close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Aufbißbehelfe – und was kommt danach?

EinbettenHerunterladen
Fortbildung
Aufbißbehelfe – und was kommt
danach?
Modell zur Etablierung einer kiefergelenkprotektiven Okklusion
„Und was kommt nach der Schiene?“ ist
eine der am häufigsten – an den „Funktionsanalytiker“ – gestellten Fragen. Die
Antwort ist relativ einfach: „Es muß eine
kiefergelenkprotektive Okklusion etabliert
werden, da nur so ein Rezidiv der kraniomandibulären Dysfunktion (CMD) verhindert werden kann.“ So einfach und klar
die Forderung nach einer kiefergelenkprotektiven Okklusion auch klingen mag, sie
umreißt zwar das Problem, die praktische
– besser klinische – Durchführung der einzelnen diagnostischen und therapeutischen Schritte ist komplex. Es soll versucht werden, unser Konzept und unsere
Systematik – beides aus der Praxis heraus
entstanden – so darzustellen, daß sie –
auch für den wenig Erfahrenen – nachvollziehbar werden.
E
ine funktionelle Vorbehandlung des gestörten kraniomandibulären Systems
(CMS) mit Aufbißbehelfen geschieht
in der Absicht, die Symptome: 1. Schmerz,
2. Bewegungsstörung und 3. Kiefergelenksgeräusche (Knacken, Reiben) zu beeinflussen
und zielgerichtet zum Verschwinden zu bringen.
Dies geschieht, indem die drei – interdependenten – „Funktionsteile“:
1. Kiefergelenk,
2. neuromuskuläres System (primäre und
sekundäre Kaumuskulatur)
3. Okklusion (statische und dynamische Okklusion)
in ihrem Zusammenwirken wieder harmonisiert werden.
Uneingeschränkte Funktionstüchtigkeit und
Schmerzfreiheit gelten als Zeichen eines gesunden CMS.
Okklusionsdiagnostik
Alle im folgenden beschriebenen diagnostischen Aussagen sind nicht mit der nötigen
Genauigkeit im Mund zu erheben, vielmehr
können sie nur an – nach den Regeln der in-
BZB/Juli-August/04/BLZK&KZVB
strumentellen Funktionsanalyse – artikulatormontierten Modellen getroffen werden.
Die Abschlußdiagnostik nach einer funktionellen Vorbehandlung mit Aufbißbehelfen
ist zugleich die Anfangsdiagnostik für das
Etablieren einer „kiefergelenkprotektiven
Okklusion“.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, für diesen
Analysegang in einem Kiefer (vornehmlich
dem OK) ein Pin-Modell – ZEISER-Modell – zu
verwenden, da hierdurch die aufzuwendende
„Analysezeit“ gegenüber einem konventionellen Modell deutlich reduziert werden
kann. Das Modell besteht aus 10 Einzelzähnen (Zähne 17–13 und 23–27) und einem
Schneidezahnblock (Zähne 12–22).
Kriterien, die eine eufunktionelle
Okklusion erfüllen muß
In statischer Okklusion
1. Korrekte Kontaktbeziehungen im Frontzahnbereich
a) „anteriore Freiheit“ zwischen den
Schneidezähnen
b) „Eckzahnsicherung“ bzw. „PrämolarenEckzahnsicherung“ beidseits
2. Korrekte A-, B-, C-Kontaktbeziehungen
zwischen den Seitenzähnen
3. Kiefergelenkprotektive Faktoren – bei einer
CMD in der Vorgeschichte –, die einer Retralverlagerung des Unterkiefers, und damit
der Kondylen, durch morphologische Faktoren entgegenwirken (Retrusionsfacetten).
In dynamischer Okklusion
1. Disklusion der Seitenzähne bei allen exzentrischen Bewegungen des Unterkiefers:
a) durch die protrusiv wirksame Schneidezahnführung
b) durch die laterotrusiv wirksame Eckzahnführung.
Alternative:
2. Disklusion der Seitenzähne durch Gruppenführung.
45
Document
Kategorie
Gesundheitswesen
Seitenansichten
2
Dateigröße
248 KB
Tags
1/--Seiten
melden