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1. Was ist ein Cochlea-Implantat? Ein Cochlea-Implantat ist eine

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1. Was ist ein Cochlea-Implantat?
Ein Cochlea-Implantat ist eine Innenohrhörprothese, welche hochgradig schwerhörigen oder gehörlosen Patienten wieder ermöglicht zu hören. Das Grundprinzip
des hochspezialisierten, medizinischen Gerätes beruht auf elektrischer Stimulation
des Hörnerven über eine in die Hörschnecke eingebrachte Elektrode. Im Gegensatz zu Hörgeräten erfolgt bei einem Cochlea-Implantat damit keine akustische
Verstärkung. Dadurch kann besonders Patienten mit einer vorangeschrittenen
Hörminderung, die keine ausreichende Verstärkung mit Hörgeräten erreichen
können, geholfen werden. Mit einem Cochlea-Implantat kann in der Regel wieder
ohne „Lippenablesen“ gehört und meist auch wieder telefoniert werden.
2. Wie ist ein Cochlea-Implantat aufgebaut?
Das Cochlea-Implantat besteht aus zwei Teilen:
o
Das eigentliche Implantat ist extrem flach und wird während einer
Operation in Narkose hinter dem Ohr unter die Haut implantiert. Von
diesem Implantat führt eine Elektrode zur Stimulation des Hörnervens in
das Innenohr. Implantat und Elektrode sind von außen nicht sichtbar, da
die Haut geschlossen ist.
o
Der Sprachprozessor wird – ähnlich einem Hörgerät – hinter dem Ohr
getragen. Anders bei einem Hörgerät wird der Gehörgang nicht durch ein
Ohrpassstück verschlossen – lästige Gehörgangsentzündungen werden
vermieden. Ein Mikrofon nimmt den Schall auf, der durch einen Prozessor
verarbeitet wird. Mithilfe einer Sendespule wird das Steuerungssignal für
die Elektroden auf das unter der Haut liegende Implantat übertragen und
der Hörnerv stimuliert. Hierdurch wird eine Rückkehr in die Welt des
Hörens wieder möglich.
3. Kann mein noch vorhandenes Restgehör trotz Cochlea-Implantat erhalten
werden?
Ein Schwerpunkt unseres Cochlear Implantat-Programmes ist die hörerhaltende
Operationstechnik. Obwohl häufig durch alleinige Anwendung von Hörgeräten oft
keine befriedigende Hörsituation besteht, haben viele Patienten den Wunsch, ihr
restliches Gehör zu bewahren. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn mit dem
Hörgerät noch mindestens ein minimales Sprachverstehen vorliegt. Ein an unserer
Klinik entwickeltes spezielles Operationsverfahren zur Cochlea Implantation
ermöglicht es heute, bei vielen Patienten das Restgehör zu erhalten. Durch die
Kombination eines Hörgerätes (für die tiefen Töne) mit einem Cochlea Implantat
(für die mittleren und hohen Töne) kann das vorhandene Restgehör optimal
genutzt werden (Elektroakustische Stimulation – EAS).
4. Seit wann gibt es das Cochlea-Implantat?
Das Cochlea-Implantat existiert in seinen Grundelementen seit mehr als 25
Jahren. In unserem Zentrum wird diese Operation mit großer Erfahrung und
großem Erfolg bei Kindern und Erwachsenen durchgeführt.
5. Bei welcher Art der Schwerhörigkeit oder Taubheit kann ein CochleaImplantat helfen?
Das Cochlea-Implantat kommt bei einer hochgradigen Innenohrschwerhörigkeit
zum Einsatz. Ein Cochlea-Implantat kann sogar auch dann noch mit Erfolg
eingesetzt werden, wenn ein Patient vollkommen gehörlos ist.
Als Faustregel gilt hierbei: Wer mit Hörgeräten nicht mehr gut telefonieren kann,
erreicht in der Regel mit einem Cochlea-Implantat ein deutlich besseres Sprachverstehen.
