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Kapitel 9 Kleines Fachlexikon Was ist VbF - henelit-bruck

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Lackkunde A - Z
Abbeizmittel
Abbeizmittel oder Abbeizer werden zum Entfernen alter
Oberflächenbeschichtungen benutzt. Abbeizer enthalten keine
chlorierten Kohlenwasserstoffe mehr und sind in der Regel
umweltfreundlich und biologisch abbaubar.
Abdunsten
Auch Ablüften genannt, ist das Verdunsten der flüchtigen
Anteile eines Anstrichmittels, ehe die Filmbildung vollendet ist.
Abfall
Abfälle sind bewegliche Sachen, deren sich der Eigentümer
oder Inhaber entledigen will oder entledigt hat oder deren
Erfassung nach Behandlung als Abfall im öffentlichen Interesse
geboten ist.
Absetzen
Unterschiedliche spezifische Gewichte bewirken das Absinken
von Pigmentteilchen im Bindemittel. Sorgfältiges Aufrühren
vermeidet daraus resultierende Farbtondifferenzen.
Abwasser
Unter Abwasser ist durch häusliche oder gewerbliche oder auch
industrielle Anwendung verschmutztes Wasser zu verstehen.
Dieses kann in seiner Zusammensetzung stark schwanken.
Abziehlack
Meist lasierender Schutzlack, der sich nach Zweckerfüllung
wieder leicht entfernen lässt.
Acrylatfarben
Kunststoff-Dispersionsfarben und Dispersionslackfarben, deren
Bindemittel aus Acrylat- und/oder Methacrylatdispersion
besteht.
Acryllasuren
Wässrige Anstrichmaterialien, im Gebinde oft trüb aussehend,
zeigen bei Aufstrich zunächst ein irisierend trübes Aussehen.
Diese Erscheinung geht im Trocknungsverlauf zurück. Nach
Trocknung resultiert ein klarer, durchscheinender Lasurfilm. Die
Trübung im Nasszustand ist kein Qualitätsmangel.
Additive
Additive sind Zusatzstoffe, die in geringen Mengen einem
Produkt zugesetzt spezifische Eigenschaften ergeben. Beispiel:
Fungizide in Lacken und Farben. Verlaufmittel zum besseren
Beschichten.
Adhäsion
Haftwirkung zwischen den Molekülen der Grenzfläche zweier
Körper, z. B. Haftung von Farben auf dem Untergrund.
Adsorption
Physikalische Bindung von Stoffen an der Oberfläche von
anderen Stoffen, ohne Veränderung der chemischen
Eigenschaften der adsorbierten Stoffe.
Agglomeration
Ballung z. B. von Pigment- oder Hilfsmittelteilchen in einer
Farbe. Ein solches Anstrichmaterial sieht dann beim Aufstrich
unsauber aus.
Aldehyde
Sauerstoffhaltige Abkömmlinge von Kohlenwasserstoffen.
Reaktiv und als Zwischenprodukte in der chemischen Industrie
vielfach eingesetzt.
Alkalität
Der Gehalt einer Lösung an Hydroxyd-Ionen.
Altöl
Altöl kann bereits in kleinen Mengen Grundwasser stark
verunreinigen. (Der Gesetzgeber regelt die Altölbeseitigung
zum Schutze des Grundwassers.)
Altstoff
Altstoff ist Abfall, der einer Verwertung zugeführt wird. Der
Altstoff bleibt so lange Abfall, bis die aus dem Altstoff
gewonnenen Stoffe einer zulässigen Verwendung oder
Verwertung zugeführt werden.
