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Kennen, können, beherrschen – lernen was gebraucht wird
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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis .......................................................................................................................................................................................................................1
Allgemeine Rechtsgrundlagen ..........................................................................................................................................................................................................3
Natürliche und juristische Personen ...........................................................................................................................................................................................3
natürliche Person .................................................................................................................................................................................................................3
Gesetzliche Regelung in Deutschland .........................................................................................................................................................................................3
Rechtssubjekt .............................................................................................................................................................................................................................3
juristische Personen ...................................................................................................................................................................................................................3
Rechtsfähigkeit ...........................................................................................................................................................................................................................4
Geschäftsfähigkeit nach deutschem Recht .................................................................................................................................................................................5
Die Geschäftsfähigkeit ist ein Sonderfall der Handlungsfähigkeit. ........................................................................................................................................5
Beschränkte Geschäftsfähigkeit .......................................................................................................................................................................................5
Teilgeschäftsfähigkeit ......................................................................................................................................................................................................5
Geschäftsunfähigkeit .......................................................................................................................................................................................................5
Partielle Geschäftsunfähigkeit .........................................................................................................................................................................................6
Relative Geschäftsunfähigkeit ..........................................................................................................................................................................................6
Rechtsgeschäfte .........................................................................................................................................................................................................................7
Mehrseitiges Rechtsgeschäft ......................................................................................................................................................................................................7
Personenrechtliches Rechtsgeschäft ..........................................................................................................................................................................................7
Fehlerhaftes Rechtsgeschäft ......................................................................................................................................................................................................8
Vertragsarten .............................................................................................................................................................................................................................8
Bedeutung ............................................................................................................................................................................................................................8
Kaufgegenstand ...................................................................................................................................................................................................................8
Form.....................................................................................................................................................................................................................................8
Verpflichtungsgeschäft und Verfügungsgeschäft. Rechtsvergleichung .......................................................................................................................................8
Wesentliche gesetzliche Regelungen ...................................................................................................................................................................................9
Pflichten des Verkäufers ..................................................................................................................................................................................................9
Pflichten des Käufers .......................................................................................................................................................................................................9
Mängel .......................................................................................................................................................................................................................9
Sachmangel ................................................................................................................................................................................................................9
Weitere Fälle von Sachmängeln: ................................................................................................................................................................................................9
Maßgebender Zeitpunkt für die Beurteilung der Mangelfreiheit .............................................................................................................................................. 10
Gewährleistung ........................................................................................................................................................................................................................ 11
Garantie ................................................................................................................................................................................................................................... 13
Gefahrübergang ....................................................................................................................................................................................................................... 13
Versendungskauf ...................................................................................................................................................................................................................... 13
Eigentumsvorbehalt ................................................................................................................................................................................................................. 13
Abweichende vertragliche Regelungen .................................................................................................................................................................................... 13
Allgemeine Geschäftsbedingungen, Verbraucherschutz........................................................................................................................................................... 13
Verbrauchsgüterkauf ................................................................................................................................................................................................................ 14
Begriff ................................................................................................................................................................................................................................ 14
Regelung ............................................................................................................................................................................................................................ 14
Kreditkauf ....................................................................................................................................................................................................................................... 14
Verkauf mit Auslandsberührung ............................................................................................................................................................................................... 15
Verjährung ............................................................................................................................................................................................................................... 15
Verjährungsfristen .............................................................................................................................................................................................................. 15
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Verjährungsbeginn ............................................................................................................................................................................................................. 15
Abweichender Verjährungsbeginn: .................................................................................................................................................................................... 15
Ablauf und Ende der Verjährungsfrist ................................................................................................................................................................................ 16
Vereinbarungen über die Verjährung ................................................................................................................................................................................. 16
Wirkungen der Verjährung ................................................................................................................................................................................................. 16
Strafrecht ................................................................................................................................................................................................................................. 17
Öffentliches Recht .................................................................................................................................................................................................................... 17
Nichtigkeit von Verträgen, ........................................................................................................................................................................................................ 17
Anfechtung von Willenserklärungen .................................................................................................................................................................................. 17
Nichtigkeit von Verträgen .................................................................................................................................................................................................. 17
Verstoß gegen zwingende Formvorschriften ................................................................................................................................................................. 17
Verstoß gegen die guten Sitten .......................................................................................................................................................................................... 18
Wuchergeschäfte ............................................................................................................................................................................................................... 18
Verstoß gegen ein gesetzliches Verbot ............................................................................................................................................................................... 18
Scheingeschäfte ................................................................................................................................................................................................................. 18
Verträge mit Geschäftsunfähigen ....................................................................................................................................................................................... 18
Anfechtung von Willenserklärungen .................................................................................................................................................................................. 18
Anfechtung von Willenserklärungen .............................................................................................................................................................................. 18
Irrtum ....................................................................................................................................................................................................................... 18
Täuschung ................................................................................................................................................................................................................ 18
Widerrufs- und Rückgaberecht bei Verbraucherverträgen ................................................................................................................................................. 18
Widerrufsfrist: ............................................................................................................................................................................................................... 19
Belehrung: ..................................................................................................................................................................................................................... 19
Abbildungsverzeichnis .............................................................................................................................................................................................................. 19
Index (Stichwortverzeichnis) .................................................................................................................................................................................................... 19
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Allgemeine Rechtsgrundlagen
Natürliche und juristische Personen
natürliche Person
Eine natürliche Person ist der Mensch in seiner Rolle als Rechtssubjekt, d. h. als Träger von Rechten und
Pflichten. Rechtssubjekte, die keine Menschen sind, nennt man juristische Personen. In früheren
Rechtsordnungen wie z. B. dem klassischen römischen Recht gab es auch Menschen, die keine Rechtssubjekte
und damit auch keine Personen in unserem Sinne waren, so etwa Sklaven und solche Familienangehörige, die
der Herrschaftsgewalt des Familienoberhaupts (pater familias) unterworfen waren. Rechtlich hatten diese
Menschen im Wesentlichen den Status von Sachen.
Gesetzliche Regelung in Deutschland
Mit der Vollendung seiner Geburt wird ein Mensch rechtsfähig und damit zu einer natürlichen Person (§ 1
BGB). Unter gewissen Umständen wird die Rechtsfähigkeit auch fingiert. So kann bereits ein ungeborener
Mensch (nasciturus) zum Erben werden (§ 1923 Abs. 2 BGB). Stark umstritten ist die Frage, ob dem Nasciturus
bereits vor der Geburt und möglicherweise schon ab dem Beginn der Schwangerschaft Rechte zufallen können,
insbesondere ein Recht auf Leben. Dies spielt vor allem im Hinblick auf den Schwangerschaftsabbruch und die
Stammzellenforschung sowie verwandte Forschungsbereiche eine Rolle.
Der Mensch verliert seine Rechtsfähigkeit mit dem Tod. Nach einer Lehrmeinung sollen jedoch auch Tote unter
bestimmten Voraussetzungen rechtsfähig bleiben. Diskutiert wird dies vor allem im Zusammenhang mit dem
sog. postmortalen Persönlichkeitsrecht. Wann der Tod im rechtlichen Sinne eintritt, wird uneinheitlich
beantwortet. Manche befürworten den Hirntod, andere den Herztod als ausschlaggebendes Kriterium
Rechtssubjekt
Ein Rechtssubjekt ist jemand, der rechtsfähig, also Träger von Rechten und Pflichten sein kann. Zu den
Rechtssubjekten gehören der Mensch als natürliche Person sowie die juristische Person.
Besondere Rechtssubjekte sind die internationalen, siehe Völkerrechtssubjekt.
Vom Rechtssubjekt zu unterscheiden ist das jeweilige Recht selbst und der Gegenstand des jeweiligen Rechts,
das sogenannte Rechtsobjekt.
juristische Personen
Eine juristische Person ist ein Rechtssubjekt, das aufgrund gesetzlicher Anerkennung rechtsfähig ist, d. h. selbst
Träger von Rechten und Pflichten sein kann, dabei aber keine natürliche Person ist.
Ob juristische Personen nicht nur rechts-, sondern auch handlungsfähig sind, also in der Lage, selbst
rechtserheblich tätig zu werden, ist seit langer Zeit umstritten. Die Lehre von der realen
Verbandspersönlichkeit, deren wichtigster Vertreter Otto von Gierke war, geht davon aus, dass die juristische
Person mit dem tatsächlich vorhandenen Inbegriff ihrer Mitglieder oder Sachmittel gleichzusetzen ist. Sie
kommt deshalb zum Ergebnis, dass die juristische Person - vermittelt durch ihre Organe - auch tatsächlich
handeln kann. Für die Fiktionstheorie hingegen, die gemeinhin mit Friedrich Carl von Savigny in Verbindung
gebracht wird, ist die juristische Person lediglich ein fiktiver Zurechnungsendpunkt, also ein gedachtes Etwas,
das demgemäß auch nicht handeln kann. Ihr zu Folge wird die juristische Person von ihren Organen bzw.
