenden Ertrag bringen.
Nur Stammsanierung hilft
Abhängig vom Alter der betroffenen Reben und der angestrebten Standzeit kann bei
kranken Reben eine Stammsanierung vorgenommen werden. Hierzu sollten die kranken
Stöcke im Spätsommer, wenn die Symptome deutlich sichtbar sind, mit Sprühfarbe,
farbigen Bändern oder dergleichen markiert werden. Dadurch wird das Auffinden der
Stöcke im Winter erleichtert. Esca-Infektionen gehen fast immer vom Stammkopf aus
und entwickeln sich nach unten weiter. Der kranke Stammteil ist komplett zu entfernen.
-9-
Der gesunde Bereich des Stammes ist an einer hellen Farbe des Holzes zu erkennen.
Besser aber erst zum Beginn des Blutens der Reben wird der infizierte Stamm bzw. der
infizierte Bereich abgesägt. Es empfiehlt sich dabei, den Stamm etwa 15 cm über der
Veredlungsstelle abzusetzen. Alle Maßnahmen sollten bei trockenem Wetter
durchgeführt werden, damit frische Wunden schnell eintrocknen. Zusätzlich könnte ein
Wundverschlussmittel aufgetragen werden, wobei noch nicht bewiesen ist, dass diese
Maßnahme den Erfolg verbessert. Über den Stumpf wird dann später vorteilhaft ein
Pflanzrohr gesteckt, das mit einem Stäbchen fixiert ist.
Die Erfahrungen 2013 mit schlechtem Austrieb von schlafenden Augen an den Stümpfen
lassen das Absägen der Stämme erst gegen Mitte Mai ratsam erscheinen. Falls sich
nämlich über der Veredlungsstelle kein Wasserschoss entwickelt, können immer noch
Triebe am Stammkopf austreiben.
Das Absetzen des Stammes ist keine Erfindung der Neuzeit. Die Erneuerung des
Rebstammes war bereits im 19. Jahrhundert eine Maßnahme, die bei kundigen (und
fleissigen Winzern) im Abstand von 10-15 Jahren
erfolgte. In der Zeit des wurzelechten Weinbaus konnte
man dadurch Weinberge über 50-80 Jahre hinweg im
Ertrag erhalten.
Der harte Frostwinter im Jahr 1985 hat oft nur die
Augen unter dem Schnee am Stammfuß verschont.
Nach Aufziehen der Wasserschosse wurden im
Folgejahr die toten Stämme abgesägt. Ohne es zu
wissen, hat man damals auf mehr als 50% der
rheinhessischen Rebfläche die latenten Holzinfektionen
mit beseitigt. Möglicherweise ist dies der Grund dafür,
dass sich erst um 1995 die Esca-Symptome in
Rheinhessen großflächig bemerkbar machten.
Stammaufbau ohne Ertragsverluste
Zur Sanierung von ganzen Parzellen kann das Verfahren in zwei Schritten erfolgen. An
den Stöcken werden im ersten Jahr bereits im Mai 1-2 Stocktriebe kurz oberhalb der
Veredlungsstelle belassen und aufgebunden. Nachdem der neue Stamm formiert ist,
kann der alte im folgenden Winter abgesägt werden. Der Einsatz von Blattherbiziden ist
bei dieser Methode ab Austrieb nicht mehr möglich, allerdings kann das Bodenherbizid
Katana vorher noch eingesetzt werden.
Eine Stammsanierung bringt die besten Erfolge bei der chronischen Verlaufsform der
Esca-Erkrankung, sofern es das Alter der Reben und die angestrebte Standzeit als
sinnvoll erscheinen lassen. Hier wird man in der Praxis langfristig mit 60-75% Erfolg
rechnen können. Wo die Vermorschung des Stammes schon bis hinunter zur
Veredlungsstelle reicht, ist diese Maßnahme aber keine längerfristige Lösung.
Erstaunlicherweise können manchmal auch noch manche abgewelkten Stöcke
(apoplektische) Reben durch Stammsanierung gerettet werden, sofern Wasserschosse
austreiben.
- 10 -
Oidium: Endlose Geschichte mit Neuauflage
Beim Echten Mehltau (Oidium) sind 2013 die Infektionen fast ausschließlich von den
Wintersporen ausgegangen. Die sogenannten Oidiumfiguren am einjährigen Holz zeigen
in erster Linie, dass im Sommer noch vor der Verholzung der Triebe starker Befall in der
Anlage bestand. Das tatsächliche Ausmaß des Infektionsdruckes und der
Krankheitsgefahr wird jedoch maßgeblich von der Witterung im Mai und Juni bestimmt.
Somit war der nasse und kühle Mai 2013 zunächst eine wirksame Bremse gegen
Oidium. Als „Schönwetterpilz“ bevorzugt Oidium warme Tage und milde Nächte.
Intensive Sonneneinstrahlung mit hohem UV-Anteil tötet die Sporen des Pilzes ab.
Daher finden wir die ersten Mehltauflecke fast nur auf den beschatteten
Blattunterseiten. Längere Blattnässe bringt dagegen die Sporen zum Platzen.
Regenperioden mit kühlen Temperaturen hemmen deshalb seine Ausbreitung. Das
Zusammenwirken von Witterung, Vorbefall, Sortenanfälligkeit und nicht zuletzt der
Befallsdruck aus Nachbarparzellen ergibt eine Risikosituation, die eine angepasste
Bekämpfungsstrategie erfordert.
Zeigertriebe: Der Super-Starter
Knospeninfektionen durch Oidium führen im Folgejahr zu Zeigertrieben, die durch einen
flächigen weißen Pilzbelag an Blättern oder Trieben meist gegen Ende Mai klar
auszumachen sind. Aktuell finden wir Zeigertriebe fast nur in zweijährigen oder
dreijährigen Jungfeldern. Das Problem bei den Zeigertrieben ist die starke und frühe
Sporenbildung bereits ab Mitte Mai, was einen frühen Start der Krankheit zur Folge hat
und noch vor der Rebblüte hohen Infektionsdruck auslöst. In verdächtigen Anlagen
sollte mit den Spritzungen begonnen werden, sobald 3-4 Blätter entfaltet sind. Neben
den Jungfeldern sollte man besonders Weinberge im Auge behalten, die neben
Nachbarn liegen, die erfahrungsgemäß Probleme haben. Dort lässt sich
erfahrungsgemäß nichts einsparen!
2013: Langsamer Aufbau von Oidium
Die Überwachung von ungespritzten Pilotanlagen ist für den Rebschutzdienst eine
wichtige Informationsquelle zur Prognose von Oidium. Die Oidiumbekämpfung
bereitete 2013 durchaus Probleme. Zunächst erscheint dies verwunderlich, da die
meisten Betriebe auf 3 Vorblütespritzungen kamen, was nicht zuletzt durch die
Peronosporagefahr bedingt war. Die Verhältnisse in den unbehandelten Pilotparzellen
erwiesen ganz klar, dass das kühle Frühjahr für die Oidiumentwicklung schlecht war.
Abbildung 3 zeigt, dass der Befallsaufbau 2013, bezogen auf die Zeit ab Austrieb, eher
im Mittelfeld der Vorjahre ablief. Problematisch wurde die Situation in der letzten
Juniwoche, also im Zeitraum als die Trauben zwischen Blütebeginn und „abgehende
Blüte“ standen. Danach kam der Kälteeinbruch mit Blühstopp, was die hochanfällige
Phase der verzettelt verblühten jungen Beeren weiter verlängerte (Abb.3). Die trockene
Hitze im Juli war danach ideal für Sporenbildung und Ausbreitung von Oidium.
Gleichzeitig kam es zu einem explosionsartigen Zuwachs an den Trauben, was
Spritzbeläge rasch verdünnte. Erfahrungsgemäß sind die unzureichend behandelten
- 11 -
Traubenrückseiten und die durch Blätter verdeckten Trauben immer Schwachstellen im
Rebschutz, die allerdings den Sporen zugänglich sind. Oft waren die Spritzabstände zu
lang, was sich natürlich nur in
Oidium: Befallsstärke an den Trauben 2005-2013
unbehandelte Parzellen Portugieser Oppenheim
Befallslagen
bemerkbar
%
machte.
befallene
Beeren
BSTr.2005
100
BSTr.2007
2012
90
2013
2008
80
BSTr.2008
2009
70
2010
60
BSTr.2009
50
40
BSTr.2010
2007
30
2005
BSTr.2012
20
Abb. 3: Entwicklung des
Oidium-Traubenbefalls in der
unbehandelten
Pilotfläche
Portugieser in Oppenheim
10
BSTr.2013
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Situation in der Praxis
2013 war dadurch gekennzeichnet,
dass die Oidium-Befallsprobleme überwiegend in Form von
Einzelbeerenbefall zu Tage traten und auf einzelne Parzellen oder Gewanne beschränkt
blieben. Tendenziell gelang eine perfekte Bekämpfung meist besser in den früh
verblühten Lagen. Im Kontrast dazu stehen zahlreiche Meldungen über Befall bei der
früh blühenden Sorte Chardonnay im gesamten Gebiet.
Tage nach Austrieb
OID-Port-MM_10
OIDIUM-UMFRAGE
Unsere Umfrage, an der fast 200 Betriebe teilgenommen haben, ergab, dass fallweise
aufgetretene Befallsprobleme in den Flächen nicht eindeutig auf Mängel in der
Applikationstechnik zurückzuführen waren. Der Trend zur Behandlung nur jeder
zweiten Teilbreite auch nach der Blüte bei zunehmender Fahrgeschwindigkeit setzte
sich bei steigenden Betriebsgrößen weiter fort und wird inzwischen von über 60% der
Betriebe und auf ca. 70% der Rebfläche praktiziert. Zunehmend setzen sich die
großtropfigeren/Injektordüsen gegenüber den Standarddüsen durch. Die Injektordüsen
scheinen gegen Oidium Vorteile zu bringen: Von den Betrieben mit starkem
Traubenbefall arbeiteten 80% mit Standarddüsen! Charakteristisch war wie in 2012
die Beobachtung, dass die gleiche Spritzfolge in Einzelparzellen Minderwirkung brachte,
während die übrigen Flächen befallsfrei blieben. Oft wurde die hohe Anfälligkeit des
Dornfelders nicht so berücksichtigt, wie in den Jahren mit hohen Fassweinpreisen.
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Abb. 4: Vergleich von zwei Standorten mit
unterschiedlichem Blütetermin bezüglich
der Oidiumanfälligkeit der Trauben
VITIMETEO-OIDIUM 2013
VERGLEICH DES FRÜHBLÜHENDEN STANDORTS OFFSTEIN
MIT DEM SPÄTENTWICKELTEN STANDORT ROMMERSHEIM
Minimalschnittanlagen wurden aufgrund
der Warnungen des Rebschutzdienstes
häufig jede Gasse gespritzt und zeigten in
den „beratungsnahen“ Betrieben meist
geringere Probleme.
Fungizidresistenzen nehmen zu
Minderwirkungen einzelner Wirkstoffe können zwischen Blütebeginn und
Traubenschluß zu Problemen führen in Parzellen unter erhöhtem Infektionsdruck.
Eindeutige Nachweise von Totalresistenzen liegen inzwischen für die Strobiluringruppe
vor in Rebflächen, wo diese Mittel langjährig eingesetzt wurden. Nur in Einzelfällen
haben Betriebsleiter 2013 Strobilurinmittel in Blockspritzung eingesetzt, was dann
häufig zu Befallsproblemen führte. Der einmalige Einsatz blieb aber in Spritzfolgen der
Praxis mit Wirkstoffwechsel auch 2013 ohne nachweisbare negative Folgen. Wir wissen
derzeit nicht, wo in den Anbaugebieten Rheinhessen und Nahe Schwerpunkte in der
Resistenzbildung gegen Strobilurine liegen. Wer in den letzten Jahren jährlich 2 x
Strobi’s eingesetzt hat, könnte betroffen sein. Die Strobilurinresistenz führt zur
absoluten Unwirksamkeit aller Strobilurine und breitet sich immer weiter aus. Fakt ist,
dass in Problemparzellen diese Mittelgruppe als unsicher zu betrachten ist. Zumindest
sollten die reinen Strobi-Mittel auf max. 1 Behandlung jährlich beschränkt werden. Für
2014 die Restbestände der reinen Strobi-Mittel (Flint, Cabrio Top, Universalis)
möglichst nicht vor Traubenschluss einsetzen. Ein neues Strobilurinpräparat in
Mischung mit Tebuconazol könnte 2014 zur Verfügung stehen, für das sinngemäß
ähnliche Vorgaben gelten.
