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E i n i g i n T r e u e z u r H e i m a t Was wir sind, was wir wollen

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O r g a n
d e r
O s t p r e u ß e n
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—
Hamburg, 5. Mal 1953 / Verlagspostamt Leer (Ostfriesland)
J a h r g a n g 4 / Folge 13
E
L a n d s m a n n s c h a f t
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"M"ach langer Pause hat unsere Landsmannschaft zu einem Bundestreffen
der Ostpreußen aufgerufen. Im fünften
Jahre des Bestehens der Landsmannschaft
Ostpreußen soll der 10. Mai 1953 Zeugnis
ablegen von unserer Geschlossenheit im
Denken, Handeln und Wollen.
Als die Landsmannschaft Ostpreußen im
Oktober 1948 'ins Leben trat, waren wir
uns über Aufgabe und Ziel sehr schnell
einig. Darüber hat es in unserer Gemeinschaft auch in den vergangenen Jahren niemals Meinungsverschiedenheiten geben
können. Das Ziel unseres Strebens steht
heute und für alle Zukunft unverrückbar
fest. All unser Sinnen und Trachten gilt nur
dem einen: Wir wollen eines Tages wieder
als freie Menschen auf freiem Heimatboden
stehen!
Der Weg, den wir 1948 antraten, lag
dunkel und ungewiß vor uns. Bs gab kein
Beispiel in der Geschichte für die Lösung
der Aufgabe, vor die uns das Schicksal gestellt hatte. Wir wußten insbesondere um
die Schwierigkeiten und Gefahren, die
gerade den ersten Schritten auf diesem
Wege begegnen konnten. Wir waren darauf gefaßt, mißverstanden zu werden, nicht
nur im Innern des restlichen Deutschland,
sondern vielleicht mehr noch im Ausland.
Die Besatzungsmächte mit ihren unumschränkten Vollmachten hatten frühere zaghafte Versuche der Heimatvertriebenen,
sich zusammenzuschließen, rücksichtslos im
Keime erstickt. Auch im Oktober 1948 war
das Verbot eines Zusammenschlusses für
uns offiziell noch nicht gefallen.
Den Anstoß für unseren Zusammenschluß
gaben Wortführer der Heimatkreise. So
f üqte es sich von selbst, daß sich die Landsmannschaft Ostpreußen in der Form ihres
Zusammenschlusses auf die Heimatkreise
stützte und diese zum Fundament ihres
Aufbaues wählte. Dieser Entschluß bedeutete den Verzicht auf straffe und gewiß
«ich übersichtliche Organiisationsformen.
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sind, was wir
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Im Abonnement 1.— D M einseht ZustPllqehiihr
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wollen
Von Dr. Alfred Gille, Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen
Dieser „Mangel" wurde bewußt in Kauf
genommen. Wir wollten kein vereinsähnliches Gebilde mit Mitgliedskarten schaffen, dem man beitreten und das man auch
wieder verlassen konnte. Wir nannten uns
stets stolz eine G e m e i n s c h a f t , zu der
man sich bekennen mußte, nicht allein im
festlichen Hochschwang unserer Heimaftreffen, sondern alle Tage und jede Stunde
im harten Vertriebenenleben.
Wir glauben auch heute rückschauend,
daß wir richtig taten, unsere Kraft und
Stärke nicht in vereiinsrechtlichen Bindungen, sondern in dem Gefühl der Zusammengehörigkeit und in der Treue zu unserer Heimat zu suchen. Hieraus erwuchsen
uns Wirkungen im politischen Raum, die
uns das Vereinsrecht allein nicht schaffen
konnte. Das sollten wir als Lehre der vergangenen Jahre nicht vergessen, auch wenn
uns heute die veränderten Verlhältnisse in
der Gesamtorganisation der Vertriebenen
dazu nötigen, dem Organisatorischen größere Beachtung zu schenken, als wir es
bisher für gut und nötig hielten.
Ueber eint ausendfünf hundert örtliche
Gruppen in allen Ländern unserer Bundesrepublik drängen heute zur Mitarbeit und
Mitverantwortung an den Geschicken der
Landsmannschaft Ostpreußen. Es ist ein
wertvoller Zuwachs, der unser Gemeinschaftsleben bereichern wird. Die Synthese
zwischen der natürlich gewachsenen Einheit
der Heimatkreise und dem zufälligen Sichümden in • west-rogiiicmialeai Gemeinschaften
—
wird und muß gefunden werden. Das gemeinsame Ziel eint uns alle. Deshalb kann
es nicht schwer sein, die besten Formen
für unsere Arbeit zu finden.
Wir haben uns daran gewöhnt, von
„Nahzielen" und „Fernzielen" unserer
Landsmannschaft zu sprechen. Ich weiß
nicht, ob es richtig ist, an dieser Unterscheidung festzuhalten. Es sollte damit ausgedrückt werden, daß wir über dem heimatpolitischen Ziel, der Rückgabe der geraubten Heimat, nicht die Not und Sorge vergessen wollten, der ungezählte Tausende
unserer Landsleute gegenüber stehen. Seit
wir unsere landsmannschaftliche Aufgabe
in diese beiden Teilziele aufgliederten, sind
fast fünf Jahre ins Land gegangen. Diese
Jahre haben uns Erfahrungen geschenkt,
gute und schlechte. Niemand kann bestredten, daß in der Bundesrepublik manches
geschehen ist, um das Los der Heimatvertriebenen zu mildern. Doch keiner wird behaupten wollen, daß es heute keine Not
und keine Sorge mehr unter unseren vertriebenen Landsleuten gäbe. Wir brauchen
nur an das Schicksal unserer heimatvertriiebenen Bauern zu denken. Für ihre restlose
Eingliederung, dieses vielleicht wichtigste
Nahziel, werden noch Jahre gebraucht
werden. Und wie weit wollen wir dann
unser „Fernziel" stecken? Vielleicht werde
ich jetzt richtig verstanden, wenn ich heute
fordere, die zeitlichen Maßstäbe für unsere
Zielsetzungen einmal gründlich zu überprüfen. Diese Prüfung ward ergeben, daß
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m
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es nicht mehr richtig ist, unsere landsmannschaftMchen Ziele in eine zeitliche Dringlichkeitsfolge pressen zu lassen. Es könnte
sonst so scheinen, als ob wir gewillt wären,
die Erreichung unseres „Fernzieles" auf
den Nimmerwiedersehenstag zu v#t»rhieben.
Was heißt überhaupt „nah" und „fern",
wenn es um die Beseitigung eines Unrechtes an Millionen Menschen geht? Eines
Unrechtes, an dem die freie Welt zugrunde
zu gehen droht. Wir tun gut daran, auch
vor der Weltöffentlichkeit noch dringender
und vernehmlicher als bisher unsere mahnende Stimme zu erheben. Es ist allerhöchste Zeit, daß der osteuropäische Raum
wieder eine Ordnung erhält, in der Freiheit
und Menschenwürde ihren alten Rang gewinnen.
Das ist nicht nur unsere Meinung. In der
schicksalhaften Auseinandersetzung zwischen Ost und West schiebt sich immer
mehr die brennende Frage in den Vordergrund, was aus.den deutschen Ostgebieten
werden, wie man den zerfetzten osteuropäischen Raum dauerhaft ordnen soll. Gewiß ist es noch nicht so weit, daß wir sagen
könnten, die politische Zukunft unserer
Heimat sei bereits zu einer a k u t e n Frage
der weltpolitischen Auseinandersetzung geworden. Man spricht zwar von der Wiedervereinigung D e u t s c h l a n d s und von
g e s a m t d e u t s c h e n Wahlen. Und doch
müssen wir mit Bitternis feststellen, daß
dieses Gesamtdeutschland, von dem die
Staatsmänner gegenwärtig so viel reden
und schreiben, bereits an der Oder-Neiße
sein Ende findet. Das dünkt uns wie das
Kunststück eines Taschenspielers. Man unterschiebt einem Begriff einen neuen Inhalt
und tut so als ob man das wirkliche Problem beseitigt hätte. Die Wirklichkeit ist
zu hart und grausam, als daß man sich mit
Wortspielereien über sie hinwegtäuschen
könnte. Der Notwendigkeit echter Entscheidungen kann man nicht ausweichen. Alles
Jahrgang 4 / Folge 13
5. Mai 1953 / Seite 2
drangt mit schneiten Schritten auf die
Stunde hin, da die Würfel über die Zukunft
unserer Heimat fallen müssen. Der Friedensvertrag mit Deutschland wird die Entscheidung bringen, ein Vertrag — so ist es
uns feierlich verkündet worden —, der
nicht ohne Zustimmung Deutschlands zustande kommen wird.
Acht Jahre sind seit der Kapitulation
und dem Zusammenbruch vergangen. Wieviel Jahre soll das deutsche Volk wohl
noch auf den Friedensschluß warten müssen? Mögen andere diesen Zustand für erträglich halten, — wir Heimatvertriebene
fühlen die Friedlosigkeit täglich in ihrer
grausamen Härte. Wir erleben dieses Leid
der Friedlosen in voller Bewußtheit. Wir
wollen uns auch gar nicht mit schönen
Worten und billigen Aushilfen darüber
hinwegtrösten lassen. Wir werden nicht
aufhören, fordernd und mahnend nach
jenem Frieden zu rufen, der unser Recht
auf die Heimat wiederherstellt. Darum
sprechen wir in Zukunft nicht mehr von
einem landsmannscbaftlichen „Fernziel".
Man würde sonst übersehen, daß für uns
Ostpreußen die Stunde der Entscheidung
nicht schnell genug schlagen kann. Wenn
wir unsere Herzen fragen, dann möge noch
in dieser Sekunde die Uhr der Geschichte
zum zwölften Schlage ausholen.
H a n s
Z e r r a t h
i n
H a m b u r g
g e s t o r b e n
Ein Leben im Dienste an der Heimat und an Preußen
cn hnmühtc
er sich, auch im
werden mußte.
So
).„
,,„'verständAusland
besonders in den USA, um
verstand
nis iT'dic
Lage der Vertriebenen
zu
werben,
her auch um Verständnis
für die Ordnung
des
Ostens Europas
die ohne eine feste Basis des
Rechtes nicht denkbar sein kann.
Er wirkte an der Chartader
Heimatvertriebenen mit, die zu einem Markstein
in der Geschichte der Vertriebenen
wurde.
Denn
hier
wurde zum erstenmal
deutlich
ausgesprochen
daß Ije
Vertriebenen
zwar bereit
sind
aut
Rache und Vergeltung
zu verzichten
daß sie
aber an einem unveräußerlichen
Rechtsgrundsatz festzuhalten
entschlossen
sind, der auch
international
anerkannt
ist, dem R echt
auf
Selbstbestimmung.
Zerrath prägte
auch
den Satz daß die Landsmannschaft
Gegner
jeder
Vertreibung
sei und mit dem urlrü lichen
Gefühl
für politische
Möglichkeiten
und politische Notwendigkeiten
trat er für den
Gedanken
einer Solidarität
aller Völker
Osteuropas ein, welche in Jalta und Potsdam das
Recht auf Selbstbestimmung
einbüßten.
D
Die Landsmannschaft O s t p r e u ß e n hat die
traurige Pflicht, den T o d ihres bisherigen geschäftsführenden
Vorstandsmitgliedes,
Hans
Z e r r a t h — Jaeger-Tactau, anzuzeigen. E i n
Patriot und P r e u ß e , g e h ö r t Hans Zerrath zu den
M i t b e g r ü n d e r n der Landsmannschaft. D i e wirtschaftliche Bedeutung
und
Unabhängigkeit,
welche sie erlangte und das politische A n s e h e n ,
das sie heute g e n i e ß t , ist nicht zuletzt das
W e r k dieses Mannes, der nach kurzer, schwerer K r a n k h e i t i n einem Hamburger Krankenhaus am M o r g e n des 27. A p r i l starb.
Die Landsmannschaft O s t p r e u ß e n und nicht
zuletzt die vertriebenen Bauern v e r l i e r e n in
Hans Zerrath einen M a n n , dem der Kampf um
unser Heimatrecht zur Lebensaufgabe geworden
war.
Sein N a m e w i r d mit der Geschichte
unserer Landsmannschaft und der Vertriebenenbewegung immer verbunden bleiben. Sein Tod
aber r e i ß t i n die Front unserer V o r k ä m p f e r um
Recht und politische G e l t u n g eine Lücke, die
nicht zu schließen sein w i r d . In Dankbarkeit
und mit A c h t u n g werden w i r stets des W i r k e n s
dieses P r e u ß e n gedenken.
Dr. A l f r e d G i l l e ,
Sprecher der Landsmannschaft
*
Ostpreußen
Das Ehrenmal von Tannenberg
Ist uns Ostpreußen
und allen Deutschen mehr
geworden,
als ein Gedenkzeichen
der Schlacht, die 1914
unsere Heimat rettete. In jenen
Augusttagen
wurde
die Ueberlegenheit
der
moralischen
Kräfte erwiesen, durch die das Abendland
sich
in Ostpreußen
gegen die Sturmfluten des Ostens
behauptete: So wurde das achttürmige
Denkmal zum Zeichen der europäischen
Selbstbehauptung im
Nordosten.
Die Abwehrleistung
war und ist die Aufgabe
der Ostpreußen.
Sie konnte einst begonnen und
siebenhundert
Jahre lang erfüllt werden, indem
der hinausgeschobenen
Provinz immer
wieder
Kräfte des Reichs zuflössen,
für die das aufblühende
Land Kräfte an das Reich
zurückgab.
Wir sind jetzt in der Vertreibung mit unserem
großen Treffen nach Bochum gegangen im Gedanken an diesen Kräfteaustausch:
Hierhin zog
jahrzehntelang
ostpreußische
Jugend; von hier
brach sie dann wieder auf, um in der Abstimmung einen neuen Abwehrsieg
auf
ostpreußischem Boden zu erfechten. Jetzt tritt die Stadt
Bochum für uns ein, indem sie uns aufnimmt,
so wie viele westdeutsche
Städte
als Patenstädte und Treffpunkte
für uns eintreten.
Der
Krälteaustausch
zwischen
Westen und Osten
hat nicht aufgehört,
denn auch die Aulgabe ist
nicht erloschen, für die Tannenberg das Symbol
ist.
Aufnahme: Ruth Hallensleben
Diese Folge umfaßt 32 Seiten
TAG
Der Bundesrat hat dem Bundesvertriebenengesetz zugestimmt und dabei seine Bedenken
zum A u s d r u c k gebracht, d a ß das Gesetz die
Eingliederung der V e r t r i e b e n e n nicht eindeutig
genug regelt. Er lehnte ferner eine Entschließ u n g ü b e r den Generalvertrag ab, ehe nicht ein
Rechtsgutachten des Bundesgerichtshofs vorliegt. V e r h a n d l u n g e n , die eine A u s w e i t u n g des
Konflikts vermeiden sollen, laufen.
Botschafter S e m J o n o w , politischer Berater i n der Sowjetzone, ist durch M i n i s t e r
J u d i n ersetzt worden, bisher Chefredakteur
der Kominformzeitung und fanatischer Bolschew i k . — D i e Berliner Bischofskonferenz protestierte gegen die Kirchenverfolgungen i n der
Sowjetzone. Bischof Dibelius richtete an M a l e n k o w zugleich eine neue Bitte, die Gefangenen
fn der Sowjetunion freizugeben. — A u f die
Friedensrede Eisenhowers, die im W o r t l a u t i n
der Presse der
Sowjetunion
veröffentlicht
wurde, hat M o s k a u positiv geantwortet, zugleich aber festgestellt, d a ß sich die A u ß e n politik der Sowjetunion „nicht g e ä n d e r t " habe.
— Der französische
Außenminister
Bidault
sprach sich für freie W a h l e n und die deutsche
W i e d e r v e r e i n i g u n g aus, wies jedoch den Plan
eines bewaffneten und neutralisierten Deutschland zurück. — In Paris fand die 11. Konferenz des Ministerrates der Nordatlantikpaktstaaten statt, die einen weiteren A u s b a u der
N a t o - S t r e i t k r ä f t e und eine V e r s t ä r k u n g der gemeinsamen Luftflotte beschloß.
Der Austausch der verwundeten und k r a n k e n
Gefangenen in K o r e a wurde ohne Zwischenfall
u
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,
A
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Zerrath war aber zugleich überzeugter
Preuße
und Monarchist.
Nicht daß er geglaubt
hatte,
das Rad der Geschichte zurückdrehen
zu können oder ein Anhänger
unwirklicher
Restitutionsgedanken
gewesen wäre. Ihm
verkörperte
Preußen
jene feste
Basis
des
Rechts,
welches allein eine Welt der Ordnung und des
friedlichen
Mitcinanderlebens
verschiedener
Völker
verbürgen
kann. Er erkannte
sehr klar,
welch namenloses
Unglück
Nationalstaatsidee
und Nationalismus
gebracht
und in
welche
Verwirrung
sie Europa gestürzt
hatten. Dabei
lag ihm nichts daran, auch äußerlich
etwa eine
jener Positionen
einzunehmen,
welche
heute
allein Geltung zu gewähren
scheinen.
„Mehr
sein
als scheinen"
war zwar
keineswegs
sein Wahlspruch,
allein er 1 e b t e i h n
praktisch
vor
und sah daher die
Aufgaben,
welche sich ihm stellten,
als innere
Verpflichtung an.
Ein Preuße,
ein Patriot und echter
Mensch,
das war Zerrath in seinem Wirken und seinem
Leben, ein Freund
zudem vor allem
jenen,
denen die Vertreibung
die völlige
Entwurzelung
bedeutete,
den Bauern. Wer Zerrath
kannte,
steht trauernd am Grabe dieses allzufrüh
Vollendeten. Die Vertriebenenbewegung
aber weiß,
daß sie einen der besten
verlor.
Jakob Kaiser: Niemals vergessen!
VON
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Daß unsere Mahnungen und Forderungen
bisweilen als störend empfunden werden,
Hans Zerrath gehörte
zu jenen
Persönlichwissen wir. Das kann uns nicht einen Augenkeiten der Vertriebenenbewegung,
denen der
blick irre machen. Es sind doch nur die
Sinn für das Politische
angeboren
war. In
Jaeger-Tactau,
dem Familienbesitz
der Zerraths
Halben und Flauen, die ohnehin „kein Himmelreich gewinnen" werden. Der Mut zu im Kreise Labiau, 1900 geboren, trat er, eben
15 Jahre geworden, als Freiwilliger
in die preug a n z e n Entscheidungen ist das Gebot
ßische Armee ein und stand bis zum Kriegsder Stunde. Das besagt nicht, daß man den
ende 1918 an der Front. Nach dem
Weltkriege
zweiten vor dem ersten Schmitt tun soll.
widmete er sich der Landwirtschaft.
Er gehörte
Landessachbearbeiter
im Agrarauschuß
des
Das bedeutet aber, daß man die G r u n d zu den bekannten und erfolgreichen
Züchtern LvD Schleswig-Holstein,
zweiter
Vorsitzender
s ä t z e einer echten Ordnung erkennen
der Provinz. Im Zweiten
Weltkrieg
ebenfalls des Bauernverbandes
der Vertriebenen,
der
Soldat, kehrte er, der entschlossen
auf seinem Gesamtvertretung
und sich zu diesen Grundsätzen offen und
der heimatvertriebenen
LandPosten ausgeharrt
hatte, erst im April 1945 wirte,
Vorsitzender
des
Landessiedlungsausunmißverständlich bekennen muß. Grundaus Ostpreußen
befehlsgemäß
zurück. Er fand schusses Schleswig-Holstein,
Mitglied im Aufsätze als sittliche Fundamente sind kein
nach dem Zusammenbruch
Asyl in
Schleswig- sichtsrat der Vertiiebenenbank,
des
LandesvorObjekt für ein taktisches Schachern und
Holstein.
standes des BHE in Schleswig-Holstein,
des
Feilschen.
Rates und Mitglied des LvDZerrath
war nicht der Mann, die
Hände Nordostdeutschen
gehörte die ganze Leidenschalt
des
Seit Jahr und Tag fordern wir Heimatuntätig in den Schoß zu legen. Er nahm sich der Präsidiums,
neben seiner
Landsvertriebenen
Bauern an, wurde einer der Mit- Dreiundfünfzigjährigen
vertriebenen nichts anderes, als daß das
Bauern der
S e 1 bs t b e s tlimmungs re c ht,
zu begründer der Landsmannschaft, und er war es, mannschaft und den vertriebenen
der als geschäftsführendes
Vorstandsmitglied großen politischen Konzeption. Er sah von Andem sich die Welt als verbindlichen Pfeiler
Wiedergewinnung
die Landsmannschalt
durch alle
wirtschaftlichen beginn an, daß die Frage der
einer sittlichen Weltordmung bekannt hat,
Heimat
in
einem
größeren
Schwierigkeiten
und Fährnisse
der ersten Jahre unserer
zum tragenden Grund auch der Neuordpolitischen
Rahmen gesehen und behandelt
sicher
hindurchsteuerte.
nung Osteuropas werde. Gegen diese Forderung können nur Unaufrichtige und Böswillige —• s i e mögen in ihrem staatsmännischehRang noch s o hoch stehen — etwas
vorbringen. „Erkennst Du das Recht auf
Selböfebeettimmiung auch für die heimatvertriebetten Deutschen an?" Das ist die Frage, Der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen über den Sinn unseres Treffens
nach deren Beantwortung wir alle messen
und werten, die sich ta der WeltöffentlichDas Bundestreffen der O s t p r e u ß e n i n Bochum w i r d unserem ganzen V o l k u n d d a r ü b e r
keit zu Worte melden. Mit diesem Prüf- hinaus der W e l t die deutsche Provinz O s t p r e u ß e n i n ihrer k u l t u r e l l e n , politischen u n d wirtstein in der Hand werden wir Heimatver- schaftlichen Bedeutung erneut v o r A u g e n f ü h r e n . Das ist gut u n d notwendig. D e n n niemals
triebene leicht erkennen, wo unsere
darf dieser historische Boden vergessen w e r d e n . Dafür w e r d e n dfe O s t p r e u ß e n sorgen, die
Freunde und wo unsere Feinde stehen.
sich i n Bochum versammeln. A b e r auch alle Jene w e r d e n der H e i m a t gedenken, die an dem
So treten wir am Ostpreußentag 1953 Treffen i n Bochum nicht teilnehmen k ö n n e n . Sie werden sich im Geiste den M a h n e r n i n Bofestgefügt und geschlossen vor unser deutsches Volk, als dessen treues Mitglied wir chum verbunden fühlen w i e jeder Deutsche sich ihnen verbunden fühlt.
A b e r auch Jene O s t p r e u ß e n sollen an den Tagen v o n Bochum nicht vergessen werden, die
uns immer empfunden haben. Unser „Fernziel", das unser Wille vor fünf Jahren im noch heute unter schwierigsten Bedingungen i n der alten Heimat leben.
Sinn des Bundestreffens ist die S t ä r k u n g des W i l l e n s , alles zu tun, um einst auf frieddie dunkel verhangene deutsche Zukunft
hineinstellte, ist inzwischen ein gesamt- lichem W e g e i n die Heimat z u r ü c k k e h r e n zu k ö n n e n . W i r brauchen dazu das V e r s t ä n d n i s der
deutsches Anliegen geworden. Feierliche W e l t . A u c h für dieses V e r s t ä n d n i s s o l l Bochum werben. D i e W e l t s o l l gemahnt werden, der
Erklärungen unserer Bundesregierung und Selbstbestimmung der V ö l k e r wieder zu ihrem Recht z u verhelfen. M ö g e Bochum uns auf
des Bundesparlaiments gestatten es nicht diesem W e g e weiterbringen.
mehr, daran zu zweifeln. Daß es über die
Der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen
politischen Führungskreise hinaus zu einer
Herzensangelegenheit aller deutschen MenJ a k o b Kaiser.
schen werden möge, dazu soll auch der
10. Mai 1953 seinen bescheidenen Anteil
liefern.
Unser T i t e l b i l d
e
ZU
TAG
abgewickelt.
Die
Waffenstillstandsverhandlungen haben noch k e i n Ergebnis gebracht. —
Der V o r s t o ß kommunistischer V i e t m i n h - T r u p pen auf Laos, efn neuer A k t der A g g r e s s i o n ,
der das an der indischen Grenze liegende K ö nigreich bedroht, führte für die f r a n z ö s i s c h e n
Truppen zu einer schweren K r i s e .
schwerer Verlust
E i n
Das Bundesvertrlebenenministerium
zum Tode von Hans Zerrath
Die Landsmannschaft
Ostpreußen
hat durch
das unerwartete
Hinscheiden
ihres
Vorstands'
mitgliedes
Hans Zerrath einen schweren
Verlust erlitten. Der Heimgegangene
hat sich unermüdlich
für die Sache der
Heimatvertriebenen
eingesetzt und weit über den engeren
Kreis
seiner Landsleute
hinaus Beachtung und
Anerkennung gefunden. Er gehörte
u. a. dem Vorstand des Bauernverbandes
der
Vertriebenen
an, war als Vertreter
der
Landsmannschalten
in den Aufsichtsrat
der Vertriebenenbank
beordert worden und widmete seine große Tatkraft sowohl
den aktuellen
Fragen der Eingliederung
der
Vertriebenen
in die
westdeutsche Wirtschaft, als auch der
Heimatpolitik
und
damit
zusammenhängenden
politischen
Problemen.
Das Ostpreußenblatt,
in dessen Verlag
er
tätig war, trug in starkem Maße das
Gepräge
seines Geistes. Besonders
erfolgreich war sein
Wirken
im
Vertriebenen-Siedlungswesen
in
Schleswig-Holstein.
Jetzt, wo die Früchte seiner Arbeit
allmählich
zu reifen begannen,
wurde er unvermutet
abgerufen.
Ich spreche der Landsmannschaft
Ostpreußen,
die nur schwer einen Ersatz für Hans
Zerrath
linden dürfte-, meine herzliche Anteilnahme
aus.
Für den
Bundesminister
für
Der Bundesminister
für
Anton
Storch
In zehn Zeilen
Die seit v i e r M o n a t e n vorgesehene gemeinsame Sitzung der P r ä s i d i e n des V d L und des
Z v D ist nunmehr auf den 30. M a i festgelegt
worden. D i e Richtlinien, nach denen Anfang
Februar der organisatorische Aufbau des Dachverbandes begnnnen sollte, sollen auf dieser
Sitzung g e p r ü f t u n d als verbindlich freigegeben
werden.
Das Bundeskabinett hat einer V e r o r d n u n g
zugestimmt, derzufolge ab 1. M a i Ausgleichsguthaben i m Sinne des Gesetzes ü b e r einen
W ä h r u n g s a u s g l e i c h für Sparguthaben V e r t r i e bener bis z u 50 M a r k in v o l l e r H ö h e und Guthaben ü b e r h ö h e r e B e t r ä g e mit einem T e i l b e trag v o n 50 MaTk freigegeben werden. Ferner
soll ab 1. M a i mit der A u s z a h l u n g v o n A u s gleichsguthaben bis z u 100,— D M begonnen
werden.
Die Ausgleichsäimter w u r d e n
angewiesen,
auch A n t r ä g e auf Hausratshilfe z u bearbeiten,
deren A n t r a g s t e l l e r 60 Punkte erreichen. A u f
die A n t r ä g e werden aber erst dann Z a h l u n g e n
qoleistet, wenn die A n t r a g s t e l l e r mit mehr als
75 Punkten b e r ü c k s i c h t i g t worden sind.
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Chefredakteur: Mart.n Kakies. Verantwortlich für
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Hamburg 24. Wallstraße 29. Telefon 24 28 51 '52.
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der
nach Hamburg 24. Wallstraße 29, Telefon 24 28 51/52
Postscheckkonto L O. e V . Hamburg 7557.
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" erscheint dreimal
Im Monat Bezugspreis: 91 Pf. n d 9 Pf. Zustellgebuhr
Bestellungen nimmt jede Postanstalt entgegen. Wo das nicht möghch Bestellungen an den
W . , , a" oo ° P
« » b l a t f . (24a) Hamburg 24.
Wallstraße 29. Postscheckkonto: .Das Ostpreußenblatt", Hamburg 8426.
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D
s l
r e u ß
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D r u c k : Rautenberg & Möckel. (23) Leer/Ostfr.
NorderstraBe 29'31. Ruf Leer 3041.
Anzeigenannahme und Verwaltung:
Landsmannschaft Ostpreußen e. V . ,
Anzeigenabteilung, Hamburg 24 Wallstraße 29, Tel 24 28 51'52. Postscheckkonto Hamburg 90 700.
Auflage über 98 000.
Zur Zeit Preiahsta Nr. 5 flülUfl.
A
Jahrgang 4 / Folge 13
Das Ostpreußenblatt
5. Mal 1953 / Seit« S
B r u d e r h i l f e
O s t p r e u ß e n
Briefe
aus
der
Heimat
» M e i n e Mutter habe ich in Dresden. Sie ist
alt und kann mir auch nicht helfen. Ja, wir sind
von allen Menschen verlassen. Mein Fuß fehlt
mir, den ich im Kriege verloren habe, sonst
würde
ich das Brot für meine Familie
verdienen. Dann habe ich noch zwei
Granatsplitter
im Körper.
Habe große Schmerzen, wenn sie
wandern. Wir verzagen aber nicht, denn wir
haben noch einen himmlischen Vater, der iür
uns sorgt und uns nicht vergißt, er hat uns bis
jetzt auf eine wunderbare W e i s e erhalten. So
habe ich Trost und Kraft und die Hoffnung, daß
L.IS der Heiland
weiter erhalten wird, denr
alle Not hat einmal ein Ende."
Max K
Sta., den 15. 12. 1952
„Ich bin seit dem Jahr 1944 Witwe mit drei
Kindern, die noch zur Schule gehen. Ich allein
erhalte keine Rente. So muß ich die Kinder
Es kam a n . . .
Lemgendorf, den 13. 12. 1952
„ M u ß Ihnen die freudige Botschaft mitteilen, d a ß ich Ihr ü b e r r a s c h e n d e s u n d
hoch erfreuliches Paket gestern empfing.
Gerade
am
Beerdigungstag
meines
Schwiegervaters. W i e man sagt, nach L e i d
kommt Freud. Jetzt habe ich nur noch
mein altes M ü t t e r l e i n v o n 79 Jahren. A b e
w i r k l i c h wahr, meine K i n d e r strahlten
v o r Freude, als w i r das Paket auspackten.
Ich m u ß t e w e i n e n , d a ß es doch noch liebe
Menschen gibt. V o n solcher Ferne und
ganz fremd uns so eine Freude zu bereiten.
W o ich so manches M a l bald am V e r z a g e n
war, w i e ich b l o ß meine K i n d e r unterhalten u n d sie k l e i d e n soll. U n d auf einmal
lag's schon i n meinen H ä n d e n . D e r liebe
Gott sorgt für uns arme u n d v e r s k l a v t e
Menschen. M e i n Sohn sprang v o r Freude
ü b e r die s c h ö n e n Schuhe u n d hat sie gleich
angezogen. Denn w i r gehen hier nur i n
K l u m p e n , Schuhzeug und K l e i d u n g anzuschaffen ist u n m ö g l i c h . M e i n V e r d i e n s t
langt k n a p p für Lebensmittel für mich, die
v i e r k l e i n e n K i n d e r u n d die alte Mutter."
Frau M . B.
r
allein versorgen. Aber der liebe Gott
verläßt
die Seinen nicht, denn größer als der Heller
ist die Not ja nicht."
Frau Martha M.
La., den 14. 12. 1952
„Ich lebe hier mit meinen fünf Kindern im
Alter von 22, 20, 18, 15 und 8 Jahren in einem
armen Waldarbeiterdorf
und mein Mann lebt
in Münster.
Wir können
nicht
zusammenkommen, trotzdem wir schon alles versucht haben.
Meine beiden ältesten
Söhne arbeiten für uns,
mein achtzehnjähriger
Sohn ist krank,
dann
habe ich noch zwei Mädel. Ich selbst habe ein
altes Magenleiden
und bin arbeitsunfähig.
Wir
hatten früher eine Wirtschaft von 1800 Morgen
und dieses Leben voll Mühe und Arbeit
fällt
uns sehr schwer. Man läßt uns nicht zum Vater
und trotz der Papiere, die die deutsche Staatsangehörigkeit
bestätigen,
will
man
meinen
zweiten Sohn zum Militär zwingen. Hat denn
niemand ein Herz für uns? Wie lange noch
sollen wir auf das Wiedersehen
mit unserem
Vater warten?"
Edeltraut M.
Wi., den 3. 9.1952
„ • • , ' . Ich habe vier Geschwister zu
ernähren
und dabei verdiene ich als älteste
Schwester
nur wenig. Dann habe ich eine alte Mutter, die
Rheumatismus
hat. Sie kann nicht mehr arbeiten und ist daher auch auf mich
angewiesen.
Eine Schwester ist sechzehn, die nächste
vierzehn und die beiden anderen zwölf und zehn
Jahre alt. Die sechzehnjährige
muß kochen und
die Kleinen
betreuen, um die ich mich nicht
kümmern
kann, weil ich täglich zur Arbeit
gehen muß. Vom Vater haben wir bis heute
nichts gehört.
300 Zloty im Monat ist zum
Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Die
Schwester von vierzehn Jahren hat
Rückgratverkrümmung,
auch mit den anderen
Mädchen
habe ich große Sorgen. Ich bin noch so /'ung
aber so
vergrämt."
Ilse N.
St., den 7. 12. 1952
„ . . Ich lebe hier als dreizehnjähriger
Junge
be"i meiner Tante. Habe keine Eltern,
fühle
mich so verlassen. Ich benötige
sehr dringend
Kleidung,
da ich von niemanden
etwas be
komme
Meine Tante kann mir nichts kauten
da sie selbst nichts hat, allein und noch dazu
krank ist und sich nichts verdienen kann."
Siegfried P.
Rußland,
Naw., den 2. 12. 1952
Ich gehöre zu den Rückwanderern
aus
die vor dem Ersten Wellkrieg
nach
Seit W o c h e n und M o n a t e n sind fleißige Frauen am W e r k und packen T a g für T a g die P a k e t e der Bruderhilfe O s t p r e u ß e n , die unseren
Landsleuten fern i n der alten Heimat e i n Beweis sind, d a ß w i r i n b r ü d e r l i c h e r Hilfe ihrer gedenken und ihre bittere N o t lindern helfen
w o l l e n . Es ist k e i n e leichte A r b e i t für die Frauen, die v o m frühen M o r g e n bis zum s p ä t e n A b e n d i n einem K e l l e r i n H a m b u r g bei k ü n s t l i c h e m
Licht die K l e i d u n g , die Lebensmittel u n d M e d i k a m e n t e sortieren u n d verpacken. In der Vorweihnachtszeit m u ß t e auch noch i n den N ä c h t e n
gearbeitet werden, und v i e l e Helfer fanden sich dazu. F ü n f t a u s e n d Pakete sind auf diese W e i s e abgesandt worden.
Deutschland
kamen und nun ist mein
Mann
hinter der Oder und ich bin hier, von ihm und
den Kindern getrennt. Durch den
Russeneiniall
habe ich alles verloren. Ich bin in den
fünfziger
Jahren,
aber sehr schwächlich.
Im Sommer
arbeite ich, sobald sich mir Arbeit bietet, aber
im Winter ist hier keine
Arbeitsgelegenheit.
Mein Mann ist im Reich auch krank und arbeitslos und kann mir nichts schicken . . . ."
Martha E.
Za., den 18. 12. 1952
„ . . . Mein Mann muß schon das sechste
Jahr tagtäglich von früh bis spät drei Kilometer
weit auf das Gut gehen für ein paar Groschen,
um die große Familie von acht Kindern zu ernähren.
Sie können
sich denken, daß uns das
Leben schon sehr über ist. Das weiß der Hebe
Gott. Es vergeht kein Tag, den wir nicht mit
Tränen verbringen. Wann kommen wir endlich
von hier iorl?"
Anna P.
Entwicklung der Bruderhilfe
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Seit bald einem J a h r ist die Bruderhilfe Ostp r e u ß e n (Paketaktion Masuren) tätig. Unsere
Tabelle zeigt, wie aus kleinen A n f ä n g e n das
W e r k entstand, getragen v o n den Landsleuten
und zahlreichen anderen Spendern aus Westdeutschland, die v o n der N o t in unserer alten
Heimat erfahren hatten. Die Bruderhilfe weiter
auszubauen, werden heute erneut alle Landsleute aufgerufen. Eine Bernsteinplakette, die
zur Bochumer Tagung herauskommt, wird es
jedem einzelnen e r m ö g l i c h e n , auch mit k l e i n sten B e i t r ä g e n die Aufgaben echter N ä c h s t e n liebe w e i t e r z u f ü h r e n und z u helfen
Jahrgang 4 / Folg* \%
5. Mai 1953 / Seite 4
Alienstein heute
w n rh.n Städten isi nur A l l e n s t e i n w i r k .
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S?e soll nach ihrer Fertigstellung 6§S>
A n t e n
aufnehmen.
Seit
1945
sind
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40 000 Polen nach Allenstein zugewandert Im
Das südliche O s t p r e u ß e n ist verwaltungsm ä ß i g unter die drei polnischen Woiwodschaften Bialystok, A l l e n s t e i n u n d Danzig aufgeteilt:
der K r e i s Soldau, bereits nach dem Ersten
W e l t k r i e g abstimmungslos Polen zugeteilt, geh ö r t zur Woiwodschaft Warschau. W ä h r e n d
der f r ü h e r e Regierungsbezirk W e s t p r e u ß e n dem
Danziger
Verwattungsgehiet
angegliedert
wurde, und die Kreise Lyck und Johannisburg
von Bialystok aus verwaltet werden, umfaßt die
Woiwodschaft A l i e n s t e i n , fast den gesamten
ehemaligen Regierungsbezirk gleichen Namens,
und den südlichen T e i l des ehemaligen Regierungsbezirks K ö n i g s b e r g .
720 000 statt 1,13
Millionen
Die G e s a m t b e v ö l k e r u n g de9 heute
polnisch verwalteten O s t p r e u ß e n betrug v o r
dem K r i e g e r u n d 1,13 M i l l i o n e n Einwohner.
Die N a c h k r i e g s v o l k s z ä h l u n g gibt für die W o i wodschaft A l l e n s t e i n 559 000 und für
das
gesamte S ü d o s t p r e u ß e n 720 000 Einwohner an.
Diese für 1948 geltende Zahlen d ü r f t e n sich inzwischen nur w e n i g v e r ä n d e r t haben, da die
Zuwanderung gering geblieben ist; h ö c h s t e n s
w i r d 9ich die Zahl der Stadtbewohner, die 1948
165 000 erreichte, etwas vermehrt haben.
Der B e v ö l k e r u n g s r ü c k g a n g um rund 40 °/o
bedeutet eine V e r r i n g e r u n g d e r V o l k s d i c h t e v o n 86 auf 50 Einwohner je gkm. Dieser
R ü c k g a n g ist im südlichen O s t p r e u ß e n nicht so
stark wie in anderen Gebieten des polnisch verwalteten Ostdeutschland, insbesondere wie i n
Ostpommern
und
Ostbrandenburg. Blieben
doch relativ viele Menschen — schon als Folge
der Umklarranerungsbewegung beim sowjetischen Vormarsch — i m südlichen O s t p r e u ß e n
zurück. Die Zahl der sog.
Autochthonen
w i r d mit 157 000 angegeben,
dürfte
aber
nur 100 000 bis 120 000 betragen, von den
80 000 mit Sicherheit Deutsche sind. A l l e n s t e i n
soll noch etwa 500 deutsche Einwohner haben;
im Durchschnitt w i r d die Z a h l der Deutschen in
den anderen S t ä d t e n S ü d o s t p r e u ß e n s kaum
ü b e r 50 bis 100 hinausgehen.
Warschaus Strafkolonie
D i e Neuzuwanderer stammen v o r allem aus
dem Wilnagebiet und dem nödlichen K o n g r e ß pdfäfi; soweit es sich u m städtisch« Z u Wanderer handelt, kommen sie aus den verschiedensten T e i l e n Polens. Da die polnischen Z u wanderer lieber in der Ackerbauebene der
Odef oder i n den landwirtschaftlich b e g ü n s t i g t e ren Gebieten Mittelpommerns seßhaft werden
wollten, hat die polnische Regierung eine z i e l b e w u ß t e U m s i e d l u n g s k a m p a g n e nach
S ü d o s t p r e u ß e n eingeleitet. Dabei sind seltsame
V o l k s g r u p p e n in dieses Gebiet gekommen, wie
auslandspolnische Gruppen, die i n der M a n d schurei i n der N ä h e v o n C h a r b i n lebten, und
nach Polen z u r ü c k g e s i e d e l t wurden. Auch die
sog. Lemken, ein ukrainischer B e v ö l k e r u n g s t e i l
aus der Woiwodschaft Rzezow ist zwangsweise
nach S ü d o s t p r e u ß e n umgesiedelt worden. A n geblich soll es sich dabei u m etwa 40 000 M e n schen handeln.
D i e polnischen Beamten in S ü d o s t p r e u ß e n ,
die Staats-, Bahn- und Postbeamten u n d die
g r o ß e Masse der Beamten der staatlichen W i r t schaftsverwaltung, der staatlichen Genossenschaften, der staatlichen H O - L ä d e n usw. fühlen
sich in ihrer neuen U m w e l t durchaus nicht w o h l .
Sie betrachten ihre Versetzung nach Südostp r e u ß e n als Abschiebung oder Strafversetzung
u n d in der Tat hat S ü d o s t p r e u ß e n etwas v o n
einer S t r a f k o l o n i e
P o l e n s a n eich.
Im Laufe des vergangenen Jahres hat die
Regierung die ins Stocken geratene Siedlungsa k t i o n erneut aktiviert: jetzt handelt es sich
in der Hauptsache u m eine Belebung der länd-
Die
lichen Zuwanderung, durch die aus verschiedenen T e i l e n Polens Bauern nach S ü d o s t p r e u ß e n
gebracht werden sollen, um h i e r auf den „ l a n d wirtschaftlichen
Produktionsgenossenschaften
oder den S t a a t s g ü t e r n als A r b e i t s k r ä f t e eingesetzt z u werden.
kommunistische „ A g r a r r e f o r m "
Durch die Flucht und V e r t r e i b u n g des g r ö ß t e n
Teiles der S t a m m b e v ö l k e r u n g ist ein enormer
Rückgang
des
landwirtschaftl i c h e n K u l t u r b o d e n s eingetreten, den
man duTch neue Menscheninfiltration u n d durch
Mechanisierung der Landwirtschaft z u beseitigen
hofft. V o n 1,9 M i l l i o n e n H e k t a r Kulturboden
in der V o r k r i e g s z e i t waren 1949 nur 1,2 M i l lionen in Bebauung. Es ist k a u m anzunehmen,
daß die Fläche sich in den letzten Jahren erheblich vermehrt hat. Das nicht kultivierte Land
w i r d statistisch zwar euphemistisch als Brache
bezeichnet, — ist aber in W i r k l i c h k e i t ü b e r a l l
z u B u s c h - u n d U n l a n d geworden. E i n
T e i l des f r ü h e r e n Ackerbodens ist — polnischen
A n g a b e n zufolge — b e w u ß t als Aufforstungsfläche verwendet worden, „da die Böden für
landwirtschaftliche N u t z u n g z u w e n i g geeignet
seien."
S ü d o s t p r e u ß e n war, wenn man v o n der
W a l d f l ä c h e absieht, v o r dem Z w e i t e n W e l t k r i e g e
ü b e r w i e g e n d ein Bauernland. A u c h einschließlich der Forstfläche waren rund 60 % der gesamten Fläche von Betrieben bis z u 100 Hektar
bewirtschaftet worden, was bei der geringen
B o d e n g ü t e oft nicht mehr war, als ein mittelb ä u e r l i c h e r Betrieb b e n ö t i g t e , Polen leitete
auch i m südlichen O s t p r e u ß e n eine „ A g r a r reform" ein, bei der v o n vornherein 787 000
Hektar der staatlichen L a n d g ü t e r v e r w a l t u n g
vorbehalten sind. Das ehemalige
Gutsland
wurde mithin n i c h t Bauern zur V e r f ü g u n g
gestellt, sondern lediglich das deutsche Bauernland an polnische W i r t e vergeben. A b e r auch
das ist in weit geringerem M a ß e d u r c h g e f ü h r t
worden, als es versprochen wurde. V o n dem
Landfonds v o n 953 000 Hektar wurden bis 1950
n u r 3 4 3 0 0 0 H e k t a r polnischen N e u w i r t e n
zugeteilt. Z w e i Drittel der neuen Betriebe hat
eine D u r c h s c h n i t t s g r ö ß e v o n zehn H e k t a r und
geht j e d e n f a l l s ' ü b e r zwölf Hektar nicht hinaus;
ein Drittel liegt in der G r ö ß e n o r d n u n g zwischen
12 und 20 Hektar, was bei den minderen Sandb ö d e n Masurens in manchen F ä l l e n knapp einer
s e l b s t ä n d i g e n Ackernahrung entspricht. Seit
1949 ist auch in S ü d o s t p r e u ß e n der P r o z e ß
der K o l l e k t i v i e r u n g
angelaufen.
Die
Produktionsgenossenschaften
haben sich aber
weniger stark entwickelt, als in den anderen
Teilen Ostdeutschlands, insbesondere in Schlesien. E t w a ein Sechstel der Landfläche Südo s t p r e u ß e n s entfällt heute auf K o l l e k t i v b e t r i e b e ,
nahezu die Hälfte w i r d allerdings, wenn man
die staatlichen L a n d g ü t e r hinzurechnet, nicht
i n d i v i d u e l l genutzt.
Die U m g e s t a l t u n g
der
Kulturlandschaft
ist i m südlichen O s t p r e u ß e n
nicht so deutlich,, w i e das für das sowjetisch
verwaltete N o r d o s t p r e u ß e n festgestellt wurde.
Rücksiedler und Flüchtlinge, die aus dem n ö r d lichen O s t p r e u ß e n ü b e r S ü d o s t p r e u ß e n ins
Bundesgebiet z u r ü c k k e h r t e n , hatten den E i n druck, daß die V e r h ä l t n i s s e im polnisch verwalteten T e i l g ü n s t i g e r liegen. Das ist nur in
begrenztem M a ß e w i r k l i c h der F a l L Z w a r sind die
g r o ß e n W a l d - u n d S e e n f l ä c h e n nach Fortfall
der Pflege durch die Menschen nicht i n gleichem
M a ß e V e r ä n d e r u n g e n unterworfen, wie die
offenen und vielfach w a l d a r m e n Landschaftsformen
des n ö r d l i c h e n
Ostpreußen.
Aber
fehlende Drainage, unzureichende Waldpflege,
Auflockerung der Siedlungsdichte, mangelnder
Wiederaufbau i n den S t ä d t e n (wenn man v o n
A l l e n s t e i n absieht) haben doch auch hier das
Bild der Landschaft wesentlich umgestaltet.
d
Nationales vor einiger Zeit eine Eingabe an
die Provinziulbehörde richtete, d a g e g e n . e t t H
schreiten daß raublustige B a n d i t e n und junge
Burschen den friedlichen B ü r g e r n das BerreÜjti'
der Straßen in der Nach! nahezu unmöglich
machten.
^ ,
Die Veränderungen im südlichen OstpreuJten;
zeigen deutlich, daß dieses Gebiet ein ausg*.
sprochenes
S t. e 1 k :nd
der
polnischen
Mutter" ist, daß es auf die Bevo.kerung d u
übrigen Polen keine anziehende W i r k u n g an»*'
übt und daß seine wirtschaftliche Entwicklung
weit hinter der anderer Landesteile des heuÜ»
gen Polen zurückbleibt.
;j
:
Das südliche O s t p r e u ß e n mit den alten Ortsbezeichnungen.
Die
V e r ö d u n g des
Gerade der Nidvtaufbau der K r i e g s z e r s t ö r u n gen, die auch i m s ü d l i c h e n O s t p r e u ß e n b e t r ä c h t lich waren, — polnischen A n g a b e n zufolge
waren 46°/o der Wohnbauten, 2 9 % der Industriebetriebe und 2 0 % der Bauern- und Gutshöfe z e r s t ö r t — hat das B i l d der K l e i n - und
M i t t e l s t ä d t e u n d der Dorfgemeinden v e r ä n d e r t ,
viele Einzelhöfe zum V e r s c h w i n d e n gebracht,
und damit z u einer auch optisch i n Erscheinung
tretenden V e r ö d u n g
des
Raumes
geführt.
Wegsch1eppung
und
Zerstörung
v o n I n v e n t a r , insbesondere auf den Gutshöfen und bei den gewerblichen Unternehmungen, sog. w i l d e Demontagen und Ausschlachtungen
haben
nach Ende
der
Kriegshandlungen
mehr
Wirtschaftswerte
genommen als
die
K r i e g s e i n w i r k u n g e n selbst.
Der W a l d , jene g r o ß e Reichtumsguelle
Masurens,
hat
an
manchen Stellen durch unvertretbare Kahlschlage gelitten. D a ß die
W a l d f l ä c h e zu Lasten des A c k e r landes ausgedehnt wurde und auch
künftig noch weiter ausgedehnt
werden soll, bietet keinen A u s gleich, da es sich nicht um p l a n m ä ß i g e Aufforstung, sondern um
w i l d gewachsenes Buschland handelt. Die hochwertigen H o l z b e s t ä n d e sind n a t ü r l i c h gesucht und
dienen dem Inlandabsatz odeT dem
Export. Z u ihrer Bearbeitung ist
die H o l z i n d u s t r i e wenigstens
zum T e i l wieder in Betrieb.
Das polnisch verwaltete S ü d o s t p r e u ß e n mit den neuen Ortsbezeichnungen
r ; , n ^ » 7 zu dem geradezu „großstädtisch* «fr.
S S e L A H e n s t e i ? . in dem es T h , t e r . Kinos,
Kaffeehäuser usw. gibt, ist das L e b e n in d«n
anderen Klein- und Mittelstädten e i n t ö n i g und
bedrückend Öde. Vielfach w i r d ü b e r Unsicherheit Bandenüberfälle ( A u s r a u b u n g der Kormmtnalbank in Orteisburg a m hellen Tage) und
Banditenunwesen geklagt u n d es ist bezeichnend
daß der
Vorsitzende des
Goldapärf
Das Forstpersonal ist zahlenm ä ß i g v ö l l i g unzureichend. D i e
R e v i e r s sind v i e r - bis fünfmal so
gToß w i e vor dem Kriege. Daher
hat sich auch d i e W o l f s p l a g e
in
einem
fast
unvorstellbaren
A u s m a ß ausbreiten k ö n n e n . Der
W o l f ist wieder S t a n d w i l d . Die
Gebiete
zwischen
Johannisburg
und A n g e r b u r g l i n d die „ b e r ü h m testen" Wolfsjagdgebiete Polens,
in denen gelegentlich Staatsjagden
für prominente A u s l ä n d e r abgehalten werden. Die polnische Presse
berichtet ü b e r besonders gewaltige
Exemplare erlegter W ö l f e i n S ü d o s t p r e u ß e n , beklagt
die
hohen
S c h ä d e n und fordert speziell J ä g e r formationan, um d a i R a u b w i l d z u
bekämpfen.
Raumes
D e r F i s c h r e i c h t u m des masurischen und
o b e r l ä n d i s c h e n Seengebietes w i r d n u r unzureichend genutzt. D i e S ü ß w a s s e r f i s c h e r e i ist i n
P o l e n w e n i g p o p u l ä r u n d eigentlich nur dar
Seefisch, insbesondere der H e r i n g , k a n n als
Volksnaihrungsmittel bezeichnet werden. So gab
es k a u m polnische S ü ß w a s s e r f i s c h e r , die n a d i
M a s u r e n verpflanzt w e r d e n k o n n t e n . S o weit
die Fischerei heute noch a u s g e ü b t w i r d , wird
sie v o n eingeborenen masuTischen Fischern betrieben.
Bilanz der Produktion
Der R ü c k g a n g d e r U n d W i r t s c h a f t ,
l i e h e n E r z e u g u n g w i r d k l a r , w e n n man
den fast 40 % i g e n R ü c k g a n g der landwirtschaftlichen Nutzfläche b e r ü c k s i c h t i g t und gleichzeitig
die Feststellung macht, d a ß die I n t e n s i t ä t
der
landwirtschaftlichen
Nutzung im
ver.
b.iebenen Restland auf einen Bruchteil ihrer
früheren Leistungsfähigkeit z u r ü c k g e g a n g e n ist. W e n n man den D u r c h s c h n d t t s e r t r ä g e n
je H e k t a r im o s t p r e u ß i s c h e n
Gesamtdurchschnitt v o r dem K r i e g e die heutigen Durchschnittsertrage
der W o i w o d s c h a f t A l l e n s t e i n
g e g e n ü b e r s t e l l t , so ergibt sich folgendes aufschlußreiches Bild:
1935/39
18
17
19
165
308
1949
10,5 dz je H e k t a r
11,5 dz je H e k t a r
11,1 dz je Hektar
125
dz je H e k t a r
153
dz je H e k t a r
Eine ä h n l i c h e E n t w i c k l u n g zeigt der Rückgang des V i e h s t a p e l s . W ä h r e n d v o r dem Kriege
a n n ä h e r n d 320 000 Pferde v o r h a n d e n waren,
wurden 1949 nur noch 112 000 g e z ä h l t . Statt
Weizen
Roggen
Hafer
Kartoffeln
Zuckerrübcrr
6
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* nur 231 000,
statt 1,2 Mulionen Schweine nur noch 229 000.
Trotz der geringen Siedlungsdichte u n d der V e r -
SffiSL.**
evöl
? | ' k e r u n g s z a h l vermag die
Landwirtschaft
Südostpreußens
heute k a u m
Ueberschusse z u erbringen. D i e V e r s o r g
S
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d i e
P < > l e n
? £ ?
A l - * '
g e g e n w ä r t i g durch„ "
! ^\ger
eine K o n j u n k t u r e r s c h e i .
nung als eine Folge des a l l g e m e i n e n ProdukS w Ä
U n v e r m ö g e n s eines
a ^ ^f ? n ' V,
w i r k t sich
f,n? A
< l aus, die nicht nur
unter dem M a n g e l an industriellen W a r e n , sondern in diesem A g r a r l a n d , das einst U e b e r s c h u ß gebiet war, auch unter b e t r ä c h t l i c h e n Nahrungsmittelschwierigkeiten leidet.
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B e v o l k e r u n
Prof. p. h . S e r a p h i m
D m Ostpreußenblatt
Jahrgang 4 / Folge 13
T\ er Ortsfremde, der sich nach der A n k u n f t
*•* mit einer Tasse Kaffee s t ä r k t , bewundert
•chon im Bahnhofsrestaurant u n d selbst a m
M o n t a g m o r g e n die K e l l n e r im Frack, i n fast
a l l e n L o k a l e n der Stadt findet er sie so z u a l l e n
Tageszeiten, u n d seine V e r w u n d e r u n g d a r ü b e r
ist die erste w i c h t i g e Bochum-Beobachtung: « t
w i r d noch a n v i e l e n E i n z e l h e i t e n ein bestimmtes
R e p r ä s e n t a t i o n s g e f ü h l der Bochumer entdecken,
Schaufenster des R e v i e r s z u «ein, daa sich i n
der F o r m der neuen B a u t e n ebenso a u s d r ü c k t
w i e i n d e m ü b e r r a s c h e n d sauberen u n d dialektfreien Deutsch, das auf den S t r a ß e n u n d i n d e n
L ä d e n z u h ö r e n ist. Greift aber der M o n t a g morgen^ast
zur Z e i t u n g , so erlebt er die
z w e i t e Ueberraschung: er glaubt versehentlich
©ine reine F u ß b a l l z e i t u n g i n die H a n d b e k o m m e n z u haben u n d m u ß dann b e i m V e r g l e i c h e n
einsehen, d a ß i n a l l e n B l ä t t e r n des R e v i e r s bis
w e r k e r wohnten. K l e i n b ü r g e r , nicht G e l d a r i s t o k r a t e n bestimmten das L e b e n s g e f ü h l B o chums: a l s o w a r es z u r ü c k h a l t e n d u n d w o h l
auch e t w a s steif, mit m e h r S i n n für das H e r gebrachte a l s für das N e u e , sparsam u n d genau.
V o n den einstigen Bochiumern ungerufen k a m
der S t u r m des N e u e n ü b e r die Stadt. U n d doch
k a n n m a n nicht sagen, d a ß jener alte C h a r a k t e r
fortgeschwemmt u n d ausgerottet w o r d e n w ä r e .
M i t g r o ß e m R e a l i s m u s hat das alte Bochum das
neue Lebensgesetz i n seine H a n d genommen
und m i t u n e r h ö r t e r Z ä h i g k e i t erreicht, sich darin
deutlich z u behaupten. D e n n n i e m a n d w i r d auf
den G e d a n k e n k o m m e n , sich i n Bochum i n
einem Lager des V o l k s s t a m m g e m i s c h e s z u befinden.
Unbeschadet
ihres
Zugehörigkeitsg e f ü h l s z u m U r s p r u n g s l a n d sind auch die E i n gewanderten b e w u ß t Bochumer g e w o r d e n . Die
Stadt ist nicht nur auf der K a r t e , sondern auch
im W e s e n etwas Eigenes geblieben, und nicht
nur die K e l l n e r i m Frack und das saubere
Deutsch lassen etwas s p ü r e n v o n der alten
Strenge.
auf einen Rest P o l i t i k und A n z e i g e n der F u ß b a l l
alles andere aus den B l ä t t e r n g e d r ä n g t hat.
R e p r ä s e n t a t i o n u n d F u ß b a l l - L e i d e n s c h a f t , das
s i n d die ersten b e i d e n E i n d r ü c k e .
Der dritte ist die S t r a ß e n b a h n . W i e s o k a n n
man auch i n W a n n e - E i c k e l aussteigen, w e n n
man nach Bochum w i l l ? W a r u m m u ß m a n doch
noch die S t r a ß e n b a h n benutzen, w e n n m a n sich
schon i n der S t r a ß e befindet, i n der m a n jemand
aufsuchen w i l l ? W e i l v i e l e S t r a ß e n so lang
sind, d a ß sie v o n Stadt zu Stadt führen, u n d
w e i l die S t r a ß e n b a h n auch z w i s c h e n d e n R u h r s t ä d t e n das V e r k e h r s m i t t e l ist. A l s o f ä h r t der
Bochumer
Straßenbahn,
täglich
und
ausdauernd, u n d t r ä g t damit noch die Last der
ersten ü b e r s c h n e l l e n T e c h n i s i e r u n g v o r Jahrzehnten, deren heute veraltetes A r s e n a l nicht
so leicht w i e d e r l o s z u w e r d e n ist u n d es nicht
z u m Bau moderner S- oder U - B a h n e n hat
k o m m e n lassen.
V o r hundert Jahren begann diese ü b e r s t ü r z t e
E n t w i c k l u n g mit dem Einbruch der K o h l e - u n d
Eisenindustrie. U m 1800 hatte das k l e i n e AckeTb ü r g e r s t ä d t c h e n Bochum 1600 E i n w o h n e r , in den
n ä c h s t e n siebzig J a h r e n verzehnfachte sie sich,
die E i n w a n d e r u n g s w e l l e n folgten sich ohne
Pause, 1904 g a b ' e s 112 000 Bochumer, 1929
schon 322 000. E i n kometenhafter A u f s t i e g . U n d
selbst die furchtbaren S c h l ä g e des Luftkrieges
haben die E n t w i c k l u n g k a u m zu unterbrechen
vermocht. 315 000 E i n w o h n e r hat Bochum heute
schon wieder.
W a s bleibt v o n dem altdeutschen S t ä d t c h e n ?
N o c h steht der schwere T u r m der Probsteikirche, um den herum einst Bauern und H a n d -
5. Mai 1953 / Seite 5
Hoffentlich, so denkt der Besucher bei der
Ankunft, w ä c h s t auch b a l d e i n neuer Bahnhof.
D e n n schließlich hat Bochum nicht nur als Stadt
u n d Industriezusammenballung seine B e d e u tung. W a r es einst Sitz der Grafschaft, so ist es
heute Sitz der Industrie- u n d H a n d e l s k a m m e r
eines Gebietes v o n b a l d 700 000 E i n w o h n e r n .
Es ist z u d e m e i n Z e n t r u m des Bergbaues ü b e r haupt: Bergbauforschung und - p ä d a g o g i k sitzen
hier i n zahlreichen Instituten, die Bergschule
der w e s t f ä l i s c h e n Berggewerkschaftskasse regelt
die schulische A u s b i l d u n g im ganzen Ruhrgebiet. Das Geologische M u s e u m u n d das weltbedeutende B e r g b a u - M u s e u m , die R u h r k n a p p schaft, die Bergbau-Berufsgenossenschaft,
das
B e r g m a n n s h e i l als g r ö ß t e s Unfall chirurgisch es
Institut,
die
Industriegewerkschaft
Bergbau
haben i h r e n Sitz i m „ S c h a u f e n s t e r des R e v i e r s " .
N u n , auch die Bochumer wissen genau, d a ß
ihr Bahnhof nicht m e h r g e n ü g t , und sitzen ü b e r
den P l ä n e n füT einen neuen. U n d w e r Bochums
schon fertige oder i m Bau stehende neue G r o ß bauten sieht, die K a u f h ä u s e r , die V o l k s s c h u l e
im G r ü n e n , das eindrucksvolle H a l l e n s c h w i m m bad, das sogar Unterwasserbeleuchtung und
FernseheinTichtung besitzt, u n d ebenso die
v i e l e n neuen
S i e d l u n g e n nach
modernsten
Baumethoden oder die S p o r t p l ä t z e in g r o ß e r
Z a h l , der w i r d nicht zweifeln, d a ß Bochum i h n
auch b a l d mit einem Bahnhof empfangen w i r d ,
w i e er der Bedeutung der Stadt entspricht.
*
E i n besonders interessanter N e u b a u ist das
noch nicht fertiggestellte T h e a t e r g e b ä u d e . F ü r
den k u l t u r e l l interessierten Besucher ist dieser
B a u eine besondere B e r u h i g u n g , denn schließlich ist v o n Bochum u n d seiner d r e i ß i g j ä h r i g e n
T h e a t e r t r a d i t i o n mancher Impuls für die deutsche T h e a t e r w e l t ausgegangen. A u c h läßt hier
d i e deutsche Shakespeare-Gesellschaft seit 1927
ihre bemerkenswerten A u f f ü h r u n g e n a n l ä ß l i c h
ihrer Jahrestagungen stattfinden. D a s S t ä d t i s c h e
Orchester hat einen guten Ruf.
G e w i ß hat es eine ausgesprochene Industriestadt schwer, dem F r e m d e n auch ihre Bedeutung als K u l t u r m i t t e l p u n k t klarzumachen. A b e r
w e r w i s s e n w i l l , was Bachum auf diesem G e biet z u geben hat, der m u ß ins Sauerland reisen.
Dort versteht es sich, d a ß man die Reise nach
Bochum macht, u m w i r k l i c h gutes Theater z u
sehen, u n d nicht w e n i g e Menschen haben gerade aus diesem G r u n d ihre W o h n u n g nach
Bochum verlegt.
O s t p r e u ß e n und das
Ruhrgebiet
Diese Folge erscheint k u r z v o r unserem B u n destreffen i n Bochum, und so wird ihr Inhalt zu
einem ü b e r w i e g e n d e n T e i l bestimmt v o n der
D a r s t e l l u n g des starken A n t e i l s , den O s t p r e u ß e n
an dem A u f b a u und der E n t w i c k l u n g des Ruhrgebiets gehabt haben. Hunderttausende v o n
Landsleuten vollbrachten im industriellen Herzstück Deutschlands eine Leistung, die nicht vergessen werden darf. Sie dauert auch heute
noch an.
W a r u m w i r das alles a u f g e z ä h l t haben? W e i l
w i r die Stadt, die sich g r o ß z ü g i g b e r e i t e r k i ä r t
hat, die Gastgeberin unseres Bundestreffens z u
sein, sehr ungerecht behandeln und v e r k e n n e n
w ü r d e n , wenn w i r sie nur als eine A n h ä u f u n g
v o n F ö r d e r t ü r m e n und rauchenden Schloten betrachten. Ihr Leben ist reicher: sie hat die
schlimmen Jahrzehnte tapfer ü b e r w u n d e n , i n
denen man aus ihr nichts als eine Massenunterkunft für Bergarbeiter zu machen suchte. Di©
F ö r d e r t ü r m e bestimmen das Lebensgesetz nicht
mehr a l l e i n .
D a ß der fremde Besucher sich dennoch gerade
ihnen mit E r w a r t u n g e n und H e r z k l o p f e n n ä h e r t ,
versteht sich. Ihr A n b l i c k w i r d ihn nicht entt ä u s c h e n . Die massigen A n l a g e n der Zechen
und W e r k e , die wie dunkle Festungen aufsteigen, die schwarzen Rauchfahnen auf den Schornsteinen u n d z u w e i l e n zischende w e i ß e Dampfw o l k e n g e b i r g e ü b e r einer L ö s c h a n l a g e oder der
Feuerschein einer K o k e r e i lassen ihn die D r a m a t i k der Schwerindustrie s p ü r e n , noch ehe er
das T o r eines der W e r k e mit den m e r k w ü r d i g e n
N a m e n wie Konstantin, H a n n i b a l , P r ä s i d e n t ,
P r i n z Regent durchschreitet und in einen fremden A r b e i t s b e r e i c h eintritt.
F ü r uns O s t p r e u ß e n , die w i r im Grunde j a
a l l e v o m Lande kommen, ist diese A r b e i t s w e l t
deT Bergleute schon erregend, und für manchen
w o h l auch etwas unheimlich. A b e r die v i e l e n
Landsleute, die w i r dort treffen, werden uns
e r z ä h l e n , d a ß auch ihre A r b e i t ein Beruf ist,
den frohe u n d gesunde Menschen a u s ü b e n . U n d
die Lichter der Bergbaustadt werden uns zeigen,
d a ß es nicht so kohlenschwarz zugeht im
Bochum und i m Ruhrgebiet.
-at-
*
F r e i l i c h hat sich nicht w i e a n d e r s w o ein geschlossenes S t a d t b i l d halten lassen. D e n Besucher v e r w i r r t es u n b e w u ß t , d a ß er nicht sogleich einen Schwerpunkt, eine H a u p t g e s c h ä f t s s t r a ß e , eine gewohnte G l i e d e r u n g in Z e n t r u m
u n d A u ß e n b e z i r k e entdeckt. D i e fortlaufenden
E i n g e m e i n d u n g e n i m Z u g e des Wachstums nach
S ü d e n u n d W e s t e n , die E n t w i c k l u n g der neuen
T e i l e z u eigenen Zentren, ihr Zusammenwachsen i n u n a u f h ö r l i c h e n V e r ä n d e r u n g e n brachten
dieses B i l d . D i e Dörfer a m Stadtrand w u r d e n
als Standort der Bergbauindustrie z u eigenen
Schwerpunkben. D e r Organismus, z u d e m B o chum dennoch wurde, geriet i m K r i e g erneut i n
v ö l l i g e U n o r d n u n g . Acht N e u n t e l aller W o h nungen w u r d e n unbewohnbar. Schulen, K i r c h e n
und K r a n k e n a n s t a l t e n sanken i n Asche.
