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Antike Historiographie
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Antike Historiographie
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erforschen, erfahren, kennenlernen
befragen, (Erforschtes) berichten, erzählen
Antike Historiographie
= Literatur
Antike Historiographie
•strukturelle Merkmale und Topoi:
-Proömium
-Reden (z.B. Feldherrenrede)
-Exkurse
Antike Historiographie
die griechische Tradition
Herodot: historiai
Cic. de legibus 1.5:
et apud Herodotum patrem historiae et apud Theopompum
sunt innumerabiles fabulae.
Geschichte von ca. 700-479
Antike Historiographie: die griechische Tradition
Thukydides: der Peloponnesische Krieg
(21,1) Trotz alledem wird man nicht fehlgreifen, wenn man nach den vorgelegten
Beweisen sich die Verhältnisse etwa so vorstellt, wie ich sie vorgetragen habe. Die
Dichter haben darüber gesungen, indem sie diese Dinge vergrößert haben, die
Logographen aber haben mehr gefragt, was für den Zuhörer anziehend, als was
der Wahrheit gemäß wäre, und Dinge zusammengestellt, welche nicht mehr zu
ermitteln sind und zum größten Teil ihre Glaubwürdigkeit verloren und ein völlig
mythisches Gepräge erhalten haben. Weder diesen noch jenen wird man mehr
Glauben beimessen, sondern sich mit dem wenigen, was sich uns aus den
auffälligsten Beweisen ergeben hat, mit Rücksicht darauf, dass diese Dinge der
alten Zeit angehören, zufrieden stellen müssen. Übrigens wird auch dieser Krieg denen, die ihr Urteil auf Tatsachen gründen, den
Beweis liefern, dass er alle früheren an Größe übertroffen habe, wenn auch die
Menschen, solange sie in einem Kriege begriffen sind, den gegenwärtigen immer
für den größten halten und, wenn der Krieg vorbei ist, mehr das Alte anstaunen.
Antike Historiographie:die römische Tradition
Cicero de legibus 1 5:
Atticus:
Postulatur a te iam diu vel flagitatur potius historia. Sic enim
putant, te illam tractante effici posse, ut in hoc etiam genere
Graeciae nihil cedamus. Atque ut audias quid ego ipse
sentiam, non solum mihi videris eorum studiis qui [tuis]
litteris delectantur, sed etiam patriae debere hoc munus, ut
ea quae salva per te est, per te eundem sit ornata. Abest
enim historia litteris nostris, ut et ipse intellego et ex te
persaepe audio. Potes autem tu profecto satis facere in ea,
quippe cum sit opus, ut tibi quidem videri solet, unum hoc
oratorium maxime.
Historiographie in Rom
Annalisten
•Ennius: Epos von Troja bis 184
•Senatoren
•Livius
•Tacitus
Historiographie in Rom
Caesar: commentarii
Historiographie in Rom
Sallust, 86 - 34 v. Chr.?: Monographie
Historiographie in Rom
Sallust, Cat. coni. 1f.
(1) Für alle Menschen, die sich bemühen, über den übrigen Lebewesen zu
stehen, ist es Pflicht, mit aller Macht darum zu ringen, nicht unbemerkt durch das
Leben zu wandeln, gerade wie das Vieh, das die Natur so geschaffen hat, dass
es nur vornüber blickt und dem Bauche frönt. (2) Unser Wesen aber besteht aus
Geist und Leib. Richtiger ist in uns der Geist der Herr, der Leib der Knecht: jenen
haben wir von den Göttern, diesen mit den Tieren gemeinsam. (3) Deshalb halte
ich es für besser, durch geistige als durch sinnliche Mitte Ruhm zu erstreben, das
heißt, weil das uns verliehene Leben selbst kurz ist, der Erinnerung an uns eine
möglichst lange Dauer zu verschaffen. (4) Denn der Ruhm von Reichtum und
Schönheit ist schillernd und vergänglich, an der Tugend hat etwas in ewiger
Klarheit Glänzendes.