Organwaltern vertreten. Augenscheinlich handelt es sich um Haarspalterei, da das Ergebnis meist dasselbe ist.
Es gibt jedoch durchaus Fälle, in denen die beiden Lehren zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Als
Beispiel sei die Frage genannt, ob und inwiefern sich die juristische Person das Wissen eines Organs zurechnen
lassen muss. Nach der Lehre von der realen Verbandspersönlichkeit (in diesem Zusammenhang auch
Organtheorie genannt) ist das Organ Teil der Person. Wissen des Organs ist damit immer zugleich Wissen der
Person. Die Anhänger der Fiktionstheorie erkennen der juristischen Person dagegen - weil in Wirklichkeit gar
nicht vorhanden - nicht die Fähigkeit zu, so etwas wie Wissen oder Kenntnis zu haben.
Hintergrund der ganzen Kontroverse ist der Gegensatz zwischen eher individualistisch und eher kollektivistisch
geprägten Vorstellungen - der römischrechtlichen und der deutschrechtlichen Tradition. Bemerkenswert
erscheint, dass die meisten wissenschaftlichen Autoren, obwohl unserer Gegenwart im Allgemeinen gerne das
Prädikat "individualistisch" gegeben wird, der tendenziell kollektivistischen Lehre von der realen
Verbandspersönlichkeit folgen.
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Beispiel für eine juristische Person: Eine Aktiengesellschaft hat neben der Hauptversammlung und dem
Aufsichtsrat als Organ den Vorstand, der durch natürliche Personen gebildet wird. Die Organe selbst können
sich durch andere Personen vertreten lassen. So kann der Vorstand der Aktiengesellschaft die Vertretung der
Aktiengesellschaft an einen oder mehrere Mitarbeiter, die nicht Mitglied der Organe sind, delegieren.
Juristische Personen des Privatrechts sind privatrechtliche Stiftungen und Körperschaften des privaten Rechts.
Juristische Personen des öffentlichen Rechts sind:
Körperschaften: z. B. der Staat selbst, Gebietskörperschaften (Gemeinden), Kirchen,
Handwerkskammern, Versicherungsanstalten (trotz der Anstaltsbezeichnung), Universitäten
(universitas ist ein klassischer lateinischer Ausdruck für Körperschaft)
Anstalten: z. B. Rundfunkanstalten, Studentenwerke
Stiftungen: z. B. Stiftungsuniversitäten (z.B. Universität Göttingen)
Achtung: Die Begriffe Körperschaft, Gesellschaft, juristische Person und Verein werden oft synonym oder in
engem Zusammenhang verwendet. Jeder hat aber seine eigene Bedeutung.
Rechtsfähigkeit
Rechtsfähig sind
alle Menschen
Juristische Personen des privaten Rechts, wie z. B.
der eingetragene Verein (e. V.)
die Aktiengesellschaft (AG)
die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
die eingetragene Genossenschaft (eG)
die Stiftung des bürgerlichen Rechts
Juristische Personen des öffentlichen Rechts, wie z. B. eine
Gebietskörperschaft (z.B. Gemeinde)
Stiftung des öffentlichen Rechts
Körperschaft des öffentlichen Rechts
Anstalt des öffentlichen Rechts, sofern ihr die Rechtsfähigkeit im Einzelfall durch Gesetz verliehen
worden ist,
Kirchen und öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaften als Körperschaften des öffentlichen Rechts
eigener Art (vgl. dazu Staatskirchenrecht.
Teilrechtsfähig sind
die offene Handelsgesellschaft (oHG)
die Kommanditgesellschaft (KG)
die Partnerschaftsgesellschaft (PartG)
nach herrschender Meinung auch die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (BGB-Gesellschaft)
soweit sie durch Teilnahme am Rechtsverkehr eigene (vertragliche) Rechte und Pflichten begründet
(so genannte Außengesellschaft)
Eine solche liegt vor, wenn mehrere Personen sich in Verfolgung eines gemeinsamen Zwecks
zusammenschließen, ohne ein Handelsgewerbe zu betreiben und ohne eine andere, spezielle
Rechtsform, für die Kooperation zu vereinbaren. Also beispielsweise bei
Sozietäten von Ärzten, Rechtsanwälten und anderen Freiberuflern
Kooperationen mehrerer Unternehmen anlässlich eines gemeinsamen Projekts, wie beispielsweise
bauwirtschaftlichen Arbeitsgemeinschaften (ARGE).
die Wohnungseigentümergemeinschaft (BGH, Beschl. v. 2. Juni 2005 - V ZB 32/05)
nach Anerkennung der Teilrechtsfähigkeit der außen-GbR nach vielfacher Ansicht erst recht der nichteingetragene Verein
Nicht rechtsfähig ist
die Erbengemeinschaft
die BGB-Innengesellschaft
eine Bruchteilsgemeinschaft
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Abbildung 1 - Bruchteilsgemeinschaft
Geschäftsfähigkeit nach deutschem Recht
Die Geschäftsfähigkeit ist ein Sonderfall der Handlungsfähigkeit.
Beschränkte Geschäftsfähigkeit
Beschränkt geschäftsfähig sind Minderjährige zwischen 7 und vollendeten 18 Lebensjahr. Rechtsgeschäfte, die
beschränkt Geschäftsfähige schließen, sind schwebend unwirksam, wenn sie nicht mit Einwilligung des
gesetzlichen Vertreters (in der Regel die Eltern) geschlossen werden. Die Eltern können dem Rechtsgeschäft
jedoch auch nachträglich zustimmen, d.h. genehmigen.
Von diesem Grundsatz gibt es jedoch Ausnahmen. So sind Willenserklärungen, die rechtlich lediglich vorteilhaft
sind, wie beispielsweise die Annahme von bestimmten Schenkungen, auch ohne Zustimmung wirksam.
Minderjährige können weiterhin wirksam Geschäfte eingehen, die sie mit Mitteln bewirken, die ihnen zu
diesem Zweck oder zur freien Verfügung vom gesetzlichen Vertreter oder mit dessen Zustimmung von Dritten
überlassen worden sind (Taschengeldparagraph).
Einseitige Willenserklärungen (zum Beispiel eine Kündigung), die ohne vorherige Zustimmung (= Einwilligung)
des gesetzlichen Vertreters erklärt werden, sind immer unwirksam und können auch nicht durch Genehmigung
wirksam werden. Dies gilt jedoch nicht, wenn die Erklärung nur rechtliche Vorteile bringt, wie zum Beispiel die
Mahnung, die als geschäftsähnliche Handlung den gleichen Regeln unterliegt. Eine weitere Ausnahme stellt die
Teilgeschäftsfähigkeit dar.
Teilgeschäftsfähigkeit
Teilgeschäftsfähig ist der beschränkt Geschäftsfähige, dem der gesetzliche Vertreter den Betrieb eines
Erwerbsgeschäfts gestattet hat. Dies gilt jedoch nur für Rechtsgeschäfte, die der Geschäftsbetrieb mit sich
bringt. Willenserklärungen des beschränkt Geschäftsfähigen sind insoweit wirksam. Wenn möglich sind jedoch
sehr weitreichende Maßnahmen, wie zum Beispiel Prokuraerteilung. Die Ermächtigung zum Betrieb des
Erwerbsgeschäfts durch den gesetzlichen Vertreter ist aber nur mit Genehmigung des Vormundschaftsgerichts
möglich.
Die Ermächtigung ist auch für Dienst- und Arbeitsverhältnisse möglich. Willenserklärungen, die auf Eingehung,
Aufhebung oder Durchführung eines solchen Verhältnisses gerichtet sind, sind dann wirksam.
Den Begriff der Teilgeschäftsfähigkeit kennt das Gesetz nicht. Der Minderjährige ist insoweit für einen
bestimmten Lebensbereich als voll geschäftsfähig anzusehen.
Geschäftsunfähigkeit
Geschäftsunfähig sind Minderjährige unter 7 Jahren sowie Personen, die sich in einem Zustand krankhafter
Störung der Geistestätigkeit befinden, der die freie Willensbestimmung ausschließt und seiner Natur nach nicht
nur vorübergehend ist. Willenserklärungen geschäftsunfähiger Personen sind nichtig, also rechtlich unwirksam.