In Befallslagen sind Wirkungsgrade über 90% gefordert, was nicht mit allen Präparaten
zu erzielen ist. In unseren Versuchen war dies 2013 nur durch Einbau der SDHI – Mittel
(Collis, Luna E.) in die Spritzfolgen erreichbar. Weitere Präparate aus dieser (noch)
hochwirksamen Mittelgruppe stehen in der Zulassung. Damit zeichnet sich aber
möglicherweise in Zukunft die Entstehung von Kreuzresistenzen auch bei dieser
Wirkstoffgruppe ab. Nachgewiesene Minderwirkungen gibt es verbreitet bei den
Quinoleinen (Vento, Talendo). Diese Mittel sollten nur einmal pro Saison und entweder
vor der Blüte oder ab Traubenschluss zur Anwendung kommen. Der neue Wirkstoff
Cyflufenamid (in Dynali und Vegas) ist von keinerlei Resistenz betroffen. Allerdings sind
die Wirkstoffgehalte recht knapp eingestellt, was auch bei diesem Wirkstoff eine strikt
vorbeugende Behandlungsstrategie erfordert.
In Problemlagen muss 2014 neben einer gezielten Wirkstoffwahl auch die Frage der
Spritzabstände genauer betrachtet werden. Im Blütebereich führt der rasche Zuwachs
oft zu schneller Verdünnung an den wachsenden Blüten und Trauben. Oft bringen
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Spritzintervalle von 10 Tagen zwischen Blüte und Erbsengröße einen größere
Wirkungssicherheit. Häufigere Spritzungen gleichen auch fallweise Applikationsfehler in
der Vorbehandlung aus.
Zusammenfassung
Der Befallsdruck durch Oidium war zunächst niedrig und erhöhte sich dann drastisch
gegen Ende Juni. Damit wurden die Trauben als Folge der verzögerten Blüte in ihrer
empfindlichsten Entwicklungsphase infiziert. In Lagen mit sehr starkem Befallsdruck war
in dieser Phase ein sicherer Wirkungserfolg nur mit den SDHI-Mitteln zu erreichen. Die
Resistenzsituation bei den Strobilurinpräparaten hat sich in Rheinhessen weiter
verschlechtert.
Damit verengt sich die Wirkstoffpalette erheblich, was die
verbleibenden Wirkstoffe unter höheren Resistenzdruck setzt. Auch die Spritzabstände
müssen zukünftig überdacht werden. Nachdem wir einen außergewöhnlich milden
Winter 2013/14 erlebt haben, ist erfahrungsgemäß auch in dieser Saison mit einem
erhöhten Oidiumdruck bereits in der empfindlichen Blütephase zu rechnen. Daher
empfiehlt es sich, bei den vorgeschlagenen Spritzpläne strikt zu bleiben, zumal es
zwischen den Handelspräparaten nur geringe Preisunterschiede gibt.
VITIMETEO im Internet finden:
Unter Google die Suchworte VITIMETEO DLR eingeben!
Beispiele für Spritzfolgen 2014
Alle Rebschutzmaßnahmen und auch die Entwicklung der Erreger hängen von der
Witterung ab. Viele Betriebsleiter beziehen die jeweils aktuell passenden Mittel
direkt beim Landhandel, um unnötige Überlagerung von nicht verbrauchten
Präparaten zu vermeiden. Es ist allerdings zu bedenken, dass die Verfügbarkeit in
Problemjahren nicht für alle Mittel gegeben ist. Sinnvoll ist es daher, ein gewisses
Gerüst der Spritzfolgen einzuplanen und schon vorab den Bedarf für die
Grundbrühen evtl. im Frühbezug einzulagern.
OIDIUM - SPRITZPLÄNE
Fungizidresistenz bleibt ein Dauerbrenner. Während bei den meisten vorhandenen
Wirkstoffen keine Totalresistenz bei Oidium auftritt, ist dies bei der StrobilurinGruppe (Discus, Flint, Cabrio, Universalis) der Fall. In kritischen Lagen empfiehlt sich
auf alle Fälle ein Sicherheitsprogramm mit den neuen Wirkstoffen, bei denen noch
keine Resistenz besteht.
Strobi-Resistenz ist total - auch mit höheren
Aufwandmengen sind strobi-resistente Oidium-Stämme nicht mehr zu erfassen. Es
handelt sich dabei um eine Kreuzresistenz gegen sämtliche Wirkstoffe dieser Gruppe.
Immerhin war die Lage fast 15 Jahre lang stabil. Der erste Vertreter der Gruppe, das
Discus, kam bereits 1997 in den Markt. Die Strobilurine haben in der Vergangenheit
stark dazu beigetragen, um den Oidiumdruck großflächig zu verringern. Betroffen
sind die Präparate Discus/Strobi, Flint, Universalis und Cabrio Top. Collis enthält zwar
Discus, aber auch gleichzeitig das „starke“ SDHI-Mittel Boscalid. In Rheinhessen sind
bei Blockspritzungen mit reinen Strobilurinen fast überall Probleme aufgetreten. Eine
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Ära geht zu Ende. Wo bisher noch alles in Ordnung ist, kann ein Strobilurin evtl. ab
Traubenschluss zum Einsatz kommen.
Eine erneute saisonale Erlaubnis von Karathane Gold für Stoppbehandlungen mit
begrenzten Mittelmengen wird es nicht geben. Damit sind 2014 die Möglichkeiten
für eine kurative Oidium-Bekämpfung sehr beschränkt.
Als stärkstes (vorbeugendes) Oidiumfungizid hat sich 2013 auch bei härtestem
Infektionsdruck Luna-Experience erwiesen. Es enthält wie auch Collis einen
hochpotenten Wirkstoff aus der SDHI-Gruppe, bei der im Weinbau bisher noch keine
Resistenzen gegenüber Oidium vorliegen. Die SDHI-Wirkstoffe besitzen
teilsystemische Eigenschaften und eine relativ gute Dauerwirkung an den Trauben:
SDHI’s werden 2013 die (relativ preisgünstigen) Sicherungsanker unserer Spritzfolgen
sein. Dazwischen passen dann die Mittel, welche überwiegend nur eine vorbeugende
Wirkung entfalten. Grundsätzlich sollte 2014 nach dem extrem milden Winter Oidium
ernst genommen werden! In Problemparzellen aus 2013 (Oidiumfiguren am Holz!)
und vor allem in den empfindlichen Rebsorten ist bereits im 5 Blatt - Stadium eine
vorgezogene Spritzung mit Netzschwefel ratsam. Weiteres entscheidet die Witterung
zwischen Austrieb und Blüte. Aktuelle Warndienstaufrufe beachten und im Zeitraum
Letzte Vorblüte bis zum Schließen der Trauben ein striktes Programm unter
Einhaltung der Mittelgruppen durchziehen. Ausnahmsweise sind diesmal die
wirksamsten Präparate nicht unbedingt die teuersten. Umgekehrt darf dies nicht
dazu führen, dass Blockspritzungen mit der SDHI-Gruppe erfolgen. Andernfalls
werden wir auch hier bald resistente Pilzstämme sehen. Wie die Versuche zeigen,
bringt die Beimischung von Schwefel zu den Brühen der organischen Mittel keine
Verbesserung in der Wirkung!
Die neueren Oidium-Mittel sind hinsichtlich der Wirksamkeit an Trauben für 2014 in
folgende Kategorien einzuteilen:
Standard - vorbeugend
bei hohem Befallsdruck bewährt
Dynali, Vegas
Luna
(Fluopyram+Tebuconazol)
Collis (Discus* + Boscalid)
Vento Power, Talendo
Vivando
experience
(*) Universalis
(*)Discus/Stroby, (*)Flint, (*)Cabrio
Top(*)
(*) reine Strobilurine, nicht mehr bei anfälligen Rebsorten einsetzen
Allgemeine Grundsätze für 2014:
1) Azol-Mittel wie Topas oder Systhane erst nach Traubenschluss verwenden.
Aufgrund von Teilresistenz sind beide Mittel bei hohem Befallsdruck nur zum Schutz
der Blätter geeignet und sollten für die letzten 2 Spritzungen der Saison reserviert
werden.
2)Resistenzmanagement beachten: Wirkstoffgruppen im Wechsel spritzen. Möglichst
jede einzelne nicht mehr als zweimal pro Jahr verwenden!
- 15 -
3) Mit befallsfreien Flächen in die Blüte gehen. Der kritischste Zeitraum der Anfälligkeit
liegt zwischen Blütebeginn und Hängen der Trauben!
4) Anker-Mittel sind dieses Jahr Collis und Luna E. aus der SDHI-Gruppe
Beispiele für stark Oidium- gefährdete Parzellen (z.B. Dornfelder, Portugieser,
Chardonnay):
1. Vbl.
2.Vbl.
Abgeh.
Blüte
1. Nbl.
2.Nbl.
3. Nbl
4. Nbl.
Schwefel
Luna E.
(G/L)
Dynali
(R/G)
Collis
(A/L)
Vivando
(K)
Topas
(G)
Systhane
(G)
Schwefel
Collis
(A/L)
Dynali
(R/G)
Luna-E.
(G/L)
Dynali
(R/G)
Vento
P.
(J/G)
Systhane
(G)
Schwefel
Dynali
(R/G)
Luna E.
(G/L)
Talendo (J)
Vivando
(K)
Collis
(A/L)
Topas
(G)
Systhane
(G)
Beispiele für normale Befallssituation/weniger anfällige Sorten(z.B. Riesling,
Burgunder)
1. Vbl.
2.Vbl.
Abgeh.
Blüte
1. Nbl.
2.Nbl.
3. Nbl
(4. Nbl.)
Schwefel
Dynali
(R/G)
Luna E.
(G/L)
Vivando
(K)
Vento
Power
Topas
(G)
Systhane
(G)
Schwefel
Luna-E.
(G/L)
Dynali
(R/G)
Collis
(A/L)
Talendo
(J)
Schwefel
Collis
(A/L)
Vivando
(K)
Dynali
(R/G)
Vento P.
(J/G)
Universalis
/Flint (*)
Topas
(G)
Systhane
(G)
Systhane
(G)
(*) nur in befallsfreien Beständen
Beispiele für Peronospora-Spritzfolgen 2014
Gegenüber 2013 ergeben sich für 2014 keine besonderen Änderungen. Die
dargestellten Spritzfolgen zeigen nur einen Ausschnitt der Möglichkeiten. Grundsätzlich
erfolgt bei den resistenzgefährdeten Wirkstoffen ein Wirkstoffwechsel zwischen den
Spritzungen. Für die späten Behandlungen kommen nur Kontaktfungizide ohne
Resistenzrisiko zum Einsatz, um auftretende resistente Pilzstämme vor Beginn der
Wintersporenbildung nicht noch zu fördern. Inzwischen steht mit Veriphos der
Einzelwirkstoff Kaliumphosphit als vollsystemisches Peronosporamittel für
Tankmischungen zur Verfügung. Der Wirkstoff bildet auch eine Komponente in
Mildicut. Gegen Phosphite (auch als Phosphonate bezeichnet) scheint es nach
mittlerweile 30 jähriger Erfahrung keine Resistenzbildung bei der Rebenperonospora zu
geben.
Bei unseren Versuchen war der Zusatz von Veriphos in veringerter
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Aufwandmenge (Basis 0,5 L/ha) zu einer Grundbrühe mit Kontaktfungizid sehr wirksam
zum Schutz des Neuzuwachses.
a) Flaschenweinvermarkter mit knapper Zeitplanung bzw. Betriebe mit geringer
Schlagkraft – Betonung auf tiefenwirksame Mittel
1. Vbl.
Polyram
2.Vbl.
Polyram
+Veriphos
Abgeh.
Blüte
Sanvino
(F )
1. Nbl.
2.Nbl.
3. Nbl
4. Nbl.
Forum St.
Melody C.
Vincare Enervin (S)
Folpan WG Folpan WG
Pergado Mildicut (F)
Vinostar
(alle C)
Melody.C.
Forum Star Mildicut
Polyram
Vinostar
(F)
(alle C)
Aktuan (B)
Delan WG
Galactico
Ridomil (D)
(A/B)
Fantic (D)
Folpan WG
Ridomil
(D)
Vinostar
Mildicut
Pergado
Delan WG
Sanvino
(C)
+Veriphos
(F)
Universalis
(A)
Funguran
Progress
Polyram
Profiler
(P/A)
Hier werden Spritzabstände von ca. 13-15 Tagen angestrebt, was hinsichtlich Oidium
eine besondere Mittelwahl (z.B. Collis, Luna E. ) während und kurz nach der Blüte
erfordert.
b) Geringere Mittelkosten bei Erhaltung der Raubmilben.