Amine
Organische Abkömmlinge des Ammoniaks. Diese bilden sich in
der Natur bei der Zersetzung von Eiweiß. In der Chemie sind
Amine Ausgangsprodukte für die Herstellung von Farbstoffen,
Kunststoffen und Tensiden. Verwendung auch als Härter für
2 K-Lacke.
Ammoniak
Ammoniak ist ein farbloses Gas mit stechendem Geruch. Es ist
ein wichtiger Grundstoff der organischen Chemie. Wässrige
Ammoniaklösungen (Salmiakgeist) werden zum Reinigen und
Säubern benutzt. Dispersionsfarben und Dispersionslackfarben
werden vielfach mit Ammoniak auf einen pH-Wert oberhalb 7
(alkalisch) eingestellt.
Analyse
Zerlegung eines Stoffes in seine Bestandteile. In der Analyse
werden qualitativ Grundstoffe oder Verbindungen bestimmt
bzw. quantitativ ihre Mengen bestimmt.
Antifouling
Anstrichmaterialien für Schiffsböden, die lösliche Kontaktgifte
enthalten, die das Anwachsen von Algen und Meerestieren an
Schiffskörpern verhindern. Antifoulingfarben mit giftigen
Zusätzen (Quecksilber, Arsen etc.) sind in Österreich verboten.
Antioxidantien
Unter Antioxidantien sind chemische Verbindungen zu
verstehen, die vor Veränderungen schützen. Beispiel: Einsatz
von Hautverhinderern in Farben und Lacken.
Aromatische Verbindungen
Unter aromatischen Verbindungen sind organische KohlenWasserstoff-Verbindungen zu verstehen, die von Benzol
abgeleitet sind. Beispiele: Toluol, Xylol, Trimethylbenzole.
Aufrühren
Dem gründlichen Aufrühren der Lacke und Grundierungen wird
oft zu wenig Bedeutung beigemessen. Die sich während der
Lagerung infolge unterschiedlicher spezifischer Gewichte in der
Dose in verschiedenen Schichten absetzenden Bestandteile
des Lackmaterials müssen wieder homogen verteilt werden. Ein
elektrischer Rührer erleichtert die Arbeit.
Aufschwimmen oder
Ausschwimmen
Lacke mit Pigmenten von sehr unterschiedlichen spezifischen
Gewichten und unterschiedlicher Teilchengröße neigen zum
Aufschwimmen. Aufschwimmen kann zu deutlichen
Farbveränderungen während der Trocknungsphase führen.
Bakterizide
Bakterizide oder Pestizide sind Mittel zur Bekämpfung von
tierischen und pflanzlichen Schädlingen. Bakterizide oder
Pestizide sind wichtig für die Imprägnierung von Holz bei
Grundierungen und Lasuranstrichen.
2
Basen
Im chemischen Sprachgebrauch versteht man darunter den Teil
einer Verbindung, der zusammen mit Säuren Salze bildet. Im
übertragenen Sinne wird die Bezeichnung „Basen“ auch für die
wässrigen Lösungen von Alkali- und Erdalkalioxiden in Wasser
verwendet, wobei die jeweiligen Metallhydroxide gebildet
werden.
Benzin
Benzin ist ein aus Mineralöl gewonnenes Gemisch von
Kohlenwasserstoffen. Benzin wird vielfach als Lösemittel
eingesetzt. Benzin als Kraftstoff enthält gesundheits- und
umweltgefährdende Beimengungen, wie z. B. Benzol.
Benzol
Benzol ist eine farblose, brennbare Flüssigkeit. Benzol wird
eingesetzt zur Herstellung aromatischer Verbindungen in der
organischen Chemie. Als Lösemittel wird Benzol nicht mehr
eingesetzt. Benzol ist umweltgefährdend. Nicht mehr im
Einsatz.
Beschleuniger
Beschleuniger sind Stoffe, die, in kleinen Mengen zugesetzt,
Reaktionen beschleunigen, z. B. Trocknungsbeschleuniger in
oxidativ trocknenden Systemen (Sikkative).
Beständigkeit
Eigenschaft eines Anstrichfilms, sich unter mechanischen oder
chemischen Einwirkungen nicht nachteilig zu verändern.