(5) Lange freilich war unter den Menschen gewaltiger Streit, ob das Glück im
Krieg mehr von der Körperkraft oder von der Geistestüchtigkeit bedingt sei. (6)
Natürlich: ehe man handelt tut überlegter Rat Not, hat man beraten, rasches
Handeln. (7) Also ist beides für sich allein unzulänglich. Das eine braucht des
anderen Hilfe.
Historiographie in Rom
Sallust, Cat. coni. 3f.
(1) Doch bei der reichen Fülle des Lebens weist die Natur jeden auf einen anderen Weg.
Schön ist's, ein guter Staatsmann zu sein, auch ein guter Redner zu sein, steht wohl an; im
Krieg wie im Frieden kann man berühmt werden. Sowohl von denen, die Taten vollbracht,
als auch von denen, die Taten anderer aufgeschrieben haben, werden viele gepriesen. (2)
Wird nun auch nicht gleicher Ruhm dem Darsteller wie dem Helden der Geschichte zuteil,
so erachte ich es doch für äußerst gewagt, Geschichte zu schreiben; erstens, weil durch
Worte ein vollkommen lebendig treues Bild von Taten zu geben ist, zweitens, weil die
meisten von dem, was man als Vergehen tadelt, annehmen, es sei aus Böswilligkeit und
Hass erwähnt, wenn man aber von großer Tugend und Ruhmestat edler Menschen
berichtet, jeder nur das ohne weiteres hinnimmt, was er auch für sich selbst für leicht
ausführbar hält, was aber darüber hinaus geht, für erdichtet und falsch erklärt. (3) Ich nun wurde als ganz junger Mann wie die meisten zuerst aus Neigung in das
Staatsleben getrieben; in diesem aber waar mir vieles widerwärtig. Denn nicht Gewissen,
nicht Redlichkeit, nicht Geisteskraft, nur Frechheit, Bestechungslust, Habsucht galten. (4)
Und wenn sich auch mein Herz, schlechter Praktiken ungewohnt, von alle dem fernhielt, so
hielt doch trauriger Ehrgeiz meine zum Widerstand unfähige Jugend in dem so lasterhaften
Leben fest; (5) und so brachte mich, obgleich ich die sonstigen schlechten Gewohnheiten
verschmähte, doch dasselbe Trachten nach Ehre und der selbe böse Ruf wie alle anderen
ins Unglück. Historiographie in Rom
Sallust, Cat. coni. 5
(1) Als nun mein Herz nach vielen Leiden und Gefahren Ruhe gewonnen
und ich den Entschluss gefasst hatte, für meine ganze übrige Lebenszeit
mich dem Staatsleben völlig zu entziehen, war es nicht meine Absicht,
kopflos und faul die schöne Muße zu vergeuden, aber auch nicht mit
Ackerbau und Jagd, Verrichtungen für Sklaven, voll Unruhe meine Zeit
hinzubringen, (2) sondern ich nahm mir vor, zu meinem erwählten
Lieblingsberuf, von dem mich der böse Ehrgeiz abgebracht hatte,
zurückzukehren und die Geschichte des römischen Volkes zu schreiben,
und zwar in Auswahl, was mir jeweils als das Denkwürdigste erschien; um
so mehr als ich innerlich frei war von Hoffnungen, Befürchtungen und
staatlichen Parteiinteressen. (3) So will ich denn von der Verschwörung des
Catilina möglichst wahrheitsgetreu kurz aber vollständig berichten. (4) Denn
diese Tat halte ich wegen ihrer Ruchlosigkeit und Gefährlichkeit für eine der
denkwürdigsten. (5) Doch ehe ich mit der Erzählung beginne, muss ich über
den Charakter dieses Menschen einigen Aufschluss geben. Historiographie in Rom
Livius 59 v. - 17 n. Chr.?
•erster röm. Historiograph ohne polit. Curriculum
Ab urbe condita libri CXLII
Vollständig erhalten: Bücher 1-10, 21-45
Historiographie in Rom
Livius 59 v. - 17 n. Chr.?
•erster röm. Historiograph ohne polit. curriculum
Ab urbe condita libri CXLII
Vollständig erhalten: Bücher 1-10, 21-45
Historiographie in Rom
Livius 59 v. - 17 n. Chr.?