Die Regelung findet sich in § 104 BGB. Wer geschäftsunfähig ist, hat nicht die rechtliche Macht,
Willenserklärungen wirksam abzugeben oder selbständig Rechtsgeschäfte zu tätigen, zum Beispiel Verträge zu
schließen oder zu kündigen. Er benötigt einen gesetzlichen Vertreter. Auch müssen Willenserklärungen wie
Kündigungen an den gesetzlichen Vertreter zugehen, damit diese wirksam werden. Soweit noch kein
gesetzlicher Vertreter besteht, wird dieser als Betreuer vom Vormundschaftsgericht bestellt. Bei der
Testierunfähigkeit (§ 2229 Abs. 4 BGB) handelt es sich um einen Spezialfall der Geschäftsunfähigkeit.
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Partielle Geschäftsunfähigkeit
In der Rechtsprechung wird die partielle - auf ein bestimmtes Gebiet bezogene - Geschäftsunfähigkeit
allgemein anerkannt. Sie liegt dann vor, wenn eine psychische Störung sich einen bestimmten Bereich bezieht,
in dem der Betroffene z.B. Wahnvorstellungen entwickelt hat, sich aber im Geschäftsleben ansonsten "normal"
gebärden kann.
Relative Geschäftsunfähigkeit
Demgegenüber lehnt die Lehre die relative Geschäftsfähigkeit ab, die sich darauf bezieht, dass Rechtsgeschäfte
unterschiedlich schwierig sein können (z.B. Barkauf ggü. Grundstückskauf) und bei Behinderten nur einfachere
Rechtsgeschäfte einsichtig sind. Mit dem 2002 eingefügten § 105a BGB sind aber solche "einfachen" Käufe des
täglichen Lebens doch für wirksam erklärt worden.
Häufige Fälle der Geschäftsunfähigkeit besteht bei Personen mit folgenden geistigen Behinderungen oder
psychischen Krankheiten:
Senile Demenz (Alzheimersche Krankheit oder Vaskuläre Demenz)
angeborene geistige Minderbegabung
Schizophrenie
Alkoholkrankheit siehe: Korsakow-Syndrom
Manie
Abbildung 2 - Korsakow Syndrom
Die Geschäftsunfähigkeit ist für Außenstehende nicht immer erkennbar. Das Gesetz schützt nicht den guten
Glauben an die Geschäftsfähigkeit des Geschäftsgegners, da der Schutz, eines nicht unbeschränkt
Geschäftsfähigen, Vorrang hat. Das bedeutet, dass abgeschlossene Verträge auch dann unwirksam sind, wenn
die Geschäftsunfähigkeit des Vertragspartners nicht erkennbar war. Ob letztlich tatsächlich
Geschäftsunfähigkeit vorlag, kann nur in einem Gerichtsverfahren verbindlich festgestellt werden. Hierzu
werden regelmäßig Sachverständigengutachten zum Gesundheitszustand des Betroffenen zum Zeitpunkt des
Rechtsgeschäftes eingeholt, z.B. auch aus Akten des Vormundschaftsgerichtes anlässlich einer Betreuung.
Geschäfte des täglichen Lebens können volljährige Geschäftsunfähige seit 1.8.2002 mit geringwertigen Mitteln
wirksam selbst besorgen (siehe § 105a BGB)
Abbildung 3 - Geschäfte des täglichen Lebens
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Rechtsgeschäfte
Das Rechtsgeschäft ist ein Tatbestand aus mindestens einer Willenserklärung, die entweder allein oder in
Verbindung mit anderen Tatbestandsmerkmalen eine Rechtsfolge herbeiführt, weil sie gewollt ist. Neben dem
Element der Willenserklärung(en) kann ein Rechtsgeschäft also auch noch andere Tatbestandsmerkmale
enthalten. So beinhaltet das Rechtsgeschäft der Übereignung einerseits eine Einigung (zwei übereinstimmende
Willenserklärungen) andererseits die Übergabe (Übertragung des Besitzes = Realakt). Unter gewissen
Umständen besteht das Rechtsgeschäft jedoch nur aus einer Willenserklärung und ist dann inhaltlich identisch
mit dieser. Im Bürgerlichen Gesetzbuch werden daher die Begriffe der Willenserklärung und des
Rechtsgeschäftes häufig als synonym verwendet.
Ein Rechtsgeschäft kann einseitig (z.B. Kündigung) oder mehrseitig (z.B. Vertrag) sein.
Das Rechtsgeschäft ist zu unterscheiden von der "Rechtshandlung". Bei der Rechtshandlung tritt die
Rechtsfolge unabhängig vom Willen desjenigen ein, der handelt - sie ergibt sich vielmehr aus der
Rechtsordnung. Rechtshandlungen sind:
die unerlaubte Handlung,
die geschäftsähnliche Handlung und
der Realakt.
Handlungen, die im Prozess vorgenommen werden (Prozesshandlungen), sind ebenfalls keine Rechtsgeschäfte.
Das Rechtsgeschäft wird durch mehrere Attribute konkretisiert:
Abstraktes Rechtsgeschäft
Das abstrakte Rechtsgeschäft bezeichnet das Rechtsgeschäft, das losgelöst vom Rechtsgrund
vorgenommen wird. In Deutschland wird im Zivilrecht die Lehre vom Abstraktionsprinzip vertreten:
Das Zuwendungsgeschäft kann daher wirksam sein, ohne dass ein Rechtsgrund (kausales
Rechtsgeschäft) vorliegt. Jede Verfügung, z.B. die Übereignung oder die Abtretung, ist ein abstraktes
Rechtsgeschäft. Aber auch Verpflichtungsgeschäfte, wie z.B. das Schuldanerkenntnis oder das
Schuldversprechen, gehören zu den abstrakten Rechtsgeschäften.
Kausales Rechtsgeschäft
Das kausale Rechtsgeschäft gibt den Rechtsgrund für das abstrakte Rechtsgeschäft vor. Der vom
kausalen Rechtsgeschäft getragene Rechtsgrund stellt den rechtlich anvisierten Erfolg des Geschäftes
dar. Bei mehrseitigen Rechtsgeschäften ist eine Einigung über den Rechtsgrund erforderlich.
Einseitiges Rechtsgeschäft
Beim einseitigen Rechtsgeschäft ist lediglich eine Willenserklärung nötig. Dabei ist ohne Bedeutung,
an wie viele Personen das einseitige Rechtsgeschäft geknüpft wird. Sind zwei Personen zugleich Mieter
einer Wohnung, können sie nur gemeinsam kündigen. Dieses einseitige Rechtsgeschäft wird auch
Gesamtakt genannt.
Bei streng einseitigen Rechtsgeschäften ist die Willenserklärung nicht an eine andere Person gerichtet und
zugleich nicht empfangsbedürftig. Beispiel hierfür ist das Testament. Die Auslobung, ist ebenfalls nicht
empfangsbedürftig, da gem. § 657 BGB demjenigen die Belohnung zu entrichten ist, der die Handlung
vorgenommen hat, auch wenn dieser nichts von der Auslobung wusste und folglich nicht mit Rücksicht auf die
Auslobung gehandelt hat. Die Rechtsfolge tritt also selbst dann ein, wenn die Auslobung dem Handelnen nicht
zugegangen ist.
Empfangsbedürftig sind dagegen die Kündigung oder die Anfechtung.
Mehrseitiges Rechtsgeschäft
Beim mehrseitigen Rechtsgeschäft bestehen mehrere übereinstimmende Willenserklärungen, die wechselseitig
durch mindestens zwei Personen erklärt wurden. Bedingt dabei eine Willenserklärung die jeweils andere, so
spricht man von einem synallagmatischen Rechtsgeschäft. z.B. Vertrag, Schenkung (wobei eine Schenkung doch
v.a. einseitig ist, da der Schenkende i.d.R. keine Verpflichtungen mehr hat nach der Schenkung)
Personenrechtliches Rechtsgeschäft
Bei den personenrechtlichen Rechtsgeschäften handelt es sich um Rechtsgeschäfte, die konkret auf die Person
oder deren Stand bezogen sind. Die personenrechtlichen Rechtsgeschäfte können in der Regel nur persönlich
vorgenommen werden. Sie sind bedingungsfeindlich und bedürfen regelmäßig einer bestimmten Form (z. B. die
Eheschließung gemäß § 1310 BGB).