Die N o t z w a n g zur ä u ß e r s t e n Tatkraft des
Wiederaufbaus. Doch nun entdeckte man in der
scheinbar
unorganischen
Verstreutheit
der
Schwerpunkte den g r o ß e n V o r t e i l Bochums
g e g e n ü b e r anderen R u h r s t ä d t e n . Die g r o ß z ü g i g e
neue Planung nutzt die M ö g l i c h k e i t e n zur Aufg l i e d e r u n g und A u f l o c k e r u n g der Industrie-,
W o h n - u n d E r h o l u n g s f l ä c h e n . Das g r o ß e Prob l e m des Ruhrgebiets, v o n der e r s c h ö p f e n d e n
u n d ungesunden S t a d t s t e i n w ü s t e
wegzukommen, w i r d hier angepackt. P a r k a n l a g e n u n d
v i e l e K l e i n g ä r t e n , v o r a l l e m der g r ö ß t e Stadtpark des Ruhrgebiets, der schon 75 Jahre alt
ist, sind die L u n g e n der Stadt. N o c h immer werden 43°/o des ganzen Stadtgebietes l a n d w i r t schaftlich
genutzt.
A u f der
Trümmerwüste
eines v e r w o r r e n e n Stadtbildes w ä c h s t eine gesunde, moderne G r o ß s t a d t .
O
v
e
r
Aufn.: C. KatschinsJci
Schicksal Kohle
Schichtwechsel, — aus der Tiefe des Berges steigen die Männer herauf,
zeit unter schwerster Anstrengung
in den engen Stollen der Zeche, im
und im Rattern ues Preßlufthammers
verbringen.
Viele Ostpreußen
sind
Jahrzehnten
Eingewanderte,
wie auf unserem Bild, und von der Welle
Hergeworfene
s
t
o
l
z
die ihre
ArbeitsStaub der Kohle
unter ihnen, vor
der
Vertreibung
5. Mai 1953 / Seite 6
D i e
B e z i e h u n g e n
O s t p r e u ß e n s
z u m
R u h r g e b i e t
Von Dr. Herbert K i r r i n n i s
„
n «^rhalke 04 nach einer geheimen
Meisterelf ^ J g J
^ polnischer N a t i o n a l i t ä t
Satzung nur Spiele« r e m P
1
Es gibt in unserem V a t e r l a n d nur wenige
g r ö ß e r e kulturlandschaftliche G e g e n s ä t z e
als
O s t p r e u ß e n und das Ruhrgebiet. A u f der einen
Sejte bietet sich unsere Heimat dar mit ihren
weiten A e c k e r n und saftigen Wiesen, mit ihren
D ü n e n z w i s d i e n Haff und Meer, sie ist „ d a s
L a n d der dunklen W ä l d e r und kristallenen
Seen", ebenso sind für sie die O r d e n s s t ä d t e mit
ihren m ä c h t i g e n Burgen, ihren W e h r k i r c h e n und
ihre aus leuchtend rotem Backstein geformten
Rathäuser
charakteristisch,
im
ehemaligen
Wildnisgebiet aber aus der Zeit des „Retablissements" jene M a r k t s t ä d t e und -flecken, die sich
als besondere Zentren der landwirtschaftlichen
Umgebung ausweisen. N u r an g r ö ß e r e n Plätzen
hatte die Industrie F u ß gefaßt, ohne eine Stadtlandschaft aber in s t ä r k e r e m M a ß e z u bestimmen. W e l c h einen Gegensatz bietet dazu aber das
Ruhrgebiet, Deutschlands g r ö ß t e s und wichtigstes Industriezentrum, in dem die dort gleichfalls
vorhandenen landschaftlichen S c h ö n h e i t e n vornehmlich durch die Schwerindustrie immer mehr
v e r d r ä n g t werden. A n v i e l e n Punkten beherrschen
die
Kohle
fördernden
Zechen mit
ihren F ö r d e r t ü r m e n , auf denen sich die Seilr ä d e r . drehen, das Landschaftsbild. Dort ist der
Eingang zur „ U n t e r w e l t " . Dort hebt der Bergmann die schwarzen Diamanten an das Tageslicht, die a l l den anderen schaffenden Industrien, insbesondere
den S t a h l - und W a l z werken, den Maschinenfabriken, der eisenschaffenden Schwerindustrie ü b e r h a u p t , wie den
j ü n g e r e n chemischen W e r k e n Kraft und Stoff
geben.
Jahre). V o n 1900—1925 weisen (nach Golding)
die K r e i s e Stuhm, Orteisburg und A l l e n s t e i n L a n d die h ö c h s t e n Abwanderungsziffern auf.
Einen v e r h ä l t n i s m ä ß i g starken V e r l u s t zeigen
auch die Umgebungen v o n Gumbinnen, Stallup ö n e n , P i l l k a l l e n , w ä h r e n d die Gebiete des
G r o ß g r u n d b e s i t z e s , die sich mehr i n der M i t t e
der Provinz befinden, erheblich unter dem
Durchschnitt liegen.
Die Ursache dieser Wanderung von Ost nach
West ist vornehmlich in der sich s t ä n d i g verschlechternden sozialen Lage der L a n d b e v ö l kerung zu sehen. Es waTen weniger die Landarbeiter, Instleute der g r o ß e n G ü t e r i n der
Mitte der Provinz, als die
nachgeborenen
B a u e r n s ö h n e Masurens, die i n ihrer Heimat
nicht
damit
rechnen
konnten,
zu
einem
Bauernhof zu kommen. T e i l u n g e n der v ä t e r l i c h e n
G r u n d s t ü c k e waren dort auch nicht möglich, da
Bis 1910 stieg diese Ziffer auf etwa 27 400 16,2 •/•. W e n n i m gesamten R e v i e r der ostpreußische A n t e i l im gleichen Jahr nur 6,1 °/o ausmacht, so ist zu bemerken, d a ß gerade die
Emscherzone mit Gelsenkirchen als M i t t e l p u n k t
eine besondere K o n z e n t r a t i o n o s t p r e u ß i s c h e n
Anteils, besonders der M a s u r e n aufweist und
bei einigen Zechen a u ß e r o r d e n t l i c h stark ist,
sogar fast 90°/o erreicht (z. B. bei den Zechen
Graf Bismarck und W i l h e l m i n e V i k t o r i a ) . V o n
1885—1914 verzeichneten die Gelsenkirchener
Z ä h l u n g e n etwa 160 000 o s t p r e u ß i s c h e Z u w a n deren W e n n im Jahre 1900 Gelsenkirchen eine
Zunahme der Schweinehaltung um 666 v. H .
zu verzeichnen hat und die w e s t f ä l i s c h e „Bergmannskuh", die Ziege, immer mehr v e r d r ä n g t
wuTde, so ergibt sich für das gleiche Jahr auch
ein besonderer H ö h e p u n k t der o s t p r e u ß i s c h e n
Einwanderung.
Die Emscherzone i m Ruhrgebiet
Die o s t p r e u ß i s c h e Einwanderung
in die Emscherzone
M i t der fortschreitenden Industrialisierung
der Emscherzone, die etwa in den sechziger
Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann,
m u ß t e man also nach A r b e i t s k r ä f t e n Ausschau
halten. U m es v o r w e g zu nehmen: sie kamen
aus dem deutschen Osten, vornehmlich aus
Masuren, und auch aus polnischen Siedlungsgebieten. Für das deutsche V o l k s t u m im Osten
beginnt mit dieser Ost-West-Wanderung ein
Prozeß, der für dieses schwerwiegende Folgen
zeitigen sollte. W ä h r e n d vor etwa siebenhundert Jahren der g r o ß e Zug des Deutschtums
nach dem Osten anhebt, aus Westfalen besonders ü b e r Lübeck nach L i v l a n d , (im baltischen
Deutschtum finden sich noch bis i n unsere Zeit
Namen, die heute im Ruhrgebiet oder i n GesamtWestfalen
vorkommen: Aschebrock, Eickel,
Dorneburg, Plettenberg,
Galen, FürstenbeTg
usf.) setzte nun i n der M i t t e des neunzehnten
Jahrhunderts eine rückläufige Bewegung ein,
diese Ost-West-Wanderung nach dem Ruhrgebiet, wobei gerade dem deutschen Osten wertv o l l e Kräfte verloren gingen. V o n diesem Bev ö l k e r u n g s s c h w u n d wurde vornehmlich M a suren betroffen. So verloren (nach Hesse) z. B.
von 1895—1900 die o s t p r e u ß t s c h e n Kreise Ortelsburg 16.9 %>. N e i d e r b u r g 13 7 % ,
GeTdauen
12,0 °/o, Oletzko ( s p ä t e r Treuburg genannt)
12,7 °/o, sowie Lyck und Darkehmen 12,1 °/o ihreT
B e v ö l k e r u n g . Dabe handelt es sich vorzugsweise um die schulentlassene J u g e r d '15 bis 20
Jahre) und um junge M ä n n e r i n der 7 r t ihrer
besten k ö r p e r l i c h e n Arbeitskraft (20 bis 25
:
stammen nicht m W " . " ™ ,
bchdiice qu 11
^„fwies
a
m
e
n
a u f >
GelMaWrfiS
N u n s nd a b e r nicht
ESirrkeit auch P o l e n in a u ß e r o r d e n t l i c h starke " z a h l besonders in die Emscherzone eingewandert M a n sprach mit Recht v o n einer I n v a Ton
( H ö h e p u n k t 1905), die das
öffentliche
Leben besonders i n H e r n e , W a n n e - E i c k e l , Recklinghausen
ebenso i n H a m b o r n v o n
etwa
B W ^ 9 2 3 stark b e e i n f l u ß t e . D a z u ist die folgende TabeHe (nach L u d o l f M a a ß gekürzt,
sehr a u f s c h l u ß r e i c h :
1890 1905 1910
23,1
20,8
5,1
Recklingihausen Stadt
4,5
3,3
0,7
D o r t m u n d Stadt
12,2
10,2
2,2
Dortmund Land
4,6
3,9
2,4
Bochum Stadt
9,0
11,3
2,7
Bochum L a n d
21,6
13,6
15,2
Herne
8,9
9,5
6,9
G e l s e n k i r c h e n Stadt
17,7
14,1
7,1
Gelsenkirchen Land
—
26,8
Wanne
9,6
9,4
2,7
Oberhausen Stadt
17.1
15,6
0,6
Hamborn
1,3
0,3
1,1
Essen Stadt
6,4
4,9
1,2
Essen L a n d
A u s R a u m g r ü n d e n s i n d die Z a h l e n für B u e r ,
W i t t e n , Wattenscheid, H a g e n , D u i s b u r g ,
M ü l h e i m / R u h r u n d H a t t i n g e n h i e r nicht genannt. Sie finden sich bei F r a n k e , S. 19.
Die ä u ß e r e n landschaftlichen Erscheinungsformen
O s t p r e u ß e n s und
des
Ruhrgebiets
scheinen nichts Gemeinsames aufzuweisen. Ist
doch der Bergbau in unserer H e i m a t m i r a n
der s a m l ä n d i s c h e n K ü s t e vertreten, wo deT
Bernstein, O s t p r e u ß e n s Gold, in letzter Z e i t
besonders i m Tagebau g e f ö r d e r t wurde, w ä h rend der Bergmann im eigentlichen „Pütt" unter
Tage mit den Kräften der N a t u r ringen m u ß .
Die Landwirtschaft auf der einen Seite, die Industrie auf der anderen, — das sind in einfachster Formel nun einmal die G e g e n s ä t z e , die
sich in den Begriffen O s t p r e u ß e n und Ruhrgebiet g e g e n ü b e r s t e h e n .
U n d doch ist das Ruhrgebiet sozusagen ein
Stück O s t p r e u ß e n , nicht durch die Formen der
eigentlichen
Wirtschaftslandschaft,
vielmehr
durch die Menschen i n einer bestimmten Zone
des Reviers, so sehr dieses auch ein Schmelztiegel für die verschiedensten deutschen S t ä m m e
sein mag, der
hier gemeinsam mit dem
r h e i n i s c h - w e s t f ä l i s c h e n Grundelement der Bev ö l k e r u n g den „ R u h r m e n s c h e n " geschaffen hat.
H i e r sei nur auf die O s t p r e u ß e n im Ruhrgebiet
eingegangen, die in auffälliger B a l l u n g gerade
in der Emscherzone vertreten sind, die heute
miit den g r o ß e n S t ä d t e n Dortmund, Bochum,
Essen in der l ö ß r e i c h e n H e l l w e g z o n e den eigentlichen Schwerpunkt des Reviers bildet, w ä h r e n d
früher das eigentliche Ruhrtal hervortrat u n d i n
s p ä t e r e n Zeiten das R e c k l i n g h ä u s e r V e s t und die
Lippezone immer mehr a n Bedeutung
und
Schwergewicht gewinnen werden. F ü r die im
R e v i e r weniger anziehende Emscherzone ist die
S t ä d t e r e i h e Castrop-Rauxel, Herne, W a n n e Eickel, Gelsenkirchen bezeichnend. Sie führt
ihren N a m e n nach dem kleinen, parallel zum
Rhein-Herne-Kanal verlaufenden
Emscherfluß
zwischen Ruhr und Lippe. Heute stellt dieser
F l u ß einen breiten kanalisierten AbwässeTgraben dar, der infolge der Bodensenkungen
durch den Bergbau u n d der notwendigen Regulierungsarbeiten vielleicht der teuerste F l u ß
Deutschlands ist. F ü r die S t ä d t e der Emscherzone sind lange, v o n S ü d nach N o r d f ü h r e n d e
„ H a u p t s t r a ß e n charakteristisch, v o n denen
meist unbedeutendere, zu den Zechenkolonien
führende
Nebenstraßen
abzweigen:
Diese
S t ä d t e sind — zum Unterschied von denen der
H e l l w e g s t ä d t e — jung, hur einige Jahrzehnte
alt. U r s p r ü n g l i c h war die Emscherzone ein
Bauernland, dem es mit der v o n Süd nach N o r d
vordringenden Industrie an Menschen fehlte,
um die unter dem Deckgebirge lagernde K o h l e
im Schachtbau zu fördern.
N
die einzelnen T e i l e nicht eine ausreichende
E r n ä h r u n g s g r u n d l a g e abgegeben
hätten.
Es
bedurfte in M a s u r e n auch nur einmal des Lockrufs der W e r b e r aus dem Ruhrgebiet, die W o h nung,
regelmäßigen
Verdienst
und
feste
Arbeitszeit sowie g r ö ß e r e Abwechslungen in
den anwachsenden S t ä d t e n und Dörfern der
Emscherniederung
versprechen
konnten,
wo
neue Schächte abgeteuft wurden.
So machten sich mit ihrem wenigen lab und
Gut zuerst die B a u e r n s ö h n e Masurens dorthin
auf, schufen sich im „Pütt" eine neue E x i stenz und zogen in die Zechenkolonien ein,
die wie Pilze aus der Erde s c h ö s s e n . Dann
holten sie sich aus ihrer alten Heimat ihre
M ä d c h e n oder l i e ß e n sie nachkommen und beg r ü n d e t e n in der neuen Heimat ihre Familien.
A l s Beispiel sei hier nur das Ehepaar August
und W i l h e l m i n e Prokoppa genannt, aus- Lotzen
bzw. Johannisburg stammend, in W a n n e getraut, das am gleichen O r t a m 4. M ä r z 1953
die Diamantene Hochzeit begehen konnte. Zehn
K i n d e r gingen aus dieser Ehe hervor. A u f der
Zeche „ U n s e r Fritz" in W a n n e fand August
Prokoppa seinen Arbeitsplatz. Heute gilt der
r ü s t i g e 8 4 j ä h r i g e mit seinem Bruder als das
ä l t e s t e Z w i l l i n g s p a a r Westfalens. Die Zahl ä h n licher Beispiele ist a u ß e r o r d e n t l i c h g r o ß , und
bis heute bringt die Presse s t ä n d i g N a m e n von
Jubilaren und Hochbetagten, die meist aus M a suren stammen.
Die Sammelstelle dieser zum Ruhrgebiet
s t r ö m e n d e n M a s u r e n war zuerst Gelsenkirchen.
Diese Stadt ü b t e nun eine gewisse V e r t e i l e r funktion aus, nahm dabei aber immer mehr
o s t p r e u ß i s c h e Z ü g e a n und wurde im Ruhrgebiet die Stadt mit dem s t ä r k s t e n o s t p r e u ß i s c h e n
B e v ö l k e r u n g s a n t e i l . V o n etwa 58 000 Ostpreußen im Ruhrgebiet z ä h l t e man in Gelsenkirchen
inj Jahre 1906 nicht weniger als 15 854 Masuren.
B e s t i m m t e
b e v ö l k e r n
In s p ä t e r e r Zeit hatten die Zechen es nicht
mehr nötig, ihre W e r b e r nach O s t p r e u ß e n zu
schicken. Ein O s t p r e u ß e holte den
anderen
nach, und so ergibt es sich, d a ß bestimmte
S t ä d t e des Ruhrgebiets auch besonders starke
Bindungen z u manchen o s t p r e u ß i s c h e n S t ä d t e n
und K r e i s e n zeigen. In diesem Zusammenhang
sei noch vermerkt, d a ß gerade die d ü n n b e s i e delten Kreise die h ö c h s t e n W a n d e r u n g s v e r l u s t e
aufweisen und nicht etwa ein A u s g l e i c h z w i schen stark und schwach b e v ö l k e r t e n Gebieten
stattfand. Leider sind aus dieser Zeit, als das
Ruhrgebiet in diesem industriellen G ä r u n g s p r o z e ß in amerikanischem Tempo wuchs, die
Zuwanderungszahlen nicht immer genau faßbar.
A u s den amtlichen Statistiken ergibt sich z. B.
aus den Herkunftsorten, d a ß am 1. 12. 1900
166 733 O s t p r e u ß e n i m Ruhrgebiet wohnen,
wobei auf fünf Zuwanderer z w e i Frauen entfallen. A m 12. 6. 1907 stammten v o n etwa
500 000 Z u w a n d e r e r n 230—240 000 aus Ostp r e u ß e n . Bis zum Jahre 1925 stieg ihr A n t e i l
um weitere 70 000. Danach hielten H i n - und
R ü c k w a n d e r u n g sich die W a a g e . M a n k a n n
also die o s t p r e u ß i s c h e Einwanderung auf etwa
300 000 Menschen veranschlagen. Diese Z a h l
gilt für die erste eingewanderte Generation.
F ü r die nachfolgende ist auf G r u n d der hohen
o s t p r e u ß i s c h e n E h e s c h l i e ß u n g e n u n d Geburten
nach den Berechnungen Eberhard Frankes die
Z a h l 126 750 einzusetzen. Somit ergeben sich für
beide Geschlechterfolgen etwa 425 000 Ostpreußen. Die dritte Generation ist infolge M i s c h heiraten und der A k k l i m a t i s i e r u n g nicht mehr
als eine typisch o s t p r e u ß i s c h e anzusehen.
Die Polen und M a s u r e n i m Ruhrgebiet
Im Jahre 1934 wurde die R e d a k t i o n des
„ F u ß b a l l " in M ü n c h e n v o n T h ü r i n g e n au9 gefragt, ob es zutreffe, d a ß die weitbekannte
ostpreuQtsche
b e s t i m m t e
S t ä d t e
Ruhrjebii
D i e Polen bildeten eine durchaus geschl
sene V o l k s g r u p p e . Es gab i m R u h r g e b i e t p o l n i sche W a r e n h ä u s e r , B a n k e n , G e s a n g - u n d T u r n vereine u n d Gottesdienste b i s i n die j ü n g s t e
Zeit, sowie eine polnische PaTtei. Im J a h r «
1913 existierten i m R e v i e r 1177 p o l n i s c h e V e r eine, die politische Sonderrechte beanspruchten
und z u m g r o ß e n T e i l auch genossen. D i e P o l e n
gerieten dadurch b a l d i n e i n e n G e g e n s a t z z u r
einheMirschen B e v ö l k e r u n g . Er hielt bis z u m
J a h r e 1923 an, als mit dem A b z u g der F r a n zosen (Ruhreinbruch) die P o l e n sich d i e s e n ai>
s c h l ö s s e n , i n f r a n z ö s i s c h e n G r u b e n neue A r b e i t •
fanden und dort auch besseren V e r d i e n s t er«r*a
hofften. M a n k a n n sagen: seit 1923 gibt es i l t t ^
Ruhrgebiet ein P o l e n p r o b l e m nicht mehr.
,jH
Die polnische I n v a s i o n hatte nun l e i d e r für
unsere o s t p r e u ß i s c h e n Landsleute,
besondei<d|
für die M a s u r e n , unangenehme R ü c k w i r k u n g e n «
N o c h heute ist es leider n ö t i g , a u f k l ä r e n d z u ,
w i r k e n , damit den O s t p r e u ß e n auch das V e r - ^ dienst a m A u f b a u des wichtigsten deutschen,
Industriegebiets zugestanden w i r d , das ihnen-,
g e b ü h r t . Die P o l e n achteten im R e v i e r streng,
auf den Gebrauch ihrer
p o l n i s c h e n Sprache.-,
Die M a s u r e n aber sprachen je nach dem Z e i t - ,
punkt, zu dem sie i n den P ü t t k a m e n : masu-,
lisch, masurisch und deutsch oder deutsch, wo--,
bei man beachten m u ß , d a ß ihr Deutsch nicht
gerade v o r b i l d l i c h war, je nachdem w i e w e i t in,/
M a s u r e n Z w e i s p r a c h i g k e i t herrschte. D i e E i n heimischen des Ruhrgebiets k o n n t e n nun m a surisch u n d polnisch nicht unterscheiden, was
ihnen nicht z u v e r ü b e l n war, b e m ü h t e n sich
aber leider z u w e n i g u m die K e n n t n i s der
weitergehenden u n d v i e l tiefer l i e g e n d e n U n t e r - •
schiede, welche die M a s u r e n v o n den P o l e n
trennten. N u r zu oft setzte man P o l e n und M a - •
suren gleich und sah nicht, welche sachlichen
Fehler u n d welches Unrecht man damit b e g i n g .
A n dieser
teristik der
V. «o.lM
k säsLt oa m
mm
m
Stelle g e n ü g t eine k u r z e C h a r a k M a s u r e n und i h r e r Sprache. D e r
der
a s u r e n ist
n ,,
uci M
ivi.ds.uren
ist aus
aus AAllttpprreeuulßi ee n
M a s o v i e r n und Deutschen entstanden. Erstere
aus den pruzzischen Landschaften Sudauen und
G a l i n d e n stammend, s p i e l e n eine geringe R o l l e ,
und der deutsche Einfluß gewinnt mit dem s t ä r k e ren E i n d r i n g e n der deutschen K u l t u r in M a s u r e n , ,
je mehr w i r uns unserer Z e i t n ä h e r n .
Die
M a s o v i e r nun sind „ L ä u f l i n g e " — heute w ü r den w i r Emigranten sagen — aus dem H e r z o g - '
turn M a s o v i e n . Dieses lag südlich der ostpreu'
Bischen Grenze. Es w o l l t e sich den zentral i s i e r e n M e t h o d e n des m i t t e l a l t e r l i c h e n p o l nischen Staates nicht immer fügen. D i e B e w o h - |
nei sprachen masovisch einen m i t t e l a l t e r l i c h e * >
polnischen D i a l e k t . Sie e m i g r i e r t e n a l s o u r d
wurden in den W i l d n i s g e b i e t e n des herzoglich- n
P r e u ß e n angesetzt, w o b e i ihre Sprache eine eraltpreußischen
und
deutschen
Wendurgen
'
Jahrgang i I Folge 13
D m
1 Mal 1953 / Seit« J
Ostpi euOeublatt
Immer mehr durchsetzt wurde. S o entstand a l l m ä h l i c h die masurische Sprache.
Z u d e r SondeientwJcktung, d i e das M a s u r e n t u m nahm, k a m noch e i n weiterer wichtiger G e sichtspunkt. Noch vorhandene alte Bindungen
zu d e m n ö r d l i c h e n Polen, hier und da verwandtschaftlicher A r t , rissen seit 1525 v o l l s t ä n d i g ab.
D i e Ursache w
die Reformation durch H e r z o g
A l b r e c h t i m 1 «rzogtum P r e u ß e n
D i e Polen
s i n d bis heute katholisch, die M a s u r e n wurden
evangelisch. Dort galt, mit A u s n a h m e des E r m landes, die G l e i c h u n g katholisch = polnisch,
evangelisch = deutsch, u n d so bestand zwischen
dem P o l e n u n d d e m M a s u r e n , der also, allgemein gesehen, e i n evangelischer Deutscher mit
masurischer Muttersprache war, der g r ö ß t e
Gegensatz.
V o n a l l diesen Dingen w u ß t e n u n die breite
OeffentWchkeit im Ruhrgebiet nichts. Selbst die
leitenden Stellen blieben d a r ü b e r i n Unkenntnis, und bis heute hat sich daran k a u m etwas
g e ä n d e r t . M a n bezeichnete die M a s u r e n i m Rev i e r leider nur z u h ä u f i g als „ P o l a c k e n " . Diese
auf U n k e n n t n i s beruhende Gleichsetzung der
M a s u r e n mit den Polen w a r aber für diese mit
e i r e der g r ö ß t e n Beleidigungen, die m a n diesen an sich einfacher M - n s c h e n z u f ü g e n konnte.
A ' s solche konnten sie sich k a u m verteidigen.
D^zu kommt, d a ß man erst durch neuere F o r sc*"""^?n diese Dinge i n den Einzelheiten schärfer S' eht.
:
Lebensart der M a s u r e n im Ruhrgebiet
So ist es nur zu v e r s t ä n d l i c h , d a ß die M a s u r e n
in hrer neuen Heimat geschlossen blieben und
sich auch v o m öffentlichen Loben z u r ü c k z o g e n .
„ M s c h h e i r a t e n " blieben weit i n der M i n d e r zahl. Das G e f ü g e der F a m i l i e n mit durchschnittlich v i e r bis sechs, aber auch bis z u zehn
und mehr K i n d e r n blieb fest. Z u den Eltern bestand ein fast patriarchalisches V e r h ä l t n i s . D i e
G e d a n k e n w e l t v o r n e h m l i c h der ersten Ostpreuß e n - G e n e r a t i o n kreiste u m Boden, H e i m a t u n d
R e l i g i o n . D a ß die o s t p r e u ß i s c h e H e i m a t gerade
i m Industriegebiet i n ihnen weiterlebte, haben
sie mit den heutigen V e r t r i e b e n e n gemein, obwohl zwischen beiden doch schon so starke U n terschiede bestehen, d a ß eine V e r b i n d u n g v o n
den M a s u r e n - G e n e r a t i o n e n z u ihren vertriebenen Landsleuten k a u m sichtbar w i r d .
;
Die ä l t e s t e n masurischen Z u s a m m e n s c h l ü s s e
i m R e v i e r s i n d Sekten u n d Gebetsvereine. D i e
r e l i g i ö s e H a l t u n g des o s t p r e u ß i s c h e n Ruhrgebietlers w u r d e trotz der s o z i a l e n K ä m p f e nicht
e r s c h ü t t e r t . D i e offizielle Kirche aber fand leider
erst sehr s p ä t mit i h m V e r b i n d u n g . D i e i m v e r g a n genen Jahrhundert i n das R e v i e r eingewanderten
M a s u r e n s o l l t e n zuerst deutsch lernen. In d e n
J a h r e n 1864—86 k a m e n mehrmals Geistliche aus
der a l t e n H e i m a t h e r ü b e r , u m i n ü b e r f ü l l t e n
Gotteshäusern
masurische
Abendmahlsfeiern
abzuhalten, 1867 w u r d e der erste masurisch
sprechende Geistliche angestellt, u n d 1896 gab
es solche i n GelsenkiTchen, Bochum, W a n n e ,
Herne u n d L ü t g e n - D o r t m u n d .
Lichter der Arbeit
Unter den dunkel aufragenden
Fördertürmen und Schornsteinen
glänzen
die vielfachen
Lichter
Nacht Erz und Kohle rollen. Auch die Technik ist nicht ohne Schönheit.
Besonders in den Nächten
Zeche
«Präsident*
Der Schmelztiegel des Ruhrgebiets läßt die
auf Sprache, Brauch und Sitte beruhenden landsmannschaftlichen E i g e n a r t e n d e r deutschen S t ä m me leider a l l m ä h l i c h vergeben. A u c h d a r i n b i l d e n
die O s t p r e u ß e n eine gewisse A u s n a h m e , u n d
zahlreich s i n d die Eigenheiten i m kirchlichen
Leben, besonders i m Gottesdienst, a n denen s i e
festhielten. L i e b e r v i e l z u früh, als z u s p ä t , erschien m a n z u r Kirche, wartete v o r dem Gotteshaus, die ä l t e r e n F r a u e n stets i n i h r e n schwarzen K o p f t ü c h e r n . Das Gesangbuch aus dem
Rautenbergschen V e r l a g i n K ö n i g s b e r g w a r
ihnen ein Stück H e i m a t i n der F r e m d e u n d m i t
der B i b e l meist der einzige B ü c h e r s c h a t a . M a s u rische B r ä u c h e w a r e n auch i m Gottesdienst b i s
z u m s t ä r k e r e n A n w a c h s e n der G e m e i n d e n noch
lebendig. M a n stand nicht, sondern kniete v o r
dem Eingangsgebet, u n d die m i t S c h n ö r k e l n
v e r z i e r t e n G e s ä n g e schlug die Gemeinde v o r .
Die ü b r i g e Freizeit widmete m a n dem Boden.
Z u jeder Zechenwohnung g e h ö r t e e i n Stück G a r tenland. Ihm galt d i e ganze Sorgfalt. Dort w a r
der O s t p r e u ß e des P ü t t s g e w i s s e r m a ß e n „zu
Hause". So ist d i e V i e l z a h l der S c h r e b e r g ä r t e n
gerade i n der Emscherzone k e i n Z u f a l l . D a nach
seiner A u f f a s s u n g z u m Boden das V i e h g e h ö r t , *
widmet er sich d e r K l e i n t i e r h a l t u n g u n d -zuebt.
Die Z u r ü c k d r ä n g u n g der oben e r w ä h n t e n „Bergm a n n s k ü h e " durch die Schweinehaltung ist
durch die o s t p r e u ß i s c h e Z u w a n d e r u n g z u e r k l ä ren. Dazu k o m m e n die Hühner u n d Tauben,
die der Bergmann gerne h ä l t . U n t e r d e n Brieft a u b e n z ü c h t e r n , d e m „Sport des k l e i n e n M a n nes", stellen die O s t p r e u ß e n noch d e n h ö c h s t e n
A n t e i l , w e n n auch jetzt gerade i m Ruhrgebiet
K ö n i g F u ß b a l l regiert.
Flüssige Feuerströme
Absffch am Hochofen. Die Glut der Kohle hat im Hochofen das Eisenerz geläutert.
Der
weißalühende
Eisenstrom
ergießt
sich nun in Sandrinnen,
in denen er in
Gußformen
aeleitetwird
Die Arbeiter haben trotz ihrer Schutzanzüge
und -masken eine ungeheure
*
Hitze zu ertragen
N o c h s t ä r k e r a l s kirchliche B r ä u c h e u n d landwirtschaftliche Passionen haben sich b i s heute
in der Emscherzone d i e sprachlichen Besonderheiten erhalten, w o b e i noch schärfer z u untersuchen w ä r e , w a s polnischer, masurischer, ostdeutscher b z w . w e s t f ä l i s c h e r Herkunft ist. D i e
B e v ö l k e r u n g s m i s c h u n g i m Ruhrgebiet hat w e i terhin dazu beigetragen, auch Abstufungen in
den M u n d a r t e n innerhalb der verschiedensten
Z o n e n des R ü h r g e b i e t e s entstehen z u lassen; sie
hat auch b e i d e r Jugend z u einem Ruhrgebiets'argon geführt, w e n n z. B . die K i n d e r
eine
Butta" (Butterbrot) verlangen, die Bergleute
b u t t e r n " u s w . In dieser Hinsicht ist der P ü t t
°in Dorado f ü r Sprachforscher, aber auch ein
'<reuz für den Deutschunterricht i n der Schule.
Trotz der sprachlichen Schwierigkeiten, die
/or einigen Jahrzehnten noch besonders stark
varen, w ä r e es e i n U n d i n g , a n dem Deutschtum
der M a s u r e n i m Ruhrgebiet z u zweifeln. Ihre
Gleichsetzung mit den P o l e n w a r e i n Fehler, der
sich aus der U n k e n n t n i s der geographischen S i tuation M a s u r e n s und seiner historischen Entwicklung e r k l ä r t . D i e Sprache des M a s u r e n ist
kein Unterscheidungsmerkmal für seine Z u o r d nung z u m polnischen oder deutschen V o l k s t u m ,
ebensowenig sein Nachname, mitunter der V o r name. E i n wichtiger H i n w e i s ist das Glaubensbekenntnis, entscheidend aber — durch die Bindung an den deutschen K u l t u r r a u m und an den
p r e u ß i s c h e n Staat — ist sein p e r s ö n l i c h e s Bekenntnis z u m Deutschtum. Bedurfte es eines
besseren Beweises als sein A n t e i l bei d e m
g r o ß e n A b s t i m m u n g s s i e g a m 11. J u l i 1920? In
Scharen machten die M a s u r e n des Ruhrgebiets
sich auf i n ihre Stadt, in i h r Dorf, i n ihre ostp r e u ß i s c h e Heimat, u m für sie z u zeugen. Das
sei diesen einfachen o s t p r e u ß i s c h e n Menschen
au9 dem Ruhrgebiet unvergessen!
W e n n die o s t p r e u ß i s c h e n V e r t r i e b e n e n des
Z w e i t e n W e l t k r i e g e s aber nach dem Ruhrgebiet,
jetzt gerade nach Bochum kommen, so m ö g e n
sie eingedenk sein, d a ß unsere Land9leute, d i e
Ostpreußen i m Ruhrgebiet, Deutschlands w i c h -
über den Gleisanlagen,
auf denen Tag und
wird sie sichtbar wie hier bei der Bochumer
tigstes Industriegebiet
mit g e p r ä g t haben.
i n wesentlichen
Zügen
Literaturhinweise
Franke, Eberhard: Das Ruhrgebiet und Ostpreußen
(grundlegend!
mit Literaturangaben).
„Forschiungsstelie für das Volkstum im Ruhrgebiet"
i m Prov.-Inst. für westfälische Landes- und
Volkskunde — Dr. Wilhelm Brepohl. heute SoziaHorschungsstelle der Universität Münster i n
Dortmund. Walter Bacmeisters Nationalverlag,
Essen 1936.
Witschen. Leo: Zur Kulturgeographie des südlichen
Ostpreußen i n Veröff. d. Geogr. Seminars der
T.H. Danzig, I, Der Nordosten F. Hirt Breslau
1931.
Witscheil, Leo: Die völkischen Verhältnisse in M a suren und dem südlichen Ermland. Veröff. des
Geogr. Inst, der Albertus-Universität Königsberg, H . 5, Hamburg 1925.
Gollutb, Hermann: Masuren, Gräfe und Unzer. K ö nigsberg.
Gasleitungen
Vielfach trifft man im Ruhrgebiet
dicke
Rohrleitungen.
In ihnen werden Gase, die
bei einem technischen Prozeß
entstehen,
zu anderen Anlagen geleitet, in denen sie
wieder verwertet
werden können.
Die
Industriewerke
sind ein System, in dem
eins ins andere greift. Im
Hintergrund
wird eine Hochofenanlage
sichtbar
4. Mai IHM / Seite b
Jahrgang 4 / Folge 13
Das Ostpreußenblatt
Land ohne Menschen
Menschen ohne Land
Die gewaltsame A u s t r e i b u n g
der Deutschen
aus ihrer H e i m a l im O s t e n hal Europa und die
westliche
Welt
in
kaum
lösbare
Schwierig-
k e i l e n gebracht. Die Struktur Deutschlands w a n delte
sich,
Tatsache
und
mit
welche V e r ä n d e r u n g e n
sich
heute an H a n d
brachte,
diese
verdeutlichen wir
e i n i g e r Beispiele aus
anderen
Ländern.
EIN BILD DER M E N S C H E N L E E R E , Sensburg im Jahre 1952, das deutlich zeigt, was jenseits der O d e r - N e i ß e geschah.
nicht vermocht, den durch die V e r t r e i b u n g leer gewordenen Raum a u s z u f ü l l e n .
U
S
W e n n
A
1 , 5
geschehen
M i l l i a r d e n
w ä r e ,
was
Lehrreiche Beispiele, im
Deutschland
Bilde
Sowjetpolen hat
es
E i n w o h n e r
A merika
halte
1500 Millionen
Einwohner,
wenn es so dicht bevölkert
wäre, wie es
Westdeutschland
heute ist. Keine Zahl beleuchtet so grell das Mißverhältnis
zwischen
dem
übervölkerten
Westdeutschland
und der menschenverödeten
Heimat
im Osten
wie
diese
Feststellung.
Zwar stimmten
die
Westmä:hte
den polnischen Forderungen auf
Gebietsenlschädigung zu, als sich Moskaus
Ansprüche
auf
Ostpolen als unabänderlich
erwiesen. Allein sie
machten sich nicht klar, daß die
Zerschlagung
eines natürlich
gewachsenen
und durch eine
Jahrhunderte
alte gemeinsame
Geschichte
geprägten
Gebietes Folgen haben mußte, die sich
niemals in einer reinen „Umsiedlung"
der deutschen Urbevölkerung
erschöpfen
konnte.
Die
,,Befreiung" lieferte Europas Osten zudem Moskau aus und das bedeutete dem
Bolschewismus.
Damit war Europa in zwei Teile
zerrissen.
Sollen in diesem Raum aber jemals
wieder
freie Völker leben und will man an die
Möglichkeit
überhaupt
denken,
den
europäischen
Osten auf friedlichem
Wege Europa
zurückzugewinnen, so kann es nur einen
Weg geben:
eine echte Ordnung zu schaffen, die sich auf
ganz klaren Rechtsgrundsätzen
aufbaut und an
die Stelle von Willkür
und Terror Gesetz und
Menschenwürde
stellt.
g e s c h a h
verdeutlicht
.i.K
vt^üSi
(.er
tamii»ixtschaf tiichen Haupt-
igrargebiete bedeutet den Existenzverlust für
! 741 000 Deutsche, die landwirtschaftlich tätig
in der Atlantikcharta
sind die Wege über das
Selbstbestimmungsrecht
der
V ö1k e r gewiesen. Auf ihm gründet
sich daher auch
der Anspruch der Heimatvertriebenen,
wenn sie
ihre Heimat
zurückfordern
und das
ganze
Deutschland hinter dieser Forderung steht. Daß
Deutschland realisierbare
Vorschläge
zu machen
bereit sein muß, ist den Vertriebenen
nicht nur
verständlich.
Sie fordern sie auch, tn ihrer eigenen Charta haben sie praktische Vorschläge
gemacht und in dem Bewußtsein,
daß Europa nur
zu retten sein wird, wenn seine Bewohner
europäisch denken, sind sie der Ueberzeugung,
daß
:ine zukünftige
Ordnung im Räume des Ostens
Angelegenheit
und Aufgabe aller
Völker
sf, welche ihn formten.
Ein leerer, von Moskau beherrschter
Raum
gegenüber
einem übervölkerten
Mitteleuropa
wird auf die Dauer an seinem eignen
Widersinn
scheitern. Die Gebiete
die man
Deutschland
nahm, brauchen wir nur einmal auf
England,
i i Vereinigten Staaten oder gar auf einen ganzen Kontinent
wie Australien
zu
übertragen.
Sofort
wird überzeugend
deutlich,
daß eine
Lösung
keinen Bestand haben kann, die ohne
Rücksicht
auf wirtschaftliche
oder
politische
Vernunft beschlossen wurde und die nur aus der
Psychose des Krieges verstanden
werden
kann.
Die Massenentwurzelung
von Millionen
Mene
/jQ M I L L I O N E N H E K i A R haben w i r verloren,
7,9 M i l l i o n e n von 28,5 M i l l i o n e n landwirtschaftlicher Nutzfläche insgesamt. Sie fehlen heute
ür unsere E r n ä h r u n g .
E N G L A N D W A R E V E R S C H W U N D E N , wenn G r o ß b r i t a n n i e n r a u m m ä ß i g den gleichen Gebiets '
verlust hatte erleiden m ü s s e n wie Deutschland. Es h ä t t e dann 8 6 , 2 P r o z e n t
seines
G e b i e t e s abtreten m ü s s e n und im Norden w ä r e nur noch ein Zipfelchen übrig geblieben
W a r sich Churchill ü b e r dieses B i l d im klaren, als er in J a l t a und Teheran nachgab?
A M E R I K A W Ä R E ZERSTÜCKELT, hätte es au! G e l
srzichten m ü s s e n w
24,4 Prozent seines Landes entsprechen dem Gebiet
Deutschland.
der Oder-Neiße' Erst an der
Ifcnd SOkh plastischer Darstellungen wird ersichtlich enseits
wie
wider
alle
Vernunft
war, mit der man einst glaubte, Europa befrieden zu können
- eine Lösung
Genau das Gegenteil trat ein
(
Jdiuydny 4 / holye 13
Das Ostpreußenblatt
84 i
A N D E R T H A L B M I L L I A R D E N E I N W O H N E R m ü ß t e n die V e r e i n i g t e n Staaten
z ä h l e n , wenn sie so dicht b e v ö l k e r t w ä r e n w i e . Westdeutschland es heute,
nach dem Verlust der O s t p r o v i n z e n und der deutschen Siedlungsgebiete, ist.
Diese Z a h l zeigt sehr deutlich, die g e f ä h r l i c h e und i n ihren Folgen untragbare U b e r b e v ö l k e r u n g W e s t d e u t s c h l a n d dem auf der anderen Seite ein
m e n s c h e n ö d e r Raum g e g e n ü b e r s t e h t .
b. Mdi hio3 / Seile y
10 MILLIONEN
501
J E N S E I T S DER O D E R - N E I S S E leben heule nur noch vier bis h ö c h s t e n s fünf
M i l l i o n e n Menschen, statt 9,4 M i l l i o n e n wie v o r dem Kriege. D i e B e v ö l k e rungsdichte ging in O s t p r e u ß e n v o n 84 Menschen auf dem Quadratkilometer
auf 50 Menschen 1953 zurück.
i
i
1953
I
sehen, das schauerlichste
Erbe des Krieges, birgt
Geiahren,
die nicht übersehen
werden
dürien.
Es ist daher für die freie Welt an der Zeit,
in ihre Konzeption
zum friedlichen
Wiederauibau Europas eindeutige
und klare
Grundsätze aufzunehmen und auch auszusprechen. Der
Menschheit
müssen
sie den Glauben
geben,
daß jene Rechlsgrundsätze
wieder
Gültigkeit
erhalten werden, die einst Europas Größe ausmachten.
A U S T R A L I E N E I N LEERER K O N T I N E N T , dessen gesamte E i n w o h n e r z a h l
nur acht M i l l i o n e n Menschen umfaßt, m ü ß t e heute menschenleer sein, wenn
man sich diese Zahl vorstellt und sie an der der V e r t r i e b e n e n mißt. A l l e
Einwohner A u s t r a l i e n s m ü ß t e n in dem winzigen Fleckchen Land, das Bundes
republik Deutschland heißt, untergebracht werden und auch dann noch erg ä b e sich, d a ß 1,6 M i l l i o n e n Menschen weniger g e z ä h l t w ü r d e n , als die Vertriebenen tatsächlich umfassen A n diesem Beispiel w i r d besonders deutlich
d a ß die Vertriebenenfrage ein W e l t p r o b l e m darstellt, das niemals v o n West
deutschland allein g e l ö s t werden kann.
Heimatvertriebene und
Flüchtlinge aus der
Sowjetzone und Berlin
im Bundesgebiet
9 . 0
Zeichnungen Radtke, Text und Photo v o n Esebeck
I M J A H R E D E S U N T E R G A N G E S . Tilsits S t r a ß e n sind leer, die H ä u s e r z e r s t ö r t Bis zum heutigen Tage ist die Stadt, .eine der ä l t e s t e n an jener Grenze zum Osten, die durch lünl J a h m linderte Bestand hatte und keinerlei V e r ä n d e r u n g erfuhr, nicht w i e d e r erstanden. Sowjetische M i l i t ä r k o l o n i e , v ö l l i g a b g e s c h n ü r t v o n der ü b r i g e n W e l t , uns unerreichbarer als China, g e h ö r t
sie z u m Kaliningiader Verwaltungsbezirk". U n d auch hier — e i n leerer Raum, ein leeres Land, in dem weite Flächen v e r ö d e t e n , v o n Rusdr.verk bedeckt und nur vereinzelt Kniehosen
z u finden sind, i n die aus der W e i t e des Ostens irgendwelche Menschen verfrachtet wurden. Menschen, denen nicht mehr Bedeutung zukommt, als einer Zahl oder einem Gegenstand, bel i e b i g z u v e r w e n d e n oder z u z a r s t ö r e n , Das ist die Bilanz der o s t e u r o p ä i s c h e n V ö l k e r t r a g ö d i e . . . .
Alle,
junge, j ü n g s t e
Landsleute
Hausnummer 332. Endlose S t r a ß e n gibt es
hier im Ruhrgebiet, S t r a ß e n , die mitunter von
einer Stadt i n die andere führen, wobei man
die Stadtgrenze nicht erkennt. So reist man in
der S t r a ß e n b a h n v o n Stadt z u Stadt; d r ü b e n in
Düsseldorf gibt es sogar S t r a ß e n b a h n e n mit
Speisewagen.
Nummer 332 wohnt unser Landsmann, v o n
dem w i r h ö r t e n , d a ß er sich ein H ä u s c h e n gebaut hat. W i r stehen davor und sind etwas
e n t t ä u s c h t : das H ä u s c h e n ist eine m e h r s t ö c k i g e
Ruine. Im obersten Stock sieht man noch durch
die F e n s t e r h ö h l e n den Himmel, aber im Erdgeschoß
wohnt Leben hinter Gardinen
und
Blumen.
W i r dürfen freilich nicht vergessen, d a ß man
hier anders ü b e r Ruinen denkt
als i n N o r d deutschland. In Hamburg zum Beispiel pflegt
man die Ruinen a b z u r e i ß e n und lieber v o n
grund auf neu zu bauen. A b e r das h ä n g t damit
zusammen,
d a ß das Ruhrgebiet
Menschen
braucht und mit aller Kraft bestrebt ist, Unterk ü n f t e für sie z u schaffen, w ä h r e n d man im
Norden
froh w ä r e ,
Menschen abgeben zu
können.
G e w i ß , das sollte den N o r d e n nicht
hindern, ebenfalls jede denkbare Anstrengung
z u machen,
um seine Barackenbewohner z u
e r l ö s e n . U n d doch ist der Unterschied offensichtlich.
Natürlich
erheben
sich auch i n
Bochum
neue Siedlungen
und Wohnblocks.
A b e r man nutzt hier erfinderischer auch das
letzte G e m ä u e r aus, das noch hält.
In den Zimmern freilich
merkt man nicht,
d a ß man i n einem ausgebombten Hause steht,
das noch ohne Dach ist, u n d bewundert den
M a n n , der es zum g r ö ß t e n T e i l mit eigenen
H ä n d e neu errichtet und eingerichtet hat.
Die
in
Bochum
Unermüdlichen
Paul Z y w i n a ist eben v o n der A r b e i t gekommen, als w i r ihn besuchen.
Der m u s k u l ö s e
Neidenburger zeigt keine Spur von E r m ü d u n g
nach a c h t s t ü n d i g e r A r b e i t unter Tage. Er wird
jetzt essen
und dann sofort wieder an die
A r b e i t gehen:
an sein Haus.
Ostpreußische
Gastfreundschaft schafft eine herzliche Atmosp h ä r e in wenigen Minuten. W i r brauchen den
Hausherrn und seine Frau nicht zum E r z ä h l e n
zu ermuntern. U n d s p ä t e r finden sich auf dem
Hof nach und nach die anderen Hausbewohner
ein u n d v o r allem eine g r o ß e Kinderschar v o n
fünf
Neidenburger Familien,
die alle bei
Z y w i n a untergekommen sind
1945 kam er zu seinem Bruder ins Ruhrgebiet, der schon seit vierzig Jahren hier lebt.
Viele
Ostpreußen
der
Einwanderungswelle
nach der V e r t r e i b u n g wurden so v o n Freunden u n d V e r w a n d t e n nachgezogen. M a n n und
Frau w a r e n durch die Kriegsereignisse getrennt
worden. Sie entging i n Soldau nur mit knapper
Not den Russen und fiel ihnen dann in Pommern doch noch in die H ä n d e ,
Unbeschreibliche Szenen m u ß t e sie sehen
u n d erleben.
Zurück ging es n a d i A l l e n s t e i n .
Sie w e i ß zu
berichten v o n den Wochen, i n denen alle verbliebenen Einwohner ihre G r u n d s t ü c k e verlassen m u ß t e n : als sie wiederkamen, war mit
der letzten G r ü n d l i c h k e i t g e p l ü n d e r t worden.
G ü t e r und Höfe waren so v o l l s t ä n d i g ausger ä u b e r t , d a ß an eine W e i t e r f ü h r u n g der W i r t schaft nicht zu denken war. Das war der Beginn jener V e r ö d u n g der o s t p r e u ß i s c h e n Felder, die heute noch andauert. A u c h das Grundstück der Z y w i n a s ist nicht verschont geblie-
Aufn.: C. Katschinski
Auf dem Feld der Ostpreuße
Zwischen den rauchenden
getrieben, als man denkt.
daß wir auch hier einen
kamen aus Masuren;
Schloten der Werke wird im Ruhrgebiet
mehr
Landwirtschaft
Als diese Aufnahme schon gemacht war, erfuhren wir erst,
Landsmann
gefunden hatten. Wolinski
heißt er, seine
Eltern
aber auch er lühlt sich dem Ursprungsland
verbunden
die sie aufnahmen, a l l e s N e i d e n b u r g e r . D i e
P l ä n e für das obere S t o c k w e r k sind fertig. D e r
V o r w ä r t s d r a n g u n d der F l e i ß dieser M e n s c h e n
Schwerer
Entschluß
sind erstaunlich. Sie g ö n n e n sich k e i n e A t e m ehe nicht e i n neuer Lebensstand erSie k a m e n als L a n d w i r t e und arbeiteten z w e i pause,
Jahre bei einem w e s t f ä l i s c h e n Bauern. Z y w i n a reicht ist, der dem in der H e i m a t g e i ü h r t e n
sah, d a ß er so nicht v o r w ä r t s kam, und ent- a n n ä h e r n d entspridit.
Indessen ist auf dem Hof e i n g r o ß e s H a i l o h
schloß sich, in die Zeche zu gehen. E i n harter
Entschluß für einen Menschen, der es g e w ö h n t im Gange. Die Kinderschar s o l l fotographiert
die M ü t t e r sehen l ä c h e l n d aus den
ist, den H i m m e l ü b e r sich zu haben. Z y w i n a werden,
hat die
schweie Umstellung k ö r p e r l i c h ge- Fenstern, im A n b a u lehnt der G r o ß v a t e r auf
u n d der E n k e l sieht i h m
schafft.
A b e r immer noch fühlt er sich nicht der Fensterbank,
heimisch in seiner T ä t i g k e i t . Die vielen alten genau die M i e n e und H a l t u n g ab u n d lehnt
Paul Z y w i n a eilt h i n u n d her u n d
und neuen O s t p r e u ß e n auf der Zeche Konstan- daneben.
mit
schallender
tin,
mit denen man sich
sehr gut vertrug, regiert sein k l e i n e n V o l k
U n d unter Lachen und W i n k e n u n d
gaben Rückhalt.
M i t den Westfalen, sagt er, Stimme.
mit v i e l e n guten W ü n s d i e n
beladen
ziehen
ist es z u n ä c h s t nicht immer so gut gegangen.
Eines Tages hatte man es
mit ä u ß e r s t e r w i r ab.
Der gewohnte K i n d e r r e i c h t u m der O s t p r e u Sparsamkeit so weit gebracht, das T r ü m m e r g r u n d s t ü c k kaufen zu k ö n n e n .
Das M a u e r - ß e n lebt auch unter den rauchigen H i m m e l n
w e r k war noch intakt. M a n n und Frau gingen des Ruhrgebietes weiter. D a ist eine k l e i n e
mit Ausdauer an die A r b e i t .
In K e l l e r und Stadt heller S i e d l u n g s h ä u s e r , e i n w e n i g nackt
Erdgeschoß
und in einem A n b a u
auf dem und e i n f ö r m i g aufgereiht i n der erst neu bedoch mit freundkleinen Hoi wohnen nun sie u n d ihre Landsleute, siedelten Stadtrandgegend,
lichen W o h n u n g e n . Trupps v o n K i n d e r n spielen auf der neuen S t r a ß e mit R o l l e r und M u r meln und K i n d e r w a g e n ,
und
der Fotograf
zieht nach fünf M i n u t e n wie der R a t t e n f ä n g e r
v o n H a m e l n einher D a sind e i n paar frische
Jungen.
ben. Nach Potsdam gelang es der F r a u , die
Entlassung zu e r w i r k e n .
Die Ruine wird zum Heim
Bergmann Zywina in Bochum, früher Bauer bei Neidenburg,
hat Grund, mit Stolz von
der Treppe des Hauses dem Besucher entgegenzusehen.
In ein paar Jahren hat er es
soweit gebracht, das Ruinengrundstück
zu kaulen, dessen Mauern intakt waren, und mit
eigener Hönde Arbeit soweit bewohnbar zu machen, daß er mehrere Neidenburger
Landsleute mit ihren Famiben aulnehmen konnte. Einmal wird man dem Haus nicht m-h' ansehen, in welchem Zustand der neue Besitzer es erwarb
„ W o bist du her?", w i r d der B l o n d e gefragt,
der mit den A u g e n die K a m e r a nicht l o s l ä ß t .
„ V o m S ä c k h e i m " , sagt er stolz. N a also.
„Und du?"
Der andere ü b e r l e g t „ N a , aus O s t p r e u ß e n . "
„Und aus welcher G e g e n d ? "
Er denkt nach und sagt nichts. A b e r da geht
ein Geschrei los.
„Das w e i ß er nicht. O je,
der w e i ß
das
nicht."
U n d einer
schreit:
„Mensch, du bist doch aus A l l e n s t e i n ! "
W a n n er d e n n e i n B i l d bekomme, fragt der
A l l e n s t e i n e r . A m 10. M a i ? J a , er w e i ß , d a ß
dann v i e l e O s t p r e u ß e n nach Bochum k o m m e n .
A b e r er w i r d dann
nicht mehr
h i e r sein.
„ W i r gehen n ä m l i c h nach K a n a d a " , sagt er,
aber es scheint nicht, d a ß er sich sehr d a r ü b e r
freut. A u c h hier also suchen Landsleute d e n
A u s w e g jenseits der M e e r e . G e w i ß ist nicht
jedem der W e g in die S c h ä c h t e m ö g l i c h . A b e r
es ist doch ein seltsames G e ü h l , diesen aufgeweckten J u n g e n zu sehen, der jetzt noch so
schön K ö n i g s b e r g i s c h spricht
und in dreißig
Jahren
vielleicht \ nur noch e i n
mühsames
Deutsch h e r v o r b r i n g e n w i r d .
f
„Vom Sackheim"
seid ihr, Jungens?"
V o r einer neuen Stadtrat
" i g in Bochum treffen wir eine Schar von Kindern beim Spiel en. „Woher
Sackheim" kommt sofort die Antwort. Fast alle stammen sie aus Ostpreußen
und sollen hier wieder Luit und Licht und
Wohnung
finden
— „Na, vom
menschenwürdige
Pflüger und
Kirche
Die Sonne durchleuchtet die w e i ß e n Dampfschwaden, die v o n den A n l a g e n eines W e r k e t
Jahrgang 4 / Folge 13
aufsteigen.
Sie stehen
strahlend
ü b e r der
schwarzen Silhouette der T ü r m e und Schlote.
D a v o r aber breitet sich ein g r o ß e r A c k e r aus,
seltsam f r ü h l i n g s h e l l :m durchleuchteten Dunst,
u n d ü b e r ihn zieht langsam ein Gespann. Ja,
auch hier w i r d g e s ä t und geerntet. A b e r irgend
etwas v e r m i s s e n w i r a n dieser Landwirtschaft,
etwas ist fremd. Die Stille fehlt. Die S t r a ß e n bahn rasselt zwischen den Feldern. Nirgends
ist der Horizont frei. A m Tage gibt es eigentlich keinen Fleck, auf dem man allein und
ungesehen ist.
Die beiden M ä n n e r
hinter
den Pferden
haben
uns gesehen
und
kommen
heran.
Freundliche B e g r ü ß u n g und Unterhaltung. Der
ä l t e r e hat bemerkt, d a ß fotographiert wurde,
und m ö c h t e ein B i l d haben.
W i r notieren die
Adresse. W a l t e r W o l i n s k i , Bochum 5 . . .
W o l i n s k i ? A b e r u n v e r k e n n b a r ist doch die
w e s t f ä l i s c h e Aussprache. „Sind Sie eigentlich
v o n hier?"
Er lacht.
N e i n , ja, eigentlich sei er Ostp r e u ß e : seine Eltern kamen einmal v o l l dort
her. A u s N e i d e n b u r g .
„ G e h ö r t Ihnen das Feld?"
Es g e h ö r t einer Z i e g e l e i , für die er arbeitet.
Und dann kommt das Ueberraschende: „Mit
der Landwirtschaft ist das hier nicht w i e bei
uns", sagt er bedauernd, immer in der K l a n g farbe der Einheimischen. „Da m ü s s e n die Westfälinger noch was lernen, w o l l ? "
Da hast du also, lieber Landsmann, k l a r entschieden, d a ß „bei uns" eben O s t p r e u ß e n ist,
auch für dich, der du hier geboren bist und
schon ein halbes Leben verbracht hast. Das
ist in O r d n u n g , und w i r haben verstanden. Die
A n h ä n g l i c h k e i t , die so z ä h ist, ist unser K a pital. Sie k a n n nicht unbelohnt bleiben.
Das ist eine lange Geschichte, das Geschick
der O s t p r e u ß e n in diesem Land, das ihnen so
fremd i s t ' u n d v o n dem sie sich so v i e l in
Jahrzehnten
angeeignet haben.
D i e Kirche
d r ü b e n am Stadtrand e r z ä h l t auch d a v o n . Sie
w i r d heute noch vielfach O s t p r e u ß e n genannt,
w e i l ihre Gemeinde einst sich aus O s t p r e u ß e n
g r ü n d e t e . Diese Gemeinde ist verstreut. S ö h n e
jener alten Einwanderer finden w i r vielleicht
noch auf den Zechen, vielleicht aber auch in
den G e s c h ä f t e n
u n d selbst in den Rathausz i m m e r n der Stadt. A b e r auch für v i e l e v o n
ihnen ist „Bei uns" immer noch das Land im
Nordosten,
w i e für den Pflüger unter den
Schloten der Zeche.
ski
Lebendige
L a n d s l e u t e
D i e Stadt, die sich dazu e n t s c h l o ß , w a r sich
d a r ü b e r k l a r , d a ß ihr V e r s u c h nicht eine freundschaftliche Geste b l e i b e n durfte. D a z u w a r e n
nicht nur Ruf und geistige A u s s t r a h l u n g K ö nigsbergs, dazu w a r auch Z a h l und Bedeutung
der jetzt (etwa) noch lebenden 200 000 K ö n i g s berger z u g r o ß .
Im A p r i l 1952 richtete die Stadt D u i s b u r g ein
hauptamtlich besetztes A r b e i t s g e b i e t für K ö nigsberg ein. In Zusammenarbeit mit der K r e i s vertretung
der
Königsberger
unter K o n s u l
B i e s k e wurde die erste g r o ß e Gelegenheit z u
einer Gemeinschaftslcistung deT Duisburger für
die K ö n i g s b e r g e r ergriffen: das g r o ß e K ö n i g s berger Heimattreffen v o m 7. September 1952
Der k u l t u r e l l e n Bedeutung K ö n i g s b e r g s ist
sich D u i s b u r g besonders b e w u ß t .
A u s einer
A u s s t e l l u n g ' o s t p r e u ß i s c h e r und v o r a l l e m Kö-
V i e l e s hat sich gewandelt, seit die Masse
der O s t p r e u ß e n durch den Zusammenbruch in
den N o r d e n und Nordwesten des Bundssgfcbetes geworfen wurda. Seit Jahren treibt der
W i l l e zur Arbeit, sie um. Jeder W e g wurde gegangen, wenn er nur aus dem Massenlager und
aus der A r b e i t s l o s i g k e i t an einen Platz führte,
wo der Men?ch se'ne Kräfte regen, wo er
schaffen, w o er um eine neue Zukunft ringen
konnte.
Je mehr' die Jahre dahingingen, um so h ä u figer klangen an das O h r die breiten behaglichen Laute der heimatlichen Mundart auf al'en
W e g e n durch Deutschland. H ö r t e man sie, so
wurde Heimat lebendig. Nicht nur in der Erinnerung, sondern oft — so oft — augenblicklich
in gegenseitigem T u n . . . Eine ganze Kette von
Erinnerungen taucht auf.
*
Selbst auf der A u t o b a h n standen g r o ß e
blanke Pfützen Es goß mit Eimern. K a l t e N ä s s e
machte auch den geschlossenen W a g e n unbehaglich. Erst recht, als der W a g e n nach U l m
die g r o ß e S t r a ß e v e r l i e ß , war die fremde Landschaft ablehnend. A b e r an der Tankstelle ließ
sich ein junger frischer T a n k w a r t durch den s t r ö menden Rec;en nicht verprellen. Er pflegte d~n
W a g e n und die Scheibe vorn nun erst recht,
um die Fahrer im schlechten Wetter gut zu versorgen. Durch das- offene Fenster k'angen auf
einmal unverkennbare
ostpreußische
Laute:
„ W i r sind doch Landsleuie?" „ W e n n S1p am
O s t p r e u ß e n sind, g e w i ß " . A u s der Heilsberr-er
G e g e n d stammte er. Seine ungebrochene. Gesundheit hatte er z u n ä c h s t eingesetzt, um aus
dem festgefahrenen N o r d e n in das beweglichere
und bewegtere T r e i b e n im S ü d e n zu wandern.
Den ersten. A r b e i t s p l a t z erarbeitete er sich d u c h
F l e i ß u n d Treue als eine neue Heimat. N u n
gestattete ihm nach nur wenigen Jahren seine
gesicherte S t e l l u n g im Beruf das eigene H ä u s chen, das Z i e l aller V e r t r i e b e n e n , ernsthaft zu
planen, mit dem Erfolg der eigenen A r b e i t und
dem V e r t r a u e n seines Arbeitgebers. V o l l e r
guteT Zuversicht schuf er mitten im unbehaglichen, ja drohenden W e t t e r einen freundlichen
Lichtblick b e g r ü n d e t e r Hoffnung und mensch-
Patenschaft
nigsberger Literatur a n l ä ß l i c h jenes Treffens,
die v o n der Duisburger S t a d t b ü c h e r e i gezeigt
wurde, entwickelte sich eine fortlaufende
besondere Pflege des K ö n i g s b e r g e r Schrifttums in
der B i b l i o t h e k . A u c h das Schulamt gab dem U n terricht ü b e r K ö n i g s b e r g besonderen Raum und
sorgt für Lehrmaterial. Eine kurze und billige
„Geschichte der Stadt K ö n i g s b e r g " gibt die
Grundlage.
Auch
ein Gedichtband W a l t e r
Schettlers fehlt in keiner Schule. Das Duisburger Stadtarchiv hat sich der Sammlung K ö n i g s berger S t ü c k e besonders gewidmet, wobei sich
besonders fruchtbare Beziehungen zu dem letzten
Leiter des K ö n i g s b e r g e r Stadtarchivs u n d Stadtgeschichtlichen M u s e u m s entwickelten. Das V e r messungsamt
schließlich hilft immer wieder
durch die H e r s t e l l u n g von fotografischen Rep r o d u k t i o n e n einzelner geretteter Sammlungss t ü c k e in Privathand, die Sammlungen zu vergrößern.
Lebhaft entwickelte sich eine Beratung der
K ö n i g s b e r g e r , sei es seitens der Wirtschaftswerbung fÜT Gewerbetreibende, sei es seitens
des Arbeitsamtes für Stellensuchende. Das J u gendamt konnte die Betreuung einiger K ö n i g s berger V o l l w a i s e n ü b e r n e h m e n , die in ein Duisburger K i n d e r - oder Jugendheim aufgenommen
wurden u n d eine Berufsausbildung erhalten.
Bei a l l e n K ö n i g s b e r g e r n bekannt wurde rasch
die „ A u s k u n f t s s t e l l e K ö n i g s b e r g " , die mit einer
s t ä n d i g wachsenden K a r t e i die Adressen der
K ö n i g s b e r g e r sammelt und die heute so unentbehrlichen S u c h a u s k ü n f t e gibt. Nach einem
A d r e ß b u c h v o n 1941 k ö n n e n B e s t ä t i g u n g e n für
Schadensanmeldung, Lastenausgleich usw. gegeben werden, w ä h r e n d ein besonderes M e r k -
in
allen
Punkten
/
ü be r a
-
Die Königsberger Fahne weht auf dem Duisburger Rathaus
Z u d e n besten Zeichen dafür, d a ß unsere
Sache a l l m ä h l i c h A n l i e g e n a l l e r Deutschen wird,
g e h ö r e n die Patenschaften, die v o n westdeutschen S t ä d t e n oder K r e i s e n für o s t p r e u ß i s c h e
S t ä d t e und Krei9e ü b e r n o m m e n worden sind.
N i c h t immer war klar, welche A u f g a b e n sich mit
einer solchen Patenschaft verbinden. W u r d e n
v o n der Patenstadt geldliche A u f w e n d u n g e n erwartet, die sie b e i m besten W i l l e n nicht leisten
konnte? W e n n nein, b l i e b dann die Patenschaft
nicht eine b l o ß e F l o s k e l , eine leere Geste ohne
w i r k l i c h e n Sinn? Es g e h ö r t M u t dazu, bei dieser
U n k l a r h e i t eine Patenschaft z u ü b e r n e h m e n und
einen W e g z u suchen-, der s i n n v o l l u n d beschreitbar ist. Besonderer M u t aber konnte
a l l e i n den E n t s c h l u ß hervorbringen, K ö n i g s b e r g ,
die v o l k r e i c h e Provinzhauptstadt,
in Patenschutz z u nehmen, w i e es D u i s b u r g getan hat.