•erster röm. Historiograph ohne polit. curriculum
Ab urbe condita libri CXLII
enthalten u. A:
•Odyssee/Troja
•Romulus und Remus
•Raub der Sabinierinnen
•Lucretia
•Mucius Scaevola
•Gallier in Rom
•2. Punischer Krieg
•etc.
Historiographie in Rom
58 (1) Wenige Tage später kommt Sextus Tarquinius ohneWissen des Collatiners mit einem Gefährten nach Collatia.(2) Als
er dort von den Leuten, die von seinem Plan nichtsahnten, freundlich aufgenommen und nach dem abendlichen Mahl in ein
Gastzimmer geführt worden war, dranger glühend vor Liebesverlangen, sobald es ihm ringsum genügend sicher und alle
eingeschlafen schienen, mit gezücktem Schwert zu der schlafenden Lucretia vor, drückt seineLinke der Frau auf die Brust
und sagt: »Sei still, Lucretia!Ich bin Sextus Tarquinius; in meiner Hand ist ein Schwert;du stirbst, wenn du einen Laut von dir
gibst!« (3) Als dieFrau, erschreckt aus dem Schlaf auffahrend, nirgendwoHilfe, aber den Tod ganz nah drohen sieht, da
gesteht ihr Tarquinius seine Liebe, bittet, mischt Drohungen mit Bittenund setzt dem Gemüt der Frau von allen Seiten zu. (4)
Alser sie hartnäckig sah und nicht einmal durch Todesangst zubeugen, fügt er zur Angst noch die Schande hinzu; erwerde,
wenn sie tot sei, einem Sklaven die Kehle durchschneiden und ihn nackt neben sie legen, damit man sagenwürde, sie sei bei
schimpflichem Ehebruch getötet worden.(5) Als durch solche gewaltsame Einschüchterung dieBrunst über beharrliche
Keuschheit sozusagen gesiegthatte und Tarquinius abgereist war, stolz auf die Eroberungweiblicher Ehre, schickt Lucretia,
tiefbetrübt über dieseSchurkentat, einen und denselben Boten nach Rom zum Vater und nach Ardea zum Gatten, sie sollten
mit je einemtreuen Freund kommen; es sei nötig, dies zu tun und sich zueilen; Schreckliches sei vorgefallen. (6) Es kamen
Sp. Lucretius mit P. Valerius, dem Sohn des Volesus, der Collatinermit L. lunius Brutus, mit dem er zufällig auf dem
Rückwegnach Rom war, als er von dem Boten seiner Gattin erreicht wurde. (7) Sie finden Lucretia tiefbetrübt in ihrem
Schlafgemach sitzen. Bei der Ankunft der Ihren bricht sie in Tränenaus und auf die Frage ihres Mannes »Steht alles gut?«
antwortet sie: »Keineswegs. Wie könnte es auch gut stehen umeine Frau, die ihre Ehrbarkeit verloren hat! Die Spuren eines
fremden Manns sind in deinem Bett, Collatiner; doch istmir nur der Leib entehrt, das Herz ist schuldlos; mein Todwird dafür
Zeugnis ablegen! Doch gebt mir Hand undWort, daß der Schänder nicht straflos ausgehen wird! (8)Sextus Tarquinius ist es,
der sich als Feind und nicht alsGast letzte Nacht mit Gewalt und bewaffnet hier eine mirund - wenn ihr Männer seid - auch
ihm Verderben bringende Freude genommen hat.« (9) Sie alle geben ihr derReihe nach ihr Wort; sie trösten sie in Ihrem
Herzeleid undwälzen die Schuld von der Genötigten auf den Urheber desVerbrechens ab: Der Geist sündige, nicht der Leib,
undwo die Absicht gefehlt habe, sei auch keine Schuld. (10)»Ihr«, sagt sie, »mögt darauf sehen, was jenem gebührt; ichaber
befreie mich, auch wenn ich mich von Schuld freispreche, nicht von der Strafe; es soll künftig keine Schamloseunter
Berufung auf Lucretia leben dürfen!« (11) Und siestößt sich das Messer, das sie unter dem Gewand verborgengehabt, ins
Herz, fällt nach vorn auf die Wunde hin undsank sterbend nieder. (12) Gemeinsam erheben Gatte undVater die Klage.
