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ERDBEBENPRÄVENTION IN NIDWALDEN WAS BAUHERREN

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ERDBEBENPRÄVENTION IN NIDWALDEN
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LIEBE KUNDINNEN UND KUNDEN
Mit dem Tsunami anfangs 2011 ist uns wieder einmal so richtig bewusst geworden,
was Naturgewalten, ausgelöst durch Erdbeben, bewirken können.
Nach menschlichem Ermessen wird eine
derartige Katastrophe bei uns nicht möglich sein, das heisst aber nicht, dass die Erde
nicht auch bei uns beben kann. Geschichtliche Überlieferungen aber auch Ereignisse
aus jüngerer Zeit – Erdbeben von 1964 –
belegen dies.
Für die Nidwaldner Sachversicherung
sowie weitere 18 Kantonale Gebäudeversicherungen ist das bestehende Gefahrenpotenzial Grund genug, sich intensiv mit
diesem Thema zu befassen.
So wurde vor Jahren ein gemeinsamer Erdbebenpool geschaffen, welcher zur Zeit ein
Kapital von rund 2 Milliarden Franken aus-
weist. Gleichzeitig wird auch auf präventiver Ebene versucht, sowohl Gebäudeersteller als auch -eigentümer für ein erdbebensicheres Bauen zu sensibilisieren.
Die vorliegende Broschüre will dazu einen
Beitrag leisten. Sie zeigt Ihnen auf, wie…
– Erdbeben entstehen und wie sie sich
auswirken
– die Erdbebensituation in der Schweiz
und in Nidwalden aussieht
– man Leib und Leben gegen Erdbeben
schützen kann
– Schäden an Gebäuden gedeckt sind
– Sie sich bei Erdbeben verhalten sollten
– sich die NSV im Falle eines Falles engagiert
Wir danken Ihnen für Ihr Interesse
Nidwaldner Sachversicherung
1
EIN ERDBEBEN
SEINE AUSWIRKUNGEN UND FOLGEN
Wenn die Erde bebt
Sie wissen es vermutlich aus eigener Erfahrung oder aus Überlieferung: Bei einem
Erdbeben handelt es sich um eine mehr
oder weniger starke Erschütterung oder
Serie von Erschütterungen des Bodens. Ihr
Ursprung befindet sich im Hypozentrum in
den Tiefen der Erde.
Weshalb bewegt sich der Boden?
Weil die Tiefen unseres Planeten, weit
unter unseren Füssen, in ständiger Bewegung sind.
Der Druck und die Temperatur im Innern
des Planeten machen das Gestein plastisch.
Es verformt sich langsam, ohne zu brechen,
ein bisschen wie ein Kaugummi. Dieser Zustand des Gesteins und die Temperaturdifferenzen zwischen den verschiedenen
Schichten unseres Planeten rufen Gesteinsverschiebungen hervor.
Die Folgen davon sind:
Eingestürzte Häuser
Die plötzliche Erschütterung des Bodens
wird hervorgerufen durch eine gegenseitige Verschiebung von zwei Seiten einer
Verwerfung. Damit wird langsam aufgestaute Energie urplötzlich freigesetzt.
2
Bodenverwerfungen
Sekundärfolgen
Die Sekundärfolgen eines Erdbebens sind manchmal noch fast verheerender als das
Erdbeben selbst. Solche sind:
Feuer
Erdbeben können unterirdische Leitungen
abscheren, insbesondere Gas- und Wasserleitungen. Austretendes Gas entzündet
sich leicht, ebenso können defekte Stromleitungen Brände verursachen. Die Feuerwehren können oft nicht richtig eingreifen,
sei es wegen Wassermangel oder unpassierbaren Zufahrtswegen.
Erdrutsche
Ausgelöst durch Erdbeben rutschen ganze
Hänge ab und bringen Verwüstung.
Tsunami
Nicht nur auf Meeren, sondern auch auf
Seen wie dem Vierwaldstättersee können
durch Erdbeben Tsunamis ausgelöst werden. So geschehen im Jahre 1601 als weite
Uferbereiche überschwemmt wurden.