5. Mai 1953 / Seite 11
Das Ostpreußenblatt
Von Staatssekretär Dr. Ottomar Schreiber
Ehrenpräsident der Landsmannschaft Ostpreußen
licher W ä r m e . Eine Zigarre für den Feierabend
war nur der Ausdruck einer rasch entstandsnen
und ohne viel W o r t e doch stark empfundenen
menschlichen Bindung zwischen Landsleuten
durch gemeinsame Heimat und gemeinsames
Schicksal.
Ein andermal führte der W e g unter strahlender Julisonne durch das Ruhrgebiet. A n einer
Autobushaltestelle stand ein Ehepaar und sah
die S t r a ß e entlang. A n h a l t e r ! Der gewohnte A n blick. A b e r in der H a l t u n g wurde etwas s p ü r bar, — eben H a l t u n g ! Nicht fordernd und aufdringlich, sondern höflich und ernst. H a l t e n !
„ U n s e r A u t o b u s ist ein paar M i n u t e n zu früh
durchgefahren.
Der n ä c h s t e fahrt erst nach
sieben Stunden." „Bitte, gerne." N a c h einigen
S ä t z e n : „ H ö r e n Sie, wiT sind doch beide aus
O s t p r e u ß e n ? " „ A b e r ja, g e w i ß . " E r war nach
ein'gen U m w e g e n in seiner V e r w a l t u n g d o d i
wieder untergekommen und hatte rasch die
Stellung erreicht, die er z u Hause inne hatte.
„ A b e r fremd bin ich doch geblieben unter den
Kameraden, ich b i n der einzige O s t p r e u ß e . "
„ H a b e n Sie hier geheiratet?" „Ja, aber zur Frau
ha 2 ich mir eine O s t p r e u ß i n gesucht. W i r
haben jetzt nur den Wunsch, gesund zu bleiben,
bis wir wieder, hoffentlich als die ersten, in die
Heimat versetzt werden." M i t einem herzhaften
H ä n d e d r u c k schieden w i r . Sie w i n k t e n noch
lange, w i r auch durch das Rückfenster. W i e d e r
ein O s t p r e u ß e , der mit dem neuen Leben fertig
wurde.
K
kleiner Betrieb leisten konnte. H e l l e r als jede
Frei de ü b e r den-gelungenen Einkauf war a m
beiden Seiten die eines Wiedersehens in heimatlicher Erinnerung.
W i r waren v i e l l ä n g e r als geplant in dem
Auffanglager
beschäftigt gewesen-", in Gern
F l ü c h t l i n g e ü b e r die Praxis der A f b e i t s v e r w a l tung des Nachbarlandes zu befragen waren. Der
Tag ging zur N e i g e , w i r hatten noch k e i n Z i m mer für die Nacht. Es war i n der für aas
Bodenseeufer so gesegneten Zeit der Hochflut
des Fremdenverkehrs. V o n Ort z u Ort nur v o l l
belegte Hotels und G a s t s t ä t t e n . W i r stellten
zu unserer V e r b l ü f f u n g wieder und wieder fest,
d a ß in k l e i n e n Orten keine Nachtglocke die
geschlossene T ü r der Herberge öffnete. Es wurae
Mitternacht, w i r wurden sehr m ü d e . Fast am
anderen Ende des Sees k a m plötzlich mein Fahrer mit allen M e r k m a l e n des Erfolgs aus einem
g r o ß e n H o t e l zurück, d a ß nach unseren so umfassenden Erfahrungen bis unter das Dach belegt
sein m u ß t e . Die L ö s u n g des R ä t s e l s : die H o t e l s e k r e t ä r i n , noch s p ä t an ihrer A r b e i t , hatte ihn
in seinem u n v e r f ä l s c h t e n O s t p r e u ß i s c h sofort
als Landsmann erkannt, und nun war jede Hilfe
selbstverständlich.
*
Nicht der Strand, Sonne und frohe Stunden führten uns nach Sylt, sondern ein unfreundlicher Herbsttag in das Lager der V e r t r i e benen. V o r k u r z e m waren v i e l e aus D ä n e m a r k
gekommen. Bei dem G a n g durch die Baracken
erkannten w i r uns als Landsleute. Einer war
mit seiner Frau dabei, das Bett umzustellen,
w e i l es gerad ü b e r dem Bett durch das Dach
durchregnete. „ W i r sind so froh, d a ß w i r aus
D ä n e m a r k wenigstens wieder in Deutschland
sind." „Ja, aber hier m u ß doch etwas geschehen, und das Dach und die W a n d zum
Nachbarraum sind unmöglich."
„ W i r richten
uns schon ein. A b e r , H e r r Doktor, wann werde
ich wieder A r b e i t kriegen?" Er war Kraftfahrer
u n d litt an den F o l g e n eines Schulterschusses.
A b e r alle U n b i l l
war gering für i h n ; er
w ü n s c h t e sich nur die Aussicht auf A r b e i t . Er
w u ß t e , der M a n n ist so v i e l wert, wie er schafft.
A m R h e i n führt die S t r a ß e so dicht an die
Rebenbercre, daß man die Ranken fast mit der
H a n d greifen kann. M a n h ö r t die Arbeitenden
reden, Venn sie in der untersten Reihe schatten. Unerwarteter als irgendwo sonst k l i n g e n
gerade hier o s t p r e u ß i s c h e Laute ans Ohr. Und
doch: der hier mit den H ä n d e n werkte, hatte
zu Hause Pferde und Hirsche gezüchtet. Eine
D e r n ä c h s t e M o r g e n bescherte die zweite Begegnung: Der o st p r e u ß i s c h e Inhaber eines V e r kaufsstandes beurteilte die Wirtschaftslage su:
„ M e n t h , w e n n Du Dich hier einmal umdrehst,
hast D u schon G e l d verdient!"
In einem sehr s c h ö n e n S t ä d t c h e n am ObeTrhein b e g r ü ß t e mich ein gewandter
junger
Landsmann. „ W i e fühlen Sie sich hier, so weit
w e g v o n der Heimat und v o n ihren Landsleuten?" „ W i s s e n Sie, ich bin Elektrotechniker,
arbeite d r ü b e n i n der Schweiz und wohne hier.
W e n n meine Frau und ich gesund bleiben, dann
w e i ß ich, d a ß es immer weiter a u f w ä r t s gehen
w i r d . M i c h brauchen sie dringend. Ich m u ß doch
was wert sein. — G e w i ß , es sind wenig Ostp r e u ß e n hier. A b e r w i r haben unser Ostpreußenblatt."
*
In der Hauptstadt eines Bundeslandes werden
Siedlungswohnungen gleich fertig eingerichtet
und zwar sehr schön. N a t ü r l i c h m ü s s e n a u ß e r
der M i e t e die A b z a h l u n g e n für die M ö b e l geleistet werden. W e r den V e r t r a g eingehen w i l l ,
m u ß nicht nur seines Verdienstes sicher se'n,
sondern auch einen eisernen W i l l e n zum Sparen
haben. Im ersten Hause in der ersten W o h n u n g
ein O s t p r e u ß e mit einer F r a u aus O s t p r e u ß e n :
„Die M i e t e bringe ich auf. Die A b z a h l u n g e n
haben w i r genau durchgerechnet;
mewe^ifrniMiKflt
w i r d sie; aus dem Wirtschaftsgeld ersparen. W i r
werden es die paar Jahre durchhalten, die. . d ^ s ^ ^
A b z a h l e n dauert."
A l t e Freunde wollten w i r k u r z wiedersehen,
w e i l der W e g nach H a m b u r g nur eine V i e r t e l stunde weit v o r b e i f ü h r t e . M e i n e Frau wollte
auf einen B l u m e n g r u ß nicht verzichten. Es war
aber schon spät. Die L ä d e n lagen d u n k e l . E i n
Versruch aufs G e r a t e w o h l an der H a u s t ü r e neben dem Blumenfenster führte sozusagen in d'ie
A r m e einer o s t p r e u ß i s c h e n G ä r t n e r i n . Nach
Schwierigkeiten im A n f a n g hatte sie sich durchgesetzt, war mit Umsatz und Ertrag zufrieden.
Sie setzte ihren Stolz darein, zu zeigen, was ihr
W e n n man gar N a m e n nennen wollte, welche
stattliche Reihe w ü r d e das geben! W i e v i e l ostp r e u ß i s c h e Arbeitskraft ist am W e r k , ü h s e r h ;
Staat wieder auf zubauen! A b e r unmittelbarer,
meine ich, sprechen jene Namenlosen. Ich konnte
sie buchstäblich in diesen Jahren an der S t r a ß e
auflesen und immer wieder feststellen: sie trugen den Kopf hoch, sie waren ungebrochen, sie
waren bereit zur A r b e i t und zur Leistung, sie
waren v o l l Zuversicht, sie w ü r d e n es schaffen.
U n d sie aWe v e r s p ü r t e n im Landsmann den besonders verbundenen Menschen, dem sie weit
das Herz öffneten, H a n d und Hilfe boten und
mit dem sie sich in gemeinsamer Hoffnung und
Zuversicht fanden.
Die Landsmannschaft ruht in starken Kräften
der Seele, w o h l den s t ä r k s t e n , die jetzt in der
V e r t r e i b u n g .unter uns lebendig sind, Sie werden
den T a g v o n B o c h u m gestalten.
,
blatt Aufschluß ü b e r den V e r b l e i b der K ö n i g s berger B e h ö r d e n , Betriebe, Archive, A k t e n usw.
gibt. Rege Beziehungen zu den Beamten der
ehmaligen K ö n i g s b e r g e r Stadtverwaltung
und
u n e r m ü d l i c h gesammelte Informationen und U n terlagen aus allen erreichbaren Q u e l l e n sind
Grundlage v i e l e r Nachweise und A u s k ü n f t e .
Dieser ganze komplizierte Auskunfts-Apparat
ist bereits zu einer wesentlichen Hilfe für die
K ö n i g s b e r g e r KTeisgemeinschaft geworden. Die
Zusammenarbeit mit dem O s t p r e u ß e n b l a t t erwies sich als besonders fruchtbar.
Es ist also nicht dabei geblieben, daß die Königsberger Fahne neben der Duisburger auf dem
Rathaus weht. Das erste Jahr zeigte, d a ß die
Patenstadt d u r c h f ü h r b a r e Autgaben erkannte
und anpackte. Duisburg hat den W i l l e n , den
K ö n i g s b e r g e r n zumal ein geistiger und kultureller Sammelpunkt z u werden und ist mit Tatkraft auf dem Wege.
—ch—
Hiebt "e Frau und eine blüherde Kinderschar
brachten ihm jetzt die Freude in da? harte Leben,
d'e immer wieder aufrichte'.. D ? unbeirrbare
Hoffnung auf die Heimat trug er in sich als unversiegbare Q u e l l e der Kraft.
m o d e r n e r
W ä s c h e p f l e g e
u
X
g r o ß e
Waschkraft
X
optimaler W e i ß - E f f e k t
in den Henkel-Laboratorien
X
hohe W ä s c h e s c h o n u n g
gaben Persil
X
hygienische
Wirksamkeit
mit Persii w a s c h e n Sie
49 Jahre Forschungsarbeit
seine heutige Vollendung
-^Sl^^(JiA^)^€f
i^V
Das Ruhrgebiet ist r ä u m l i c h nicht fest abzugrenzen. Der Sprachgebrauch im V o l k e u n d auch
die Anschauungen i m öffentlichen Leben (Verwaltung, Wirtschaft, V e r k e h r ) nehmen jeweils
einen anders begrenzten Raum a n . F ü r das
Volksleben
wird
man zweckmäßigerweise
zwei
Räume
unterscheiden:
das
eigentliche Ruhrrevier, das v o n etwa K a m e n
(östlich von Dortmund) bis a n den Rhein i m
Westen, von den H ö h e n gleich südlich der Ruhr
bis zur Lippe reicht, daneben e i n weiteres (und
j ü n g e r e s ) Ruhrgebiet, z u dem noch der Raum
zwischen Dortmund u n d H a m m u n d insbesondere auf der l i n k e n Rheinseite die Gegend v o n
Moers g e h ö r e n . D e r G r u n d für d i e Unterscheidung ist ein geschichtlicher; denn dieses engere
Ruhrgebiet ist in e i n e m Entwicklungsgang
durch den Ausbau der Industrie v o n S ü d e n
n a c h N o r d e n entstanden. S p ä t e r erst haben
sich Ausweitungen nach 09ten u n d insbesondere nach Westen hinzugesellt. F ü r den erstgenannten T e i l w i r d man z w e c k m ä ß i g e T w e i s e
den Ausdruck „ R u h r g e b i e t " als den besten
behalten; der erweiterte Raum w ä r e vielleicht
als „ R h e i n i s c h - w e s t f ä l i s c h e s I n d u s t r i e g e b i e t " zu bezeichnen.
Die Gründe
für diese Unterscheidung k ö n n e n hier nicht erö r t e r t werden, uns geht es um andere Fragen.
Es versteht sich beinahe v o n selbst, daß die
ü b e r v i e r M i l l i o n e n M e n s c h e n , die
in diesem engen Ruhrgebiet heute leben, nicht
schlechtweg die Nachkommen jeneT Bauernfamilien sarn können, die u m 1800 hier a n s ä s s i g
waren. G e w i ß ist der g r ö ß t e T e i l ihrer Nachk o m m e n heute noch i n diesem Industrievolk
zu finden, aber Lebenszuschnitt u n d Geisteshaltung* sind nicht mehr die einer B a u e r n b e v ö l kerung, sondern d i e einer hochindustriellen
Daseinsform. W e n n eben d i e V o l k s z a h l heute
so ungeheuer g r o ß ist, erhebt sich die Frage,
wie denn dieses dicht g e d r ä n g t lebende V o l k
zusammengekommen ist. Dabei ist allgemein
bekannt, d a ß Zuwanderung und fortschreitende
V e r m e h r u n g deT Zugewanderten u n d A l t e i n gesessenen die Ursache sind. D i e Frage ist
dann, w o h e r diese F a m i l i e n stammen u n d
was etwa die M i s c h u n g nach der Herkunft für
das Ganze bedeutet. A u f diese Frage soll hier
eine in den G r u n d z ü g e n zutreffende, für die
A l l t a g s p r a x i s e r f a h r u n g s g e m ä ß brauchbare Darstellung gegeben werden.
Aus
den vier
R u h r g e b i e t
u n d
R u h r v o l k
Von Dr. Wilhelm Brepohl
l i c h e r O r d n u n g darstellen. Dieses R e v i e r
hat sich n ä m l i c h i m a l l m ä h l i c h e n Fortschreiten
der Industrie v o n S ü d e n nach N o r d e n aufgebaut. Dabei k a n n man, ohne g r o ß e Schwierigkeiten fünf Zonen herausstellen, die i n ihrem
Aufbau
Charakter verschieden sind. In Jeder Zone hat
von
erstaunlicher
Ordnung
die Wirbschaft ihre eigene Struktur, hat das
Die Zuwanderung, deren Ausgangsgebiete wir Siedlungsbild sein ganz bestimmtes Aussehen,
bereits nannten, hat sich n u n k e i n e s w e g s hat der Menschenschlag i n seinem V o l k s t u m
Ausp l a n l o s und ungeordnet im werdenden Indu- eine gewisse, n u r hier anzutreffende
striegebiet niedergelassen. D i e gern vertretene p r ä g u n g .
Diese f ü n f Z o n e n 9ind i m W e c h s e l charakAuffassung, d a ß diese A u f b a u g e s c h i c h t e
des
R u h r v o l k s chaotisch gewesen sei, terisiert jeweils durch einen Fluß oder durch
läßt sich, wenn man tiefer i n die Einzelheiten einen H ö h e n z u g . D i e A u s d e h n u n g a l l e r fünf
eindringt, nicht aufrechterhalten.
Der volks- Zonen geht i m allgemeinen v o n O s t e n
Westen
mit einer geringen A b m ä ß i g e Aufbau des Ruhrgebiets war keines- n a c h
wegs chaotisch und nicht v o n irgendwelchen weichung nach S ü d w e s t e n . Dabei folgen die
Zufälligkeiten bestimmt, sondern hat v i e l mehr Zonen i n ihrer Orientierung genau der unterStruktur u n d innere Ordnung, als gemeinhin irdischen Lagerung der K o h l e ; und die K o h l e
angenommen wird. Es ist v o n entscheidender ist d i e erste u n d ausschlaggebende Kraft, die
Wichtigkeit für die Bewertung des Ruhrgebiets der Landschaft, der Siedlung, dem Menschenals Industrieraum und für die Beurteilung seiner schlag eine A r t Gesetz gibt. Das Eisen, obgleich
B e v ö l k e r u n g , dies mit a l l e m Nachdruck b e w u ß t es u r s p r ü n g l i c h in den Niederungsgebieten der
F l ü s s e gelegentlich zu finden w a r , ist nicht so
zu machen.
So wenig w i e die Zugewanderten von ü b e r - standortgebunden w i e d i e K o h l e . D a r u m hat
all hergekommen sind, so wenig haben sie sich sich die Eisenindustrie nicht durch geologische,
ungeordnet i n einem planlosen Durcheinander sondern durch geschichtliche und verkehrsim
Industriegebiet niedergelassen. Ohne der geographische G e s e t z m ä ß i g k e i t e n i n den R a u m
geschichtlichen Entwicklung Gewalt anzutun, eingefügt u n d verfestigt.
k ö n n e n w i r den Aufbau dieser B e v ö l k e r u n g
J e d e der fünf Z o n e n hat v o n ihrer Anfangsals einen P r o z e ß v o n f a s t
e r s t a u n - zeit her eine b e s t i m m t e P r ä g u n g , die
Westdeutsche nicht bereitfanden u n d sich mit
einer gewissen Isolierung abfinden, d i e erst
nach V e r l a u f v o n etwa drei Generationen ausgeglichen ist.
Ostprovinzen
Es ist n i c h t angebracht, m i t einer g r o ß e n
Handbewegung zu sagen: Sie sind v o n ü b e r a l l h e r gekommen. Denn das stimmt nicht; sie
s i n d nur aus ganz bestimmten Landschaften gekommen, und aus anderen Landschaften fehlen
A n g e h ö r i g e im R u h r v o l k so gut wie ganz. Berliner etwa haben Seltenheitswert, d. h., aus Berliner Familien hervorgegangene Berliner, nicht
Zugewanderte. A u c h Niedersachsen aus O l d e n burg sind selten, seltener noch als F a m i l i e n aus
Oberbayern. Dagegen s i n d (etwa 1830 beginnend)
die d r e i
Westprovinzen
Westfalen, Rheinland und Hessen
a u ß e r o r d e n t l i c h stark vertreten, und der A n t e i l
der aus den vier Ostprovinzen S c h l e s i e n ,
Posen, W e s t p r e u ß e n und Ostpreußen
ist kaum geringer; ihr Zustrom begann gegen 1800! Durch diese eigenartige M i s c h u n g von
A n g e h ö r i g e n der drei W e s t p r o v i n z e n u n d der
vier Ostprovinzen ist eigentlich das ganze Ruhrv o l k entstanden.
Es m u ß aber nachdrücklich mit Bezug auf die
innere Struktur und Stimmung des deutschen
V o l k e s gesagt werden, d a ß i n der E i n stellung von Ost und West zueina n d e r gewisse Unterschiede bestanden haben.
W e n n es stimmt, d a ß der rheinisch-westfälische
Mensch in Schlesien nicht als fremd empfunden
worden ist, so hat umgekehrt der Schlesier im
rheinisch-westfälischen
Raum
eine
gewisse
Fremdheit ertragen m ü s s e n . D i e Ursache für
diese unterschiedliche Einstellung m u ß darin
liegen, d a ß in manchen T e i l e n der v i e r Ostprovinzen. insbesondere
i n Schlesien, eine
g r ö ß e r e Aufgeschlossenheit und U m g ä n g l i c h k e i t
herrschte, die es einem Stockschlesier in der
Heimat möglich machte, mit einem „ W e s t fälinger" zurechtzukommen. Umgekehrt haben
die Westfalen in ihrer eigenen Heimat eine
solche v o m S e l b s t b e w u ß t s e i n getragene H a l tung, d a ß sie aus dem Osten Zugezogene eher
ablehnen als annehmen.
Diesem Sachverhalt entspricht es, d a ß die aus
dem Osten zugezogenen jungen Menschen i n
den e r s t e n J a h r z e h t e n des Ruhrgebiets
es hieT k e i n e s w e g s l e i c h t gehabt haben.
Sie m u ß t e n die Stellen übernehmen, für di« sich
auch durch die s p ä t e r e E n t w i c k l u n g nicht ganz
befe.t.gt w o r d e n ist. V o n d e r menschlichen
Seite her gesehen, bedeutet dies daß je nach
de Wirtschaftsstruktur auch d i e M e n s c h e n v e r schieden sind. W e r das R e v i e r kennt, w e i ß u m
aen Unterschied z w i s c h e n den / A w e i f a l l i g «
Bergleuten i m Gegensatz z u d e n wacheren,
a k t i v e n , gleichsam m o d e r n e r e n E
'
i\
Die Ruhrzone a l s d i e ä l t e s t e Z o n e des R u h r gebiets ist die s ü d l i c h s t e ; der g r ö ß e r e T e i l d a von
liegt noch s ü d l i c h des F l u ß t a l e s u n d reicht
von
N o r d e n her b i s k u r z v o r G e v e l s b e r g u n d
Schwelm. I n diesen G e g e n d e n w a r schon v o r
dem 18. J a h r h u n d e r t e i n l e i d l i c h
*
!;
s e l b s t v e r s t ä n d l i c h a l t m o d i s c h e r u n d technisch
einfacher B e r g b a u beheimatet. D i e B e r g m a n n e x
w a r e n g l e i c h z e i t i g B a u e r n oder K o t t e r , (Instleute, w ü r d e m a n i n O s t p r e u ß e n sagen) b e trieben a l s o d e n K o h l e n a b b a u i m G r u n d e n u r
in der Zeit, d i e für sie frei v o n B a u e r a r b e i t
war. Es handelt sich u m a l t e i n g e s e s s e n e F a m i lien, die heute noch auf d e n k l e i n e n B e s i t z u n gen leben, e i n k ö t t e r ä h n l i c h e s H a u s h a b e n u n d
etwas G a r t e n u n d A c k e r l a n d dazu. N o c h heute
ist dieses Gebiet landschaftlich freundlich u n d
abwechslungsreich; u n d d e r F r e m d e w i r d , w e n n
er durch dieses mit v i e l e n W ä l d e r n d u r c h s e t z t «
Gebiet fährt, nicht a u f den G e d a n k e n k o m m e n ,
daß
es sich hieT u m e i n altes B e r g b a u g e b i e t
handelt. D i e Zechen w a r e n u n d s i n d dort a u c h
heute noch mehr k l e i n . S i e h a b e n k e i n e t i e f e n
Schächte u n d f ö r d e r n k e i n e g r o ß e n M e n g e n
von K o h l e . Belegschaften v o n fünf oder z w a n z i g
M a n n s i n d nicht selten, sondern d i e R e g e l . H i e r '
ist der T y p u s zu Hause, den m a n i m L a n d e d e n
„ P r u m m e n k ö t t e r " nennt, a l s o d e r B e r g mann, der „ k r i s e n f e s t " ist, w e i l e r e i n e n k l e i n e n
Kotten sein E i g e n nennen k a n n . D a s s i n d
M ä n n e r , die auch i n wirtschaftlichen N o t z e i t e n
feststehen u n d die sich noch i m m e r v o n d e n
hochindustriellen Bergleuten d e r s p ä t e r e n G e biete g r ü n d l i c h unterscheiden. G r o ß e O r t e g i b t
es i n diesem R e v i e r nicht. D e r N a m e H a ß l i n g hausen spielt heute k e i n e g r o ß e R o l l e mehr,
obgleich dort e i n m a l d e r S c h w e r p u n k t des s ü d lichen K o h l e n b e r g b a u s war. Sonst sind h i e r n u r
die Orte bekannt, die u n m i t t e l b a r a n der R u h r
liegen. Ihre B e d e u t u n g w a r f r ü h e r e i n m a l , d a ß
die K o h l e i n W i t t e n oder i n H a t t i n g e n a u f
R u h r k ä n e v e r l a d e n wurde, d i e d a n n i n e i n e r
m ü h s a m e n Talfahrt v o n Schleuse z u S c h l e u s «
weitergebracht wurde, bis sie i n M ü l h e i m a n
den für die d a m a l i g e Zeit g r o ß e n U m l a d e h a f e n
kam, v o n dem aus sie a u f den R h e i n g e l a n g e n
konnten.
1
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Die
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Hellwegzone
Die
n ö r d l i c h e A b g r e n z u n g dieses
ältesten
Ruhrgebiets
lag a m A b h a n g des A r d e y Gebirges; weiter n ö r d l i c h d a v o n , a m H e l l w e g ,
breitete sich die Industrie erst au9, als neue
Wirtschaftsformen, eine neue G e s i n n u n g u n d
eine neue B e v ö l k e r u n g da waren. Diese n ä c h s t e
Etappe i m A u s b a u des Ruhrgebiets bezeichnen
wir nach der wichtigsten V e r k e h r s l i n i e a l s H e l l wegzone, in der die g r o ß e n S t ä d t e l a g e n : D o r t mund, das einst eine Hansestadt w a r ; Bochum,
das eTst durch die Industrie aus einer b ä u e r lichen Kleinstadt zu einer echten Stadt w u r d e »
Essen, das immer schon eine gewisse B e d e u t u n g
hatte; M u l h e i m , das durch seine Ruhrschiffahrt
und seine merkbaren B e z i e h u n g e n z u H o l l a n d
ein eigenes Gesicht hatte; und D u i s b u r g , das i n
seinem Lebensgesetz fast ganz v o m R h e i n h e r
bestimmt wurde. In der ö s t l i c h e n H ä l f t e dieser
SÄ!
u .
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nescbichtlich reicheren
Stad.e hat sich der Bergbau i n der neuen F o r m
des Tiefbaues angesiedelt. Er b l i e b aber nicht
allein. Die Eisenindustrie k a m dazu und brachte
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Umlauf dazu. In der H e l l w e g z o n e gab es d i e
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kapitalistis c h e n U n t e r n e h m u n g e n des Ruhrgebiets. D i e
Betriebe sind g r ö ß e r , die Zechen tiefer, die i r d u stnel.e L e i s t u n g intensiver. U n d a l l e S t ä d t e s i n d
durch g r o ß e W e r k e der E i s e n i n d u s t r i e besonders charakterisiert.
Die
Foto-Archiv Sozialforschungsstelle Dortmund
Hier wohnen Ostpreußen
Oben: Die Kolonie Lohrheide zwischen Gelsenkirchen
und Wattenscheid, eine der ältesten überhaupt.
Auflallend
wie bei vielen Kolonien, die großen üppigen
Gärten
hinter
den Häusern;
es folgen die Lauben und die Stallungen
und dann erst die
Wohnräume
mit den alten Ulmen auf der Straßenseile,
(Aufnahme etwa 1938). — Das Bild unten:
Straße der Alma-Kolonie
in Gelsenkirchen.
Die Häuser, gleich nach 1870 erbaut, sind
schon weit besser als die von Lohrheide, aber die Räume sind noch immer recht eng. In
jedem Haus wohnen vier Familien. Bomhensdiäden
haben dieser Straße ein gam andere»
aussehen gegeben
westdeutsche
Schicht
W o h e r k o m m e n nun d i e M e n s c h e n d i e
diese schnell anwachsende, i m p o n i e r e n d g r o ß e
und l e i s t u n g s f ä h i g e Industrie e n t w i c k e l t u n d
aufgebaut haben? In der ä l t e s t e n Z o n e gab es
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^rbeiterbeleqschaft im
I ß Jahrhundert zugewandert w a r , so sind d a l
doch n u r v e r h ä l t n i s m ä ß i g w e n i g F a m i l i e n die
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Alteingesessenen g e h ö r e n I n
der H e 11 w e g z o n e ist s ganz anders denn*
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Lndustn« war
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Jahrgang 4 / Folge 13
mit den KTdften des Landes a l l e i n aufzubauen.
Es m u ß t e n neue M e n s c h e n dazu kommen. U n d
sie k a m e n aus den d r e i W e s t p r o v i n z e n .
A l l e S t ä d t e zwischen Dortmund und Duisburg
haben daher ü b e r der Schicht der A l t e i n g e sessenen z u n ä c h s t eine Schicht v o n Westdeutschen; aus den
westfälischen
Landschaften
Münsterland und R a v e n s b e r g
odex aus
dem S a u e r l a n d ,
dem Rheinischen, dem
B e r g i s c h e n L a n d e , d e r E i f e l u n d dem
S a a r g e b i e t , aber auch aus H e s s e n , v o m
W e s t e r w a l d , v o n der G o l d e n e n A u e
u n d v o m E i c h s f e 1 d.
Diese westdeutsche Schicht, die die erste Z u w a n d e r u n g darstellt, ist a u c h f ü r d i e K u 1 t u r des V o l k e s v o n entscheidender Bedeutung.
D e n n es s i n d aus den gesamten b ä u e r l i c h e n
G e b i e t e n u n z ä h l i g e F a m i l i e n in die Industrie
eingewandert,
die nicht als
hoffnungslose
Habenichtse k a m e n ; sie w a r e n z w a r m a t e r i e l l
A r m e , g e i s t i g a b e r keineswegs
verelendete
Menschen, die aus dem Bauerndasein i n das
Ruhrgebiet h e r ü b e r w e c h s e l t e n .
Es ist v o n entscheidender Bedeutung, wenn
man den Geist der R u h r b e v ö l k e r u n g verstehen
w i l l , z u wissen, d a ß e i n g r o ß e r T e i l dieser Leute
die r e l i g i ö s e n A n t r i e b e , die sich in den
d r e i ß i g e r Jahren des v o r i g e n Jahrhunderts i n
Ravensberg, Sieqerland, Berg, Sauerland und
Hessen a u s w i r k t e n , ihren Geist und die F r ö m migkeit in die I n d u s t r i e b e v ö l k e r u n g hereingebracht haben. V o n ihnen stammt die solide,
z u n ä c h s t industriefremde H a l t u n g von W ü r d e
und S e l b s t b e w u ß t s e i n , aber auch das Gefühl für
den Dienst an der Sache, das Arbeitsethos.
Diese Zone ist aufgebaut worden v o r Beginn des
r a d i k a l e n K a p i t a l i s m u s , der erst nach 1870 v o l l
zur W i r k u n g k a m .
A l s aber dieser neue Geist zum gestaltenden
Prinzip i m A u f b a u des Ruhrgebiets wurde,
m u ß t e die Industrie, mit dem Bergbau voran,
um eine Etappe weiter nach N o r d e n v o r r ü c k e n .
Damit k a m die Industrie in das E m s c h e r t a l , in ein sumpfiges, w e n i g besiedeltes G e biet, i n dem keine C r t e , sondern nur einzelne
B a u e r n h ö f e waren. U n d i n diesem R a u m hat
der Bergbau seine ersten g r o ß e n Zechen mit
mehreren
tausend
Mann
Belegschaft
g e g r ü n d e t . Die A r b e i t s k r ä f t e für diese Betriebe
waren in Westdeutschland k a u m noch zu finden. M a n m u ß t e i n der F e r n e Bergleute u n d
A r b e i t e r anwerben.
Mit S o n d e r z ü g e n aus d e m Osten
Die Situation i m Emschergebiet w a r auch dadurch v o n der der beiden ä l t e r e n Z o n e n verschieden, d a ß Deutschland inzwischen ganz u n d
gar anders g e w o r d e n war. D e n n nach weiter
zurückliegenden
Anfängen
hat
9ich
das
Emschergebiet e n d g ü l t i g erst nach 1870 ausgebaut, i m k a i s e r l i c h e n D e u t s c h l a n d ,
dem g r o ß r ä u m i g e s D e n k e n weit n ä h e r lag als
f r ü h e r e n Zeiten. Z u g l e i c h ist ein T e i l der ä l t e ren B e v ö l k e r u n g des Ruhrgebiets aus
der
eigentlichen Ruhrzone u n d v o m H e l l w e g in
dieses neu a u f z u s c h l i e ß e n d e Emschergebiet eing e r ü c k t , w ä h r e n d der g r ö ß t e T e i l a u s d e m
O s t e n herangezogen werden m u ß t e . Damals
w u r d e n W e r b e r i n die O s t p r o v i n z e n geschickt; u n d v o n 1867 ab k a m e n n u n erst i n
kleinen, dann i n immer g r ö ß e r
werdenden
G r u p p e n u n d schließlich m i t S o n d e r z ü g e n die
jungen Leute aus den f r ü h e r genannten Ostp r o v i n z e n herbei. D a m i t k a m e n z u m erstenmal
industriefremde u n d m i t der I n t e n s i t ä t des
Lebens i m deutschen W e s t e n nicht vertraute
Menschen rein ländlich-bäuerlicher Herkunft in
das s t ä n d i g wachsende R e v i e r . Die Lebensgew o h n h e i t e n dieses Gebietes w a r e n i h n e n ebenso
w e n i g bekannt w i e die Sprache. S o m u ß t e n sie
sich i m A n f a n g a l s Fremde auf sich selbst bes c h r ä n k t fühlen.
Durch diese Z u w a n d e r u n g au9 den O s t p r o v i n z e n
hat das Emschergebiet i n seiner B e v ö l k e r u n g s zusammensetzung eine andere S t r u k t u r als die
ä l t e r e n Gebiete. D e n n hier s i n d nunmehr die
Westdeutschen
in der M i n d e r z a h l .
Orte, die bis dahin ganz unbedeutend waren,
5. Mai 1953 / Seite 13
Das Ostpreußenblatt
wurden v o n Ostdeutschen aufgebaut, die zun ä c h s t a l l e i n kamen, aber mit der Zeit F a m i l i e n
g r ü n d e t e n . V o n ihnen erhielten die früher unbedeutendsten Orte ihr neues G e p r ä g e . So
w u r d e n aus k l e i n e n Bauernschaften g r o ß e Industrieorte, die aber der T r a d i t i o n so gut wie
ganz entbehrten. N o c h heute sieht man es den
O r t e n a n Gelsenkirchen, W a n n e , Herne u n d zum
guten T e i l auch O b e r h a u s e n an, d a ß sie keine
jahrhundertalte Geschichte haben, sondern erst
in der Industrie entstanden sind. Dieser E m scher-Raum ist der e i g e n t l i c h
problematische
R a u m des Reviers, denn a l l e
F r a g e n der Volkstumsgeschichte, die Fragen
nach dem inneren Gleichgewicht, sind hier besonders dringlich und v o n entscheidender Bedeutung.
In d e n bis jetzt genannten d r e i Z o n e n hat
sich die Industrie zuerst entwickelt, und sie hat
nicht a u f g e h ö r t , sich z u verdichten, z u intensiv i e r e n . Daher s i n d letztlich H e l t w e g und E m scher Zone der K e r n r a u m des ganzen G e bietes, s o w o h l für die wirtschaftliche L e i s t u n g
als auch für die Menschenprobleme.
Der
Vestische
nen. U n d so sehr i m Emschergebiet die T r a d i t i o n a u f g e l ö s t ist bis zur Unsichtbarkeit,
so stark und e i n d r u c k s v o l l hat sie s>:ch in der
Reihe der vcsiischen Orte Recklinghausen, Buer.
G.adbeck,
Bottrop, Sterkade,
behauptet.
Die Menschen, die in dieses Gebiet gekommen
sind, w u r d e n nur zu einem T e i l noch aus der
Ferne g e h o l t i v i e l e v o n ihnen stammen w i r k l i c h
a u s d e m A u s l a n d , waren echte N a t i o n a l - '
polen oder Tschechen und Slowenen. A b e r noch
g r ö ß e r ist der A n t e i l der Industriemenschen, die
aus den ä l t e r e n Z o n e n in dieses neue Gebiet
eingewandert sind. Darum haben w i r hier ein
Gemisch aus westdeutschen und ostdeutschen
Landschaften in V e r b i n d u n g mit solchen F a m i lien, die erst neuerdings aus dem A u s l a n d ins
Ruhrgebiet gekommen sind.
Eigengepräge
Siedlung
von
Landschaft
und
M a n sieht, die Struktur der B e v ö l k e r u n g hat
in jeder Zone ihr eigenes Gesicht; und so haben
auch L a n d s c h a f t
u n d S i e d l u n g ihr
eigenes G e p r ä g e . Im s ü d l i c h s t e n T e i l ist sie im
A u s s e h e n k a u m v o n einem Bauernland verschieden. A m H e l l w e g haben w i r die g r o ß e n S t ä d t e
mit m ä c h t i g e n Siedlungen u n d den i n sich gefestigten s t ä d t i s c h orientierten B e v c l k e r u n g s teilen. In der Emscherzone haben w i r ein starkes
U e b e r w i e g e n der nicht westdeutschen Elemente
in einer W e l t , die ganz und gar industriebed^ngt
ist. A b e r im V e s t Recklimighausen finden w i r
eine bunt zusammengesetzte Inichistriebevölkerung, daneben eine b ä u e r l i c h e alteingesessene
B e v ö l k e r u n g , die auch heute noch v o n ihren a l ten G e w o h n h e i t e n nicht a b l ä ß t . Diese vestische,
w e s t f ä l i s c h e oder rheinische B a u e r n b e v ö l k e r u n g
spricht heute noch ihre M u n d a r t und selzt
s'e auch auf dem M a r k t , sowie im V e r k e h r mit
den Arbeiterfrauen, die aus der Ferne gekommen sind, durch. Für das Landschaftsbild ist noch
entscheidend, d a ß die Zechen sehr g r o ß sind und
dadurch weit voneinander entwickelt wurden.
A u ß e r d e m haben sie chemische W e r k e i n der
N ä h e . W ä h r e n d die ä l t e r e n Z o n e n nur gelegentlich Kohlechemie aufweisen, ist sie für diese
Z o n e (besonders i n M a r l , Hüls) entscheidend.
Die B e v ö l k e r u n g ist z u einem T e i l durch Z u w a n derung aus dem A u s l a n d , aber zum g r ö ß t e n
T e i l durch Z u w a n d e r u n g aus den ä l t e r e n Z o n e n
des Ruhrgebiets zusammengekommen. G r o ß e
O r t e gibt es in dieser Zone, die w i r als fünfte
die L i p p e - Z o n e nennen, auch heute noch nicht.
Das interessanteste Siedlungsgebilde hierbei ist
M a r l , dessen wirtschaftliche Kraft die ä l t e r e U m gebung nicht hat umbringen k ö n n e n .
Z w a r sind sie durch die gleichen geschichtlichen Prozesse aufgebaut w o r d e n ; aber sie haben, da geographische Faktoren umformend eingriffen, ein anders Aussehen und damit auch
eine andere Struktur der B e v ö l k e r u n g zuwege
gebracht. In gewisser W e i s e sind die beiden T e i l e
zu e i n e r
großen
Einheit
zusammengewachsen, insbesondere zeigt sich dies, wenn
wir den V e r k e h r , die G r o ß o r g a n i ' s a t i o n der W i r t schaft
und den ihr zugeordneten Geist betrachten.
Z w a r bezeichnet man das ganze Gebiet als rheinisch-westfälisch, und man spricht auch von einem
rheinisch-westfälischen
Geist,
der aber nicht aus einer Summe v o n R h e i n i schem u n d W e s t f ä l i s c h e m zustande kommt, sondern durch e'nen sehr komplizierten
obers c h i c h t i g e n P r o z e ß , der für die W i s s e n schaft besonders interessant ist. H i e r darauf
einzugehen, ist nicht erforderlich, es sollte nur
b e r ü c k s i c h t i g t werden, d a ß das Rheinisch-Westfälische nicht die Summe v o n Rheinisch und
W e s t f ä l i s c h ist, sondern ein neues G e b i l d e
anderer, höherer
Ordnung.
N u n ist schließlich noch zu sagen, d a ß die
B e v ö ' k e r u n r j des Ruhrgebiets sich sehr stark
mit ihrem R a u m u n d ihrer A r b e i t verbunden
fühM, d a ß s-'e aber niemals i n ihren G e d a n k e n
und ihren W e r t e n sich in eine Enge e i n z w ä n g e n
läßt. Immer geht die Betrachtung ü b e r den eigenen H e i m a t r a u m hinaus. Das D e n k e n in einer
gewissen g r o ß d e u t s c h e n F o r m ist auch den mittleren Schachten eigen, den oberen, gestaltbestimmenden sogar w e s e n s e i n e n t ü m l i c h . Eines
jedenfalls zeigt sich hier: d a ß man auch ein
Industriegebiet nicht als ein Gebiet geringerer
O r d n u n g u n d W e r t u n g ansehen darf, sondern
als ein L e i s t u n g s f e l d v o n u n g e h e u e r
weitreichender
Bedeutung,
einer
Bedeutung, deren sich das V o l k an der R u h r
w o h l b e w u ß t ist, deren sich aber a u c h
die
deutsche
Bildung
bewußt
sein
dürfte.
Landrücken
V i e l einfacher u n d v o n e i n e m ganz neiien
Geist gestaltet zeigen sich L e b e n und Wirtschaft
i n der v i e r t e n Zone, die wieder gekennzeichnet
ist durch einen H ö h e n z u g : durch den V e s t i schen
L a n d r ü c k e n . Dieses G e b i e t das
i n k l e i n e n A n s ä t z e n schon b a l d nach 1870 unter
den Einfluß der Industrie kam, hat aber das heute
bekannte B i l d erst nach 1900 entwickeln k ö n -
Der
Raum
n ä c h s t auch durch die g r o ß e n Zonenentwicklungen, die auf der w e s t f ä l i s c h e n Seife so k l a r
a u s g e p r ä g t sind, mit aufgebaut worden. A b e r
w i r beobachten, d a ß im R ä u m e D u i s b u r g
eigentlich alle fünf Zonen dicht z u s a m m e n gefaßt werden, so d a ß dieser Raum auf v e r h ä l t n i s m ä ß i g k l e i n e m Raum die Struktur v o n Ruhr,
H e l l w e g , Emscher (Hamborn) und Lippe aufweist. A b e r nicht minder bedeutung i v o l l ist, d a ß
d e r R h e i n diesem westlichen Teil des Ruhrgebiets ein anderes G e p r ä g e gegeben hat. Z w a r
gibt es hier noch K o h l e , aber sie tritt z u r ü c k
g e g e n ü b e r dem Eisen und anderen verarbeitenden Industrien. Die B e v ö l k e r u n g hat sich n cht
in so k l a r e n Zonen abgesetzt wie auf der westfälischen Seite. H i e r ist alles mehr ein Gemenge,
ein K r e i s e n im engsten Raum. Der rhe'nisc'ie
und der w e s t t ä l ' s c h e Teil sind som't auch h c t e
noch in ihrer inneren Beschaffenheit und Struktur voneinander verschieden.
Ein neues Gebilde höherer
Ordnung
Duisburg
Das ist auf der r h e i n i s c h e n S e i t e anders. In gewisser W e i s e ist das rheinische G e g e n s t ü c k zu M a r l H a m b o r n , oder noch mehr
W a l s u m ; dort haben w i r eine Siedlungsform,
die z u m unfreundlichsten g e h ö r t , was das Ruhrgebiet ü b e r h a u p t zeigen k ö n n t e . Dieser rheinische R a u m westlich v o n Essen ist z w a r z u -
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Jahrgang 4 / Folg« 1 3
Das Ostpreußenblatt
5. Mal 1953 / Seite 14
diamantene
Hochzeit
im
Hohlenpoii
Ein Junge aus Bieberswalde und ein Mädchen aus Dungen — 1920 fuhren sie zur Abstimmung nach Haus
W o südlich v o n Osterode der D r e w e n z f h i ß
sich zum See verbreitet, liegen die Ortschaft
Bieberswalde und das W a l d d o r f Dungen. Durch
W a l d u n g e n u n d an Roggenfeldern v o r ü b e r
g i n g man nur gut drei Stunden v o n einem O r t
z u m andern. D e r junge Zimmermannsgeselle
Christoph Donfeld h ä t t e somit, w e n n er sein
Schicksal geahnt h ä t t e , nur einen k l e i n e n Spaziergang zu machen brauchen, um die F r a u zu
finden, die ihm bestimmt war.
A b e r C h r i s t o p h Donfeld hatte andere P l ä n e .
„Ich hatte g e h ö r t , d a ß man im Ruhrgebiet
das G e l d schneller verdient. D a beschloß ich,
dorthin z u fahren, u m mir das G e l d für eine
S c h n e i d e m ü h l e zu verdienen. D a n n w o l l t e ich
wieder nach O s t p r e u ß e n zurück."
„ A b e r dann hat V a t e r hier sein M a l c h e n getroffen, und da blieb eT h ä n g e n " , wirft lächelnd
der Sohn ein.
Christoph zog es also vor, i m Ruhrgebiet sein
Glück zu versuchen. Das w a r im Februar 1891.
Der geschickte Handwerksbursch', aufs Geratew o h l mitten i n das Zentrum des Reviers, nach
Bochum eingefahren — es schoß i n jenen Jahren
mit amerikanischem Tempo i n die H ö h e — fand
sofort einen Arbeitsplatz bei einem t ü c h t i g e n
Meister. Er schrieb begeisterte Briefe nach
Hause.
U m die Zeit, da seine Schilderungen i n Bieberswalde eintrafen, r ü s t e t e sich in Dungen das
M ä d c h e n A m a l i e G r a b o w s k i zur g r o ß e n Fahrt.
Eine Kusine hatte immer wieder ü b e r die guten
A r b e i t s m ö g l i c h k e i t e n i n Bochum berichtet, so
d a ß die 22jährige A m a l i e eines Tages einen
g r o ß e n K a r t o n packte u n d die Reise nach der
„ g o l d e n e n " Ecke des Reiches antrat. Im N o v e m ber 1891 traf das M ä d c h e n in Bochum ein. E i n
halbes J a h r s p ä t e r w a r aus dem Jungen v o n
Bieberswalde und dem M ä d c h e n v o n Dungen
e i n neues der zahllosen O s t p r e u ß e n - P ä r c h e n
geworden, die i n jenen Jahren i m Kohlenpott,
vielfach ü b e r die Z u s a m m e n k ü n f t e der landsmannschaftlichen V e r e i n e , zusammenfanden.
„ A l s o eine Liebe auf den ersten Blick?"
„ G e w i ß . U n d sie hat gut gehalten: i m vergangenen Jahr konnten w i r unsere Diamantene
Hochzeit feiern."
Die zierliche, energische G r e i s i n mit den
wachen A u g e n i m schmalen Gesicht, mit den
flinken, zugreifenden H ä n d e n , die heute noch
den ganzen Haushalt für sich u n d den Gatten
schaffen, lächelt zu ihrem M a n n h i n ü b e r . Aufmerksam schaut dieser auf die Lippen der
Sprechenden. Das G e h ö r hat ein wenig nachgelassen; sonst ist er v o n k ö r p e r l i c h e n Gebrechen frei, der Fünfundachf z i g j ä h r i g e , der
noch nicht ohne handwerkliche Aufgaben sein
k a n n u n d dessen k l a r geschnittenes Gesicht mit
der markanten Nase das B i l d eines o s t p r e u ß i schen Charakterkopfes zeigt.
Es l i e ß e sich auch am Beispiel dieser F a m i l i e
e r z ä h l e n , w i e das Band zwischen der alten und
der neuen Heimat ü b e r sechs Jahrzehnte h i n w e g
gewirkt worden ist. Doch hier sei nur die Schilderung jenes Ereignisses nachgetragen, das nach
dem Ersten W e l t k r i e g das ganze Deutsche Reich
besonders erregt hat: die Fahrt zur A b s t i m m u n g
im J u l i 1920.
W e n n man heute in den alten D o k u m e n t e n
b l ä t t e r t , die ü b e r diese A b s t i m m u n g A u s k u n f t
geben, so mutet einen das V e r f a h r e n geradezu
noch ritterlich an i m V e r g l e i c h z u den G e w a l t vertreibungen des letzten Krieges. A l l e g e b ü r tigen O s t p r e u ß e n des umstrittenen
Gebietes
waren zur Stimmabgabe berechtigt. A u f G r u n d
ihrer Geburtsscheine erhielten sie i m ganzen
Deutschen Reich v o m „ S c h u t z b u n d " ihre Stammkarten, Abstimmungsscheine u n d Fahrausweise
u n d Teisten — auf Staatskosten — i m J u l i 1920
nach Osten. D i e P o l e n machten S c h w i e r i g k e i t e n
ü b e r Schwierigkeiten, z u denen besonders die
V e r w e i g e r u n g des Durchfahrtrechtes durch den
K o r r i d o r g e h ö r t e . So konnte nuT ein T e i l der
bedrohten H e i m a t zu H i l f e eilen. In einer Stadt
w i e Bochum gab es etwa achttausend W a h l b e rechtigte. D a k a m es nach e n d g ü l t i g e r Festsetzung der Verfahrensmethode u n d M i t t e i l u n g
der Sonderzugtermine zu einem wahren A n sturm:
„Ach, w i e m u ß t e n w i r da stundenlang in der
K ö n i g s t r a ß e v o r der A u s g a b e s t e l l e für die
Stammkarten u n d Fahrscheine anstehen", erz ä h l t das Ehepaar Donfeld. ,,Aber wrr haben es
j a a l l e gern getan. In den Z e i t u n g e n wurden
damals immer wieder Aufrufe veröffentlicht,
d a ß die O s t p r e u ß e n ihre Pflicht tun sollten. Das
war für uns a l l e s e l b s t v e r s t ä n d l i c h . N a t ü r l i c h
w o l l t e n viele Leute gleichzeitig die Gelegenheit
wahrnehmen, ihre V e r w a n d t e n z u besuchen, die
Eltern u n d Geschwister wiederzusehen."
„Die P o l e n machten immerzu S c h w i e r i g k e i t e n .
Sie l i e ß e n v i e l e Abstimmungsberechtigte nicht,
wie es m i t der Entente vereinbart war, durch
den K o r r i d o r fahren, sondern erfanden immer
neue A u s f l ü c h t e . E i n m a l fehlte ihnen dieser
Stempel, dann wieder jener.
Schon, als w i r
unsere A u s w e i s e in Bochum abholten, waren
wir darauf aufmerksam gemacht worden, d a ß
polnische A g e n t e n sich im ganzen Ruhrgebiet
herumtreiben u n d für 1000 bis 1500 Reichsmark
—• das war allerdings damals, im Sommer 1920
gar nicht sehr v i e l ! — die Stimmzettel aufzukaufen suchten."
„Auf dem Bochumer Hauptbahnhof, wie ü b e r a l l , w o die zur A b s t i m m u n g fahrenden Z ü g e
hielten, gab es Essen vor der Abfahrt. Ich erinnere mich noch daran, d a ß w i r mittwochs, am
Abend, v o n Bochum abfuhren. W i r waren im
Zug alle v o l l e r Freude und Erwartung. D a ß die
A b s t i m m u n g zu unseren
Gunsten ausfallen
w ü r d e , war uns ja klaT. A b e r , als w i r in
S c h n e i d e m ü h l ankamen, da ging es nicht weiter
Die Polen l i e ß e n auch uns nicht durch: an einem
der V o r t a g e hatten sie v o n einem Transport, in
dem 3800 Wahlberechtigte waren, 3200 z u r ü c k gewiesen. Jetzt wurde unser ganzer Z u g umgeleitet: nach Stettin. V o n dort g i n g es mit dem
Schiff — es h i e ß .Helgoland' — nach K ö n i g s berg. M e i n M a n n fuhr einen Tag s p ä t e r ;
er
stammte aus einem anderen A b s t i m m u n g s b e z i r k
und m u ß t e daher mit dem anderen Z u g reisen.
Auch sein Transport wurde v o n den Polen angehalten. M e i n M a n n ist dann mit dem Schiff
.Deutschland' v o n Stettin nach K ö n i g s b e r g gefahren."
Aufn.: Stork
Wolkenspiegel des Mauersees
W e n n man vom Norden kam, erreichte man am Mauersee das erste große Gewässer
der
masurischen Seenkette. Der Wolkenspiegel
an schönen Tagen blieb nicht immer so unberührt: vom Standort Angerburg
aus lebten hier die Wassersportler
in ihrem Paradies
Der Hafen v o n K ö n i g s b e r g empfing
seine
Landsleute und H e i m k e h r e r mit J u b e l u n d
M u s i k . A l l e g r ö ß e r e n S t ä d t e O s t p r e u ß e n s prangten i m Fahnenschmuck. In Osterode, w o h i n die
Fahrt der F a m i l i e Donfeld v o n K ö n i g s b e r g aus
z u n ä c h s t ging, gab es, w i e auch i n A l l e n s t e i n ,
N e i d e n b u r g u n d Bischofsburg, g r o ß e H e i m a t feste.
„In Osterode holte man uns mit Pferd u n d
W a g e n ab. A m f r ü h e n Nachmittag des F r e i t a g
war ich i n Dungen", schließt M u t t e r Donfeld,
„na, u n d schauen Sie hier: dies waT das Ergebnis der A b s t i m m u n g . Im K r e i s Osterode stimmten 46 385 Wahlberechtigte für Deutschland und
nur 1043 für Polen."
Damit war — damals! — die o s t p r e u ß i s c h e
Heimat gerettet. D e n n Polen, gerade w ä h r e n d
der Abstimmungswochen i m Sommer 1920 durch
den unaufhaltsamen V o r m a r s c h der Roten A r mee auf Warschau b e d r ä n g t , wagte nicht, dem
von E n g l ä n d e r n p r ä s i d i e r t e n Schiedsgericht der
A b s t i m m u n g s k o m m i s s i o n zu widersprechen, da
es auf englisch-französische
Waffenunterstützung gegen die siegreichen Russen hoffte.
Unter den Stimmen für Deutschland w a r e n
auch die Stimmen v o n A m a l i e und C h r i s t o p h
Donfeld. Der einstige Zimmermannsgeselle aus
Bieberswalde war damals schon auf
einem
g r o ß e n Bochumer Industriewerk tätig, in dessen
Betrieb er ü b e r dreieinhalb Jahrzehnte schaffte.
Deutsches Haus in Allenstein
Das Hauptquartier
U N S E R E
des Heimatdienstes
während
der Abstimmungswoche
1920
O b w o h l nun ü b e r sechzig Jahre i m Ruhrgebiet daheim, haben die beiden alten O s t p r e u ßen den schwerdunklen Sprachklang unseres
heimatlichen Dialekts bewahrt. Sie w u ß t e n sich
aber auch die gesunde Z ä h i g k e i t und Daseinsfrische jenes kernigen Menschenschlages zu erhalten, der einst auf den F e l d e r n u n d in den
W ä l d e r n O s t p r e u ß e n s aufgewachsen ist.
Kurt Dörnemann.
B U C H E R :
Der Väter Land
Ostpreußen erzählt
K ö n i g s b e r g 1945-1948
A u s der Geschichte O s t p r e u ß e n s
Dreißig Lebensjahre
Diese kleinen Bilder trugen Amalie
und
Christoph
Donfeld
in ihren Pässen,
als
sie 1920 die Reise aus dem Ruhrgebiet
in
die ostpreußische
Heimat
antraten,
um
ihre Stimme für ein deutsches
Ostpreußen
abzugeben.
Drei
Jahrzehnte
sind
inzwischen
vergangen.
Sie
haben
ihre
Spuren in den Gesichtern
hinterlassen.
Aus
der
jüngsten
Zeit stammen
die
anderen Bilder des Paares
Die große Blamage
Während des Ersten Weltkrieges propagierten im
Lager der Entente-Staaten stehende Polen, d a ß der
südliche Teil Ostpreußens eine vorwiegend polnische
Bevölkerung habe. Um Staatsmänner und Politiker
von der Richtigkeit ihrer Behauptung zu überzeugen,
arbeiteten sie mit bewußten Fälschungen und stützten sich auf angeblich wissenschaftlich einwandfreie
Karten und frisiertes statistisches Material. M a n
schenkte ihnen in Versailles und Paris nur zu willig
Gehör, und die „Sachkundigen" hielten die schließlich doch noch beschlossene Abstimmung für völlig
unnötig. Nach ihrer Meinung konnte sie ja nur
die polnischen Behauptungen bestätigen. Warum also
der ganze Aufwand?
Als am 12. Juli 1920, dem Tage nach der Abstimmung, die Zahlenergebnisse der Abstimmung bekanntgegeben wurden, konnte es der Vertreter Italiens bei der alliierten Abstimmungskommission, der
alte Marquese Fracaffi, nicht unterlassen, jene klugen Besserwisser ironisch zu glossieren. Er schüttelte
sein weißes Haupt und murmelte: „Wo bleiben die
Experten von Paris?"
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Tanraanq 4 / Folge 13
Das Ostpreußenblatt
5. Mai 1953 / Seite 16
öes
6
e
u
T
S
c
Unter den S t ä d t e n des Industriegebietes, die
sich d e r Heimatvertriebenen besonders annahmen, kann Herne einen besonderen Platz beanspruchen. V i e l e unserer Landsleute kennen die
Stadt — sie ist mit der S t r a ß e n b a h n i n einer
halben Stunde v o n Bochum z u erreichen — v o n
den zahlreichen Kreistreffen her, für die Herne
gastfreundlich und b e r e i t w i l l i g Gelegenheit bot.
Die einmalige Leistung Hernes für uns aber ist
die „Bücherei des deutschen Ostens", z u deren
Schaffung sich d i e Stadtverwartung nach d e m
K r i e g e entschloß und die heute schon z u einem
wichtigen Hilfsmittel für alle Studien ü b e r den
deutschen Osten geworden ist. ( W i r haben ü b e r
diese Bücherei bereits i n Folge 3 v o m 5. Februar
1951 berichtet. Die Red.)
b
e
n
o s T e n s
senschaftlichen A r b e i t e r ist die H e r n e r Bucherei
ein W a l l f a h r t s z i e l . In d e m stillen, geschmadtvol'l eingerichteten Leseraum der B i b l i o t h e k
kann jedermann sich erfreuen a n den Buchern,
Bildern und K a r t e n unserer Heimat und wiedersehen, was v e r l o r e n schien. A u s dem A n f a n g
des 16. Jahrhunderts
stammen d i e ä l t e s t e n
W e r k e . Schwere F o l i a n t e n s i n d i n den V i t r i n e n
ausgestellt, v e r g i l b t e Pergamente, die mit ihren
schweren Siegeln einmal wichtigste Dokumente
der Geschichte waren. D a findet sich auch e i n
besonderer Schatz für uns O s t p r e u ß e n : „Altund neues P r e u ß e n oder P r e u ß i s c h e H i s t o r i e n ,
welche nach seinen eigenen W o r t e n „mit sonderbarem Fleiß zusammengetragen hat" d e r M .
Christophorus Hartknoch, der als Professor des
Thorner G y m n a s i u m s i n der z w e i t e n H ä l f t e des
17. Jahrhunderts lehrte u n d schrieb. ( W i r berichteten ausführlich ü b e r dieses W e r k . )
den. M e h r als achttausend B ä n d e sind gesammelt, auf zwanzigtausend hofft man die Bücherei
bringen z u k ö n n e n . N e b e n siebenhundert Darstellungen ü b e r den gesamten Osten findet m a n
sechshundert Titel ü b e r W e s t p r e u ß e n ' D a n z i g ,
In der Besucherzahl, so v e r r ä t uns die B i b l i o eintausend ü b e r Pommern, v i e r h u n d e r t f ü n f z i g
ü b e r die Grenzmark P o s e n - W e s t p r e u ß e n , z w e i - thekarin., stehen die O s t p r e u ß e n an der z w e i t e n
t a u s e n d f ü i i f h u n d e r t ü b e r Schlesien usw., d a -Stelle hinter den Sudetendeutschen und v o r den
neben etliche ü b e r die heutige Lage d e r V e r - Schiebern. A n f a n g M a i freilich d ü r f t e n w i r das
triebenen. F ü r uns ist entscheidend: Z w e i t a u - F e l d beherrschen. W e r zwischen den A u f r e g u n send B ä n d e ü b e r O s t p r e u ß e n z ä h l t die Samm- gen d e r Festtage unseres g r o ß e n Treffens eine
lung.
Stunde der E r h o l u n g sucht und sich wieder einEin umfangreicher L e i h v e r k e h r nach a u s w ä r t s
mal sattsehen m ö c h t e an den Schätzen des G e i — die Hälfte der Bestellungen kommt aus a n stes, d e r m a g i n H e r n e i m Leseraum z u finden
deren S t ä d t e n — macht die Bücherei w i r k l i c h
K n
allgemein nutzbar. A b e r nicht nur für die wiscom
rv.i-f.
Bei der Z e r s t ö r u n g unserer Heimat war j a die
Vernichtung unseres Schrifttums i n Bibliotheken und i n Privathand ein besonders schmerzlicher V e r l u s t v o n nicht a b z u s c h ä t z e n d e m A u s m a ß . In d e n ersten Jahren schien jede ernstW e s t f ä l i n g e r b a u e n a n A l t p r e u ß e n
hafte A r b e i t ü b e r den Osten schon daran z u
scheitern, d a ß selbst d i e wichtigsten u n d beVon Prof. a. D. Dr. phil. habil. Edward Carstenn
kanntesten
Quellen unzugänglich
geworden
waren.
Selbst d i e k ü m m e r l i c h e n geretteten
V o r siebenhundert Jahren taten sich die Rats- das Recht der Stadt Lübeck abgab. W i e Pilze
Reste lagen verstreut und unerreichbar i n K i sten und Antiquariaten. Gerade sie waren n u n herren mehrerer deutscher S e e s t ä d t e zusammen, s c h ö s s e n damals an der O s t s e e k ü s t e v o n Lübeck
kostbar. E i n Buch, das früher seinem Besitzer um sich unter der F ü h r u n g v o n Lübeck Handels- ü b e r M e c k l e n b u r g , Pommern z u m Rigaischen und
diente, w a r jetzt zur w e r t v o l l e n Q u e l l e für jeden vorteile i n fremden L ä n d e r n z u verschaffen. Da Finnischen M e e r b u s e n h i n die H a f e n s t ä d t e
Menschen geworden, d e n der deutsche Osten sie Erfolg hatten, s c h l ö s s e n sich andre Hafen- neben den F l u ß m ü n d u n g e n aus der Erde. U n d
G r ü n d u n g s u n t e r n e h m e r
dieser
interessierte, u n d vielleicht n u r i n einem ein- und K a u f m a n n s s t ä d t e an, u n d daraus erwuchs die
zigen Exemplar noch vorhanden. Es k a m darauf im Laufe v o n hundert Jahren jener g r o ß e S t ä d t e w u r d e n jene Kaufmannsfamilien i n Lüan, diese Reste z u sammeln u n d schnell z u sam- S t ä d t e b u n d , den w i r „Deutsche Hanse" nennen. beck, die stets neuen Nachwuchs aus ihrer V e r meln. Diese Aufgabe ü b e r n a h m Herne.
Der g r ö ß t e T e i l dieser wagemutigen Kaufleute wandtschaft und Bekanntschaft herbeizogen. So
W e r ü b e r den deutschen Osten arbeitet, für stammte aus Westfalen, ganz besonders aus d ü r f e n w i r uns nicht wundern, hier ü b e r a l l auf
den ist das Institut bald zu einem Begriff gewor- Soest, dessen Rechtsbuch auch die Grundlage für sächsische, besonders w e s t f ä l i s c h e N a m e n a n
f ü h r e n d e r Stelle zu s t o ß e n .
Die Lücke zwischen Pommern u n d L i v l a n d ,
das M ü n d u n g s g e b i e t v o n W e i c h s e l , Pregel u n d
M e m e l , wurde zuletzt i n A n g r i f f genommen,
dieses M a l z u n ä c h s t kriegerisch. Denn der p o l nische Teilfürst H e r z o g K o n r a d erbat sich v o n
K a i s e r Friedrich II. im Jahre 1226 die Hilfe des
Deutschen Ritterordens gegen die P r e u ß e n ,
die i h n und sein Land bedrohten. Das führte z u
V e r t r ä g e n ü b e r das P r e u ß e n l a n d , das d e m
Deutschen O r d e n als L o h n zufallen sollte m i t
der Aufgabe, die alten P r e u ß e n z u C h r i s t e n z u
machen. Entstammten die Ritter dieses O r d e n s
auch allen deutschen Landschaften, allen deutschen S t ä m m e n , so fanden sich auch W e s t fälinger in ihren Reihen, so z. B. H e r m a n n Balk,
der v o m Hochmeister H e r m a n n v o n Salza eingesetzte erste Landmeister für P r e u ß e n , aus
Balksen bei Soest. U n d da einst i m Jahre 1190
der Deutsche Ritterorden v o n Bremer u n d
L ü b e c k e r Kaufleuten b e g r ü n d e t w o r d e n war, so
erlangten die B ü r g e r g e s c h l e c h t e r beider S t ä d t e
mancherlei Einfluß i m O r d e n . Hochmeister H e r mann benutzte daher gerne den erprobten
Kaufmannsgeist
d e r L ü b e c k e r Geschlechter, um i h n für die S t a d t g r ü n d u n g e n i n
P r e u ß e n einzusetzen. Er ließ durch K a i s e r F r i e d rich Lübeck zur reichsunmittelbaren Stadt erheben (1226) und damit dem l ü b i s c h e n Recht besondere U n a b h ä n g i g k e i t zuteil werden.
u i ' o r « r h o n v e r e i n z e l t sächsisch^ Ä l i—
Ä ,,.l d i. ..
G
orjgieiu'
G rr üü nn dd uu nn gg mitgeholfen
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lübisdie ^ ^ ^ X r i S n o Ä r t r l l wandhatten. A l s aber die RItter t u
Burg
, d e r W e i c b s e mundung z u
Elbing begründeten, ^ m e W J D o r t m u n d e r
Lübecker Familien, J - g g J S . J Eberhard von
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Abkunft ^ /
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Eberhard v o n
auch
D o r t m u n d ; aber U. o.
des K u l m e r
geHeringen), u n d 'verlangten * aU
Rechts das ü b A ^ s ^ n d e l t e n auch
w ä h r t wurde, i u r e » '
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L ü b e c k e r n traten m a ß g e b e n d d i e
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Dortmunder auf z B . a m ^ A u s i i
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vor genau 700 J a h r e n , z_ ,
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a u r Nicht lange, u n d man w ü n s c h t e sich für
S t e e neue Stadt das vorteilhaftere lub.sche
R e * t , erstritt es sich auch u n d g a b n u n der
Stadt den N a m e n M e m e l (1254).