Spritzabstand 10-12 Tage – Betonung auf kostengünstige Fungizide
Abgeh.
Blüte
1. Vbl.
2.Vbl.
1. Nbl.
2.Nbl.
Polyram
Polyram
Folpan
Folpan
Folpan
Polyram
Polyram
Mildicut
(F)
Vincare
(C)
Delan WG
Polyram
Folpan
Folpan
Polyram +Veriphos +Veriphos +Veriphos Delan WG
3. Nbl
Folpan
4. Nbl.
Folpan
Delan WG Folpan
Folpan
Folpan
Je nach Rebsorte/Lesezeitpunkt wird die Beachtung der Wartezeit bei der letzten
Peronospora-Spritzung immer wichtiger. Die geringste Wartezeit hat unter den
organischen Kontaktfungiziden Folpan mit 35 Tagen. Die meisten Kupfermittel (z.B.
Funguran Express oder Kocide Opti) liegen bei nur 21 Tagen Wartezeit.
Wichtig: Mittel mit Folpet-Anteil sind nicht für Esstrauben zugelassen. Es kommt
immer wieder zu Beanstandungen und Bußgeldern, wenn z.B. Dornfeldertrauben als
Tafeltrauben in den Handel kommen!
- 17 -
Gewässerrand: Für Anlagen in der Nähe von Gewässern (Abstand <=5 m): Die
zulässigen Abstände sind nur mit anerkannten, verlustmindernden Geräten
einzuhalten. Viele der neueren Spritzen besitzen die 90% Abtriftminderungsklasse,
allerdings nur mit zugelassenen Injektordüsen! In dieser Situation ist der Einsatz von
Folpan nur mit 90% Abtriftminderung möglich. Polyram-haltige Mittel sind in jedem
Fall nur mit 15 m Abstand einsetzbar! Zum Beispiel sind folgende Fungizide bei 75%
Abtriftminderung bis 5 m zum Gewässerrand möglich: Cuprozin, Cueva, Mildicut,
Galactico, Profiler, Veriphos. Beachten Sie dies auch bei der Dokumentation.
Antiresistenz-Management beim Einsatz von Fungiziden
Moderne Fungizide enthalten oft sehr spezifisch wirkende Wirkstoffe, die gezielt an nur
wenigen Orten im Stoffwechsel des Krankheitserregers angreifen. Durch diesen
spezifischen Wirkungsmechanismus steigt jedoch die Gefahr der Resistenzentwicklung,
wenn der Wirkstoff häufiger gegen eine Krankheit eingesetzt wird. Bei Spritzfolgen sind
daher folgende Regeln zu beachten:
Grundsätze des Antiresistenz-Managements (ARM)
• Bevorzugt vorbeugende Bekämpfung (vor einem sichtbarem Befall) anstreben
• Gute Applikationstechnik sicherstellen (z. B. angepasste Fahrgeschwindigkeit,
spritzen nach Laubarbeit)
• Gebrauchsanweisungen beachten (Anwendungskonzentration usw.)
• Wechsel von Fungiziden mit verschiedenen Wirkungsmechanismen
(Wirkstoffgruppenwechsel vornehmen)
Tabelle 2 führt alle Fungizide auf, für die das Antiresistenz-Management gilt:
• Peronospora,
Oidium:
Mit
Fungiziden
einer
Wirkstoffgruppe
(Buchstabenkategorien in Tabelle 2 beachten!), die über einen spezifischen
Wirkungsmechanismus verfügen, möglichst nur 2 Behandlungen über alle Indikationen
pro Vegetationsperiode durchführen. Dies gilt unabhängig davon, wie viele
Behandlungen für ein Mittel zugelassen sind.
• Botrytis: Aufgrund des besonders hohen Resistenzrisikos bei Botrytis mit den
Spezialbotrytiziden pro Mittel maximal 1 Behandlung jährlich
Neben den Produkten mit sehr spezifischen Wirkungsmechanismen stehen auch
Fungizide zur Verfügung, die unspezifisch an mehreren Orten im Stoffwechsel des Pilzes
angreifen (Tabelle 2). Bei diesen Produkten ist die Gefahr der Resistenzentwicklung
auch bei wiederholter Anwendung gering. Solange es der Befallsdruck zulässt, ist aus
resistenztechnischer Sicht die Verwendung von unspezifisch wirkenden
Kontaktfungiziden zu bevorzugen.
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Tabelle 1: Fungizide mit geringer Resistenzgefahr
Handelsname
Dithane NeoTec
Tridex WG
Polyram WG
Delan WG 700
Folpan 80 WDG, Folpan 500 SC
Funguran
Cuprozin flüssig, Cuprozin progress,
Funguran progress
Cueva
Cuproxat
Veriphos
Thiovit Jet, Kumulus usw.
Unspezifischer Wirkstoff
Mancozeb
Metiram
Dithianon
Folpet
Kupferoxychlorid
Kupferhydroxid
Kupferoktanoat
Kupfersulfat, basisch
K-Phosphonat
Netzschwefel
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Wirkstoffgruppe
Dithiocarbamate
Chinone
Phthalimide
Kupfer-Mittel
Phosphonate
Schwefel
Tabelle 2: Fungizide mit erhöhter Resistenzgefahr (spezifische Wirkungsmechanismen)
Kat.
A
A
B
A/B
A/B
C
C
C
C
D
D
D
E
F
F
P
Q
Q
S
A/L
A
A
A
A
G
G
G/L
J
J/G
R/G
R
K
L
L
M
M/N
O
PERONOSPORA-Fungizide
Spezifischer
Handelsname
Wirkstoff
Cabrio Top
Pyraclostrobin
Universalis
Azoxystrobin
Aktuan
Cymoxanil
Famoxadone +
Equation Pro
Cymoxanil
Famoxadone +
Galactico
Cymoxanil
Forum Gold
Dimethomorph
Forum Star
Vino Star
Melody Combi
Iprovalicarb
Vincare
Benthiavalicarb
Pergado
Mandipropamid
Fantic F
Benalaxyl-M
Ridomil GC*
Metalaxyl-M
Ridomil G. MZ
Metalaxyl-M
Electis *
Zoxamide
Mildicut
Cyazofamid
Sanvino
Amisulbrom
Fluopicolide
Profiler
Fosetyl-Al
Veriphos
K-Phosphonat
Enervin
Ametoctradin
OIDIUM-Fungizide
KresoximCollis
methyl+ Boscalid
Cabrio Top
Pyraclostrobin
Discus
Kresoxim-methyl
Flint
Trifloxystrobin
Universalis
Azoxystrobin
Systhane 20 EW Myclobutanil
Topas
Penconazol
Fluopyram +
Luna Experience
Tebuconazole
Talendo
Proquinazid
Quinoxyfen
Vento Power
+ Myclobutanil
Cyflufenamid +
Dynali
Difenoconazol
Vegas
Cyflufenamid
Vivando
Metrafenone
SPEZIALBOTRYTIZIDE
Handelsname
Spezif. Wirkstoff
Cantus
Boscalid
Luna Privilege
Fluopyram
Scala, Pyrus
Pyrimethanil
Cyprod. + Fludioxonil
Switch
Teldor
Fenhexamid
Wirkstoffgruppe
Strobilurine
Azetamide
Oxazolidinedione +
Azetamide
Oxazolidinedione
+ Azetamide
Morpholine
Valinamide
Mandelsäureamide
Phenylamide
Benzamide
Sulfonamide
Sulfamoyltriazole
Benzamide
Phosphonate
Phosphonate
Triazolo-Pyrimidylamine
Strobilurine +
Carboxyanilide
Strobilurine
Azole
Unspezif.
Wirkstoff
Metiram
Folpet
Dithianon
Weitere
Indikationen
Phom., RB, BR
Phom., RB
-
-
Anzahl Anwendungen
Folpet
Dithianon
-
Folpet
-
Folpet
Folpet
Folpet
Folpet
Folpet
Mancozeb
Mancozeb
Folpet
Metiram
Phom., RB
RB
BR
-
-
Metiram
Folpet
-
Phom., RB
BR, Phom., RB
-
Pyridinyl-ethylbenzamide/Azole
Quinazolinone
-
-
-
-
Chinoline + Azole
-
-
Amidoxime + Azole
-
RB, BR
Amidoxime
Benzophenone
-
-
Wirkstoffgruppe
Carboxyanilide
Pyridinyl-ethyl-benzamide
Anilinopyrimidine
Anilinopyrimidine + Phenylpyrrole
Möglichst nur 2
Anwendungen pro
Saison über alle
Indikationen für
Fungizide mit
demselben Buchstaben
(s. Spalte Kat.)
* Möglichst nur 2
Anwendungen von
Mitteln mit demselben
Buchstaben (s.
Spalte Kat.) in Folge.
Anzahl Anwendungen
Maximal 1 Behandlung je Mittel pro
Saison!
Hydroxyanilide
Die Buchstaben A-S kennzeichnen unterschiedliche Wirkstoffgruppen bzw. Wirkungsmechanismen. Fungizide mit denselben Buchstaben
enthalten Wirkstoffe mit gleichem Wirkungsmechanismus. Dies ist bei der Planung der Spritzfolge und der Anzahl der Spritzungen pro
Fungizid zu berücksichtigen.
Beispiel: Wer einmal Cantus (Kat. L) gegen Botrytis verwendet, sollte nur noch einmal Collis (Kat. A/L) gegen Oidium einsetzen.
*: Electis: maximal 2 Anwendungen wegen Raubmilbenschädigung (RM II); Ridomil GC maximal eine Anwendung pro Vegetationsperiode
wegen erhöhter Resistenzgefahr; BR = Schwarzfäule; RB = Roter Brenner; Phom. = Phomopsis
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Fungizidempfehlung 2014 (Stand Januar 2014)
Anwendungen
RM
1)
Klasse
Vorblüte (ES 01-60)
Nachblüte (ES 61-81)
Peronospora, Phomopsis, Roter Brenner
max. 3
Aktuan 5)
I
max. 8
Delan WG 700
I
7)
insgesamt max. 2 (gegen alle Schaderreger)
Dynali
I
4) 5)
Equation Pro
I
4) 5)
Galactico
I
insgesamt max. 2-3 Anwendungen dieser Mittel,
Gruppe Strobilurine:
Strobilurine insgesamt max. 1 Anw. (gegen alle
Cabrio Top 4)
II
Schaderreger)
Flint 3)
I
Universalis
I
4)
insgesamt max. 2 (gegen alle Schaderreger)
Enervin
II
Folpan 80 WDG / 500 SC
I
max. 8
4)
Forum Star
I
4)
Forum Gold
I
Melody Combi
II
insgesamt max. 2-3 Anwendungen dieser Mittel
4)
Pergado
I
Vincare 4)
II
4)
Vinostar
I
2)
Polyram WG
II
insgesamt max. 2-3 Anw. (gegen alle Schaderreger)
4)
Mildicut
II
4)
Sanvino
II
2) 4)
Funguran progress
I
2) 4)
Cueva
II
insgesamt max. 4 Anwendungen dieser Mittel, jedoch
2) 4)
Sanvino max. 2 Anwendungen
Cuprozin Flüssig
I
2) 4)
Cuproxin progress
I
2) 4)
Kocide Opti
I
2) 4)
Cuproxat
II
2)
Dithane NeoTec
II
insgesamt max. 2
4)
keine
Anwendungen dieser
Electis
II
3)
Mittel
Tridex DG
II
Fantic F
I
insgesamt max. 1-2 Anwendungen dieser Mittel,
4)
Ridomil Gold Combi
I
Ridomil GC max. 1 Anwendung nur in der Vorblüte
Ridomil Gold MZ
Profiler
I
max. 2
Botrytis (Spezialbotrytizide)
insgesamt max. 1 aus
Luna Privilege 6)
I
keine
dieser
I
Cantus 6)
Mittelgruppe
I
keine
max. 1 Anwendung
Teldor
I
Switch
insgesamt max. 1 aus
I
keine
dieser
Scala
Mittelgruppe
I
Pyrus
Indikation
- 21 -
Fungizidempfehlung 2014 (Stand März 2014)
Indikation
RM
Klasse1)
Oidium
Netzschwefel 2)
Gruppe Azole:
Systhane 20 EW
Topas
Dynali
Vegas
Luna Experience 6)
Talendo / Talius
Vento power
Vivando
Gruppe Strobilurine:
Cabrio Top
Collis 6)
Discus / Stroby WG
Flint
Universalis
II
I
I
I
I
Cueva 2)
II
Schwarzfäule
Gruppe Azole:
Systhane 20 EW
Topas
Gruppe Strobilurine:
Flint
Universalis
Dynali
Enervin
Luna Experience 6)
Polyram WG 2)
Anwendungen
Vorblüte (ES 01-60)
Nachblüte (ES 61-81)
II
bevorzugt zum Austrieb und in der Vorblüte
I
I
I
I
II
I
I
I
insgesamt max. 4 Anwendungen aus dieser
Mittelgruppe (gegen alle Schaderreger)
I
I
I
I
I
II
II
II
insgesamt max. 2 (gegen alle Schaderreger)
insgesamt max. 2 (gegen alle Schaderreger)
insgesamt max. 2 Anwendungen dieser Mittel
max. 2
insgesamt max. 1 Anwendungen aus dieser
Mittelgruppe (gegen alle Schaderreger)
(Verbreit Resistenz im Gebiet)
insgesamt max. 2 aus dieser Mittelgruppe (gegen alle
Schaderreger)
insgesamt max. 4 Anwendungen aus dieser
Mittelgruppe 2 (gegen alle Schaderreger)
insgesamt max. 2 Anwendungen aus dieser
Mittelgruppe (gegen alle Schaderreger)
insgesamt max. 2 (gegen alle Schaderreger)
insgesamt max. 2 (gegen alle Schaderreger)
insgesamt max. 2 (gegen alle Schaderreger)
insgesamt max. 3 (gegen alle Schaderreger)
Gegen die Schwarzfäule ist darüber hinaus im Rahmen der Spritzfolgen gegen Peronospora, Phomopsis,
Roter Brenner und Oidium die Zusatzwirkung der Mittel aus der Gruppe der Azole, der Strobilurine
(Cabrio Top, Collis, Discus / Stroby WG) und der Dithiocarbamate (Dithane NeoTec, Electis und
Penncozeb / Tridex DG) zu nutzen.