Biolacke
Anstrichmittelgeneration, ausgehend von umweltrelevanten
Fragen. Das Angebot von Biolacken umfasst Imprägnierungen,
Lasuren und Deckanstrichmaterialien. Basis sind in der Regel
Naturrohstoffe (obwohl vielfach chemisch aufbereitet). Nach
dem Stand der Technik resultieren im Vergleich oftmals
unbefriedigende Resultate zu gleichartigen, synthetischen
Beschichtungsstoffen.
Bläschenbildung
Luft- oder wassergefüllte bläschenförmige Erhebungen im
Lackfilm, in fortgeschrittenem Zustand kreisrundes Abplatzen
der Lackierung vom Untergrund durch Feuchtigkeitseinwirkung
oder mangelhaft getrocknete Grundierungen. Die Feuchtigkeit
kann während des Lackierungsprozesses (Tau, Spritzluft,
Schleifwasser) in den Lackaufbau geraten oder durch
hygroskopische Medien, Poren und Fehlstellen nachträglich
unter den Lackfilm transportiert worden sein.
Blei
Blei ist ein Schwermetall. Hieraus resultiert die Verunreinigung
der Umwelt mit Blei, also ist Blei als Umweltgift einzustufen. In
Farben und Lacken wurde Blei früher als Bleiverbindung
vielfach besonders für rote und gelbe Pigmente eingesetzt;
Sikkative enthielten ebenfalls Bleiverbindungen. Blei ist heute
weitgehend aus Anstrichfarben eliminiert.
Cadmium
Cadmium ist ein Schwermetall. Es wird in Beschichtungsstoffen
nicht eingesetzt.
Carbolineum
Carbolineum ist ein öliges, braunes, nach Teer riechendes
Gemisch aus Teerölen.
3
Chemische
Abwasserbehandlung
Abwasserreinigung mit Fällmitteln, wie z. B. Aluminium-,
Eisen- oder Calciumsalzen. Fein verteilte oder gelöste
Abwasserinhaltsstoffe werden durch diese Salze in eine
sedimentierbare Form als Flockulat überführt. Mit der
chemischen Abwasserbehandlung werden viele Stoffe
ausgeschieden, die durch mechanische und biologische
Reinigung nicht oder nur unzureichend abscheidbar sind.
Solche Stoffe sind z. B. Schwermetalle, Phosphate und nicht
biologisch abbaubare organische Stoffe.
Chlorierte Kohlenwasserstoffe Chlorierte Kohlenwasserstoffe sind Kohlenwasserstoffe, die ein
oder mehrere Chloratome enthalten. Wichtige
Anwendungsgebiete für Chlorkohlenwasserstoffe sind
Pestizide. Chlorierte Kohlenwasserstoffe sind Ausgangsprodukte für viele Kunststoffe, z. B. Vinylchlorid.
DD-Lack
siehe Polyurethanlack
Deckfähigkeit
Deckfähigkeit ist die farbliche Abdeckung eines Untergrundes.
Schlechte Deckfähigkeit kann auf mangelhaftes Aufrühren oder
zu starkes Verdünnen zurückzuführen sein. Weiß und
Pastellfarben haben in der Regel eine gute Deckfähigkeit. Es
gibt aber auch viele Farbtöne, die sich nur mit einem hohen
Anteil von lasierenden Pigmenten herstellen lassen. Schwache
Deckfähigkeit darf nicht zu dickem Lackauftrag führen, sondern
muss durch einen geeigneten Vorlack ausgeglichen werden.
Deponie
Unter Deponie ist eine geordnete, umweltfreundliche,
beabsichtigte und beaufsichtige Ablagerung von Abfallstoffen
zu verstehen.
Desinfizierende Anstriche
Es ist zu unterscheiden:
Keimwidrige Anstrichmaterialien,
diese verhindern die Entstehung und Vermehrung von Pilz- und
Bakterienbefall, und
keimtötende Anstriche,
diese töten Bakterien und Pilze ab.
