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Bernina 4049 - „Was für ä Läbä uf däre Kugele da obe!“ - Sac-Saas

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26. - 28. Juli 2013
Bernina 4049 - „Was für ä Läbä uf däre Kugele da obe!“
Marios letzter 4-tausender der Schweiz
Organisation: Dominic Anthamatten
Seilführer: Mario Andenmatten, Philipp Schnyder, Dominic Anthamatten
Fotos: Toni, Andreas, Dominic, Philipp
Bericht: Mario
Gruppe „Bergverführer“: Dominic mit Astrid und Justine
Gruppe „Kugelä obä“: Philipp mit Marlies und Andreas
Gruppe „Alte Säcke“: Mario mit Michel und Tony
Freitag, 26. Juli
Der dreitägige Ausflug ins Bündnerland begann früh um 06:00 morgens beim Bahnhof in Brig. Nachdem die Tomaten in Naters reichlich
gewässert wurden starteten zwei Autos Richtung Grischun. Über den Nufenen und Bellinzona trafen wir uns auf dem San Bernardino zum Kaffee.
Hier wurde auch über die neue Taktik des Tourenprogramms gesprochen. Am Sonntag meldete das Wetter früher Gewitter als am Samstag,
darum sollte der Bernina zuerst erklommen werden und die Überschreitung Bellavista – Palü am Sonntag. Dieser Tausch sollte sich später als
goldene Variante zeigen. Astrid sei Dank!
Wir zogen weiter über den Splügen, Chiavenna,
Maloja nach St. Moritz. Eine Gruppe deckte sich
im Supermarkt mit Fressalien ein und die andere
besuchte die Bobbahn in Celerina. Sehr
eindrücklich wie der Horse Shoe Corner im
Sommer ohne Eis aussieht. Ausserhalb einer
180° Kurve der Strasse eine 5 m hohe runde
Wand. Nachdem wir auf der Anfahrt zur Seilbahn
noch den Gipfel studieren konnten, traf man sich
gegen Mittag beim Parkplatz.
Auf der Diavolezza auf 3000 m hatten wir den
Palü die Bellavista und den Bernina in einem
halbrunden Kessel vor uns. Wolkenlos und lauter
weisse Gipfel einfach wunderschön unsere
Bergwelt!
Nach einer reichlichen Verpflegung auf der Terrasse
sollte das Nachmittag Programm angegangen werden.
Im Angebot gab es den Klettersteig Trovat, Relaxen
mit Jacuzzi oder beides.
Tony, Andreas und Dominic bestiegen den Trovat und
die Andern bevorzugten den gemütlichen Teil. Wir
konnten noch wunderbar mit dem Feldstecher die
Route für den Samstag studieren da noch bis 18 Uhr
(?) abends Bergsteiger unterwegs waren.
Dominic hat dann noch die Gruppen zusammengestellt für den Samstag.
Gruppe „Bergverführer“ mit 2 Frauen
Gruppe „Kugelä obä“ mit 1 Frau
Gruppe „Alte Säcke“ ohne Frau
„Ist das fair Chef?"
Um 19 Uhr wurde uns ein toller Dreigänger zum Abendessen serviert. Von Fisch über Hähnchen zu einem Dessert garniert mit Wasser, Bier und
Rotwein. Güätä Bodu vär Zbärg! Nachdem die Augen immer kleiner wurden wechselten wir vom Restaurant ins Massenlager, denn wir mussten
am Samstag früh raus.
Samstag, 27. Juli
Um 02:50 Uhr begann für uns ein herrlicher Tag. Nach einem Frühstück wie in einem Hotel mussten wir uns keine Sorgen mehr machen, denn
mit dieser Energie konnte nichts mehr schief laufen. Von 3000m auf 4049m sind es ja „nur“ 1000 Hm, aber weit gefehlt. Mit allen ab und auf gab
es am Schluss 1800 Hm. Um 03:30 war unser Startschuss.
Bereits 250 Hm Abstieg zum Gletscher bei 8°+ bereiteten viel Schweiss. Nach der wenig steilen Überquerung des Gletschers näherten wir uns
dem Fortezzagrad. Nach guten 2h erlebten wir einen herrlichen Sonnenaufgang hinter der Diavolezza. Über die Fortezza kletterten wir ohne
Steigeisen, denn der Fels war trocken die Route super markiert und Sicherungen fanden wir zu genüge.