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Fehlerhaftes Rechtsgeschäft
Das fehlerhafte Rechtsgeschäft ist das Rechtsgeschäft, das mangelhaft ist. Nicht jedes fehlerhafte
Rechtsgeschäft ist nichtig. Weitere Stufen sind die:
relative Unwirksamkeit,
die schwebende Unwirksamkeit
und die
Anfechtbarkeit des Rechtsgeschäftes.
Vertragsarten
Bedeutung
Der Kaufvertrag ist im Rechtsleben das häufigste Umsatzgeschäft. Es besteht im Austausch von Gegenständen
gegen Geld. Ursprüngliche Grundform eines
solchen Geschäfts war der Tausch. Die
Weiterentwicklung zum Kauf setzt Geld als
Zahlungsmittel voraus, das als jederzeit
eintauschbare Verrechnungseinheit von
feststehendem Wert einen Güterumsatz in
nennenswertem Umfang überhaupt erst
ermöglicht. Die enge Verwandtschaft zum
Tausch zeigt § 480 BGB, wonach auf den
Tausch die Vorschriften über den Kauf
entsprechend anzuwenden sind.
Kaufgegenstand
Gegenstand des Kaufvertrags kann
sein:
eine bewegliche Sache,
Abbildung 4 - Vertragsarten
eine unbewegliche Sache
(Immobilie) oder ein
Tier (§ 90a Satz 3 BGB),
ein Recht (zum Beispiel: Forderung,
Anteil an einer Sache,
Wohnungseigentum,
Gesellschaftsanteil, Patent, Erbschaft,
Miterbenanteil),
eine Sach- oder Rechtsgesamtheit (beispielsweise ein ganzes Unternehmen).
Die Kaufsache kann individuell (sogenannter Stückkauf) oder nach allgemeinen Merkmalen (eine bestimmte
Menge Ware einer bestimmten Qualität, sogenannter Gattungskauf, siehe auch Gattungsschuld) bestimmt
sein. Das Kaufrecht unterscheidet aber heute, anders als vor der Schuldrechtsreform, nicht mehr zwischen
Stückkauf und Gattungskauf.
Form
Der Kaufvertrag ist in der Regel formfrei. Er kann also sowohl mündlich, schriftlich als auch durch schlüssiges
Verhalten abgeschlossen werden. Nur bei bestimmten Kaufverträgen schreibt der Gesetzgeber eine besondere
Form vor. Notarielle Beurkundung ist nach § 311b Abs. 1 BGB erforderlich beim Kauf von Immobilien
(Grundstücke, Wohnungseigentum), nach § 15 Abs. 4 GmbHG beim Kauf eines GmbH-Anteils oder nach
§ 2371 BGB beim Erbschaftskauf.
Verpflichtungsgeschäft und Verfügungsgeschäft. Rechtsvergleichung
Eine Besonderheit des deutschen Rechts ist es, dass Verpflichtungsgeschäft und Verfügungsgeschäft streng
unterschieden werden (Trennungsprinzip) und sogar in ihrer Wirksamkeit voneinander unabhängig sind
(Abstraktionsprinzip). Das Eigentum an der Kaufsache geht nicht bereits durch den Kaufvertrag
(Verpflichtungsgeschäft) über, sondern muss durch einen gesonderten Vertrag, das dingliche
Verfügungsgeschäft übertragen werden. Entsprechendes gilt für den Kaufpreis. Nach deutschem Recht kommt
es daher bei der Abwicklung eines normalen Barkaufs zu drei Verträgen: Kaufvertrag, Übereignung von
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Kaufsache und Geld. Dabei ist denkbar, dass allein das Verpflichtungsgeschäft (Kauf) unwirksam ist, das
Verfügungsgeschäft (Übereignung) aber wirksam. Der Käufer kann dann wirksam Eigentümer geworden sein,
wegen Fehlens eines Rechtsgrundes (wirksamer Kaufvertrag) kann aber ein Anspruch auf Rückübertragung des
Eigentums wegen ungerechtfertigter Bereicherung gegen ihn bestehen.
Zum Kaufvertrag muss die Übergabe hinzutreten (Einheitsprinzip mit Übergabegrundsatz).
Bis zur Übergabe behält der Verkäufer das Eigentumsrecht.
Wesentliche gesetzliche Regelungen
Pflichten des Verkäufers
Der Verkäufer ist verpflichtet die Ware ohne Mängel zu liefern. Er ist verpflichtet die Ware an dem
Lieferungsdatum zu liefern.
Pflichten des Käufers
Der Käufer ist verpflichtet den Kaufpreis fristgemäß zu zahlen. Er ist wiederum verpflichtet den von ihm
gekauften Gegenstand entgegenzunehmen.
Mängel
Die Verschaffung der Kaufsache frei von Sachmängeln und von Rechtsmängeln stellt eine Hauptpflicht des
Verkäufers dar (§ 433 Abs. 1 Satz 2 BGB)
Abbildung 5 - vertragliche Pflichten beim Kaufvertrag
Sachmangel
Seit dem Gesetz zur Modernisierung des Schuldrechts stellt der Begriff des Sachmangels nicht mehr auf Fehler
und das Fehlen zugesicherter Eigenschaften ab. Vielmehr gilt nach der Neuregelung:
Die Kaufsache ist frei von Sachmängeln (§ 434 BGB): wenn sie die vereinbarte Beschaffenheit hat; (bei Fehlen
einer solchen Vereinbarung:) wenn sie sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte Verwendung eignet;
(sonst:) wenn sie sich für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Sachen
der gleichen Art üblich ist und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann. Eine solche Erwartung
kann auch durch Äußerungen in der Werbung oder bei der Kennzeichnung über bestimmte Eigenschaften der
Sache begründet sein. Beispiel: Lieferung von defekter Ware
Weitere Fälle von Sachmängeln:
unsachgemäße Montage;
mangelhafte Montageanleitung, die zu fehlerhafter Montage geführt hat; (siehe IKEA-Klausel)
Lieferung einer anderen Sache;
Lieferung einer zu geringen Menge.
Rechtsmangel
Ein Rechtsmangel liegt vor, wenn Dritte in Bezug auf die Sache Rechte gegen den Käufer geltend machen
können (zum Beispiel: Das verkaufte Grundstück ist mit einer Grundschuld belastet.)
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Maßgebender Zeitpunkt für die Beurteilung der Mangelfreiheit
Maßgebender Zeitpunkt, in dem die Mangelfreiheit gegeben sein muss, ist der Zeitpunkt des Gefahrübergangs
(§ 434 Abs. 1 Satz 1 BGB).
Abbildung 6 - Sachmangel
Gefahrübergang tritt ein bei der Übergabe der Sache (§ 446 BGB), beim Versendungskauf, sofern er kein
Verbrauchsgüterkauf ist (§ 474 Abs. 2 BGB), bei Übergabe an die zur Versendung bestimmten Personen (etwa
den Spediteur).
Abbildung 7 - Gefahr und Lastenübergang – Begriff des Verbrauchsgüterkaufs
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Gewährleistung
Gewährleistung ist das Einstehen müssen für Mängel der Kaufsache. Die dem Käufer bei Sach- und
Rechtsmängeln zustehenden Mängelansprüche entsprechen teilweise den im allgemeinen Schuldrecht für alle
Vertragstypen vorgesehenen Ansprüchen bei Leistungsstörungen (Schadensersatz, Rücktritt), ergänzt durch
besondere Regelungen im Kaufrecht.
Bei Vorliegen eines Mangels hat der Käufer folgende Rechte (§ 437 BGB)
Abbildung 8 - Rechte des Käufers bei Mängeln
Nacherfüllung
Er kann gemäß § 437 Nr. 1; § 439 BGB Nacherfüllung, das heißt nach seiner Wahl Beseitigung des
Mangels oder Lieferung einer mangelfreien Sache, verlangen.
Abbildung 9 - Nacherfüllung
Das Wahlrecht des Käufers kann eingeschränkt werden, wenn das gewählte Recht (Reparatur oder
Ersatzlieferung) für den Verkäufer mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden ist. Z.B. Ein Rucksack
hat 40,00 EUR gekostet. Der Reißverschluss ist defekt. Das Einnähen eines neuen Reißverschlusses
würde 35,00 EUR kosten.
Rücktritt, Minderung
Er kann nach § 437 Nr. 2, §§ 440, 323 und 326 Absatz 5 BGB unter bestimmten Voraussetzungen, in
der Regel nach fruchtlosem Ablauf einer dem Verkäufer zur Nacherfüllung bestimmten angemessenen
Frist,
vom Vertrag zurücktreten
oder
gemäß § 441 BGB die Vergütung mindern.
