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Die Kuh liegt fest - was tun? - Swissmilk

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MANAGEMENT
Eine festliegende Kuh braucht eine weiche Unterlage und stets Zugang zu Wasser und Futter.
Foto: Mahlkow-Nerge
Die Kuh liegt fest - was tun?
Festliegende Kühe treten vor allem rund um das Abkalben auf. Der häufigste Grund ist Kalziummangel. Es gibt aber noch viele andere Ursachen, die dazu führen können, dass eine Kuh nicht oder nur
sehr schwer aufstehen kann.
Dr. med. vet. Katharina Trau/sen, Sandkaten
W
ird die Grunderkrankung zu spät
erkannt und behandelt, kommen
oft noch durch das Festliegen selbst weitere Probleme hinzu, welche die Aussicht
auf Heilung verschlechtern. Was ist also
zu tun, wen n die Kuh festliegt?
Warum liegt die Kuh fest?
Wenn eine Kuh längere Zeit ohne offensichtlichen Gr und nicht aufstehen
kann - also mehr als einen Tag - wird
16 •
MIlchpraxis 1/ 2012 (50. Jg.) •
auch oft vom "Downer Cow Syndrom"
gesprochen. Häufig tritt es infolge von
Milchfieber oder anderen Stoffwechselstörun gen, wie z. B. Phosphor mangel oder hochgradiger Leberverfettung,
auf. Weitere Ursachen können sein: Kno chenbrüche oder Muskelrisse durch Ausgrätschen, Nervenschädigungen nach
Schwergeburten. tox ische Substanzen
von Gebärmutter- oder Euterentzündungen (z.B. eoli-Mastitis), Blutvergiftungen durch Lungen- oder Bauchfellentzündungen. Allerdings können unab -
hängig von der primären Ursache bereits
nach sechs Stunden Festliegen aufgrund
des hohen Körpe rgewichtes der Kuh
Druckschäden an Muskeln und Nerven
auftreten.
Was muss sofort getan w erden ,
wenn die Kuh festliegt?
Das vorrangige Ziel ist zunächst, we itere Muskel- und Nervenschädigungen
zu minimieren. Deshalb muss die Kuh
auf weichem, trockenem und rutschfestem Untergrund (Sand ,
Stroh) gelagert werden. Spätestens wenn die festliegende Kuh
auf eine Milchfieberbehandlung nicht anspricht oder auch nur
der kleinste Verdacht auf eine andere Ursache vorliegt, sollte die
Kuh gründlich vom Tierarzt untersucht und entsprechend behandelt werden. Eine exakte Diagnose kann schwierig sein, da
oft mehrere Störungen zugleich auftreten. Die Untersuchung einer Blutprobe liefert wertvolle Hinweise, z. B. auf das Vorliegen
eines Muskelrisses, auf Kal ziu m- und/oder Phosphormangel
oder aber aufleberschäden. Durch das Anlegen einer Beinfessel (Vergrittungsgeschirr) an den Hinterbeinen in Hüfthöckerbreite kann ein Ausgrätschen, das häufig zu einem irreparablen
Muskelriss führt. verhindert werden.
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Die Untersuchu ng einer Blutprobe kann wertvol le Hinweise auf
die Ursache des Festliegens liefern. wie z. B. dass zusätz lich zum
Kalziummangel auch ein erniedrigter Phosphorspiegel vorliegt.
Foto: Tischer
Wie sind die Heilungsaussichten zu beurteilen?
Für eine Aussage zu den Heilungsaussichten ist unbedingt eine genaue Untersuchung notwendig. Nur so können beispielsweise Knochenbrüche erkannt werden. Diese heilen bei erwachsenen Kühen nicht und betroffene Tiere sollten daher so schnell
wie möglich gemerzt we rd en. Auch sollte man sich bewusst
machen, dass die Haltung und Pflege eines festliegenden Tieres sehr zeit- und arbeitsaufwendig ist. Das Engagement des Betreuenden hat einen wesentlichen Einfluss auf den Heilungsverlauf. Falls dieser Einsatz nicht geleistet werden kann oder will,
sollte auf eine Behandlung gleich zu Beginn verzichtet und die
Kuh sofort eingeschläfert werden, damit das Tier nicht länger
als nötig leiden muss (Tierschutzaspekt!). Die Beurteilung der
Heilungsaussichten ist oft schwierig und erfordert Erfahrung.
Gute Anzeichen: Die Kuh frisst und nimmt Wasser auf; sie
ändert selbstständig ihre Haltung und Liegeposition.
Schlechte Anzeichen: Die Kuh nimmt wenig oder kaum Wasser auf; sie liegt ständig in der gleichen Position; es entstehen
zusätzliche Probleme, wie beispielsweise eine Euterentzündung
oder Geschwüre.
Wenn Kühe mehr als vier bis fünf Tage permanent festliegen.
sinken die Heilungsaussichten rapide.
Wie soUeine festliegende Kuh gepflegt werden?
Wichtig ist eine weiche, trockene und saubere Unterlage. Liegt
die Kuh zu lange in ihrem Urin, kann sich die Haut entzünden.
Wasser und Futter müssen ständig erreichbar sein. Um Druckschäden zu vermeiden und eine gleichmäßige Blutversorgung zu
gewährleisten, müssen festliegende Kühe regelmäßig mehrfach
am Tag (mehr als viermal) auf die andere Seite gelegt werden. Im
Stehen erholt sich eine Kuh am besten. Einige Kühe können mit
etwas Hilfe stehen, auch wenn sie selbst zum Aufstehen nicht
die nötige Kraft haben. Als Aufstehhilfe (nicht als Halteapparat)
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Gesundheitswesen
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