1)
Raubmilbenschädigung: I = nicht schädigend, II = schwach schädigend, III = schädigend
2)
alle im Weinbau zugelassenen Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff
3)
keine Zulassung gegen Peronospora
4)
keine Zulassung gegen Phomopsis und Roten Brenner
5)
zur Vermeidung von Resistenz sollten die Cymoxanil-haltigen Mittel Aktuan, Equation Pro und
Galactico insgesamt nicht mehr als 2-3 mal ausgebracht werden
6)
zur Vermeidung von Resistenz sollten die Boscalid- und Fluopyram-haltigen Mittel Cantus, Collis, Luna
Privilege und Luna Experience insgesamt nicht mehr als 3 Mal ausgebracht werden (gleicher
Wirkmechanismus)
7)
keine Zulassung gegen Peronospora und Phomopsis
- 22 -
4)
keine Zulassung gegen Phomopsis und Roten Brenner
zur Vermeidung von Resistenz sollten die Cymoxanil-haltigen Mittel Aktuan, Equation Pro und
Galactico insgesamt nicht mehr als 2 Mal ausgebracht werden
6)
zur Vermeidung von Resistenz sollten die Boscalid- und Fluopyram-haltigen Mittel Cantus, Collis, Luna
Privilege und Luna Experience insgesamt nicht mehr als 2 Mal ausgebracht werden (gleicher
Wirkmechanismus)
7)
keine Zulassung gegen Peronospora und Phomopsis
5)
- 23 -
Mittel gegen Pilzkrankheiten (Fungizide)
Tage Wartezeit
Raubmilben
Bienen
Dithianon + Cymoxanil
Pyraclostrobin + Metiram
Kupferoktanoat
Kupfersulfat, basisch
Kupferhydroxid
Kupferhydroxid
Dithianon
Mancozeb
Mancozeb + Zoxamide
Metiram + Ametoctradin
Cymoxanil + Famoxadone
Folpet + Benalaxyl-M
Folpet
Folpet
0,5
0,8
4,0
2,0
0,4
0,4
0,2
0,8
0,72
1,0
0,16
0,6
0,6
0,4
1,0
1,6
8,0
4,0
0,8
0,8
0,4
1,6
1,44
2,0
0,32
1,2
1,2
0,8
1,5
2,4
12,0
6,0
1,2
1,2
0,6
2,4
2,16
3,0
0,48
1,8
1,8
1,2
2,0
3,2
16,0
8,0
1,6
1,6
0,8
3,2
2,88
4,0
0,64
2,4
2,4
1,6
8
3
10
2
2
7
8
6
4
3
3
3
8
8
35
35
35
35
35
21
49
56
56
35
28
42
35
35
I
II
II
II
I
I
I
II
II
II
I
I
I
I
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
Dimethomorph + Dithianon
0,48
0,96
1,44
1,56
3
35
I
B4
20
5
10
15
Dimethomorph + Folpet
0,48
0,96
1,44
1,92
3
35
I
B4
20
5
10
15
Kupferhydroxid
0,5
1,0
1,5
2,0
4
21
I
B4
15
5
10
10
0,6
0,53
0,5
0,6
1,0
0,8
1,2
1,07
1,0
1,2
2,0
1,6
1,8
2,4
1,59
1,5
1,8
3,0
2,4
2,4
3,2
2,13
2,0
2,4
4,0
3,2
3
2
2
2
5
8
3
28
21
28
28
28
21
28
I
I
II
II
II
II
I
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
15
15
*
*
10
10
20
*
5
5
10
15
15
10
10
*
10
5
15
Standard
kg bzw. l je ha
Abst. Gewässer in m
NT-Auflagen
ES75
ES71
Wirkstoff(e)
ES61
Indikation/Mittel
Basis
Aufwandmenge
Anw. Tafeltr.
Anw. max.
Stand: Januar 2014
Verlustmindernd
(%)
95
90
75
50
10
15
5
10
5
5
10
15
10
10
10
20
15
20
20
20
5
15
*
5
*
*
15
15
10
15
10
20
5
5
10
10
15
15
Peronospora
Aktuan
Cabrio Top
Cueva
Cuproxat
Cuprozin flüssig
Cuprozin progress
Delan WG
Dithane NeoTec
Electis
Enervin
Equation Pro
Fantic F
Folpan 500 SC
Folpan 80 WDG
Forum Gold
Aktuan Gold
Forum Star
Funguran
progress
Galactico
Kocide Opti
Manfil 75 WG
Manfil 80 WP
Melody Combi
Mildicut
Pergado
Folpet + Cymoxanil + Famoxadone
Kupferhydroxid
Mancozeb
Mancozeb
Folpet + Iprovalicarb
Cyazofamid
Mandipropamid + Folpet
- 24 -
20
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
10
15
15
106
108
ja
107
ja
ja
ja
106
106
106
ja
105
10
20
Polyram WG
Profiler
Ridomil GC
Ridomil Gold MZ
Sanvino
Universalis
Veriphos
Vincare
VinoStar
Metiram
Fluopicolide + Fosetyl-Al
Metalaxyl + Folpet
Metalaxyl + Mancozeb
Folpet + Amisulbrom
Folpet + Azoxystrobin
Kaliumphosphonat
Folpet + Benthiavalicarb
Dimethomorph + Folpet
0,8
0,75
0,6
0,72
0,38
0,8
1,0
0,5
0,5
1,6
1,5
1,2
1,44
0,75
1,6
2,0
1,0
1,0
2,4
2,25
1,8
1,8
1,125
2,4
3,0
1,5
1,5
3,2
3,0
2,4
1,5
3,2
4,0
2,0
2,0
6
2
3
2
4
3
5
6
3
56
28
35
28
28
35
14
35
35
II
I
I
II
I
II
II
I
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
ja
ja
104
104
ja
105
105
10
20
108
20
15
*
5
10
15
15
20
5
*
10
15
5
15
20
20
10
15
*
*
*
*
5
*
10
*
10
*
10
5
*
5
5
10
5
10
*
15
*
Botrytis
Cantus
Luna Privilege
Melody Combi
Pyrus
Scala
Switch
Teldor
Boscalid
Fluopyram
Folpet + Iprovalicarb
Pyrimethanil
Pyrimethanil
Fludioxonil + Cyprodinil
Fenhexamid
Lockerung des Stielgerüstes)
GIBB 3
Regalis
Gibberellinsäure
Prohexadion
1,2
1 28
I
B4 ja
0,5
2 28
I
B4
0,6
1,2
1,8
2,4
4 28 II B4
106
0,625
1,25
1,875
2,5
2 21
I
B4
0,5
1,0
1,5
2,0
1 28
I
B4 ja
0,96
2 21
I
B4 ja
106
0,4
0,8
1,2
1,6
2 21
I
B4 ja
(nur bei den genehmigten Sorten, siehe Positivliste Gebrauchsanleitung
16 Tabl./ha
F
I
B4
1,8 kg/ha
56
I
B4
*
*
10
5
20
5
*
*
20
*
*
10
*
*
*
Schwarzfäule
Cyflufenamid + Difenoconazol
Dynali
Enervin
Metiram + Ametoctradin
Flint
(G) Trifloxystrobin
Luna Experience
Fluopyram + Tebuconazole
Polyram WG
(G) Metiram
Systhane 20EW
Myclobutanil
Topas
Penconazol
Universalis
Folpet + Azoxystrobin
0,2
1,0
0,06
0,125
0,8
0,06
0,08
0,8
0,4
2,0
0,12
0,25
1,6
0,12
0,16
1,6
0,6
3,0
0,18
0,375
2,4
0,18
0,24
2,4
- 25 -
0,8
4,0
0,24
0,5
3,2
0,24
0,32
3,2
2
3
3
3
6
4
4
3
21
35
35
28
56
28
35
35
I
II
I
II
II
I
I
I
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
ja
ja
ja
ja
ja
ja
10
108
10
15
104
5
*
*
15
*
5
15
*
15
Mittel gegen Pilzkrankheiten (Fungizide)
Tage Wartezeit
Raubmilben
Bienen
3
3
10
3
2
3
3
35
28
35
35
21
35
28
II
I
II
I
I
I
II
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
ja
ja
ja
ja
ja
8
56
II
B4
ja
102
10
*
5
8
56
II
B4
ja
102
5
*
*
4
4
4
3
2
4
3
28
28
35
35
21
28
28
I
I
I
I
I
I
I
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
ja
ja
ja
5
15
*
*
*
15
5
*
20
ja
ja
ja
*
*
*
Standard
kg bzw. l je ha
Abst. Gewässer in m
NT-Auflagen
ES75
ES71
Wirkstoff(e)
ES61
Indikation/Mittel
Basis
Aufwandmenge
Anw. Tafeltr.
Anw. max.