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Abbildung 10 - Rücktritt und Schadenersatz
•Schadensersatz, Ersatz vergeblicher Aufwendungen
Er kann nach § 437 Nr. 3, §§ 440, 280, 281, 283, 311a BGB unter bestimmten Voraussetzungen
Schadensersatz oder Ersatz vergeblicher Aufwendungen (§ 284 BGB) verlangen.
Für die Verjährung der Mängelansprüche gilt § 438 BGB (Verjährungsfrist meist 2 Jahre ab Ablieferung, in
Sonderfällen länger).
Kennt der Käufer einen Mangel bei Vertragsschluss, sind Mängelansprüche ausgeschlossen, unter Umständen
auch bei grobfahrlässiger Unkenntnis (§ 442 BGB).
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Besonderheiten gelten beim Verbrauchsgüterkauf (Verkäufer = Unternehmer, Käufer = Verbraucher), siehe
gesonderten Abschnitt unten. Die gesetzlichen Gewährleistungsrechte sind beim Verbrauchsgüterkauf nicht
einschränkbar (nur Schadensersatz kann abbedungen werden). Bei gebrauchten Sachen kann die
Verjährungsfrist auf ein Jahr verkürzt werden, bei neuen Sachen hingegen nicht auf weniger als zwei Jahre.
Garantie
Über die Haftung für Sachmängel hinaus können der Verkäufer oder ein Dritter (zum Beispiel der Hersteller) im
Kaufvertrag eine Garantie übernehmen (§ 443 BGB). Diese kann sich je nach ihrem Inhalt darauf erstrecken,
dass die Sache eine bestimmte Beschaffenheit aufweist oder dass die Sache für eine bestimmte Dauer eine
bestimmte Beschaffenheit behält (Haltbarkeitsgarantie.
Dem Käufer werden für diesen Fall in der Garantie bestimmte Rechte eingeräumt, die er neben den im Gesetz
geregelten Mängelansprüchen geltend machen kann. Anders als bei der Gewährleistung kommt es nicht darauf
an, ob die Sache bei Gefahrübergang (Übergabe) einen Mangel aufweist. Durch die Garantie werden auch
Rechte begründet, wenn der Mangel danach in der Garantiezeit eintritt. Bei der Haltbarkeitsgarantie wird
vermutet, dass ein während der Garantiezeit auftretender Sachmangel die Rechte aus der Garantie begründet
(§ 443 Abs. 2 BGB). Der Aussteller der Garantie muss daher, wenn er Ansprüchen aus der Garantie entgehen
will, beweisen, dass der Mangel nicht auf dem Zustand der Sache, sondern auf unsachgemäßem Gebrauch
durch den Käufer oder einem zufällig von außen einwirkenden Ereignis beruht.
Gefahrübergang
Nach § 446 BGB geht mit der Übergabe der verkauften Sache an den Käufer die Gefahr des zufälligen
Untergangs und der zufälligen Verschlechterung der Sache auf den Käufer über. Ab diesem Zeitpunkt trägt der
Käufer die Sachgefahr (das heißt er trägt das Risiko von Verlust oder Verschlechterung, der Verkäufer muss
nicht nochmals leisten) und die Vergütungsgefahr (das heißt er muss den noch nicht entrichteten Kaufpreis
zahlen, auch wenn die Sache zerstört oder beschädigt ist.
Versendungskauf
Beim Versendungskauf geht die Gefahr nach § 447 BGB schon mit der Übergabe an die zur Versendung
bestimmten Personen über. Das gilt allerdings nicht beim Verbrauchsgüterkauf (§ 474 Abs. 2 BGB).
Eigentumsvorbehalt
Der Verkäufer kann sich das Eigentum an der Sache bis zur Zahlung des Kaufpreises vorbehalten. Dann ist im
Zweifel anzunehmen, dass das Eigentum unter der aufschiebenden Bedingung vollständiger Zahlung des
Kaufpreises übertragen wird (§ 449 BGB). Der Käufer erwirbt mit der aufschiebend bedingten Übereignung
zunächst nur ein Anwartschaftsrecht. Das volle Eigentum geht erst mit vollständiger Zahlung über. Zahlt der
Käufer nicht, ist der Verkäufer durch sein fortbestehendes Eigentum gesichert. Er kann allerdings die Sache auf
Grund des Eigentumsvorbehalts nur heraus verlangen, wenn er vom Vertrag zurückgetreten ist
(§ 449 Abs. 2 BGB).
Abweichende vertragliche Regelungen
Die meisten der oben dargestellten gesetzlichen Regelungen über den Kaufvertrag sind abdingbar, das heißt
die Vertragsparteien können abweichende Vereinbarungen im einzelnen Kaufvertrag treffen. Denn im
Schuldrecht herrscht grundsätzlich Vertragsfreiheit. Einige Vorschriften im Kaufrecht begrenzen allerdings
ausdrücklich die Möglichkeit abweichender Vereinbarungen, so § 444 BGB für den Ausschluss von
Mängelansprüchen und § 475 BGB für bestimmte abweichende Vereinbarungen beim Verbrauchsgüterkauf.
Allgemeine Geschäftsbedingungen, Verbraucherschutz
Vom gesetzlichen Kaufrecht abweichende Vereinbarungen können nicht nur für den Einzelfall getroffen
werden. Viel häufiger ist im Wirtschaftsleben, dass solche abweichenden Vereinbarungen in Allgemeinen
Geschäftsbedingungen (AGB) enthalten sind, die von einer Vertragspartei gestellt werden und in den Vertrag
einbezogen werden. Dabei besteht die Gefahr, dass Regelungen in AGB allzu einseitig die Interessen einer
Partei bevorzugen. Die gesetzlichen Regelungen über Allgemeine Geschäftsbedingungen, die sich jetzt in §§
305 - 310 BGB finden, sehen deshalb für bestimmte Fallgruppen die Unwirksamkeit von AGB-Klauseln vor.
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Ferner gibt es weitere Regelungen unter dem Gesichtspunkt des Verbraucherschutzes, etwa für besondere
Vertriebsformen wie Haustürgeschäfte (in §§ 312, 312a BGB) und Fernabsatzverträge (in §§ 312b - 312d BGB),
die ein Widerrufsrecht (§ 355 BGB) oder Rückgaberecht (§ 356 BGB) vorsehen.
Verbrauchsgüterkauf
Die Regelungen über den Verbrauchsgüterkauf im BGB gehen darauf zurück, dass die europäische
Verbrauchsgüterkaufrichtlinie den deutschen Gesetzgeber verpflichtete, die in der Richtlinie vorgesehenen
Grundsätze ins deutsche Recht zu übernehmen. Dabei wurden auch über die Erfordernisse der Richtlinie hinaus
mit Wirkung vom 1. Januar 2002 durch das Gesetz zur Modernisierung des Schuldrechts Änderungen im
allgemeinen Teil des BGB (Verjährungsrecht), im Leistungsstörungsrecht des allgemeinen Schuldrechts und im
Kaufrecht vorgenommen. Nachdem die Umsetzung der Richtlinie zum erheblichen Teil bereits durch diese
Vorschriften erfolgt ist, bedurfte es nur noch einiger ergänzender Regelungen über den Verbrauchsgüterkauf
im Kaufvertragsrecht, die sich in den §§ 474 - 479 BGB finden und die Möglichkeiten begrenzen, im einzelnen
Kaufvertrag vom gesetzlichen Kaufvertragsrecht abzuweichen (z. B. beim Unternehmerregress).
Begriff
Ein Verbrauchsgüterkauf liegt vor, wenn ein Verbraucher (§ 13 BGB) von einem Unternehmer (§ 14 Abs. 1 BGB)
eine bewegliche Sache oder ein Tier (§§ 90, 90a BGB) erwirbt.
Regelung
Die Bedeutung der Sonderregelungen über den Verbrauchsgüterkauf besteht darin, dass sie vor allem
ausschließen, dass bestimmte vom gesetzlichen Kaufvertragsrecht abweichende Vereinbarungen im Vertrag
oder in Allgemeinen Geschäftsbedingungen getroffen werden. So schließt § 475 Abs. 1 BGB Vereinbarungen
aus, die zum Nachteil des Verbrauchers von den Regelungen über die vertraglichen Hauptpflichten,
Sachmängel und Rechtsmängel (§ 433-435 BGB), die Rechte des Käufers bei Mängeln (§ 437, §§ 439 – 443 BGB)
oder den Verbrauchsgüterkauf (§§ 474 – 479 BGB) abweichen.