59 (1) Brutus aber zog, indes sie sich der Trauer hingaben, das Messer aus Lucretias Wunde, hilet es bluttriefend vor sich hin
und sprach: »Bei diesem vor der königlichen Freveltat keuschesten Blut schwöre ich und rufe euch, ihr Götter, zum Zeugen
dafür an, daß ich L. Tarquinius den Hochfahrenden samt seinem verbrecherischen Weib und seiner ganzen Kinderbrut mit
Historiographie in Rom
Tacitus 58 n. - 117+?
Agricola (De vita et moribus Iulii Agricolae)
Germania (De origine et situ Germanorum liber)
Dialogus de oratoribus
Historien (Historiae)
Annalen (Annales bzw. ab excessu divi Augusti)
sine ira et studio
Ann. 1.1
Historiographie in Rom
Historiae 1.1
Den Anfang dieses Werkes soll das zweite Konsulat des Servius Galba und das Konsulat des Titus
Vinius bilden. Denn die achthundertzwanzig Jahre der früheren Zeit seit der Gründung Roms haben
viele Geschichtsschreiber beschrieben; und zwar, solange die Geschichte des römischen Volkes
erzählt wurde, mit ebenso viel Beredsamkeit wie Freimut. Seitdem aber nach dem Kampf bei Actium
die Vereinigung aller Gewalt in einer Hand im Interesse des Friedens gefordert war, sind jene großen
Talente verschwunden. Zugleich wurde die Wahrheit auf mancherlei Weise getrübt: einmal durch
mangelnde Vertrautheit mit den öffentlichen Angelegenheiten, als wären sie fremd; sodann durch die
Sucht zu schmeicheln oder umgekehrt durch den Hass gegen die Gewalthaber. So wurde von keiner
Seite, weder von den Erbitterten noch von den Abhängigen, für die Nachwelt gesorgt. Indes kann
man sich gegen die Gunstbuhlerei des Geschichtsschreibers leicht verschließen; der Missgunst oder
Scheelsucht aber leiht man leicht sein geneigtes Ohr. Ruht ja doch auf der Kriecherei der
schimpfliche Vorwurf eines sklavischen Sinnes, während Gehässigkeit den falschen Schein des
Freimuts an sich hat. Ich habe von Galba, Otho, Vitellius weder Wohltaten noch Kränkungen zu
erfahren gehabt. Dass durch Vespasian meine äußere Würde begründet, von Titus weiter gefördert,
von Domitian noch höher gehoben wurde, will ich nicht in Abrede stellen. Allein, wer sich einmal zu
unbestechlichen Wahrheitsliebe bekannt hat, darf keinen mit Liebe oder Hass schildern. Sollte mir
das Leben vergönnt sein, so habe ich die Regierung des verewigten Nerva und die Herrschaft
Traians als einen reichen und harmloseren Stoff für mein Alter vorbehalten, da uns das seltene Glück
einer Zeit zu Teil wurde, in der man denken darf, was man will, und sagen, was man denkt. Historiographie in Rom
Plinius d. J.: Briefe
6.20
Du sagst, dass du durch meinen Brief veranlasst worden bist, den ich dir auf deine
Forderung hin über den Tod meines Onkels schreibe, zu wissen, welche, nicht nur
Ängst, ich in Misenum zurückgelassen habe, sondern auch welche Unglücksfälle ich
ertragen habe, hab ich nämlich angefangen zu berichten und hatte dann aufgehört:
"Obwohl mein Geist davor schaudert mich zu erinnern, werde ich anfangen."
Nachdem der Onkel aufgebrochen ist, habe ich die zeit für Studien verwendet
(deswegen war ich zurückgeblieben); dann war ein Bad, dann ein Essen, dann ein
unruhiger und kurzer Schlaf. Das Erdbeben war viele tage hindruch vorangegangen,
weniger furchterregend, weil es für Campanien gewöhnlich war; in jener Nacht aber war
es stärker, dass man glaubte, alles werde nicht nur bewegt sondern umgedreht. Die
Mutter stürzt in mein Schlafzimmer, ich meinerseits stand auf um sie zu wecken, wenn
sie ruhen würde. Wir ließen uns in einem freien Raum des Hauses nieder, welcher das
meer von den Häusern in kleiner Entfernung trennte. Ich zweifel, ob ich es Beständigkeit
oder Sorglosigkeit nennen soll (ich bin nämlich im 18.Lebensjahr); ich fordere ein Buch
des Titus Livius und gewissermaßen in Muße lese ich und auch die Auszüge, die ich
begonnen habe.