V o n E l b i n g strahlte das l ü b i s c h e R e c h
aus nach Dirschau (1260) u n d s e h r - v i e l spa er
nach H e i a unter Hochmeister W ü r r i c h v o n K n . p rode. Fast h ä t t e D a n z i g es auch erlangt. W o h l
aber gab d e r Bischof H e i n r i c h F l e m i n g v o m
E r m l a n d , e i n L ü b e c k e r , das Recht dieser Stadt
seinen b e i d e n H ä f e n a m F r i s c h e n Haff Braunsberg (1284) u n d F r a u e n b u r g (1300), offenbar um
i h n e n den W e t t b e w e r b m i t E l b i n g leicht z u
machen, w a s aber auf d i e D a u e r nicht m ö g l i c h
w a r K u l m , T h o r n , E l b i n g u n d seit etwa 1400
auch D a n z i g e r h o b e n sich wirtschaftlich und politisch hoch ü b e r d i e andern S t ä d t e , auch ü b e r
die A l t s t a d t K ö n i g s b e r g . So f ü h l t e n sich die
Kaufmannsgeschlechter W e s t f a l e n s besonders z u
diesen v i e r hingezogen. T e i l s z o g e n s i e ü b e r
Lübeck nach P r e u ß e n , teils k a m e n s i e auf dem
L a n d w e g e unmittelbar, w a r doch W e s t f a l e n das
Durchgangsland für d e n F e r n h ä n d l e r v o n
P r e u ß e n nach H o l l a n d , nach F l a n d e r n , E n g l a n d
und F r a n k r e i c h . M a n c h e i n e r k e h r t e i m A l t e r i n
die w e s t f ä l i s c h e H e i m a t z u r ü c k , aber v i e l e
Geschlechter blieben i m Osten.
Dazu gehörten, u m einige z u nennen: die
„von Herdecke" i n K u l m , d i e „ H u x e r " (Höxter)
i n T h o r n , K ö n i g s b e r g u n d D a n z i g , die „ H i t f e l d ' ,
die „ v o n Suchten" i n E l b i n g , K ö n i g s b e r g u n d
Danzig, die Mindener .Langes" i n Elbing,
7n ber TTreue unfecer ßünben
haben roic eine neue Ifjeimat gefunöen.
G R Ä F E U N D U N Z E R Garmisch-Parttnkirdien
einst das Haus der Bücher in Königsberg • Gegr. 17z*
Braunsberg u n d K ö n i g s b e r g . D i e Geschlechter
„ v o n V o l m e n s t e i n " i n E l b i n g u n d „ v o n Soest"
i n T h o r n b e w i e s e n ganz besondere T a t k r a f t u n d
verhalfen den N a m e n „ P r e u ß e n " u n d „ L i v l a n d "
d r a u ß e n i n der e u r o p ä i s c h e n W e l t z u b e s o n derem A n s e h e n .
D a d e n S t ä d t e n auch b e t r ä c h t l i c h e L a n d gebiete v o m Deutschen O r d e n ü b e r t r a g e n w o r den w a r e n , so hatten d i e R a t s h e r r e n G e l e g e n heit genug, B a u e r n z u r G r ü n d u n g v o n D ö r fern und E i n z e l h ö f e n h e r a n z u z i e h e n , w o b e i s i e
Landsleute bestimmt b e v o r z u g t e n . D a s G e schlecht „ v o n C u s v e l t " (-Coesfeld) g r ü n d e t e i m
E l b i n g e r Bereich die D ö r f e r A l t - u n d N e u - K u ß feld und auf der H a l b i n s e l H e i a „ C u s f e l d " . A u c h
hier stehe dies B e i s p i e l für v i e l e .
W e n i g e r h e r v o r g e t a n h a b e n sich anscheinend
Geschlechter aus B o c h u m u n d U m g e g e n d
(den N a m e n „ v o n B o k k u m " u n d „ v o n A l t e n Auin.: Müller
b o k u m " begegnen w i r ö f t e r s ) . Doch z w e i B o Im stillen Leseraum
chumer haben sie alle i n den Schatten gestellt:
Nicht nur Wissenschaftler,
sondern auch die stillen Genießer
finden im Leseraum der
die G e b r ü d e r O s t e r m a n n , J o h a n n C h r i s t o p h
Bücherei des deutschen Ostens in Herne Gelegenheit,
die mühevoll
gesammelten
liteDietrich und H e i n r i c h J o h a n n F r i e d r i c h .
Jener
rarischen Schätze der Heimat wiederzusehen.
— In Bochum zeigt die Bücherei im Rathaus
tritt am Hofe Peters d. G r . z u n ä c h s t als E r z i e h e r
eine ostpreußische
Buchuusstellung
auf, dieser folgt dem B r u d e r rasch, u m i n deutschen L a n d e n einer gerichtlichen V e r f o l g u n g z u
entgehen, u n d steigt b e i Peter d. G r . z u m
nau, der z u r M o d e r s o h n h i n ü b e r w e i s t , — sie K a n z l e r a m t e auf. E r w i r d v o n dem Z a r e n w e g e n
A l t e H e i m a t - n e u e W e l t e n . . .
a l l e hatten, a l s sie die Heimat verlassen m u ß - seiner Unbestechlichkeit, eine Seltenheit damals,
ten, l ä n g s t ihre F o r m gefunden u n d sind ihr, besonders g e s c h ä t z t und h ä l t noch lange nach
Z u d e r A u s s t e l l u n g o s t p r e u ß i s c h e r K ü n s t l e r i n Bochum
das z u bezeugen ihre neuen A r b e i t e n i n Peters Tode seine
Stellung; zeitweilig beBochum, durchaus treu geblieben.
herrscht er R u ß l a n d mit dem s ä c h s i s c h e n L a n d s Als Auftakt zum großen
Bundestreifen
der oder i m Bannkreis der K ö n i g s b e r g e r A k a d e m i e
mann dem G e n e r a l f e l d m a r s c h a l l v o n M ü n n i c h
Ostpreußen
am 10. Mai in Bochum
veranstaltet tätig waren, haben jetzt ihre A r b e i t e n nach
aus N e u - H u n t o r f i n O l d e n b u r g . E r endete
die Bochumer
städtische
Galerie
eine Aus- Bochum geschickt. R u n d d r e i ß i g K ü n s t l e r und.
Die j ü n g e r e Generation löst sich da leichter schließlich (wie v i e l e russische G r o ß e n ) i n d e r
stellung ausschließlich
ostpreußischer
Künstler, K ü n s t l e r i n n e n sind mit etwa hundert A r b e i t e n
die alle der Nordostdeutschen
Künstlereinung in den R ä u m e n der S t ä d t i s c h e n Galerie ver- von dem Ueberkommenen und sucht i n der Be- V e r b a n n u n g ; durch seine Tochter aber lebte s e i n
Z u Altangehören.
Die Ausstellung,
die am 19. April treten; der ä l t e s t e zählt bald neunzig Jahre und gegnung mit der westlichen Kunst nach neuen Blut in d e r F a m i l i e T o l s t o i weiter
mit einer Feierstunde
eröffnet
wurde, dauert ist der heute in Bad Segeberg mit Jugendfrische Formen und Formulierungen, sie sucht nach p r e u ß e n hat er nur geringe B e z i e h u n g e n gehabt.
bis zum 11. Mai.
schaffende K ö n i g s b e r g e r Professor K a r l Storch, neuen W e l t e n . M a n trifft da auf manchen A b e r mehrfach durfte er als B e g l e i t e r Peters des
Hervortreten lag
Ein Rucksack oder e i n Koffer mit dem Not- der i n der meisterlichen Technik der Realisten Namen, dem Beachtung z u schenken ist: Hans G r o ß e n dort g e w e i l t haben.
(„Raddampfer"),
Norbert
Dolezich, dem ernsten, verschlossenen M a n n e nicht. Er ist
wendigsten: das war auch für die K ü n s t l e r a u s aus dem 19. Jahrhundert seine subtilen Im- Pluquet
W,s
en
" russischen Reich
den deutschen Ostgebieten das einzige Flucht- pressionen auf die L e i n w a n d bringt, der J ü n g s t e dessen W e r k e auf Bracque hinweisen, aber doch und H p ? H ,F
g e p ä c k , u n d e i n Hemd u n d e i n paar Socken der m i t 22 Jahren gefallene Heinrich Bromm, schon einen eigenen „ m u s i k a l i s c h e n " S t i l ent- S
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renzstaaten: Kurland-Livwickeln,
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sind dann immer noch dringlicher a l s e i n M a l - der sich i n seinen duftig-zartenAquarellen der
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Westkasten oder der Zeichenblock. Erst gilt es j a Landschaft g e g e n ü b e r noch wie e i n erster Ent- Abstraktionen, Rudolf Strey mit phantasiev o l l e n A r b e i t e n , die zum W a n d b i l d oder W a n d - hler %\ t-*
, - ' t u n g des Deutschtums
einmal, das nackte Leben z u retten.
decker v e r h ä l t .
da hier mit seinem stark w e s t f ä l i s c h e n E i n s r h l a n
behang
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A b e r wenn dann wieder e i n Dach gefunden
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ist, eine Stube, u n d wenn auch für fünf oder wenigen H a b s e l i g k e i t e n v o r a l l e m noch mitge- mit ihrem Hochzeitsteppich ein s c h ö n e s zum
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Heimat,
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oder ein Modellierspachtel, und im Schaffen findet immer wieder aufs neue in ihren Bildern und G r a p h i k e r z u nennen, Herbert Belau, der sich
der K ü n s t l e r immer noch a m ehesten seinen B l ä t t e r n z u realisieren suchen. A n solchen g e w i ß einmal wieder v o n M a t a r e frei machen
Trost. Ida Wolfermann aus K ö n i g s b e r g , eine A r b e i t e n w i r k t v o r a l l e m das Herz mit. Stell- wird, u n d Paul G r ü n a u mit delikaten Federaus ihrer Gilde, hat die i m ganzen Bundesge- vertretend m a g d a e i n Bild der Ida Wolfer- zeichnungen.
Die Plastik ist v o r a l l e m vertreten mit natur
biet v o n der O s t s e e k ü s t e bis zum A l p e n l a n d mann genannt sein, d a ß das geheimnisvolle
S e n d l , n g e u n d ihre N a c h k o m m e n ? " F r hat
Verstreuten wieder ausfindig gemacht; i n der W e b e n u m einen der masurischen Seen ganz nahen K l e i n p l a s t i k e n v o n Edith v o n Sanden
und
Nordostdeutschen K ü n s t l e r e i n u n g sind sie i n - in die Farben einer d u n k l e n Schwermut bannt. Guja und mit streng geformten Gestalten wie
w e s t f ä l i s c h Blut n a * o f
™ndes
zwischen zu etwa siebzig an der Zahl beisammen, V o r a l l e m die ä l t e r e K ü n s t l e r g e n e r a t i o n lebt G r u p p e n v o n KaTl Johann Hohlschuh, die
nach A l t p r e u ß e n . w ä h l e n d T i
'
*
und immer noch s t ö ß t einmal der eine oder ja, auch a m anderen Platz, immer noch im Bann- aus d ä m m e r n d e n Fernen kommen.
die das A l t e ehrten i n , 7
tfahnger,
andere hinzu. Prof. Pfuhle aus Danzig, heute i n kreis des Traditionellen, sowohl i m Bildthema
L ^
M a r b u r g , ist der Vorsitzende dieser K ü n s t l e r - wie i n der k ü n s t l e r i s c h e n Aussageart selbst.
In Leihgaben aus d e m Duisburger M u s e u m F a m i l i e n v e r b i n d t
gilde, und breits i n mehreren S t ä d t e n des B u n - So f e s t b e g r ü n d e t e u n d profilierte P e r s ö n l i c h - werden einige N a m e n v o n K ü n s t l e r n be- der d e u t s X Q s
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desgebietes haben Gemeinschaftsausstellungen keiten wie Prof. Bischoff v o n der K ö n i g s b e r g e r schworen, die stellvertretend für d i e Kräfte manchen U e b e r z a h i i n e i
^
'
9
erweisen k ö n n e n , d a ß da beachtliche Kräfte A k a d e m i e , der heute w i e sein A m t s k o l l e g e zeugen, die der n ö r d l i c h e Osten i n den letzten fahren zurück
"
<* V o r a m W e r k oder wieder a m W e r k sind.
Prof. M a r t e n i n der Gelsenkirchner K ü n s t l e r - fünfzig Jahren dem G e s a m t b i l d d e r deutschen
siedlung „Halfmannöhof" eine neue W i r k u n g s - Kunst hat z u s t r ö m e n lassen: C o r i n t h , K o l l w i t z ,
Osten d e r t d e r e v o n ° S s t
Die O s t p r e u ß e n unter ihnen, vornehmlich also s t ä t t e gefunden hat, wie K a r l Eulen stein, d e r Pechstein..
w i e d e r zurück, neute d u r A ? ° ™ *
«La K ü n s t l e r , d i e f r ü h e r i n K ö n i g s b e r g selbst C o r i n t h verpflichtet scheint, wi« A r t h u r K u h Leo Nyssen-ßochum v e r a n l a ß t .
*
* i g e n Zwang
In P r e u ß e n allerdings w ü n s c h t e sich als L a n desherr der Deutsche O r d e n n u r S t ä d t e , die
rechtlich v o n ihm a b h ä n g i g waren. A l s erste
entstanden dort T h o r n und K u l m ; und die v o n
Hoch- u n d Landmeister gegebene Verfassungsurkunde, d i e K u l m e r H a n d f e s t e v o n 1233,
sollte für das ganze L a n d gelten. Sie w ä h l t e sich
h a u p t s ä c h l i c h M a g d e b u r g e r Recht zum V o r b i l d ,
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Jahrgang 4 / Folge
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Ostpreußenblatt
5. M a l 1 9 5 3 / S e i t e 17
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Sie kamen aus der Weite der masurischen Landschaft, die Ostpreußen,
die in
Jahrzehnten
in das Ruhrgebiet zogen. Sie erlebten die Weite auf ihren Erntefeldern
wie auf dem
größten
Bild dieser Seite (bei Schmidsdorf) und an den Ufern der vielen Seen, die das
Masurenland
schmücken.
(Links oben: Der Rheiner See). An vielen Stellen waren die Burgen des Ritterordens zum Kern der Städte geworden, so in All enstein (rechts oben). In eigenwilligem
Backstein-Baustil
ragten sie als Zeichen der sieben hundertjährigen
deutschen Geschichte auf. Die
Rößeler
Burg (Luftbild links, das zweite von unten) war eine der
eindrucksvollsten.
Landwirtschaft
und Fischerei — unser Fischerbild
ist auf dem Dabensee aufgenommen
—
waren die Haupterwerbszweige.
In den Städten
aber, von deren Reiz das Bild von
Passenheim
am Calben-See erzählt
(links ganz unten), entwickelte
sich eine schlichte, handwerklich
gebundene Kunst, die besonders in den Kirchen Ausdruck fand, zum Beispiel in der
Holzkirche
von Reichenau bei Osterode (links Mitte).
Aufnahmen:
Faun W. Jahn
Engelhardt, Maslo, Schiwltitay, ArcMv.
Jahrgang
£_Mai
1953 / S e i t e
©
I
4 / Folge
13
18
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A m See, hlnteT dem Gut stand die Kate. Der
Fischereischuppen war gleich daneben. Dort räucherte Jucknies die A a l e und M a r ä n e n für die
Herrschaft und den M a r k t . Er war ein g u t m ü t i ger A l t e r . Es kam ihm auf ein Pungel Fische
nicht an. Gab es davon nicht genug im See? Das
kleine Kroppzeug, Plötz und Bars, zog i n W o l ken durch das Wasser. A r m l a n g e Hechte standen zwischen dem Schilf, Krebse fing man
schockweise ohne M ü h e . A m See hatte der liebe
Gott den Tisch also nicht nur für die Herrschaft
gedeckt. Fisch war gut für Kinder, besonders
A a l , meinte der A l t e . So ein Rauchaalchen auf
die Faust war für die K l e i n s t e n das beste
Lutscherchen. Das w ä r m t e bei Kälte. U n d im
W i n t e r — o du liebes Gottchen, da hatten die
in der Instkate doch nichts zu lachen. Ueber den
See brauste der W i n d , und v o n der B u n e l k a
pfiff er herunter. D i e K l e i n e n konnten tagelang
nicht heraus. Sie b e s a ß e n ja auch k a u m Schuhe,
nicht einmal K l o t z k o r k e n hatten sie alle. Im
kalten W i n t e r wimmelten sie in dem einen
Raum um den alten Kochofen,, auf dem nicht i m mer etwas zu kochen stand. Z u Michaelis hatten sie meist etwas abgelegtes Unterzeug bekommen, und man sagt, sie wurden dann v o n
der M u t t e r und der g r o ß e n Schwester Annchen
regelrecht darin e i n g e n ä h t . Im F r ü h j a h r erst
krochen sie aus ihren H ü l l e n . W e n n die Kibitze
wieder auf der W i e s e waren, dann kamen auch
sie wieder hervoT.
Das Eis ging auf, die S c h w ä n e kamen, H i m mel und Wasser waTen alle Tage so blau wie
die L e b e r b l ü m c h e n a n den H ä n g e n der Bunelka
ü b e r dem See. V o n diesen Blüten u n d den gelben H i m m e l s c h l ü s s e l c h e n schleppten sie ganze
F ä u s t c h e n v o l l i n die Kate. Das v e r s t ä n d i g e
Annchen flocht einen K r a n z daraus und trug ihn
ins Herrenhaus. Sie brachte Schmandwaffeln in
der Schürze z u r ü c k oder Fladen. „ W i e v i e l seid
ihr eigentlich?", pflegte bei solcher Gelegenheit
die M a m s e l l zu fragen. U n d immer konnte sie
feststellen: „ A l s o wieder eins mehr." Jucknies,
der Fischer, mochte schon recht haben, es
w a r e n arme Menschen i n deT Kate. A b e r fröhlich waren sie doch, und sie lebten, als g ä b e
es keine Sorgen. Die Eltern w a r e n stille Leute
und scharwerkten v o n früh bis s p ä t . „Die H o m s kes", witzelte der Gutsherr, „die A m e i s e n " ,
wenn er sie mit der Kinderschar v o r ü b e r z i e h e n
sah. D i e g r ö ß e r e n waren schon geschickt beim
J ä t e n . Die ganz k l e i n e n schliefen derweilen im
Schatten, das Schnullerchen mit M o h n oder
Kornus im M u n d e . Beim Kartoffelroden hatte
die F a m i l i e ihre g r o ß e n Tage. A b e r auch sonst
machten sich die K i n d e r bezahlt, und es waren
vierzehn Stück. „ J e n d r e i c z i k kriegt die M a n d e l
v o l l " , grienten die Hofleute. Annchen w a r nicht
die Aelteste aber mit zwölf Jahren war sie
schon die zweite Mutter. Sie war für die kleinen
Geschwister da, für das Schwein, die Ziege und
das Essentragen.
In dem F r ü h l i n g aber, als sie siebzehn Jahre
alt geworden war, kam W i l h e l m B o r o w s k i , dessen M i l i t ä r z e i t nun z u Ende ging, auf Urlaub.
Im W i n t e r war der Briefträger einmal bis i n die
K a t e gekommen und hatte A n n a einen Brief gebracht, einen Brief v o n W i l h e l m . Gott sei dank
w a r e n alle G r ö ß e r e n b e i m Dreschen gewesen.
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A b e r W i l h e l m war im F r ü h l i n g wirklich gekommen. „ H e u t e abend gehen w i r auf die Bune.ka. Ich habe es dir geschrieben." Annchen
wurde rot. W i l h e l m war g r ö ß e r als sie und
sah in dem blauen Rock mit den roten Aufschlägen wie der K ö n i g selber aus. Sie war nicht
sehr g r o ß , braunhaarig und v o n rundem Gesicht mit einem Paar g r o ß e r , brauner A u g e n . In
denen war etwas v o n der K l a r h e i t des Sees
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„ W i l h e l m , die Zeitung!" weckte sie den M a n n
aus dem Halbschlaf. „ W e i ß schon", brummte
er. „In der Waschkaue haben sie schon davon
e r z ä h l t . A c h U n s i n n . Er lächelte sie an. Sie
sollte sich nicht sorgen. Sie fand, d a ß er aussah wie damals auf der B u n e l k a . A u c h sie
m u ß t e lächeln. Sie neckte ihn. „ D a s B r u n k e l chen", drohte er. , , 0 , es ist d r a u ß e n " , lachte sie,
und sie k ü ß t e n sich.
Die Sonne sank rot in die Wälder
hinter dem fernen Ufer. Wilhelm
und das Annchen sah ihn an . . .
und dem D u n k e l des Kaddick der Bunelka, wie
Lachen und Traurigkeit zugleich. Sie gingen
also auf die B u n e l k a ü b e r dem See, wo die
blauen L e b e r b l ü m c h e n b l ü h t e n .
Die R o h r s ä n g e r sangen, die W a s s e r h ü h n e r
lockten, der Kuckuck rief. W i l h e l m schlug auf
sein Portemonnaie, auf dem ein goldener Stern
saß u n d die Regimentsnummer. Annchen z ä h l t e ,
wie lange sie noch zu leben haben w ü r d e . A b e r
deT Kuckucksruf nahm gar k e i n Ende. „ A n n chen, du m u ß t mit mir herunterkommen", sagte
W i l h e l m mit einem M a l e . ,,Da lebst du ganz anders. Da ist das mit der A r b e i t nicht so wie
hier. Es gibt nur Barlohn . . . U n d was es da
für H ä u s e r gibt . . ." A l s sich aber die Bucht
mit den Farben des Regenbogens zu t ö n e n begann und die Sonne rot in die W ä l d e r hinter
dem fernen Ufer sank, w u ß t e W i l h e l m von „ d a
unten" nichts weiter zu sagen. Er starrte das
Annchen an, und das Annchen sah ihn an, w e i l
sein Gesicht sich von der Sonne r ö t e t e und die
goldenen Knöpfe so sehr g l ä n z t e n . A u f einmal
k ü ß t e n sie sich. A l s die g r o ß e n Eulen flogen
und der Dunst v o m See k ü h l zu ihnen heraufstieg, schmiegten sie sich immer enger aneinander.
SpäteT lief A n n a oft auf die B u n e l k a . A b e r
W i l h e l m w a r nicht dort, und er w ü r d e auch
nicht wiederkommen. E r wollte für immer da
unten bleiben und A r b e i t nehmen, nicht auf
Deputat, sondern gegen baren L o h n und im
Bergwerk unter der Erde. Ach, wie sie sich
g r a u l t « , wenn sie mitten im Licht auf der B u n e l k a daran dachte, den H i m m e l ü b e r sich, den
k l a r e n See unter sich und in jedem A t e m z u g
den Duft v o n Kiefern, T h y m i a n und Kalmus.
W i l h e l m aber hackte schwarze K o h l e n unter
der Erde. K o h l e n gab es nur i n der Gutsschmiede, und da war Ruß und Rauch, und der
Schmied war auch oft ganz g e s c h w ä r z t davon.
A u f der Bunelka aber geschah es, d a ß A n n a
zu diesen Sorgen noch einen v i e l tieferen
Schrecken erfuhr. M i t einem M a l e w u ß t e sie
es. Die Zeichen waren untrüglich. Sie trug ein
K i n d . Sie w ü r d e ein Brunkelchen haben, w i e
man ein solch uneheliches W ü r m c h e n zu nennen pflegte. M e i n Gott u n d W i l h e l m da unten!
Sonst w ä r e es nicht schlimm gewesen.
Was
w ü r d e die M u t t e r sagen? V i e r z e h n waren sie
schon, u n d nun brachte sie noch ein B r u n k e l chen dazu! — G e r n w ä r e sie gleich davon gelaufen, in den See, i n den W a l d oder zu W i l helm. A b e r dann lieh sie sich bei der M a m s e l l
Briefpapier u n d schrieb am n ä c h s t e n T a g einen
Brief. W i l h e l m antwortete: „Sie sollen dich nicht
schlagen, sonst komme ich. W e n n es da ist, sollen sie es behalten, und du sollst hier arbeiten
kommen. W i r werden es b a l d holen. Ich verdiene gut."
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Sie hatte ihn w i e ein W u n d e r angestaunt, dann
oben i n den U k e l n versteckt und erst am Sonntag nach der KiTche, als sie in ihrem guten Zeug
z u ihrer Freundin ging, unter den verschneiten
Kiefern und im Schutz der K a d d i c k s t r ä u c h e r auf
der Bunelka gelesen. „Im F r ü h j a h r komme ich,
und wir gehen auf die B u n e l k a und abends ins
Dorf tanzen." V i e l mehr hatte nicht d a r i n ges t a n d e n A n n c h e n hatte den Brief ins K l e i d gesteckt. A l s sie abeT am A b e n d die Ziege fütterte, hatte die alte Kose eine Ecke des Papiers
eTwischt und den ganzen Brief heruntergekaut.
A n n a hatte das T i e r nur gestreichelt. „Ist gut
«o", hatte sie gemurmelt u n d den Brief nicht
beantwortet.
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k a m e n noch zwei K i n d e r . N u n w a r e n es v i e r ,
u n d A n n a m u ß t e die A r b e i t w i e d e r « f ^ e n .
Der K r e a q i n g zu Ende. Er war v e r l o r e n . D e r
Fefnd besefzte das W e r k . Er zog w i e d e r ab D e r
H a u e r B o r o w s k i war mit e.nem steifen A r m
nach Hause g e k o m m e n . Doch er arbeitete i n
Ser V e r w a l t u n g . Streik u n d H u n g e r w a r e n gek o m m e n und gegangen. Das j ü n g s t e . K i n d starb
i n der milchlosen Zeit. W i l h e l m hatte graue
Schläfen. A n n c h e n weinte oft, w e n n er es nicht
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A b e r V a t e r langte doch nach dem Riemen,
und wenn M u t t e r nicht dazwischen gesprungen
w ä r e . . . . A b e r M u t t e r schrie: „Ihr macht es,
und w i r m ü s s e n es ausbaden!" Da war V a t e r
knuTrend nach d r a u ß e n gegangen.
Einmal war der Briefträger bis In die Kate
gekommen und hatte Anna einen Brief
gebracht . . . .
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sah Annchen
Das war an einem T a g im J u l i 1914, und dann
kam der lange K r i e g . In den ersten M o n a t e n
nach dem Russeneinfall, aCs W i l h e l m schon
Soldat war u n d irgendwo marschierte, erhielt
A n n a einen Brief v o n zu Hause. „ D e n k D i r nur,
A n n a " , schrieb die Mutter, „ D e i n e Pakete sind
alle angekommen. Das war eine Freude! W i r
hatten ja auch rein gar nichts mehr. A u f der
Flucht war das meiste draufgegangen, und als
w i r z u r ü c k k a m e n , fanden w i r alles a u s g e p l ü n dert und den H o f abgebrannt. A b e r w i r sind
Die Kling'sche war gegangen, und Anna
lief mit dem Blatt in die Stube . . .
alle mit dem Leben davongekommen. N u r Jucknies, den guten A l t e n , der z u r ü c k g e b l i e b e n
war, haben sie tot geschlagen. W i r haben ihn
auf der Bunelka begraben. W e i l w i r aber k e i nen Sarg hatten, auch k e i n M a n n aufzutreiben
war, der einen solchen h ä t t e anfertigen k ö n n e n ,
nahmen w i r stattdessen einen Kleiderschrank
v o m Gut. W i r sind bis hinter A l l e n s t e i n gezogen und haben uns vierzehn Tage im W a l d e
versteckt gehalten . . ." A n n c h e n las den Brief
mit T r ä n e n . Sie sah den a l t e n g r a u k ö p f i g e n
Jucknies v o r sich und dachte, wie er ihr und
den K l e i n e n so manches Rauchaalchen z u gesteckt hatte.
W i e lange war das eigentlich schon her? A n na rechnete nach, lächelte und sah sich u m w i e
einer, der erwacht. Da war eine helle saubere
Küche und sie war die Ehefrau des Hauers B o r o w s k i i n W a n n e - E i c k e l . Ihr M a n n , der gerade v o n Schicht gekommen
war,
schlief
nebenan. Sie hatte das W i l h e l m c h e n , das Brunkelchen v o n einst, mit seiner k l e i n e n Schwester Frida nach d r a u ß e n geschickt, damit Ruhe
in der k l e i n e n W o h n u n g war. V o r dem Fenster
sah man einen Strich blauen Sommerhimmels
zwischen den N a c h b a r h ä u s e r n . Ihr Blick blieb
daran h ä n g e n . Das w ä r e ein T a g für die B u n e l k a gewesen, dachte sie. Dann sah sie zu dem
k l e i n e n Spartopf h i n ü b e r . Er stellte ein Brikett
mit einem Schlitz für die Spargroschen dar und
stand auf dem Schaff. W i e v i e l m u ß t e da noch
hinein, bis sie einmal i n die Heimat
fahren
konnten?
Es klopfte. Die Klingsche, die F l u m a c h barin u n d auch eine v o n zu Hause, brachte eine
Zeitung. „ A m Ende gibt es doch noch K r i e g " ,
sagte sie. „Da hat es der Russe nicht weit bis
zu uns." A n n a krampfte sich das H e r z zusammen. D i e Kate, die B u n e l k a , der See und die
Ihren dort
Die Klingsche w a r gegangen,
und sie lief mit dem Blatt in die Stube. Sie hatten schon ein richtiges Schlafzimmer.
an,
Annchen
und
Prlda
hatten die Kleinen
den beiden Alterchen
D a n n aber k a m der T a g , da fuhren sie_ a l l e
in die Heimat. Der alte Spartopf freilich hatte
es nicht zuwege gebracht. Die H e i m a t rief sie
selbst. D a stand also nun das A n n c h e n i n m i t t e n
der Ihren und v i e l e r Landsleute, die m i t den
S o n d e r z ü o e n heraufgekommen w a r e n , auf dem
L y c k e r M a r k t p l a t z und m u ß t e ganz schnell dem
W i l h e l m c h e n , dem B r u n k e l c h e n noch e r z ä h l e n ,
was sie b e i m alten L e h r e r S k i r l o gelernt hatten, n ä m l i c h : „Lvck ist das H a u p t v o n M a s u r e n In Lotzen schlägt sein H e r z . M a s u r e n a b e r i s t
die Perle v o n O s t p r e u ß e n . " Sie sangen , W L a
flutet der See', u n d dann stiegen sie auf die
b e k r ä n z t e n L e i t e r w a g e n , die das Gut geschickt
hatte und fuhren durch die g e s c h m ü c k t e Stadt
und am L y c k e r See entlang. Der g l ä n z t e b l a u .
D i e K i n d e r , die v o n a l l e m aus den E r z ä h l u n g e n
der E l t e r n g e h ö r t hatten, fanden es noch tausendmal schöneT u n d schrien v o r W o n n e . A m
Dorfrand aber warteten die A l t e n u n d J u n g e n
auf sie, u n d die ' S c h u l k i n d e r sangen H e i m a t lieder.
A l s dann s p ä t e r in einer A b e n d s t u n d e A n n a
mit ihrem M a n n auf der B u n e l k a s a ß , da w a r
es die H ö h e ihres Lebens. D i e D o m m e l rief, u n d
die R o h r s ä n g e r sangen. Es duftete w i e ehedem,
u n d der sandige G r u n d u n d das M o o s a t m e t e n
noch den w a r m e n T a g aus. D i e Bucht t ö n t e sich
mit den F a r b e n des Regenbogens,
und
der
R e i h e r strich grau und g r o ß d a r ü b e r h i n . D i e
U n k e n l ä u t e t e n u n d endlich k a m der M o n d w i e
ein schmales Schifflein ü b e r d u n k l e m G e z w e i g
herauf. A l s sie h e i m w ä r t s z u r K a t e g i n g e n ,
empfing sie die F r ö h l i c h k e i t der K i n d e r . J a , es
w a r die H ö h e ihres Lebens. Sie w u ß t e n es z w a r
nicht, aber sie f ü h l t e n es, d a ß sie g l ü c k l i c h
waren.
Ein B i l d brachte A n n a aus j e n e n T a g e n m i t ,
eine Photographie.
Sie h i n g in der sauberen K ü c h e , so, d a ß sie i m m e r darauf b l i c k e n
konnte. Es zeigte die K a t e u n d sie a l l e v e r e i n t
davoT: V a t e r und M u t t e r , M a n n u n d K i n d e r
u n d die Geschwister u n d deren K i n d e r u n d A n hang. Es fehlten nur jene B r ü d e r , die i m K r i e g e
geblieben waren. „ A n d e n k e n a n den A b s t i m mungssieg im K r e i s e L y c k . " Das stand auf dem
R a h m e n i n einer h e l l e n Schrift.
H i n f o r t aber schaltete A n n a n u n w i e d e r i n
Ihrer Küche i n W a n n e - E i c k e l , u n d i h r M a n n s a ß
hinter dem P f ö r t n e r f e n s t e r a m E i n g a n g 3. Das
B r u n k e l c h e n wurde ein M a n n u n d w a r so g r o ß
w i e der V a t e r und auch die a n d e r e n b e i d e n
wuchsen heran. F r i d a g i n g ins B ü r o , die J u n g e n
i n den Schacht. W e n n Briefe v o n z u H a u s e
k a m e n oder die K l i n g s c h e eine Nachricht hatte,
redeten sie nach den Schichten v o m See u n d
von der B u n e l k a .
Inflation, A r b e i t s l o s i g k e i t , W i r r e n u n d S o r gen einer neuen Zeit g i n g e n ü b e r sie h i n . Das
B i l d in der K ü c h e und der Spartopf b l i e b e n das
Wesentliche.
Doch es k a m ein neueT K r i e g u n d
neues
Schicksal. D i e J u n g e n w u r d e n Soldat.
Frida
heiratete. B a l d waren z w e i E n k e l k i n d e r da, u n d
dann k a m e n die B o m b e n n ä c h t e .
„ I h r m ü ß t nach Hause", sagte B o r o w s k i , jetzt
Luftschutzwart im Betrieb. „ A m See seid ihr
mit den K l e i n e n sieheT."
So fuhr A n n c h e n mit ihrer ToditeT u n d den
hnke.n noch e i n m a l i n die H e i m a t z u r ü c k Es
w a r eine schlimme Fahrt mit den k l e i n e n K i n dern i n den ü b e r f ü l l t e n Z ü g e n zwischen verä n g s t i g t e n Menschen, und v i e l G e p ä c k hatten
hinler
nach sich aui dem Handschlitten
äie langsam zurücksTaptle^
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Zeichnungen: Heinrich K l u m W « .
Jahrgang
4 / Folge
13
Das
Ostpreußenblatt
5. M a l 1 9 5 3 / S e i t e
19
sie auch m i t ; denn sie w o l l t e n doch ihre Habe
retten. A b e r je weiter sie gen Osten fuhren,
desto friedlicher wurde das Land. U n d als sie
ü b e r die g r o ß e Brücke rollten und die M a r i e n b u r g sahen u n d die Menschen, die nun auf den
k l e i n e n B a h n h ö f e n i n das A b t e i l stiegen und die
noch ganz v o n der ihnen vertrauten frohen G e lassenheit waren, da wurde auch ihnen wieder
leicht ums Herz, und sie fühlten sich geborgen.
S p ä t e r auf dem L a n d w e g k a m e n ihnen die
E l t e r n e i n S t ü c k c h e n entgegen. Uralt waren die
beiden A l t e r c h e n nun. D i e U r e n k e l b e g r ü ß t e n
sie mit scheuem Staunen, so wie sie auch nachher v o r dem See standen, der so grenzenlos
w e i t w a r u n d v o r den Kiefern und dem dunkl e n K a d d i c k der B u n e l k a . „ H i e r ist immer wie
Sonntag", f l ü s t e r t e n sie sich zu. V i e l l e i c h t dachten sie an die Zeche, die mit K l i r r e n und D r ö h nen k e i n e Stunde Ruhe gab. —
A n n a schrieb a n ihren M a n n : ,,Es ist wie es
immer war. W e n n W i l h e l m u n d H e i n z U r l a u b
bekommen, m u ß t D u Dich frei machen, und ihr
m ü ß t herkommen." A b e r W i l h e l m u n d H e i n z erhielten k e i n e n U r l a u b mehr. Sie waTen, w i e das
h e ß , zur G r o ß e n A r m e e abberufen worden. —
:
A l s die Nachricht für W i l h e l m kam, waT gerade F r ü h l i n g . Da g i n g A n n a auf die B u n e l k a
ü b e r dem See u n d weinte. A c h w i e gut, daß ich
hier b i n , dachte sie in a l l ihrem Schmerz, wie
h ü t e ich das da unten ü b e r s t e h e n s o l l e n . . . .
S e p r e ß t e ihr Gesicht i n den T h y m i a n und
schluchzte: „ H i e r habe ich i h n empfangen, ach
k ö n n t e ich doch hier begraben sein."
A b e r eines Tages z u B e g i n n eines W i n t e r s
schrieb ihr M a n n : „Ich halte dafür, d a ß ihr jetzt
wieder hier h e r u n t e r k o m m e n m ü ß t . H i e r k a n n
man z w a r sterben, aber b e i Euch z u H a u s e
kommt b a l d noch Schlimmeres." D a s A n n c h e n
lief w i e d e r auf die B u n e l k a , w o n u n der K a d d i c k
aus dem Schnee schaute und die K i e f e r n s t ä m m e
rostrot i n der k l a r e n Luft standen. S i e s a h auf
den See, der d r a u ß e n noch offen w a r u n d tiefblau. D a sprach sie m i t i h m w i e m i t e i n e m
Menschen oder mit Gott. „ K a n n das denn geschehen, d a ß w i r fort m ü s s e n ? " Ihr w a r z u M u t e
wie
damals, als sie, e i n junges
verlassenes
M ä d c h e n , a m liebsten i n i h n hineingelaufen
wäre.
Ihr alter gebeugter V a t e r aber hantierte i m
Schuppen mit zitternden
H ä n d e n an
einem
Schlitten. „ I h r m ü ß t ! D e n k e a n die K i n d e r ! "
U n d auch die M u t t e r , die alte O h m c h e n sagte:
,,Du m u ß t w i e d e r herunter. D u m u ß t deinem
M a n n helfen. Ihr m ü ß t arbeiten. D u g e h ö r s t
jetzt d a h i n . — W i r d ü r f e n b l e i b e n " , m u r m e l t e
sie und nickte z u r B u n e l k a h i n ü b e r , w o Jucknies
sein G r a b hatte, w o deT alte W a l l war u n d die
U r n e n des b l o n d e n V o l k e s tief im H a n g ruhten.
D a n n war es doch soweit. Sie standen unter
der BiTke, w o der L a n d w e g auf die Chaussee
trifft, A n n c h e n u n d F r i d a , u n d hatten die K l e i nen h i n t e r sich auf dem H a n d s c h l i t t e n . Sie sahen
den b e i d e n A l t e r c h e n nach, die langsam zur
K a t e z u r ü c k s t a p f t e n . Es w a r s p ä t e r A b e n d .
U e b e r der B u n e l k a stand roter
Feuerschein.
Schnee begann z u flocken. A n n a z o g das
« c h w a r z e Kopftuch fester. D a n n reihten sie sich
In den endlosen Z u g deT F l ü c h t e n d e n ein.
Die sieben masurischen Kreise
„Die Heimaterde vom deutschen Joch befreien!" —
so lautete die von Warschau aus an die Bevölkerung Masurens gerichtete Parole. Die Gesichter der
polnischen Manager, die diesen Schlachtruf einst
ersannen, wurden sehr lang, als sie nach dem
11. Juli 1920 Gelegenheit hatten, die Abstimmungsergebnisse in den sieben masurischen Kreisen (Neidenburg, Orteisburg, Johannisburg, Sensburg, Lotzen,
Lyck und Marggrabowa — später in Treuburg umbenannt — zu studieren. Der Hundertsatz der für
Polen abgegebenen Stimmen lag zwischen 1,5 bis
0,0006. Insgesamt hatten diese sieben Kreise nicht
einmal tausend polnische Stimmen aufzuweisen.
Unter Schinken und
Würsten
Herta Stutzkeis, die heute in Herne hinter der
Theke eines Metzgergeschüitcs
steht, achtundzwanzig iübrig, spielte als Kind in Elbing. Der
Vater war daheim Händler.
Heute
hilft
sie
ihrem Mann im Geschält.
Auch ihr Mann ist
Vertriebener.
Herta Stutzkeis lernte ihn in München kennen, wohin das Schicksal sie, über Berlin
zunächst versdi/agen hatte. 1946 kamen
beide nach Herne und bauten hier
tatkraftig
ihr Unternehmen
auf, das demnächst
ein Filialgeschäft
in Hüls, eröffnen
will. Im
Stutzkeisschen Geschäft
sollen nur Vertriebene
beschäf-
tig! werden.
Das W a p p e n der Stadt B o c h u m
Nach einer zeitgenössischen Zeichnung
1914: Die alte Ordensfeste
Patenstadt
Feierliche
Übernahme
trotzte der russischen
von
der
Artillerie
Neidenburg
Patenschaft
durch
die Stadt
Bochum
Tausende von Landsieuten
sind vor der letzten Jahrhundertwende
und auch in den Jahrzehnten nachher aus dem Kreis Neidenburg
nach dem Ruhrgebiet gezogen, und viele von
ihnen sind dabei nach Bochum gekommen. Schon dadurch allein ist die innere
Beziehung
zu der Tatsache hergestellt, daß die Stadt Bochum jetzt die Patenschaft über den Kreis
Neidenburg
übernimmt.
Der Hauptausschuß
der Stadtvertretung
hat vor kurzem diesen
Beschluß
gefaßt.
Die Uebernahme
der Patenschaft
soll anläßlich
des
Bundestreffens
unserer Landsmannschaft
in Bochum durch den Oberbürgermeister
unter
gleichzeitiger
Ueberreichung
einer Urkunde
in feierlicher
Form erklärt
werden.
Wie
Oberstadtdirektor Dr.Petschel in einem Schreiben an den Kreisvertreter
des Kreises Neidenburg
in
der Landsmannschaft
Ostpreußen,
Bürgermeister
z. Wv. Wagner, sagt, bekundet die Stadt
Bochum damit eindringlich
den Willen, das Gefühl der Zusammengehörigkeit
mit den
Heimatvertriebenen
zu pflegen
und das Bewußtsein
der kulturellen
Bedeutung
des
deutschen Ostens
wachzuhalten
Im S c h u t z e d e r
Neidenburg
Schon a m Bahnhof erhielt der A n k o m m e n d e
einen einladenden Eindruck v o n der Stadt N e i denburg. Schmucke V i l l e n , sauber a u f g e f ü h r t e
W o h n h ä u s e r , u m die Luft u n d Licht war, freundlich gehaltene G ä r t e n und das G r ü n hoher
Baumgipfel u m f i n g sein Blick. W a s er sah, w a r
das Ergebnis eines w o h l ü b e r l e g t e n W i e d e r a u f baues nach dem Ersten W e l t k r i e g , i n dem die
alte Stadt fast v ö l l i g z e r s t ö r t w o r d e n war. Das
gewaltige R i n g e n w ä h r e n d der Schlacht v o n
T a n n e n b e r g hatte auch sie i n Mitleidenschaft
gezogen.
V i e l e S t ä d t e i n M a s u r e n w u r d e n , s o w i e der
W a f f e n l ä r m verstummte, i n g r o ß z ü g i g e r W e i s e
neu aufgebaut. D e m Stadtbild N e i d e n b u r g s v e r llieh die z w e i t ü r m i g e B u r g einen besonderen
C h a r a k t e r . Sie wurde v o n den deutschen O r densrittern auf einem H ü g e l errichtet, der sich
steil aus dem T a l des N e i d e f l ü ß c h e n s erhebt.
Dieses feste H a u s mit seinen z w e i M e t e r dicken
M a u e r n w a r eines der letzten, das der O r d e n i n
d e m an B u r g e n reichen Lande baute. Es entstand z u Z e i t e n des Hochmeisters W i n r i c h v o n
Begeisterter Fußballer . . .
Ulrich Zalewskis
Vater war in
Königsberg
Kriminalpolizei-Inspektor.
Er lebt nicht mehr.
Die Mutter des Fünfzehnjährigen
blieb mit fünf
Geschwistern
in Wilhelmshaven
zurück, als Ulrich, der Aelteste, dort im vergangenen
Sommer aufbrach, um im Westen Arbeit
anzunehmen. Ulrich ist heute Berglehrling
auf einer
Schachtanlage
in Wanne-Eickel
und wohnt in
einem sehr schönen
Berglehrlingsheim,
in dem
es ihm ausgezeichnet gelallt. Er ist begeisterter
Fußballer.
K n i p r o d e i n der g r ö ß t e n Machtifulie des geistlichen Riitterstaates.
A u f dieser B u r g t r ä u m t e einst e i n K n a b e , der
i n N e i d e n b u r g 1821 geborene F e r d i n a n d G r e g o r o v i u s . E r t r ä u m t e v o n den hohen Z e i t e n des
Mittelalters, v o m ritterlichen K a m p f für das
K r e u z , v o n Z ü g e n i n unbekannte Lande . . .
„ . . .Ich b i n aus i h r e m T u r m e
E i n F a l k , der sich i m Sturme
Ins weite L a n d v e r f l o g .,. ."
So schrieb er s p ä t e r , als die gebildete W e l t i n
i h m den genialen Geschichtsschreiber der Stadt
R o m i m M i t t e l a l t e r verehrte.
In unseren T a g e n w a r der S c h l o ß b e r g i n eine
herrliche, p a r k ä h n l i c h e A n l a g e umgewandelt, i n
der j u n g u n d alt gern w e i l t e . F r i e d l i c h w a r das
L e b e n geworden. D i e B u r g w a r nur noch eine
Sehenswürdigkjpt.
Ihrem
mächtigen
Schutz
hatte die Stadt aber i h r Bestehen z u v e r d a n k e n .
N e i d e n b u r g hat a m 7. Dezember 1381 die
Stadtrechte erhalten. H a n n u s Grans w a r ihr erster S c h u l t h e i ß , und mit P a u l W a g n e r schließt
die Reihe der amtierenden B ü r g e r m e i s t e r . W e c h s e l v o l l w a r das Schicksal der Stadt, d e n n durch
die Lage i n der N ä h e der polnischen G r e n z e
w a r e n die B ü r g e r b e i jedem Einfall feindlicher
Lieber Bauer . . .
In Gelsenkirchen
steht der
Dreherlehrling
Kurt Bartschewski
an der Werkbank.
Königsberg ist die Heimatstadt
des
Vierzehnjährigen,
dessen Ellern beide vermißt
sind und der keine
Geschwister
oder andere Verwandte
mehr besitzt. Aus einem Lager in Schleswig
kam der
Junge
1946 in das Ruhrgebiet.
Er hätte
ja
eigentlich
gern Bauer
werden
wollen.
Der
Vater, Arbeiter in Königsberg,
hatte ein kleines
Stückchen
Land. Aber die Industrie bietet einem
heute ja bessere
Fortkommensmöglichkeiten,
erklärte
der ernste Junge. Heute ist er mit
seinem Arbeitsplatz
glücklich.
Das Wappen der Stadt Neidenburg
stellt
einen mit einem Laubkranz
auf
dem
Haupte und Laubschurz
um die Lenden
geschmückten
„Wilden Mann" dar. In der
Rechten hält er ein Schwert, in der Linken
eine Lilie.
Das letztere
Symbolzeichen
wechselte mitunter. Die Wappeniigur
ist
auch mit einer Rebe und dann wieder mit
einem aus dem
Boden
entsprossenen
Blumenstock in der Hand gezeichnet, aber
immer mit einem
Fruchtsymbol
Scharen als erste g e f ä h r d e t . Besonders schwer
z u leiden hatte N e i d e n b u r g beim Tatareneinfall 1656, und dann jetzt, i m Z w e i t e n W e l t k r i e g .
W u n d e r b a r ist die U m g e b u n g der Stadt. Z w i schen bewaldeten H ü g e l n spiegeln sich blaue,
tiefklare Seen. Es ist die Eigenart der masurischen Landschaft, die O s t p r e u ß e n so v i e l e
Freunde i m W e s t e n des Deutschen Reiches verschafft hat.
Krankenpflegerin
Anne
Wagner
1946 kam Anne Wagner als
Siebzehnjährige
mit ihren Eltern aus dem Flüchtlingslager
in
Thüringen
nach Essen. Die Familie stammt aus
Königsberg,
wo Anne Wagners
Vater
einen
Bauernhof hatte. Das Mädchen
hatte bereits in
der Heimat eine Ausbildung
als
Krankenpflegerin begonnen und fand am neuen Wohnsitz sehr
schnell eine Stelle in ihrem Beruf. Anne Wagner ist noch ledig, mit ihrem Arbeitsplatz
glücklich und zufrieden.
Wenn es einmal sehr viel
Zeit hat, dann setzt sich das Mädchen aus der
ostpreußischen
Hauptstadt
am liebsten an das
Schachbrett.
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5. M a l 1 9 5 3 / S e i t e 2 0
A i , t ; i waren
einander
auch die -anc J V m d
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l ä n g s t nicht mehr fremd. S e
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wie eine F a m i l i e , hatten sie
meinsame Beziehung z u d u «
Jetzt hielt der Z u g . D e erste^
^
Abstimmungsgebiet
war
kleinen Stationsgebäude s t a n d ^ ^ ^ ^
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Menschen, a n rhrer Spitze ai
fangskommission. A m ^ j
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T ü r e n geöffnet, u n d . ™ t d i r e n
aussteigen.
Taschen sah m a n . ? » 9 j ! i S
Flugs wurde es d r ü b e n lebendig
*
und fröhliches G r ü ß e n
begann
Menschen s t ü r z t e n sich auf die
^
ü n g e , nahmen ihnen K o f e r u n d
den H ä n d e n und ,
' w e r aber keine
T r i u m p h e mit sich v o n dannen. ™ e
Bekannten hatte, wurde v o n der M P
J
m i s s i o n nicht w e n i g e r freundlich Degruoi,
ö
d
D iese A b s t i m m u n g w i r d für alle Zeiten e i n
Ruhmesblatt i n der Geschichte O s t p r e u ß e n s
bleiben. Eine Erinnerung a n sie ist auch heute,
o b w o h l mehr als 30 Jahre seitdem verflossen
s i n d und die V e r h ä l t n i s s e sich inzwischen sehr
stark, v e r ä n d e r t haben, nicht zwecklos odeT
ü b e r f l ü s s i g , sondern 6ie soll uns und unsere
K i n d e r immer wieder z u unwandelbarer Treue
gegen unsere Heimat anspornen.
E i n breiter
Streifen Land, der v o n der Ostsee durch Pommern, W e s t p r e u ß e n und Posen bis an die p o l n i sche Grenze reichte, war uns nach dem Ersten
"Weltkriege genommen und a n Polen ü b e r g e b e n
worden. M a n nannte dieses g r o ß e Gebiet, wie
w i r wissen, den „Korridor". Es war ein „Korridor", z u dessen Durchguerung man im Schnellzuge v i e r Stunden b e n ö t i g t e . O s t p r e u ß e n war
nebst v i e r angrenzenden K r e i s e n v o n Westp r e u ß e n z u einer Insel inmitten polnischer U m gebung geworden. Durch eine Abstimmung, die
sie verlangten und durchsetzten, hofften die
Polen z u erreichen, d a ß von dieser Insel Ostp r e u ß e n noch etliche T e i l e a b b r ö c k e l n und
ihnen zufallen w ü r d e n .
Gespannt warteten w i r Deutsche auf die Bedingungen, die für diese A b s t i m m u n g herausgegeben werden sollten. A l s w i r h ö r t e n , daß
alle Erwachsenen, die innerhalb des bezeichneten Gebietes geboren waren, ihre Stimme abgeben dürften, einerlei, w o sie gerade ihren
W o h n s i t z hatten, war es uns i m Reiche klar, daß
w i r unsern B r ü d e r n in der Heimat zu Hilfe eilen
m u ß t e n , wie weit und u m s t ä n d l i c h auch immer
die Reise dorthin sein mochte.
Es galt, alle zur A b s t i m m u n g Zugelassenen
m o b i l zu machen. U n v e r z ü g l i c h gingen w i r ans
W e r k . Eine Versammlung, die i n den g r o ß e n
Saal des Gemeindehauses zu GelsenkirchenUeckendorf einberufen war, bildete für den Industriebezirk den Auftakt. Geladen und vertreten waren alle i m Ruhrrevier vorhandenen
V e r e i n i g u n g e n und V e r b ä n d e . W i e sehr auch
sonst in r e l i g i ö s e r , sozialer und politischer H i n sicht die M e i n u n g e n auseinander gingen, —
hier standen sie alle zusammen w i e ein M a n n i n
dem brennenden Wunsche, der Heimat zu h e l fen. N a t ü r l i c h wurden danach noch weitere Z u s a m m e n k ü n f t e und Beratungen ü b e r die Regel u n g v o n Einzelfragen notwendig. In ihrem
V e r l a u f entstand ein A r b e i t s a u s s c h u ß , der sich
h a u p t s ä c h l i c h darum b e m ü h t e , ü b e r a l l i n V e r bindung mit den B e h ö r d e n O r t s a u s s c h ü s s e zu
bilden, w ä h r e n d er die Bearbeitung aller direkt
mit der Abfertigung der „ A b s t i m m l e r " zusamm e n h ä n g e n d e n Fragen dem Deutschen Schutzbund in Berlin ü b e r t r u g . Dieser entsandte den
M a j o r a. D . W ö r n e r aus Essen als Geschäftsführer. Im Vereinshause der Neustadt zu G e l senkirchen wurde das H a u p t b ü r o errichtet, das
hier eine Möglichkeit fand, sich g e m ä ß dem
steigenden Bedürfnis r ä u m l i c h zu erweitern. F ü r
das von den Franzosen besetzte Rheinland richtete der Deutsche Schutzbund, den B e m ü h u n g e n
des Lehrers GoToncy folgend, in Düsseldorf eine
Meldestelle ein.
Die Beschaffung der erforderlichen A u s w e i s papiere
verursachte
außerordentlich
viel
Schreibwerk. Sie wurde v o n etwa 72 000 M e n schen begehrt, wenngleich schließlich durch die
Gelsenkirchener Geschäftsstelle nur etwas mehr
als 60 000 und durch die D ü s s e l d o r f e r rund 7000
Abstimmungsberechtigte auf die Reise gebracht
werden konnten. D i e ü b r i g e n m u ß t e n aus den
verschiedensten G r ü n d e n von ihrem V o r h a b e n
z u r ü c k t r e t e n . A l s die A n t r ä g e mit den zugeh ö r i g e n Geburtsurkunden beisammen waren,
w u r d e n sie durch Kuriere, z w e i k r ä f t i g e und
z u v e r l ä s s i g e M ä n n e r , in g r o ß e n Koffern persönlich an die o s t p r e u ß i s c h e H a u p t g e s c h ä f t s stelle in Carlshof bei Rastenburg gebracht, und
z w a r vorsichtshalber auf dem Seewege übeT
S w i n e m ü n d e - P i l l a u , damit sie nicht im K o r r i d o r
in unrechte H ä n d e fielen.
F ü r viele und sehr verschiedenartige Dinge
w a r e n V o r k e h r u n g e n zu treffen. So m u ß t e i n
den Familien, i n welchen beide Eltern z u r A b stimmung fahren konnten, für die Betreuung
oder Unterbringung kleiner Kinder
gesorgt
werden. A u f manchen B a h n h ö f e n waren Erfrischungen bereitzustellen und an die Reisenden in den A b t e i l e n Schriften a u s z u h ä n d i g e n .
Die Beschwerden der langen Fahrt sollten nach
M ö g l i c h k e i t gemildert und die A b s t i m m l e r bei
D e r
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fröhlicher Stimmung gehalten werden. M u s i k kapellen, die hier und da auf den B a h n h ö f e n
aufspielten, w ä h r e n d die S o n d e r z ü g e hielten,
und Schulklassen, die mit s c h ö n e n G e s ä n g e n
die Durchreisenden auf den Stationen ermunterten und ehrten, halfen i n w i r k u n g s v o l l e r
W e i s e mit.
Nicht geringe Schwierigkeiten bereitete die
B e f ö r d e r u n g der Menschenmassen. Jeder Platz
sollte a u s g e n ü t z t und doch auch den berechtigten W ü n s c h e n nach Bequemlichkeit möglichst
Rechnung getragen
werden.
Innerhalb v o n
zwölf bis vierzehn Tagen m u ß t e für alle M i t fahrenden sowohl die H i n - als auch die Rückreise abgeschlossen sein. D a r u m m u ß t e für alle
Transporte eine genau einzuhaltende Ordnung
und Reihenfolge festgelegt werden. Die Polen
l i e ß e n aber nur eine b e s c h r ä n k t e Z a h l v o n Sond e r z ü g e n durch den Korridor. Infolgedessen
wurde es notwendig, für den g r ö ß e r e n T e i l der
A b s t i m m l e r den U m w e g ü b e r die Ostsee in A n spruch zu nehmen. D a ß die Polen Schwierigkeiten bereiten w ü r d e n , war zu vermuten.
Gleich bei den ersten S o n d e r z ü g e n wurden von
ihren Kontrollbamten zahlreiche F a h r g ä s t e z u r ü c k g e w i e s e n , w e i l die A u s w e i s e , ü b e r deren
F o r m man sich ü b r i g e n s vorher v e r s t ä n d i g t
hatte, ihnen nicht g e n ü g t e n , oder w e i l M ü t t e r ,
welche k l e i n e K i n d e r bei sich hatten, für diese
» vorzulegeten. W ä h r e n d aus dem Reich
S ö n d e r z u g nach
n d ! ein Son
dem andern anrollte, staute sich in Schneidem ü h l die Schar der Z u r ü c k g e w i e s e n e n .
Doch nicht lange, so fand sich Rat und Hilfe.
D i e deutsche Eisenbahnverwaltung stellte Sond e r z ü g e zusammen, welche die ausgeschlossenen Personen nach S w i n e m ü n d e b e f ö r d e r t e n .
Dort war man für A b f e r t i g u n g v o n Massentransporten gut eingerichtet. Festlich g e s c h m ü c k t e
H a l l e n , in denen für a l l e Bedürfnisse gesorgt
war, nahmen die v i e l e n Reisenden auf, die sich
hier sammelten. M u s i k k a p e l l e n boten ihnen
fröhliche Unterhaltung. D i e Beschaffung des erforderlichen Schiffsraums war keine geringe
Aufgabe, da man uns nach dem K r i e g e die
g r o ß e n u n d bequemen Seedampfer genommen
1920)
hatte. Es wurde aber herbeigeholt, was a n
irgendwie brauchbaren Fahrzeugen noch aufzutreiben war. F ü r die meisten A b s t i m m l e r war
eine Meeresfahrt etwas Neues. E r w a r t u n g s v o l l
und wohlgemut gingen sie a n Bord. Doch ach,
zahlreiche unter ihnen — a n manchen Tagen
waren es die meisten Passagiere — m u ß t e n den
bewegten Wasserfluten einen besondern Tribut
entrichten. Das war für die Betroffenen nicht
angenehm. A l s sie aber i n P i l l a u w i e d e r festen
Boden unter den F ü ß e n fühlten, mit M u s i k und
freundlichen W o r t e n b e g r ü ß t wurden, war die
b ö s e Seekrankheit schnell vergessen. V o n hilfsbereiten F ü h r e r n geleitet u n d ü b e r a l l e Fragen
beraten, stiegen sie a m nahen Bahnhof in die
bereitstehenden Z ü g e , die n u n schon auf h e i matlicher Erde sie ihrem Endziele entgegenbrachten.
W a r das eine Fahrt! A n g e s c h m ü c k t e n B a h n höfen ging es v o r ü b e r . H i e r und da ein Transparent mit einem freundlichen W i l l k o m m e n s g r u ß u n d l i n k s u n d rechts die w o g e n d e n K o r n felder mit ihren vollen, fast schon reifen
A e h r e n , i n ihrer M i t t e die k l e i n e n H ä u s e r der
freundlichen Dörfchen, ü b e r r a g t v o m spitzen
Kirchturm, und alles so hell v o n der Sonne beschienen. U n d da die s c h ö n e W i e s e , eine w e i dende Kuhherde, und dort schon ein abgem ä h t e s Roggenfeld und fleißige Menschen mit
g e b r ä u n t e n Gesichtern bei der
beginnenden
Erntearbeit! U n d diese Luft, so r e i n , so w ü r z i g ,
— e i n wahres L a b s a l für uns Industriemenschen
und G r o ß s t ä d t e r ! L ä n g s t hatte man die Fenster
des A b t e i l s heruntergelassen,
und in v o l l e n
Z ü g e n atmete man den Duft ein, der v o n den
G ä r t e n , W i e s e n , Feldern und W ä l d e r n hereinströmte.
U n d w i e schwirrte es in den A b t e i l e n v o n fröhlichen G e s p r ä c h e n durcheinander!
D a hatten
sich schon auf dem Schiff z w e i Jugendfreunde
getroffen, die v o r fast d r e i ß i g J a h r e n gemeinsam zur Schule gegangen waren. W a s hatten
die alles zu e r z ä h l e n ! W i e verschieden w a r e n
ihre Lebenswege gegangen, u n d doch w i e freuten sich beide gleicherweise, d a ß sie sich hier
in der H e i m a t wiedergefunden hatten.
Aber
11. J u l i 1920 i n
Liste 3*"
zusammen
Anzahl der Gemeinden,
die stim inten für
Ostpreußen
—
2 312
32 010
121
35 684
116
16 673
1 900
41 359
117
A l l e n s t e i n (Stadt)
13 848
3 900
2 412
20 160
1
Osterode
29 432
20 605
4 261
54 298
244
•
24 561
13 831
38 392
198
p
i
u
n
n
k
g
e
e
n
d i
Zahlen
Polen
Anzahl der abgegebenen
Stimmen für
OstpreuBen
Polen
Anzahl der
ungültigen
Stimmen
Getaartzahl der
Stimmen
D a n n kam der g r o ß e T a g : der 11. J u l i . In d e n
Kirchen v e r s a m m e l t e n sich die G e m e i n d e n z u
w e i h e v o l l e n Gottesdiensten, i n denen j e d e m
einzelnen die V e r a n t w o r t u n g für d i e s e A b s t i m mung v o r Gottes A n g e s i c h t auf das G e w i s s e n
gelegt w u r d e . V i e l e empfanden den G a n g z u r
U r n e in den W a h l l o k a l e n w i e e i n e n h e i l i g e n
Opfergang z u r V e r t e i d i g u n g des h e i ß g e l i e b t e n
V a t e r l a n d e s mit dem S t i m m z e t t e l i n der H a n d .
Ergreifende E i n z e l h e i t e n s i n d b e k a n n t g e w o r d e n .
Selbst aus A m e r i k a w a r e n A b s t i m m u n g s b e r e c h tigte h e r ü b e r g e k o m m e n . E i n S c h w e r k r a n k e r aus
dem Reich hatte sich duTch die S t r a p a z e n der
w e i t e n Reise nicht z u r ü c k h a l t e n lassen. E r H e ß
sich ins W a h l l o k a l tragen, g a b m i t letzter A n strengung seine Stimme ab u n d — s t a r b n o c h
an dem g l e i c h e n T a g e .
D e m Schreiber dieser Z e i l e n w u r d e es m ö g lich, noch z u m A b e n d sich nach A l l e n s t e i n z u
begeben. V o r dem H o t e l z u m Deutschen H a u s e ,
in w e l c h e m der H e i m a t d i e n s t s e i n H a u p t q u a r t i e r
aufgeschlagen hatte, mischte er sich u n t e r d i e
immer s t ä r k e r anwachsende V o l k s m e n g e , d i e
gespannt auf die B e k a n n t g a b e der A b s t i m mungsergebnisse wartete. In k u r z e n A b s t ä n d e n
w u r d e n die telephonisch a u s a l l e n O r t e n nach
und nach eingehenden M e l d u n g e n v e r k ü n d e t .
Jubelnde Begeisterung erfaßte die Menge, als
v o n a l l e n Seiten n u r N a c h r i c h t e n v o n e i n e r
ü b e r w ä l t i g e n d e n , h ä u f i g sogar
einstirnmigen
V o l k s e n t s c h e i d u n g für D e u t s c h l a n d
eintrafen.
D i e Freude fand i h r e n A u s d r u c k i n G e s ä n g e n ,
die zum abendlichen H i m m e l e m p o r s t i e g e n . Irg e n d j e m a n d hatte es a n g e s t i m m t :
„Großer
Gott, w i r loben D i c h " , dann w i e d e r „Ich h a b '
mich ergeben" u n d schließlich „ N u n d a n k e t a l l e
Gott!" D i e Offiziere der a l l i i e r t e n K o m m i s s e n ,
Franzosen u n d Italiener, welche die W a h l z u
ü b e r w a c h e n hatten, fuhren i n i h r e n A u t o s durch
die S t r a ß e n u n d a n der j u b e l n d e n V o l k s m e n g e
v o r b e i . S i e k o n n t e n nur feststellen: D a s h i e r
w a r die E i n m ü t i g k e i t eines v o n seiner Z u sammengehörigkeit überzeugten Volkes.
Da
war nirgends Streit, nirgends eine R a u f e r e i
oder ü b e r m ü t i g e s R a n d a l i e r e n , ü b e r a l l n u r e i n e
g r o ß e , tief empfundene F r e u d e . U n d w o w a r e n '
d i e A g i t a t o r e n für die polnische Sache? S i e '
hatten sich aus dem Staube gemacht. S i e h a t t e n |
gemerkt, d a ß v o r der elementaren W u c h t der
V o l k s e i n h e i t k e i n Platz mehr w a r für W i d e r sacher u n d F r i e d e n s s t ö r e r .
Das amtliche Ergebnis stellte fest, d a ß i m
A l i e n s t e i n e r A b s t i m m u n g s g e b i e t , welches
die
Landschaften M a s u r e n und E r m l a n d u m f a ß t e ,
a u ß e r einigen u n g ü l t i g e n W a h l z e t t e l n 363 209
S t i m m e n für das V e r b l e i b e n b e i D e u t s c h l a n d
und nur 7980 S t i m m e n für e i n e n A n s c h l u ß a n
P o l e n abgegeben w a r e n . Das w a r e i n Ergebnis,
das i m ganzen deutschen V o l k e h e l l e F r e u d e
u n d Begeisterung, aber auch in der ganzen W e l t
Staunen und B e w u n d e r u n g a u s l ö s t e .