Vereinbarungen über eine Erleichterung der Verjährung (Verkürzung der Verjährungsfristen) werden
dahingehend beschränkt, dass die Verjährungsfrist nicht auf weniger als 2 Jahre, bei gebrauchten Sachen nicht
auf weniger als 1 Jahr verkürzt werden darf (§ 475 Abs. 2 BGB.
Nicht ausgeschlossen wird eine Beschränkung von Schadensersatzansprüchen, soweit nicht die Regelungen
über allgemeine Geschäftsbedingungen (§§ 307 – 309 BGB) eingreifen (§ 475 Abs. 3 BGB.
Bei der Geltendmachung von Ansprüchen wegen Sachmängeln, die voraussetzen, dass der Mangel bei
Gefahrübergang (Übergabe) vorhanden war, gilt beim Verbrauchsgüterkauf eine Vermutung, dass dies der Fall
war, wenn sich der Mangel innerhalb von 6 Monaten nach Gefahrübergang zeigt (§ 476 BGB). Dann muss der
Verkäufer beweisen, dass die Sache bei Übergabe mangelfrei war, wenn er Mängelansprüchen entgehen will.
§ 477 BGB enthält eine Sondervorschrift für Garantien beim Verbrauchsgüterkauf.
§ 447 BGB (Gefahrübergang beim Versendungskauf) ist gemäß § 474 Abs. 2 BGB beim Verbrauchsgüterkauf
nicht anwendbar.
Kreditkauf
Kreditkauf ist ein Kauf, bei dem der Kaufpreis erst nach Lieferung zu zahlen ist, insbesondere durch Einräumen
eines Zahlungszieles oder durch Gewährung einer Ratenzahlung. Auf diesem Gebiet bedarf es eines Schutzes
des Verbrauchers. Dieser wurde früher durch das Abzahlungsgesetz, später durch das Verbraucherkreditgesetz
gewährt. Seit dem 1.Januar 2002 wurden dessen Regelungen durch das Gesetz zur Modernisierung des
Schuldrechts direkt in das BGB übernommen.
Für Verträge zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher finden sich als Schutzvorschriften für den
Verbraucher nunmehr im BGB Regelungen über einen Zahlungsaufschub von mehr als 3 Monaten oder sonstige
entgeltliche Finanzierungshilfen (§ 499 Abs. 1 BGB), Finanzierungsleasingverträge (§ 500 BGB) und
Teilzahlungsgeschäfte (§§ 501 – 504 BGB). Dabei wird insbesondere durch entsprechende Anwendung des für
den Verbraucherdarlehensvertrag geltenden § 495 Abs. 1 BGB in Verbindung mit § 355 BGB dem Verbraucher
ein Widerrufsrecht in der dort genannten Frist gewährt, das durch entsprechende Anwendung des § 358 BGB
auch auf einen mit dem Kaufvertrag verbundenen Verbraucherdarlehensvertrag erstreckt wird. Bei
Teilzahlungsgeschäften kann anstelle des Widerrufsrechts ein Rückgaberecht nach § 356 BGB eingeräumt
werden, das in der Regel nur durch Rücksendung innerhalb der Widerrufsfrist ausgeübt werden kann.
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Verkauf mit Auslandsberührung
Besteht bei einem Kauf eine mögliche Verbindung zum Recht eines ausländischen Staates, so entscheidet das
Internationale Privatrecht, welches Recht auf den Vertrag anzuwenden ist. Dabei gilt im Schuldrecht die
allgemeine Regel, dass die Vertragsparteien das anzuwendende Recht frei wählen können (Art. 27 EGBGB).
Wird eine solche Rechtswahl nicht getroffen, bestimmt sich das anzuwendende Recht nach Art. 28 EGBGB.
Danach gilt das Recht des Staates, mit dem der Vertrag die engsten Verbindungen aufweist. Dabei wird
vermutet, dass die engsten Verbindungen mit dem Staat bestehen, in dem der Verkäufer - je nach den
Umständen - seinen gewöhnlichen Aufenthalt, seine Hauptverwaltung oder eine Haupt- oder
Zweigniederlassung hat.
Eine Besonderheit besteht beim internationalen Warenkauf. Hierfür gilt das Übereinkommen der Vereinten
Nationen über Verträge über den internationalen Warenkauf vom 11. April 1980, das für Deutschland am 1.
Januar 1991 (in den Neuen Ländern bereits am 1. März 1990) in Kraft getreten ist und in einer Vielzahl von
weiteren Ländern gilt, unter anderem in den meisten Mitgliedsländern der Europäischen Union, in den USA
und in der Schweiz. Das nach dem Übereinkommen geltende Recht wird teilweise mit UN-Kaufrecht abgekürzt,
gebräuchlicher ist wohl, wenn einzelne Bestimmungen des Übereinkommens zitiert werden, die Abkürzung
"CISG" die auf die englische Bezeichnung "Convention on Contracts for the International Sale of Goods"
zurückgeht. Das UN-Kaufrecht ist auf Kaufverträge über Waren zwischen Parteien anzuwenden, die ihre
Niederlassung in verschiedenen Staaten haben, wenn diese Staaten Vertragsstaaten sind oder wenn die Regeln
des internationalen Privatrechts zur Anwendung des Rechts eines Vertragsstaats führen (Art. 1 Abs. 1 CISG).
Wenn also die Vertragsparteien die Anwendung deutschen Rechts vereinbaren oder sich dessen Geltung aus
Art. 28 EGBGB ergibt, führt dies zur Anwendung des UN-Kaufrechts. Einzelheiten des Anwendungsbereichs
ergeben sich aus Art. 1-6 CISG.
Besonderheiten gelten für Verbraucherverträge mit Auslandsberührung gemäß Art. 29 und 29a EGBGB.
Verjährung
Die Verjährung berechtigt einen Schuldner, nach Ablauf einer Frist den Anspruch (= das Recht, von einem
anderen ein Tun oder Unterlassen zu verlangen) seines Gläubigers aus Gründen des Rechtsfriedens und der
Rechtssicherheit nicht mehr zu erfüllen (Einrede der Verjährung); sie hindert den Staat, seinen
Strafverfolgungsanspruch nach Ablauf bestimmter Fristen noch durchzusetzen.
Verjährungsfristen
Die Regelverjährung beträgt drei Jahre (§ 195 BGB).
Wichtige Fälle davon abweichender Fristen:
Rechte an einem Grundstück verjähren in zehn Jahren, § 196 BGB.
Herausgabeansprüche aus Eigentum, familien- und erbrechtliche Ansprüche sowie rechtskräftig
festgestellte Ansprüche verjähren in 30 Jahren, § 197 BGB.
Mängelansprüche beim Kauf verjähren in fünf Jahren bei einem Bauwerk, in zwei Jahren bei
beweglichen Sachen (§ 438 BGB).
Mängelansprüche beim Werkvertrag verjähren bei einem Bauwerk in fünf Jahren; bei Werkleistungen,
die auf Herstellung, Wartung oder Veränderung (z.B. Reparatur) einer Sache gerichtet sind, in zwei
Jahren; im übrigen (z.B. bei Transportverträgen) in drei Jahren (§ 634 a BGB).
Beim Reisevertrag verjähren Ansprüche des Reisenden in zwei Jahren (§ 651 g Abs. 2 BGB).
die unvordenkliche Verjährung bezieht sich auf landesrechtliche Regelungen und fehlt im BGB.
Verjährungsbeginn
Die regelmäßige Verjährungsfrist beginnt nach § 199 Abs. 1 BGB mit dem Schluss des Jahres (das ist der 31.12.
um 24.00 Uhr), in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger von den anspruchsbegründenden
Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste.
Abweichender Verjährungsbeginn:
Bei nicht der Regelverjährung unterliegenden Ansprüchen beginnt die Verjährung, soweit nichts anderes
geregelt ist, mit der Entstehung des Anspruchs (§ 200 BGB).
Bei rechtskräftig festgestellten Ansprüchen, z.B. durch Urteil, beginnt die Verjährung mit der Rechtskraft der
Entscheidung: (§ 201 BGB).
Die Verjährung der kaufrechtlichen Mängelansprüche beginnt bei Grundstücken mit der Übergabe, im Übrigen
mit der Ablieferung der Sache, also nicht mit Vertragsschluss: § 438 Abs. 2 BGB.
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Beim Werkvertrag beginnt die Verjährung der Mängelansprüche mit der Abnahme: § 634 a Abs. 2 BGB.
Beim Reisevertrag beginnt sie mit dem Tag, an dem die Reise dem Vertrag nach enden sollte: § 651 g Abs. 2
BGB.