Historiographie in Rom
Plinius d. J. 61-115: Briefe
6.20
Schon regnete es Asche, dennoch nur dünn! ich sehe: Schon drohte dichter
Qualm hinter uns, der uns wie ein Sturzbach folgte, nachdem er sich über die
Erde ergoss. ich sage: "Lass uns vom Weg abbiegen, solange wir sehen, dass
wir nicht auf der Straße hingestreckt durch die Menge der Begleiter in der
Dunkelheit zertrampelt werden. kaum hatten wir uns gesetzt, wurde es Nacht,
nicht wie eine mondlose oder eine wolkige Nacht, sondern wie in geschlossenen
Räumen, nachdem das Licht gelöscht worden ist. Du hättest das Geheul der
Frauen, das Gekreische der Kinder und das Geschrei der Männer hören können;
die einen riefen nach den Eltern, die anderen ihre Kinder, wieder andere
Ehefrauen, an den Stimmen versuchten sie sie zu erkennen. Diese beklagten ihr
Schicksal, jene das Schicksal ihrer, es gab Leute aus Furcht vor dem Tod, den
Tod verlangten, viele hoben die Hände zu den Göttern, mehrere deuteten, dass
es nirgends mehr irgendwelche Götter gebe und jene Nacht ewig und die letzte
Nacht der Erde sei.
Historiographie in Rom
Sueton 70 - 130 n. Chr: Biographie
Caesar, 49. Den Ruf seiner Keuschheit verletzte zwar außer der Gemeinschaft
mit Nikomedes nichts, doch blieb jener Vorwurf schwer und dauernd haften
und setzte ihn allseitiger Schmähung aus. Ich übergehe des Calvus Licinius
allbekannte Verse:
‒ Was nur Bithynien
Und Cäsars Buhler je besessen hat.
Ferner die Senatsreden Dolabellas und Curios des Vaters, in denen ihn
Dolabella »die königliche Mätresse«, »die Innenseite des Königslagers«, Curio
gar »den Stall des Nikomedes« und »das bithynische Bordell« genannt hat.
Auch gedenke ich nicht der Edikte des Bibulus, in denen dieser seinen
Kollegen öffentlich als »die bithynische Königin« und als einen Menschen
bezeichnete, »dem ehemals ein König am Herzen gelegen, jetzt die
Königsherrschaft«.
Historiographie in Rom
51. Nicht einmal in den Provinzen waren die Ehefrauen vor ihm sicher, wie das folgende
Distichon beweist, das die Soldaten gleichfalls bei dem Gallischen Triumphe sangen:
Städter wahret eure Weiber, unser Kahlkopf ziehet ein!
Was in Gallien du den Huren schenktest, nahmst du hier auf Borg!
52. Auch Königinnen waren Gegenstand seiner Neigung; zum Beispiel die Eunoe, die
Gattin des Maurenkönigs Bogud, denen er beiden, wie Naso berichtet, sehr häufige und
wahrhaft unermeßliche Geschenke machte. Vor allen aber liebte er die Kleopatra, in
deren Gesellschaft er oft bis an den hellen Morgen tafelte und mit der er in ihrem großen
Prachtschiffe, das mit einer kostbar eingerichteten Kajüte versehen war, durch ganz
Ägypten bis beinahe nach Äthiopien reiste, wobei er sich nur durch die Weigerung des
Heeres, ihm weiter zu folgen, zur Umkehr bewegen ließ. Endlich [72] lud er sie sogar
nach Rom ein und überhäufte sie bei ihrem Abschiede mit Ehrenbeweisen und
Geschenken, willigte auch ein, daß ein Sohn, den sie geboren hatte, seinen Namen
erhielt. Von dem melden freilich einige griechische Schriftsteller, daß er allerdings auch
Cäsars Ebenbild an Gestalt und Gang gewesen sei.
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