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Bayerische Akademie
für Suchtfragen
“Ohne Gehirn ist alles nichts,
aber Gehirn ist nicht alles…?!“
in Forschung und Praxis BAS e.V.
Ersetzt die Neurobiologie die Psychologie der Sucht?
Workshop am 23. Oktober 2014 in München
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
gegenwärtig wird der Darstellung der biologischen
Forschungsergebnisse von Hirnmechanismen bei Sucht
und anderen psychischen Störungen viel Zeit in
Fortbildungsveranstaltungen gewidmet. Das ist gut so!
Gleichzeitig stellt sich allerdings aus der Sicht der
Praxis auch die Frage, ob dies für den Umgang mit dem
Klienten ausreichend ist und ob nicht mehr Psychologie
dafür nötig wäre. Und vielleicht auch prinzipieller: Wie
weit reicht die Erklärungskraft der Neurobiologie? Oder
ist sie nur eine neue Beschreibungsform des Geistigen?
Was kann sie nicht abbilden?
Es scheint ja zunächst so zu sein, dass die
Neurobiologie wesentliche Merkmale der Psychologie
der Sucht durch Hirnmechanismen erklären kann.
Tierexperimente gelten als Modell-Settings für
Suchtphänomene. Humanstudien zeigen – jedoch
methodenabhängig – suchtspezifische
Aktivierungsmuster im Gehirn auf makro-, meso-,
mikro- und molekularer Ebene. Allerdings stellt sich die
Frage, wie z.B. Scham tierexperimentell modelliert
werden kann…
Bedenkenswert ist darüber hinaus, dass eine
wissenschaftsgeschichtliche Betrachtung der
Ergebnisse der Hirnforschung immer wieder Über- und
Fehlinterpretationen der Daten zeigt. Die Lokalisierung
von Funktionen beispielsweise, wie sie zum
Zentrenkonzept geführt hat, wird in den letzten Jahren
zunehmend mit dem Netzwerkkonzept der multilokalen
Realisation von mentalen Funktionen in Verbindung
gebracht.
Ferner zeigt sich, dass Gehirnareale, die zum Beispiel an der
Lust bzw. Sucht "beteiligt" sind, auch bei der Depression
eine aktive und zentrale Rolle spielen. Auch der Wandel der
Interpretation der „Funktion“ von Dopamin ist in der
Geschichte der Neurowissenschaft beachtlich.
Damit ergibt sich aktuell ein unübersichtliches und
unstimmiges Bild aus dem Datenmosaik der Hirnforschung.
Unterlagert wird diese Unsicherheit durch die Vielfalt der
methodenbedingt falsch positiven und falsch negativen
Befunde in der MRI-Forschung und auch durch das
Problem der unübersehbaren Datenkomplexität etwa im
Bereich der Molekularbiologie durch neue HighthroughputTechnologien.
In Hinblick auf das Verhältnis der Neurobiologie zur
Psychologie zeigt sich somit die grundlegende
Notwendigkeit der Nachrüstung im Bereich der
Psychologie, insofern sie als Wissenschaft des
20. Jahrhunderts mit einer Technologie der Biologie des
21. Jahrhunderts konfrontiert ist.
Daher ist es Ziel dieser Tagung, einige neue und bekannte
Befunde der Neurowissenschaft darzustellen, kritisch zu
diskutieren und Möglichkeiten, aber auch Grenzen der
Neurobiologisierung der Sucht zu sondieren.
Im Namen des BAS e.V. Vorstands möchte ich Sie herzlich
zu diesem Workshop einladen! Wir freuen uns auf Ihre
Teilnahme und Ihre Diskussionsbeiträge!
gez. Prof. Dr. Dr. Dr. Felix Tretter
2. Vorsitzender BAS e.V.
Programm Teil I
13:00-13:30 Uhr
Begrüßung, Einführung und Moderation
Prof. Dr. Dr. Dr. Felix Tretter,
Bayerische Akademie für Suchtfragen
in Forschung und Praxis BAS e.V., München
Verhaltensbiologische Perspektiven des
kontrollierten Drogenkonsums und der Sucht
13:30-14:00 Uhr
14:00-14:15 Uhr
Prof. Dr. Christian P. Müller,
Impulsreferat
Diskussion
Psychiatrische und Psychotherapeutische
Klinik Universitätsklinikum Erlangen
Mechanismen der Kokain-Wirkung und das
Neuroenhancement
14:15-14:45 Uhr
14:45-15:00 Uhr
Impulsreferat
Diskussion
15:00-15:30 Uhr
Kaffeepause
Prof. Dr. Boris B. Quednow,
Experimentelle und Klinische
Pharmakopsychologie
Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
Programm Teil II
Funktionsweise des Cannabinoidsystems
15:30-16:00 Uhr
16:00-16:15 Uhr
Prof. Dr. Oliver Pogarell (angefragt),
Impulsreferat
Diskussion
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
LMU München, Mitglied BAS e.V.
Kurzstatements
16:15-16:25 Uhr
Dr. Christoph Kröger,
Neurobiologie und Therapie der Sucht
IFT Institut für Therapieforschung, München,
Vorstand BAS e.V.
16:25-16:35 Uhr
Prof. Dr. Jörg Wolstein,
Probleme des Neurodevelopments
Otto-Friedrich-Universität Bamberg,
Vorsitzender STAF des BAS e.V.
16:35-17:45 Uhr
Allgemeine Diskussion „Ohne Gehirn ist alles nichts,
aber Gehirn ist nicht alles…?!“
Referenten und Teilnehmer
17:45-18:00 Uhr
Schlussfolgerung
Prof. Dr. Dr. Dr. Felix Tretter
Ersetzt die Neurobiologie die Psychologie der Sucht?
18:00 Uhr
Ende der Veranstaltung
Informationen und Kontakt
Veranstaltungsort
KKV Hansa-Haus
Großer Saal
Brienner Straße 39
80333 München
Anreise:
in 10 Minuten zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln
ab München Hauptbahnhof mit der U2 oder U8
Richtung Feldmoching bis Station „Königsplatz“,
Ausgang „Nord – Brienner Straße“
Anerkannte Fortbildungsveranstaltung
Für den Besuch des Workshops wurden für Ärzte,
Apotheker, Psychologen und Psychotherapeuten bei den
jeweiligen Heilberufekammern Fortbildungsbildungspunkte beantragt.
Organisatorische Informationen
Teilnahmegebühr:
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist für Sie
kostenfrei.
Anmeldung:
Bitte melden Sie sich bis spätestens
17.10.2014 online unter folgendem Link an:
www.basmuenchen.de/registrieren/regcode/EV-201402.html
Kontakt
Bayerische Akademie für Suchtfragen in
Forschung und Praxis BAS e.V.
Prof. Dr. Dr. Dr. Felix Tretter
Landwehrstr. 60-62, 80336 München
Tel.: 089. 530 730 – 0
Fax: 089. 530 730 – 19
E-Mail: felix.tretter@bas-muenchen.de
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Bildung
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