3
DIE ERDBEBENSITUATION IN DER
SCHWEIZ UND IN NIDWALDEN
Obwohl sich die Schweiz an der Grenze
zweier tektonischer Platten (Europa/
Afrika) befindet, wird ihre Seismizität als
moderat eingestuft. Beobachtet man die
Erdbeben der letzten Jahrzehnte, so stellt
man fest, dass nicht alle Regionen der
Schweiz in Bezug auf Erdbeben gleich sind.
Die Alpen, insbesondere das Wallis und
Graubünden sowie die Region Basel weisen die höchste Erdbebengefährdung auf.
Diese beiden Gebiete entsprechen der
Grenze zwischen der Eurasischen und der
Afrikanischen Platte beziehungsweise dem
Rheingraben.
Die Erdbebengefährdungskarte
der Schweiz
Die Erdbebengefährdung gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit in einer gegebenen Zeitspanne ein Erdbeben einer bestimmten Stärke in einem bestimmten
Gebiet auftritt. Sie gibt aber nicht an, wann
sich dieses Erdbeben ereignet.
Die Erdbebenstärke ist auf der Gefährdungskarte gegeben durch eine maximale
Bodenbeschleunigung. Ein Auto beschleunigt beispielsweise in einigen Sekunden von
0 auf 100 km/h mit Hilfe eines Motors.
Während eines Erdbebens wird der Boden
von den Erdbebenwellen beschleunigt.
Die Erdbebengefährdung gibt an, welche
Bodenbeschleunigungen infolge von Erdbeben in einer bestimmten Zeitspanne zu
erwarten sind. Die Gefährdungskarten
geben wertvolle Hinweise darauf, welche
Gebiete in Zukunft am ehesten von starken Erdbeben heimgesucht werden.
4
Dass die Erde auch in Nidwalden beben
kann, das zeigen alte Überlieferungen, insbesondere die Aufzeichnungen des Luzerner Stadtschreibers Renward Cysat. So
wurde zum Beispiel 1375 das Dorf «Humligen» bei Wolfenschiessen verschüttet.
Ein fürchterlicher Tsunami mit Wassergeschwindigkeiten von über 800 km/h und
Wellenhöhen von mehreren Metern suchte 1601 Nidwalden heim. 1774 war das
Erdbeben mit Epizentrum in Altdorf auch
in Nidwalden spürbar. Aus jüngerer Vergangenheit ist das Erdbeben von 1964 zu
erwähnen, welches auch in verschiedensten Nidwaldner Dörfern Schäden anrichtete.
Ein aktuelles Bild über die Gefährdungen
in Nidwalden vermittelt die Mikrozonierungskarte der «Landinformations-System
Nidwalden AG» unter www.nsv.ch oder
www.lis-nw.ch.
5
WIE KANN MAN SICH VOR
ERDBEBEN SCHÜTZEN
Die Schweiz ist kein typisches Erdbebenland. Bekannte Ereignisse in der Zentralschweiz, die Bodenverhältnisse und die
mehrheitlich nicht erdbebenbeständige
Baustubstanz zeigen jedoch, dass ein Erdbeben wie jenes von 160l jederzeit gewaltige Schäden verursachen kann.
Deshalb setzt sich die NSV im Sinne einer
gezielten Schadenprophylaxe für die
Durchsetzung der Norm 261 der SIA
(Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein) bei Neubauten ein.
Diese Erdbebennorm ist Ausdruck des
aktuellen Standes der Bautechnik und
stellt bei richtiger Anwendung sicher,
dass die Neubaute den Einwirkungen
eines Erdbebens bis zu einer bestimmten Stärke Stand hält.
Regierungsratsbeschluss als Basis
Dieses Vorgehen basiert auf dem Regierungsratsbeschluss vom 1. März 2005. Dieser hält fest: «In einem ersten Schritt soll
versucht werden, die Anwendung der
Norm SIA 261 ohne staatliche Vorschrift
sicher zu stellen. In einem zweiten Schritt
wird man wahrscheinlich nicht darum herumkommen, die Anwendung der SIA Norm
261 allgemeinverbindlich zu erklären, mit
dem Ziel, dem gesamten Baugewerbe die
gleiche Ausgangslage gegenüber dem Kunden zu gewährleisten.»