Dispersion
Feinste Verteilung eines Stoffes in einem anderen, ohne dass
eine Lösung entsteht. Wenn ein fester Stoff in einer Flüssigkeit
dispergiert wird, handelt es sich um eine Suspension, bei einer
Dispergierung einer Flüssigkeit um eine Emulsion.
Dispersionsfarben
sind aus Kunststoffdispersionen und Pigmenten sowie
Füllstoffen hergestellte Anstrichstoffe.
Kunststoffdispersionsfarben werden auch KunststoffLatexfarben genannt. Im täglichen Sprachgebrauch werden
Kunststoffdispersionsfarben auch Dispersionsfarben genannt.
Dispersionslacke
sind Anstrichstoffe auf der Grundlage einer wässrigen
Kunststoffdispersion, die einen lackartigen Anstrichfilm ergibt.
Eindicken
Verdickung eines Lackes. Ursache: Nachquellen der Pigmente,
chemische Reaktion oder Verdunsten der Lösungsmittel. Kann
in der Regel durch Verdünnungszusatz aufgehoben werden. Ist
die Lackfarbe dagegen bereits in Gelzustand übergegangen, ist
von einer Verarbeitung Abstand zu nehmen (s. Gelieren).
4
Elastizität
Fähigkeit eines Körpers, nach Einwirkung einer ihn
deformierenden Kraft die ursprüngliche Form wieder
anzunehmen, insbesondere bei elastischen Werkstoffen im
Fahrzeugbereich (weiche Kunststoffteile, Gummi). Hochwertige
Lackmaterialien halten Dehnungsbeanspruchungen durch
Vibration und Temperaturschwankungen aus, auch bei Metalloder Holzlackierung.
Emission
Bezeichnung für die aus Anlagen oder technischen Vorgängen
in die Atmosphäre gelangende gasförmige, flüssige oder feste
Stoffe, aber auch Festlegung für Wärme, radioaktive Wirkungen
sowie Geräusche und Lichteinwirkungen sowie flüssige und
feste Stoffe, die nicht in die Atmosphäre, sondern in andere
Umweltbereiche gelangen. Die Emission aus einer
Verursacherquelle führt in der Umwelt über die Transmission zu
Immissionen, die mit der Entfernung zur Emissionsquelle
weniger werden.
Emulgator
Hilfsstoff bei der Herstellung von Emulsionen und Dispersionen,
insbesondere für Anstrichemulsion benötigt. Mit einem
Emulgator ist eine stabile Verteilung nicht mischbarer Stoffe
möglich.
Emulsion
Unter Emulsion ist ein System aus zwei nicht mischbaren
Flüssigkeiten zu verstehen, bei dem eine Flüssigkeit in Form
kleinster Tröpfchen in der anderen Flüssigkeit verteilt ist.
Beispiel: Milch.
Entfetten
Entfernung von fetthaltigen Bestandteilen von Oberflächen. Fett
beeinträchtigt die Haftung des Lackaufbaus. Die Vorbehandlung
der Flächen muss eine gründliche Entfettung einschließen. Im
Handwerksbetrieb am besten durch Entfettungsmittel.
Ether (Diethylether)
Farblose, entzündliche und flüchtige Flüssigkeit. Ether können
mit Luft explosionsfähige Gemische bilden.
Ethylenglykol
Ethylenglykol ist eine farblose, süßlich schmeckende
Flüssigkeit, eingesetzt als Frostschutzmittel für Kraftfahrzeuge
und Lösemittel sowie Textilhilfsmittel und Waschrohstoff.
Exposition
Unter Exposition ist die äußere Bedingung, z. B. der Umstand,
denen Materialien und Organismen bei Schadstoffeinwirkungen
ausgesetzt sind, zu verstehen.