Ablauf und Ende der Verjährungsfrist
Den Lauf der Verjährungsfrist können beeinflussen:
Die Hemmung:
Für die Dauer der Hemmung ist der Lauf der Verjährung angehalten, nach Wegfall des
Hemmungsgrundes läuft die restliche Frist weiter: § 209 BGB.
Ablaufhemmung
gibt es bei nicht voll Geschäftsfähigen ohne gesetzlichen Vertreter (§ 210 BGB)
, sowie in Nachlassfällen (§ 211 BGB).
Neubeginn der Verjährung (früher: „Unterbrechung der Verjährung“) tritt nach § 212 BGB ein durch
Anerkenntnis des Anspruchs, als solches gilt Abschlagszahlung, Zinszahlung u.a.
◦Beantragung oder Vornahme einer gerichtlichen oder behördlichen Vollstreckungshandlung.
Absolute Verjährung:
„Auf jeden Fall“, ohne Rücksicht auf Entstehung und Kenntnis verjähren nach § 199 Abs. 2
BGB in 30 Jahren Schadensersatzansprüche wegen Verletzung von Leben, Körper, Gesundheit
oder Freiheit ab Begehung der Handlung, Pflichtverletzung oder sonstigem
schadensauslösenden Ereignis.
Sonstige Schadensersatzansprüche verjähren ohne Rücksicht auf die Kenntnis usw. in zehn Jahren, ohne
Rücksicht auf Entstehung und Kenntnis in 15 Jahren (§ 199 Abs. 3 BGB).
Andere Ansprüche als Schadensersatzansprüche verjähren ohne Rücksicht auf die Kenntnis usw. in zehn Jahren
von ihrer Entstehung an (§ 199 Abs. 4 BGB).
Vereinbarungen über die Verjährung
Vereinbarungen über die Verjährungsfrist (Verkürzung oder Verlängerung der gesetzlichen Fristen) sind
grundsätzlich zulässig.
Bei Haftung wegen Vorsatzes kann nach § 202 Abs. 1 BGB die Verjährung nicht im Voraus durch Rechtsgeschäft
erleichtert werden.Unstatthaft ist ferner eine Verlängerung der 15-jährigen Verjährung (Abs. 2).
Bei Allgemeinen Geschäftsbedingungen bestehen Verkürzungsverbote für bestimmte Verjährungsfristen beim
Kauf- und Werkvertrag (§ 309 Nr. 8 b) ff) BGB.
Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) kann jedoch weiterhin vereinbart werden. Danach
gelten kürzere Verjährungsfristen (§ 13 Nr. 4 VOB/B)
Beim Verbrauchsgüterkauf ist bei gebrauchten Sachen die Verkürzung der Verjährungsfrist von
Mängelansprüchen durch den Unternehmer bis auf ein Jahr statthaft (§ 475 Abs. 2 BGB).
Wirkungen der Verjährung
Der Schuldner bekommt ein (dauerndes) Leistungsverweigerungsrecht, die „Einrede der Verjährung“ (§ 214
BGB). Einrede bedeutet, dass die Verjährung nicht von Amts oder von Gerichts wegen berücksichtigt wird,
sondern vom Schuldner geltend gemacht werden muss.
Die Verjährung führt nicht zum Untergang des Anspruchs. Er bleibt bestehen und stellt einen Rechtsgrund für
die erbrachte Leistung dar, die darum nicht rechtsgrundlos im Sinne der Vorschriften über die
ungerechtfertigte Bereicherung ist und somit auch bei Unkenntnis der Verjährung nicht zurückgefordert
werden kann, (§ 214 Abs. 2 BGB.
Mit einem verjährten Anspruch kann aufgerechnet werden, wenn die sogenannte Aufrechnungslage schon
bestand, als der Anspruch noch nicht verjährt war (§ 215 BGB).
Davon zu unterscheiden sind Ausschlussfristen, die teilweise in gesetzlichen Vorschriften zu finden sind
(Beispiel: Anfechtungsfrist wegen Täuschung oder Drohung § 124 BGB), häufig aber vertraglich vereinbart
werden und insbesondere im Arbeitsrecht eine große Bedeutung haben. Häufig sind solche Ausschlussfristen
für arbeitsrechtliche Ansprüche (aber auch für sonstige Rechte, auch Gestaltungsrechte) in Tarifverträgen zu
finden und werden dort auch "Verfallfristen" genannt. Während der Ablauf einer Verjährungsfrist nur ein
Leistungsverweigerungsrecht begründet, also nur auf die entsprechende Einrede zu beachten ist, endet bei
Ablauf einer Ausschlussfrist das Recht selbst und ist (im Prozess vom Richter) von Amts wegen zu beachten.
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Ausschluss- und Verjährungsfristen können zusammentreffen, so muss etwa beim Reisevertrag der Reisende
seinen Anspruch wegen Reisemangels einen Monat nach Reiseende geltend machen (Ausschlussfrist), der
Anspruch selbst verjährt in zwei Jahren (§ 651 g BGB).
Von der Verjährung zu unterscheiden ist auch die dieser ähnliche Verwirkung.
Strafrecht
Das Strafrecht (einschließlich Ordnungswidrigkeitenrecht) kennt zwei Typen der Verjährung:
Die Verfolgungsverjährung besteht nach der Zeitdauer, nach der ein bestimmtes Delikt nicht mehr verfolgt
wird. Es tritt somit ein Verfahrenshindernis ein. Wird das Verfahren dennoch eröffnet, muss es eingestellt
werden. Die Verjährungsfrist von Mord und Völkermord wurde 1965 in der Verjährungsdebatte des Deutschen
Bundestages diskutiert, mehrfach verlängert und endgültig 1979 aufgehoben. Im Übrigen bestimmt sich die
Verjährungsfrist nach der Strafandrohung des Delikts. Die Verfolgungsverjährung beginnt mit der Beendigung
der Straftat.
Die Vollstreckungsverjährung tritt ein, wenn das Urteil als Strafe oder Maßnahme nach § 11 Abs. 1 Nr. 8 StGB in
Folge Zeitablaufs nicht mehr vollstreckt werden darf. Die Sicherungsverwahrung und die lebenslange
Freiheitsstrafe verjähren nicht. Die Verjährungsfristen im Übrigen bestimmen sich nach der verhängten Strafe.
Beginn der Vollstreckungsverjährung ist die Rechtskraft der jeweiligen Entscheidung bzw. des Urteils.
Öffentliches Recht
Ein Verwaltungsakt unterliegt ebenfalls der Verjährung. Seine Verjährungsfrist beträgt 30 Jahre nach der
Unanfechtbarkeit. Wird durch den Verwaltungsakt ein Anspruch auf wiederkehrende Leistungen gewährt, so
gilt die Verjährung nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch.
Nichtigkeit von Verträgen,
Anfechtung von Willenserklärungen
Widerrufsrecht
Im BGB gilt der Grundsatz
"Verträge sind einzuhalten". Die
Nichteinhaltung kann in drei
Fällen legitim sein:
Der Vertrag hat so
gravierende Mängel,
dass unverzichtbare
Merkmale ganz fehlen.
Dieser Vertrag ist von
Anfang an nichtig und
muss dazu nicht erst
angefochten werden.
•Bestimmte Elemente
des Vertrags sind
Mangelhaft. Der Vertrag
kann modifiziert oder
angefochten werden.
Abbildung 11 - Anfechtungsgründe
Verbraucher haben in
bestimmten Fällen ein Widerrufs- und Rückgaberecht, wodurch ein Vertrag nachträglich rückgängig
gemacht werden kann.
Nichtigkeit von Verträgen
Verstoß gegen zwingende Formvorschriften
SCHRIFTFORM:
Die Erklärung muss schriftlich abgefasst und eigenhändig unterschrieben sein (Abzahlungskauf, Miet- und
Pachtverträge über ein Jahr)
TEXTFORM:
Wie Schriftform, jedoch ohne eigenhändige Unterschrift (Briefkopf oder maschinelle Unterschrift)
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NOTARIELLE BEURKUNDUNG:
Die gesamte Erklärung und die Richtigkeit der Unterschrift wird von einem Notar bezeugt (Geschäfte im
Zusammenhang mit Grundstücken). Wird der Käufer im Grundbuch eingetragen, so wird ein nichtiger Vertrag
"geheilt", ist also gültig
ÖFFENTLICHE BEGLAUBIGUNG:
Der Notar liest den Vertrag nicht, er bestätigt nur, dass die Unterschriften tatsächlich von den betreffenden
Personen stammen
Verstoß gegen die guten Sitten
Sittenwidrig sind Handlungen,
die eine wirtschaftliche Machtstellung ausnutzen,
die die wirtschaftliche Freiheit eines Schuldners einschränken
oder solche,
die den Gläubiger benachteiligen.