So berät die NSV ihm Jahre 2005 die
Bauherren und Architekten in der baulichen Erdbebenprävention. Die Grundlagen
sind die SIA 261 mit den differenzierten
6
Schutzzielen und die Nutzungsvereinbarung gemäss SIA, welche zwischen Architekt und Bauherrschaft abgeschlossen
wird. Bei Neubauten ist die Anwendung
der SIA Norm 261 ein Muss. Planer und
Bauherren vermeiden so Rechtsstreitigkeiten wegen mangelnder Personensicherheit,
Minderwert des Gebäudes und Schadenersatzansprüche Dritter.
Die Erdbebensicherheit ist ohne wesentliche Mehrkosten realisierbar, wenn die
Anforderung von Anfang an in das Konzept
des Architekten einfliessen.
SO GEHEN SIE BEI
NEUBAUTEN VOR
Einige Grundregeln für
erdbebensicheres Bauen
Stellen Sie als Bauherr bereits in der Entwurfsphase die enge Zusammenarbeit mit
Architekt und Bauingenieur sicher.
Bestehen Sie auf das Ausfüllen und Unterzeichnen der Nutzungsvereinbarung.
Mit der Nutzungsvereinbarung wird dasselbe bezweckt, wie früher mit dem Nutzungsplan, nämlich die Beschreibung der
Nutzungs- und Schutzziele der Bauherrschaft sowie der grundlegenden Bedingungen, Anforderungen und Vorschriften
für die Projektierung, Ausführung und
Nutzung eines Bauwerks. Demgegenüber verlangt der Begriff «Vereinbarung» deutlicher, dass das Dokument
vom Bauherrn und vom Planer gemeinsam erarbeitet und unterzeichnet werden muss. Auf diese Weise
wird die Planungsphase auf eine
tragfähige Basis gestellt.
Die Nutzungsvereinbarung ist der
zentrale Schlüssel in der Kommunikation zwischen Planer und Bauherr. Sie gewährleistet, dass der
Bauherr sein Bauwerk in wunschgemässer und zufriedenstellender Form und Funktion erhält. Die Nutzungsvereinbarung
schützt andererseits den Planer
vor ungerechtfertigten Forderungen des Bauherrn nach
Übergabe des Werks.
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GRUNDREGELN FÜR
ERDBEBENSICHERES BAUEN
Weiche Erdgeschosse vermeiden.
Vom Fundament bis zum Dachgeschoss
durchgehende Tragwände («Windverbände»)
gewährleistet.
Das Ausfachen von Stahlbetonrahmen mit
Mauerwerk vermeiden oder Fugen (10 bis
40 mm) aus weichem Material vorsehen.
Eine natürliche Stabilität des Gebäudes
gewährleisten.
Installationen und Einrichtungen sichern.
Unterdecken und Beleuchtungskörper gut
befestigen.
Gemäss den Spezialisten betragen die
Mehrkosten für die Erdbebensicherheit bei
Neubauten nur 1 bis 2% der Rohbaukosten.
Erdbebensicherheit bei bestehenden Gebäuden
Bestehende Gebäude können nachträglich, zum Beispiel bei einer Renovation oder einem
Umbau, mit gezielten Verstärkungen erdbebensicherer gemacht. Die NSV berät Sie diesbezüglich gerne.
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DIESE GEBÄUDESCHÄDEN
SIND GEDECKT
Erdbeben sind eine Gefahr, welche nicht in
der üblichen Feuer- und Elementarversicherung enthalten sind und auch nicht vollumfänglich versichert werden kann. Die
Prämie für eine volle Abdeckung von Erdbebenschäden wäre so hoch, dass sie in
Anbetracht der seltenen Eintretenswahrscheinlichkeit von den Kunden auch nicht
bezahlt würde.
Cirka alle 100 Jahre ist mit Erdbebenschäden an Gebäuden zu rechnen. In grösseren
Zeitabständen können trotz der geforderten Schadenverhütungsmassnahmen sehr
schwere Schäden an Gebäuden entstehen.
Deshalb ist eine teilweise Abdeckung der
Erdbebenschäden in Verbindung mit der
baulichen Prävention sinnvoll.
Aus diesen Gründen haben sich die Kantonalen Gebäudeversicherungen, zu denen
auch die Nidwaldner Sachversicherung gehört, zum schweizerischen Pool für Erdbebendeckung zusammengeschlossen. Dieser
Pool richtet freiwillige Beiträge an Erdbebenschäden aus.