6. Können Kinder mit einem Cochlea-Implantat hören?
Kinder die hochgradig schwerhörig bzw. gehörlos geboren wurden oder sehr früh
eine hochgradige Hörschädigung erlitten haben, können mit einem Cochlea
Implantat das Hören und die Sprache zu erlernen. Die Cochlea-ImplantatOperation stellt heute den „Gold-Standard“ in der Therapie und Rehabilitation
hochgradig schwerhöriger Kinder dar. Über diese Operation und die anschließende
Rehabilitation wird in der Regel ein sehr gutes Hören und Sprache ermöglicht.
Optimal ist die frühzeitige Versorgung betroffener Kinder innerhalb des ersten
Lebensjahres.
7. Können Erwachsene und auch ältere Menschen mit einem CochleaImplantat hören?
Es existiert keine Altersbeschränkung bei der Anwendung des Cochlea-Implantats.
Kinder können bereits im ersten Lebensjahr versorgt werden. Erwachsene
profitieren im hohen Lebensalter genauso wie jüngere Patienten von der
Operation, wenn die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind. Neben den
medizinischen Aspekten sollte eine hohe Eigenmotivation der Patienten vorhanden
sein, Sprache wieder hören und verstehen zu wollen.
8. Wie wird festgestellt, ob ich für ein Cochlea-Implant geeignet bin?
Bei einer ersten ambulanten Untersuchung in unserer Sprechstunde kann die
grundsätzliche Eignung eines Patienten für eine Cochlea-Implantation festgestellt
werden. Bei einer grundsätzlichen Eignung, werden weitere Voruntersuchungen
durchgeführt.
Hierzu
gehören
spezielle
Hörtests,
Hörgeräte-Überprüfungen,
Gleichgewichtstest, eine Röntgen-Schichtaufnahme (CT) und eine Kernspintomographie (MRT) des Kopfes und des Ohres. Weiterhin erfolgt eine ausführliche
Beratung durch unser Ingenieur-Team. Bei einer abschließenden ärztlichen Beratung wird im Falle einer Eignung eine Empfehlung zur Implantation ausgesprochen. Die endgültige Entscheidung bleibt selbstverständlich dem Patienten
vorbehalten.
9. Wie wird bei kleinen Kindern festgestellt, ob sie ein Cochlea-Implantat
benötigen?
Bei
kleinen
Kindern
wird
eine
objektive
Hörprüfung
(BERA)
in
Narkose
durchgeführt. Als eine von wenigen Einrichtungen sind wir in der Lage, während
der gleichen Untersuchung auch die vor einer Operation notwendige Bildgebung
(CT und MRT des Kopfes) durchzuführen. Dies ermöglicht uns nicht nur schnell die
Diagnose zu sichern, sondern erspart auch weitere Narkosen für das Kind.
10. Wie ist der Ablauf einer Versorgung mit einem Cochlea-Implantat?
Wir bemühen uns den Wunschtermin des Patienten zur Operation zu berücksichtigen.
In der Regel erfolgt die stationäre Aufnahme einen Tag vor der Operation, um
abschließende Fragen sowie die detaillierte Operationsaufklärung vorzunehmen.
Am Folgetag wird die Operation durchgeführt. und nach einer Einheilungsphase
von einigen Tagen wird der Patient nach Hause entlassen.
Nach Abschluss der Heilungsphase (ca. vier Wochen nach der Operation) wird die
Erstanpassung des Sprachprozessors durch unser Ingenieur-Team vorgenommen.
In der Regel wird dies ambulant (meist an drei aufeinanderfolgenden Tagen)
durchgeführt. Ältere Patienten oder Patienten, die aus entfernteren Regionen zu
uns kommen, können wir hierzu auch stationär aufnehmen. Es schließt sich eine
regelmäßige
Überprüfung
des
Sprachprozessors
an,
die
am
Anfang
in
Wochenabständen, dann aber in Monatsabständen, schließlich jährlich erfolgt.
Parallel hierzu bestärken wir unsere Patienten darin eine ambulante oder
stationäre „Hörrehabilitation“ mit dem Cochlea-Implantat durchzuführen. Dies
geschieht
mit
unseren
regionalen
pädagogischen
Kooperationspartnern
im
Cochlea-Implantat-Centrum Rhein-Main in Friedberg (CIC Friedberg; Leitung:
Professor Dr. G. Diller) und in der Kaiserbergklinik in Bad Nauheim (Leitung: Dr.