Wuchergeschäfte
Sind beispielsweise Geschäfte, bei denen mehr als das 1,5-fache des normalen Zinssatzes verlangt wird.
Verstoß gegen ein gesetzliches Verbot
Wenn sich nur der Abschluss gegen das Verbot wendet, bsp. Verkauf nach Ladenschluss, so kann durch Buß
geld das Ziel erreicht werden, der Vertrag ist deswegen nicht nichtig. Wenn das gesamte Rechtsgeschäft gegen
ein Verbot verstößt, bsp. Verkauf von Kokain, so ist der Vertrag nichtig.
Scheingeschäfte
Es wird mit dem Einverständnis des Empfängers eine Scheinerklärung abgegeben, um einen Dritten zu
täuschen.
Verträge mit Geschäftsunfähigen
Alle Willenserklärungen, die Kinder unter sieben Jahren abgeben, sind nichtig. Geht z.B. ein gekaufter
Gegenstand verloren, so geht der Verkäufer leer aus.
Anfechtung von Willenserklärungen
Anfechtung von Willenserklärungen
Irrtum
Ein Irrtum liegt vor, wenn Wille und Erklärung auseinanderfallen, wenn also der innere, geistige Akt der
Bejahung und der damit verbunden Vorstellung von dem abweicht, was eine Person durch sprechen, schreiben
usw. nach außen hin kundtut. Keine Möglichkeit zur Anfechtung besteht beim Motivirrtum, wenn jemand
beispielsweise ein Geschenk für eine Hochzeit kauft, die nachher nicht statt findet. Nach 10 Jahren ist das
Anfechtungsrecht beim Irrtum endgültig erloschen.
Täuschung
Eine Täuschung liegt vor, wenn ein Irrtum durch vorsätzliches Vorspielen falscher oder durch Verschweigen
wahrer Tatsachen trotz bestehender Aufklärungspflicht erregt oder aufrechterhalten wird. Es entstehen ggf.
auch Schadenersatzansprüche. Nach einem Jahr nach Kenntnis ist das Anfechtungsrecht bei der arglistigen
Täuschung erloschen, spätestens nach 10 Jahren. Nach einem Jahr nach aufhören der Zwangslage ist das
Anfechtungsrecht bei der Drohung erloschen, spätestens nach 10 Jahren.
Widerrufs- und Rückgaberecht bei Verbraucherverträgen
Dem Verbraucher soll die Möglichkeit verschaffen werden, den Vertrag nachträglich wieder rückgängig zu
machen. Diese Rechte bestehen nur, wenn in den einzelnen Verbraucherschutzvorschriften (Haustür-,
Fernabsatz und Teilzahlungsgeschäfte) darauf verwiesen wird.
Der Widerruf muss in Textform oder durch Rücksendung der Ware erfolgen. Es ist keine Begrüung erforderlich.
Das Widerrufsrecht kann bei bestimmten Geschäften durch ein uneingeschränktes Rückgaberecht ersetzt
werden. Es ist dann nur die Rücksendung der Ware möglich, kein schriftlicher Widerruf. Es muss ausdrücklich
im Katalog o. Ä . daraufhingewiesen sein.
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Widerrufsfrist:
Sie beträgt zwei Wochen und beginnt erst mit dem Zeitpunkt, zu dem der Verbraucher eine deutlich gestaltete
Belehrung (Hervorhebung durch Fettdruck, etc.) sein Widerrufsrecht zur Verfügung gestellt bekommen hat.
Belehrung:
Sie muss in Textform erfolgen und muss folgende Angaben erhalten:
1. den Hinweis auf das Widerrufsrecht
2. Name und Anschrift des Widerrufsempfängers
3. Beginn der Frist des Widerrufs
4. den Hinweis, dass der Widerruf keiner Begründung bedarf
5. den Hinweis, dass der Widerruf schriftlich oder auf einem anderen dauerhaften Datenträger oder
durch Rücksendung der Ware zu erfolgen hat.
Diese Belehrung ist von dem Verbraucher gesondert zu unterschreiben. Ist der Zeitpunkt des Beginns des
Widerrufs strittig, hat der Unternehmer die ordnungsgemäß erfolgte Belehrung zu beweisen.
Ggf. hat der Verbraucher eine Nutzungsentschädigung zu bezahlen.
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 - Bruchteilsgemeinschaft ..............................................................................................................................................................................................5
Abbildung 2 - Korsakow Syndrom .....................................................................................................................................................................................................6
Abbildung 3 - Geschäfte des täglichen Lebens ..................................................................................................................................................................................6
Abbildung 4 - Vertragsarten .............................................................................................................................................................................................................8
Abbildung 5 - vertragliche Pflichten beim Kaufvertrag .....................................................................................................................................................................9
Abbildung 6 - Sachmangel .............................................................................................................................................................................................................. 10
Abbildung 7 - Gefahr und Lastenübergang – Begriff des Verbrauchsgüterkaufs ............................................................................................................................. 10
Abbildung 8 - Rechte des Käufers bei Mängeln............................................................................................................................................................................... 11
Abbildung 9 - Nacherfüllung ........................................................................................................................................................................................................... 11
Abbildung 10 - Rücktritt und Schadenersatz ................................................................................................................................................................................... 12
Abbildung 11 - Anfechtungsgründe ................................................................................................................................................................................................ 17
Index (Stichwortverzeichnis)
Absatz 11
Abstraktes Rechtsgeschäft 6
Abstraktionsprinzip 6, 8
AGB 13
Allgemeine Geschäftsbedingungen 13, 14
Allgemeinen Geschäftsbedingung 13, 14, 16
Anfechtung 6, 17, 18
Anfechtung von Willenserklärungen 17, 18
ARGE 3
Auslandsberührung 15
Außengesellschaft 3
Beschäftigung 1
Beschäftigungsförderungsgesetz 1
Beschäftigungsgrad 1
Beschränkt geschäftsfähig 4
Beschränkte Geschäftsfähigkeit 4
Bezeichnung 15
BGB-Gesellschaft 3
Bruchteilsgemeinschaft 4, 19
Depression 1
Eigentumsvorbehalt 13
Einseitiges Rechtsgeschäft 6
Erbengemeinschaft 4
Freiberuflern 3
Garantie 13
GbR 3
Gefahrübergang 10, 13, 14
Geschäftsunfähig 4
Geschäftsunfähigkeit 4, 5
Gesellschaft bürgerlichen Rechts 3
Gewährleistung 11, 13
Herausgabeansprüche 15
Hochkonjunktur 1
juristische Person 2, 3
juristische Personen 2
Kausales Rechtsgeschäft 6
KG 3
Kommanditgesellschaft 3
Konjunktur 1
Konjunkturzyklen 1
Kreditkauf 14
Lage 2
Mängelansprüche 11, 12, 15, 16
Mangelfreiheit 10
Nasciturus 2
natürliche Person 2, 3
natürliche Personen 3
offene Handelsgesellschaft 3
oHG 3
Organtheorie 2
PartG 3
Partielle Geschäftsunfähigkeit 5
Partnerschaftsgesellschaft 3
Prozesshandlungen 6
Rechtsfähig 3
Rechtsfähigkeit 2, 3
Rechtsgeschäft 4, 6, 7, 16, 18
Rechtsgeschäfte 4, 5, 6, 7
Rechtssubjekt 2
Rechtssubjekte 2
Relative Geschäftsunfähigkeit 5
Sachmangel 8, 10, 13, 19
Sachmangels 8
Sozietäten 3
Spediteur 10
Taschengeldparagraph 4
Teilgeschäftsfähig 4
Teilgeschäftsfähigkeit 4
Teilrechtsfähig 3
Teilrechtsfähigkeit 3
Trennungsprinzip 8
Verbandspersönlichkeit 2, 3
Verbrauchsgüterkauf 10, 13, 14, 16
Verfügungsgeschäft 8
Verjährungsfrist 12, 13, 14, 16, 17
Verjährungsfristen 14, 15, 16, 17
Verpflichtungsgeschäft 8
Versendungskauf 10, 13, 14
Vertreter 2, 4, 5, 16
Wachstum 1
Werbung 8
Werkvertrag 15, 16
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Willenserklärung 6, 7
Willenserklärungen 4, 6, 18
Wuchergeschäfte 18
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