Farbstoffe
Farbstoffe sind organische Verbindungen, die in gelöster Form
eingesetzt werden. Sie dienen zum Färben von Textilien, für
Druckfarben und andere Anwendungsgebiete. Von wichtigerer
wirtschaftlicher Bedeutung sind Pigmente. Pigmente sind im
Gegensatz zu Farbstoffen unlöslich und werden in Lacken und
Farben, aber auch zum Einfärben von Kunststoffprodukten
eingesetzt. Kritisch aus Sicht der Umweltrelevanz sind Blei und
Chromat zu beurteilen.
Festkörper
Der Festkörper eines Lackes oder einer Farbe ist derjenige Teil
des Anstrichmaterials, der nach Entfernen aller flüchtigen
Anteile (Verdunsten der Lösemittel unter festgelegten
Prüfbedingungen) zurückbleibt.
5
Filmbildner
Lösemittel in Wasserlacken, die Bindemitteltröpfchen bei der
Trocknung „verkleben“, wodurch ein kompakter Lackfilm
gebildet wird.
Flammpunkt
Der Flammpunkt ist die niedrigste Temperatur (bezogen auf
einen Druck von 1013 mbar), bei der sich in einem
geschlossenen Tiegel aus der zu prüfenden Flüssigkeit unter
festgelegten Bedingungen Dämpfe in solcher Menge
entwickeln, dass sich im Tiegel ein durch Fremdzündung
entflammbares Dampf-Luft-Gemisch bildet.
Flammschutzmittel
Materialien, die eine Entflammbarkeit und Brennbarkeit von
Holz, Textilien und anderen brennbaren Stoffen durch
Imprägnierung bzw. Isolierung herabsetzen.
Flockulieren
Störungen zwischen Bindemittel und Pigmenten, die zumeist
auf ungeeignete Zusätze und Mischungen zurückzuführen sind.
Der Lack wird unbrauchbar.
Formaldehyd
Ausgangsprodukt für viele chemische Prozesse. Einsatz in
wässriger Lösung: Formalin. Formaldehyd wird als
Desinfektionsmittel und Konservierungsstoff verwendet.
Harnstoff-Formaldehydharze sind Bindemittel für Spanplatten
und Verschäumungsmittel. Für Innenräume kann Formaldehyd
zu Belästigungen führen. Es ist der Grenzwert MAK von 0,1
ppm festgesetzt.
Fungizide
Fungizide sind Stoffe zur Vorbeugung und Bekämpfung von
Pilzen. Fungizide werden überwiegend im Pflanzenschutz, aber
auch bei Farben, Lacken, dem Holzschutz und im Papierschutz
eingesetzt.
Gefahrensymbole
Gefahrensymbole dienen der Kenntlichmachung gefährlicher
Stoffe im Verkehr mit Verwendern.
Andreaskreuz:
gesundheitsschädlich
Geplatzte Bombe:
Explosionsgefahr
Flamme:
leicht entzündlich
Totenkopf mit gekreuzten Knochen: Vergiftungsgefahr
Hand mit Verätzung der Finger:
Verätzungs- und
Korrosionsgefahr
Gefährliche Abfälle
sind Abfälle, deren ordnungsgemäße Behandlung
weitergehender Vorkehrungen oder einer größeren Umsicht
bedarf, als dies für die Behandlung von Hausmüll erforderlich
ist.
Gefährliche Stoffe
Gefährliche Stoffe sind Stoffe, die ein Gefahrenpotential durch
Brennbarkeit, Toxizität, Ätzung und Umweltschädigung
besitzen. Gefährliche Stoffe sind auch Stoffe, die geeignet sind,
die Beschaffenheit der Luft, des Wassers, des Erdbodens oder
von Tieren, Pflanzen und Organismen zu verändern.
Gefährliche Stoffe sind nach den Bestimmungen des
Chemikaliengesetzes einzustufen und zu kennzeichnen.