Dennoch: A l s w i r nach d e r A b s t i m m u n g Ins
Reich z u r ü c k k e h r t e n - die e i n e n i m geschlossenen S o n d e r z u g durch den polnischen K o r r i d o r ,
die andern auf dem w e i t e n U m w e g e ü b e r die
Her ^ 1 7 '
S
"
" d v i e l e a n d e r e neben
llrLri w
s c h ö n e n , a u f friedlichem W e g e errungenen S i e g auch d e r w e h b
—
•
28 625
2
23
28 650
29 378
9
14
29 401
9
e
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F
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6
G
t
u
d
e
e
u
b
e d a n k e
A l l e n s t e i n (Land)
25 616
14 295
41 371
179
1
—
4
35 252
758
29
36 039
16 742
342
54
17 138
—
1 460
Sensburg
23 416
14 431
960
38 807
Neidenburg
14 481
10 830
1 298
26 609
190
—
3
—
142
1
eine Gemeinde mit
gleichen Stimmen
197
—
Orteisburg
32 517
22 630
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Personen, die im Abstimmungsgebiet geboren sind und hier ihren W o h n s i t z oder g e w ö h n l i c h e n Aufenthalt haben.
Personen, die im Abstimmungsgebiet geboren sind, aber hier keinen W o h n s i t z oder g e w ö h n l i c h e n Aufenthalt haben.
Personen, die, ohne im Abstimmungsgebiet geboren z u sein, hier seit dem 1. 1. 1905 ihren W o h n s i t z oder g e w ö h n l i c h e n Aufenthalt haben.
Liste 1 einschließlich Liste 3.
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d i e ' G ä s i abholen, welche z u e i n e m etwas entfernter gelegenen Dorfe ^ o - U e n ^ I n den H a
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b w ä h r t e sich die v i e l g e r u h m t e
ostpreußiscne
c I s t l i A k e i t auf das g l ä n z e n d s t e K u c h e n w ä r e »
in M e n g e n gebacken, u n d mit S c h i n k e n , selbst
gemachfer W u r s t , mit Butter u n d dem k e r n i g e n
Landbrot w u r d e n den F r e u n d e n aus dem K o h lenlande die Tische gedeckt. In d e n etzten T a gen vor der A b s t i m m u n g veranstaltete man besonders in den S t ä d t e n festliche U m z ü g e
an
die sich g r o ß e V e r s a m m l u n g e n mit A n s p r a c h e n
und V o r t r ä g e n a n s c h l ö s s e n . A u s e i n i g e n h i e r
b e i g e f ü g t e n B i l d e r n l ä ß t sich d e u t l i c h die f r ö h liche u n d siegesgewisse S t i m m u n g e r k e n n e n ,
welche damals Stadt und L a n d beherrschten.
Rößel
Insgesamt
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N a c h den A n g a b e n der interalliierten K o m m i s s i o n
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Die A b s t i m m u n g v o m
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Jahrgang 4 / Folge 13
Das Ostpreußenblatt
5. M a i 1 9 5 3 / S e i t e 21
der schönste Vtate im Ruhrgebiet
Dr.
Thienemann
und
seine
Ostpreußen
im Duisburger
Tierpark
D i e A u f g a b e n , die unsere Provinzhauptstadt manm, der Sohn des Vogelprofessors in RossitK ö n i g s b e r g nach der Schaffung des W e i c h s e l - ten.
k o r r i d o r e s zufielen u n d sie zur R e p r ä s e n t a n t i n
W e r bei uns kannte nicht wenigstens den
Deutschlands, ja des A b e n d l a n d e s i m Nordost- N a m e n des Professors Thienemann? Die E i n r a u m machten, l ö s t e n eine fast ü b e r s t ü r z t e Ent- richtung der Rossittener V o g e l w a r t e , die u n z ä h w i c k l u n g aus In den d r e i ß i g e r J a h r e n war trotz ligen Beringungversuche, die A u f k l ä r u n g manemsiger B a u t ä t i g k e i t das K l e i d der Stadt an cher Geheimnisse des V o g e l z u g e s , das g r o ß e
a l l e n Ecken zu k l e i n geworden. Im obersten Experiment mit den J u n g s t ö r c h e n , die erst nach
Stockwerk des Stadthauses war damals ein gro- dem A b f l u g ihrer Eltern a l l e i n auf die g r o ß e
ß e r Technik er stab damit beschäftigt, g r o ß z ü g i g e W i n t e r r e i s e gehen durften und doch den W e g
P l ä n e zur U m g e s t a l t u n g des Stadtbildes auszu- fanden, hatten i h m wissenschaftlichen Welbrul
arbeiten und i m M o d e l l darzustellen. Der S ü d - gebracht. F ü r uns aber war er ebenso einer der
t e i l des Oberteiches sollte z u g e s c h ü t t e t , ein Entdecker der K u r i s c h e n N e h r u n g , v o n der
neues Opernhaus sollte errichtet werden. Die selbst i n O s t p r e u ß e n noch k a u m jemand etwas
U n i v e r s i t ä t sollte aus den veralteten, verstreu- w u ß t e , als T h i e n e m a n n sie betrat, die Fischer
ten I n s t i t u t g e b ä u d e n e r l ö s t und im w e i t r ä u m i g e n auf D u und D u kennenlernte, und die W u n d e r
N e u b a u t e n n ö r d l i c h der Stadt i m R ä u m e v o n der N e h r u n g s w e l t beschrieb. Er l ö s t e mit die
W a r g e n untergebracht werden, w ä h r e n d gleich- W a l l f a h r t aus, die s p ä t e r i n jedem Jahr Tausende
z e i t i g d i e K ö n i g s b e r g e r Messe, die z w e i t g r ö ß t e aus ganz Deutschland auf die D ü n e n führte und
deutsche Mustermesse nach L e i p z i g und Haupt- z u m a l Rossitten zum K u r o r t machte, und i n seischau der ganzen Ostwirtschaft, aus dem l ä n g s t nem Gefolge trugen Scharen v o n M a l e r n ihre
zu k l e i n e n M e s s e g e l ä n d e am N o r d b a h n h o f in Staffeleien am Haff entlang und entdeckten ein
g r o ß z ü g i g e A n l a g e n i m S ü d e n der Stadt verlegt Licht, das sie sonst nur am M i t t e l m e e r zu suchen
wurde. M i t einer S a n i e r u n g der Innenstadt gewohnt w a r e n . W e r aber den Professor persollte die Errichtung autgelockerter
neuer sönlich kannte, s c h ä t z t e i h n mit seinem H u m o r
W o h n v i e r t e l Schritt halten.
und seiner W ä r m e um so mehr
A u c h der K ö n i g s b e r g e r Tiergarten, obgleich
Dr. Thienemann, der Sohn, w i r d uns nicht
u n e r m ü d l i c h ausgebaut, erneuert und erweitert, m i ß v e r s t e h e n , w e n n w i r d a r a n erinnern. W i r
sollte v o n G r u n d auf neu entstehen. A n den wissen, d a ß er nicht nur der Sohn eines b e r ü h m F ü r s t e n t e i c h e n war das G e l ä n d e z u m N e u b a u ten V a t e r s ist. Seine eigene L e i s t u n g ist es
schon vermessen, und selbst die Fahnenmasten gerade, die uns nach D u i s b u r g rief.
zum feierlichen B a u b e g i n n w a r e n schon aufgestellt. Doch ü b e r sie h i n brausten d a n n die
Die Dame am Telefon, um das W o h l ihres
Bombengeschwader nach P o l e n . M a n ließ sie Chefs besorgt, sprach w e n i g ermunternd, als w i r
stehen: man rechnete damit, nach rascher Been- sie v o m Bahnhof aus anriefen: es sei kaum
digung des P o l e n k r i e g e s ans W e r k gehen z u möglich, den zoologischen Leiter v o r dem A b e n d
k ö n n e n . Es k a m anders. A l l m ä h l i c h , i n aller zu sprechen, z u m a l er a u s w ä r t i g e n Besuch durch
Stille, verschwanden die Fahnenmasten mit der den T i e r p a r k f ü h r e .
Auf Wiederhören. Wir
Hoffnung, d i e s c h ö n e n P l ä n e v e r w i r k l i c h t z u fuhren hin, u m wenigstens die A n l a g e n zu
sehen.
sehen. N a c h a l l den rauchenden Schloten, rasselnden S t r a ß e n b a h n e n und v i e l e n ausgebombDer M a n n , der ate Z o o l o g e an den E n t w ü r f e n ten S t r a ß e n des Ruhrgebiebes eine g r o ß e E r h o s o r g f ä l t i g gepflegte g ä r t n e r i s c h e A n m i t w i r k t e , sah eine A u f g a b e v e r s c h w i n d e n , die l u n g :
zum Lebenswerk h ä t t e werden k ö n n e n .
Er lagen, R a s t b ä n k e u n d G a r t e n l o k a l e zwischen
wurde Soldat. Das w a r Dr. H e i n z - G e o r g T h i e n e - Sonne u n d Schatten i m G r ü n . E i n Teich mit
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Im Aquarium
Sei ee im Aquarienhaus,
an den neuen Freigehegen
oder vor dem Neubau des
Großtierhauses für Elefanten
und Giraffen, überall
im Duisburger
Tierpark sehen wir die Erneuerung und Modernisierung,
die Dr. Thienemann
(hier im Bild)
einleitet
Zwei
aus
dem
Samland
Im
blitzneuen
Berglehrlingsheim
an
der
Hauptstraße
in Eickel wurden gerade Nudeln als
Mittagsmahl
aulgetragen.
Unter
den
sechzig
Jungen, die hier zu viert auf einer schmucken
Stube wohnen, sind sechs Ostpreußen,
darunter
Heinz und Fritz Plaumann aus Dragehnen (Samland).
Ihr Vater
war daheim
Baggeriührer.
Heute labt er mit der Mutter und drei Geschwistern der beiden Brüder in einem Lager in
Osliriesland.
Der sechzehnjährige
Fritz Plaumann
der mit Begeisterung
auf dem
Bergmann'sklavier
spielt, möchte
sich später
gern
spezialisieren
und Mechaniker
werden.
Bruder
Heinz (links) aber ist zielbewußter
Jungbergmann: er will in diesem Beruf bleiben.
Beide
Jungen kamen im Herbst
1952 in das Bergtehrlingsheim.
Im erlernten
Beruf
Der 21jährige
Polsterer und Dekorateur
Karl
Heinrich Gresch stammt aus Klein-Koslau,
dicht
bei der polnischen Grenze im Kreis
Neidenburg.
Sein Vater, in der Heimat Oberwachtmeister
bei
der Polizei, ist noch immer vermißt.
Die Mutter
lebt bei einer Schwester in Hessen. Karl Heinrich Gresch ist erst vor einem halben Jahr aus
Hessen in das Ruhrgebiet gekommen, nach Bochum. Das Glück bescherte ihm sogleich eine
Stellung im erlernten Beruf. Er ist mit seinem
Arbeitsplatz
sehr zufrieden,
noch ledig,
und
liebt den Fußball. „Leider habe ich nicht viel
Zeit dafür übrig", sagt er lächelnd.
Ohne den
Krieg und seine Polgen wäre er kaum nach Westen gekommen, obwohl ein Onkel, der schon
früher hierher ausgewandert
war, ihn vor dem
Krieg bereits häufig aufgefordert
hatte, in das
RuhrgeMet
überzusiedeln.
Aufn.: C. Katschinski
Ausgezeichnete
Tierpfleger
Dr. Thienemann
(ganz links), der Sohn des oslpreußischen
Vogelprolessors,
holte ostpreußische
Tierpileger,
die sich bei ihm meldeten, in den Duisburger
Tierpark,
dessen
zoologischer Leiter er ist. Bald wurde auch von den Duisburgern anerkannt, daß die Ostpreußen
eine besondere Eignung zum Umgang mit Tieren mitbringen.
Unsere
Aufnahme
zeigt Dr. Thienemann
mit seinen Mitarbeitern
und Mitgliedern
ihrer
Familien
hochbeinigen rosa F l a m i n g o s u n d bunten Enten
und einem b r ü t e n d e n Schwan i n der Ecke, eine
starke E r i n n e r u n g an den K ö n i g s b e r g e r T i e r garten w i e die Äffchen und die lustigen K i n d e r
davor u n d das ruhende m ä c h t i g e L ö w e n p a a r . In
einer steilen Felskante bricht das G e l ä n d e ab
zum T a l , und hier e r l ä u t e r t eine Tafel die E i n zelheiten der „ S c h ö n e n Aussicht" ü b e r die
W e r k e und O r t e und T ü r m e dieses seltsamen
Landes, das v o n den Zechen und H o c h ö f e n aus
regiert w i r d und doch so v i e l Saat und Ernte
nur den verstreuten Felderflecken kennt.
Das
st ein besonderer Fleck i m Ruhrgebiet, den
man sich m e r k e n m u ß .
Drei H e r r e n i n g r ü n e n Jacken, v o n denen einer
offensichtlich führt und e r k l ä r t , s i n d aber w o h l
nicht nur g e n u ß v o l l e Besucher. W i r v e r m u t e n
richtig u n d haben Glück: W e n i g s p ä t e r haben
w i r selbst die Freude, v o n D r . T h i e n e m a n n
freundlich g e f ü h r t z u werden.
1947 k a m er nach D u i s b u r g . Der T i e r p a r k dort
besteht seit 1934, aber seine A n l a g e n entsprachen modernen A n f o r d e r u n g e n nicht mehr. A n
a l l e n Enden sieht man n u n das W i r k e n des
Egon W e b e r malt gern
Landschaften
Egon Weber, 26 Jahre alt, wurde in
PreußischEylau geboren. Er steht ganz allein: seine Eltern
leben nicht mehr, Geschwister
hatte er nicht.
Als Weber 1947 in das Ruhrgebiet
kam — über
einen langen Weg durch Lager in
Pommern,
später in Hessen — konnte er auch im Revier
nicht auf Verwandte
oder Bekannte
zugehen.
Einst, in der Heimat, hatte er den
Anstreicherberuf, den auch sein Vater ausübte,
erlernt. Im
Westen mußte
er den Beruf aufgeben.
Egon
Weber arbeitet heute als Heizer in
Wattenscheid, und in seiner Freizeit malt er mit Leidenschaft Landschaften.
Im Leben strahlt er die
gleiche Zuverlässigkeit
und Zuversicht aus, wie
auf diesem Bild.
neuen Geistes. Im D ä m m e r l i c h t des A q u a r i e n hauses schwimmen die Flossentiere. N e u e Errungenschaft: der Rochen, der mit spitzen F l ü geln eher durchs W a s s e r fliegt als schwimmt.
Im Freigehege der W i l d s c h w e i n e balgen sich
Frischlinge. Z w a r die g r o ß e n Raubkatzen d ä m mern noch hinter schweren G i t t e r n — es geht
nicht alles auf einmal —, aber für die B ä r e n
öffnen sich die Gitter schon, und es gibt da z w e i
junge Bärchen, noch gar z u k l e i n , um sich den
Besuchern zu stellen; aber a m 10. M a i w i r d es
sicher schon so weit sein.
Unweit v o m E i n gangstor entsteht ein seltsamer w e i ß e r Doppelrundbau v o n afrikanischem A u s s e h e n : das
G r o ß t i e r h a u s für Elefanten und Giraffen, mit
ü b e r r a s c h e n d e n Einzelheiten und i n d i r e k t e n
Oberlicht.
„ H a b e n Sie Spezialarchitekten für solche Bauten?"
„Ich habe es entworfen", sagt Dr. Thienemann.
*
AbeT dann kommt die beste Ueberraschung.
Der D o k t o r ruft und w i n k t , u n d es gibt einen
k l e i n e n A l a r m i m T i e - p a r k : alle O s t p r e u ß e n
N u r einen Wunsch . . .
Aus Groß-Dankheim
im Kreis Orteisburg
ist
die nette Verkäuferin
in der
Schreibwarenabteilung des großen Kaufhauses in Bochum. Hildegard Marreks
Eltern und Geschwister
leben
noch: die ganze Familie ist in Bochum
beisammen.
Mit ihr kam das flinke
schwarzhaarige
Mädchen
1945 nach Bochum, nachdem man zunächst in Vorpommern,
Iserlohn und Herne die
ersten Wochen
nach der großen Flucht verbracht hatte. Hildegard wandert sehr gern. Die
Eltern hatten ein kleines Eigentum in der Heimat, der Vater war Landwirt. Die enge Verbindung mit der Natur entbehrt
Hildegard
am
stärksten
in ihrer neuen Umwelt.
Eigentlich
wollte sie Krankenschwester
werden. Doch jetzt
ist sie mit ihrem Arbeitsplatz
wohl
zufrieden.
Nach ihren Liebhabereien
befragt,
sagt
sie:
JNut einen Wunsch — die Heimat!"
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5. M a i 1 9 5 3 / S e i t e 2 2
herkommen! Eine stattliche und frohe Gruppe
versammelt sich: Fritz Reimann, 25 Jahre Seelöwenp;ier;er im K ö n i g a b e r g e r Tiergarten, und
Familie. Lothar Reimann, der im K ö n i g s b e r g e r
Zoo geboren wurde, und Familie. Tischler Erich
A l i e n s c h l ä g e r und der K ö n i g s b e r g e r Teck mit
Fami'^e. E n d i c h Fritz W i n z i g e r , alter Rossittener, der dort schon vierzig Jahre im Dienste der
Voc.elwarl? und des Vaters Thienemann stand.
Eine K ö n i g s b e r g e r Tierpark-Oase mitten im
Ruhrgebiet. Z u sechs sind sie also — der Doktor rechnet sich immer zu ihnen — mit ihren
F a m i l i e n . Sie meldeten sich nach und nach bei
ihm, er holte sie und konnte sie auch im Tierpark unterbringen. Die Duisburger h ä t t e n z u erst doch bedenken bekommen angesichts einer
solchen Invasion, erzählt Dr. Thienemann. A b e r
Theseus
es habe sich bald herausgestellt, d a ß die Ostp r e u ß e n schon von Natur und aus der ganzen
Tradition ihrer Heimatlandschaft eine ganz besondere Einstellung auf das Tier und Eignung
zur Tierpflege mitbringen
heim auf der Brücke unter den schlanken B u k e n
an den k l e i n e n Teichen, die i m Mondschein erg l ä n z t e n , und sie h ö r t e auch dort das Rufen der
Sprosser und sie w ü ß t e : der eine unter ihnen,
der s p r ä c h e , wie ich fühlte, für mich.
A l s ich s p ä t e r dann in Schwaben, ein '
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sender,
schon langsam auch am A b e n d durch
die Gassen der k l e i n e n Stadt bis zum Neckar
hinunter ausgehn durfte, — es war, w i e wenn
die F ü l l e alles dessen, was w i r fühlen, was ein
menschliches Herz für ein anderes hegt, in die
S t i m m e n ' der gefiederten S ä n g e r gelegt war,
a l l der N a c h t i g a l l e n h ä h n e , die am Ufer dort
schlugen v o n Strauch zu Strauch. Ich ertrug es
zuletzt nicht mehr. Ich meldete mich gesund.
Ich m u ß t e in die Heimat, zu ihr, die auf mich
wartete. U n d am ersten A b e n d , als ich w i e d e r
in K ö n i g s b e r g , wo meine Braut bei ihren Eltern
lebte, führte ich sie still und hoffend zu der
B r ü c k e zwischen den
kleinen
z w e i Teichen
unter das Laub der B i r k e n , dorthin, wo w i r uns
einmal unser Jawort gaben. Ich sage: hoffend.
W i r h ö r t e n die Sprosser;
w i r e r z ä h l t e n uns
beide, u n d es war, w i e ich's gedacht."
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»Jetzt machen sie mit uns schon Reklame",
sagt er lachend, und man s p ü r t bei ihm und seinen Mitarbeitern dabei die Freude, durch Leistung und Initiative die A c h t u n g auch im neuen
Arbeitsraum gewonnen zu haben. Duisburg hat
sich auch in seinem Tierpark als Patenstadt
K ö n i g s b e r g s b e w ä h r t — zu beiderseitigem Nutzen.
Herzlich ist die Verabschiedung. Erfrischt ziehen wir weiter im Land der rauchenden Essen.
Ki
und
der
Von Karl Herbert
Immer, wenn der F r ü h l i n g kommt, denke ich
auch ihrer, der beiden Freunde, die sich niemals
sprachen und die sich doch verstanden ohne ein
W o r t . Bei einem Besuch in einem o s t p r e u ß i s c h e n
Gutshaus fiel mir an der W a n d des schweren
Herrenzimmers ein ausgestopfter V o g e l auf,
der dort auf einer kurzen, h ö l z e r n e n Stange
s a ß . Er war k l e i n und in der Farbe zwischen
grau und braun. K e n ansehnlicher Falke. E i n
bescheidener, unauffällig stiller Gast, ein Sprosser, der für immer nun stumm geworden war.
Sprosser
Kühn
Bauer. Dann stand er auch schon auf. Er kam
langsam herein. Er ging, als ü b e r l e g t e er, bis
unter das Bauer. H i e r blieb er dann stehn, die
A u g e n unverwandt auf den S ä n g e r gerichtet. Er
gab keinen Laut. W i r konnten meinen, er ü b e r ließe sich wie w i r diesen Wohlgesang, den er
so nah w o h l noch niemals vernommen haben
mochte.
j
Seit diesem A b e n d hatte Theseus sein H e r z
an den kleinen, singenden V o g e l im Bauer verloren. Er suchte i h n auf, so oft er's nur konnte.
Er legte sich dann still, als wartete er nun. auf
die Dielen der V e r a n d a , genau unter das Bauer.
T a g für Tag. U n d Benjamin, w i r konnten's nur
so deuten, verstand ihn. Nicht sofort, doch sehr
bald. W e n n Theseus zum Bauer kam, richtete
der V o g e l einen Blick hinunter; w i r bemerkten
es gut. Hatte sich Theseus dann niedergelassen,
so w ä h r t e es nicht lange, und Benjamin sang, es
mochte nun am Tage oder s p ä t noch am A b e n d
sein.
W i e kam er hierher? Der Hausherr e r z ä h l t e :
„Das ist eine Geschichte, die mir heute noch
zu denken gibt. Eines Tages, es war i m F r ü h ling, brachten mir die K i n d e r aus dem Park, aus
den Büschen bei dem Bach, der ihn durchfließt,
diesen Sprosser. Sie hatten ihn auf der F +e gefunden. W i r untersuchten ihn sorgsam. Er hatte
sich den einen seiner Flügel gebrochen und
konnte nicht mehr fliegen. Er s a ß still und hilflos in unseren H ä n d e n . W i r setzten ihn zunächst in einen k l e i n e r K o r b . Er hüpfte ein
paar M a l e . Dann gab er es auf. Der verletzte
F l ü g e l gewann nicht mehr die Kraft, zusammen
m't dem anderen den V o g e l w i e früher in die
Luft zu erheben.
F r ü h e r hatte Theseus seinen Platz zur Nacht
auf der Diele gehabt. N u n lehnte er es ab, dort
noch l ä n g e r zu liegen. Er d r ü c k t e die T ü r i n das
Gartenzimmer auf und tat sich auf dem Läufer
unterm Bauer seines Freundes Benjamin nieder,
als m ü ß t e er fortan nun nicht mehr uns, sondern ihn ü b e r Nacht b e h ü t e n . W i r l i e ß e n ihm
den W i l l e n . W i r waren drauf gefaßt, nun w ü r d e
unser Sprosser-, seinem Theseus zuliebe, auch
zur Nachtzeit singen; seine B r ü d e r dort d r a u ß e n
in den G e s t r ä u c h e n am Bach taten es ja auch.
A b e r seltsam: sobald das Bauer im Gartenzimmer stand, verschwieg der Sprosser.
W i r zimmerten ein g r o ß e s , s c h ö n e s Bauer, in
dem w i r auch Zweige z u einem k l e i n e n Strauch
i n die H ö h e richteten.
Der Sprosser konnte
le'cht u n d ohne M ü h e auf den Zweigen, ohne
zu fliegen, sich fortbewegen. Er wurde unser
aller b e h ü t e t e r Liebling. W i r stellten das Bauer
in ein Fenster der V e r a n d a , solange es Tag war
und auch den A b e n d noch ü b e r . Dann wanderte
Benjamin, wie die K i n d e r i h n nannten,
zur
Nacht mit seinem Bauer i n das Gartenzimmer
hinüber.
Sie werden es nicht glauben
Ich b i n g e w i ß
kein T r ä u m e r . Ich habe keine Zeit dazu. A b e r
Benjamin e n t r ü c k t e auch mich z u w e i l e n in
ferne Erinnerung. Es w a i einmal im Kriege. Ich
lag, erkrankt, in einem Lazarett in W i e n . In
einem k l e i n e n P a v i l l o n rntten in einem alten,
g r o ß e n Park. Es war F r ü h l i n g , auch damals.
Die Fenster des Zimmers blieben auch zur Nacht
ein w e n i g geöffnet. W i r h ö r t e n ein oaar Stimmen d r a u ß e n im Park, men-cbVche Stimmen, so
v o n Zeit zu Zeit. A b e r lauter als sie k a m der
Gesang aus den Büschen, lieblich, v o l l Sehnsucht und W e h m u t und V e r l a n g e n . Die Nachtigallen schlugen, Nacht für Nacht. U n d die Gedanken entflogen zu der, die ich Nebte, ich
bildete mir ein, als s t ü n d e wohl zur S t u r z e da-
Er g e h ö r t e z u uns,
W i r freuten uns des
V ö g e l c h e n s , das mit der Zeit ganz vertraut zu
werden begann. U n d eines Tages, gegen A b e n d
— wir s a ß e n auf der V e r a n d a —, unterbrachen
w i r das G e s p r ä c h . W i r sahen nach dem Bauer,
ü b e r r a s c h t und b e g l ü c k t . Der Sprosser fing an
z u singen. Z u n ä c h s t nur ein paar Takte. Dann
schlug er immer l ä n g e r . Die Luft war mild. A u s
dem Garten kam ein Duft v o n Blüten h e r ü b e r .
W i r s a ß e n und lauschten. A b e r nicht w i r nur
a l l e i n . M e i n Schäferhund, der Theseus, der auf
den Stufen der V e r a n d a lag, hob seinen Kopf
und spitzte die Ohren. A u c h er sah nach dem
e n €
Der Hausherr unterbrach sich. Er sah so v o r
sich h i n . Dann blickte er zur W a n d , zu dem
V o g e l auf der Stange: „Ja, ich v e r g a ß noch den
Schluß. Eines Tagen, nach Jahren, fanden w i r
Benjamin, als w i r am M o r g e n das Bauer aus
dem Gartenzimmer holten, im Gras, das w i r am
Boden des B a u e i n s erst gestern wieder ausgelegt hatten, auf der Seite liegend, tot. Unsere
Trauer war groß, besonders die der K i n d e r . Sie
w o l l t e n ihren Benjamin durchaus nicht begraben. Ich verstand es. Er sollte leben, so, w i e es
noch möglich war. So wurde er denn
ausgestopft.
U n d nun, ob Sie's glauben oder nicht,
geschah, was doch seltsam genug ist.
W i r hatten also Benjamin, den toten, dort
oben auf die Stange gese'zt. N u n sahen wir,
wie Theseus,
der schon alle die Tage unabl ä s s i g w i e in Unruhe v o m Gartenzimmer zur
V e r a n d a und v o n dieser in das Z i m m e r h i n und
her gesucht hatte, hier in dieses, ins H e r r e n zimmer u n d dann langsam und fast scheu, still
und ohne Laut, immer n ä h e r bis dort unter die
Stange heran kam. Dort blieb er stehn.
El
blickte zu d e m V o g e l hinauf. U n d dann gab er
auf einmal Laut: nur ein einziges M a l , nur
k u r z ; und dann stand er, als w o l l t e er fragen.
Ich habe diesen Laut nie wieder g e h ö r t . Er
war w i e ein Schmerz, wie eine Trauer, eine
Klage. So w ü r d e n w i r es nennen, w e n n ein
Mensch sich g e ä u ß e r t h ä t t e . U n d so lange w i r
noch Theseus im Hause hatten,
v e r g i n g nicht
ein Tag, an dem er nicht hierher zu seinem
loten Freunde hereingekommen w ä r e . Er legte
sich dann still, w e früher, unter das Bauer, nun
hier unter die Stanne, eine lange Zeit.
Sein
BHck crinn hinauf. Dann erhob er sich endlich
und ging langsam, s s k ö n n t e er's noch immer
nicht begre'fen, d a ß se n Freund nun n cht mehr
sang, zum Z i m m e r hinaus."
;
}
;
;
„Sie sehen dort d r ü b e n ,
an der anderen
W a n d " , der H a u s h e n wies hin, „ein B i l d . Es
ist kein g r o ß e s . E i n Freund hat's mir gemalt,
einer, der die Szene, v o n der ich berichtete, beobachtet hatte, mehr als ein M a l . " Ich trat v o r
das B ü d : ein grau-schwarzer S c h ä f e r h u n d , ein
rassiges T i e r ; er l a g auf den Dielen, den Blick
erhoben; ü b e r ihm, auf einer kurzen, h ö l z e r n e n
Stange, stand ein k l e i n e r V o g e l ; sein Schnabel
war geschlossen. Ich las, was auf das S r h ' l d auf
dem schmalen Rahmen als Unterschrift graviert war: Theseus und der Sprosser.
Die Bergmannskuh
F r e d
E n d r i k a t
Ein O s t p r e u ß e , der u n z ä h l i g e n Tausenden
v i e l schmunzelndes V e r g n ü g e n bereitet hat, ist
als Sohn eines Bergmannes im Ruhrgebiet aufgewachsen, in W a n n e - E i c k e l : es ist Fred Endrikat. Es gibt M i l l i o n e n , denen man nicht zu sagen braucht, w e r er ist, sind doch seine v i e r
Versbücher
„Liederliches
und
Lyrisches",
„Höchst weltliche Sündenfibel", „Der fröhliche
Diogenes" und „ S ü n d e n f a l l o b s t " in etwa siebenhunderttausend
Exemplaren verbreitet.
(Sie
sind erschienen i m Lothar Blanvalet V e r l a g ,
Berlin, 4.— D M je Band.)
A m 7. J u n i 1890 wurde Fred Endrikat geboren,
a m 12. A u g u s t 1942 ist er gestorben. Er war
einer der geistvollsten und auch erfolgreichsten
Erscheinungen des deutschen Kabaretts, v i e l e
Jahre hindurch die s t ä r k s t e Kraft des „Simpl"
in M ü n c h e n , aber auch Berlin ( „ K a b a r e t t der
K o m i k e r " ) u n d zahlreiche andere
deutsche
S t ä d t e lernten ihn kennen und lieben.
M i t besonderer W i r k u n g trug er n a t ü r l i c h
seine eigenen k ö s t l i c h e n Gedichte v o r . In seiner geistigen Ahnenreihe stehen Peter Hebel,
Lichtenberg, Busch, Morgenstern und Ringelnatz,
aber trotz a l l dieser dichterischen „ V o r f a h r e n "
fand er doch einen ganz eigenen T o n . A u f eine
unnachahmliche A r t geht er den g r o ß e n und
k l e i n e n Dingen auf den G r u n d ; er erhebt sich
ü b e r die M i s e r e des Alltags, aber nicht mit
einem gewaltsamen, krampfartigen Ruck, sondern mit einer leichten, eleganten und oft ü b e r raschenden Bewegung. U n d er freut sich an
den s c h ö n e n Dingen des Lebens, auch wenn sie
noch so klein erscheinen.
W i r wissen nicht, ob sein V a t e r oder sein
G r o ß v a t e r aus O s t p r e u ß e n nach dem Ruhrgebiet
eingewandert sind, aber Endrikat ist O s t p r e u ß e ,
schon sein N a m e zeigt es, und er hat sich mit
O s t p r e u ß e n verbunden gefühlt. „Ihr habt den
R h ä i n — w i r haben unsern Prejel. U n den, den
nimmt uns k ä ner Gott säi Dank!", so stellt er
e i n m a l in einem G r u ß an O s t p r e u ß e n fest. Er
h ä t t e uns gerade in diesen schweren Zeiten
auf seine .humorvolle A r t manch T r ö s t l i c h e s z u
tagen gehabt Freuen wir uns, d a ß er uns seine
V e r s b ü c h e r hinterlassen hat. Sie enthalten so
v i e l S c h ö n e s und Liebenswertes und Kluges,
d a ß w i r O s t p r e u ß e n jetzt, wo w i r uns i n Bochum
treffen, seiner mit einem dankbaren Lächeln
gedenken w o l l e n .
E i n liebenswerter Dichter
Der Humor
Humor ist sozusagen unser Senf des Lebens.
Er macht ein Stücklein
trocken Brot zum LeibIgerk 'it.
Wer ihn nicht selbst besitzt, der hamstert ihn
(vergebens,
so hat man ihn entweder — oder hat ihn nicht.
Humor ist schwierig oder gar nicht zu
ergründen.
Er ist stets taktvoll, niemals vorlaut und nicht
[spitz.
Humor ist zu erleben und nicht zu erfinden,
im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder Witz.
Humor ist unser Freund in allen
Lebenslagen,
weil er dem Herz entspringt und nicht dem Intellekt.
Man kann zum Beispiel mit Humor die Wahrfheit sagen,
so daß sie uns bekommt und halb so bitter
[schmeckt.
Humor blüht auch an kühlen
Dauerregentagen
und stimmt uns fröhlich,
wenn es noch so
[schaurig ist.
Ja, mit Humor läßt sich sogar ein Humorist erltragen,
und wenn er wirklich noch so traurig ist.
Beständigkeit
Holt man ein Schwein vom Stall zur Beletage
und wickelt es in Samt und Seide ein
und bindet eine Maske ihm vor die Visage,
an seinem Ringelschwanz
erkennt man doch das
[Schwein.
Anatomie
M a n soll im Leben stets nach oben trachten
und darf dabei das unten nicht
verachten.
Es muß ein Oben und ein Unten geben.
Der klügste
Kopf kann ohne Gegenteil
nicht
lieben.
Philosophie
M a n schafft so gern sich Sorg und Müh
und sucht nach Dornen
unverdrossen.
Ich fand im Leben alles, nur eines fand ich nie,
und zwar: ein Negerweib
mit
Sommersprossen.
W e n n ich eine Ziege seh',
muß ich an zu Hause denken.
Höre ich das traute Mäh,
kann ich mich
zurückversenken
in die Zeit der bloßen
Füße.
Vor mir seh' ich Hot und Feld.
Tiere bringen ihre Grüße
aus der bunten
Kinderwelt.
Wenn ich eine Ziege seh',
denk' ich an zerriß'ne
Hosen,
und zum Dank für jedes Mäh
möchl' ich ihren Bart
liebkosen.
Friedlich grast die
Bergmannskuh
unter
Silberbirkenstämmchen.
Gab uns Milch und noch dazu
um die Osterzeit ein
Lämmchen.
Die Kaninchen, Täubchen,
Entchen,
Stare, Spatzen, groß und klein,
bringen mir ein lustig
Ständchen,
selbst der Kater stimmt mit ein.
Lieblich klingt das weiche Mäh,
Heimalklänge
mich
umschmeicheln.
Wenn ich eine Ziege seh',
muß iclx hingehen — und sie
streicheln.
Es gibt ein Stück Erde . . .
Es gibt ein Stück Erde, an dem
und das man im Herzen stets
Die Scholle, auf der man die
vergißt man niemals im Trubel
Man kennt jedes Steinchen
man klebt
liebbehält.
Kindheit
verlebt,
der Welt.
und weiß
jeden
[Laut.
Es taucht vor uns auf, so lebendig
und wach,
das Haus mit dem Gärtchen,
so heimisch verltrau'
Die Tauben girren noch auf dem Dach.
Die rissige Mauer mit dem wilden
Wein,
berankt bis zum Giebel grün und dicht.
Die Stare nisten am
Dachlenslerlein.
Der Vater kommt müde heim von der Schient.
Der Birnbaum steht verkümmert,
wie er damals
[war,
und Sonnenblumen
blühen
am
Gartenrand.
Es ist so, als streichle unser zerzaustes
Haar
der guten Mutter segnende Hand.
Und wenn man die Welt kennt und alles gewöhn,
bleibt dieses Stück Erde, an dem man klebt.
Mag sie finster und arm sein, für mich ist sie
[schön,
die Heimat des Bergmanns, wo ich die Kindheit
[verlebt.
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Fluchtlinäs eck sitzt auf einem Wagen eine alte Frau,
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und in der neuen Heimat „Gewißheit"
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W a s ist das für ein W o r / ? Es ist das Wort,
das aus- dem Nichts etwas schafft. Es ist das
Wort, das von dem Allmächtigen
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wird, und dann geschieht! Es ist das
Wort
durch das Gott uns anspricht
und zuruft, daß
in unserer gefährdeten
Existenz und
lahmenden
Angst das Reich Gottes angebrochen
ist
Wie lautet dieses Wort? „Fürchte dich nicht!
— „Sorget nicht!" — „Ich bin bei euch alle Tage
bis an der Welt Ende!"
Die Frau hatte alles gerettet, weil sie diesem
Wort glaubte; sie wollte sich von ihm
erretten
und bewahren
lassen.
Des Herrn Wort bleibet in
Ewigkeit.
1, Petr. 1,25
P. Winter, Ahrensburg
b.
Hamburg-Kanitz,
Kreis
Angerburg
„Kantisches Staatsdenken und der
Preußische Staat"
Dritte Preischrift des „ G ö t t i n g e r A r b e i t s k r e l s e s "
Zu einer Arbeit über die „Kantisches Staatsdenken
und der Preußische Staat" ruft das dritte Preisausschreiben des „Göttinger Arbeitskreises" auf, das auf
dessen diesjähriger Briratssitzung verkündet wurde.
Das Thema wurde insbesondere im Hinblick auf die
150. Wiederkehr des Todestages Immanuel Kants
am 12. Februar 1954 gewählt. Die Arbeit soll eine
kurze Darstellung der Gedanken Kants über den
Stadt enthalten sowie untersuchen, ob und welche
Spuren Kantischen Denkens sich in der späteren
Entwicklung des preußischen Staatswesens
nachweisen lassen, so bei Persönlichkeiten wie Schön,
Boysen und Clausewitz. Es wurden drei Preise —
von 1200, 600 und 300 D M ausgesetzt. Für die Teilnahme — als letzter Einsendetermin wurde der
30. Dezember 1953 festgesetzt — gelten die bei
wissenschaftlichen
Preisausschreiben
üblidien Bedingungen (Kennwort usw.).
Tagung des „GöttinQer Arbeitskreises"
Die vierte Jahrestagung seines Beirates hielt der
„Göttincier Arbeitskreis" am 21. und 24. A p r i l in der
Kleinen Aula der Georg-August-Universität' ab. Es
waren Vertreter hoher Regierungsstellen sowie ostund westdeutscher Universitäten erschienen. Nach
der Eröffnung der Tagung durch den Vorsitzenden
des „Göttinger Arbeitskreises", Prof. D i . Herbert
Kraus, wurde über die Tätigkeit im vergangenen
Jahr berichtet. Es konnte auf eine große Reihe
neuer Publikationen über Probleme der Vertriebenen
und ihrer Heimatgebiete hingewiesen werden. Neben
der publizistischen Arbeit ist es vor allem ein A n liegen des Arbeitskreises, durch ständige Prüfung
der an den deutschen Schulen verwandten Schulbücher und durch die laufende Bereitstellung einschlägigen Arbeitsmaterials in der „Schriftenreihe"
Erbe und Auftrag der deutschen Heimatvertriebenen
und ihrer ostdeutschen Heimat im Interesse Gesamtdeutschlands im Schulunterricht nachdrücklich zu
vertreten.
Der erste Sitzungstag wurde durch einen Vortrag
von Dozent Dr. Gotthold Rhode über .Massenaustreibungen in der Geschichte" eröffnet. Prof. Dr. H .
Kraus behandelte in einem Vortrag über „Massenaustreibungen und Völkermord" unter besonderem
Hinweis auf die inzwischen abgeschlossene vierte
Genfer Konvention die Bestrebungen internationaler
Gremien, Menschenwürde und Menschenrecht unter
allen Umständen zu sichern und Verbredien gegen
die Menschlichkeit — worunter insbesondere auch
die Massenaustreibungen fallen — unter Strafe zu
stellen.
Am zweiten Sitzungstag wurde der Bericht der
Prüfungskommission
für
das
zweite
Preisausschreiben des
.Göttinger
Arbeitskreises"
Ostdeutsche Grundlagen des preußischen und österreichischen Staatsbewußtseins" vorgelegt. Die Kommission zeichnete eine Arbeit von Dr. Helmut Stapnieka (Linz, Oesterreich) aus. Den Vortrag dieses
Sitzungstages hielt Botschafter a. D Dr Herbert
von Dirksen über die außenpolitische Lage.
Kantbildnis von
1790
ein Photo de, Kant-Büste von Hagemann, die sich
n der Hamburger Kunsthalle befindet, und erinnerten an die von dem gleichen Künstler g e s o f f e n e
Büste, die in Königsberg stand. W i r baten unsere
Leser, dem Ostpre.ißenblatt mitzuteilen, wo sich
heute noch Original-Porträts von Immanuel Kant
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Vorfahr meines Mannes, der a l ehemaliger GeneraI immer noch in russischer Kriegsgefangenschaft
zurückgehalten wird. A u d i der Vater meines Man
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Jahrgang
4 / Folge
13
Das
Ostpreußenblatt
5. M a i 1 9 5 3 / S e i t e
23
O OTXund
A
Die Sonne verbirgt
hinter
Schleiern
Den abendverklärenden
Schein.
Ich höre zu ziehenden
Reihern
Nun auch der Brachvögel
Schrei'n.
—
Die Dämmrung
sinkt über die Weiten —
Ich stütze mein Haupt in die Hand, —
Der Wind raunt von uralten
Zeiten
In einem verlorenen
Land. —
Von Inseln mit rauschenden
Bäumen,
Von goldenem
Spätsonnenschein,
In eigenen traulichen
Räumen
Und auch von der Brachvögel
Schrei'n —
Und alles, was in unsern
Weiten
So fern — unerreichbar
mir lag,
Das rult über Grenzen und Zeiten
Der Brachvögel
Stimme mir wach. —
So geht es immer durch die Jahre am Dümmer und wenn im F r ü h j a h r die Kraniche nach
Oi-'en ziehen, dann steigert es sich zum wehen,
V- r d - - n Schwere Bs s ' so in der Ordnung
:
;
Ein
Wa-Ster
>
Kormoran
In unserer Heimat lebte er noch an Seen
im Oberland.
Hier stellt er sich als
seltener Zugvogel
am Dümmer
vor
u n d m u ß so b l e i b e n . N i e kann, auch in der
Fremde, e i n L a n d w i e O s t p r e u ß e n , wenn es uns
fast sechs Jahrzehnte gebildet hat, auch nur
etwas v o n seinem Einfluß v e r l i e r e n . D i e Treue
w i r d i h m g e h a l t e n — ohne H a ß —, ü b e r Raum
u n d Zeit, u n d die Aufgabe, die der V ä t e r Land
uns jetzt stellt, lautet: B e w ä h r e n ! Ich w e i ß , was
es heißt, nichts mehr z u haben, a l s ü b e r a l t e r t
z u gelten u n d a u ß e r d e m zu einem Beruf zu geh ö r e n , für den k e i n Platz mehr ist.
Oft sagte ich zu meineT F r a u : „ W e n n Gott
uns eine W a s s e r f l ä c h e geben w ü r d e ! Es braucht
auch nur e i n Sumpf zu sein, wo w i r hinauf
dürften, w i r w o l l t e n nichts d a v o n fortnehmen,
fangen oder für uns beanspruchen, nur sehen
d ü r f e n u n d h ö r e n u n d un9 h i n e i n f ü h l e n in die
Natur, das andere, das machen w i r schon! Dann
kann z u m Beruf werden, was in der Heimat nur
e i n Stern war, u n d es k ö n n t e uns e r n ä h r e n .
Reichtum wol'.en wiT nicht. W i r haben erfahren, w i e v e r g ä n g l i c h er ist. W e n n w i r nur
l e b e n k ö n n e n , ohne anderen zur Last z u fallen."
U n d die W a s s e r f l ä c h e k a m ! G r o ß und weit,
u n d auch das umliegende L a n d w a r frei und
dehnte sich schier u n ü b e r s e h b a r in Schilfw ä l d e r n , g r ü n e n und braunen M o o r e n , in F e l d e r n u n d W i e s e n . Fast immer wehte der W i n d .
H ä u f i g w a r e n die Tage, in denen die S t ü r m e
die W e l l e n t ä l e r aufrissen,
die
RohrwäldeT
pe tschten, die F l ü g e l deT ziehenden V ö g e l zur
ä u ß e r s t e n Kraftanspannung zwangen, und selten
nur die Stunden mit W i n d s t i l l e , w e i ß e n Schönw e t t e r w o l k e n a m blauen
H i m m e l und im
r u h i g e n S p i e g e l b i l d e des Sees\
Sehr v i e l e s ist anders hier: das Wetter, die
Landschaft, der Menschenschlag und auch manches im Leben der Tiere. Eins aber hat diesem
See samt seiner Umgebung und dem Nordenburger See mit G u j a gleich: sie liegen beide in
unseres selben Gottes gleicher Schöpfung! Diese
einfache Tatsache nahmen wir uns als Richtung
sagten sie uns mit W o r t e n von neuem, wenn
K r i t i k aufkommen wollte, und merkten b~„d.
d a ß V e r g l e i c h e unserm jetzigen L e b e n schädlich
waren.
So hat sich a l l e s gefügt für uns im schonen
Niedersachsen, nicht v o n selbst mit v i e l Arbeit,
a b e r freundlich.
Das läßt sich im einzelnen nicht alles in
W o r t e n wiedergeben, nur ein paar M e i l e n s t e i n e
seien genannt auf dem W e g e zum Verstehen
d i e s e s ' e i n z i g a r t i g e n Sees mit dem m e r k w ü r d i gen N a m e n D ü m m e r , D u m Meer,
dunstiges
Meer.
.
„
Der Wassergehalt
der Luft ist sehr g r o ß ,
w e n i g e r durch den See selbst als durch die rings-
um liegenden feuchten
M o o r e . D i e Sonne
nimmt, oft schon lange vor dem Untergehen,
die wunderbarsten Farben an. V o n leuchtendem
G o l d big himbeerfarbenem Rot sind a l l e T ö n e
vertreten. A n v i e l e n A b e n d e n des Jahres, auch
im W i n t e r , wenn der See unter einer Eisdecke
liegt, verschwindet die Sonne nicht unter dem
Horizont. Lange schon vorher versinkt sie in
Schleier, h ä n g t in l i c h t d ä m p f e n d e n T ü c h e r n wie
ein goldroter Lampiofi, in dem man, ohne geblendet zu werden, die schwarzen Sonnenflecken mit u n g e s c h ü t z t e m A u g e durch ein Fernglas beobachten kann. Nicht sehr lange, bald
schon, v e r h ü l l e n Schleier sie ganz.
Fehlen hier das helle, k l a r e Licht des Ostens
und die leuchtenden Farben ü b e r unsern W ä l dern und Seenweiten, das trotz der Herbe so
Heitere, das gerade auch ü b e r unserm Meere,
der Ostsee liegt, so hat dieses L a n d wieder das,
was zu seiner Eigenart, den M o o r e n , den W o l l grasflächen,
den
W e i d e n w i l d n i s s e n , Binsenw ä l d e r n und weiten W i e s e n g e h ö r t , die so
leicht verschleierten H i m m e l , die i h m die N o r d see gibt. A b e r sie passen zu windzerzausten
M o o r b i r k e n , zu d u n k l e n Erlen an schwarzen
G r ä b e n , zu den breiten B l ä t t e r n de9 K o l b e n schilfes ü b e r wasserbespannten Torfstichen und
der haffähnlichen Fläche des immer leise verschleierten D ü n e n - M e e r e s .
G a r z u ernst, gar zu melancholisch schien es
uns oft, aber w i r verstanden es dann, fühlten
auch, d a ß es mehr zu dem Seelenzustand eines
V e r t r i e b e n e n g e h ö r t e , als die e w i g klare, stille,
fast g l ä s e r n e S c h ö n h e i t s ü d l i c h e r B e r g l ä n d e r ,
wie w i r sie nach der Flucht eineinhalb Jahre an
der Grenze Jugoslawiens in S ü d k ä r n t e n erlebt
hatten.
W i r Menschen aus dem Osten lieben wie
andere auch alle Jahreszeiten, aber am meisten
sind w i r dem Herbst verfallen, jenen klaren,
weitsichtigen Tagen, i n denen die Eschen und
Linden schon gelbe B l ä t t e r tragen, die Himmelsausschnitte tief blau aus den blendend hellen
W o l k e n s ä u m e n leuchten, der V o g e l z u g ü b e r die
w e i ß e n Nehrungen, die weiten Haffe und unsere
g r ü n e n Wintersaaten geht und der F l u g der
Kraniche hoch ü b e r allem unter den wandernden W o l k e n . O b Ferne oder N ä h e , alles ist
dann hell, licht und v o l l e r Farben, die leuchtenden A d m i r a l e um unsere Blumenbeete, das
W ä l d e r und das dunkelblaue, v o m leisen W i n d
gerauhte Wasser der Seen. — A b e r diese Zeit
ist auch die gleiche für diese Seelandschaft.
Auch hier kann es schon k ü h l i n den M o r g e n und Abendstunden wehen. D i e Sonne m u ß , wie
bei uns, wenn die S t ö r c h e fortgezogen sind,
oft lange mit N e b e l n k ä m p f e n . A b e r sie siegt,
und h e l l fließt ihr Licht ohne verschleiernden
Dunst ü b e r den D ü m m e r , die gelblich werdenden B i n s e n w ä l d e r und Rohrflächen bis zu den
k l a r daliegenden Dammer-Bergen im N o r d westen und den letzten A u s l ä u f e r n des Teutoburger W a l d e s im S ü d w e s t e n .
Die Kraniche haben hier keine Heimat mehr,
aber sie ziehen h e r ü b e r um diese Zeit in langen,
schwebenden Ketten. Das A u g e freut sich an
den g r o ß e n , rhythmisch schlagenden F l ü g e l n , das
O h r an den lauten, melodischen Stimmen und
das H e r z ist dann nicht schwer, w e i l sie west-
A m
Dümmer
Der Dümmer-See,
von dem Walter von Sanden hier erzählt, liegt in Niedersachsen
etwa
dreißig
Kilometer
nordöstlich
von Osnabrück.
Wenn man mit der Bahn von Bremen
nach Osnabrück
fährt, sieht man ihn — ein Stück hinter Diepholz — auf der rechten
Seite liegen
w ä r t s ziehen und w i r weiter w e s t w ä r t s nicht
wollen.
Flach und s o n n e n d u r c h w ä r m t wie der See bei
Guja ist auch der D ü m m e r , ü b e r r e i c h an den
w ä r m e l i e b e n d e n Wasserinsekten und dadurch
an Fischen. W e i l ein g r o ß e r T e i l der Insekten,
M ü c k e n , Eintagsfliegen und viele andere, den
ersten, v i e l l ä n g e r e n Abschnitt ihres Lebens im
W a s s e r verbringen, hat die Landschaft
um
solche Seen als Folgeerscheinung eine besonders reiche V o g e l w e l t . In ihr nehmen die
Rauch-, M e h l - und Uferschwalben einen g r o ß e n
Raum ein. Deshalb sind die klaren, warmen
Septembertage stets begleitet v o n dem Fliegen
und leisen Zwitschern u n z ä h l i g e r Schwalben.
Immer mehr finden sich ein, sammeln sich vor
dem A b z ü g e , ü b e r n a c h t e n ü b e r dem See im
Rohr oder in den Binsen und geben dem Herbstwerden hier wie am Gujasee die gleiche M e l o die dieser Zeit.
O b Herbst oder F r ü h j ä h r , Sommer oder W i n ter, niemals werden die Ereignisse in der Natur
arm oder langweilig. Gott und Leben, in dem
er sich sichtbar für uns a u s d r ü c k t , sind ü b e r a l l
zu finden. Es b l ü h e n Blumen für uns V e r triebene auch in anderen L ä n d e r n a m Wegesrand, die V ö g e l singen, und die gleiche Sonne
wie „zu Hause" scheint auch hier.
Die große
Sie gehört
Rohrdommel
zum Dümmer
dem See bei
ebenso wie
Guja
zu
Sämtliche Aufnahmen: Walter von Sanden
„Der
große
Binsensee"
Ein neues Buch v o n W a l t e r v o n Sanden-Guja
:
Die Schleiertücher der k l e i n e n M o o r s p i n n e n
.Als ich", so berichtet Walter von Sanden, „gegen Ende eines Märzmonats
der letzten
Jahre vormittags
zum Süddeich
gegangen war, fiel mir die Weberarbeit
unzähliger
kleiner, rotbrauner Spinnen auf. Am Abend fand ich den Südhang
des Deiches auf etwa
sechshundert Meter Länge von weißen,
seidigen Tüchern
überspannt.
Es waren nicht
maschenartige
Netze wie sonst bei Spinnen, sondern dichte Schleier, manche davon drei
Meter lang und zwei Meter breit. In großen Mengen saßen die kleinen Spinnen darauf
und schienen noch eifrig bei der Arbeit, ihre Gewebe immer dichter zu machen. Die schrägen Sonnenstrahlen
glänzten
rötlich auf den sich im Winde bauschenden
Seidentüchern..
Als ich am nächsten
Morgen nach den Spinnchen und ihren Tüchern sehen wollte, war
alles verschwunden,
wie nie dagewesen. Nur winzige Gespinslreste
zeigten, daß es kein
Traum gewesen
war.'
„Es b l ü h e n Blumen für uns Vertriebene auch
in anderen L ä n d e r n , am Wegesrand, die V ö g e l
singen, u n d die gleiche Sonne wie z u Hause
scheint auch hier", — mit diesem tröstlichen
W o r t schließt W a l t e r v o n Sanden seinen hier
veröffentlichten Beitrag. D a ß es nicht nur so
eben dahingeschrieben ist, sondern aus dem beg l ü c k e n d e n Erleben der Natur fern der alten
Heimat entstanden, zeigt das neue Buch, das
er geschrieben hat. „DeT g r o ß e Binsensee"
heißt es, und es ist, 149 Seiten stark, eben i n
der Frankhschen Verlangshandlung Stuttgart (in
Leinen gebunden 11,80 D M ) erschienen. W e r die
Guja-Bücher v o n W a l t e r v o n Sanden kennt,
weiß, d a ß er nicht e n t t ä u s c h t werden wird, auch
wenn nicht der v o n Kindesbeinen an vertraute
heimatliche See darzustellen ist, sondern „nur"
ein in Niedersachsen unweit v o n O s n a b r ü c k gelegenes G e w ä s s e r , der D ü m m e r . Im Ablauf des
Jahres zieht die kleine und doch so vielfältige
und wunderbare W e l t dieses Sees in erlebnisund kenntnisreichen Schilderungen und in herrlichen B i l d e r n a n uns v o r ü b e r , s c h ö n s t e r Beweis dafür, d a ß es auf die A u g e n ankommt,
mit denen man Gottes W e l t sieht. U n d auch auf
ein Herz, in dem die Liebe zur Natur und ihrem
Schöpfer s c h l ä g t und der W i l l e lebt, nicht z u
verzagen. Diese innere Kraft weiß auch i n einer
anscheinend nicht gerade reichen Landschaft
wahre Schätze zu entdecken, und w i r k ö n n e n
freudigen A n t e i l daran haben. U n d nebenbei
auch einiges lernen, und das nicht nur, was d i e
Kenntnis v o n Pflanzen und T i e r e n a n einem
See angeht. E i n s c h ö n e s , wertvolles u n d b e g l ü k kendes Buch.
—*
*. Mai 1953 / Seite 2 4
Wahl unter fünf Büchern
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z w a r k ö n n e n die Preistraj,« .
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Leine I Auch ein Eichhörnchen
im Eichenbaume I
Maikäfer
gibt es zu dieser Zeit noch keine I
Aber Meisen
hören
wir im
Birkenbaume.'
55 Eier hat das hübsche Gedicht von Christine
in
Hartbergen.
Und ich las, und sah weit und breit:
Ihr könnt also glauben, bei aller Arbeit hatte
Du liebe Zeit, da sollen Ostereier sein?
der Osterhase seine Freude, und er hat es beEin einziges lag aui dem Misthaufen an der Eck.
stimmt nicht bereut, seine Eier für die OstAch so, die anderen waren ja im Bild versteckt.
preußenkinder
versteckt zu haben.
Nun aber kam das große
Kopfzerbrechen:
Und ich ging ran, mit frohem Mut,
Wer hat gewonnen? Eier waren gefunden worUnd es machte mir Spaß, und ich war auf
den in unglaublicher
Menge, aber man konnte
der Hut.
nicht einfach nach der Zahl gehen, denn da
Und ich habe gesucht, die kreuz und quer.
waren, wie schon gesagt, auch faule
drunter.
Da habe ich siebzig gefunden, es wurden
„Beißhund"
ist ein Wort mit ei, aber was nun,
nicht mehr.
wenn der Hoihund
gar nicht bissig ist? Und
So also, wie es die elfjährige
Anneliese
in wer sagt, daß er Greif heißt? Anderen
Suchern
B(idenstedt
beschreibt, hat es bei euch ausge- hat er erzählt, er heiße Bello. Und die „Klappesehen. Leicht war es sicher nicht, aber wenn es rei' der Störche, — na wißt ihr, das Ei habt ihr
euch nicht Spaß gemacht hätte, dann hättet ihr aber selber mitgebracht. Schadet ja nichts, ihr
ja nicht so fleißig gesucht, und also ist alles habt euch wirklich angestrengt; bloß was durfte
in Ordnung, nicht wahr? Doch nun stellt euch der Osterhase nun zählen und was nicht?
vor, wie es beim Osterhasen
aussah. Als wir
Und dann waren da auch viele, die » w a r ein
ihn vor der letzten Folge besuchten, sah er
über tausend Briefen schon ganz mitgenommen paar Eier weniger gefunden hatten als Ihre
aber dafür so hübsche
Bilder
aus. Aber jetzt? Jetzt schläft er. Er ist völlig Suchgefährten,
erschöpft,
wir dürfen ihn nicht aufwecken. Er gezeichnet und Gedichte gemacht hatten. Haben
hat es geschafft, alle Briete zu lesen und die sie nicht auch einen Preis verdient? Ich glaube,
besten herauszusuchen.
Wißt
ihr, wieviel
es ihr ruft jetzt alle ganz laut „Ja!"
Ostern erst Feiertag, das gab einen Spaß,
Als Mutti las das
Ostpreußenblatt,
Da riet sie: „Annelies,
komm mal her,
Da kannst du raten kreuz und quer."
waren?
Zweitausendsiebenhundertiüniundzwanzig
genau! Ist das ein Wunder, wenn er jetzt müde ist?
Und es waren ja nicht einfache Briefe, in
denen die Worte mit den Ostereiern
nur aufgezählt waren. Viele Zeichnungen waren dabei,
Der Osterhase
hat sich entschlossen,
viel
mehr Preise zu vergeben, als er anfangs vor
hatte, nämlich
fünfzig.
Schöne Bücher will er
als Preise verteilen: Sie sind am Schluß aufgezählt, und jeder Preisträger
darf sich sogar aussuchen, welches davon er haben möchte, und
es dann dem Osterhasen
(Schriftleitung
des
Ostpreußenblattes,
Hamburg 24, Wallstraße
29)
schreiben.
Aber ganz herzlich wollen wir alle uns auch
bei denen bedanken, die diesmal keinen Preis
bekommen
konnten. Freude gemacht hat es
ihnen bestimmt trotzdem, Freude gemacht haben
sie auch dem Osterhasen, und das ist doch auch
schon ein Preis für die Mühe. Und
außerdem:
Wir machen bestimmt wieder einmal so ein
Spiel.
Und nun seid ihr schon sehr ungeduldig
zu
wissen, wer denn nun eigentlich gewonnen hat.
Hier also sind die Namen der fünfzig
besten
Ostereiersucher:
Liste der Preisträger
auf denen der Osterhase sich selbst fand, wie
er die Eier versteckte, mit hübschen
Blumenornamenten verzierte
Tafeln und bunte Ostereierbilder
mit großen
Schleifen.
Mehrere erfolgreiche Sucher haben alle Gegenstände
abgebildet, in denen die Eier steckten.
Andere
wieder haben sich eine
Geschichte
ausgedacht, in der die gefundenen.
Eierworte
vorkommen.
Eine von ihnen längt
an: „Ich
komme von Klein-Konopken
und erreiche den
im Ostpreußenblatt
abgebildeten
Eicsuchhoi.
Da fällt mir gleich aui, daß das Haus die Zahten
eins, acht, drei und zwei am Giebel trügt. So
gehe ich durch den Eingang, durch den mir
Bella, der Hund, schon schweifwedelnd
entgegenkommt."
So geht es fort, und alle EiWorte sind angestrichen,
51 an der Zahl. Und
einige ganz Kühne haben die Geschichte sogar
in Versen erzählt: „Wäsche
sehn wir auf der
Arnaschus, Hannelore, Neustadt,
Arnaschus, Helmut, Hochdonn,
Asmus, Heide, Todtnau,
Baumgart, Hannelore, Neuenkirchen,
•Biller, Sabine, Siddinghausen,
Brandt, Sieglinde, Lemgo,
Brzoska, Helga, Kirchhatten,
Bolien, H e l g a u n d M o n i k a , Boostedt,
Busse, Margriet, Berlin-Charlottenburg,
Drewenings, Wolfgang, Preetz,
D o m b r o w s k i , Gertraud, Schwanwede,
Dehn, M o n i k a , Paderborn,
Fleck, Renate, Dalborn,
Glomb, G ü n t e r , St.-Hubert,
G r a b o w s k i , Klaus, V o r n h a g e n ,
GTauke, Petra u n d Brigitta, Sinzig,
Gauer, Sigrid, H a m b u r g - A l t o n a ,
Hermenau, IngeloTe, Bissen,
H e l l w i g , Hannelore, R o t t w e i l / N . ,
Holz, Geschwister, U l m ' D o n a u ,
Hoffmann, W o l f - R ü d i g e r , Sebbenhausen,
H a b e r k o m , Hansrudolf u n d U l l i , Döttesfeld,
Kröger, Constanze, Tellingstedt,
K i l i a n , Rosemarie, L ü b e c k - T r a v e m ü n d e ,
Krassuski, Helene, B a d M e i n b e r g ,
Kardel, U w e , K i e l ,
Lukat, W a l d e m a r , Düsseldorf,
v. Lölhöffel, Hermann. H a n n o v e r ,
u
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mit Beitragen ^ "
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V e r l a g Rautensteller u n d zahlreichen B i l d e r n , v e n y
berg & M ö c k e l i n Leer.
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"••M^'r H e e d e r
D ü „ e . e m e E,zef,h,„g
v o n der K u n s c u e n N e h r u n g , « . M r i l N e u jok, K . T h i e n e m a n n s V e r l a g , Stuttgart.
W i r bitten die P r e i s t r ä g e r , ihre W e h W
treffe* u n d uns den T i t e ! unter ' « • " • d »
A n s ä t e ihrer A n s * , Ii
m i t z u t e i l e n ; das
Buch w i r d i h n e n dann zugesandt.
OftproußifcHo
Öpäß&ion
d a ß auch sie i n dieser Z e i t gerade i r g e n d e t w a s
z u tun hatte. G o r n y w a r e i n forscher, lustiger
M e i n e Eltern hatten w ä h r e n d des Ersten K e r l , u n d A n n c h e n fand das auch. S i e neckte
W e l t k r i e g e s einen k l e i n e n J u n g e n aus d e m ihn, w o sie n u r konnte u n d spielte i h m a l l e r Goldaper Krankenhaus angenommen. Fritz w a r hand Streiche. G o r n y aber w a r verheiratet,
ein richtiger, k l e i n e r B o w k e . E i n m a l , er waT u n d i h m wurde die Sache eines T a g e s z u b u n t
damals drei Jahre alt, hatten w i r geschlachtet.
Annchen, d i e w i e d e r irgendetwas m i t i h m
Fritz war zu Bett gebracht worden, u n d w i r mach- vorgehabt hatte, f ü h l t e sich p l ö t z l i c h i n d i e
ten i n der Küche W u r s t . D a , tap — tap — H ö h e gehoben, s t a r k e A r m e umschlangen sie,
tap —, die T ü r tut sich auf, u n d Fritz steht da
doch w e n i g l i e b e v o l l k l a n g e n
die rauhen
i m Nachthemdchen. „Fritz w a s w i l l s t d u " , fraW o r t e a n i h r O h r : „ N a , wart, D i r K r ä t w e r d ich
gen w i r . E r kommt langsam n ä h e r , reckt sich a m a b k i e h l e n ! " U n d m i t d i e s e n W o r t e n schleppte
Tisch hoch u n d schaut uns fragend an: „ A m E n d G o r n y die kreischende u n d strampelnde M a r eßt i h r noch was?"
A . K . j e l l ü b e r d e n g r o ß e n Hof, a n dessen E n d e a m
Schweinestall das g r o ß e W a s s e r f a ß d a r L o k o Die Perspektive
m o b i l e w i n k t e . Seine A u g e n b l i t z t e n v o r Eifes,
Der Lehrer L . aus W . b e m ü h t e sich stets, u n d angefeuert durch die J o h l e n d e n Z u r u f « d e r
seinen Schülern alles leicht begreifbar beizu- Knechte, die i n der offenen StaU'tür lahmten,
bringen. So fällt eines Tages b e i d e m Zeichen- schleppte er, d a ß d i e S c h w e i ß t r o p f e n n u r s o a u f
unterricht das W o r t „ P e r s p e k t i v e " . LehreT L . seiner S t i r n standen, d e n n A n n d i e n w a r e i n
führt seine Schüler aus d e m S c h u l g e b ä u d e auf
molliges Mädchent. „Ri<n m i t sie i m W e h l e n
die Chaussee: „Seht m a l diese Telefonmaste N a ß " u n d „ d u c k i h r orntlicb, F r i t z " r i e f e n d i e
und die beiden G r ä b e n z u b e i d e n . Seiten. D i e Knechte u n d b o g e n sich t o t L*chen. A n n c h e n
werden doch immer k l e i n e r u n d laufen für machte v e r z w e i f e l t e A n s t r e n g u n g e n ,
toasufcoak»
unser A u g e alle auf einen P u n k t zusammen. men, schrie w i e a m S p i e ß , doch G o r n y l i e ß nicht
U n d dieses V e r j ü n g e n u n d H i n l a u f e n auf e i n e » locker, n u r noch e i n paar Schritte u n d d a n n . . .
Punkt nennt m a n Perspektive!"
O T ü c k e des Schicksal«! D e « F a ß w a r leer!
Nach dieser E r k l ä r u n g gehts i n die Klas«*
E X
zurück. Dort h ä n g t e i n B i l d aus d e m N a t u r Nicht eingeladen
kundeunterricht mit einer g r o ß e n Kiefer. I m
Eine H a u s g e h i l f i n , m i t der w i r nicht « e h r
V o r d e r g r u n d sitzt auf einem A s t eine K r ä h e
gewesen
waren,
heiratet«.