Gegenwärtig beträgt die Kapazität des
schweizerischen Pools für Erdbeben-
deckung 2 Mia Franken. – Die Gebäudeversicherung Zürich leistet Deckung für
1 Mia Franken im Kantonsgebiet. Die gesamte Schweiz sollte über eine Deckungskapazität von ca. 5 Mia Franken verfügen
(100-jähriges Ereignis).
Die Bedingungen für die aktuelle Erdbebendeckung für 2 Mia Franken sind:
– Das Erdbeben muss im betroffenen
Gebiet eine Intensität von VII EMS-98
oder mehr haben.
– Der Selbstbehalt beträgt 10% des
versicherten Wertes, aber mindestens
Fr. 50 000.– pro Gebäude.
– Auszahlungen erfolgen bis zum Maximum von 2 Mia Franken proportional
zum Schaden an die Kantone (bei weiteren Beben max. 2 x 2 Mia Franken).
– Die Deckung gilt nur für die 18
Kantone, welche über eine Kantonale
Gebäudeversicherung verfügen und
Mitglied des Pools sind.
Weitere Informationen finden Sie unter
www.pool.ch
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WAS TUN WÄHREND
EINES ERDBEBENS
Erdbeben treten meistens urplötzlich auf. Deshalb reicht die Zeit nicht aus, um in einen
Schutzraum zu gelangen. Sie können sich jedoch trotzdem schützen, indem Sie sofort den
nächstgelegenen, einigermassen sicheren Platz aufsuchen.
Im Freien: Abstand zu Gebäuden
halten
Suchen Sie offene Flächen auf, halten Sie
Abstand zu Gebäuden, Brücken, Strommasten und hohen Bäumen.
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In einem Gebäude: Schutz suchen
Suchen Sie den nächstgelegenen sicheren
Platz auf, z. B.Türrahmen, unter einem Pult,
unter – oder noch besser – direkt neben
dem Bett.
SO VERHALTEN SIE SICH NACH
EINEM ERDBEBEN
Nach einem schwereren Erdbeben bricht zumeist eine grosse Verunsicherung, wenn nicht
sogar Panik aus.Versuchen Sie deshalb als Erstes, Ruhe zu bewahren, sich um Verletzte zu
kümmern und die Anweisungen aus dem Radio zu befolgen.
Einige wichtige Verhaltensregeln
– Seien Sie auf ein Nachbeben gefasst
– Leisten Sie Verletzten erste Hilfe
– Schalten Sie das Radio ein und befolgen Sie die Anweisungen
– Benutzen Sie keine Lifte
– Überprüfen Sie Wasser-, Gas- und Stromleitungen: bei Beschädigung Haupthahn bzw.
Hauptsicherung ausschalten
– Suchen Sie das Gebäude und die Umgebung nach allfälligen Brandherden ab
– Sind Sie vorsichtig beim Verlassen des Gebäudes, es könnten noch immer
Mauerwerksteile, Dachbalken, Ziegel herunterstürzen
– Führen Sie keine privaten Telefongespräche (Überlastung des Telefonnetzes)
– Unternehmen Sie keine privaten Autofahrten
– Befolgen Sie bitte die Anordnungen der Polizei, der Feuerwehr und der Rettungsdienste
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DIE GRENZEN DER SICHERHEIT
Wenn die Gebäude- und Infrastrukturanlagen die Einwirkungen von Erdbeben ungenügend berücksichtigen, sind die Interventions- und Rettungskräfte rasch überfordert. Das Ersteinsatzelement Feuerwehr
wird im Rahmen seiner beschränkten
Möglichkeiten verletzte Personen retten
und Sekundäreinwirkungen (z. B. Brände)
bekämpfen. Anschliessend werden weitere
Einsatzkräfte zum Zuge kommen.
Nach dem Grundgedanken «Vorbeugen ist
besser als heilen» setzt sich die Nidwald-
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ner Sachversicherung deshalb auch im Bereich Erdbeben nicht nur für die Abdeckung der Sachschäden, sondern auch für
eine wirkungsvolle Prophylaxe im Sinne
der Anwendung der SIA Norm 261 bei
Neubauten ein.
Weitere Informationen rund um die Erdbebenprävention erhalten Sie unter folgender Adresse: Nidwaldner Sachversicherung, Riedenmatt 1, Postfach, 6371 Stans,
Fon 041 618 50 50
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