Gelieren
Durch Polymerisation oder auch andere chemische Vorgänge
fehlerhafte oder vorzeitige Eindickung des Bindemittels, die den
Lack unbrauchbar macht.
6
Grenzflächenspannung
Hierunter ist eine einseitig in das Innere einer Flüssigkeit
gerichtete Kraft zu verstehen. Durch sie wird eine Verkleinerung
der Flüssigkeitsoberfläche gefördert.
Grundwasser
Grundwasser ist das durch Versickerung von
Oberflächenwasser in den Boden gelangende sowie aus
Gesteinen aufsteigende Wasser. Durch Verunreinigung
desselben, z. B. durch Öle, können große Schädigungen
eintreten.
Hautbildung
Oxidativ trocknende Lackmaterialien können trotz
Hautverhütungsmitteln bei Sauerstoffzutritt eine Haut bilden.
Beim Öffnen Dosendeckel nicht deformieren. Anbruchdosen
sorgfältig und dicht verschließen. Dose kräftig schütteln und auf
den Kopf stellen. Halb gefüllte Dosen in kleinere umfüllen,
Häute vorsichtig entfernen und Lack filtrieren. Gefahr von
Farbtonabweichungen.
High Solids
Decklacke mit sehr hohem Festkörperanteil (70%). Durch
Reduzierung des Lösungsmittelanteils auf ein Minimum ist
dieser Lacktyp sehr ergiebig und umweltfreundlicher als
konventionelle Lacke.
Hochziehen
Aufquellen von Lackfilmen durch zu scharfe Lösungsmittel im
Lack, wie es beim Überspritzen von nicht ausgehärteten,
lufttrocknenden Kunstharzlacken mit Nitro-Materialien auftreten
kann. Trockenes Vorspritzen vermindert die Gefahr des
Hochziehens.
Holzschutzmittel
Mittel zur Verhinderung von Befall durch Pilze, Insekten und
auch Feuer. Als Holzschutzmittel gelten anorganische
Salzgemische mit
Chrom-, Bor- und Fluorkomponenten sowie Kupfer- und
Arsenverbindungen. Auch lösemittelhaltige Präparate als
Imprägnierung und Grundierung sowie Lasuren sind
Holzschutzmittel, wenn sie Fungizide und Insektizide enthalten.
Auch Teeröle, wie z. B. Carbolineum, gelten als
Holzschutzmittel.
Hydrolyse
Die Hydrolyse ist die Spaltung chemischer Verbindungen durch
Wasser. Die Hydrolyse ist von großer Bedeutung für abiotische
Abbaubarkeit von organischen Schadstoffen.
Immission
Einwirkung von Luftverunreinigungen, Wärme und Strahlen auf
Menschen und auch unbelebte Objekte, wie z. B. Anstriche.
Immissionsbelastung
Unter Immissionsbelastung ist die Beeinträchtigung der Umwelt
durch Immissionen zu verstehen.
Immissionsmessung
Eine Immissionsmessung mit stationären und beweglichen
Messstationen kann dauernd oder kurzfristig alle Immissionen
aus Industrie und auch Verkehrszentren sowie Mülldeponien
und Haushalten (Heizung) erfassen.
7
Imprägnieren
Imprägnieren ist das Behandeln von Gegenständen mit
Chemikalien. Für Farben und Lacke z. B. ist das Imprägnieren
das Einlassen von lösemittelhaltigen farblosen oder lasierenden
Anstrichstoffen auf Holz. Schutzbehandlung von porösen
Baustoffen, Holz, Putz durch imprägnierende Materialien.
Hydrophobieren, Wasserabstoßendmachen von
Klinkerfassaden, ist ebenfalls unter Imprägnieren zu verstehen.
Indikator
Ein Indikator in der Chemie ist ein Material, welches dient, den
pH-Wert von sauren und alkalischen Medien zu unterscheiden
(pH-Papier). In der Biologie ist ein Indikator definiert als
Organismen, die durch Abwesenheit oder Vorhandensein
bestimmte Zustände anzeigen.