Viel zu schnell mussten wir unter der Bellavista wieder auf den Schnee wechseln. Bald einmal bei der Kreuzung Palü - Bernina bogen wir nach
rechts ab Richtung Gipfel. Denn wir liefen dem Bernina bis jetzt mehr davon als entgegen. Auf der Höhe von 3750m hatten wir den nächsten
Abstieg, bevor wir nach einer halben Stunde die Marco e Rosa Hütte erreichten. Hier nahmen wir uns Zeit, uns zu Verpflegen und allerlei zu
erledigen, denn der Spallagrad lag noch vor uns.
Unnötigen Ballast verstauten wir in oder vor
der Hütte. Tonys Jacke vor der Hütte wurde
als vergessen angesehen und wurde vom
Personal bereits gebunkert. Aber Tony ist ein
guter Fährtenleser. Absicht oder nicht?
Die Wärme setzte uns mächtig zu beim
Schneefeld oberhalb der Hütte, denn die Spur
war weich, tief und steil. Bei den Felsen zogen
wir die Steigeisen ab und brauchten sie nicht
mehr. Jetzt durften wir wieder klettern vom
Feinsten, aber...
Ja aber was für ein Puff mit Leuten, Seilen und
sehr schlechten Beispielen wie man ganz
sicher nicht mit Personen und Material am
Berg arbeitet. Abseilen mit einem Einfachseil
an einem Express. Solches mehrfach! Und
auch wir erreichten geschafft, ein wenig Müde,
aber sehr froh, den einzigen 4000-er in
Graubünden
„Was für ä Läbä uf däre Kugele da obe!“
Nicht zu glauben; Philipp zauberte einen Aprikosenkuchen aus dem
Rucksack und jeder gönnte sich einen Bissen. Auch eine Flasche
Weisswein wurde entkorkt, aber der war viel zu warm und wurde erst
bei der Hütte kühl gekippt.
Nach dem Gipfelabstieg wurde dann in der Hütte gefeiert, viel gelacht
mit Witz und dummen Sprüchen. Tolles Essen, gute Bewirtung,
nette Leute, überbelegte Zimmer, ritschgende Zähne, brausender
Wind - alles war vorhanden. Note „super“ für die Hütte. Auch heute
treffen die letzten um 20 Uhr ein und genau die kommen in unser
Zimmer. Und auch diese Plapperer konnten wir irgendwann zur Ruhe
bewegen.
Sonntag, 28. Juli
04:30 Uhr weckten uns die Zimmergenossen, aber
Frühstück gab es erst um 5. Ja nu! Nach einem
minimalen Morgenessen versam-melten sich alle
vor der Hütte um Auf- oder Abzusteigen. Jetzt kam
unsere Taktik zum Tragen, denn der Bernina
versteckte sich im Nebel und von Westen blies ein
starker, aber warmer Wind. 05:45 starteten wir
Richtung Palü.
Nebel und schwarze Wolken drückten von Süden
her, was uns vorerst nicht beunruhigte. Hinter der
Bellavista gerieten wir aber in eine Gewitterzelle.
Dies bewog uns zu einer Routenänderung. Der
Palü wurde gestrichen und wir erreichten die
Diavolezza wie beim Aufstieg über den
Fortezzagrad.
Merci den Sherpas für das Tragen des Seils. Nach Speis, Kaffee, Duschen und Packen mussten wir an die Heimreise denken. Gegen Mittag
starteten wir Richtung Heimat über Julier - Tusis. Doch in Bivio gönnten wir uns noch ein super Mittagessen vom dicken Fleisch bis zu scharfen
Nudeln. Ab hier trennten sich unsere Wege und jeder fuhr für sich nach Hause.
Unsere bunte Truppe kannte sich nur teilweise. Doch bereits nach dem Kaffee am Freitagmorgen fühlte es sich an wie man sich schon ewig
kennt. Super Leistungen, viel Humor, sicheres arbeiten am Berg, tolle Kameradschaft und vieles mehr hat uns drei Tage begleitet. So macht es
beim SAC – SAAS sehr viel Spass. Alle neun haben so viel für dieses Wochenende beigetragen.
Jedem ein gleich grosses Merci und Berg Heil.
Mario
Webmaster: Kurt Anthamatten
Redaktion: Dominic Anthamatten
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