Zwei
und auf einem A s t i m H i n t e r g r u n d eine andere zufrieden
K r ä h e , die n a t ü r l i c h k l e i n e r gezeichnet ist. „Na, andere H a u s g e h i l f i n n e n w u r d e n v o n i h r z u r
Kinder", beginnt der Lehrer L . wieder, „ w e n n Hochzeit eingeladen. Ich besprach n u n a m T a g e
ihr n u n die vordere K r ä h e seht u n d dahinter vorher A r b e i t s e i n t e i l u n g u n d U r l a u b d e r MädV
die kleinere, was denkt i h r dann?" WoTauf sich eben m i t unserer a l t e n W i r t i n , F r ä u l e i n B . , d i e
einer erhebt u n d stolz i n die Klasse b r ü l l t : „Der nicht w i e sonst meist, auch e i n g e l a d e n w o r d e n
G r o ß e hat dem K l e i n e n J'ejungt!"
B . L . war. S o schloß F r ä u l e i n B . denn u n s e r e U n t e r redung m i ß b i l l i g e n d : , U n a b e i d e Beestens l ä d t
Vergebliche L i e b e s m ü h
sie nich ein!"
E. Z,
N i c h so d o l i !
Gorny, der Kutscher, m u ß t e neben seineT
Arbeit
bei den PfeTden
s ä m t l i c h e Schuhe
Der k l e i n e H a n s liebte die t ä g l i c h e n k a l t e n
und Stiefel putzen. D a z u k a m er dann i n die
A b r e i b u n g e n nicht, u n d das W a s c h e n m i t Seife
W a s c h k ü c h e , w o er sich m i t a l l dem Schuhwerk konnte e r schon g a r nicht l e i d e n . D a e r a b e r
g e n ü g e n d ausbreiten konnte. A n n c h e n , das beim S p i e l e n sich i m m e r recht
schmutzig
S t u b e n m ä d c h e n , richtete es dann immer so e i n , machte, m u ß t e eT jeden A b e n d t ü c h t i g ebgeSeine Sorge
unter, u n d es k l i r r t e k e i n Löffel, die k l e i n e
Katze u m g i n g den g r o ß e n Kuchenteller u n d
v
Gertrud Papendiek
stTeifte sanft a n der Kanne v o r b e i . Sie stutzte
einmal u n d hielt Umschau, ä u g t e m i ß t r a u i s c h in
Die Kaffeetafel stand verlassen, niemand die Gegend, u n d dann ließ sie sich nieder.
Da stand der Sahnetopf, w e i ß mit G o l d , breitkam, u m sie a b z u r ä u m e n , sie w a r i m A u g e n blick vergessen worden. E i n Stuhl u n d noch ausladend, mit geschwungenem H e n k e l . D a s
einer waTen aus deT Reihe gewichen, die Tassen K ä t z c h e n senkte i n h e i ß e m V e r l a n g e n den Kopf
blieben ungeordnet auf der buntgestickten hinab, ihre zarte rosa Zunge reckte sich begehrDecke stehen, sie waren weiß, dick und.bauchig, lich nach dem duftenden Inhalt, der da noch gemit einem breiten, ausgebogenen Goldrand, es blieben war, — aber vergeblich, er w a r z u tief,
waren Tassen aus U r g r o ß m u t t e r z e i t , sie waTen zu w o h l v e r w a h r t u n d unerreichbar. Sie s a ß
i n Trauer u n d Sehnsucht,
hundert Jahre alt u n d vielleicht noch ä l t e r , u n d zusammengekauert
ganz g e w i ß waTen sie sehr kostbar. U n d nun sie hob i h r zartes Katzengesicht m i t den g r ü n standen sie unbewacht, es konnte jemand kom- lichen A u g e n u n d den w e i ß e n S c h n u r r h ä r c h e n
men und sie z u Scherben werfen oder d i e g r o ß - w i e i n A n k l a g e z u dem m ä c h t i g e n Baum empor.
mächtige, rundliche Kaffeekanne stehlen, die Sie erhob sich u n d machte Anstalt, v o n dannen
nun, da sie leer war, ohne den Schutz ihrer zu gehen, hielt an, kehrte u m u n d k a m wieder.
wattierten W ä r m e h a u b e v e r w e i l e n m u ß t e .
Sie s a ß v o n neuem neben d e m h e i ß u m w o r Doch niemand auf d e r W e l t w a r so v e r w o r - benen Gegenstand niedeT u n d schaute ihn an,
fen, d a ß er sich m i t einem unrechten Gedanken und dann tauchte sie plötzlich die rechte V o r an der H e i l i g k e i t dieses Tages verging, und n u r derpfote vorsichtig tief hinein, z o g sie wieder
ein paaT Spatzen holten sich die letzten K r ü m e l hoch u n d leckte sie m i t saugender Zunge gevon den Kuchentellern. Die Z w e i g e des g r o ß e n n u ß v o l l ab. Sie hob d e n Kopf u n d sicherte, aber
Apfelbaumes senkten sich ü b e r den Tisch wie alles b l i e b s t i l l , und niemand k a m . D i e M e n ein lebendiges Schirmdach, es w a r erfüllt v o n schen hatten ihr diesen Schatz gelassen, er waT
dem brausenden Summen deT Bienen, u n d sonst für sie.
war alles still. U n d lautlos w a r der Tritt d e »
Sie blieb, eine lebendige Zierde, i n d e r gekleinen w e i ß e n Wesens, das d a auf d e m Kies- l ö s t e n H a r m o n i e der Tafel sitzen, u n d immer
weg herankam, es setzte ganz sacht die zieT- wieder stieg das r ä u b e r i s c h e K a t z e n p f ö t c h e n i n
lichen Pfoten auf u n d schlich langsam n ä h e r , — den w e i ß e n Schlund u n d brachte in geduldiger
eine k l e i n e Katze mit einem rosigen Naschen, M ü h e Z u g um Z u g jenen wunderbar s ü ß e n ,
ganz w e i ß bis auf die schwarze Schwanzspitze. fetten Stoff heTauf.
•
Sie k a m heran auf der Spur ihrer v e r l ä ß l i c h e n
Es w a r ein M a h l v o n Dauer, es nahm gar k e i n
WitteTung und w a r mit einem sanften Satz auf Ende, es v o l l z o g sich in Stille und völlig ungeeinem Stuhl, setzte die Vorderpfoten auf und s t ö r t . D i e W e l t w a r reich u n d g ö n n t e jedem
reckte sich, um die Sachlage zu ü b e r s e h e n , und Geschöpf die Gaben ihrer Fülle. D e r v o l l k o m dann war sie oben.
mene T a g segnete den G e n i e ß e r mit g ö t t l i c h e r
Sie verweilte einen Augenblick und begann Verschwendung.
darauf ihren leichten, untadeligen Gang ü b e r
Indessen ging hinter den B i r k e n w i p f e l n langdie gToße Tafel, auf dem bunten G r u n d der sam d i e Sonne hinab, der g r ü n e Rasen lag in
Tischdecke dahin, eine kleine w e i ß e Kostbarkeit s c h r ä g e m Licht, die Bienen summten fort und
mit hochgestelltem Schwanz und einem hödist fort in dem B l ü t e n b a u m , und durch den h o h n
z i e l b e w u ß t e n W i l l e n . Es fiel keine Tasse her- blauen H i m m e l s c h ö s s e n die Schwalben.
Unter dem F r ü h l i n g s b a u m
A n jenem Tisch hatten sie gesessen, e i n behag.'cher, Kreis auf dem Platz i m Garten, der
von Sonne erfüllt w a r u n d v o n der unbeschreiblich sanften Luft eines vollkommenen ostpreußischen F r ü h l i n g s t a g e s .
Ueber ihnen hielt der b l ü h e n d e Apfelbaum
die ganze Pracht seiner Krone ausgebreitet, es
w a r der g r ö ß t e und m ä c h t i g s t e v o n a l l e n i n
der Runde, die ihre feierliche Schönheit trugen
w i e zu einem Fest; jenseits des Rasenplatzes
verstreute ein junger Kirschbaum m u t w i l l i g
sein zartes W e i ß , und d r ü b e n standen die Birk e n hoch und frei in ihrem lichten, spielerischen
Laub, sie standen am Zaun entlang, hinter dem
mit W e g und Saat und Waldessaum die weite
W e l t begann. Ueber a l l e m w a r das tiefe, reine,
fast unwahrscheinliche Blau des Himmels
Ja, unter dem Apfelbaum hatten sie gesessen,
A l t e und Junge, und hatten den guten Kaffee
getrunken aus den schönen alten Tassen, die
leer w ü r d e n und wieder voll u n d wieder v o n
neuem leer; sie hatten dem m ä c h t i g e n Napfkuchen alle Ehre angetan, d a ß er mehr und
mehr dahin schwand, und führten dazu ihre heiteren und freundlich bewegten G e s p r ä c h e . Sie
l i e ß e n bei Gott nichts ü b r i g v o n den guten
Gaben, und als alles dahin war, saßen sie noch
und lobten das Wetter und das friedliche B e i Be'sammensein.
A b e r dann war es auf einmal z u Ende gewesen. D i e Frauen wandten sich nach den
G e m ü s e b e e t e n h i n , und die M ä n n e r machten
einen Rundgang, sie schritten b e d ä c h t i g auf
dem K i e s w e g dahin und' sprachen bei der Z i garre v o n den Lasten ihres Standes und den
Sorgen der Zeit. D i e Kinder aber waren auf
und davon, ihre Stimmen klangen noch einmal
fern und rrndeuü'rti h e r ü b e r , — ein letzter, verlorener Ruf — und dann waren sie alle verstummt.
Lemcke, Ingrid, Gr.-Fredenbeck,
Lichtenstein, H e l g a , Lindhorst,
M a r k s , Friedrun, Westerstede,
Malkus, Günter, Angermund,
Matern, Edeltraut, Wehrstedt,
M a y , Margot, Rendsburg,
M e y e r , Inge, Winsen-Luhe,
Ott, Ehrentraut, ObeThausen-Sterkrade,
Philipp, Peter, M a n n h e i m ,
Puppa, Lieselotte, Borstel,
Politt, Christel, Blumberg,
v o n Rützen, Hans-Ulrich, Goldensee,
Roese, Wa'dtraut, Aglasterhausen,
Spittka, MaTtha, Bottrop,
Schmerberg, Ingrid, Oldenburg,
Schlunck, Dagmar u n d MaTtin, Hannover,
SchrödeT, Gertraude, Dortmund,
Schreiber, Rosemarie, Langen,
Schiedlowsky, Christine, " H a ß b e r g e n ,
Trojahn, HansgeoTg, Herford,
Tromp, Anneliese, B ö d d e n s t e d t ,
W i p p i c h , J ü r g e n , Bevensen.
s
n
p
rubbelt werden. A l s M u t t i i h m n u n nach d e n
strammen Beinchen schließlich auch den P o
g r ü n d l i c h wusch, da meinte er v o r w u r f s v o l l :
„ A b e r M u t t i , nicht so d o l i ! D a s ist s o w i e s o so
lose!"
M . Sch.
Die R e b h ü h n e r
A n d e r K ü s t e des K u r i s c h e n Haffs u n d z u b e i den Seiten des G r . Friedrichsgrdbens hatten w i r
die A n l i e g e r j a g d gepachtet. Ihre E r g e b n i s s e
w a r e n nicht d e r Rede wert, u n d doch w a r s i e d e r
A n l a ß k ö s t l i c h e r Erlebnisse. E i n m a l l a g e n einige
V ö l k e r R e b h ü h n e r auf dem schmalen Streifen
zwischen K a n a l u n d Haff. V i e l Z e i t z u m A b suchen hatten w i r nicht, a u ß e r d e m w a r der
Jagdstrelfen sehr lang. Daher w u r d e K u r t m i t
der „ s t a t i s t i s c h e n Erfassung" der R e b h ü h n e r
beauftragt, m i t d e m V e r s p r e c h e n einer angemessenen B e l o h n u n g .
K u r t w a r e i n h a l b w ü c h s i g e r B e n g e l , der alles
w u ß t e u n d alles prompt erledigte, n u r so ließ
seine Jagdleidenschaft i h n leider oft v o n der
Wahrheit
abweichen.
Kurt
verhörte
also
R e b h ü h n e r und ^erschien eines morgens n a ß bis
z u m Bauch u n d freudestrahlend b e i uns mit d e n
Worten:
„ H e r r c h e , k o m m e n se, die ganzen
Beime hucken v o l l e r Rebhiehner!"
Worauf
mein Schwager erwiderte: „ A b e r K u r t , D u wirst
Dich geirrt haben, R e b h ü h n e r sitzen doch nicht
auf B ä u m e n ! " K u r t versuchte doch noch die
M a r k u n d das P ä c k c h e n T a b a k zu retten u n d
schmetterte heraus: „ A b e r Herrche, w o sollen
se denn bleiben, w e n n unten alles v o l l is!" Er
b e k a m die M a r k u n d auch den T a b a k .
G.M.
Gesichert
Der k l e i n e K a r l w i l l gern b e i m E i n f a h r e n des
letzten Fuders H e u dabei sein, u n d der V a t e r
erfüllt ihm seinen W u n s c h . Nachdem der W a g e n
beladen ist, wirft der V a t e r seine Schlofren
auf das volle Fuder und steigt dann selbst auf.
Dann w i r d auch K a r l raufgerercht. D i e H e i m fahrt beginnt. Nach einer W e i l e mahnt der
Vater: „ K a r l d i - n , h ä l f t du dich auch fest?"
Prompt kommt die A n t w o r t : „ J a , Papa, am
Schiorr!"
^
Jahrgang 4 / Folge 13
Das Ostpreußenblati
5. Mai 1953 / Seite 25
Regierung Königsberg
B O C H U M
Die letzten Hinweise
Bei «lein grollen Menschenandrang in Bochum am
9. 10. Mai wird es manchem Mühe machen, sich
zurechtzufinden. Beachten Sie unsere Hinweise!
Sie erleichtern sich und allen Festteilnehmern den
Verkehr.
Der Verkehr
narh der Großkundgebung
1. Nach der Großkundgebung am Sonntag, dem
10. Mai bleiben in der Festhalle:
Kreis Fischhausen, Königsberg-Stadt. KönigsbergLand, Labiau, Pr.-F.ylau.
2. Folgende Kreise erreichen im Fußmarsch ihre
Kreislokale:
Hartenstein: Marschweg für Bartenstein: Südausgang der B. V.-Halle über Jacob-Mayer-Straße,
Baarestraße, Bessemerstraße, Elsaßstraße, AnnaStraße, Alleestraße.
Gerdauen. Lotzen, Memel-Stadt. Memel-Land,
Heydekrug, Pogegen. Kastenburg: Marschweg für
die Kreise Gerdauen bis Pogegen: Von der B . V . Halle der gleiche Marschweg bis zur Alleestraße,
über Gußstahlstr., Maltheserstr., Blucherstr., VI(lumestr.. zur Herner bzw. Dorstener Straße. —
Lotzen geht von hier weiter über die Vidumeund Schillerstraße zum Stadtpark (Parkhaus). —
Kasteuburg: Ostausgang B.V.-Halle, Jacob-MayerStraße. Baarestraße. Bessemerstr.. Elsaßstr. Annaitrafie und Marienstr.
3. Folgende Kreise fahren mit einem Sonderzug
der Bundesbahn ab Bahnhof Bochum-Präsident
nach Herne.
Braunsberg. Johannisburg, Sensburg: Fußmarsch
zum Bahnhof Präsident: Ostausgang B.V.-Halle,
Jacob-Mayer-Straße, Baarestr.. Bessemerstr., Elsaßstraße. Annastr., Gußstahlstr., Blucherstr. und Vahrendeller Straße.
1. Folgende Kreise erreichen in nachfolgendem
Fußmarsch den Abfahrtsplatz fUr Omnibusse und
Straßenbahnen „In der K r i m m " :
Angerapp, Gumbinnen, Orteisburg: Marschweg:
Südausgang B.V.-Halle, Jacob-Mayer-Str.. Baarestraße, Bessemerstr., Elsaßstr.. Annastr., Rottstr.
zum Platz in der K r i m m .
5. Der Abfahrtsplatz der nachbenannten Kreise
liegt Ecke Humboldtstraße und Viktoriastraße beim
Hauptbahnhof: Angerhurg. Ebenrode, Elchniederung.
Pr.-Holland.
Tilsit-Stadt, Tilsit-Ragnit:
Marschweg: B.V.-Halle, Jacob-Mayer-Str.. Baarestraße, Bessemerstr., Arnoldstr., Marienstr., Humboldtstraße.
6. Abfahrtsstelle nachsenannter Kreise,
deren
Kreislokale i n Wattenscheid liegen; an der Wattenscheider-Ecke Alleestraße:
AUenstein-Stadt, Allenstein-Land. Mohrungen,
Osterode, Rößel: Marschweg: Die Teilnehmer benutzen den Ostausgang der B.V.-Halle und gehen
nach der Abfahrt der Ehrengäste über die Stahlhauser Straße, überqueren die Alleestraße zur A b fahrtsstelle an der Ecke Wattenscheide Straße.
7. Die folgenden Kreise, deren Kreislokal die
„Kaiseraue" bzw. die Gaststätte „Goeke" in Bodium-Orumrae ist. fahren mit Omnibussen:
Insterburg-Stadt, Insterburg-Land, Wehlau: A b fahrtsstelle: Ostausgang B.V.-Halle. Die Omnibusse
stehen bereit: a) Bessemerstraße, b) Friedenstraße,
c) Helenenstraße.
8. Folgende Kreise, die ihre Treffen in den Ortsteilen Bochum-Altenbochum, Bochum-Laer und Bochum-Langendreer durchführen, fahren mit Omnibussen bzw. der S t r a ßenbahn von der Alleestraße
ab:
Goldap. Lyck. Neidenburg. Treuburg: Die A b fahrtsstelle befindet
sich an d e Alleestraße in
Höhe der Jacob-Mayer-Straße. Die Teilnehmer erreichen die Haltestellen vom Ostausgang der B . V . Halle ü b e r die Jacob-Mayer-Straße.
9. Die in den Ortsteilen Bochum-Weitmar, Bochum-Linden und Bochum-Dahlhausen untergebrachten Kreise fahren mit Omnibussen ab Parkplatz Kohlenstraße:
Heiligenbeil. Heilsberg, Schloßberg: Marschweg:
Vom Westausgang der B.V.Halle führt ein direkter
Weg zur Kohlenstraße. Die Teilnehmer, die hier
keinen Omnibus mehr erreichen, können im Fußmarsch über die Kohlenstraße zur Hattinge Str.
an der Ecke Kohlen- und Hattinger Straße die
Straßenbahnlinien 8 und 18 erreichen.
r
r
1 0 . M A I
Heiligenbeil: Schwager, Bochum-Linden Hattinger
Straße 865.
Heilsberg: Höfgen, Bochum-Dahlhausen, Kassenbeiger 16.
Heilsberg: Bilker, Dahlhausen, Dr.-C.-Otto-Str.
Heilsberg: Stanek, Dahlhausen, Dr.-C -Otto-Str.
Insterburp: Kaiseiaue, Bochum, Josef inen 29.
Insterburg-Land: Kadseraue, Bochum, Josefinenstraße 29.
Johannesburg: Westfalenschänke, Herne, Bahnhafstr.
Johannisburg: Stemberg, Heine, Bahnhofstraße 34.
Königsberg: Festhalte. Bochum.
Königsberg-Land: Festhalte. Bochum.
Labiau: Festhalle. Bochum.
Lotzen: Parkhaus, Bochum, Im Stadtpark.
Lyck: Wollenweber, Bochum-Lgdr. Alte Bahnhof 159.
Memel-Stadt: Industriehotel, Bochum, Herner Str.
Nr. 53/55.
Memel-Land: Widume, Bochum, Dorstener 14.
Heydekrug: Klosterquelle, Bochum, Dorstener 1.
Pogegen: Kortlander, Bochum, Hemer 1.
Pogegen: Zur Bergschule, Bochum, Herner 19.
Pogegen: Haus Schulte. Bochum, Dorstener 17.
Mohrungen: Hans Otto, Wattenscheid Bochumer
Straße 108.
Mohrungen: Zur guten Quelle, Wattenscheid. Bochumer Straße 90.
Mohrungen: Wwe. Hölscher. Wattenscheid. Bochumer Straße 110.
Neidenburg: Bürgerhaus Mailner, Bochum-Laer,
Wittener 421.
Orteisburg: Rumberg Bochum-Stiepel. Kemnader
Straße 319.
Orteisburg: Hans Frische. Bochum-Stiepel, Kemnader Straße 319.
Osterode: Kronenburg, Wattenscheid. Weststr. 36.
Osterode: Wintergarten, Wattenscheid, Weststr. 29.
Pr.-Holland: Sportheim Mense, 'Bochum, Castroper Straße 137.
Pr.-Eylau: Festhalle. Bochum.
Rastenburg: Zum Schützenhof, Bochum-Dahlhausen, Kassenberger Str. 83.
Rastenburg: Zum Birkenwäldchen, Dahlhausen,
Kassenberger Straße 89.
Rößel: Zur Alten
Postkutsche.
Wattenscheid,
Voedestraße 84.
Rößel: A . Langenbeck, Wattenscheid, Voedestr. 64.
Rößel: Park-Kaffee, Wattenscheid, Voedestraße.
Sensburg: Kolpinghaus. Herne-Zentral. Neustr. 20.
Schl'Oßberg: Forsthaus, Bochum, Blankensteiner 147.
Schloßberg: Zur Waldesruh. Bochum-Weitmar.
Tilsit-Stadt: Gastst. Lothringen, Bochum-Gerthe,
Lothringer 49.
Tilsit-Ragnit: Kath. Vereinshaus. Bochum-Gerthe,
Castroper Heüweg 415.
Treuburg: Vogt. Bochum, Wittener 249.
Treuburg: Rosenkabarett. Bochum, Laerstraße 38.
Wehlau: Gastst. Goeke, Bochum, Josefinenstr. 65.
„Grünes Programm"
zur ostpreußischen jagdlichen Trophäenschau
in Bochum
Freitag, den 8. M a l ,
Bochum, Ratskeller. 20
Uhr, „Grüner Abend",
veranstaltet von
der
Kteisgruppe des Deutschen
Jagdverbandes
(DJV) Bochum. Die ostpreußischen J ä g e r sind
Sv ^? x yi\)'/f?Z'iy^yQjl
eingeladen Der Eintritt
vS^MAW'&^&y
ist frei.
Sonnabend, d. 9. Mai,
Uhr.
Eröffnung
der
Bochum, Rathaus. 9.30
„Ostpreußischen
jagdTrophäenschau" durch Forstmeister z. Wv.
Loeffke
(Landsmannschaft
Ostpreußen),
D. Seile (Deutscher Jagdschutzverband),
Oberstjägermeister a. D. Scherping.
Die Schau ist geöffnet am Sonnabend, dem 9.
Mai, bis 20.00 Uhr, am Sonntag, dem 10. Mai, von
8 — 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.
v
,x
Leitstelle und Meldeköpfe
Parkgebiet 1 (für Fahrzeuge aus Richtung Dortmund Castrop-Rauxel) Polizeiunterkunft Castroper Straße, Tel. 60 661 und 63 857.
Parkgebiet 2 (für Fahrzeuge aus Richtung Witten, Hagen) In der K r i m m , Lokal Hellweger Hof,
Inhaber: Krämer-Schepp, Tel. 61 610.
Parkgebiet 3 (für Fahrzeuge aus Richtung Hattingen Wuppertal) Hubertus-Gaststätte. Inhaber:
Stanke', Bochum. Pieperstraße 13, Tel. 67 064.
Parkgebiet 4 (für Fahrzeuge aus Richtung Essen,
Gelsenkirchen) Tankstelle Ellermann. Essener und
Ecke Kohlenstraße. Tel. 62 160.
Parkgebiet
5 (für Fahrzeuge
aus Richtung
Wanne-Eickel, Herne und Recklinghaiisen) Bochumer Eisenhütte Heinemann & Co.. Bochum. BliiCherstraße 33, Tel. 63 266 67.
Quartiere
Quartieranweisungen
sind im Tagungsbüro im Handelshof, gegenüber dem Hauptbahnhof
abzuholen. Das Tagungsbüro ist
vom !). Mai, 8 Chr. bis zum 10. Mai. 24 Uhr,
durchgehend geöffnet.
Aufteilung der Lokale
für
die Treffen der Heimatkreise nach der
Kundgebung am 10. Mai
Hinte.- dem Heimatkreis steht der Name des
Lokals
Eo in der Anschrift bedeutet Bochum.
Angerapp: Hanne-Menke. Bo.-Querenbg., Buscheystraße 119
Angerburg: Decker, Bochum. Castroper 300.
Aneerburg: Reiber, Bo.-Harpen. Castr.-Heüweg
A n ° e r b u r g : Zimmermann. Bochum. Castroper 281.
Allenstein'St.: Kolpinghaus Wattenscheid.
Allensteln'L.: Kolpinghaus, Wattenscheid.
Bartenstein: Ratskellei. Bochum. Rathausplatz. .
Hartenstein: Schlegelbläu, Bochum, Rathausplatz.
Braunsberg: Vereinshaus St. Josef, Herne, Düngestraße 29
Ebenrode: Ritte.bing, Bochum, Castroper 177
Ebcnroae: Wenderoth. Bochum. CashODer 178
Fnerrode- Bc-rke-ibei g, Bochum. Castroper 195.
E h S o e r u n g ! Westf Hof, Bochum-Gerthe, Castr.
Hellweg 450.
_ .
Kuchhausen: Festhalle (BV) Bochum.
Gerdauen: Lehmkuhle, Bochum, Präsident 47.
Gerdaucn: Schlüte-. Bochum, ^ ^ " ' -,
Goldau- Herbers, Bochum-Laer, Wittener 546.
gS;"'
h Spitz, Bochtim-Stlep-1, Kemnader
Straße 136.
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H l l l - e n b e l l : Hotel Wolf. Bochum-Linden.
Heiligenbeil: Märkischer Hof, Bochum-Linden.
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5 9
l n
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Roßgärter Mittelschule
Treffpunkt der ehemaligen Schüler und Lehrkräfte der Roßgärtner Knaben- u, Mädchen-Mittelschule zu Königsberg (Pr) am 10. Mai in Bochum
nach dem großen Festakt im Wichernhaus (Gemeinde-Haus). Von der Festhalle mit Linie 10, 20
oder 2 bis Hauptbahnhof, umsteigen Linie 7 oder
17 bis Stahlwerke, dann 100 m links einbiegen.
*
Braunsberg.
Abiturientinnen vom
AbschlußJahrgang 1933 der Elisabeth-Schule wollen f.ich am
10. Mai im Hotel König, vorm. Meinhardt, in
Herne. Bahnhofstraße 119, treffen
(20 Minuten
Straßenbahn von Bochum).
Luisengemeinde
Mitglieder und Freunde der Landeskdrchlichen
Gemeinschaft und des Jugendbundes der Luisengemeinde Königsberg, die zum Ostpreußen treffen
nach Bochum kommen, sind herzlich eingeladen zum
Stadtmissionssaal, Joachimstraße 8.
Die Glieder der Kirchengemeinde KönigsbergJuditten-Metgethen treffen sich am 10. M a i uim
8.30 U h r in der Paulus-Kirche, Bochum. Düppelstraße 25, wo Konsistorialrat i . R. Lawin von 7.30
bis 8.30 Uhr den Gottesdienst hält.
Webschule Lyck stellt aus
In Verbindung mit der Ausstellung ostpreußischer Künstler werden beim Bochumer Bundestreffen in einem Raum des AussteUungsgebäudes
auch Arbeiten der bekannten Webscbuie Lyck unter Leitung von Bertha Syttkus zu sehen sein. Die
Handweberei von Bertha Syttkus arbeitet jetzt i n
Osnabrück und verwertet vorwiegend ostpreußische Motive.
*
„Als letzter Leiter der Allgemeinen Ortski'ankenkasse Königsberg gestatte ich mir, alle früheren
Bediensteten der Allgemeinen Ortstorankenikasse
Königsberg, die an dem Bundestreffen der Ostpreußen am 10. Mai in Bochum teilnehmen, zu einem
Treffen in der großen Festhalte, im Anschluß an
den allgemeinen Festakt, einzuladen. Der genaue
Treffpunkt in der Festhalte wird, wenn möglich,
durch Lautsprecher bekanntgegeben werden."
In alter kameradschaftlicher Verbundenheit
Schute
Aus der Geschäftsführung
C
Wegen des Bochumer Bundestreffens bleibt die
Geschäfitsfiüibnimig aim Sonnabend, dem 9. M a l , geschlossen.
Eine Arztpraxis in Hamburg, drei Räume, gut
eingelaufen, ohne Krankenkassen) ist pachtweise
abzugeben. Einzelheiten sind zu erfahren bei der
Geschäftsführung der Landsmannschaft Ostpreußen unter Stichwort „Arztpraxis", Hamburg 24,
Wallstraße 29.
s
Ostpreußen Jugend in Bochum
r
1. Tagungslokal in der „Brücke", Nähe Hauptbahnhof. Tel. 63 414.
2. Leitstelle Kathaus. II. Obergeschoß, Zimmer
211/212, Tel. 60 461 und 60 571; Haupteingang links
und Eingang neben dem „Bochumer Anzeiger".
Gelegentlich des Ostpreußentreffens in Bochum
am 10. M a i findet ein Treffen der ehemaligen A n gehörigen der R e g i e r u n g Königsberg Pr. statt.
Treffpunkt: Kantine in der Hauptpost gegenüber
dem Rathaus, Eingang Nebenstraße. Zeit: Eine
Stunde nach Beendigung des Festaktes, 10 M i n u ten Fußmarsch zur Hauptpost.
Angermann, Reg.-Präsident a D .
Roßberg, Oberregierungsrat.
Am 10. Mai in Bochum, wenn die Bevölkerung
Ostpreußen vor die Oef fentlichkeit tritt, wird die
ostpreußische Jugend nicht fehlen. Jeder junge Ostpreuße ist aufgerufen, zu kommen, alle Gruppen und
ebenso alle Jugendlichen, die sich bisher nicht einer
Jugendgruppe angeschlossen haben. Wer Tracht anlegen kann, der tue es, um die Farben unseres
Volksfestes zu beleben. Die Jugendgruppen sollen
ihre Wimpel mitbringen.
Vor der Großkundgebung am 10. Mai werden sich
diie Trachtengruppen und die Wimpelträger dreiviertel Stunden vor Beginn am Haupteingang treffen, um gemeinsam ihren Platz zu finden. Nachmittags um 15 Uhr wollen sich dann alle Jugendlichen und alle Jugendgruppen am Rathaus zu einem
offenen Singen und Tanzen versammeln. Die Gruppen können Gelegenheit nehmen, ihren Kameraden
ihre ostpreußischen Volkstänze zu zeigen. Gemeinsam sollen einige Lieder gesungen werden, die jeder
sich, wenn möglich, schon vorher ansieht:
„Freunde, laßt uns fröhlich loben" — „Denk ich der
Wälder und der grünen Auen" — Frühmorgens wenn
das Jagdhorn schallt" — Aennchen von Tharau" —
O kam das Morgenrot heraruf" — „Zogen einst fünf
wilde Schwäne" — „O Reiter schmuck und fein" —
„Die Zither lockt, die Geige klingt".
Getanzt sollen zusammen werden: „Der große Aufzug" — „Herr Schmidt, was bringt die Jute mit" —
„Widde witt, mein Mann ist Schneider" — „Et geiht
mischt ewei de Gemietüchkelt", dazu der Goldaper
Kirmestanz und der Jägermarsch,
Sorgt dafür, daß unsere Jugend sich beim Ostpreußentag sehen lassen kann!
Tagung des Handwerks
Am Sonnabend, dem 9. M a i , findet um 16 Uhr im
Lokal Vogt, Bochum. Wittener Straße 249..eine Tagung des ostpreußischen Handwerks statt. Um ihr
Erscheinen gebeten werden vor allem die Landesinnungsmeister, Bezirksinnungsmeister. Kreishandwei ksmeister Obermeister. Innungsvorstände. Gesellen- und Lehrlingswarte Mitarbeiter der Handwerkskammer, Geschäftsführer
und Mitarbeiter
alter Dienststellen. Aufsichtsräte und Vorstände der
handwerklichen Genossenschaften.
Das Tieften
wird einberufen durch Heinrich Berg, Kreishandwerksmeister.
Herne zejgt: „Ostpreußen im Buch"
Die Ostdeutsche. Bücherei in Herne, über die wir
in einem bebilderten Artikel an anderer Stelle in
dieser Folge erneut \berichten plant, im Rahmen
des Bundestreffens der Ostpreußen in d e . Wandelhalle des Rathauses in Bochum eine Buchausstellung unter dem Titel „ O s t p r e u ß e n
Im
B u c h " zu zeigen. Die Ausstellung wird ä'm Freitag, dem 8. Mai, um 11 Uhr vormittags im Anschluß
an die Feier der Patenschaftsübernahme der Stadt
Bochum für Neidenburg vom Landesvorsitzenden
der
Landsmannschaft
in Nordrheir-Wesffalen,
Grimoni. eröffnet werden.
Wir weisen unsere Landsleute ganz besonders
auf diese Ausstellung hin. die eine seltene Gelegenheit gibt, die wertvolle Arbeit der Herner
„Bücherei des deutschen Ostens" kennenzulernen
und viele literarische Schätze unserer Heimat zu
sehen.
r
Ehemaligen Beamten der Berufsfeuerwehr Köraigsberg wird anheimgesteliit, sich wegen Wdedereinstellung an Branddirektor a. D. Rauscbnlng. Wiesbaden, Bubi icher Allee 27 I H , zu wenden. Möglichst
Jahrgang 1910 und jünger. Wesentlich ältere Beamte
kommen nicht in Frage.
^Iuö
den
A m Sonntag, dem 10. M a i , bringt um 19.30
der N W D R aui M i t t e l w e l l e kurze Ausschnitte
aus den Veranstaltungen beim Bundestrefien
der O s t p r e u ß e n i n Bochum. Die an der T e i l nahme verhinderten und im Bereich des Senders wohnenden Landsleute haben die Möglichkeit einen Eindruck v o n diesem Ereignis zu
gewinnen. N a t ü r l i c h k a n n diese kurze Uebertragung i n keiner W e i s e den Besuch des Bundestreffens ersetzen.
D e r Bayrische Rundfunk sendet aus A n l a ß
des Bundestreffens am gleichen Tage um 15.00:
„ K ö n i g s b e r g , Hauptstadt O s t p r e u ß e n s " , M a n u skript Dr. Herbert Hefft.
( W i e bereits a n g e k ü n d e t , sendet der N W D R
auf M i t t e l w e l l e am M o n t a g , dem 4. M a i , um
19.30: „ K ö n i g s b e r g — unverlierbare Heimat".
Landsleute, die die vorliegende Ausgabe des
O s t p r e u ß e n b l a t t e s bereits zu diesem T e r m i n
erhalten sollten, seien nochmals auf diese Sendung aufmerksam gemacht.)
*
NWDR. Mittelwelle. Sonntag, 10. Mai, 19.30. Ausschnitte aus den Veranstaltungen beim Bundestreffen
der Ostpreußen in Bochum. — Donnerstag, 14. Mai,
11.00. Jeder tinmal in Arkadien; eine Hörfolge von
S i e g f r i e d Lenz.
NWDR. UKW-West. Sonnabend, 16. Mai, 8.05.
Lieder und Tänze, u. a. Volksmelodien aus Ostpreußen.
Radio Bremen. Dienstag, 5. Mai, 22.45. Der Flüchtling; aus der Chronik des Menschen. — Donnerstag,
7. Mai, Schulfunk, 14.00. Der schwarze Adebar;
Georg
Hoffmann
erzählt vom schwarzen
Storch. — Sonntag, 10. M a i , 11.00. Freundschaft mit
einem Seeadler; Gespräch zwischen Tierfreunden. —
Montag, 11. Mai, 21.45. Flötenmusik und Lieder aus
alter Zeit, u. a. Friedrich der Große: Flötensonate
Nr. 2 d-moll. — Mittwoch, 13. Mai, 20.00. Die
Wälder schweigen; O s t p r e u ß e n h e u t e . Eine
dokumentarische Hörfolge von Rudolf Jacobs.
Hessischer Rundfunk. Am Montag, dem 4. Mai,
17 Uhr, bringt der Hessische Rundfunk in seinem
Mittelwellen-Programm die vor kurzem in Butzbach
uraufgeführte
Ostpreußenkantate
.Der
verl a s s e n e G a r t e n " von G ü n t h e r S u c k o w .
Unter der Leitung des Komponisten wirkten mit:
Liesel Weber (Sopran), Hans Hildenbrandt (Bariton),
Eberhard Gieseler (Sprecher), das Collegium Musicum und der Singkreis Butzbach.
SUdwestfunk. Mittwoch, 6. Mai, 16.15. Die M a rienburg und andere Bauten ostdeutscher Backsteingotik. — Donnerstag, 7. M a i , U K W , 14.00 E. T. A .
Hoffmann: Quintett für Harfe und Streichquartett
c-moll. — Dienstag, 12. Mai, 18.20. W i e b e schaffen
wir
standesamtliche
Urk u n d e n ? — Gleicher Tag, U K W , 15.30. Junge
Autoren stellen sich vor: Heinz Piontek. — Sonnabend, 16. M a i , 20.00. Geliebter Lehrer; Hörspiel des
ostpreußischen Autors Hans Hellmut Kirst.
Süddeutscher Rundfunk. Sonntag, 10. Mai, 17.00.
Die fremde Stimme; Hörspiel von Marie-Luise
Kaschnitz.
Bayrischer Rundfunk. Dienstag, 5. Mai, 15.00.
Ostpreußen
unter
russischer
und
polnischer
Verwaltung.
Berichte von
Wolfram Daniel und Walter Neegeln. — Mittwoch,
6. Mai, 7.10. Für unsere alten und neuen Landsleute. Sonntag, 10. Mai, 15.00. K ö n i g s b e r g ,
Hauptstadt Ostpreußens; Manuskript Dr. H e r b e r t
H e f f t . — Dienstag, 12. Mai, 15.00. Die Eingliederung der Vertriebenen im Regierungsbezirk Schwaben; Vortrag von Dr. Wilhelm Korn. — Donnerstag, 14. Mai, U K W , 10.00. Königsberg (Wiederholung der Sendung vom 10. Mai).
oftpceufsiftftcn
Labiau
Hans Zerrath t
Hans Zerrath ist nicht mehr! Als wir Labiauer
diese erschütternde Nachricht erhielten, konnten wir
es nicht fassen, daß dieser lebensvolle, kraftvolle
Mensch nicht mehr unter uns weilen soll.
Voll
Trauer, Ergriffenheit und Dankbarkeit steht der gesamte Kreis Labiau an der Bahre dieses Mannes,
dessen Leben angefüllt war mit Arbeit und Liebe
für seine Heimat, der er sich stets aufs tiefste verbunden fühlte.
Hans Zerrath wurde am 5. Februar 1900 als Sohn
des Gutsbesitzers Zerrath im heimatlichen JaegerTactau geboren. Nach Besuch der Schule in Königsberg trat er 1915 freiwillig ins Heer und machte den
Ersten Weltkrieg als Leutnant der Artillerie mit.
A m 27. A p r i l 1953 verstarb infolge eines
h e i m t ü c k i s c h e n Leidens unser hochverehrtes Kreistagsmitglied, deT
Landwirt
Hans Zerrath
Jaeger-Tactau
Der K r e i s L a b i a u v e r l i e r t mit i h m den
M a n n , der schon Zuhause seine Kraft
z u m W o h l e der Heimat in zahlreichen
E h r e n ä m t e r n eingesetzt hat.
Auch nach der V e r t r e i b u n g gab es für
ihn nur eins, zu arbeiten an der W i e d e r erringung unserer Heimat.
Durch diese aufopferungsvolle A r b e i t , die
er als V o r s t a n d s m i t g l i e d der O s t p r e u ß i schen Landsmannschaft und als M i t g l i e d
der K r e i s v e r t r e t u n g für den K r e i s Labiau
leistete, hat er sehr v i e l für
unser
Schicksal getan und erreicht.
Der Kreis Labiau verliert mit ihm seinen
besten Freund, der durch Herzlichkeit
und G ü t e eine W i r k u n g ausstrahlte, wie
es nur wenige Menschen vermochten.
Die Erinnerung an ihn als einen selbstlosen
M a n n der Tat und des edlen
Hertens verpflichtet.
Das Erbe seines lebendigen
Geistes
bleibt uns als Trost und A n s p o r n zugleich.
F ü r den Kreis L a b i a u :
Walter Gernhöfer,
Wir hören Rundfunk
Das Bundestreffen im Rundfunk
Kreisvertreter.
ficimotfccifcn
• • •-
Nach Beendigung des Krieges Ubernahm er sehr
bald die Bewirtschaftung von Jaeger-Tactau, das er
im Laufe der Jahre zu einem Musterbetrieb mit
bestem Zuchtmaterial unseres ostpreußischen Tieflandrindes ausbaute. Seine Energie, sein Wissen und
Können beriefen ihn bald in zahlreiche Ehrenämter.
So war er lange Jahre Vorsitzender des Aufsichtsrates der Molkereigenossenschaft Gr.-Legitten, Vorstandsmitglied des ostpreußischen Holländerherdbuchverbandes und des Ostpreußischen Kaltblutzuchtverbandes. Sein reiches Wissen auf dem Gebiete der
Landeskultur berief ihn auf den Posten des Deichhauptmannes seines Deichverbandes und des Kreisfachwartes für Landeskultur.
Er kannte keine Kompromisse und ging den einmal als richtig erkannten Weg zu Ende. Im Zweiten
Weltkrieg eilte er wieder zur Fahne und war als
Hauptmann bis zuletzt an den Kämpien in der Heimat beteiligt.
Nach dem Zusammenbruch gab es für ihn kein
Resignieren. Mit Tatkraft knüpfte er alte und neue
politische Verbindungen im In- und Auslande an
und stellte dieselben bedingungslos zur Verfügung
da, wo er es für richtig hielt. So war er auch maßgeblich an der Gründung der Landsmannschaft Ostpreußen und an der Sammlung und am Zusammenhalt des Kreises Labiau beteiligt. Hier kannte er
keine Ruhe und Schonung. Sein Herz gehörte immer
der Heimat, immer den Schicksalsgenossen.
Auch in seinem neuen Wohnsitz Wakendorf II war
jeder Labiauer, Uberhaupt jeder Ostpreuße immer
herzlich willkommen. Er sowie seine warmherzige
Gattin sorgten stets dafiir, daß hier keiner ohne
seelischen Zuspruch und, in der schweren Zeit, auch
nicht ohne körperliche Stärkung von dannen ging.
Sein Urteil war klar wie seine ganze Persönlichkeit,
auf die man sich stets verlassen konnte.
Der Kreis Labiau verdankt ihm viel. Er wird uns
sehr fehlen, immer unvergessen bleiben.
Walter Gernhöfer, Kreisvertreter.
Königsberg-Stadt
Liebe Königsberger Landsleute,
obwohl wir uns bereits seit Januar um einen Termin für unser traditionelles Heimattreffen in Hamburg bemuht haben, war es uns leider nicht möglich, die „Emst-Merck-Halle", die durch die Gartenbauausstellung u a m. bis Oktober besetzt ist,
einen Sonntag für uns freizubekommen.
Wir rrrösBen daher leider in diesem Jahr von einem
Königsberg-Stadt-Treffen in Hamburg absehen.
Es wird »bei geplant, unser
Jahreshaupttreffen
Anfang. September in der seht schönen und großen
Holstenhalte in Neumünsier durchzuführen. Ferner
ist es nicht ausgeschlossen, daß im Herbst die Königsberger auch in München zusammengerufen werden,
Eitte, liebe Landsleute. beachten Sie unsere A n kündigungen und Hinweise im ..Ostpreußenblatt".
Wir sagen für heute „Auf Wiedersehen am 10. Mal
Jahrgang 4 ^ o l g e _ l 3
5. Mai 1953 / Seite 26
tax Bochum" beim. Bundestieffen der Lajnriaraarm•chiaft Ostpreußen. Die Königsberger bleiben nach
der Kundgebung in der großen Festhalte zusamimen
wo auch unsere Patenstadt Duisburg einen Auskunftsdlenst (Suchanfragen) vorgesehen hat.
_
Der Kreis Königsberg-Stadt.
Berichtigung:
In der letztveröffentlichten
Kreisvertreterllste
waren zwei uns betreffende Anschriften falsch angegeben. Sie müssen richtig heißen:
Reg.-Rat a. D. Paul Stech, Kiel, Eckernförder
Allee 45;
Harry Janzen, Hamburg 39, Alsterdorfer Str, 26a.
Wehlau
Das Ostpreußenblatt
Treffen nicht teilnehmen konnten., bietet sich nun
eine besondere Gelegenheit, einmal im Kreise der
Etehniederunger Gemeinschaft sein zu können.
Im Anschluß an die Großkundgebung treffen wir
uns in der Gaststätte „Westfälischer Hof" in
Bochum -Gerthe, Castroper Hellweg 450. Wir haben
also denselben Fahrweg wie die Landsleute aus
Tilsit-®tadt und Tilsit-Ragnit, deren Treffpunktlokale ebenfalls im Stadtteil Gerthe liegen. Alle
Elchniederunger aber, die bereits früher in Bochum
eintreffen., finden sich schon am Sonnabend in unserem vorstehend genannten Kreislokal zu zwanglosem Beisammensein ein
Auf ein frohes Wiedersehen i n Bochum!
Alfred Gose, stellv. Kreisvertreter.
plant. W i r bitten unsere Landsleute, sich ^ f * *
Termine freizuhalten. Wir erwarten
von jedei
Heimatgruppe wenigstens einen Vertreter.
Alle ehemaligen Hausbesitzer von InsterburgStadt bitten wir, zur Aufstellung der Seelenlisten
die Einwohnerveizeichmisse ihrer Häuser uns umgehend einzureichen. Ebenso erwarten wir von den
Landgemeinden, soweit sie noch keine Seelenlisten eingereicht haben, diese uns umgehend zugehen zu lassen.
Anfragen bitten wir Rückporto beizufügen. Die
Zentralstelle kann für die Anfragen, die sich in
letzter Zeit sehr gehäuft haben, das Porto nicht
mehr erschwingen.
Zentralstelle. — I. A . : Padeffke.
Schloßberg (Pillkallen)
Goldap
B o c h u m . Im Anschluß an die Großkundgebung
am 10. M a i treffen sich die Schloßberger in zwei
Lokalen, die nur eine Minute voneinander entfernt
liegen: „Waldesruh" und „Forsthaus" in BochumWeitmar, Blankensteiner Straße. Verbindungen: Ab
Festhalle Straßenbahnlinien 2, 10, 20, 30, umsteigen
am Rathaus i n Linien 8 und 18 bis BlankensteinerStraße, außerdem Omnibuslinie 53 ab Rathaus. Diese
Buslinie und die Straßenbahnen 8 und 18 führen
auch von den Lokalen zum Hauptbahnhof.
F ü r Auskünfte und Annahme der noch ausstehenden Karteikarten steht der Kreiskarteiführer A l bert Fernitz in einem besonderen Sprechzimmer
zur Verfügung.
Dr. Wallat, Kreisvertreter.
Goldaper feierten im Patenkreis Stade Wiedersehen
Ostpreußennadel für Oberkreisdirektor Dr. Grube
„Heimat ist nicht Besitz —Heimat ist Frieden."
Diese Worte, die Paul Keller an den Schluß seines Romans „Heimat" setzte, standen über der Wiedersehensfeier der Kreisgemeinschaft Goldap in
ihrem Patenkreis und ihrer Patenstadt Stade. G o l daps letzter Landrat, Dr. v. Euchka, der jetzt in
Freiburg an der Niederelibe lebt und als Stader
Kreistagsabgeordneter diese Patenschaft vermittelte,
hatte eingeladen. Mehr als 200 Goldaper aus ganz
Norddeutschland waren dem Ruf nach Stade gefolgt. Viele Schicksale wurden bei diesem Wiedersehen erzählt, Schicksale, die mit Ortsnamen verbunden sind, die wie Musik in den Ohren jeden
Goldapers klingen
Da saß Bauer Johann Schweiger aus Klein-Gudellen mit seiner Frau. Ein Martyrium haben sie, die
erst 1948 Kreis Goldap und Datkehmen verlassen
haben, erlitten. Mit breiten, blauen Narben ist Johann Schweigers Rücken übersät — halb tot prügelte ihn, den Kranken, sowjetische Soldateska. Das
Zitzewitz'sche Trakehnergut. zur Kolchose degradiert, war ihnen bis zur Erlösung 1948 Heimat.
Da waren aber auch die Geschwister Spirgatis,
Ruth und Georg. „Noch heute denke ich daran, wie
es war, als wir in der Nacht zum 20. Oktober 1944
unter dem dröhnenden Sturmgeläut der alten Goldaper Kirchenglocken unseren Hof mit dem Treck
— zwölf Pferde und zehn Wagen — verließen." E i n
gütiges Schicksal führte die Familie — Georg
kämpfte in Ostpreußen, der Vater im Volkssturm —
immer wieder zusammen, das erste Mal in Brandenburg am Frischen Haff, dann auf Heia und
schließlich i n Bergenthin in Schleswig-Holstein. Nun
ist Ruth englische Korrespondentin und lebt bei
ihrem Bruder.
Und der dicke Goldaper Gastwirt Herbst? M i t
einer Zähigkeit ohnegleichen hat er sich in Eulenspiegels Vaterstadt Mölln wieder einen Gaststättenbetrieb aufgebaut. Wenn er auch etwas geschafft
hat, auch er hat sein Päckchen zu tragen, und vor
allem, er ist treu geblieben.
Goldaps ehemaliger Oberkreisinspektor Mignat
Vorsitzender der Kreisgemeinschaft, fand in seiner
Rede das Keller'scbe Wort über die Heimat. Er sagte
aber: „Degradieren Sie Ihr Heimatsehnen nicht zur
Marktwaren, gehen Sie nicht damit hausieren."
Danin überreichte er dem Stader Obenkreisdirektor
Dr. Grube, dem „Patenonkel" Goldaps, die Ostpreußermadel als Ehrengeschenk. Tausend D-Mark, so
konnte Dr. Gruiber mitteilen, hat jetzt der Kreis
Stade der Goidaper Kreisgemeinschaft zur Verfügung gestellt. Goldaper Kindern sollen damit in
diesem Sommer Ferienlager in Stade und Cuxhaven
bereitet werden.
G'.V.
gen von Amts wegen gehört ^ rasche.ingu gen
daher ihre Namen t-.shei
zeugen k ö n n e n
d i r Kreisangehörigen f S J S n a t werden. Die List»
aus jedem Ort von uns benannx
ft*der Ortsvertreter
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stelle Allenstein v<> » J g J « , m e y k e n . M ^ W « .
Vertreter f u i d i e Olte
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Montzen (wo wohnt W i l h a r U T ^
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bitte ich um Einreicnuiiu
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aus Mulden?
Robert Zimmermann, W a l Gesucht weiden: Frau R b
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Eolz, aus Neuendorf. Fi au ^ "
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Jfann Soboll, L ? k - H « ^ L c k Herta Randzio, F a l k Herbert Gorsko. « X f m a n n ün" Frau Margarethe,
straße 20; Bruno Hof mann u m
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geb. Augustin: Berta St e n i e i - n
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Straße der SA 88: F i » " ^ y * °. o ^
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Aueust Proslka und Frau. geo.
Christel und Heinz. Neuendorf.
Auf Wiedersehen in Bochum!
Otto Skibowsk., Treysa, Kleisvertreter
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Das Jahreshaupttreffen
der Kreisgemeinscbaft
Wehlau findet am Sonntag, dem 30. August, i n dem
Lokal „Sülldorfer Hof" in Sülldorf bei Hamburg
statt. Sülldonf ist von Hamburg mit der S-Bahn
bequem zu erreichen. Einzelheiten werden noch
bekanntgegeben.
Zu dem Bochumer Bundestreffen am 10. Mai verweise ich, um Wiederholungen zu vermeiden, im
allgemeinen auf die diesbezüglichen Bekanntmachungen der Landsmannschaft und der Kreise
im Ostpreußenblatt. Ich bitte, insbesondere auch
den Aufruf des Kreisvertreters Wagner, Mitglied
des Organisationsausschusses in Bochum, an die
Neidenburger im Ostpreußenblatt, Folge 11, vom
15. April, Seite 16, zu beachten. Die Wehlauer treffen sich nach der Großkundgebung in der Gaststätte Göke, Bochum-Grumme, Josefinenstraße 65,
Tel. 6 1170. Verbindungen: Ab Festhalle zum Lokal:
Straßenbahnlinien 2, 10, 20, 30, umsteigen Rathaus
in Bus 53 bis Kaisersaue; ab Lokal zum Hauptbahnhof: Bus 53, Abtransport durch Sonderautobusse
von der Kohlenstraße.
Unsere Heimatkreiskartei ist leider immer noch
nicht vollständig. Viele Anfragen mußten negativ
beantwortet werden, obwohl in zahlreichen Fällen
vom Hörensagen bekannt ist, daß dieser oder jener
Kreisangehörige hier im Westen lebt. Durch den
Aufruf „Am alle" in den verschiedenen Folgen des
Ostpreußenblattes wurde die Erstattung der Daseinsmeldung so einfach wie nur irgendmöglich gemacht. Der Vordruck war nur auszufüllen, auszuschneiden und an den Kreiskarteiführer, Herrn
Wilhelm Pöpping. jetzt Hamburg 19, Heusseg 82,
abzusenden. Im Hinblick auf die Schadensfeststellung liegt es nicht zuletzt im eigenen Interesse
aller Landsleute, die versäumte Meldung schnellstens nachzuholen.
Im Ostpreußenblatt Ist wiederholt auf die Bedeutung der Gemeindeseelenlisten
hingewiesen
und zur Mitarbeit aufgerufen worden. In diesen
Aufrufen wurde auch der Kopf der Gemeindeseelenliste veröffentlicht. Gleichzeitig wurden sämtlichen
Beauftragten der Städte, Gemeinden und Ortsteile durch den Beauftragten für die Dokumentation, Herrn von Spaeth-Meyken, Listeniköpife
und die Anleitung zur Aufstellung der Listen übersandt. Leider fehlen jedoch die Seelenlisten von
einer Anzahl Landgemeinden und den Städten
Wehlau, Tapiau und Allentoiurg. Die Beauftragten,
die die oben aufgeführten Unterlagen bereits vor
Jahresfrist erhalten haben, werden gebeten, dtie
Seelenlisten ihrer Heiimatgemernden möglichst umgehend Herrn von Spaeth zu übersenden. Sollten
die Unterlagen inzwischen abhanderugekomrmen
sein, so bitte ich, diese, um unnötige Rückfragen
zu vermelden, unter voller Anschrift und Angabe
der Heimatgemeinde direkt bei Herrn von SpaethMeyken, Hamburg 36, Neuer Wall 72. Zimmer 406/27
anzufordern. Darüber hinaus wird jeder Landsmann,
der bei der Aufstellung der Seelenlisten mitzuarbeiten gewillt ist, gebeten, sich gleichfalls unter A n gabe seiner Anschrift bei Herrn von Spaeth au melden und die Unterlagen von ihn anzufordern.
Durch Verzug, Umsiedlung, Ableben, oder aus beruflichen Gründen sind eine Reihe früherer Gemeindebeauftragter in Fortfall .gekommen, und zwar aus
folgenden Gemeinden: Perkuiiken-Roddau, Szillenbruch, SziTlenberg, Heinrichshof, Augstupönen,
Staimpel'ken, Eichen, Gründiinde, Friedrichsthal,
Brandlacken, Ringlacken Schirrau, Aßlacken, Farnen nen, Gr.-Budlacken, KI.-Budlacken, Plompen,
Gutschallen, Schorkeningiken, Auerbach, Bürgersdorf. Roman, Lindendorf, Plauen, Pregelswalde,
Genslack, Friedrichsdorf.
Ich bitte alle Landsleute, die bereit sind, sich der
Belange der Mitbürger ihrer Gemeinde, insbesondere bei der Schadensfeststellung
anzunehmen,
ebenso dringend wie herzlich, sich bei mir zu melden. Auch für die Mitteilung der Anschrift von
Landsleuten, die für diese Aufgabe i n Frage kommen, wäre ich dankbar. Nur durch die Mitarbeit
aller wird es möglich sein, den Anforderungen nachzukommen, die an die Kreisstelle für die nahe
Zukunft gesteilt sind.
Gesucht
wird von Anverwandten i n der
sow^tisch besetzten Zone eine Frau Strauß aus
Wehlau. Grabenstiaße 30. die dort eine Tischlerei
betrieben hat.
P o t r e c k , Kreisvertreter,
Hamburg 36, Fontenay-Allee IS.
Labiau
1. Bunrtestreffen der Ostpreußen
Der Kreis Labiau verbleibt nach dem Festakt in
in der Festhalle ..Bochumer Verein" zu einem internen Treffen. Schilder und Hinweise weiden uns aifff
unseren Treffpunkt aufmerksam machen. Es wird
jedoch darauf hingewiesen, daß nach der Feierstunde
die Festhalle für kurze Zeit geräumt werden m u ß ,
damit die Bestuhlung und Einrichtung für die Kreistreffen erfolgen kann., die in der Festhalle verbleiben.
Unsere Heimatauskunftsstelle Gumbinnen hat unser Verzeichnis der Bezirks- und Ortsbeauftragten
erhalten und wird mit allen Beauftragten Verbindung aufnehmen. Wir bitten eingehende Anfragen
allgemeiner A r t prompt zu beantworten.
Alle, die noch immer nicht ihre Karteikarte an
Albert Fernitz (24) Lüneburg, Gr. Bäckerstr. 16, eingereicht haben, werden nun letztmalig gebeten,
dies im eigensten Interesse jetzt sofort zu tun.
Benutzen Sie den Vordruck, der im Ostpreußenblatt vom 5. A p r i l abgedruckt war, oder fordern
Sie unter Beifügung von Rückporto eine Karteikarte von Fernitz an.
F. S c h m i d t.
Ebenrode (Stallupönen)
Wie bereits bekanntgegeben, findet das Haupttreffen der Ebenroder am Sonntag, dem 31. Mai in
Hamburg-Altona, Restaurant Elibschlucht, Flottbeker
Straße 139, statt. Das Lokal ist vom Bahnhof Altona
i n 15 Miniuten oder mit der Straßenbahn zu erreichen. Die Bezirksfoeauffragten und Ortsvertrauensleute werden gebeten, sich um 10 Uhr zu einer Besprechung in den oberen Räumen der Gaststätte
einzufinden. Nach der Begrüßungsansprache durch
den KreisVertreter um 18 U h r wird Forstmeister
Loeffke vom Vorstand unserer Landsmannschaft zu
uns sprechen. Im Anschluß daran findet die Wahl
des KreisVertreters und des Kreisausschusses statt.
Auf dem Heimatkreistreffen in Hannover-Herrenhausen am Sonntag, dem 14. Juni, findet erstmalig
ein Lichtbildervortrag von Gebauer-Heide über den
Kreis Ebenrode statt und zwar nach den Ansprachen um 112 Uhr. Die Brauerei-Gaststätten Herrenhausen sind vom Hauptbahnhof Hannover mit der
Linie 6 und 16 zu erreichen, Haltestelle Brauerei.
Gesucht werden: Frau Helene Hamimer-Bersibrüden, Willi Gibbat. Sohn von Gottfried Gibbat-Kassüben und Angehörige von Erich Mattkerwitz, geb.
1927 in Buschfelde; der Vater heißt Josef Mattkerwitz.
Rudolf de la Cbaux, (24b) Möglin b. Bredenbeck,
K r . Rendsburg.
Gumbinnen
Bundestreffen Bochum am 10 Mal
Aus vielen Anfragen geht hervor, daß eine große
Zahl von Landsleuten aus Stadt und Land Gumbinnen an dem Bundestreffen in Bochum teilnehmen weiden.
Um 14 Uhr treffen wir uns in der Gaststätte
Heinrich Spitz, Bochum-Stiepel, Kemnader Straße 56,
Haltestelle Haarmansbusch der Straßenbahnlinie
5 und 16.
Unser Karteiführer, Landsmann Li nominal aus
Lüneburg. Schildstein weg 33. w i l d auch dort sein.
Landsmann Gebauer wird uns mit schönen Lichtbildern aus Stadt und Land eine schöne Heimatstunde bereiten.
Also, auf nach Bochum! Keiner darf bei der großen
Kundgebung fehlen! Der Nachmittag und der Abend
bringt uns dann die große Ge—. umleunrvnuemnim m
bringt uns dann die gewohnte Gemütlichkeit mit
vielen Nachbarn und Freunden aus der engeren
Heimat.
Auf Wiedersehen in Bochum!
Hans Kuntze, Hamburg-Bergedorf, Kupferhof 4.
Insterburg Stadt und Landkreis
Zum Bundestreffen am 10. Mai in Bochum erwarten wir die Teilnahme möglichst vieler Insterburger. Das Treffen bietet unseren Landsleuten
Gelegenheit, mit den Landsleuten, die in Nordrhein-Westfalen wohnen, zusammenzutreffen. Die
Insterburger versammeln sich nach der Kundgebung
in Kaisersaue.
Das Jahreshaupttreffen findet am 7. Juni, die
Delegierten-Versammlung am 6. Juni, um 17 Uhr,
in Hannover statt. F ü r Ende August bzw. Anfang
September ist edn Heimattreffen in Kiefeld ge-
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Nach der Kundgebung in Bochum begeben sich d £
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ausgang über J a c o b - ^ a y e r - S ^ ^ r e s
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dem der
Sonderzug nach Herne abgeht.
In Herne versammeln sich die Landsleute von
Stadt lonannisburg und K i n d e l
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Land, Mittenheide. Gehsen und K u « i n
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haus Stemberg. Eahnhotsti. A > •
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Stadt, sowie alle anderen Kiichsp ele des k , e i s s n
der Westfalenschänke. Eahn'hofstr. Beide Lokale
liegen unweit voneinander.
Gesucht werden: van Riesen, geb. SaniO, Johsbf.
Glawion. Hermann, Maurer. Ehefrau u Sohn L i n s t .
Arnswalde: Pevlo, Johann. U. Frau, Arbeiter. A i y s ,
Renneir u Frau. Friseur, Arys; Frey, Malermeister,
Arys.
Wer kann etwas über das Schicksal der beiden
Schwestern Lore u. Edeltraud Reisenauer aussagen?
Der Verbleib der beiden älteren Schwestern in der
Heimat ist bekannt.
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W. Kautz. Kreisvertieter,
(20) A l t w a r m b ü c h e n .
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Ortelsburg
Liebe Ortelsburger! Wenn diese Folge des Osfrp i e u ß e n b l a t t e s i n Ihre Häuser kommt, dann trennen
uns nur noch wenige Tage von dem Wiedersehen i n
Bochum.
Ueber alles was uns in Bochum erwartet, hat da«
Ostpreußenblatt in den letzten Folgen schon ausfuhrlich berichtet. Ich kann mich darauf b e s c h r ä n k e n ,
die Ortelsburger nochmals darauf hinzuweisen, d a ß
wir uns nach Beendigung der G r o ß k u n d g e b u n g gegen 12 U h r vor der Festhalle sammeln. Von dort
werden w i r mit S t r a ß e n b a h n e n und Omnibussen
zu unseren beiden Versammlungslokalen „Gaststätte Rumberg" und „Haus Frische", beide in der
Kemnader Straße, gebracht. (Ab Festhalle zum
Lokal: S t r a ß e n b a h n 10. 20, 30. umsteigen Baltz In
S t r a ß e n b a h n 5 bis Endstation und Bus 52 bis „Hau«
Frische".)
Ortelsburger. die schon am Sonnabendabend z u sammen sein wollen, werden sich in diesen beiden
Lokalen wahrscheinlich am s i c h e r t e n treffen.
Also auf Wiedersehen in Bochum!
Gerhard Bahr, Kreis Vertreter,
(23) Brockzetel Kreis Aurich/Ostfrsl'd.
K sistreffen nach der Kundgebung i n B o c h u m
in Eochum-Langendreer, Saalbau Wollenweber, Alte
Bahnhofstr. 159. Z u erreichen ab Festhalle: S t r a ß e n bahn 2, 10, 20, 30, umsteigen Rathaus i n Bus 55 bis Eislebener Straße. Nach der Kundgebung gemeinsame
Fahrt dorthin. Sammeln in der Halle nach den aufgestellten Plakaten erwünscht. Dann durch Ostaus- Allenstein-Land
gang zur Alleestraße.
Jährest reffen des Kreisi - Lyck am 2fi. Juli in il in
Bezüglich des A n - und Abmarsches unserer K r e i s ^
nover, uimmerbi uniieii. Da an diesem Tage das 'gemeinschalt vom Bundes', reffen in Bochum anR
große West preußentreffen in Hannover ist. können 10. M a i zu unserem Versammlungslokal nach Wattendie Sonderfahrten der Westpieußen dazu benutzt scheid, Kolpingshaus. bitte ich die allgemeinen B e werden, unser Treffen zu besuchen. Eine einmalige kanntmachungen in unserem Blatt zu beachten.
Verbilllgung!
Der letzte Aufruf „An alle" zur Meldung i n die
Unser Kreisältester Carl Strehl ist kurz vor sei- Kartei hat leider wieder sehr wenig Erfolg gehabt.
nem 81. Geburtstage schwer gestürzt. E r hat sich Viele sind erstaunt, Zeugen in eigener Sache bei
dabei eine Seite schwer geprellt und m u ß t e wochen- der Kartei nicht zu finden, halten es aber nicht f ü r
lang zu Bett liegen. Er ist nunmehr — immer noch selbstverständlich auch den eigenen Namen anzunicht ganz hergestellt — au seiner Tochter nach geben. Deshalb nochmals die Bitte, am 10. M a i i n
Horst. K r . Harburg, gezogen. W i r wünschen ihm bal- Bochum die n ä h e r e n Personenangaben bei den Herdige volle Genesung
'
ren zu machen, die Karteikarten auslegen werden.
Die älteste Lyckerin, Frau Roweck, Ist i n der
A n die Einsendung der noch fehlenden SeelenOsterwoche zu Grabe getragen worden. Sie wurde listen sei hiermit noch einmal erinnert. Die Ort98 Jahne alt und hat unser letztes Jahrestreffen in schaften: 8/Barwienen, 12/Bruchwalde 18/Deuthen,
Hannover noch besucht. Die Ortsgruppe Hannover 23/Ganglau, 24 Gedaithen, 31/Gronitten, 41/Hirschhat ihr die letzte Ehre erwiesen. Ihr Leben war beig. 42 Hochwalde 43/Honigswalde, 48 K a i b o r n ,
harte Arbeit, ihre letzte.! Jahie voller körperlicher 52/Kirschdorf. 61/Kranz, 62 Lansk, 69Mauden, 72/
Schwäche. Aber sie wollte die Heimat noch sehen. Mondtken, 73'Nagladden. 94 Redlgkeinen. 99/RosgitIn der Heimat starb der Dekan von Masuren. K a r l ten, lOO/Salbken. 102 Schillings. 123/Wemitten, 124/
F o x . Wir widmen ihm einen gesonderten Nach- Wengaithen, sind bis heute noch unbesetzt: um
ruf, da erweiteren oftpreußischen Kreisen bekannt Meldungen von Ortsvertrauensleuten wird gebeten,
ist.
bzw. um Vorschläge.