Stand: Januar 2014
Verlustmindernd
(%)
95
90
75
50
10
10
10
10
10
15
15
*
*
*
*
*
5
*
5
5
*
5
10
5
5
5
5
5
10
10
Oidium
Cabrio Top
Collis
Cueva
Discus / Stroby
Dynali
Flint
Luna Experience
Microthiol WG
Netzschwefel
(alle)
Systhane 20 EW
Talendo/Talius
Topas
Universalis
Vegas
Vento power
Vivando
Pyraclostrobin + Metiram
Boscalid+Kresoxim-methyl
Kupferoktanoat
Kresoxim-methyl
Cyflufenamid + Difenoconazol
Trifloxystrobin
Fluopyram + Tebuconazole
vor der Blüte
Schwefel
nach der Blüte
vor der Blüte
Schwefel
nach der Blüte
Myclobutanil
Proquinazid
Penconazol
Folpet + Azoxystrobin
Cyflufenamid
Quinoxyfen + Myclobutanil
Metrafenone
0,8
0,16
4,0
0,06
0,2
0,06
0,125
3,6
3,6
0,06
0,1
0,08
0,8
0,12
0,4
0,08
1,6
0,32
8,0
0,12
0,4
0,12
0,25
4,8
2,4
0,48
12,0
0,18
0,6
0,18
0,375
3,2
0,64
16,0
0,24
0,8
0,24
0,5
2,4
3,2
4,8
0,12
0,2
0,16
1,6
0,24
0,8
0,16
2,4
0,18
0,3
0,24
2,4
0,36
1,2
0,24
- 26 -
3,2
0,24
0,375
0,32
3,2
0,48
1,6
0,32
*
10
*
Phomopsis
Aktuan
Delan WG
Dithane NeoTec
Flint
Folpan 500 SC
Folpan 80 WDG
Melody Combi
PolyramWG
Tridex DG
Universalis
Dithianon + Cymoxanil
Dithianon
Mancozeb
Trifloxystrobin
Folpet
Folpet
Folpet + Iprovalicarb
Metiram
Mancozeb
Folpet + Azoxystrobin
0,5
0,3
0,8
0,06
1,0
0,6
0,6
0,8
0,8
0,8
1,0
0,6
1,6
0,12
2,0
1,2
1,2
1,6
1,6
1,6
-
-
3
3
4
3
3
3
3
2
4
3
35
49
56
35
35
35
28
56
F
35
I
I
II
I
I
I
II
II
II
I
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
Dithianon + Cymoxanil
Dithianon
Mancozeb
0,5
0,3
0,8
0,2
0,06
1,0
0,6
0,6
0,8
0,72
0,8
0,8
1,0
0,6
1,6
0,4
0,12
2,0
1,2
1,2
1,6
1,44
1,6
1,6
-
-
3
3
4
2
3
3
3
3
2
2
3
3
35
49
56
21
35
35
35
28
56
28
F
35
I
I
II
I
I
I
I
II
II
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
B4
ja
ja
ja
ja
20
5
15
10
20
15
10
20
20
*
5
5
20
10
10
10
5
10
10
5
15
15
20
15
15
20
20
5
15
15
*
*
5
5
20
10
10
10
10
10
20
15
*
5
10
10
*
5
15
15
20
10
15
15
15
20
20
106
106
104
106
Roter Brenner
Aktuan
Delan WG
Dithane NeoTec
Dynali
Flint
Folpan 500 SC
Folpan 80 WDG
Melody Combi
Polyram WG
Ridomil Gold MZ
Tridex DG
Universalis
Cyflufenamid + Difenoconazol
Trifloxystrobin
Folpet
Folpet
Folpet + Iprovalicarb
Metiram
Metalaxyl + Mancozeb
Mancozeb
Folpet + Azoxystrobin
- 27 -
II
I
20
ja
ja
ja
ja
ja
ja
106
5
10
20
20
106
104
104
106
Mittel gegen tierische Schädlinge (Insektizide/Akarizide)
Bienen
kg bzw. l je ha
42
F
F
28
1
14
14
14
I
I
I
I
III
I
I
I
B4
B4
B4
B4
B1
B4
B1
B4
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
1
F
I
B4
ja
Standard
Raubmilben
ES75
ES71
ES61
Wirkstoff(e)
Basis
Indikation/Mittel
Abst. Gewässer in m
NT-Auflagen
Tage Wartezeit
1
2/2
3/3
2/2
3
3
4
3
Aufwandmenge
Anw. Tafeltr.
Anw. max.
Stand: Januar 2014
Verlustmindernd
(%)
95
90
75
50
10
*
5
5
10
15
*
5
15
5
10
5
10
10
15
Traubenwickler (Heu- und Sauerwurm)
Coragen
Dipel ES
XenTari
Mimic
Piretro Verde
Runner / Gladiator
SpinTor
Steward
RAK 1 + 2 M
RAK 1 Neu
Chloantraniliprole
Bacillus thuringiensis
Tebufenozid
Pyrethrine
Methoxyfenozide
Spinosad
Indoxacarb
0,07
0,5
0,4
0,2
0,64
0,16
0,04
0,05
Pheromon
0,14
1,0
0,8
0,4
1,28
0,32
0,08
0,10
0,21
1,5
1,2
0,6
1,92
0,48
0,12
0,15
0,28
2,0
1,6
0,8
2,4
0,64
0,16
0,1875
500 Ampullen je ha
*
109
104
*
108
104
15
20
*
*
5
5
10
10
15
20
5
10
10
15
15
20
*
5
*
10
5
15
Springwurm
Mimic
SpinTor
Steward
(G)
Tebufenozid
Spinosad
Indoxacarb
0,2
0,04
0,05
0,4
0,08
0,1
0,15
-
2
2
3
F
14
14
I
I
I
B4
B1
B4
ja
ja
Fenpyroximat
Fenpyroximat
Indoxacarb
0,6
0,05
1,2
0,1
1,8
0,15
2,4
0,1875
1
1
3
F
35
14
I
I
I
B4
B4
B4
ja
ja
Tebufenozid
Spinosad
Indoxacarb
0,2
0,04
0,05
-
-
-
1
1
1
F
14
14
I
I
I
B4
B1
B4
ja
ja
Grüne Rebzikade
Kiron (Vorblüte)
Kiron (Nachblüte)
Steward
104
*
108
104
5
20
*
Rhombenspanner
Mimic
SpinTor
Steward
(G)
(G)
- 28 -
Spinnmilben
Apollo
Combo Austr.spr.mittel
Bayer Garten Austr.spr.
Promanal Neu (alle)
Para-Sommer
Envidor
Kiron (Vorblüte)
Kiron (Nachblüte)
Masai
Micula, alle
Ordoval
Clofentezin
0,12
0,24
0,36
0,48
1
35
I
B4
ja
5
Mineralöl
8,0
-
-
-
1
F
I
B4
ja
*
Mineralöl
Spirodiclofen
Fenpyroximat
Fenpyroximat
Tebufenpyrad
Rapsöl
Hexythiazox
4,0
0,6
0,1
8,0
0,16
1,2
0,2
0,32
0,4
1,8
0,3
-
0,64
2,4
0,4
-
1
1
1
1
1/1
1
1
F
14
F
35
14
F
F
I
II
I
I
II
I
II
B4
B1
B4
B4
B4
B4
B4
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
*
10
20
Schwefel
3,6
4,8
-
-
5
56
II
B4
ja
102
Schwefel
3,6
4,8
-
-
5
56
II
B4
ja
102
Rapsöl
8,0
-
-
-
1
F
I
B4
ja
2
F
I
B1
ja
109
107
*
5
10
10
*
10
15
15
5
15
20
20
*
*
*
5
*
*
*
5
*
*
*
15
*
5
10
20
5
*
Blattgallmilben
Thiovit Jet,
Asulfa Jet,
Sufran Jet
(G)
(G)
(G)
Kräuselmilben
Thiovit Jet,
Asulfa Jet,
Sufran Jet
Micula, alle
(G)
(G)
(G)
(G)
5
Thripse (in Muttergärten, Rebschulen, Junganlagen, nicht in Ertragsanlagen)
Confidor WG 70
(G)
Imidacloprid
0,04
0,16
-
-
Imidacloprid
-
-
0,16
1
35
I
B1
ja
109
15
*
5
10
(G) Imidacloprid
-
-
0,16
1
35
I
B1
ja
108
10
*
5
10
Thripse (in Ertragsanlagen)
Confidor WG 70
(G)
Schildläuse
Confidor WG 70
- 29 -
Mittel gegen tierische Schädlinge (Insektizide/Akarizide)
Bienen
kg bzw. l je ha
14
14
I
I
B1
B4
1
35
I
B1
I
B1
ja
109
104
*
ja
109
15
*
5
10
ja
109
15
*
5
10
5
*
*
*
Standard
Raubmilben
ES75
ES71
ES61
Wirkstoff(e)
Basis
Indikation/Mittel
Abst. Gewässer in m
NT-Auflagen
Tage Wartezeit
2
1
Aufwandmenge
Anw. Tafeltr.
Anw. max.
Stand: Januar 2014
Verlustmindernd
(%)
95
90
75
10
15
50
Ohrwurm
SpinTor
Steward
(G) Spinosad
(G) Indoxacarb
-
-
-
-
0,12
0,15
0,16
0,1875
Reblaus (in Ertragsanlagen)
Confidor WG 70
(G)
Imidacloprid
0,16
Reblaus (in Muttergärten, Rebschulen, Junganlagen)
Confidor WG 70
(G)
Imidacloprid
0,08
0,16
-
-
2
F
3,0
3,0
-
-
2
F
1
F
Reblaus (in Muttergärten, Rebschulen)
NeemAzal-T/S
Azadirachtin (Neem)
B4
Reblaus (Pfropfreben im Tauchverfahren)
Karate mit Zeon
(G)
lambda-Cyhalothrin
0,05
-
-
-
Legende zur Fungizid- und Insektizidtabelle
B1
B4
I
Raubmilben
II
III
* (Abstandsauflagen
Gewässer)
NT - Auflagen
Anwendung max.
F
(G)
Bienen
bienengefährlich
nicht bienengefährlich
nicht raubmilbenschädigend
schwach raubmilbenschädigend
raubmilbenschädigend
Anwendung des Mittels in oder unmittelbar an oberirdischen Gewässern oder Küstengewässern ist nicht zulässig. Unabhängig
davon ist der gemäß Länderrecht verbindlich vorgegebene Mindestabstand zu Oberflächengewässern einzuhalten.
Abstandsauflagen zu terrestrischen Strukturen (Hecken, Grünstreifen, Saumbiotope)
maximale Zahl der Anwendungen im Jahr
anwendungsbedingt keine Wartezeit
Mittel genehmigt nach § 18a des Pflanzenschutzgesetzes
- 30 -
Herbizide
NT – Auflagen
Standard
Anw. ab Standjahr
Wartezeit (Tage)
0,5 ml
1
101
*
4
30
0,265 g
2
102
*
4
30
0,375 ml
2
102
*
4
30
0,5 ml
2
101
*
4
30
0,5 ml
2
101
*
4
30
*
4
30
90 % Verl.m.
Anwendung max.
Mittel
Abst.
Gewässer
Aufwand je m2
Anwendung
gegen
Wirkstoff(e)
Stand: Januar 2014
Ein- und Zweikeimblättrige
Glyphosat
(AmmoniumSalz)
Glyphosat
(Kaliumsalz)
Glyphosat
(Isopropylamin-Salz)
Herburan GL, Stakkato GA, Touchdown Quattro, Vorox Garten Unkrautfrei, 1Keim
Vorox Unkrautfrei Direkt
2Keim*
1Keim
Glyfos Dakar, Roundup TURBOplus
2Keim*
1Keim
Roundup PowerFlex
2Keim*
Bayer Garten Unkrautfrei, Bayer Garten Unkrautfrei Keeper, Boom effekt,
Cliness, Compo Filatex Unkraut-frei, Detia Total-Neu Unkrautmittel, Gabi
1Keim
Unkrautvernichter, Gartenkraft Unkraut-Frei, Glyfos, Keeper Unkrautfrei, terrex 2Keim*
Unkrautfrei, Vorox Unkrautfrei, Weedkill
Agrichem Glyphosat, Amega, Bartec, Berghoff Glyphosate ULTRA, Cardinal,
Clean up techno, Clinic, Clinic free, Dominator Neotek, Dominator Ultra, Durano, 1Keim
2Keim*
Durano TF, Etisso Total Unkrautfrei ultra, Etna, Figaro TF, Glyper, Glyphogan,
Klick&GO Roundup LB Plus, Klick&Go Total Unkraut-Frei, Landmaster TF,
Nufosate, Plantaclen 360, Profi 360, Profi Glyphosat, Purgarol, Raiffeisen
AckerGartenkraftTotal Unkraut-Frei, Roundup LB Plus, Roundup Roto, Roundup Solid, winde
Roundup Ultra
1Keim
2Keim*
Roundup UltraMax
Ackerwinde
1Keim
Glyfos Supreme, Glyphos Premium, Dr. Stähler Unkrautfrei Glyphos Premium
2Keim*
1Keim
HAG 500 02 H, Helosate 450 TF
2Keim
- 31 -
1 ml
1
102
0,4 ml
2
101
0,8 ml
1
102
0,4 ml
2
102
*
4
30
0,4 ml
1
102
*
4
30
Herbizide (Ein- und Zweikeimblättrige)
2
109
*
*
0,02 g
1
109
5
*
4
90
0,4 ml
0,275 ml
0,5 g
0,625 ml
1
1
1
1
109
*
103
103
5
5
*
*
3
1*
2
2
35
F
F
F
0,1 ml
0,05 ml
0,4 ml
1
2
2
-
*
3
F
-
*
3
F
Wartezeit (Tage)
Standard
Anw. ab Standjahr
NT – Auflagen
0,375 ml
90 % Verl.m.
Anwendung max.
Mittel
Abst.