Innenraumbelastung
Die Luft in Innenräumen wird durch entstehende
Schadstoffausweisungen aus Gegenständen möglicherweise
geschädigt. Beispiele: Formaldehyd aus Spanplatten und
Schäumen, Abbauprodukte und abdampfende Fungizide aus
manchen mit Imprägnierlasuren behandelten Hölzern.
Insektizide
Insektizide sind Stoffe, die gegen Insekten eingesetzt werden.
Es ist zu unterscheiden zwischen natürlich vorkommenden
Insektiziden wie Nikotin und synthetischen Insektiziden wie
chlorierte Kohlenwasserstoffe.
Inversion
In der Meteorologie bedeutet Inversion eine Luftschicht mit
nach oben zunehmender Temperatur.
Kanzerogenität
Mit Kanzerogenität ist die Eigenschaft von Stoffen bezeichnet,
die Krebs verursachen. Vielfach ist für eine Krebsbildung die
additive Wirkung mehrerer Schadstoffe notwendig.
Katalysatoren
Unter Katalysatoren sind Stoffe zu verstehen, die eine
Stoffumwandlung beeinflussen, sich dabei aber selbst nicht
verändern. Beispiel: Autoabgas-Katalysatoren aus
Edelmetallen.
Beschleuniger für chemische Reaktionen, z. B. in ölhaltigen
Anstrichstoffen Sikkative oder Trockenstoffe, in säurehaltigen
Lacken oder Klebstoffen Säurezusatz, in Polyesterlacken der
Zusatz von Peroxid.
Kläranlagen
Kläranlagen sind Anlagen zur Reinigung von Abwässern. Vor
Eingabe bestimmter Anstrichstoffe und Hilfsmittel, wie z. B.
Abbeizer, in Schmutzwasserkanäle muss die Möglichkeit der
Abwasserschädigung geprüft werden.
Koagulation
Unter Koagulation ist Ausflockung zu verstehen.
Kohäsion
Anziehungskraft zwischen den Molekülen eines Körpers (freie
Anstrichfilme).
Kohlenmonoxid
Kohlenmonoxid ist ein geruchloses Gas. Es entsteht bei
unvollständiger Verbrennung organischer Verbindungen, so
z. B. Heizungen, Industrie, Kfz-Motoren. Kohlenmonoxid wird
an der Luft zu Kohlendioxid umgewandelt, Kohlenmonoxid
blockiert jedoch beim Einatmen die Sauerstoffaufnahme. Bei
Smog-Wetterlagen ist in der Luft viel Kohlenmonoxid enthalten.
8
Kohlenwasserstoffe
Kohlenwasserstoffe sind chemische Verbindungen des
Kohlenstoffs mit Wasserstoff. Es gibt kettenförmige
Kohlenwasserstoffe, wie z.B. Oktan, und ringförmige
Kohlenwasserstoffe, wie z. B. Benzol. In der Umweltfrage sind
ringförmige Kohlenwasserstoffe – besonders in chlorierter Form
– in Diskussion.
Kondensation
Physikalische Wiederverflüssigung von Siededämpfen oder
Gasen durch Abkühlung.
Kondensationspunkt: Temperatur, bei der unter
Normalbedingungen die Kondensation eintritt.
Konservierungsmittel
Hilfsmittel zum Haltbarmachen verderblicher Güter. Einsatz
z. B. in Dispersionsfarben und Dispersionslackfarben
(Topfkonservierer).
Korrosion
Zerstörung von Metallen durch Verwitterung oder andere
Einflüsse, deren Verhinderung eines der wesentlichsten Ziele
der Lackierung ist. Besonders für den Schutz von Stahl gegen
Rost wurden Grundierungen von hervorragender Qualität
entwickelt.