Den Unterzeichneten hat eine Kopfgrippe mit M i t Anläßlich der 600jährigen J u b i l ä u m s f e i e r unserer
telohrentzündung in seiner beruflichen und ehren- Kreisstadt Allenstein hat Rektor Funk ein Büchlein
amtlichen Arbeit mehrere Wochen schwer behindert herausgegeben, das in anschaulicher Weise die G e und auch längere Zeit ans Bett gefesselt. Jetzt gilt schichte unserer Stadt bis 1945 schildert. Es kostet
es nachzuholen.
1,10 D M und ist bei Pfarrer Kewitsch i n Paderborn
Unsere Ortsvertreter sollen nach den Richtlinien Domplatz 26, zu haben.
der Heiniatauskunftsstetle zu den gestellten AntraIn einer Zeugenangefegenlieit wird Adolf oder
Aloys Reiter. Wartenburg. Ei ich-Koch-Siedlune 9
gesucht.
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Heimatkartei Allenstein-Land. z Hd Bruno K r ä mer, Celle, Hann., S ä g e m ü h l e n s t r a ß e 28.
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2. Kreistreffen München
Am Sonntag, dem 7. Juni, gemeinsam mit den
Kieisen Pr.-Eylau, Fischhausen und Königsberg im
Augustiner-Keller München.
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Osterode
Das große Ost p reu Ben treffen in Bochum am 10.
Mai wirdl wie schon jetzt a u zahlreichen Zuschriften ersichtlich ist. eine große Anzahl von Landsleuten aus
Stadt und Kreis Osterode dort versammeln
S2S?rir?B5 W J r d
* ' - ^ h nicht nur eine macht^
volle Kundgebung, sondern durch das Wiedersehen
mit lieben Freunden und Bekannten ein besonderes
Krlebnrs für alle Teilnehmer weiden!
Osterode?
zeigt auch auf diese,- Veranstaltung unsere groß«
Verbundenheit zu der geliebten Heimat'
n!t^\
G r o ß k u n d g e b u n g versammeln sich die
Osterode.- rn den Gaststätten ..Zur Kronenburg" und
..Wintergarten". Wattenscheid. Weststr
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Von der Festhalle zu erreichen mit S t r a ß e n b a h n 2
Das Feetobzeichen berechtigt zur k . - t - n l i sen Fe
nutzung aller Bochumer Verkehrsmittel L a c h t e t
die Bekanntmachungen im O s t p r e u ß e n b l a t t
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3. Kreistreffen Frankfurt
Am Sonntag, dem 5. Juli. Näheres wird noch bekanntgegeben.
4. A m Sonntag, dem 26. Juli. Hauptkreistreffen in
Hamburg. Restaurant ..Elbschlucht". An unserem
Hauptkreistreffen weiden auch Vertreter des Patenkreises Land Hadern teilnehmen. Wir wo'len diesmal unser H au ptki eistreffen besonders schön *nd
Würdig ausgestalten.
Organisation
Die Gemeinden Bienendorf, Danielshöfen, Hallenau, Klein-Eaum. Pogaiben. Welmdeieh. Langendorf,
Neubruch und Wiepenbruch haben immer noch
keinen Ortsbeauftragten. Wir bitten nochmals, daß
sich Bewohner der betreffenden Orte zur Vei-fügung
stellen und ihre Anschrift dem Kreis Vertreter mitteilen.
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Kreiskartei
Kreiskarteiführer Bruno Knutti wohnt jetzt in E l persbüttel über Meldorf Holst. Es wird gebeten, die
Zweitschriften der Seelen! sten. soweit dies noch
nicht .geschehen ist, ihm zuzusenden.
Suchanzeigen
Gesucht werden. Amanda Rattey. verw. Reese,
geb. Grobowski; Kurt Rattey; Gerda Reese; Erika
Reese; sämtlich aus Heiligenhain. K r . Labiau.
Gustav Szemiber IT, Baue-, geb. 1P89; Fritz Szember.
geb 1897; Anna Pabbel. geb. Szember, geb. 1891;
Hertha Bioeck, geb. Szember. geb. 9. 5. 1922; sämtlich früher wohnhaft in Krakau, K r . Labiau. Zuletzt
gesehen worden im Februar 1<>46 in Gotenhafen.
Auskunft an Bruno Knutti, Elpersbüttel über
Meldorf/Holstein.
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Elchniederung
Liebe Elchniederunger!
Das erste Bundes treffen unserer Landsmannschaft
am 10. Mai in Bochum gibt uns Gelegenheit, uns
nach längerer Zeit wiederzusehen. Auch wir Elchniederunger wollen dazu beitragen, daß dieses
Großtreffen zu einem machtvollen Bekenntnis zu
unserer Heimat wird. Ich hoffe daher, recht viele
Landsleute aus unserem Heimatkreis in Bochum begrüßen zu können. Besonders für alle diejenigen,
die im Westen und Süden der Bundesrepublik wohnen und dadurch oft an den bisherigen Hamburger
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Eine Ostpreußenkarte
Landsleutel In Bochum beim Bundestreffen könnt Ihr die langerwartete
sechsfarbige, sprechende Ostpreußenkarte erhalten,
Sie Ist herausgegeben v o n der Landesgruppe N o r d r h e i n - W e s t f a l e n der
Landsmannschaft
O s t p r e u ß e n . Der Preis b e t r ä g t 2,50 D M , mit Schutz-Papprolle 2,80 D M .
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Treffen sind die M t verantwortlich, die in
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«tehrgang 4 / Folge
13
Das
Batd sechs benagen und sich au* allen Berutssparten zusammensetzen soi:.
6. Bericht Uber die Pateivstackt Osterode Harz. Die
Auswirkung des «rollen Spendenei folg» für die
Paketaktlon: Etwa 4üo Pakete sind bisher nach dem
Heimatkreis abgesandt Ein Weiterlaufen der Spendenaktion ist gewährleistet. Die Portokosten usw.
erfordeiten je Paiket den grollen Betrag von rtind
r>M 11,—. Durch die Masurervinlfe sind Uber 1000
Ansch'fiften aus dem Heimatkreis bekannt geworden.
7. Bericht über den Stand der BiLderserie und der
In Arbeit beHndlichen Kreisgeschichte durch Dr.
Kowalski.
Rund 150 Bilder aus Stadt und Kreis Osterode
«tnd vorhanden. Diese werden in einem Lichtbildervortrag auf den Kreist reffen gezeigt und dort
auch i n zusammengestellten Sortimenten angeboten,
bzw. können von Dr. Kowalski (24) Scbülp b. Norton* bezogen weiden. Durch vielfache Beiträge aus
den verschiedensten Gebieten hat die in Bearbeitung befindliche Kieisgeschtchte so an Umfang zugenommen, d a ß mit dem Erscheinen der Broschüre
erst im Herbst gerechnet werden kann.
Zu Weihnachten wird der Versand eines K i e i s Rundbnlets vorgesehen, wofür die Mitarbeit weiterer Landsleute dringend erwünscht ist.
Nach vierstündiger Sitzung schließt dar K.eisvertreter mit herzlichem Dank an die KreisausschußMitglieder für eile treue Mitarbeit!
v. Negenbm n-Klonau, Kreisvertreter
tl6) Wanfried/Wen a.
die Webschute
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Osnabrück
stellt In Bochum vom 7. —10. M a l aus
innerhalb der Kunstausstellung ostpr. Maler
Die Ausstellung befindet sich im Hause
..Metropol", Kortumstr. (An der Drehscheibe)
und ist geöffnet Donnerstag — Sonnabend
10 — 17 Uhr, Sonntag 8 — 19 Uhr.
Ostpreußenblatt
amtliche Mitarbeiter, die uns hierbei unteistutzen.
Es ergeht hiermit an alle Landsleute, die über die
einzelnen Haushaltunsen möglichst noch im Bilde
ind, die Bitte sich zur Mitarbeit bereit zu erklären und dieses umgehend der Geschäftsstelle mitzuteilen.
Im Interesse unserer Landsleute aus Pr.-Holland
und Mühthausen ist es ferner erforderlich, d a ß sich
ehrenamtliche Gutachter — Gewerbetreibende, Kaufleute, Handwerker, Hausbesitzer usw. — hierzu freiwillig zur Verfügung stellen und ihre Bereitwilligkeit mitzuteilen,
(.taucht werden:
Angehörige des ehemaligen Wehrmachtsangehörigen Erich Jedamski, geb. am 12. 12. 1910 in G: - K a il.neu. zuletzt wohnhaft in Pinnau.
Familie K a r l Kilian (Siedler und Schneider), aus
Behlenhof. Bei der Familie K . soll eine Familie
Zeise aus dem Kreis Angerapp untergebracht gewesen sein, welche durch den Russeneinfall zu Tode
gekommen sein sollen.
Familie Stralla — Mehlhandlung — aus Mühlhausen und deren Tochter Erika Porsch geb. Stralla. —
Feiner aus Schönfließ: Familien Andreas Gehrmann.
August Backschies und Thaddäus Heinrich.
Wer kann Auskunft geben über:
1. Den Unteroffizier Fritz Schilling, geb. am
19. 5. 1912 in Pr.-Holland, zuletzt bei einer EisenbahnFlak-Einheit. Letzte Nachilcht aus dem Lazarett
Ilerrerualp im Schwarzwald. Sch. ist von Beruf
Schlosser und arbeitete in der Motorsportschule.
Desgleichen ü b e r den Bruder desselben, Emil Schilling der in russ. Gefangenschaft geriet.
2. Heinz Görke, Kl.-Marwitz, Obergefr. bei der
Einheit Feldpost N r . 46 123. Letzte Nachricht vom
15. 3. 1945. Görke war in russ. Gefangenschaft geraten, dort wieder entkommen und schlug sich zu
seiner Einheit, wo er Küchenmeister war.
3. Angehörige des Siegfried Genoth, geb. 30. 1. 1943.
Der Knabe ist seinerzeit in einem von Pr.-Holland
nach dem Westen kommenden Transport gewesen.
Meldungen sind zu richten an die Geschäftsstelle,
Gottfr. Amling, Pinneberg, Ricbard-Körm-Straße 2.
Auf Wiedersehen in Bochum!
C. K r o l l , Kreisvertreter;
G. Amling Vorsitzender des Anbeitausschusses.
Rößel
A m 10. M a i stehen uns nach der Kundgebung in
Zu dem Bundestreffen in Bochum am 10. Mai Bochum folgende Lokale zur Verfügung:
,,Zur alten Postkutsche", Wattenscheid, Vredeshaben schon viele Pr.-Holtänder ihr Erscheinen angemeldet, so d a ß mit einem guten Besuch zu rech- straße 84; , , A . Langbeck", Wattenscheid, Vredesnen ist. Da i n diesem Bezirk bisher kein Heimat- straße 64; ,.Park-Kaffee", Wattenscheid. Vredeskreistreffen stattgefunden hat, wird es eine Wieder- straße. Also Auf Wiedersehen in Bochum!
sehensfreude geben, und so wollen w i r diesen Tag —
Das Programm für unser Heimatkreistreffen in
wie stets bei unseren Heimatkreistreffen — als einen Hamburg-Sülldorf wird rechtzeitig im OstpreußenFamilientag begehen. A u ß e i d e m wollen w i r bei dem blatt bekanntgegeben.
Treffen aller Ostpreußen 1953 i n Bochum bei der
Paul Wermter, Kreis ver treter.
Kundgebung nicht fehlen und dadurch unser HeiGymnasium und höhere Mädchenschule. Anläßlich
matgefühi zum Ausdruck bringen. Wir bitten alle des Bundestreffens der Landsmannschaft Ostpreußen
Landsleute unseres Heimatkreises, bei denen sich in Bochum am 10. M a i laden wir alle ehemaligen
die Fahrt ermöglichen läßt, zu erscheinen. Nach der Lehrerinnen, Lehrer und Schüler zu einer WiederGroßkundgebung, die etwa um 12 Uhr beendet sein sehensfeier ein. Treff lokal: ^»ank-Kaffee" i n Wattenwird, begeben w i r uns zu dem unseren Kreis zuge- scheid, Voedestraße 63 (zu erreichen von der K u n d wiesenen Lokal „Gaststätte Sportheim Mense", gebungshalle mit der S t r a ß e n b a h n bis WattenscheidCastroper Straße 37; zu erreichen ab Festhalle mit Postamt, von dort drei Minuten Fußweg). Anmelder Straßenbahnlinie 10, 20 und 30, u m s t e i g e n dungen sind zu richten an Leo K l a f k i , (21b) Herne'
B a 11 z i n die S t r a ß e n b a h n l i n i e 7 oder 17 b i s z u r
Westf., Poststraße 15.
Polizei-Unterkunft.
E. Volquards-Tresp, E. Poschimann
Nach der Kundgebung bitten wir, auf die T r ä g e r
*er Transparente „Pr.-Holland" zu achten, damit H e i l i g e n b e i l
uns die F ü h r e r aiuif schnellstem Wege zu den beDie Kreißvertretung gibt bekannt: A l l e Landsleute
reitstehenden S t r a ß e n b a h n w a g e n und Bussen lotsen aus unserem Heimatkreis, die am Bundestreffen in
bzw. auf kürzestem Wege nach unserem Kreislokal Bochum teilnehmen, treffen sich am Nachmittag des
führen können.
10. M a i i n drei Lokalen in Bochum-Linden: Hotel
Allee weitere bitten wir aus dem Hinweis des Wolf, Gaststätte Schwager, Märkischer Hof. Diese
Ostpreuüenblattes entnehmen zu wollen.
Lokale sind wie folgt zu erreichen: Fahrt mit Om#
nibussen ab Parkplatz Kohlenstraße. Vom WestausZwecks Ver vollst and igung unserer Kartei und für gang der BV-Halle führt ein direkter Weg zur K o h die Dokumentationsarbfiten der Vertreibung ist i n lenstraße. Die Teilnehmer, die hier keinen Omniden ländlichen Ortschaften zum größten Teil eine bus mehr erreichen können im Fußmarsch über die
BJaiushaltungsliste (Seelen liste) nach dem Stande von Kohlenstraße zur Hattinger Straße an der Ecke K o h 1838 angefertigt. U m nun diese auch in den beiden len- und Hattimger Straße die Straßenbahnlinien 8
Städten durchführen zu können, benötigen w i r aus und 18 erreichen. A u f Wiedersehen i n Bochum!
Pr.-Holland und Mühlhausen aus jeder Straße ehrenKnorr, Kredsvertreter.
Pr.-Holland
b e k v m n ü i c i i
Bartenstein
Bundestagung in Bochum — Kreistreffen. Für das
Bundestieffen sei noch vermerkt, daß der Abmarsch
oer Bartensteiner aus der Festhalle zu den Lokalen
zu F u ß erfolgen soll. Die Bai tensteiner weiden schon
in der Festhalle möglichst gesammelt und dann
durch ortskundige F ü h r e r zu den nur etwa 10 Minuten entfernten Lokalen geführt. Im übrigen ist alles
im Programmheft enthalten.
Die weiteren Kreistreffen sind nun entgultig festgelegt. Zunächst nimmt der Unterzeichnete an einer
Tagung der Berliner Kreisgruppe, wahrscheinlich
am 1. Pfingstweid tag, in Berlin teil. Das Versammlungslokal werde ich noch In der Folge zum 15. A p r i l
bekanntgeben können. Teilnahme der Bartensteiner
aus dem Westen ist natürlich sehr erwünscht.
Das nächste Kreistreffen findet dann am 7. Juni
in Rendsburg, im Bahnhofshotel, statt. Schon zu
Anfang dieses Jahres hatte ich einer gemeinsamen
Tagung des Kreises Fischhausen Königsberg Land,
Labiau, Pr.-Eylau und Bartenstein in München zugestimmt. Diese Tagung war für den 31. Mai vorgesehen, m u ß t e aber aus örtlichen Gründen auf den
7. Juni verlegt weiden. Ich m u ß mich also für die
Tagung in Rendsburg vertreten lassen und habe
den Kameraden Zipprick, Mitglied des Kreisausschusses darum gebeten. Das Versammlungslokal in
München gebe ich noch bekannt. Das nächste Kreistreffen ist dann auf Sonntag, den 5. Juli, in Hannover-Limmer, und das letzte aber wie immer
Hauptkreistreffen, auf Sonntag, den 16. August, in
Hamburg-SüUdorf festgesetzt.
Zeiß, Kreisveftreter,
(20a) Celle, Hannoversche Str. 2
F ü r die Seelenlistenbearbeitung weiden die A n schriften der Herren Schröder-Heinrichsdorf und
Krah-Poikitten dringend benötigt. Anschriften erbittet:
Bierfreund,
Johannes,
Kreisbeauftragtei,
(23) Charlottendorf Ost, Post Tüdick über Oldenburg.
Gerdauen
Teilnehmer am Bundestreffen der Ostpreußen in
Bochum am 10. M a i finden jede Auskunft über Sonderzüge Festprogramm usw. im Ostpreußenblatt.
Nach der Großkundgebung in der Bochumer Vereinshalle sind unsere Treffpunkte Schlüter. Dorstener Straße 59. und Lehmkuhle, Präsident-Str. 47,
leicht mit der Straßenbahn zu erreichen. Man fährt
von der Festhalle, die nicht weit vom Hauptbahnhof Bochum liegt, mit Linie 2, 10 oder 20 bis Rathaus, steigt in die 8 ein und fährt zwei Stationen
bis Bahnhof Präsident. Lokal Schlüter liegt direkt
an der Haltestelle Lehmkuhle. 100 m entfernt.
Schlüter faßt etwa 80 Personen, Lehmkuhle etwa
200. Beide Lokale liegen sehr günstig. Ich rechne
mit zahlreichem Besuch und werde abwechselnd
in beiden Lokalen anwesend sein. Plakette berechtigt zu freier Fahrt innerhalb der Stadt Bochum.
Gesucht werden folgende Landsleute:
1. Dr.
Haesemeyer, Gerdauen. Amtsgericht. 2. Angehörige
der im Lager 1090 verstorbenen Frau Zörner aus
Trausen. 3. Frau Maria Fengler, Kl.-Sobrost. 4.
Frau Anna Polzke aus Schiffen. 5. Fam. Wilhelm
Horn, Peißnick, zwecks Zustellung von Nachlaßsachen des Sohnes Gerhard Horn. 6. Heinz. Werner,
Hildegard, Ursula und Willi Koslowski aus Sechshuben. 7. Familie Fritz Zimmer, Groß-Pentlack.
Meldungen erbittet Erich Paap, (20) Stelle ü b e r
Hannover, Kreis Burgdorf.
Fischhausen/Samland
Bundestreffen in Bochum. Die Einwohner unseres Heimatkreises bitten w i r zum Bundestreffen i n
Bochum am 9. und 10. M a i um rege Teilnahme. Der
Kreis Fischhausen, der Landkreis Königsberg, der
Stadtkreis Königsberg und der Landkreis Lablau
treffen sich nach der großen Kundgebung i n der
Festhalle. In der Festschrift und im Ostpreußenblatt ist der Ablauf dieser für unsere landsmannschaftlichen Belange wichtigen Veranstaltung ersichtlich.
Fabrik-Stoffreste
H Ä W A I T A B Ä K
i m m e r
5. M a i 1 9 5 3 / S e i t «
Wir bitten besonders unsere Ortsbeauftragten aus
dem Rhein- und Ruhrgebiet um Teilnahme, da wir
bei dieser Gelegenheit verschiedene Fragen klären
wollen.
Kreistreffen in München. Für unsere Landsleute
im süddeutschen Raum veranstalten wir am 7. Juni
in München, Augustinerkeller Arnulfstr., ein gemeinsames Treffen der Kreise Fischhausen, Königsbeig Land und Labiau. Das Lokal ist zu Fuß, zehn
Minuten vom Hauptbahnhof, per Straßenbahn, zwei
Haltestellen, zu erreichen.
Haupttreffen unseres Kreises in Hamburg-Altona,
Lokal Elbschlucht, am 5. Juli. Beginn 11 Uhr vorm.
Dieses Treffen ist mit einer Arbeitstagung aller
unserer Vertrauensleute verbunden und wir bitten
schon jetzt die Betreffenden, sich für diese Tagung
f reizurn achen.
An unsere Ortsbeauftragten: In Kiel hat die Heimatauskunftsstelle unseres Regierungsbezirks ihre
Arbeit aufgenommen. Zur Einsparung von Zeit ist
dieser Stelle ein Anschriftenverzeichnis unserer
Vertrauensleute gegeben worden. Damit hat sie die
Möglichkeit sich im einfachen Schriftverkehr die
Auskünfte hereinzuholen, die sie braucht, um unseren Landsleuten schnellstens zu helfen. Wir bitten, die gestellten Anfragen möglichst rasch zu beantworten.
Kreisschulabt.: Zur Vervollständigung der noch
immer lückenhaften Unterlagen über die Lehrer
und Schulen unseres Kreises suchen wir nachfolgende Lehrer oder Hinterbliebene:
Drugehnen: Kannapel; Dommelkeim: Krause, u.
F r l . Brettschneider; Elchdorf: F r l . Lulley; Germau: Kerbel u. Eisenblätter; Goldschmiede: F r l .
Ruth John; Grünhoff: F r l . Siewers; Gi.-Hubheken: Hptl. Kyewski, Kuhn und Goldenberg: Gr.«
Mischen: Krohn; H l . Kreutz: Hoffmann; Lertffnieten: Fischer; Medenau: Klatt; Michelau: Kü-.sner; Nautzwinkel: Tröder; Peyse: Gediowski u->d
Blank; Polennen: Kurschmlerz; Rudeu: Rohloff u.
Kirschdorf: Rothenen: Gehlhaar und Stuck; Seerappen: Pockrandt: Thierenberg: Ramke: Wieditten: Hannemann.
Es wird gebeten, diese Angaben an unsere Geschäftsstelle, Saarländisches Kreisarchiv u. Museum
in Eo'stel bei Pinneberg (24b) mit Anigabe des Heimatwohnortes und des jetzigen Wohnortes zu machen. H . Sommer, stellv. Kreisvertreter, Borstel b.
Pinneberg.
Heilsberg
Nach der Großkundgebung am 10. Mai in Bochum
fahren die Heilsberger mit den Linien 2, 10, 20 30
bis zum Rathaus, von dort mit der Linie 18 weiter
bis Endstation in Richtung Bochum-Dahlhausen zu
ihren Kreislokalen. Ich hoffe, dort recht viele
Landsleute aus dem Kreis begrüßen zu dürfen.
Parschau, Kreisvertreter.
Neidenburg
In Ergänzung meiner Bekanntmachung über die
im Jahre 1953 stattfindenden Heimatkreistreffen,
teile ich mit, d a ß das süddeutsche Heimatkreistreffen am 7. Juni in Nürnberg/Altnürnberg, Gaststätte
..Kaiserburg", Oberkrämergasse 24, erreichbar mit
der Straßenbahnlinie 15 oder 25 bis Tiergärtnertor,
stattfindet.
Wagner. Kreisvertreter.
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Wienen, Krefelder Straße 4 (eine Minute vom Bahnhof i n Richtung Markt). Uebernachtungsmöglichkeit
ist dort gegeben. Anmeldungen dazu an Hauptlehrer Johann Zimmermann i n Neukirchen, K r . Grevenbroich. Lehrerinnen und Lehrerfrauen herzlich
willkommen.
Paul Block, Lehrer i . R.,
(22c) Birgelen bei Wassenberg (RMd>.)
Ostpr. Bauern söhn, SS/179, ev&ng., Ostpr. Lehrerwwe.. 38/161, schlk..
dklhld..
In
sicher.
Position, ev,. oh. Anhang, wohnh. Westwünscht mit nettem, häusl. und falen, sucht, da es an pass. Gestrebs. Mädel i n Briefw. zu tre- legenh. fehlt, die Bekanntschaft
ten, Alter 18—21 J . . bei Zuneig, eines netten Herrn in gesicherbald. Heirat. Bildzuschr. erb. ter Stellg., zw. sp. Heirat. Alterj
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H A A R - N E U Recapil berichtet:
. Sie können s;ch meine Angst und Besorgnis sicher nur
schlecht vorstellen, als mir plötzlich — ich weiß nicht warum — täglich mehr und mehr Haare ausgingen Bald zeigten sich lichte, ja kahle Stellen — es war schrecklich. Da
hörte ich ganz zufällig von Experimenten, die von einigen
Wissenschaftlern mit einem neuartigen Haarwuchsmittel an
haarkranken Leuten durchgeführt
wurden.
. . dieses neuartige Mittel (man kann es jetzt unter dem
Namen HAAR-NEU kaufen, hat mir In kurzer Zeit geholfen Der starke Haarausfall hörte auf, bald wuchsen richtige ne-ie Haa.« nach, und heute habe ich wieder so
schönes, volles Haar wie früher Sie wissen gar nicht, wie
glücklich ich wieder bin
Fräulein E. H. ist nur eine von den vielen unglücklichen
Haarkranken — Männei und Frauen —, die mit H A A R N E U Recapil solch eindrucksvolle Haarwuchserfolge hatten.
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ist beim Bundestreffen an allen Ausschank-Ständen zu haben.
Da« Ostpreußenblatt
L Mai 1953 / Seite 28
3fu$ ö e t l0nÖ^mannf^aftlirf|en M
SAARGEBIET
Wir freuen uns, daß auch im Saargebiet der lands
mannschaftliche Zusammenschluß der Ostpreußen
soweit fortgeschritten ist, daß über d i Arbeit dort
im Ostpreußenblatt in einer eigenen LandesgruppenRubrik berichtet werden kann. Wir grüßen unsere
Landsleute im Saargebiet und wünschen ihnen von
Herzen ein erfolgreiches Fortschreiten ihrer gründerischen Arbeit!
*
S a a r b r ü c k e n . A m 10. März fand im Saarbrücker Ratskeller die Gründungsversammlung des
„Vereins der Ost- und Westpreußen im Saarland
e. V." statt.
Nach gründlicher Vorbereitung konnten die Saarbrücker Landsleute in dieser Versammlung zusammentreten, ihre Satzungen festlegen und ihren Vorstand wählen, der von den Landsleuten Gronau und
Staap als erstem und zweitem Vorsitzenden geleitet
wird. Gronau der sich um das Zustandekommen der
Vereinigung besonders verdient machte, dankte
verschiedenen Stellen, die der jungen Gruppe geholfen haben. Ausführlich sprach er über die Aufgaben des Vereins. Mit einem heimatlichen Beisammensein endete diese erste Versammlung.
Im festlich gschmückten großen Saale der Wartburg kc-nten dann die Saarbrücker Landsleute
ihien ersten großen Heimatabend veranstalten, dem
Vertreter der Oeffentticbkeit beiwohnten. Mitglieder
des Vereins und Angehörige des Staatlichen K o n servatoriums hatten ein Programm einstudiert, das
in Wort und Ton in die Heimat führte. Ein Lichtbildervortrag ließ Landschaft und Städte Ostpreußens lebendig werden. Unterhaltsame
Stunden
schlössen sich an.
Eingangs halte Vorsitzender Gronau die Vereinigung der Oeffentlicbkeit vorgestellt und für sie das
Bekenntnis zum Heimatgedanken abgelegt. Vertreter der Saarbrücker Gruppe werden dem Bundestreffen in Bochum beiwohnen.
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üin.••
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des Treffens weiden noch bekanntgegeben. Schon
jetzt aber sind alle Landsleute der Umgebung recht
heizlich eingeladen. Kreisvorsitzender Ranglack
forderte die Sprecher aller angeschlossenen Gruppen auf, sich intensiv dafür einzusetzen, daß jeder
Landsmann seine Anschriftenmeldung an den
Kreisvertreter abgibt. Auch Landsleute, die keiner
Gruppe angehören, sollen dazu angehalten werden.
Es wurde beschlossen, in jedem größeren Ort des
Kreises eine Gruppe ins Leben zu rufen. Lebhaft
und stimmungsvoll verlief der terminmäßige Monatsabend in der ..Kanne". Eine Radtour am Himmelfahrtstage wurde beschlossen. Abfahrt 9 Uhr
vom Vereinslokal. Im Zuge der Neugründung von
Gruppen im Kreisgsbiet fand eine Gründungsversammlung i n Schwenningen statt, in der der Kreisvorsitzende über Notwendigkeit und Richtung der
landsmannschaftlichen Arbeit sprach. Fritz Kullack
wurde Sprecher der neuen Gruppe, die ,.Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen. Tapfheim,
Kreis Dillingen" heißt.
BADEN/WÜRTTEMBERG
Vorsitzender der Landesgruppe Württemberg-Baden:
Horst Bender, Stuttqart-Uniertürkheim, ötztaler
Straße 54.
Vorsitzender der Laudesgruppe Württemberg-Hohenzollern: Dr. Port*ehl, (14b) Tübingen, Hirschauerstraße 1
Landesgruppe Baden-Sud: Geschäftsstelle, Freiburg,
Rotteckstraße 3.
—
Am 19. April fand die Delegierten V e r s a m m l u n g
der Landesgruppe Wüittemberg-I aden in Stuttgart
statt. Der bisherige 1. Vorsitzende, Horst Eender,
hatte sein Amt aus beruflichen Gründen zu unserem gioßten Eedauern bereits im Januar niedergelegt. Der 2. Vorsitzende, Dr. Walter Mascblamke,
führte d i e Geschäfte b i s zur Delegiertenversammlung weiter. Sehr aufschlußreiche Eerichte konnte
der bisherige 1. Vorsitzende d e r Versammlung über
den Stand der Verhandlungen über den ZusammenBERLIN
schluß mit dem B v D geben. Dr. Maschlanka gab
seinen Bericht über die Landesgruppe sowie deren
Vorvtzender der Landesgruppe Berlin:
Entwicklung seit ihrem Bestehen. Ferner berichtete
Dr.
Matthee,
Berlin-Charlottenburg, Kaiser- er über den Kreisvertretertag i n Hamburg und über
die Neuwahl des Bundesvorstandes.
damm 83 „Haus d^r Ostdeutschen Heimat".
In der folgenden Aussprache wurde
erfreuTerminkalender
licherweise sehr objektiv jedes Problem diskutiert.
10. 5. 1©93, 16.00 Uhr Heimatkreis Neidenburg, Kreis- Man war sich über die bestehenden Schwierigkeiten
treffen; Lokal: Schilling. B l n . - einig, fand aber auch Wege, um alle diese Umstände
Daiblem-Dorf
Königin-Luise- baldmöglichst beheben zu können. Alsdann schritt
man z u r Neuwahl des Vorstandes. Es wurden zum
Straße 40.
1. Vorsitzenden Dr. Walter Maschlanka. Fellbach b.
W. 5. 1053 16.00 Uhr Heimatkreis Osterode,
Kreis- Stuttgart, Schmerstraße 25, zum 2. Vorsitzenden
treffen; Lokal: Sportklause am Walter Perband, Stuttgart 13, Kniebisstraße 1 geReichssportfeld,
Reichssport- wählt. Mit Sitz und Stimme wurden der bisherige
feldstraße 23, S-Bahn Reichs- 1. Vorsitzende Horst Bender und Landtagsabgeordsportfeld
neter Siegfried Melinski dem Vorstand zugewählt.
15 . 5. 1953, 19.30 Uhr Heimatkreis Königsberg, B e Die Versammlung beschloß, das Landestreffen
zirk Reinickendorf, Bezirks- für Baden-Württemberg am 12. und 13. September
treffen;
Lokal:
Eichenborn- in Stuttgart durchzuführen, wozu die Vorsitzenden
klause,
Bin.-Reinickendorf, aus Württemberg-Hohenzollem und Südbaden beEichborndamm 9« — 100
reits ihrer Zustimmung gegeben hatten. Gleichzei17. 5. 1953 14.30 Uhr Heimatkreis Goldap, Kreistref- tig soll an diesem Tage der Zusammenschluß d e r
drei
Landesteile Nordwürttemberg-Nordbaden, Südfen; Lokal: Vereinshaus Heun und Südbaden zu einer
mann, Berlin N 65, Nordufer 15 württembeng-Hohenzollei
Landeslandsmannschaft
erfolgen. Die Vorarbeit für
S-ßahn Pulitzstr. Bus A 16.
dieses Landestreffen w i l d einem besonderen Aus17. 5. 1953, 19.00 Uhr Heimatkreis Insterburg, Kreis- schuß übertragen. Schon jetzt werden die Kreistreffen; Lokal: Parkrestaurant und Ortsgruppen gebeten, für dieses Treffen zu werSüdende, Steglitzer Str. 14/16, ben. Die Landeshauptstadt Stuttgart wiTd alle MögS-Bahn Südende.
lichkeiten erschöpfen, um dieses erste große Treffen
Berichtigung:
zu einem unvergeßlichen Erlebnis f ü r alle BeteiligDas Kreistreffen (Neuwahl des Vorstandes). Lokal: ten werden zu lassen.
Kottbusser
Klause, B l n . ^ e u k ö l l n ,
Kottbusser
Vom 18. bis 21. Juli findet i n Bartenstein/WürttemDamm 90, U-Bahn Kottbusser Damm, Straßenbahn berg, der Patenstadt f ü r Bartenstein/Ostpieußen,
Hermannsplatz, am 10. Mal um 16.00 Uhr, betrifft ein Treffen der Bartensteiner statt. A n diesem Tage
nicht den Heimatkreis Johannisburg, sondern den wird in Bartenstein ein Mahnmal f ü r unsere Toten,
Heimatkreis Lotzen.
ein großes Ehrenkreuz, eingeweiht werden. Recht
zahlreiche Beteiligung aller Ostpreußen dokumentiert unsere Geschlossenheit. Daher treffen sich alle
BAYERN
Landsleute zur Einweihung dieses Ehrentnals in
Bartenstein/Württemiberg, Kreis Crailsheim.. Nähere
Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft Ost- Auskünfte über diese Veranstaltung erteilt Landspreußen. Vorsitzender der Landesgruppe: Prof. mann K u r t Milkeveit, Wernau a. N . , Hauptstr. 29.
Dr. Ernst Ferd. Müller, München 13, AinmillerUlm/Neu-Ulm.
Vorbereitungen zur Fahrt
strafie 33 III; Geschäitssteile: München 22, Him- nach Bochum nahmen einen Teil der letzten Momelreichstraße 3.
natsversammlung ein. Unter den Gästen konnten
auch viele Ostpreußen aus der Mittelzone begrüßt
H o f / S a a l e , Eine fröhliche Fülle heimatlicher werden, die im Durchgangslager Ulm auf die WeiLieder und Schnurren bot der Bunte Abend im terführung warten. — Einen Vortragszyklus „Ostzweiten Teil der letzten Monatsversammlung. preußen — Heimatland" . eröffnete
Landsmann
Kleine Spiele der Laienspielgruppe verbanden U n - Schulzkl mit Ausführungen über die Provinz Ostterhaltung und Erbauung. Vorsitzender Bergner preußen, nachdem Landsmann Welsch aus Skaissprach über organisatorische und Lastenausgleichs- girren. der bis 1948 i n Ostpreußen lebte, anschlieFragen. Es wurde beschlossen, am 14. Mai einen ge- ßend die Zustände in der Heimat zur Zeit seiner
meinsamen Spaziergang und am 31. M a i eine Ausweisung schilderte.
ganztägige Autobusfahrt z u machen.
Hessen
Niedersachsen
Schwäblsch-Gmünd.
A u f der JahresG u n d e l f i n g e n . Endgültig wurde beschlos- hauptversammlung am 11. April erstattete Vorsitsen, das große Heimattreffen, zu dem der Ehren- zender Engel den Jahresbericht, wobei er die gepräsident der Landsmannschaft Ostpreußen, Staats- lungenen geselligen u n d kulturellen Veranstaltunsekretär Dr. Schreiber, sein Erscheinen zugesagt gen erwähnte. Nachdem er auf die Eedeutung der
hat, am 19. Juli stattfinden zu lassen. Eine umfang- landsmannschaftlichen Zeitungen u n d der Kreiskarreiche Festschrift soll herausgegeben werden. Das teien hingewiesen hatte, forderte er die Mitglieder
Festabzeichen wird 0,50 D M kosten. E i n gemein- zu reger Beteiligung an der Kleidersammlung für
sames Mittagessen ist vorgesehen. Die Einzelheiten die Bruderhilfe Ostpreußen auf. Bei der allgemei-
A u c h J a g d t r o p h ä e n haben ihr „ F l ü c h t l i n g s ^ - S c h i c k s a l
nen Ausprache wurde das Verhältnis zur Kreisleitung des BvD eingehend erörtert. Hierauf eiioigie
die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes. E i n gemütliches Beisammensein, bei dem Lichtbildei geneigt wurden, beschloß den Abend. — Nächster H e i matabend am 9. Mai um 20 Uhr i m „Weißen «Jensen".
RHEINLAND
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Miedersachsen:
Vorsitzender der L.nde,gr«PJJJ
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Helmut Oossing. Hannove
Goseriede 5/6.
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Stellvertretender y ° " " ?
Lüneburg. Gartenstraße 51.
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Vorsitzender der Landesgruppe Rheinland-Pfalz:
Landrat Dr. Deichmann, |22b) Koblenz, Roonstr. 32.
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In Koblenz wurde ein Verband der Landsmannschaften gegründet, in dem siebzehn ostdeutsche Landsmannschaften zur Zusammenarbeit zusammengefaßt sind. In umfassenden
Aussprachen
wurde eine einheitliche Arbeitslinie herausgearbeitet. In geheimer Wahl wurde Karl Sommerey,
MdL., zum Vorsitzenden des Präsidiums und der
Sprecherversammlung gewählt. Dem Präsidium gehören Vertreter der Landsmannschaftsgruppen an,
während die Vorstände der einzelnen Landsmannschaften die Vertreterversammlune bilden. Sitz der
Landesgruppe ist Mainz. Die Geschäftsstelle befindet
sich in Trier, Bärenfeldstraße 16.
Mit der Gründung des Verbandes sind die Voraussetzungen zu einer wirksamen
Gesamtvertretung der Landsmannschaften geschaffen worden.
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zum stanken Riegel gesen Einbrüche aus dem Osten.
T V O ostdeutsche Pin »Gemeinschaft und namhafte
drucksvollen Feierstunde, n de, Dr. Godel die anum
Vertrlebenenministenums uberbi achte, a. l .
des
H a l t e r n . Ueber die Deleglertenbagung in Recklinghausen berichtete
Landsmann Kretschmann.
Eine Reihe organisatorischer Fragen wurde geklärt.
Die Jugendgruppe trug viel zur Verschönerung des
Monatstreffens bei. — Der nächste Heimatabend
findet am 16. Mai im Cafe Böhmer statt.
Schleswig-Holstein
Außerhalb der Verantwortung der Redaktion.
Vertrauenssache
B i e l e f e l d . Wie bereits seit mehreren Jahren,
so findet auch in diesem Jahre am 1. Pfingstfeiertag
(24. Mal) wieder in Bielefeld-Schildesche im Lokal
Lücking (Endstation der Straßenbahn-Linie 1 vom
Hauptbahmhof Bielefeld) ein Heimattreffen statt
wozu
alle
Angehörigen
der
ermländischen
Heimatkreise
herzlichst eingeladen
werden. —
Einer teile es dem anderen mit. damit recht
viele
hierzu
erscheinen
und
nach
alter
Sitte bei fröhlichen Stunden ihr Leid für kurze
Zeit vergessen. — Programm: 9 Uhr Beginn des Treffens, 11.30 gemeinsamer Gottesdienst (Hochamt und
Predigt), gehalten von V i k . Hennig-Herfoid. wobei
unsere heimatliche 1. Messe gesungen wird. — A n schließend Mittagessen i m Tagungslokal und im gegenüberliegenden Hotel „Ravensberg". — 15 U h r
Vortrag des Leiters der Kreisgruppe der Ostpreußen, Michelau, über uns interessierende Fragen, anschließend allgemeine Unterhaltung und Tanz. —
Wer zu diesem und allen späteren Ermländer-Treffen persönlich eingeladen werden möchte, bitte die
Heimatanschrift und die jetzige genaue Adresse
zu senden an: AI. Pohlmann (21a) Halle (Westf.)
bis alles an jenem 29. Januar i n Blut, Rauch
und V e r g e w a l t i g u n g unterging, G r a f E u l e n b u r g
selbst ermordet w u r d e S k l a v e n a r b e i t auf K o l Z u r os t p r e u ß i s c h e n T r o p h ä e n seh au a m 8.—10. M a i i n Bochum
chosen, zuletzt i n B e r s k a l l e n (Reg.-Bez. G u m Der o s t p r e u ß i s c h e J ä g e r w i r d auf der Schau Russen i n d e n G u m b i n n e r K r e i s , erlegen d ü r - binnen), folgte. W ä h r e n d der A r b e i t findet E .
o s t p r e u ß i s c h e r J a g d t r o p h ä e n die Auferstehung fen. Bei der Flucht m u ß t e n seine Eltern „ s e i n e " in einem k l e i n e n H ä u s c h e n a n der B e r s k a l l e r
so manchen Brunftmorgens i m b e r ü h m t sonni- T r o p h ä e z u r ü c k l a s s e n . D i e Russen haben sie Forst unter Staub und Spinnengewebe e i n stargen u n d klaren o s t p r e u ß i s c h e n Herbst feiern, dann mit den M ö b e l n z u m Fenster heraus- kes R e h g e h ö r n , das dem J a g d p ä c h t e r K . . . gewieder d e n „Kleebock" i m „ r o s s e e m ä h r e n d e n " geworfen. A i s der Russe z u r ü c k g e s c h l a g e n w i r d , h ö r t haben sollte. W i e einen Schatz b e h ü t e t er
Trakehner Hochzuchtgebiet Gumbinnen-Inster- war der Sohn dabei u n d er sucht und findet sei- es „ g e n a u wie meine F r a u ! " B e i m R ü c k t r a n s p o r t
burg, d e n Elch i n o s t p r e u ß i s c h e r Bruchwildnis nen „Erstling" zwischen dem Schutt. W i e e i n O k t o b e r 1948 ü b e r s t e h t das G e h ö r n , eingesehen, wieder auf den masurischen Seen u n d V e r m ä c h t n i s der Heimat t r ä g t er dann das G e - schlossen i n einer Decke, das „ F i l z e n " durch d i e
den Haffen die Enten k l i n g e l n h ö r e n , sich erin- h ö r n als VolkssturmmaTin durch alle Strapazen russische Soldateska, „und so blieb dieses letzte
A n d e n k e n an unser herrliches starkes ostpreunern
an Hasenjagden
i n frohbeschwingter und Gefechte bis zum Zusammenbrach.
ßisches W i l d m i r erhalten." V i e l l e i c h t
findet
„ g r ü n e r Zunft", wieder heranzaubern so manche
Sicher mindestens
d r e i m a l , wahrscheinlich dieses G e h ö r n nach seiner langen O d y s s e e jetzt
D r ü c k j a g d auf Sau und K a h l w i l d in tiefverschneiten W ä l d e r n . D i e vertrauten Orts- und Perso- a'ber u n z ä h l i g e M a l e , w u r d e n die W a f f e n v o n auch noch z u seinem Erleger ebenso z u r ü c k , w i e
nennamen auf den Schildern der T r o p h ä e n wer- z w e i K e i l e r n „ e r b e u t e t " , d i e der Heeresrevier- jene bis oben beperlten A b w u r f s t a n g e n eines
den die E r i n n e r u n g s b r ü c k e schlagen z u manchen förster M o n d r y v o m T r u p p e n ü b u n g s p l a t z Stab- Sechsers, die 1945 aus einem unbekannten ostp e r s ö n l i c h s t e n Beziehungen, w i e sie für d i e lack uns schickt. „Sie sind stark mitgenommen", p r e u ß i s c h e n Forsthaus v o n einem Soldaten mitg r o ß e Familie der P r o v i n z O s t p r e u ß e n v o n je- schreibt er. Ehrenmale sind es, stellen w i r fest; genommen und auf U m w e g e n z u einem Osther typisch waren, mit ihrer besonderen ost- denn als d i e Russen die F ö r s t e r e i nach harten p r e u ß e n (Stud.-Assessor H e i n z Schmidt) gelangp r e u ß i s c h e n , auf d e n Menschen abgestimmten K ä m p f e n ü b e r r o l l t e n , rettete F r a u M . d i e K e i - ten. Das F l ü c h t l i n g s l e b e n hat j a schon so oft
A t m o s p h ä r e . A b e r das ist j a schließlich — wenn lerwaffen aus dem zerschossenen Haus. U n d Romane geschrieben!
auch i m „Reich" in nicht so a u s g e p r ä g t e m M a ß e versteckte sie, barg sie drei J a h r e l a n g trotz
U m das „ P r a c h t s t ü c k " unserer o s t p r e u ß i s c h e n
— n u n eben das Fluidurn einer jeden Jagdaus- aller Leibesvisitationen i n russischer Gefangenschaft i n dem W i s s e n u m die geheimsten W ü n - Schau, den nachweislich bisher s t ä r k s t e n deutsteliung.
sche ihres M a n n e b i s z u r glücklichen W i e d e r - schen K e i l e r , rankt sich auch eine typisch ostDiese o s t p r e u ß i s c h e Jagdausstel'lung aber ist
v e r e i n i g u n g . V o n w i e v i e l q u a l v o l l e n Stunden p r e u ß i s c h e „ G r e n z e r ' - G e s c h i c h t e . A n der nordetwas ganz anderes, ist mehr! H i n t e r dem V o r der V e r z w e i f l u n g m ö g e n sie Zeugnis ablegen o s t p r e u ß i s c h e n Grenze w u r d e er v o n dem Erben
d e r g r ü n d i g e n der Jagdausslellung, der T r o k ö n n e n , aber auch w i e v i e l Kraft ehelicher V e r - des Gutes Draugupoenen, B u r k h a r d Buechler,
p h ä e n und Bilder steht das Schicksal Ostpreubundenheit, w i e v i e l W ä r m e der H e i m a t m ö g e n 1939 auf der Pachtjagd L u b i n e h l e n an der Schoß e n s . Nicht nur d i e o s t p r e u ß i s c h e n Menschen,
sie w ä h r e n d dieser furchtbaren
Jahre aus- reller Forst (Kr. P i l l k a l l e n ) Z U T Strecke gebracht.
sondern auch die o s t p r e u ß i s c h e n J a g d t r o p h ä e n
gestrahlt haben!
M i t diesem U r i a n stellt B u r k h a r d B . noch z w e i
haben i h r „ F l ü c h t l i n g s ' - S c h i c k s a l .
G e h ö r n e seines V a t e r s Ernst Buechler aus, eines
So v i e l e beredte Zuschriften z u r oslpreuDer Bauer P a u l Esau aus Kuttenhof, K r e i s im K r e i s e bekannten Naturforschers u n d Pferdeß i s c h e n T r o p h ä e n s c h a u bezeugen es. N U T einige Tilsit-Ragnit, schickt ein fremdes G e h ö r n . Seine
z ü c h t e r s unserer Trakehner. V i e r G e h ö r n e w a w e n i g e seien hier auszugsweise wiedergegeben. auf seiner J a g d u n d der v o n G u t M a r g e n ( T i l ren es noch gewesen, d i e Ernst B . z u B e g i n n
W i e eine „jagdliche Saga" klingt es, wenn der siter Niederung) erbeuteten G e h ö r n e hat er b e i
der Flucht begleiteten. Im S a m l a n d griff das
Student Joachim K r a u s e die Geschichte seines der Flucht z u r ü c k l a s s e n m ü s s e n .
Im Schloß Schicksal e i n ; drie beiden s t ä r k s t e n G e h ö r n e ,
ersten u n d bislang einzigen Rehbocks, eines G a l l i n g e n des Grafen E u l e n b n r g (Kreis Bartenz w e i Achter, w u r d e n Ernst B. ins WandmannsEinstangenbocks, e r z ä h l t . A u f der J a g d v o n stein) einquartiert, empfindet er b e i m A n b l i c k
grah mitgegeben! A n d e m einen d e r beiden A c h W a l t e r Loerzer i n B i s m a r c k s h ö h e , K r e i s G u m - der v i e l e n , seit Generationen gesammelten starter hatte sich bereits d r e i ß i g J a h r e v o r h e r das
binnen, hat er i h n am Plicker W a l d a m 22. A u - k e n T r o p h ä e n auf T r e p p e n a u f g ä n g e n , F l u r e n ,
angemeldet.
gust 1944, also k u r z v o r dem ersten Einfall der H a l l e n noch e i n m a l seinen V e r l u s t doppelt stark., „ G e s e t z der Grenze* prophetisch
1914 wurde das Draugupoener Gufshaus g e p l ü n -
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Vorsitzender der Lanilesgruppe
Nordrhein-Westfalen: Erich Grimoni, |22a| Düsseldorf, Brunnenstraße 65.
W a r e n d o r f In der Jahreshauptversammlung
gab der Vorsitzende, Oberst a. D. Winkel, nach der
Totenehrung den Rechenschaftsbericht und bat um
weitere Spenden für die Lruderhilfe 0 ; t p i e u ß e n .
Gemäß den Ergebnissen der Neuwahl ü b e r n a h m
Oberientmeister Dohnke den Vorsitz. Oberst a. D.
Winkler ist zweiter Voisitzender. — Alle im Kreisgebiet lebenden Ostpreußen wurden zur Teilnahme
an der Autobusfahrt eingeladen und gebeten, sich
umgehend beim Schriftführer Daigel. Warendoif.
Emsstraße 15, anzumelden. — Das Gasthaus Höner.
Münsterstraße, bleibt weiterhin Vei kehrslokal. Dort
findet am ersten Mittwoch jeden
Monats ein
zwangloses Treffen statt. Lehrer Kopowski zeigte
zum Schluß Lichtbilder aus dem Leben der Kurenfischer und interessante Naturfilme.
Kreisgruppenversammlungen
Lyck, Sonntag, 10. M a l , gemeinsamer Ausflug nach
Gr.-Hansdorf. Sammelstelle Gastwirtschaft Laumann
bis 11 Uhr, dicht an U-Bahnhaltestelle und Wald.
Insterburg. Sonnabend. 6. Juni, 19.30 Uhr, i n der
Alsterhalle. A n der Alster 83.
Treuburg, Sonnabend, 9. Mai, 18 Uhr, im Restaurant L ü t t m a n n , K l . Schäferkamp 36; Frühlingsfest.
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Bezirksgruppenversammlungen
Eimsbüttel-Süd (Eimsbüttel, Rotherbaum, H a r vestehude, Hoheluft O-W), Dienstag. 2. Juni, 19.30
Uhr, bei Lüttman, K l . Schäferkamp 36.
»arburg-Wilhelmsbuirg (Wdlhelmsburg, Geirgswerder, Moorwerder, Harburg, Neuland Gut Moor,
Wilstorf. Rönneburg, Langenbeck, Sinstorf, Marmstorf,
Eißentorf
Heimfeld), Mittwoch, 3. J u n i ,
19.30 Uhr, im Restaurant „Zur Außenmühle", Harburg.
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W E S T F A L E N
Vorsitzender der Landesgruppe Hamburg:
Otto Tintemann, Hamburg 34, Horner Landstraße 112.
< Irsch.!fIssteile: Hamburg 24, Wallstraße 29.
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Betten w i e ansonsten bei k e i n e r a n d e r e n A n schaffung. D i e seit G e n e r a t i o n e n w e l t b e k a n n t «
Firma Rudolf B l a h u l (früheT Deschenitz u n d
N e u e r n im B ö h m e r w a l d ) , besonders a l l e n H e i matvertriebenen
z u einem Begriff g e w o r d e n ,
jetzt i n F u r t h 1. W a l d u n d K r u m b a c h
(Schwaben), rechtfertigt stets durch beste u n d
preiswerte L i e f e r u n g dieses V e r t r a u e n . L e s e n
Sie das A n g e b o t i m A n z e i g e n t e i l .
S t a d e . — Omnibusfahrt zum Bundestieffen nach
Bochum über Altes Land—Buxtehude: Die T e i l n e h mer benutzen die Geldüberweisungsscheine als A u s weis für die Hinfahrt. Festabzeichen und Programm
werden auf der Fahrt ausgegeben, ebenso F a h r scheine für die Rückfahrt., Einige Plätze sind noch
bei sofortiger Meldung und Zahlung zu vergeben
(siehe O s t p r e u ß e n b l a t t N r . 11).
Ch. Klaschus,
Bergfried 19, Post Steinklrchen, K r . S t a d »
S u l i n g e n . Alle Bochum-Fahrer wollen bttt*
Plakette, Festschrift und Ausweiskarten f ü r den
Bus bis 8. M a i bei Kameraden W. Jürgensonn»
Papiergeschäft, Lemgestr., abholen.
C e l l e , Einen ,,Heimatabend i m F r ü h l i n g " veranstalteten die Bezirke Neustadt und N e u e n h ä u s e n ,
Nach Darbietung einiger musikalischer Delikatessen machte ein Wunschkonzert unter M i t w i r k u n g
von Solisten viel Freude. Bei bester Stimmung der
zahlreichen Gäste spielte die Kapelle z u m Tanz.
Eingangs waren die Vorbereitungen f ü r die F a h r t
nach Bochum besprochen worden.
Bayern
SCHLESWIG-HOLSTEIN
Vorsitzender der Landesgruppe Schleswig-Holstein:
Fritz Schröter, Kiel, Muhiiusstraße 36 a.
K i e l . A m 16. M a i , abends u m 20 Uhr, treffen
sich die i n K i e l wohnenden H e i l i g e n b e i l e r
wieder i m „Jahn". E i n f ü h r e n d e r Landsmann w i r d
über die Bedeutung des Landes-Ausgleichsamtes
sprechen. Auch sollen Fragen ü b e r den Stand der
Auszahlung der Hausratshilfe beantwortet werden.
Zahlreiches Erscheinen ist also auch dieses M a i
sehr wichtig und erwünscht.
dert, d i e T r o p h ä e n w u r d e n geraubt.
Viel«
J a h r e s p ä t e r erst findet d e r j u n g e S o h n , d e r
s p ä t e r e Erleger des R e k o r d k e i l e r s , a u i d e m
H a u s b o d e n z w i s c h e n d e m G e b ä l k versteckt, d e n
so schmerzlich v e r m i ß t e n A c h t e r mit d e n h a s t i g
hingeworfenen Z e i l e n , — sie haben mit d e m
S c h u ß b u c h die Flucht ü b e r s t a n d e n ! — :„Ein alter
J ä g e r v e r w a h r t A n l i e g e n d e s für d e n B e s i t z e r .
L. Uffz. d. Res. 2. R.Drag.I."
A u s d e n S d r c k s a l e n , den Geschichten dieser
T r o p h ä e n , spricht d i e gleiche seltene u r s p r ü n g liche V e r b u n d e n h e i t des o s t p r e u ß i s c h e n M e n schen z u r o s t p r e u ß i s c h e n N a t u r u n d z u m ostp r e u ß i s c h e n W i l d , w i e er s i e auch „ s e i n e n " T r a k e h n e r n entgegenbringt.
So ist d e s e o s t p r e u ß i s c h e J a r i s c h a u — s i e
bringt auch B i l d e r — mehr als eine b l o ß e „ K n o chenparade" v o n fünf o s t p r e u ß i s c h e n Elchen,
v i e r z i g o s t p r e u ß i s c h e n H i r s c h e n , z e h n ostpreuß i s c h e n Damschauflern, z w a n z i g o s t p r e u ß i s c h e n
Keilern, drehundert ostpreußischen Böcken, u n d
noch verschiedenen anderen T r o p h ä e n . D i e osfp r e u ß i s c h e n T r o p h ä e n p r e d i g e n das V e r w u r z e l t sem i m o s t p r e u ß i s c h e n H e i m a t b o d e n , d i e L i e b e
zur o s t p r e u ß i s c h e n H e i m a t genau so ü b e r z e u gend
vne jede andere
land'smannschaftliche
K u n d g e b u n g , v i e l l e i c h t sogar für d e n , der d i e
Geschichten dieser o s t p r e u ß i s c h e n T r o p h ä e n au
deuten versteht, noch beredter!
;
D i e Geschichte dieser T r o p h ä e n d r ü c k t aber
auch d e n harten W i l l e n des o s t p r e u ß i s c h e n M e n schen aus, d e m Schicksal e i n „ D e n n o c h ! " entgegenzusetzen. U n d d i e diese T r o p h ä e n b e g l e i tenden Briefe k ü n d e n v o n d e m u n g e b r o S n
Willen zur ostpreußischen Rückkehr und einem
neuen o s t p r e u ß i s c h e n A u f b a u . So s o l l d e n n auch
diese A u s s t e l l u n g K e i m z e l l e , K r a f t q u e l l e s e i n
für einen n e u e n jagdlichen A u f b a u u n d e i n e r
" 1 ™
«^Preußischer w a l d m ä u ^ ^ e r
Kultur
H e i m a t . So s o l l e n auch d i e J a o d horner z u m Schluß d e r feierlichen E r ö f f n u n g a m
9. M a i v e r h e i ß u n g s v o l l b l a s e n :
m
d
e
r
.Aufbrach
zur Jagd -
einst i n
Ostpreußen!'
F o r s t m e i s t e r z . W v . H . L. L o e f f k •
Jahrgang 4 / Folge 13
Das Ostpreußenblatt
HUic g r a t u l i e r e n • • •
zum 92. Geburtstag
am 2. M a i Frau Anna Tietz, geb. Neumann, auf
Heinrichswalde/Elchniederung, jetzt in Wester-Ohrstedt, Kreis Husum. Sie ist geistig und körperlich
frisch.
zum 90. Geburtstag
am 12. Mai Frau Auguste Sawatzki, geb. Konopatzki, dus Milken, Kreis Lotzen, später in Talau,
Kreis^Johannisburg, wo sie schon 1937 die Goldene
Hochzeit feiern konnte. Mit ihr feiern sechs Kinder,
fünfzehn Enkel und ein Urenkel. Sie lebt in der
Sowjetzone.
zum 85. Geburtstag
am 18. M a i Frau Maria Kiewer. Sie war als Besitzerin des Hotels „Deutsches Haus" in Tilsit sehr
bekannt. Jetzt lebt sie im Altersheim Martinsstift in
Flensburg.
am 2. Mai Frau Mara Jaab aus Bartenstein. In
seltener Frische lebt sie in Bad Nauheim.
am 17. A p r i l Frau Marie Meyer, geb. Helmchen,
aus Herrndorf, Kreis Pr.-Holland, jetzt in BerlinCharlottenburg, Akazienallee 41 a.
am 12. M a i dem Allensteiner Friedrich Lindemann.
Er lebt bei seinem Sohn in Bad Schwartau bei Lübeck, Cleverhofer Weg 44.
zum 80. Geburtstag
am 14. M a i dem Lehrer i . R. Paul Koch aua Wehlau. Er wohnt in Lübeck, Eschenburgstraße 7.
am 5. M a i dem früheren Gastwirt Christoph
Kruska aus Weißenburg, Kreis Sensburg, jetzt bei
seinem Sohn in Itzehoe, Buschkamp 15. Der ältere
Bruder des Jubilars lebt noch in Rhein, Kreis Lotzen,
und wurde am 8. März 87 Jahre alt. Die Familie
Kruska ist seit Jahrhunderten in Weißenburg ansässig und wurde schon 1510 in Amtsbüchern erwähnt.
am 14. M a i dem Hauptlehrer i. R. Karl Beyrau aus
Königsberg-Metgethen. Jetzt lebt er in Kirchheimbolanden, Rheinland/Pfalz, Stresemannstraße 9.
am 5. M a i Frau Anna Petrat aus Eydtkau, jetzt
in Kleinziegenfeld, Post Bamberg II.
am 8. M a i Frau Johanne Schwagerus, geb. Horn,
aus Grünlinde, Kreis Wehlau, 6päter in Königsberg.
Sie lebt in Berlin-Wilmersdorf, Badensche Str. 29, III.
am 1. M a i Frau Gertrud Siebert. In Berlin geboren, lebte sie über 50 Jahre in Königsberg. Sie
lebt in Bremen-Horn, Feldhauser Straße 21.
am 11. M a i Frau Auguste Sachs, geb. Schulz, aus
Wildwiese, Kreis Elchniederung. Sie lebt bei ihren
Töchtern in der Sowjetzone.
dem Lehrer i . R. Hermann Poderowski aus Treuburg, jetzt in Pinneberg, Dammstraße.
am 10. M a i Frau Martha Wunderlich, geb. Oehbrich, aus Sensburg. Sie lebt in WilhehnshavenLindenhof, Siedlerweg 10.
am 7. M a i Frau Hedwig Jaedcel, geb. Gerlach, aus
Reichenbach, Kreis Pr.-Holland. Sie wohnt jetzt in
Kremperheide, Kreis Steinburg.
zum 75. Geburtstag
am 28. A p r i l Heinrich Pusch in Meddersheiim, Kreis
Kreuznach, Rheinland. Er stammt aus Königsberg.
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^ ^ W e b s t u M ^
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am 29. April dem Tischlermeister Hermann Liedtke
aus Podollen, Kreis Wehlau, jetzt (14b) Pfalzgrafenweiler, Kreis Freudenstadt. Er arbeitete auf dem
Festungsschirrhof Litauer Wall.
am 30. April dem Medizinalrat Dr. Karl Schilling,
der dreißig Jahre lang in Sensburg Kreisarzt und
später Amtsarzt und Leiter des staatlichen Gesundheitsamtes war. Er wohnt in Lübeck-Travemünde,
An der Logleine 5.
am 26. April dem Kaufmann Max Butsch aus Buchholz bei Landsberg, jetzt in Dahlenburg, Bahnhofstraße 16.
am 25. April Frau Helene Werner aus Allenstein.
Sie wohnt bei ihrer Tochter in Bamberg, Kunigundendamm 59.
am 5. Mai dem Landwirt Karl Guddat aus Mehlkehmen, Kreis Ebenrode, jetzt in der Sowjetzone.
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Gesucht wird Herr Dr. Block
aus Szillen b. Tilsit, Sanitätsarzt b. Volkssturm Nr. 65 951
H . H ä t t e gern Auskunft über
meinen Mann, Emil Borchert,
geb. 18. 9. 1893. E r war bei Dr.
Block als Sanitäter. B i n ohne
jede Nachricht von ihm seit
10. Januar 1945 aus Szillen bei
Tilsit. Volksst. Nr. 65 951 H .
Nachr. erb. Frau Eva Borchert,
Viersen (Rhld.), Friedhofstr. 11
Burkandt. Berta, aus Königsberg,
Altroßgarter Predigerstr. 6, geb.
1. 11. 1878, nach Seerappen evakuiert. Burkandt. Ernst, Obgefr.,
geb 20 1. 1920, aus Gr.-Friedrich'sdorf
Kreis Elchniederung,
F P N r 29 685, letzte Nachr. Jan.
1945 aus Kurland. Wo beßnden
sich die K i n d e r von Frau Elma
Lorenz
geb. Sachs, aus Gr.Friedrichsdorf, der älteste Sohn
war bei den Schwiegereltern von
Frau Lorenz, die Tochter bei
Farn
Jankowsky. Tunischken,
Kreis Elchniederung, in Pflege?
Nachr. erb. für Fr. Lorenz, sowj.
bes Zone. Farn. Friedrich Burkandt Neuenkirchen, Post Bremen-Vegesack. Ev. Hospital. Haus
Elisabeth.
O b e r b e t f e n Motrauen 4tlq 38.50, liefert
B e t t e n - M ü l l e r , v\arktredwiUvöay. 142
Bestandene Prüfungen
Das Staatsexamen als Lehrer bestand an der Unitersität Hamburg Ursel Hassenstein, Hamburg 34,
Braamkamp 43. Sie stammt aus Königsberg.
Sein Forstassessorexamen bestand in Wiesbaden
Harald Gusovius, gebürtiger Königsberger, jetzt
(16) Korbach, Kreis Waldeck, Dalwigkerstraße 5.
Mit Auszeichnung bestand die Prüfung als Müllergeselle Manfred Plohmann aus Braunsberg, jetzt
Rüningen bei Braunschweig. Er folgt seinem Vater
im Beruf.
Das Schwesternexamen bestand in Delmenhorst die
Rastenburgerin Ingrid Hiesler, Delmenhorster Krankenhaus.
Mit „sehr gut" bestand das Staatsexamen der Medizin Horst Dreipelcher, Nienburg/Weser, Ziegelkampstraße 47. Er kommt aus Gut Annefelde bei
Drigelsdorf.
T u r n e r f a m i l i e
Ost-
Einem vom 1. Vorsitzenden des Deutschen Turnerbundes Dr. Walter Kolib und vom 1. Vorsitzenden
Diamantene Hochzeit
des Vereins Deutsches Turnfest Hamburg 1953 unterIm Alter von 89 und 82 Jahren werden am 13. M a i zeichneten Aufruf an die Vertriebenen in den Verdas seltene Fest der Diamantenen Hochzeit feiern einen des D T B entnehmen wir im Auszug folgendes:
„Das Deutsche Turnfest in Hamburg soll besonders
können Wilhelm Brinke und seine Gattin. Der Jubilar war in Stadt und Kreis Ebenrode durch seine denen, die nach schrecklichen Jahren des Alleinseins
wieder eine turnerische Heimat gefunden haTätigkeit beim Wirtschaftsamt bekannt. Zeitweise ben, ein
Erlebnis und eine Kraftquelle für die komwirkte er in Eydtkau. Nach einer an schweren Er- menden Aufgaben sein.
lebnissen reichen Flucht gelangte das Paar nach Heist
Darum rufen wir alle Turner und Turnerinund fand nach und nach unversehrt die weiteren nen aus den Ostgebieten auf mit ihren jetzigen
Mitglieder der zersprengten Familie.
Vereinen nach Hamburg zu kommen und in der
großen Gemeinschaft dieses Festes Heimatverbundenheit und Willen zur Selbstbehauptung zugleich
Goldene Hochzeiten
darzutun.
Aber das Deutsche Turnfest soll für Euch auch das
Ihre Goldene Hochzeit feiern Karl und Auguste Wiedersehen mit vielen Turnfreunden Eurer HeiSchipper am 9. M a i . Zuschriften erreichen sie über mat sein. So sind es vor allem zwei Veranstaltungen,
die für Euch gedacht und geplant sind:
Herbert Götz, Herdecke-Ruhr, Hauptstraße 66.