Gewässer
Aufwand je m2
Anwendung
gegen
Wirkstoff(e)
Stand: Januar 2014
Ein- und Zweikeimblättrige
Basta, Hyganex-flüssig,
RA-200-flüssig
Chikara,
Katana
U 46 M-Fluid, Ceridor MCPA, Dicopur M, MCPA 500, MCPA Berghoff, Profi MCPA
Devrinol FL
(G)
Kerb 50 W
Kerb Flo, Credence, Groove, Profi Flo 400 SC
1Keim
2Keim
1Keim
2Keim
2Keim
Einjähr.
1Keim*
1Keim*
Carfentrazone
Shark (auf verschiedene Rebsorten nach §18a beschränkt)
Pyraflufen
Quickdown (nur Riesling und Dornfelder)
Stocktriebe
Glufosinat
Flazasulfuro
n
MCPA
Napropamid
Propyzamid
Propyzamid
14
Stocktriebe
Legende zur Herbizidtabelle
Abstand zu Gewässer in m mit Standardgeräten bzw. mit eingetragenen Geräten mit Verlustminderung. Sind keine
Abstand Gewässer in m
Verlustminderungsklassen genannt, sind verlustmindernde Geräte mit 90 % einzusetzen.
* (Abstandsauflagen
Die Anwendung des Mittels in oder unmittelbar an oberirdischen Gewässern oder Küstengewässern ist nicht zulässig. Unabhängig davon ist
Gewässer)
der gemäß Länderrecht verbindlich vorgegebene Mindestabstand zu Oberfl.gew. einzuhalten.
NT-Auflagen
Abstandsauflagen zu terrestrischen Strukturen (Hecken, Grünstreifen, Saumbiotope)
Anw. ab Standjahr, max. Anwendungen nur ab dem genannten Standjahr, maximale Zahl der Anwendungen im Jahr
F
anwendungsbedingt keine Wartezeit
(G)
Mittel genehmigt nach § 18a des Pflanzenschutzgesetzes
1Keim, 1Keim*
einkeimblättrige Unkräuter (Gräser), einkeimblättrige Unkräuter (Gräser) + Vogelmiere (nur Vegetationsruhe)
2Keim, 2Keim*
zweikeimblättrige Unkräuter, zweikeimblättrige Unkräuter ohne Ackerwinde
einjährige zweikeimblättrige Unkräuter (ausgenommen Klettenlabkraut), Acker-Fuchsschwanz und Einjähriges Rispengras, Anwendung in
Einjähr. und 1*
Junganlagen nach dem Pflanzen, vor dem Austrieb
- 32 -
Mittelaufwand (kg bzw. l/ha) und empfohlener Wasseraufwand (l/ha) nach der Entwicklung der Reben für Direktzuglagen
Als Grundlage der Berechnung dient der Basisaufwand (kg bzw. l/ha), der in der Regel auf die erste Vorblütebehandlung (früher 400 l/ha) bezogen wird.
Dieser ist im Verlauf der Vegetationsperiode an das Entwicklungsstadium der Rebe und die damit verbundene Vergrößerung der Zielfläche anzupassen.
Dazu wird der Basisaufwand je nach Entwicklungsstadium mit einem Faktor zwischen 1,5 und 4 multipliziert (s. Tabelle). Die erforderlichen Mittelmengen
werden in die auszubringende Wassermenge eingerührt und ausgebracht.
Entwicklungsstadien
nach der BBCH-Skala
Behandlungstermine
Basisaufwand
(kg bzw. l/ha)
z. B. Polyram WG
0,2 % = kg/ha
Empfohlener
Wasseraufwand (l/ha)
*)
00 – 09
11 - 16
17 - 61
68 - 69
71
73 - 75
75 - 81
Winter und
Austrieb
1. Vorblüte
ab 2. Vorblüte
abgehende
Blüte
2. Nachblüte
x1
x1
x 1,5 bis 2
x 2,5
x3
x3,5 bis 4
x4
0,8
0,8
1,2 bis 1,6
2,0
2,4
2,8 bis 3,2
3,2
100- 400
100- 400
200 - 800
250 - 800
300 - 800
400 - 800
400 - 800
ab 3. Nachblüte, je nach Dichte
der Laubwand
*) Der empfohlene Wasseraufwand in l/ha ist fett gedruckt. Bei niedrigen Wassermengen und kleineren Tropfen wird die Anlagerung schwieriger
(schlechtere Wirkungsgrade) und die Gefahr von Abtriftverlusten steigt (stärkere Windanfälligkeit der kleinen Tropfen).
DLR Rheinpfalz, Abt. Phytomedizin, Stand: Januar 2014
Für alle Pflanzenschutzmitteltabellen gilt: Keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben. In jedem Fall sind die
Anwendungsvorschriften des Herstellers genau einzuhalten!
- 33 -
Applikationstechnik als Fehlerquelle
In den Anlagen mit Minderwirkung gegen Oidium kamen 2013 fast immer moderne
Sprühgeräte zum Einsatz. Diese Geräte sind für Anlagen mit engeren Zeilenabständen
(z.B. 1,80 m) oft zu breit, so dass die Düsen keinen ausreichenden Abstand zur Laubwand
haben. Dadurch können sich bei der Applikation die Spritzfächer oder –kegel nicht
ausreichend überlappen was an der Zielfläche zur Streifenbildung führt. Durch das
Schwanken des Gebläses während der Fahrt wird der Abstand zur Laubwand weiter
verkürzt.
Abbildung 1: Gefahr einer Streifenbildung bei der Anlagerung durch zu geringen Düsenabstand zur
Laubwand
Bei einer Streifenbildung ist der nicht getroffene Bereich für 3 bis 4 Wochen praktisch
ohne Pflanzenschutzmittelbelag. Die Düsen sollten bei einem Abstand von ca. 30 cm im
Gebläse untereinander mindestens 30 cm von der Laubwand entfernt sein, um sich
ausreichend entfalten zu können. Kann dieser Mindestabstand zur Laubwand nicht
eingehalten werden, könnten die Düsen eventuell in einem engeren Abstand zueinander
angeordnet werden. Allerdings bedeutet dies in der Regel auch, dass eine zusätzliche
Düse im Verband stehen muss. Alternativ könnten Düsen mit einem breiteren
Spritzfächer von 110 ° (Düsen aus dem Feldbau) eingesetzt werden.
Meist haben die neueren Gebläse auch eine sehr hohe Luftleistung, die sich eher negativ
auf die Anlagerung der Mittel auswirken kann. Bei zu starker Luftleistung werden die
Spritztröpfchen durch die Laubwand geblasen und es kommt zu einer verringerten
Anlagerung an der Rebe. Einige Hersteller empfehlen daher, das Gerät mit verringerter
Zapfwellendrehzahl zu fahren. Den zweiten Gebläsegang am Gerät einzuschalten ist für
den Weinbau bei normaler Gassenbreite nicht sinnvoll. Die erwähnten Probleme können
sich bei den sogenannten Zwittergeräten, also Sprühgeräten die für den Obst- und
Weinbau angeboten werden, noch verstärken. Diese Geräte sind für Standardrebanlagen
meist zu groß und können nicht optimal eingesetzt werden.
Auch ältere Geräte mit sehr kleinen Gebläsen können in modernen Anlagen mit
Reihenbreiten von ca. 2 m und Laubwandhöhen über 2 m nicht immer einen
ausreichenden Pflanzenschutz gewährleisten. Sollten solche kleinen Gebläse in breiteren
Anlagen zum Einsatz kommen ist darauf zu achten, dass die Fahrtgeschwindigkeit nicht zu
- 35 -
hoch gewählt wird. Um einen ausreichend großen Luftaustausch innerhalb der Fahrgasse
zu gewährleisten, sollte die Fahrgeschwindigkeit nicht mehr als 6 km/h betragen.
Mehrreihige Applikationen
Zunehmend größer werdende Betriebe erfordern eine größere Schlagkraft beim
Pflanzenschutz. Neben größeren Spritzbehältern sollen vor allem auch mehrreihige
Applikationen dazu beitragen, den zeitlichen Aufwand für den Pflanzenschutz zu
verringern.
Die am weitesten verbreitete „mehrreihige“ Anwendung ist die Befahrung nur jeder
zweiten Gasse. Die Dosierung und die Belagsbildung sind bei dieser Art der Ausbringung
nicht gleichmäßig. Im Vorblütebereich bei schwacher und niedriger Laubwand kann dieses
Verfahren noch einigermaßen sicher angewendet werden. Ab der Blüte mit dichter
werdenden Laubwänden kann dies schon bei etwas stärkerem Befallsdruck zu
Bekämpfungsschwierigkeiten führen. Eine zweireihige Applikation nach der Blüte hat
deutliche Schwächen. Wer sich trotzdem für dieses Verfahren entscheidet, was bei
größeren Betrieben oft eine Notwendigkeit ist, sollte die folgenden Punkte beachten:
• Spritzabstände nur 10-12 Tage (mind. eine Spritzung mehr in der Saison!)
• regelmäßiges Wechseln der Fahrgasse, je nach Bodenzustand
• exakte Einstellung des Gebläses und der Düsen auf die Laubwand
• nicht zu schnell fahren (6 bis max. 7 km/h)
• potente Mittel zum richtigen Zeitpunkt einsetzen
• bei der Behandlungen von Krankheiten und Schädlingen an der Traube (z. B. Botrytis
oder Traubenwickler) unbedingt jede Reihe befahren
• nicht in gefährdeten Lagen oder Sorten, oder bei bekannter Wirkstoffresistenz
durchführen
Überzeilenapplikation: Ohne Luftunterstützung kein Erfolg
Um die zuvor erwähnten Probleme zu umgehen, werden seit vielen Jahren
Überzeilengestänge ohne Luftunterstützung eingesetzt (Abbildung 2). Neuere
Untersuchungen belegen jedoch, dass sich Verteilung und Anlagerung der Wirkstoffe
beim Befahren jeder zweiten Gasse mit Überzeilengestänge nicht wesentlich von der
reinen zweireihigen Anwendung unterscheidet. Die Tröpfchen sind bei nicht
luftunterstütztem Gestänge äußerst windanfällig und werden leicht verdriftet. Auch
dringen sie nicht gut in die Laubwand ein, sondern schlagen sich nur an den äußeren
Blättern auf der Blattoberseite nieder. Dort werden die Wirkstoffe in der Regel jedoch am
wenigstens benötigt. Durch den Einsatz grobtropfiger Düsen kann zwar die Abdrift
deutlich verringert werden, das Eindringen der Tropfen in die Laubwand und in die
Traubenstruktur wird jedoch nicht verbessert.
Trauben sind anders ..
Anders verhält es sich mit dem Belag auf den Trauben. Trauben zeigen bei einseitiger
Behandlung auf der dem Gerät zugewandten, direkt angespritzten Laubwandseite
deutliche höhere Belagsmassen als auf der abgewandten Laubwandseite (Abb. 5). Beim
- 36 -
Standardverfahren (beidseitig) weisen immer mehr als die Hälfte der Beerenproben über
3% der ausgebrachten Stoffmenge auf.
Auf der nicht befahrenen Seite sind auch die Trauben schwächer mit Pflanzenschutzmittel
belegt, aber die Situation ist nicht ganz so extrem wie bei Blättern, denn nur bei einem
geringen Anteil der Trauben wurden ungenügende Beläge nachgewiesen. Auch dies ist
verständlich, weil Trauben auch dann noch getroffen werden können, wenn der
Flüssigkeitsstrom die Laubwand durchströmt hat.
Der Anlagerungserfolg ist in der Praxis natürlich immer abhängig vom Entwicklungsstand,
Rebsorte und Wüchsigkeit der Anlage. Da die wachsenden Trauben noch recht klein sind,
bleibt an ihnen selten mehr als 3-5% der ausgebrachten Brühe hängen. Dies ist zwar nicht
zufriedenstellend, funktioniert aber, weil unsere Mittel in der Aufwandmenge/ha bereits
so eingestellt sind, dass diese Belagsmengen einen guten Schutz gewährleisten.
Überzeilengeräte: Mit Luft gute Ergebnisse
Bei den Untersuchungen zeigte sich, dass bei ausreichender Gebläseluft auf der
Überzeilenseite das Anlagerungsergebnis kaum schlechter ist als bei der zweiseitigen
Behandlung (Befahrung jeder Gasse). Überzeilengeräte mit Luftunterstützung, bei denen
der Überzeilenarm nach außen gedreht wurde, um gleichzeitig 4 Reihen einseitig zu
behandeln, sind nicht besser als die einseitige Behandlung.