R. Zeh). Patienten, die außerhalb der Region beheimatet sind, werden im
Bedarfsfall an weitere kooperierende Reha-Einrichtungen (z.B. Bosenberg-Klinik,
Dr. Seidler) empfohlen.
Die Hals-Nasen-Ohrenklinik der Goethe-Universität Frankfurt sieht sich in der
Verpflichtung für eine optimale, lebenslange Betreuung der bei uns mit einem
Cochlea-Implantat versorgten Patienten zu sorgen, so dass wir in allen Fragen um
das Cochlea-Implantat ihr primärer Ansprechpartner bleiben.
11. Ist die Operation gefährlich?
In einem in der Durchführung dieser Operation ausgewiesenen Zentrum liegt das
Risiko der Cochlea-Implantation auf dem Niveau einer normalen Ohroperation. An
der Hals-Nasen-Ohrenklinik der Goethe-Universität Frankfurt wurde die CochleaImplantat-Operation bereits über 1000-mal durchgeführt. Allein im vergangen
Jahr wurden mehr als 150 Patienten mit einem Impantat versorgt, so dass sie
hören konnten. Die HNO-Klinik der Goethe-Universität Frankfurt gehört damit zu
den größten und erfahrensten Einrichtungen auf dem Gebiet der CochleaImplantation.
12. Wird immer nur ein Ohr implantiert?
Bei einer beidseitigen hochgradigen Hörminderung bzw. Taubheit kann durchaus
erwogen werden, eine beidseitige Implantation in einer Operation oder in zwei
getrennten Operationen vorzunehmen. Dieses ist insbesondere für das Richtungshören von großem Vorteil. Gerade bei kleinen Kindern wird, wenn dies medizinisch
vertretbar ist, eine beidseitige Versorgung während einer Operation durchgeführt.
Im Falle einer links und rechts unterschiedlich ausgeprägten Hörminderung, kann
auch zunächst nur ein Ohr implantiert werden und gegebenenfalls später das
andere Ohr.
13. Gibt es verschiedene Implantat-Typen und Implantat-Hersteller?
Es gibt weltweit 3 große Hersteller von Cochlea-Implantaten, deren Produkte wir
alle an unserer Klinik vorhalten. In alphabetischer Reihenfolge sind dies Produkte
der Firmen:
o
Advanced Bionics
o
Cochlear
o
MedEl
14. Wer bestimmt welches Implantat ich bekomme?
Sofern keine medizinischen oder technischen Gründe für ein spezielles Implantat
sprechen, wählt der Patient sein Gerät selbst aus. Dieses erfolgt nach eingehender
Beratung und Demonstration der unterschiedlichen Implantat-Typen und deren
jeweiligen Besonderheiten durch unser Ingenieur-Team sowie eine abschließende
ärztliche Beratung.
15. Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für ein Cochlea-Implantat?
Bei medizinischer Indikation durch die Klinik übernimmt sowohl die gesetzliche als
auch die private Krankenkasse in aller Regel die Kosten.
16. Wann kann ich nach der Operation wieder hören?
Ungefähr 4 Wochen nach der Operation wird nach Abschluss der Wundheilung der
äußere Teil des Implantats (Sprachprozessor) individuell an das Lautheitsempfinden des Patienten angepasst. Dies erfolgt in unserer Klinik durch die auf
das Cochea-Implantat spezialisierten Ingenieure. In der Regel erfolgt die
Anpassung ambulant und wird in regelmäßigen Abständen überprüft.
17. Wer hilft mir, das Hören mit dem Implantat zu trainieren?
Die Rehabilitation nach der Erstanpassung des Sprachprozessors erfolgt mit
unseren Kooperationspartnern:
Cochlea-Implantat-Centrum Rhein-Main in Friedberg (CIC Friedberg; Leitung:
Professor Dr. G. Diller) und in der Kaiserbergklinik in Bad Nauheim (Leitung: Dr.
R. Zeh).
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