A m Donnerstag der Festwoche (6. August) wird in
am 24. A p r i l feierten ihre Goldene Hochzeit Fried- den frühen Abendstunden eine K u n d g e b u n g in
rich Sommer, 74 Jahre alt, und Frau Malwine, geb. der Freilichtbühne stattfinden, in der Ihr und die
Lemgäke, in Marschkamp, Kreis Wesermünde. Das Festbesiucher im Gedenken am Eure Heimat die Kraft
Paar wohnte früher in Tauern, Kreis Tilsit. Seine gemeinsamer Arbeit für Eure Wünsche und Hoffempfangt.
unermüdliche Hilfsbereitschaft hat dem Jubilar auch nungen
Daran anschließend werden sich in getrennten
jetzt wieder viele Freunde gemacht.
Veranstaltungen die einzelnen L a n d s m a n n am 20. A p r i l feierten die Goldene Hochzeit Franz s c h a f t s a b e n d e der alten Turnikreise i m Osten.
werden sich die Ost- und Westpreußen, die
Maluk und Frau in Lieswangen über Heilbronn, Dort
Pommern und Mecklenburger, Schlesier und SudeHauptstraße 15. Das Paar wohnte früher in Heils- tendeutschen, werden die Brandenburger und Berberg.
liner, Thüringer und Sachsen, Sachsen-Anhalt und
Im Austausch der Erinnerungen heimatliche
Schneidermeister Wilhelm Krause und Frau Emma, Posen
Verbundenheit festigen'.
geb. Bartschat, aus Tilsit feiern die Goldene HochRüstet alle mit für das Wiedersehen In Hamburg!
zeit am 11. M a i . Das Paar lebt in Steinkirchen, Ihr seid uns ganz besonders herzlich willkommen."
Kreis Stade.
F ü r die ost- und westpreußlschen Turner und TurAm 5. M a i feiert Architekt und Baumeister Eugen nerinnen ist dieses Wiedersehen bereits das 7. Treffen nach dem Kriege. Der Sonnabendvormittag ist
Palfner aus Tilsit mit seiner Frau Wanda das Fest in
Aussicht genommen für Zusammenkünfte im
der Goldenen Hochzeit. Die Jubilare leben in der Kreise der einzelnen ost- und westpreußischen VerSowjetzone.
eine. Der Königsberger Männer-Turn-Verein von
feiert z. B . dort sein 111. Stiftungsfest. A m
Die Goldene Hochzeit feiern am 8. M a i Gustav 184Ö
Sonntagabend wird ein „Froher Ausklang" nochmals
Riemann und Frau Auguste, geb. Härder. Sie die Ost- und Westpreußen vereinen und am Montag
wohnten bis zur Vertreibung in Tilsit und leben geht es mit der Gesamtheit auf fröhliche Turnfahrt.
jetzt in Buxtehude, A n der Rennbahn 15.
—wea>—
Der Vorsitzende der Ostpreußen in Rendsburg,
Erich Schwichtenberg, und seine Gattin Frau HedDer M ä n n e r t u r n v e r e i n Lyck 1877 trifft sich i n
wig, geb. Hecke, feierten am 15. April die Goldene diesem Jahre wieder beim 7. Wiedersehenstreffen
der
„TuTnerfarnilie Ost- und Westpreußen" vom
Hochzeit. Der Jubilar war als Lehrer im Kreise
5. bis 9. August i n Hamburg wahrend des DeutHeiligenbeil tätig. Als Kantor arbeitet er heute noch. schen Turnfestes. (Vereinsnummer der TumerfaDer Arbeit für seine Landsleute widmet er sich mit milie Ost. und Westpreußen I X 3236 a in Hamburg.)
Hingabe.
Wer kann Ausk. geben über
meine Mutter Elfriede Dröse,
geb. Mrosek. geb. 23 . 9. 1895.
Wohnh. Lentenbuide. Elchniederung. Okt. 1944 evakuiert n.
Medenau, Samland.
Nachr.
erb. Heinz Dröse. (24b) K a l tenkirchen, bei Freese.
Giruil. Michael, geb. 8. 6. 1860,
zul. wohnh. Mühlenhöh. Kreis
Tilsit-Ragnit. G . ist 1945 i n Königsberg. Bahnhof, gesehen worden; seitdem fehlt jede Spur
von ihm. Freundt. Nachr. erb.
ü b . mein. Vater Franz Girull,
Bergisch-Born,
Rhld.,
Flüchtlingskrankenhaus.
a u i
5. Mai 1953 / Seite 29
Wer kann Ausk. geben ü b e r den
Verbleib meines Sohnes W i l l i
Graf, geb. 26. 11. 1923, zul. i m
Nov. 1944 bei einer Pamzerjägerabt. i m Raum Aachen eingesetzt
gewesen, seitdem keine Nachr.
Nachr. erb. Hermann Graf. K i e l .
Düppelstr. 74.
Wer kann Ausk. geben ü b e r den
Verbleib meiner Ehefr. Ida Graf,
geb. Szonn. geb. 10. 6. 1894, zul.
wohnh. Königsberg Pr., Hökerstr. 14, zul. im März 1945 im G P U Gefängmis Tapiau geseh. worden.
Nachr. erb. Hermann Graf, K i e l ,
Düppelstr. 74.
Grünau, Klaus, geb. 22. 11. 1926,
Königsberg (Pr.), Yorckstr. 7, b.
R A D 1/392 in Gehsen b. Johannisburg (Ostpr.) als Sanitäter
ausgebildet. F P N r . 28 776/2. A m
12. 2. 1945 durch Braunsberg
(Ostpr.) marschiert, ü b . das Haff
Richtung Danzig. Die Abt. war
auf dem Marsch ins Reich, um
i n die Wehrmacht eingegliedert
zu werden. Nachr. erb. Kathi
Volquards, Hamburg 24, Wallstraße 29.
Hennig, Ida, geb. Peyg, geb. 13. 7.
1884 i n Krotten, zul. wohnh. A l t Ukta, Kreis Sensburg (Ostpr.).
Nachr. erb. Fritz Hennig. Lichtenberg (Oberfranken). Markt 4.
Schokoladenfabrik K a r l
Jarzembowsky, Königsberg (Pr). Betriebsleiter und Betriebsangehörige werden gesucht von Gustav
W i l l . Bennien Nr. 36, Kreis Melle
1. H .
Klung. Friedrich, geb. 8. 11. 1889
in Biberswalde. K r . Wehlau,
Ostpr.. letzte Wohng. Königsberg Pr., Dahlienweg 18, letzte
Beschäftigung
Baumeister
bei
Postbauamt Königsberg,
letzte
Nachr. vom 11. 4. 1945 aus dem
Lager Carmitten, K r . Samland,
Ostpr. Nachr. erb. Gustav Klung,
(24) Lübeck. Glashüttenweg 74.
Kiesau, Paul, Ehefr. Anna, geb.
Ritter, aus Königsberg. Heumarkt
2. Unkosten
erstattet.
Nachr. erb. Frau Elly Perschel,
Bremen, Keplerstr. 19.
Neumann. Günther, geb. 10. 4. 16,
aus Domnau. Ostpr., Uffz.. F P Nr. 56 609 B. Letzte Nachr. Weihnachten
1944.
Weichselbogen.
Nachr. erb. Christel Neumann,
(24a)
Bargteheide,
Hamburger
Straße 7.
Ich suche Rechtsanwalt und Notar
Dr. Niels Rosencrantz, fr. wohnhaft in Königsberg, Tragheim.
Kirchenstr. 11. Nachr erb. K a r l
Taetz, Hamburg 39, Hudtwalkerstraße 28 II.
Achtung, - Litauenheimkehrer!
Ruth Markschies, geb. 6. 2. 18,
Wiesenheide. Memel Id. Milchviehlkontrollassistentin i n Preyl
b. Wargen, Samland; gesehen
1948 Okslinden, K r . Heydekrug,
Memelland. Soll nach Polangen, Litauen, gefahren sein.
Nachr. erb. Frau Anna Markschies, (22c) K r a h w i n k e l . Post
Fohlhausen üb. Siegburg, Bez.
Köln.
Suche
meine ganze Verwandtschaft
Frenkel
u. Landsleute aus Scharfeneck,
fr. Ga wehnen. Anschrift erb. an
Erich Nissen
Augsburg, Neuhofer Str. 12
B
E
T
T
F
E
D
E
Die Liste unserer Abiturienten
wir durch folgende Namen:
Gisela
Hubert
Alfred
Kolonie
Böhme, Lüneburg, Am Springintgut 21. —
Boritzki, Plön, Hamburger Straße 30. —
Sager, Hamburg-Bahrenfeld, Holstenkamp,
„Sorgenfrei" 129.
c
„Kamerad, ich rufe dich!
Luftgau Kdo. I
Ehemalige
Angehörige der Prüfgruppen im
Bereich des Luftgaues I weiden unter AnRabe Ihrer
derzeitigen Anschrift, der Beschäftigung sowie der
früheren Dienststelle und Wohnung gebeten an:
Wilhelm Gramsch, Celle'Hann., Waldweg 83, früher Königsberg Pr., Lawsker Allee IM.
u n d
W e s t p r e u ß e n
Sportlertreffen
Liebe Sportkameiaden des Ostens!
Der 1. Vorsitzende des Deutschen Leichtathletikverbandes, Dr. Danz, hat mich beauftragt, die a l ten LA-Funktionäre und Leichtathleten aus den
abgetrennten Ostgebieten bei den diesjährigen L A Meisterschaften am 25./26. Juli in Augsburg zu
einem
Wiedersehenstreffen
zusammenzuführen.
So rufe ich alle alten und jungen Kameraden,
Frauen und Männer aus Ostpreußen. Westpreußen,
Danzig, Pommern. Warbhegau und Schlesien auf,
sich mit mir in Verbindung zu setzen und mir
kurze Nachricht über ihren jetzigen Wohnort und
über ihr Ergehen zu geben. Insbesondere auch,
ob sie der Leichtathletik aktiv oder in einer Funktion treu geblieben sind.
Ich bitte um Eure volle Unterstützung, damit
wir am 25. Juli in Augsburg im großen Kreise E r innerungen an die unvergeßliche Heimat und da3
ideale Sporttum der früheren Zeit austauschen
und den Kampf der Jugend um die sportliche
Ehre gemeinsam und aufs neue erleben können.
Mit sportlichen Grüßen in heimatlicher Verbundenheit
Dr. Herbert Schmidtke
Friedberg/Hessen, Mainzertoranlage 9
Treffen der Eisenbahner
Das angekündigte Treffen aller Eisenbahner des
ehemaligen
Reichsbahn-Direktionsbezirkes
und
GDW-Bezirks Königsberg (Pr.) findet am 30. und
31. M a i in Duisburg statt.
Ankunft im Laufe des Sonnabends (30. Mai) i n
Duisburg und unmittelbar anschließend Meldung
zum Quartierscheinempfang im Bahnhofsgebäude.
F ü r die Uebernachtung stehen Hotel- und Privatquartiere zur Verfügung. Preis für Hotelquartier
etwa 6,50 D M , für das Privatquartier etwa 3,50 D M .
Außerdem wird es möglich sein, auch kostenlose
Quartiere bei Duisburger Eisenbahnern zur Verfügung zu stellen.
Zur Deckung der Unkosten (Musik, Drucksachen,
Porto, Festabzeichen usw.) wird bei Ankunft ein
Unkostenbeitrag von 1,50 D M erhoben.
A m Sonnabendnachmittag bietet sich die Möglichkeit, an einer Hafen- oder
Stadtbesichtigung
(Hafen- oder Stadtrundfahrt) teilzunehmen. Sonstiger Nachmittagstreffpunkit i m Quartieramt zu erfragen.
Um 19.00 Uhr Hauptzusammenkunft in der Bahnhofsgaststätte Duisburg Hbf. (Abendessen möglich).
F ü r den Sonntag ist eine Eiserubahnsonderfahrt
R
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(füllfertig)
1 Pfund handgesdilissen DM 9,80,
12.6U und 15,50
1 Pfund ungeschlissen DM 5,25, 10,50
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sein. Auskunft erbeten! Wer weiß etwas
ist eine beständige Quelle der Freude
Nachr. erb. die Mutter Elisabeth üb. den Verbleib von K r i m i n a l Senden
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für jede sparsame Hausfrau.
Plehn, geb. Schulz. Hoisbüttel, obersekretär Erich Schmidt aus
aus Königsberg herzl. Grüße.
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Mutter: Charlotte Rauter. ver- Sch., Nr. 32 214, Das OstpreuLöben.
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n. Litauen gehen. Mutter: Friepreußenblatt.
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Hamburg
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Wir grüßen alle Verwandten, Reit i . Winkl 41 (Obh), früher Ostpr.
Wehrkreissanitätspark I Königs- Schulz. Richard, aus Friedtand,
Bekannten
und
ehemaligen
berg beschäftigt. Arbeitete nach Ostpr., Bäcker, geb. 20. 6. 1891.
Arbeitskollegen der
Kriegsende i . d. Papierfabrik in Ehemann der Hebamme Frau
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Wehlau. brach sich ein Bein und Margarete Schulz aus Friedland.
Wolfgang Pusch und Frau
wurde nicht mehr gesehen. B r u - Wer weiß etwas üb. den VerKluge
Itauen
Christel,
geb.
Reinke
der: K a r l Hermenau, geb. 12. 1. bleib meines Mannes? Letzte
Königsberg/Pr.
1887 aus Gr.-Lindenau, K r . Kö- Nachr. aus Friedland war 1946.
Alter Garten 60
nigsberg (Pr). war bei der M a - Wo ist Herr Reimann aus G i l l beugen
wt\
Insterburger Straße 9a
rineflak in Gotenhafen u. Tuch- mannsruh?
Nachr. erb. Frau
ler Heide. Schwägerin: Hanna Margarete Schulz, (14b) Metzinjetzt Frankfurt a/Main S 10
Sie
nehmen
F
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m
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gegen
Hermenau,
aus Gr.-Lindenau, gen K r . Reutlingen, Maurenstr.
Morgensternstraße 39 p.
geb. 1886 (?). Nichten: Hertha Nr. 16.
Laufmaschen. Von heute an
Hermenau. geb. ?. Wehrmachtssind auch Ihre Strümpfe laufhelferin, letzte Nachr. aus WarFamilie K a r l Schwagerus, aus Köschau. Erna Hermenau,
Rote Wer kann m i r Nachr. od. eides- nigsberg (Pr), Schrötterstr. 161/11 maschenfest. Ein Versuch überKreuz-Schwester, angebl. Laza- stattl. Erklärungen geben, daß und Bromberg, Hoffmannstr. 8/r.,
zeugt! 2 Päckch. Firmo b. 2,—
rett Lotzen. Neffen: Bruno Her- er mit mein. Mann Franz Wege,
DM Einz. v. Albat. Postschk.
menau. geb. ?, war bei der M a - geb. 19. 12. 1896, wohnh in Kö- Frau Anna Grabowski. aus KöHannover 1383 78.
rine. Gerhard Hermenau. geb. ?, nigsberg, Sackheimer Gartenstr. nigsberg, Sternwartstr. 52/1, Jetzt
Badensche
war bei der Mutter. F ü r jede Nr. 1, als Maler beiden Filmen Berlin - Wilmersdorf,
Link,
Buttgereit
und
Kurbjuweit
29/11, grüßen alle Bekannten und
Nachricht sind wir dankbar und
Kauft bei den Inserenten
erstatten alle Unkosten. Käthe od. bei einer anderen Firma zu- Mitglieder des Philharmonischen
Eures Heimatblattes
Hermenau.
geb.
Schwellnus, sammen gearb. hat? Es wird zur Chors.
Frankeneck (Pfalz). Bachstr. 9, Erlang, d. Witwenrente dringend
um
sof.
Nachr.
gebeten.
Frau
JoJulius Hermenau, Franz Hermenau,
Ludwigshafen
(Rhein), hanna Wege. geb. Bruchmann,
Ihre Ostpreußen-Drogerie
Phohkapien
Hengstbach 45 üb. Zweibrücken.
Schanzstraße 92.
in Verden
nach Merian 1652 und Hadknodi
Neukircher - Eichniederung.
Wer
heißt
1684 von Königsberg. Danzig und
kennt unseren Sohn und wer hat
ihn gesehen. Herbert Warnat. Q Wir meiden
von 44 altDreuh Mädten, von Landunsj flllcr-Drogerie
geb. 10 . 5. 1928 in Hoheneiche
karten (ca. 1S50 — 1600). ferner
(Elchniederung) zuletzt gesehen
von Herder, Kant, Kopernikus, erim Februar 1945 in Gotenhafen? Friedrich Gennat, geb. 31. 10. 1889
Hans Pahlke, Große Straße 69
Nachr. erb. Ewald Warnat, Straß- in Neuschemeiten (Ostpr.). und
zog Albrecht.
früher Samland-Drogerie
berg, Kreis Sigmaringen (Hohz.) Frau Marta, geb. Schakowski.
Von 3.- an, koloriert von 7.- an
Königsberg, Litzmannstraße 24
geb. 16. 4. 1892 in Urenberg (OstPudlatz. Gerhard. Uffz..
F P N r . preußen) zul. wohnh. Großfelde,
05 833, vermißt seit 22. 10. 1944 in K r . Tilsit-Ragnit (Ostpr.), jetzt
den Kämpfen Schloßberg-Eben- sowj. bes, Zone. Wir suchen unAntiquariat
S ' ^ r ^ : '
rode bei Steinkirch. Wer war mit seren jüngsten Sohn, sämtliche M a r m e l a d e
und
Verwandten. m.Erdbeer etc.7.50- Pflaum.Mus lecker6.95
ihm zusammen od. kann Ausk. Geschwister
HEILBRONN/N
über ihn geben? Nachr. erb. R i - Nachr. erb. u. Nr. 32 428 Das Ost- Zuck Ruh Sirup5 15 Kakao 14 lr> 7oPfd 2 30
Aditunastr. 31
chard
Pudlatz,
Stuttgart-Möh- preußenblatt, Anzeigen-Abteilg., Satzf«Hher.8kj;i;im 6.95-Posrd Brath 3.95
«bhiet ERNST NAPP,H«nbur 39.Abt. I
Hamburg 24.
ringen, Weidachtal.
G. Neuwirth
6
g
6
5
Jahrgang_4_^£!HLl2
5. Mai 1953 / Seite 30
Das Ostpreußenblatt
»ur Müngstener Brücke mit Spaziergang nach
Schloß Burg vorgesehen.
Der Kreis der Teilnehmer soll möglichst weit gezogen werden. Soweit Katmeraden Angehörige mitbringen wollen, bestehen keine Bedenken.
Auf vielseitigen Wunsch wird' ein Anschriftenverzeicbnis der ehem. Mitarbeiter der RBD — GDW
Königsberg (Pr.) erstellt, das gegen einen U n kostenbeitrag von 0,40 D M abgegeben wird.
Hierzu ist es erforderlich, daß sich jeder Eisenba hnerkol lege und Pensionär bei Reichsbahnamtmann Rtstow. Hauptbüro des Eisb.-Zentraiamts
Minden (Westf.), mit seinen vollen Personalangaben
möglichst umgehend meidet.
Wegen der Kürze der Zeit wird gebeten, daß sich
Teilnehmer sofort noch bei Landsmann Ristow anmelden unter gleichzeitiger Angabe der Personenzahl und ob Angehörige mitgebracht werden, ob
Hotel-, Privat- ode
Kollegenübernachtung gewünscht werden. Ferner ob am Eintopfabendessen,
Hafenrundfahrt oder Stadtrundfahrt oder an der
Sonderfahrt zur Müngstener Brücke teilgenommen
und ein Anschriftenverzeichnis gewünscht wird.
Unser letzter Präsident, Dr.-Ing Baumann, nimmt
auch an dem Treffen teil.
Die Ingenieure der früheren R B D — GDW Königsberg (Pr.) treffen sich außerdem, wie in Bingen
besprochen, mit ihren Damen am Freitag, dem 5.
Juni, um 20.00 Uhr in H a m b u r g im Gurio-Haus
am Dammtorbahnhof und nehmen an der Schlußveranstaltung der VDEI mit anschließendem Ball
teil.
Das nähere Programm ist aus der Ankündigung
des VDEI im „Eisenbahniingenieur" z u entnehmen,
nehmen.
Die Zimmerbestellung ist an den VDEI Hamburg zu richten.
Getrennt hiervon ist es erwünscht, wenn die
Teilnehmer sich zusätzlich bei dem Kollegen Naujokat, Bm Hmto.-Harburg, bzw. Nöldeke-Straße 12
vormelden.
Heimatliches
z u m
Trakehner-Söhne in M ü n s t e r
gefragt
Kopfzerbrechen
Hri**«*m Jahr wieAuch die Westfalen traten i n * £ * M ü n s t e r herÄ
einer KeUpferde-Auktron i
Auktionen
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Nach dem Beispiel dei ve r «
stark
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werden hier nur « * f w £ { g
Etwa zweitausend
Pferde zum Verkauf S f ^ e n u
Holländer und
Menschen, darunter
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D ä n S hätten sich ^ T u W o S * *
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Ergänzungsrätsel
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r — - - k e n bei einem Höchstpreis von
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Auch vier P*«. ** J™ ,,™ bei einem Hochst— W - h - • — - - - l a u — Sti -1 - engst
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k - a — A - b a - ! (sch = 2 Buchst.) Turnierreiter.n Frau RO*WK £
eine funfF ü r d i e k u r z e n Striche s i n d d i e fehlenden für den dritthöchsten f r e i s v o n
von
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stehender Bedeutung entstehen. N a c h richtiger Poseidon und den j ^ S e r t t o ö d U t e n Preis, brachte
Vater hat. 2400 D M , d
v.e noen
ostL ö s u n g erinnern Dich heute d i e eingesetzten eine gleichfalls J ^ J ä ^ ^ g e ^
o h n des Celler
Mosaikrätsel
Buchstaben, i m Zusammenhang gelesen u n d preußischen Hengst Julmond
y k l o n von
Ordne diese Mosaiksteine, lies ihren Inhalt s i n n v o l l getrennt, a n den g r o ß e n Sieg ostpreu- Landbeschälers
dem T. a k e h n ^ ^
^
Helikon und der C y K i a o e ^
von A b der Reihe nach, und D u e r h ä l t s t ein Dichterwort, ßischer Treue.
eine
Tochter
des
OstpieuBen
^
das als M a h n u n g ü b e r unserem Bundestreffen
1. A l t p r e u ß i s c h e r Gau,- 2. Kirchdorf i m K r e i s sinth erzielte WM ™ : „ . ~"
r k r e i s e n sehr gein Bochum stehen mag.
ltgayer.
Lotzen; 3. letzter B ü r g e r m e i s t e r v o n Insterburg; daß das Trakehner Blut in
schätzt
ward.
Silbenrätsel
4. Gartenblumen; 5. stellv. M i n i s t e r p r ä s i d e n t i n
31 Ostpreußen unter 120 Pferden
Bilde aus den Silben: a — a<l — a m — an — H o l s t e i n ; 6. M ä d c h e n n a m e ; 7. Bejahung; 8. toter
. u. , r.nri auf dem ehemaligen Rennplatz
hart — bas — be — ben —. ber — bro — bus — A r m der M e m e l ; 9. Dorf am Niedersee; 10. EisIn Lüneburg fand aul aem
Reitturnier untsr
b ü r g — d a — d ä m m — dau — de — d e r — loch; 11 Ort, durch ein M o o r bekannt; 12. W a h r - der Lüner Heide ein bntisches « e
deutacl^R^
,,
des — d i — e — e — e i — er — es — eydt — zeichen einer masurischen Stadt; 13. ist der W e l t „Beteiligung
M a r m I o n ", ei kennt nen
, der
fi — fürt — ger — gib — heim — her — hof L o h n ; 14. Rute; 15. M ä r c h e n f i g u r ; 16. bekannter Trakehner Abstammung dui.ch den zucn jm ,
im — kat — k a u — ker — k i — kisch — k o r Fisch unserer masurischen Seen; 17. Baumaterial; bei den d 4 ^ Ä h r t « e n ^ f ^ ^ S S S a ö durch sehr
_
— kraut — k r u g — l a — lau — le — 1er — l i n 18. masurischer See; 19. M ä d c h e n n a m e ; 20. N i e - Westf.. Hannovei, Beihn und " O K
Leistun en im J<f?fu^n
wurde unter
— m a — mast — m e l — xnen — mens — m i derschlag; 21. unter Naturschutz stehender F r ü h - gute
schieden« Siege
' ^ f t Fehlern Zweiter
— i n i — m i — mos — n a — n a — nap — j a h r s b l ü t l e r ; 22. Bezeichnung für eine bestimmte dem britischen Capt.
u " Sarah" mit
nau — nen — nii — n i — mit — no — nur — o Landschaftsart; 23. Kirchdorf im K r e i s Sensburg; hinter dem ^ ^ ^ ^ \ ^ a n n J n P t e r ö e n waM i t B ü t t n e r - P i p e spart m a n g e n a u
vier Fehlern Von den « g e n a n n t e n
trug«
— p a — pand — rag — rau — r i — rieh — 24. Sozialminister i n H o l s t e i n .
keinen T a b a k ! Der schlechteste Tabak
nfcnt'we^iger ^ s IT den ostpreußischen Zuchtro — r ü — saa — s a — sa — sand — schab —
brand. die halbe o ä e r ganze Elchschaufel.
schmeckt hieraus so brillant, d a ß der
schinis — se — se — see — s e n — s i —
Rätsel-Lösungen der Folge
Konsum ein gesteigerter ist.
F. ).
sie — sieb — stein — ta — tau — te — te —
tee — t i l — u n — u r — v o — w ä n g — W ö r Toni B reu^r und dTnn unter dem Namen Roxane«
ter nachstehender Bedeutung:
Knüppelhelden
Silbenrätsel
von Henry Francois-Poncet befand, ist an den
1. M ä d c h e n n a m e ; 2. griech. Insel; 3. ostpr.
T
u r n S a T l der französischen Besatzungsarmee i m
Polen stellte vor der Abstimmung vom 11. Juli
1. Unaufmerksamkeit, 2. Zumlbusch, 3. V e r 1920 eine Terrorbande, die berüchtigte „Bojuwka", Dichter; 4. Dorf i m K r e i s F r i e d l a n d ; 5. mänml. bundenheit, 4. H i l d e s h e i m , 5. Heimattreffen, fi|Miiiii«i|i|iilrit verkauft worden. Dies ist eine ei
neule
Bestätigung der Wertschätzung der deutauf. In Allenstein tarnte sich diese Schar fragwür- Taube; 6. Viehpfleger; 7. Badeort auf der K u r . 6. Karpfenteich, 7. H a l b i n s e l , 8. Bodelschwingh, schen Pferde
i m Ausland, denn Frankreich ist bediger Gestalten als „Gesangverein Melodia". Ihre N e h r u n g : 8. N e b e n f l u ß der M e m e l : 9. Landschaft 9. Schummerstunde, 10. A m b r o s i u s , 11. Fünf- kannt als führendes Land i n der Zucht der S p n n künstlerischen Qualitäten, die sich beim Vortrag im N o r d e n v o n brit. Indien; 10. italienische Stadt
pferde.
polnischer Volkslieder erweisen sollten, waren eine an der A d r i a ; 11. Geleit, Bedeckung; 12. l ä s t i g e zehn, 12. Rosengarten, 13. M a i g l ö c k c h e n .
Auf
z u m Bundestreffen
i n Bochum a m
Bei einem Berliner Reitturnier des Amerikanischen
Beleidigung für alle musikalisch empfindenden G e w ä c h s e in Garten und F e l d ; 13. verkehrsreiche
Reitclubs wurde der Ostpreuße „ A 1 e o " von dem
Ohren. Die Mitglieder waren im Niederbrüllen poli- S t r a ß e i n K ö n i g s b e r g ; 14. Gestalt aus „ W a l l e n - zehnten M a i !
Berliner
Reitlehrer Albert Köhler i n einer D w a u r Magisches Gitter
tischer Gegner geübter als im Chorgesang. Einen stein; 15. bekannter H e i l k ü n s t l e r ; 16. k l e i n e
Vorführung gezeigt. Die eindrucksvolle Vorstellung
offenen Schlag wagten sie selten, sie lauerten lieber
wurde
m
* großem Beifall seitens der Zuschauer
1.
A
n
g
e
r
b
u
r
g
,
2.
Nehrungen,
3.
Ihenhorst,
im sicheren Versteck den von deutschen Versamm- Rechnung; 17. Kirchdorf i m K r e i s Insterburg; 18. 4. Triebsand.
aufgenommen.
^
lungen Heimkehrenden auf. Diese „heldische" Tätig- Stadtteil v o n K ö n i g s b e r g ; 19. ostpr. Kreisstadt
Drei Städte i n Ostpreußen
keit ließen sich die Wegelagerer gut bezahlen. A l s (am See): 20. ostpr. Kreisstadt; 21. der „ s t a r k e
l a Imker, l b ETato, l c T o k i o
aber der wohlverdiente Sold aus Warschau eines M a n n " i n A e g y p t e n ; 22. Lederart; 23. ostpr.
2a N u d e l , 2b Ellen, 2c Endor
Tages ausblieb, ergrimmten sie über die schnöde Grenzort; 24. Stadt a n d e r M e m e l ; 25. ostpr.
Gesdiäftlidies
Behandlung, die man ihnen angedeihen ließ. Auf Dichter („Die zweite Heimat"); 26. bekannter
3a Sülze, 3b Zelte, 3c Teint
Außer
Verantwortung
der Redaktion
einer turbulenten Versammlung im Hotel „Koperni- W e i n o r t ; 27. G ö t t e r s p e i s e ; 28. bekannter D i r i 4a Tilse, 4b Seele, 4c Lecke
kus" in Allenstein sagten sie Warschau die Gefolg- gent; 29. K ü c h e n g e r ä t ; 30. m e m e l l ä n d i s c h e r M ä d 5a Ernte, 5b Tenno, 5c n o b e l
Neue wissenschaftliche Forschung ü b e r Ursachen
schaft auf und beschlossen in schöner Einmütigkeit,
und Bedingungen des Haarausfalls haben Kur E n t 6a Romba, 6b Basel, 6c Elia9
nunmehr ihre wertvollen Dienste — den Deutschen chenname; 31. bekannter Schnelläufer; 32. Stoffdeckung eines neuen Mittels geführt, das nicht n u r
7a Burma, 7b Matsch, 7c Schwab
geeignet ist, dem Haarausfall Einhalt z u gebieten.,
anzubieten! Zu ihrer großen Verwunderung fand ihr art; 33. P f e i f e n a n z ü n d e r ; 34. ungeschickt; 35.
8a Ursel, 8b Elemi, 8c M i t a u
sondern auch verschwundenen Haarwuchs neu z u
hehres Angebot auf dieser Seite kein Verständnis. A b k ü r z u n g für „Euer"; 36. N o v e l l e v o n Storni;
erwecken, H A A R - N E U (Recapil) hat i n kurzer Zelt
9a Riese, 9b Seite, 9c T e n o r
Man verzichtete auf die Mitwirkung der edlen 37. Wurstart; 38. deutscher G r o ß i n d u s t r i e l l e r ;
seit seinem Auftauchen eine Reihe ü b e r r a s c h e n d e r
10a Gerda, 10b Dange, 10c G e o r g
Kämpfer. — So löste sich die „Bojuwka" sang- und 39. bewaldetes Memelufer bei Ober-Eisseln; —
Erfolge verzeichnet und noch nicht versagt. N ä h e klanglos auf.
A Insterburg,
B Allenstein
C O t t e l s b u r g res erfahren Sie i m Anzeigenteil'.
(ß ~ ss, ä a-e, sch = 1 Buchst., ch = 2 Buchst.)
Die Artfangs- u n d Endbuchstaben der gefundenen W ö r t e r , d e r Reihe nach v o n oben nach
unten gelesen, ergeben eine für uns stolze Feststellung z u m A u f b a u des Ruhrgebiets.
R < j s c h j u l t e
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Jahrgang 4 / Folge 13
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daß mein geliebter Mann
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Rudolf
ün Februar 1949 im Lager
Czutczin bei Tauroggen verstorben ist.
BETTEN-RUDAT
(früher Königsberg i . Pr.)
jetzt Seesen / Harz, Postfach II
c
/
S a m i i i Q n a n
« Unsere Marlies hat ein
Brüderchen bekommen.
Dieses
zeigen
hocherfreut an
•V
Ursula Springer
geb. Ruffmann
Erich Springer
staatl. gepr. Landw.
Needau, Kreis Labiau
z. Z. Ohrensen,
Kreis Stade Bez. Hamburg,
den 13. A p r i l 1953
» r,
b
Q .
$
Brigitte und Berd haben
ein
Schwesterchen bekommen.
In dankbarer Freude
Ernst Mannke und Frau
Irene, geb. Löil
Oma
und
Opa
I.ÖII
Königsberg-Tannenwalde.
Jetzt Neu-Wulmstorf,
Siedlung, K r . Harburg
Ihre Vermählung
geben bekannt
KURT KOSLOWSKI
GERDA KOSLOWSKI
geb. Stuhiert
Hochsee
Fö. G r ü n h a u s e n
K r . AngerK r . Elchnledeburg. Ostpr.
rung, Ostpr.
Lohr a. M . , den 18. 4. 1953
Partensteiner •Str. 505
Ihre Vermählung geben bekannt
Ernst Kunze
Charlotte Kunze
geb. Ast
Remscheid, den 25. A p r i l 1953
Stockenberger S t r a ß e 12
fr. Allen stein /F ra nkf u rt a/Oder
Im Namen aller Hinterbliebenen
Emma Kuckling
geb. Lentz
3
geigen
Ihre Vermählung
geben bekannt
ULF-DIETRICH MENTZ
Landwirt
GISELA MENTZ
geb. Zacharias
Radlauken
Baddeckenstedt
(Kastanienüber Hildesheim
hof), K r . Gumbinnen (Ostpr.)
z. Z. Lydenburg
P.O. Box 31 (Transvaal)
2. M a l 1953
Ihre Vermählung
geben bekannt
Dr. W O L F G A N G L A 8 K O W S K I
Wissenschaftlicher Assistent
an der Universität Paris
HILDEGARD LASKOWSKI
geb. Adomeit
z. z.
Emden
Paris
Fr.-Naumann-Str. 2
früher Schlo bitten
Ihre Vermählung geben bekannt
MANFRED UECKER
ILSE U E C K E R
geb. Nolte
Königsberg P r .
Auguste-Viktoria-Allee 15
jetzt: Empelde b. Hann.
Ronnenberger S t r a ß e 72
Ihre Vermählung geben bekannt
Dr. med. vet.
Gottfried Koesling
Renate Koesling
geb. Bremer
Paaris, K r . Rastenburg
Cramme, K r . Wolfenbuttel
jetzt
Querenhorst ü b e r Helmstedt
11. A p r i l 1953
,. .
4"ruher Baltupönen
F r ü h e r Schwerin (Mecklenburg)
K r . Ttlslt-Ragniit, Ostpr.
jetzt Dissen (Teutoburger Wald)
Jetzt Schwanewede, Heidesiedlung 50, Bez. Bremen
Ostern 1953
t
Fern der gellebten Heimat entschlief am 30. März 1053 nach
kurzer. schwerer Krankheit
unsere geliebte Mutter, Schwiegermutter und liebe Omi, die
Kaufmannswitwe
Bertha Peterson
geb. Hein
aus Goldibach. K r . Wehlau
im 84. Lebensjahr.
In stiller Trauer
Margarete Peterson
A n n a Peterson
Fritz Peterson
Kate Peterson
geb. Pawasserst
Erna Peterson
Ernst Scharmacher
als Schwiegersohn
Albert Peterson
Else Peterson, geb. Crie'e
Christel. Klaus u. Hartmut
als Enkelkinder
Oberzissen und Niederzissen
über Brohl (Rhein)
*
A m 2. März 1953 starb an den
Folgen eines Herzleidens ganz
unerwartet mein lieber Mann
Maschinenbaumeister
Albert
Rau
aus Barten, K r . Rastenburg
im 56. Lebensjahr.
Er folgte seinem einzigen Sohn
Heinz, der am 23. A p r i l 1945
bei Bautzen gefallen ist.
In stiller Trauer
Martha Rau
Tochter Mathilde
Schwiegersohn Fritz
Enkel G ü n t h e r
und alle Anverwandten
Ahrensburg, im A p r i l 1953
Mittelweg 20
A m 14. A p r i l 1953 verschied
nach kurzem Krankenlager Im
79. Lebensjahr unser lieber
Vater, Schwieger- und Großvater, der frühere Landwirt
Paul Schlieter
(Bremerhaven bei Bartenstein,
Neukuh ren)
Der Tod kam als Freund und
f ü h r t e i h n an die Seite unserer Mutter, die ihm am 28.
März 1938 vorausgegangen war
und i n heimatlicher Erde beigesetzt wurde.
Ruhe auch D u i n Frieden!
In stiller Trauer
Fritz Schlieter. Major a. D.
Polizei-Oberkommisear
und Frau Herta
geb. Schröder
Ebersberg 46 bei Weyhers
(Rhön) nebst 3 Enkeln
Hans Schlieter, Stud.-Rat a. D.
Bibliothekar
und Frau Gertrud
geb. Gambal
Main z-Gonsenheim.
Maler-Becker^Straße 40
Dr. med. dent. Paul Schlieter
Zahnarzt
und Frau Ulla, geb. Nast
Steinhorst ü b e r Celle
Die Beisetzung hat am F r e i tag, dem 17. A p r i l 1952. i n
Steinhorst stattgefunden.
Wir betrauern den Heimgang
unseres verehrten
früheren
Rektore i m Ostseebad Cranz
(Ostpr.)
Max Braun
der seinen Mitarbeitern und
Schülern als Vorbild eisernen
Fleißes und treuer Pflichterfüllung unvergessen bleiben
wird.
Als Vertreter der letzten Überlebenden
seines
einstigen
Cnanzer Kollegiums
Erich Singer — Tönning
A m I L Februar 1953 starb,
fern von seiner ostpi eußtschen
Heimat nach schwerer K r a n k heit mein lieber Mann, der
Postinspektor
A m 3. März 1953 entschlief
ganz unerwartet
ün Kreise
Stolp in Pommern unser lieber,
herzensguter
Bruder,
Schwager und Onkel, der
Landwirt
Friedrich Lazarczik
Gustav Mörsch
letzter Verwalter des Postamts Altkirchen, K r . Ortelsburg. im 60. Lebensjahr.
In
tiefer Trauer:
Wilhelmine Lazarczik
geb. Grondowski. Gingen,
Kreis Lyck
Jetzt: Gehrden ü b . Hannover
Gartenstraße 5
Koruigsberg (Pr).
Weidendamm 8,
Jetzt Duisburg, Ludgeriplatz 15
Unser gute
r
Vater
Daniel Nagorny
ist heute morgen im Alter von
86 Jahren von uns gegangen.
Im
Namen aller Angehörigen
Walter Nagorny
Insterburg,
je tat
Braunschweig, d. 23. A p r i l 1953
Jasperellee 71
Nun, so hast Du's ü b e r w u n den manche harten, schweren Stunden, manchen Tag
und manche Nacht hast Du
In Schmerzen zugebracht.
Fern seiner geliebten ostpreußischen Heimat entschlief am
11. A p r i l 1953 mein lieber
Mann.
Pflegevater,
Bruder,
Schwager und Onkel
Franz Radtke
im Alter von 57 Jahren.
Im Namen der Hinterbliebenen
Minna Radtke
geb. Schustereit
Reintraut Radtke
Gumbinnen, Poststraße 22.
jetzt Sievershausen ü b Lehrte
Nach langem schwerem L e i den, fern seiner geliebten ostpreußischen Heimat, entschlief
sanft am 9. März 1953 mein
herzensguter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater und
Opa. der
Gendarmeriemeister i . R.
r
Minna Bockel
geb. Baltrusch
im 74. Lebensjahr sanft entschlafen lassen und zu sich in
die ewige Heimat gerufen. Ihr
langgehegtes Sehnen zum lieben Heiland zu gehn, ist nun
gestillt.
Im Leid getröstet in der Hoffnung auf ein Wiedersehen
die damkbaren Kinder:
Otto Böclu-l und Familie
' Stuttgart
Kurt Bockel und Familie
Papenbiu g/Lms
Bruno Groppler und Frau
Alice, geb. Bockel, und
Familie. Gundelfingen bei
Freiburg/Brsg.
Alfred Bockel und Familie
Bad Krotzingen bei Freiburg'Brsg.
Otto Hoycr u. Frau Maria
geb. Bockel. Freiburg Brsg.
Lucie Bockel, Freiburg. Brsg.
12 Enkelkinder, 1 Urenkel
Gundelfingen b. Fieiburg/Brsg.
Vörstetfterstr. 5
fr. Pillau/Neuktmren (Ostpr.)
früher Neu-Menzels.
Kreis Mohrungen
im Alter von 63 Jahren.
In tiefer Trauer
Friedrich Mörsch und Frau
Emma Adloff, geb. Mörsch
und alle Anverwandten
fr. Sportehnen K r . Mohrungen.
jetzt Stubben, K r . Wesermünde
im J72. J-^bensjaiuc.^. In tiefer Trauer
Emma Hegner
geb. Baltrusch
Herbert und
Christa-Marie Hegner
Hannover
Christiane als Enkelkind
Friedenberg. K r . Gerdauen,
jetzt Schulenburg (Leine) 81
Es ist bestimmt i n Gottes Rat, daß man vom
Liebsten, was man hat,
muß scheiden, ja scheiden.
Zum Gedenken
A m 29. A p r i l j ä h r t e sich zum
ersten
Male
der
Todestag
meines lieben guten Mannes
und Vaters
Bauer
r
Bei der Einnahme Wiens durch
die Russen fiel am 5. A p r i l 1945
unser ältester Sohn
Friedrich Wilhelm
mit 18 Jahren.
Als Folge der Einnahme Berlins durch die Russen starb
meine herzensgute Frau
In stiller Trauer
Herrn. Chall und Kinder
Pötzen über Hameln (Weser),
früher Lotzen (Ostpr.).
Schmidtstraße 12
In stiller Trauer
Hildegard Borowski
geb. Wischnewski
Gerhard Wischnewski
Käthe Wischnewski
Wilhelm Borowski
Neuhof.
Kreis Neidenburg (Ostpr.),
jetzt Schalksmühle,
Hälverstraße 31 (Westf.)
Zum Gedenken.
Am 1. Mai j ä h r t e sich zum
achten Male der Todestag meines guten Mannes, lieben V a ters und Großvaters
Max Meyrahn
Lehrer i . R.
aus Neuhausen bei Kbg. (Pr)
Er starb an den Folgen der
Flucht in Dänemark.
Desgleichen meine lieben E n kelkinder
geb. Annies
Im hohen Alter von 86 Jahren.
Arthur Patabel
München 8
geb. Jasch
im Alter von 38 Jahren einer
grausamen Mordtat in ihrer
Heimat Ostpreußen zum Opfer
gefallen.
am 12. 6. 1945
Vermißt ist mein lieber Sohn
Zum Gedenken.
Im A p r i l 1953 j ä h r t sich zum
achten Male der Todestag meiner
geliebten,
herzensguten
und unvergeßlichen Frau
Maria Prickler
geb. Girod
Biebelen, K r . Gumbinnen
Sie starb nach unvorstellbaren
Entbehrungen für uns und
ihre geliebte Heimat. Sie folgte
ihrer lieben Schwiegertochter
durch Bomben in Königsberg.
Ihre Söhne Fritz und Helmut
vermißt.
In Liebe und Dankbarkeit gedenken ich
Hugo Prickler
Jodschinn,
Kreis Darkehmen (Ostpr.),
jetzt Schwerte (Ruhr),
Heidestraße 36
In tiefer Trauer
die hinterbliebenen 3 Kinder
in Talau/Johannisburg
Marie Glombowski
geb. Jasch. und Kinder
Stuttgart-Zuffenhausen.
Rotweg 154
früher Brassendorf,
Kreis Lotzen (Ostpr.)
A m 2. April 1953 entschlief im
Alter von 63 Jahren meine
liebe Schwester, die Hauslehrerin
Helene Busch
Sie
um
den
ben
lers
Allenstein
starb in der Ungewißheit
das Schicksal unseres von
Russen verschleppten lieBruders, des Lederh-änd-
;n Busch
Eugei
A m ersten Osterfeiertag entschlief nach einem langen,
arbeitsreichen Leben im Alter
von 92 Jahren, vier Monate
fern ihrer geliebten Heimat,
die
Lehrer- und Organistenwitwe
Wer
Allenstein
weiß etwas von ihm?
Käthe Busch
Langenfeld (Rhld.).
Düsseldorfer Straße 100
Hermine Schlifski
aus Alt-Christ bürg
Kreis Mohrungen
Im Namen
der Hinterbliebenen:
Christel Schmidt
geb. Schlifski
(23) Oberholsten über Melle
Die Urne unserer Lieben ruht
auf dem Hasefriedhof in Osnabrück.
Heute entschlief sanft nach
schwerer Krankheit, fern der
Heimat, im 79. Lebensjahre
unsere liebe Mutter. Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante
Henriette Koslowski
geb. Ridcewski
In stiller Trauer
Joh. Koslowski und Frau
Gottfried Koslowski
Frau und Kinder
Gertrud Rohde
geb. Koslowski
Anna Koslowski
Kl.-Lasken, Kreis Lyck,
jetzt Eckhorst, d. 20. März 1953
A m 8. A p r i l 1953 entschlief
nach kurzer Krankheit Im
Alter von 78 Jahren meine
liebe Schwester
geb. Gerlach
aus Königsberg.
Hindenburgstraße 41a
in einem Altersheim in der
sowj. bes. Zone.
Im Namen der Hinterbliebenen
Paul Gerlacb
Salzhausen über Lüneburg
geb. Schröder
im Alter von 69 Jahren.
In tiefer Trauer auch im N a men meiner Geschwister
Maria Hecht, geb. Reske
Döllstädt. Kreis Pr.-Eylau,
Jetzt Delmenhorst bei Bremen.
Eibinger Straße 7
Paula Chall
im 67. Lebensjahr von einem
langen, schmerzvollen K r a n kenlager durch einen sanften
Tod erlöst.
geb. Koriath
im Alter von 51 Jahren. Sie
folgte
ihrem Gatten
nach
einem halben Jahr.
Karla Vogt
Frida Ulrich
Auguste Reske
Fern ihrer geliebten Heimat
wurde am 13. April 1953 meine
liebe Frau und treue Lebenskameradin. unsere gute, treu»Orgende Mutter, Frau
Marie Wischnewski
Ida Hartwich
Elise, geb. Lindt
Unsere liebe, gute Muttel und
liebste Omi ist für immer von
uns gegangen.
Fleischermeisterwitwe Frau
geb. von Ostau
im 85. Lebensjahre.
In tiefer Trauer
Bernhard von BUlow-Stuthenen
Barara von Bülow, geb. Mattner
Domeneck bei Züttlingen,
Kreis Heilbronn
Dr. med. Wilhelm von Bülow
Königsberg, seit der Einnahme Königsbergs 1945 verschollen
und 6 Enkelkinder
Luise Patabel
am 7. J u l i 1945 im 50. LebensJahr.
Als letzte Ueberlebende der
Familie Joost, einst MühleMühlental
und
Stadtmühle
Sensburg:
Herbert Joost
und 2 Söhne
Stromberg, Hunsrück,
Fustenburg
Asta von Bülow
A m Sonntag, dem 29. März,
starb nach schwerem Leiden
unsere liebe Mutter. Schwiegermutter. Großmutter, Schwester. Schwägerin und Tante,
Witwe
A m 18. April 1953 verschied
nach kurzem schwerem Leiden
meine liebe Mutter, verw. Frau
Franz Gandrass
geb. 6. 3. 1899, gest. 29 . 4. 1952
Grundensee. K r . Lotzen
In stiller Trauer und Liebe
gedenken w i r seiner.
Auguste Gandrass
geb. Broziio, seine Söhne:
Gerhard, d e seit 1945 noch
nicht wiederkam und
Alfred
Poppenbrügge ü b . K i e l
A m 16, April entschlief in
Göttingen unsere liebe Mutter
und Großmutter
Nachruf.
Am 4. Dezember 1952 ist unsere liebe, gute Mutti. Schwester und Tante, die
Witwe
Hans Hegner
A l s Verlobte g r ü ß e n
Waltraut Kerkau
Horst Brandt
Kuckling
Endlich kommt er leise,
nimmt mich bei der Hand,
fühlt mich von der Reise
heim ins Vaterland.
De
Herr über Leben und
Tod
hat am Samstag. 11.
April 1953, plötzlich und unerwartet unser so sehr geliebtes
München,
unsere
Schwleger-, Groß- und U r gioßmutter,
liebe Schwester
und Tante. Frau Witwe
5. Mai 1953 / Seite 31
Völlig unerwartet
ist mein
unersetzlicher Lebenskamerad,
unsere herzliebe Mutti, unsere
liebe, einzige Tochter. Schwiegertochter und Schwägerin
Dora Boeck
geb. Ulrich
Un 33. Lebensjahre für Immer
von uns gegangen.
Im Namen aller Hinterbliebenen
Herbert Boeck
und Kinder
Klaus und Jochen
Trauerfeier fand am Karfreitag. 14.30 Uhr. in der Kapelle
des Zentralfriedhofs statt. E i n äscherung erfolgte In Hambg.Ohlsdorf.
Nach langem schwerem, mit
Geduld
getragenem
Leiden
verstarb am 24. März 1953 unsere liebe Mutter. Schwester,
Schwägerin und Tante
Minna Lemke
geb. Blank
im Alter von 62 Jahren.
In tiefer Trauer
Erich Lemke und Frau
geb. Hocheisel
und Werner als Enkelkind
Bergfriede,
Kreis Osterode (Ostpr.)
jetzt Sülfeld 42. K r . Gifhorn
Wir gedenken all unserer
ben, die auf der Flucht
starben.
A m 13. M a i j ä h r t sich
achten Male der Todestag
serer geliebten Schwester
Lieverzum
un-
Auguste Lindtner
Pr.-Eylau
geb. 2. 3. 1877, gest. 13. 5. 1945
Teja Vogt
am 27. 3. 1945
Alfred Meyrahn
Pfarrer
in Marienfelde (Ostpr.)
Es trauern um alle
Maria Meyrahn
geb. Riemann
Hilde Vogt. geb. Meyrahn
und Tochter Gisela
jetzt Schlitz (Hessen)
fr. Neuhausen b. Kbg. (Pr)
Erika Meyrahn
geb. Wiesenberg. u. Kinder
jetzt Trier,
Im Nonnenfeld 48
früher Neumark,
Kreis Pr.-Holland
Studienrat Werner Meyrahn
Frau Margarete und Kinder
Butzbach (Hessen),
Kleeberger Straße
früher Königsberg (Pr)
Zur Wiederkehr ihrer Todestage gedenken wir in Wehmut
»nserer geliebten Mutl
Mlttelschulkonrektorwitwe
Amalie Skorupowski
geb. Sokoll
Tapiau. und unserer teuren,
unvergeßlichen Schwester, deOberschullehrerin
Olga Skorupowski
Memel, die am 25. u. 30. April
1945 in Küssen. Kreis Schloßberg, den Schrecken und Strapazen der Flucht. Gefangennahme und Verschleppung erlegen sind.
Wir
betrauern
ferner
den
Heimgang unserer lieben K u sine
Paula Rucha
aus Malschöwen, K r . Neidenburg, die, in ihrem Heimatort
verblieben, nach unsäglichen
Mühen und Entbehrungen am
26. März 1953 von schwerem
Siechtum erlöst wurde.
Meta Skorupowski, Lehrerin
Neermoor-Kolonie, K r . Leer
früher Tapiau
Elfriede Buttchereit
geb. Skorupowski
und Familie
L e e (Ostfriesland).
fr. Richardshof. K r . Wehlau
r
unseres Bruders
Otto Lindtner
Rastenburg. geb. 2. 3. 1877
seit Januar 1945 vermißt
unseres Bruders
Max Lindtner
Königsberg
geb. 12. 10. 1879, gest. 20. 9. 1945
unserer lieben Schwester. Mutter und Omi
Olga Heller
geb. Lindtner
Pr.-Eylau
geb. 17. 6. 1883, gest. 29. 11. 1945
Ferner
unserer
geliebten
Nichte, unseres Neffen und
Eltern, Frau
Gertrud Hudournik
geb. Heller
geb. 25. 11. 1916, gest. 20 7. 1945
Geliebt und unvergessen.
Fern der Heimat entschlief am
16. April 1953 in der sowj. bes.
Zone nach schwerer Krankheit unser liebe Vater, Großvater, Bruder. Schwager und
Onkel, der
Landwirt
r
Louis Godau
aus Rosignaiten (Samland)
kurz vor Vollendung seines
74. Lebensjahres.
Er folgte unserer lieben Mutter und Großmutter
Antonie Godau
geb. Bresilge
nach 2'/i Jahren in die Ewigkeit.
Gleichzeitig
gedenken
wir
meines lieben Mannes, unseres
guten Vaters
Landwirt
Franz Hudournik
Erich Dagott
Pr.-Eylau, geb. 23. 7. 1911
seit Januar 1945 in Italien vermißt.
Die trauernden Angehörigen
Magda Lindtner
aus Pr.-Eylau
z. Z. Altersheim Eggebek
Ernst Lindtner, z. Z. K i e l
Familie Schirrmann
z. Z. Bork
Renate und
Joachim Hudournik
als Kinder
aus Pagehnen (Samland)
der am 22 A p r i l 1945 sein Leben in Saßnitz (Rügen) lassen
mußte.
In stiller Trauer
Martha Dagott, geb. Godau
Gerda Godau
Herbert Godau
Hannelore Berlin als Verlobte
Christa Dagott
Helga Dagott
Metjendorf 1. O..
Bad Zwischenahn 1. O. und
sowj. bes. Zone, im April 1953
5. Mai 1953 / Seite 32
Das Ostpreußenblatt
Fern seiner geliebten Heimat entschlief am 15. Dezember 1952
an den Folgen eines Schlaganfalles im 78. Lebensjahr der
frühere
Landwirt und Kommissar der Feuersoziatät
t
Otto Hartmann
A m 27. A p r i l verstarb plötzlich an schwerer Krankheit mein
lieber Mann, unser guter Vater. Schwiegervater und Großvater
Hans Zerrath-Jaeger-Tactau
Gottfried Stamm
Helmut Ruhnke-Bergental
Friedrich-Wilhelm Zerrath
und 3 Enkelkinder
K T J Ä
Zum Gedenken
A m 5. M a i 1953 j ä h r t sich zum achten Male der Todestag
meines unvergeßlichen Mannes, unseres lieben teuren Vater
Ute Ruhnke, geb. Zerrath
Zerrath
geb. 9. 5. 1887, gest. 9. 2. 1950
In stillem Gedenken
Erna Sostak, ^ . F i s c h e r
Christel Michel, geb. Sostak
E n k e l k i n d und
E r starb am 5. M a i 1945 i n unserer Heimatstadt Allenstein
den Hungertod.
Minna Stamm, geb. Schulz
Albrecht Stamm
Friedrich Stamm und Frau Gerda, geb. K r ü g e r
Elisabeth-Charlotte Stamm
(22a) Essen-Altenessen, Schonnefeldstraße 104
Aumühle, Bez. Hamburg,
Ottern weg
^ Ä S Ä S
12. A p r i l 1953 entschlief in
losem Schaffen erfüllten Leben, uns er«
germutter und G r o ß m u t t e r . H a u
Katharina Tolkmitt
geb. Reichert
geb. am 28. 7. 1874 in Hermsdorf. K r . Heiligenbeil
bis 1945 wohnhaft
grüßen In Liebe und Treue zum
letztenmal:
Baumeister
• 24. Januar 1890
t 5. A p r i l 1951
A m Ostersonntag ging mein geliebter Mann und treuer L e benskamerad, unser guter Vater. Schwiegervater und Opi,
lieber Bruder, Schwager und Onkel für immer von uns.
Allzeit fröhlichen Wesens, meisterte er schwere Stunden
des Lebens und seiner Krankheit, bei unermüdlicher F ü r sorge für die Seinen.
E r wußte nicht, d a ß seine Todesstunde
Werner Guillaume
Franz Lupp
Martin Pech
Wolfgang Pohl
Martin Sommer
Kurt Teschke
Rosemarie Alshudt
Emmy Broszeit
Else Freder
Magdalena Guillaume
Ursula Hoffmann
Magdalene Krause
Hildegard Materne
L i l l i Roewer
Annemarie Sostak
Elsa Schröder
Kathi Volquards
Hanna Wangerin
Pr., B e e t h o v e n s t r a ß e 52
D l p S S : R T i n h ä r T Ä m i t t , Oberregierungsbaurat
und Frau Hedwig, geb. A r n o l d
Köln-Rath. Wodanstraße 31
Otto-August Tolkmitt
Hermann Funke
Hans Zerrath-Jaeger-Tactau
in Königsberg
In stiller Trauer:
Irmgard Tolkmitt, Studienassessorin
t
Erschüttert vom plötzlichen Tod des von uns verehrten
Neffe
Braunsberg. Seydlitzstraße 6
jetzt Ahrensburg. Kaiser-Wilhelm Auee
Straf anstalts-Oberwachtmstr.
Rüdiger Zerrath-Gneisenau, z. Z. Canada
Friedrich Soslak
aus Paulicken
Im Namen der trauernden Kinder, die i n der sowj. bes. Zone
leben, und der Hinterbliebenen
Ernst Kentert und Frau
Elise, geb. Hartmann
Hellwege über Rotenburg (Hann.), im A p r i l 1953
Eva Zerrath, geb. Klapp
Heide
Siegfried Sostak
geb. 14. 2. 1921, gef. 1. 3. 1944
so nahe war.
In tiefer Trauer im Namen aller, die ihn liebten:
Berta Funke, geb. Augustl
Dipl.-Ing. Hansgeorg Funke und Frau
Irmgard, geb. Plonus
A r m i n Funke und Frau Regina, geb. Thimm
Königsberg Pr., Ziethenplatz 2 b
jetzt Harksheide, Bez Hamburg
Postwohnheim am Lindenhof
z. Wv.
Johanna Lengwenat
+
geb. Kummutat
geb 29. 9 1878
gest. 16. 3. 1953
früher Spullen, K r . Schloßberg
Ihr Leben war ausgefüllt von Mühe und Arbeit, Sorge und
Liebe für die Ihren. Sie war die treueste H ü t e r i n aer heimatlichen Scholle und die Seele der ganzen Familie
Ihr größter Wunsch die geliebte ostpreußische Heimat und
ihren seit 1944 v e r m i ß t e n Sohn B r u n o noch einmal wiederzusehen, erfüllte sich nicht.
Wir betteten unsere teure Entschlafene hier neben ihrem
Lebenskameraden zur ewigen Ruhe.
Im Namen aller Angehörigen:
Dr. Herbert Lengwenat
Haimar ü b e r Lehrte
Meine Innigstgeliebte Frau, unsere herzensgute, stets treusorgende Mutti, Tochter, Schwester. Schwägerin. Tante und
Nichte
Elly Gronert
geb. Mahlke
ist am I. A p r i l , 11 Uhr, i m A l t e r von 49 Jahren infolge eines
Herzschlages von uns gegangen.
Stete Pflichterfüllung und liebevolle Hilfsbereitschaft zeichneten ihren Lebensweg. Unser Gedenken soll i h r s t ä n d i g
gelten.
A m 17. A p r i l 1953 verstarb meine geliebte Frau, unsere liebe
Hamburg, den 27. April 1953.
Mutter, Frau
Annie Scholz
Im Namen aller Hinterbliebenen:
Fritz Gronert
Norbert und Eckhard als S ö h n e
Westerstede (Oldfb.)
f r ü h e r HelMgenbeil (Ostpr.)
geb. Roth
Nachruf
In tiefer Trauer
A m 27. A p r i l erlag i n Hamburg e i n e
r
schweren Krankheit
namens aller Hinterbliebenen:
Herr
Prof. Dr. Harry Scholz
Hans Zerrath-Jaeger-Tactau
Königsberg P r .
Stuttgart-Birkach. Blütenstraße 10
(Ostpr.)
Ale Vertreter des besonderen Vertrauen« der Vereinigten
Deutschen Landsmannschaften wurde er am 9. Februar d. Js.
durch eine außerordentliche Hauptversammlung i n den Aufsichtsrat unserer Gesellschaft gewählt und lt. Beschluß des
Aufsichtsrats vom 3. März d. Js. zum Mitglied unseres Kreditausschusses I ernannt. W i r durften von diesem erfahrenen
Vertreter berufsständischer Interessen und n i m m e r m ü d e n
Vorkämpfer der Belange seiner heimatvertriebenen Schicksalsgefährten eine i n jeder Hinsicht nutzbringende und erfolgversprechende Mitarbeit erwarten. Tief erschüttert betrauern w i r heute das plötzliche Ableben eines viel zu früh
vollendeten Mannes. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken
bewahren.
Aufsichtsrat und Vorstand
der
Unsere über alles geliebte,
Groß- und Urgroßmutter
gute Mutter.
Gustav Wischnat
aus Angerburg (Ostpr.)
Postbetriebsassistent a. D .
Nach langer schwerer Krankheit entschlief sanft am 31. März
1953 meine liebe Frau, unsere herzensgute, treusorgende
Mutter
Erna Plomann
geb. Friese
im Alter von 50 Jahren.
In tiefem Schmerz:
Gustav Plomann
Lothar Plomann
Rudi Plomann (in Rußland vermißt)
Mohrungen, Hermann-Göring-Straße 6
jetzt Berlin-Spandau, Barnewitzer Weg 24
Bank für Vertriebene und Geschädigte
(Lastenausgleichsbank)
Aktiengesellschaft
Schwiegermutter,
Emma Benkmann
geb. Mietzner
hat uns am 9. A p r i l 1953 nach schwerem, mit großer Geduld
getragenem Leiden, kurz nach Vollendung ihres 84. Lebensjahres, für immer verlassen. Fern ihrer geliebten ostpreußischen Heimat hat sie nun hier ihre Ruhestätte gefunden.
Sie folgte uns«.cm am 12. Dezember 1945 i n Berlin-Neukölln
verstorbenen unvergeßlichen Vater
Die Beerdigung fand am 7. A p r i l 1953 auf dem Friedhof i n
Berlin-Spandau statt.
Heute abend entschlief sanft nach einem arbeitsreichen L e ben im 80. Lebensjahr unsere liebe, treusorgende Mutter,
Schwiegermutter und Oma, die
Klempnermeister-Witwe
Ida Gutowski
geb.
aus
Holz
Drengfurt,
Ostpr.
In tiefer Trauer
Margarete Wischnat
geb. Luschnat
Erich Wischnat und Frau
Elisa, geb. Delinger
Hannover. Fössestraße 91
Fritz Zoellner und F r a u
Meta, geb. Wischnat
Schwarzenbach (Saale),
Kirchenlamitzer S t r a ß e 11
Edith Janutsch
• geb. Wischnat
sowj. bes. Zone
K u r t Wischnat und Frau
Christel, geb. Schlottmann
Hof (Saale).
W e i ß e n b u r g s t r a ß e 11
Heinz Wischnat und F r a u
Luise, geb. Boldt
Lübeck-Carlshof.
A l t e r Faulenhoop 2
Gerhard Koslowski und Frau
Gerda, geb. Wischnat
Bayreuth, Königsallee 1
Else Wischnat
geb. Rosommek
Niendorf (Ostsee).
S t r a n d s t r a ß e 66
13 Enkelkinder
und die übrigen Verwandten
Rammsee ü b e r K i e l ,
den 20. A p r i l 1953
Mein lieber Mann
ter
unser gu-
treusorgender Vater, G r o ß -
vater. Schwiegervater,
Bruder,
Schwager und Onkel, der
Kaufmann
Die trauernden Hinterbliebenen:
Franz Benkmann
i n die Ewigkeit.
In tiefer Trauer
Willy und Dora Benkmann
\Bremen-Hemelingen,
Toni Benkmann, geb. Neßlinger I Brebacher Straße 14
Franz Benkmann und Frau Lissy, geb. Entrop
Wesel-Obrighoven. Starenweg 46
A m 7. A p r i l 1953 verstarb nach
schwerem Leiden im A l t e r von
76 Jahren, fern der lieben H e i mat, mein lieber Mann, unser
guter Vater, Schwiegervater,
Großvater. Bruder, Schwager
und Onkel
Lage, den 18. Aprtl 1953
Familie K a r l Gutowski
Lage, Lange Straße 42
Familie Paul Gutowski
sowj. bes. Zone
Familie Walter Loerzer
Göttingen.
Nikolausberger Weg 49a
Hilde Magdalinski, geb. Gutowski
Lage, Lemgoer Straße 14
Hermann Burdenski
Mensguth, K r . Orteisburg
entschlief sanft i m 80. Lebensjahr am 12. A p r i l 1953.
Im Namen aller Trauernden
Hedwig Burdenski
geb. Stoehr
Uetersen (Holst.). Kreuzstr. 6
A m 12. A p r i l d. J . , seinem 30.
Geburtstag, gedachten w i r i n
besonderer Liebe und Treue
unseres einzigen Sohnes und
Bruders, des
Abiturienten
Martin Müller
Fahnenj unker-Uffz.
i n der A u f k l . - A b t . der
24. (ostpr.) Panzer-Division
Nach dreimaliger Verwundung
m u ß t e er i m Febr. 1947 einen
elenden Tod i n dem b e r ü c h t i g ten
Kriegsgefangenenlazarett
Begetowka bei Stalingrad erleiden.
A r t h u Müller. L e h r e r i . R.
Hauptmann d. R. a. D .
A n n i Müller, geb. Naujoks
Lagerdorf i n Holstein
Stiftstraße 9
f r ü h e r Willkassen,
K r e i s Treuburg
Doris Müller, L e h r e r i n
Hamburg-Bahrenfeld
Lisztstraße 43
Gerhard Hirsch, L e h r e r
Hamburg, als Verlobter
r
t
Zum Gedenken
A m 29. A p r i l J ä h r t e sich zum
sechsten Male der Todestag
meines heben Mannes und
treusorgenden Vaters, des
Lehrers und Kantors
Adolf Kretschmann
Königsberg/Pr. Neuendorf
geb. 16. 3. 1889, gest. i n Neuendorf . K u r . Haff. E folgte
seinen K i n d e r n
a
r
Waltraud
• 17. 8. 1920
t 6. 4. 1940
und
Rudolf
• 1. 12. 1922 gef. 19. 2. 1944
i n die Ewigkeit.
In treuem Gedenken:
Meta Kretschmann
geb Hoffmann. Pinneberg
Richard-Köhn-Str. 2
Ursula Kretschmann
Berlin-Grunewald
C a s p a r - T h e y ß - s t r . 27/31
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Seele and Geist
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