Allerdings sind hier weitere Anforderungen an die Überzeilenapplikation zu erfüllen. So
sollten innerhalb und außerhalb der Fahrgasse eine gleichwertige Luftunterstützung und
eine gleiche Düsenanordnung vorhanden sein. Für eine Überzeilenapplikation eignen sich
Tangentialgebläse die über eine Überzeilenkonstruktion in der Nachbargasse mitgeführt
und hydraulisch angetrieben werden können. Soll die Luft vom Gebläse am Sprühgerät
über Kanäle oder Schläuche in die Nachbargasse geführt werden, können nur
Radialgebläse eingesetzt werden (Abbildung 2).
Abbildung 2: Überzeilenapplikation mit Gestänge ohne (links) und mit Luftunterstützung als Tangential(Mitte) und Radialgebläse (rechts)
Bei allen genannten Überzeilengeräten ist häufig eine stärkere Verunreinigung durch das
Anspritzen mit Spritzbrühe festzustellen.
Abdrift vermeiden
Um Verluste zu vermeiden, ist eine exakte Einstellung der Gebläse, des Gebläseluftstromes
und der Düsen auf die Laubwand notwendig. Auch durch den Einsatz grobtropfiger Düsen
- 37 -
wie Injektor- oder Antidriftdüsen können Abdriftverluste deutlich reduziert werden.
Wichtig für den Anwender ist dabei, dass tendenziell mehr Wirkstoff angelagert wird.
Direkte und indirekte Fehler
Ein rechtzeitiger Bekämpfungsbeginn vor allem bei Oidium sehr wichtig. Anders als bei
Peronospora ist beginnender Befall für den Winzer oft nur schwer zu erkennen. Hat sich die
Krankheit erst eingenistet an den Trauben, kann sie kaum gestoppt werden. Die
Spritzabstände sind der Entwicklung der Reben und dem Infektionsdruck anzupassen. Bei
raschem Triebzuwachses müssen die Spritzabstände auf 9-10 Tage auch bei
tiefenwirksamen Mitteln verkürzt werden. Verminderte Aufwandmengen bergen die
Gefahr einer Minderwirkung und steigern unter Umständen die Resistenzentwicklung der
Wirkstoffe.
Anfälligkeit bestimmt Risiko
In Tabelle 1 sind die stadienbezogene Anfälligkeit und die Infektions- bzw. Befallsorgane
nach ihrer Bedeutung für die wichtigsten Schaderreger dargestellt. Gegen Botrytis und
gegen Traubenwickler müssen nur die Trauben abgedeckt werden. Zweistoff-Spritzen oder
Sonderbehandlungen ermöglichen somit theoretisch bis zu 50% Wirkstoffeinsparung.
Bei Peronospora und Oidium endet die hohe Empfindlichkeit der Gescheine und Trauben
noch vor dem Weichwerden der Beeren. Nach der Spritzung zum Traubenschluss, die
ungefähr 14 Tage Schutz gewährleistet, müssen nur noch die Blätter einigermaßen gesund
gehalten werden. Dies kann auch mit weniger wirksamen Mitteln erreicht werden.
Gleichzeitig genügt für die Abschlussspritzungen meist die einseitige Behandlung, sofern
keine Botrytisbekämpfung angestrebt wird.
In jedem Falle erfordert beginnender Traubenbefall durch Oidium kurative Behandlungen,
bei denen die Laubwand von beiden Seiten mit Luftunterstützung möglichst tropfnass zu
spritzen ist. Bekanntermaßen ist auch der Einsatz von Fungiziden gegen Botrytis und von
Insektiziden gegen den Sauerwurm nur mit beidseitiger Behandlung der Laubwand mit
gleichzeitiger Luftunterstützung voll wirksam.
Bei allen in der Praxis eingesetzten Verfahren gilt, dass die meisten Methoden bei geringem
Infektionsdruck funktionieren. Befallsjahre zeigen allerdings immer die Schwächen auf.
Wer grundsätzlich nur einseitig behandeln kann, sollte auf alle Fälle die befahrene Gasse
jedes Mal wechseln. Herrscht hoher Befallsdruck, empfiehlt sich die Verkürzung der
Spritzabstände und vor allem der Einsatz von Fungiziden mit teilsystemischen
Eigenschaften. Mittel mit bekannter Minderwirkung aufgrund von Resistenzen sind in
Zeiten von hoher Anfälligkeit der Trauben strikt zu vermeiden! Als wichtigste
Kulturmaßnahme zur Verbesserung der Beläge an den Trauben ist eine maschinelle
Entblätterung der Traubenzone kurz nach der Blüte anzusehen. In den Versuchen brachte
diese Maßnahme bei den nachfolgenden Spritzungen eine Erhöhung der Beläge von 2040%. Allerdings lassen sich durch die erhöhten Belagsmengen aufgrund des ständigen
Neuzuwachses die Spritzabstände nicht verlängern.
Die Tabelle 1 zeigt die Handlungsspielräume auf, die der Winzer bei seiner Pflanzenschutztechnik hat. Dabei spielt die Belegung der Blattunterseite nicht nur bei der Peronosporabekämpfung (Eindringen der Schwärmer durch die Spaltöffnungen) sondern auch bei
Oidium eine große Rolle.
- 38 -
Tab.1: Bedeutung der Anfälligkeit Reborgane bei der Bekämpfung
Bedeutung
Reborgane
Bedeutung derder
Zielobjekte
von Reben
bei der Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen
Stadium BBCH
Behandlungstermin
Zielobjekte
Rebe /Triebe
Phomopsis
00-09
Winter
und
Austrieb
11 bis 53
XXX
Vorblüte
55 - 67
68 - 69
Vorblüte abgeh.
bis Blüte Blüte
XXX
XXX
Blattunterseite
XXX
XXX
X
Blattoberseite
XXX
XXX
X
71
73 - 77
ab 79
Nachblüte
Nachblüte
Traubenschluss
X
X
X
Beeren
Oidium
Peronospora
Gescheine/Stielgerüst
XXX
XX
Rebe /Triebe
XXX
XXX
XXX
XX
Blattunterseite
XXX
XXX
XXX
XXX
XX
XX
Blattoberseite
XX
XX
XX
XX
XX
XX
Beeren
XXX
XXX
XXX
XXX
XXX
X
Gescheine/Stielgerüst
XXX
XXX
XXX
XXX
XXX
X
Rebe /Triebe
XXX
XXX
XXX
XXX
XX
X
Blattunterseite
XXX
XXX
XXX
XXX
XXX
XXX
Beeren
XXX
XXX
XXX
XXX
X
X
Gescheine/Stielgerüst
XXX
XXX
XXX
XXX
XXX
XX
Blattoberseite
Behandlung nur in Traubenzone erforderlich
Botrytis
Beeren
Gescheine/Stielgerüst
Traubenwickler
Beeren
Gescheine/Stielgerüst
X
X
Beeren
Gescheine/Stielgerüst
X wenig wichtig;
XXX
XXX
XXX
X
XXX
XXX
XXX
XXX
XXX
XXX
XXX
Beeren
Gescheine/Stielgerüst
Wachstumsregler
XX
XXX
XXX
XXX
XX wichtig;
XXX sehr wichtig
Voraussetzungen für gute Wirkung
Die hochanfälligen Stadien der Reben für bestimmte Krankheitserreger sind in Tabelle 1
zusammengestellt. Je nach Wirkstoff müssen die entsprechenden Flächen mit einem
guten Belag versehen werden, um die Pflanze gesund zu erhalten. Nur bei systemischen
bzw. tiefenwirksamen Präparaten ist dabei mit einer Verlagerung innerhalb des Gewebes
zu rechnen.
- 39 -
Sachgerechte Einstellung und Handhabung von Sprühgeräten
Eine sachgerechte Geräteeinstellung ist die wichtigste Grundlage, um die Benetzung der
Reben mit Pflanzenschutzmitteln zu verbessern und damit die Wirkung der
Rebschutzmaßnahmen zu optimieren. Gleichzeitig werden die Umweltbelastungen durch
Abdrift und Bodenkontamination vermindert. Die exakte und dem Zielobjekt angepasste
Einstellung von Weinbausprühgeräten hat sich einerseits an der bauartspezifischen
Luftstromgeometrie des jeweiligen Gebläsetyps und andererseits an den
anbausystemspezifischen Eigenschaften der Kultur zu orientieren. Die Grundeinstellung der
Luftleitsysteme ist im Wesentlichen von der Gebläsebauart abhängig. Sie sollte sicherstellen,
dass der Gebläseluftstrom nicht über die Laubwandgrenzen (oben und unten) geleitet wird.
Bei extremem Seitenhang und in Terrassenanlagen ist die Einstellung der Luftleitbleche und
die Ausrichtung der Düsen entsprechend anzupassen. Bei abdriftmindernden Verfahren sind
die Verwendungsbestimmungen des offiziellen Verzeichnisses Verlustmindernde Geräte
einzuhalten (www.jki.bund.de).
In der Grundeinstellung soll die Düsenausstattung eine möglichst gleichmäßige
Vertikalvertei-lung über die gesamte Laubwandhöhe sicherstellen. Soll eine von der
Grundeinstellung abwei-chende Vertikalverteilung erreicht werden, sind an bestimmten
Positionen andere Düsengrößen zu verwenden. Die Anpassung der Aufwandmenge an das
Laubwandwachstum erfolgt ausschließlich durch Zuschalten weiterer Düsenpaare im Verlauf
der Vegetationsperiode.
Standard Axialgebläse
Ausrichten der Luftleitbleche
Das Ausrichten der Luftleitbleche ist bei dieser Gebläsebauart
erforderlich, um die Auswirkungen des asymmetrischen
Luftstromes zu kompensieren und den Luftstrom nach unten und
oben zu begrenzen. Durch die Luftstromasymmetrie können die
Anstellwinkel der Luftleitbleche rechts / links unterschiedlich sein.
Aufstellen des Gerätes in Arbeitsposition in der Rebanlage
Festlegen der unteren und oberen Behandlungsgrenze:
o
untere Grenze = untere Laubwandgrenze
o
obere Grenze = ca. 20 cm unterhalb der max.
erwarteten Laubwandhöhe
Abbildung 4: Standard
dem Vegetationsstadium angepasste Gebläsedrehzahl
Axialgebläse
einstellen
durch Einschalten der Düsen den Sprühbereich sichtbar machen (nur mit Wasser), die
Einstellung hat für jede Seite getrennt zu erfolgen. Es können auf beiden Seiten
unterschiedliche Anstellwinkel erforderlich sein
Ausrichten der Düsen
Festlegen der maximal zu verwendenden Düsenanzahl entsprechend der Behandlungsgrenzen (Faustwert: 30 cm Arbeitshöhe je Düse)
Ausrichten der untersten und obersten Düse auf die Behandlungsgrenzen
Dazwischen liegende Düsen gleichmäßig ausrichten
- 40 -
Spritzbild der geöffneten Düsen kontrollieren
Anpassen an die aktuelle Laubwandhöhe
Festlegen der Düsenanzahl entsprechend der Laubwandhöhe
(Berechnung: Laubwandhöhe / Arbeitshöhe je Düse = Düsenanzahl)
Alle nicht benötigten Düsen abschalten. Verwendete Düsen ggf. fein ausrichten
Spritzbild der geöffneten Düsen kontrollieren
Die Grundeinstellung geht von gleichen Düsengrößen auf allen Düsenstationen aus.
Abweichungen hiervon können zur Berücksichtigung von Laubwandkorrekturen
(Entblätterung der Traubenzone) sinnvoll sein.
Axialgebläse mit Luftleitsystem, Tangentialgebläse, Diffusor-Radialgebläse
Abbildung 5: Axialgebläse mit Luftleitsystem (links), Tangentialgebläse (Mitte), Diffusor-Radialgebläse (rechts)
Fächer-Radialgebläse
Ausrichten der Luftaustrittsöffnungen
Das Ausrichten der Luftaustrittsöffnungen ist bei diesen
Gebläsebauarten erforderlich, um den Luftstrom nach
unten und oben zu begrenzen und Streifenbildung zu
verhindern. Jeder Fächer behandelt ein Band auf der
Zielfläche. Deshalb müssen bei diesen Gebläsen in jedem
Entwicklungsstadium die benötigten Fächer neu
ausgerichtet werden. Es ist sicherzustellen, dass keine
Streifenbildung erfolgt.
Abbildung 6: Fächer-Radialgebläse
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Aufstellen des Gerätes in Arbeitsposition in der Rebanlage
Festlegen der unteren und oberen Behandlungsgrenze
o
untere Behandlungsgrenze = untere Laubwandgrenze
o
obere Behandlungsgrenze = obere Laubwandgrenze
Obere Luftstromgrenze der obersten benötigten Luftaustrittsöffnung auf die obere
Be-handlungsgrenze ausrichten
Untere Luftstromgrenze der untersten Luftaustrittsöffnung auf die untere
Behandlungs-grenze ausrichten
Dazwischen liegende Luftaustrittsöffnungen entsprechend des zu behandelnden
Bandes ausrichten
Ausrichten der Düsen
Festlegung der Düsenzahl entsprechend der Laubwandhöhe
Die benötigten Düsen sind in Luftstromrichtung auszurichten
Spritzbild der geöffneten Düsen kontrollieren
Die Grundeinstellung geht von gleichen Düsengrößen auf allen Düsenstationen aus.
Allgemeine Empfehlungen zur Applikation
Eine Behandlung der Rebzeilen von beiden Seiten optimiert die Beläge auf der
Blattunterseite. Dies ist besonders wichtig bei Botrytiziden und Insektiziden
Fahrgeschwindigkeiten über 7,5- 8 km/h bringen sehr schlechte Applikationsqualität
Druckbereich der Düsen muss beachten
In den frühen Entwicklungsstadien empfiehlt sich eine deutliche Reduzierung der
Gebläsedrehzahl.
Zur Reduzierung der Abdrift sind grobtropfig zerstäubende Düsen erforderlich, z.B.
Injektordüsen. Die biologische Wirksamkeit gegen Oidium ist besser als bei den
feintropfigen Standarddüsen.
Bei den Ein- und Ausfahrten aus den Rebzeilen sind die Düsen so rechtzeitig
abzustellen, dass ein Mitbesprühen der Wege und ein Abtropfen von Spritzbrühe
weitgehend vermieden wird.
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KONTROLLEN: WAS WIRD BEANSTANDET?
Im Zusammenhang mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind einige
begleitende Anforderungen zu erfüllen, die bei Kontrollen durch die
Aufsichtsbehörden relativ häufig beanstandet werden. Kontrollumfang und Anzahl der
Beanstandungen müssen jährlich von den Ländern an die EU-Kommission gemeldet
werden. Übersteigen die Beanstandungen bestimmte Stufen, wird von der
Kommission für das Folgejahr ein erhöhter Kontrollaufwand in dem jeweiligen Bereich
gefordert. Ergibt sich keine Besserung werden die Kontrollanforderungen weiter
erhöht. Im Folgenden werden die Bereiche mit den meisten Beanstandungen
aufgeführt.
Fehlende
oder
mangelhaft
ausgefüllte
Dokumentation
der
Pflanzenschutzmaßnahmen
Jede Pflanzenschutzmaßnahme ist zeitnah zu dokumentieren. Dabei ist es dem
Anwender überlassen, auf welche Art die Aufzeichnungen gemacht werden. Sie
können sowohl elektronisch in Dateiform als auch auf Papier erfolgen. Auch für das
Format gibt es keine festen Vorgaben. Wichtig ist aber, dass mindestens die folgenden
sechs Pflichtangaben gemacht wurden:
„Wann, mit welchem Mittel, gegen welchen Schaderreger, mit welcher
Aufwandmenge, auf welcher Fläche und von wem die Maßnahmen durchgeführt
wurden“.
Die Aufzeichnungen müssen für mindestens drei Jahre aufgehoben werden und sind
den Kontrollbehörden auf Verlangen vorzulegen. Ein Muster für die Dokumentation
kann von unserer Homepage herunterladen werden.
Falsche Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln
Generell dürfen Pflanzenschutzmittel nur auf landwirtschaftlich oder gärtnerisch
genutzten Flächen ausgebracht werden. Auf Nichtkulturland ist die Anwendung
verboten. Besonders bei der Anwendung von Herbiziden wird jedoch gegen dieses
Verbot häufig verstoßen. Fehlanwendungen sind zum Beispiel das Ausbringen von
Herbiziden an Feldrändern, Straßengräben oder auch Trockenmauern. Da die Folgen
eines Herbizideinsatzes gut sichtbar und die Verursacher relativ leicht feststellbar sind,
kommt es häufig zu Anzeigen und Sanktionen. Die Aufsichtsbehörden ahnden bei ihren
Kontrollen diese Vergehen. Auch auf Straßen, Wegen und Plätzen ist die Anwendung
von Herbiziden verboten, auch wenn teilweise in den Gebrauchsanleitungen
irreführende Angaben dazu gemacht werden. Die Wirkstoffe werden auf befestigtem
Untergrund nicht abgebaut und können so durch Regen in die Kanalisation oder
Oberflächengewässer geschwemmt werden. Eine Anwendung ist daher nur in gut
begründeten Ausnahmefällen und mit Genehmigung der Aufsichtsbehörden erlaubt.
Fehlende Sachkunde
Wer Pflanzenschutzmittel professionell ausbringen will, muss sachkundig sein. Die
Sachkunde kann durch eine Berufsausbildung in den verschiedensten
landwirtschaftlichen Bereichen oder einem speziellen Sachkundekurs erworben werden.
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Mitarbeiter ohne diese Sachkunde dürfen im Betrieb keinen Pflanzenschutz betreiben,
auch nicht unter Aufsicht des Betriebsleiters oder anderer sachkundiger Personen.
Einzige Ausnahme sind Auszubildende, die unter Anleitung und Aufsicht einer
sachkundigen Person Pflanzenschutzmittel ausbringen dürfen.
Pflanzenschutzgeräte ohne Kontrollplakette
Pflanzenschutzgeräte müssen einer regelmäßigen Kontrolle unterzogen werden. Dazu
zählen alle Geräte die bei Pflanzenschutzmaßnahmen eingesetzt werden. Auch
Herbizidgeräte oder Geräteaggregate, die an ein Sprühgerät angebaut werden können, wie
zum Beispiel Überzeilengestänge oder Herbizidtunnel, sind ebenso kontrollpflichtig wie
Schlauchspritzanlagen. Lediglich rückentragbare und handgeführte Kleingeräte sind davon
ausgenommen. Geräte ohne Kontrollplakette dürfen nicht eingesetzt werden. Der
bisherige zweijährige Kontrollmodus (vier Kalenderhalbjahre) wurde im Juli 2013 auf drei
Jahre (sechs Kalenderhalbjahre) angehoben.
Nicht sachgerechte Lagerung
Pflanzenschutzmittel sind ordnungsgemäß und sicher zu lagern. Nicht sachkundige
Personen und Unbefugte dürfen keinen Zugang zum Pflanzenschutzmittellager haben. Die
Lagerung kann bei kleineren Mengen in einem abschließbaren Schrank erfolgen. Größere
Mengen sind in einem abgeschlossenen Lagerraum unterzubringen. Pflanzenschutzmittel
dürfen nicht zusammen mit Lebens- oder Futtermitteln, brennbaren Substanzen oder
Weinbehandlungsmitteln gelagert werden. Die meisten Beanstandungen gibt es bei der
Lagerung von Pflanzenschutzmitteln wegen nicht verschlossener Lagerplätze oder der
Lagerung von nicht oder nicht mehr zugelassenen oder gar verbotenen Präparaten.
g Wirkstoff
Anforderungen beim Gewässerschutz
Die im Zuge der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) erfolgte
europaweite Bestandsaufnahme hat ergeben, dass unter anderem auch viele
Gewässer in Rheinland-Pfalz die nach der EU-WRRL vorgesehenen Qualitätsziele bis
2015 wahrscheinlich nicht erreichen werden. Ursache dafür ist unter anderem die
Belastung durch Pflanzenschutzmittel (PSM). Vor allem die Regionen Vorderpfalz und
Rheinhessen sind davon betroffen. Die Haupteintragsquellen für PSM in Gewässer
der Weinbauregionen
Pflanzenschutzmittel-Wirkstofffrachten Kläranlage Hahnheim 2012
sind
350
Abschwemmungen der
300
Wirkstoffe
von
befestigten
Flächen
250
und die durch die
200
Spritzenreinigung
in
150
Höfen
verursachten
Einträge
über
die
100
Kanalisation. Hier sind
50
klare Zusammenhänge
0
zu
den
Kalenderwochen
Spritzmaßnahmen zu
sehen. In der Regel
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- 44 -
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51
lagert sich ein Teil der Wirkstoffe an den Schlamm in der Kanalisation an und gelang
erst verspätet in die Kläranlage. Daher finden sich auch noch im Spätherbst
Pflanzenschutzmittel im Auslauf der Kläranlagen.
Auch auf Feldwegen ist unbedingt darauf zu achten, unnötige Verunreinigungen der
Wegoberflächen mit Pflanzenschutzmitteln, etwa durch Abdrift, Abtropfen oder
Verschütten zu vermeiden. Spritzgeräte müssen - gemäß der guten fachlichen Praxis
- auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche gereinigt werden, technische Restmengen
1:10 verdünnt ebenfalls auf der Fläche ausgebracht werden. Schon kleinste
Wirkstoffmengen in Gewässern sind analytisch erfassbar und können zum
Nichterreichen der Umweltqualitätsziele beitragen.
Falls sich die Situation nicht verbessert, ist mit Vorschriften zu rechnen, die auf
Gemeindeebene spezielle Waschplätze für Spritzgeräte verlangen.
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Gruppe Weinbau im DLR Rheinhessen – Nahe - Hunsrück
Standort Oppenheim (Anbaugebiet Rheinhessen)
Schlamp, Heinrich
heinrich.schlamp@dlr.rlp.de
Becker, Arno
arno.becker@dlr.rlp.de
Becker, Erich
erich.becker@dlr.rlp.de
Fader, Beate
beate.fader@dlr.rlp.de
Heller, Frederik
frederik.heller@dlr.rlp.de
Hill Dr., Georg
georg.hill@dlr.rlp.de
Knott, Ulrich
ulrich.knott@dlr.rlp.de
Krieg, Urban
urban.krieg@dlr.rlp.de
Prior Dr., Bernd
bernd.prior@dlr.rlp.de
Spies, Sieghard
sieghard.spies@dlr.rlp.de
06133 – 930
187
06133 – 930
176
06133 – 930
120
06133 – 930
185
06133 – 930
170
06133 – 930
167
06133 – 930
314
06133 – 930
112
06133 – 930
184
06133 – 930
169
Wagenitz, Jürgen
juergen.wagenitz@dlr.rlp.de.
Lahm, Leo
leo.lahm@dlr.rlp.de
06133 – 930
159
06133 – 930
117
Stabel, Klaus
klaus.stabel@dlr.rlp.de
192
Gruppenleiter Weinbau
Rebsorten und Klone
Klonenselektion, Anbaueignungsversuche,
allg. Weinbau
Allgemeiner Weinbau, Weinbautechnik
Ökologischer Weinbau
(Spezialberaterin für Rheinland-Pfalz)
Ökologischer Weinbau
(Spezialberatung für Rheinland-Pfalz)
Rebkrankheiten,Schädlinge,
Rebschutzwarndienst Rheinhessen
Betriebswirtschaft
Rebsorten, Unterlagen
Allgemeiner Weinbau,
Düngung, Weinbau-Versuche
Rebschutz,
Kontrolliert-umweltschonender-Anbau
Ansagedienste, Sachkundelehrgang,
Allgemeiner Weinbau,
Weinbau-Versuche, Rebschutz
Versuchswesen
Weinbau und Oenologie
Standort Bad Kreuznach (Anbaugebiet Nahe und Mittelrhein)
Müller Dr., Edgar
edgar.mueller@dlr.rlp.de
Walg, Oswald
oswald.walg@dlr.rlp.de
???????
Krolla, Alfred
alfred.krolla@dlr.rlp.de
Baltz, Gerthold
gerthold.baltz@dlr.rlp.de
Iris:
Internet:
0671-820
317
0671 – 820
313
0671-820
320
0671-820
312
0671-820
316
www.dlr-rnh.rlp.de
Allgemeiner Weinbau,
Rebschutzwarndienst Nahe-Mittelrhein
Weinbautechnik , Allgemeiner Weinbau,
Weinbau-Versuche
Rodungsprogramm, Förderung
Versuchswesen
Weinbau
www.rebschutz.de
Tonband-Ansagedienste Rebschutz:
Rheinhessen:
06133 – 930 201 bzw. -202
Nahe-Mittelrhein: 0671 - 820 303
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