Kraterbildung
Meistens durch ungeeignete Verdünnungsmittel oder durch
Luft- oder Wassereinschlüsse verursacht. Eine andere Form
der Kraterbildung entsteht durch Silikon-Verunreinigungen.
Kunstharzlacke
Unter Verwendung von Kunstharz-Bindemitteln hergestellte
Lacke und Farben. Heute für den Maler- und DIY-Sektor
allgemein üblich.
Kunstharzputze
Kunstharzputze sind Beschichtungen mit putzartigem
Aussehen. Für die Herstellung von Kunstharzputzen werden die
Beschichtungsstoffe aus organischen Bindemitteln in Form von
Kunststoff-Dispersionen oder Kunstharz-Lösungen und
Füllstoffen mit überwiegendem Kornanteil von größer als
0,250 mm verwendet.
Kunststoffdispersionen
Kunststoffdispersionen sind eine feine Verteilung von
Polymeren oder Kunstharzen in einer Flüssigkeit, meist
Wasser. In handelsüblicher Form liegen sie als stabile kolloidale
Systeme von milchig-weißem Aussehen vor. Sie wurden auch
manchmal als Kunststofflatex bezeichnet.
Kunststoffdispersionsfarbe
ist ein aus Kunststoffdispersionen und Pigmenten hergestellter
Anstrichstoff. Im täglichen Sprachgebrauch wird anstelle des
Begriffes Kunststoffdispersionsfarbe meist der Begriff
Dispersionsfarbe angewandt.
Lagerung
Abgesehen vom Tagesbedarf sollten alle Lackmaterialien in
einem besonderen, trockenen, mäßig temperierten Raum gut
geschlossen und übersichtlich gelagert werden, wobei die
gewerbebehördlichen Vorschriften zu beachten sind. PolyesterFüller und -Spachtel einschließlich Härter sind nicht zu kühl zu
lagern (+15°C bis +25°C).
Löslichkeit
Eigenschaft eines Stoffes, sich in einem Lösemittel gleichmäßig
zu verteilen.
9
Luftreinhaltung
Hierunter sind alle Maßnahmen zur Erhaltung der natürlichen
Beschaffenheit der Luft zu verstehen.
Luftverschmutzung
Hierunter verstehen wir die Luftverunreinigungen, die durch
Industrie, Gewerbe, Hausbrand, Kraftfahrzeugverkehr
entstehen.
MAK-Werte
Abkürzung für maximale Arbeitsplatz-Konzentration von Gasen,
Dämpfen und Stauben am Arbeitsplatz, z. B. Lösemitteldämpfe
in und um Spritzkabinen.
MAK-Werte-Liste
Die MAK-Werte-Liste ist eine Auflistung der maximalen
Arbeitsplatzkonzentrationen vieler Stoffe. Soweit die
Konzentration eines Stoffes am Arbeitsplatz einen
vorgegebenen MAK-Wert nicht überschreitet, ist nach dem
Stand der Technik eine Gesundheitsgefährdung nicht gegeben.
Merkblätter
Merkblätter und Verarbeitungshinweise sind nach dem
jeweiligen Stand der Technik erstellt. Sie gelten für den
Normalfall und sollen beraten. Bei der Vielzahl der
Verwendungszwecke und Arbeitsbedingungen können im
Einzelfall jedoch abweichende Arbeitsverfahren zweckmäßig
sein, was der Verarbeiter prüfen muss. Eine Haftung für
etwaige, aus solchen Empfehlungen resultierende
Fehlergebnisse kann deshalb vom Lackhersteller nicht
übernommen werden. Empfohlen wird, innerhalb eines
Lackiersystems die in den Merkblättern vorgeschlagenen
Produkte eines Herstellers zu verwenden.
Mindestfilmbildetemperatur
(MFT)
Die Temperatur, die bei der Verarbeitung und Trocknung von
Wasserlacken mindestens eingehalten werden muss, damit ein
kompakter Lackfilm gebildet wird.
Monomer
Einzelmoleküle, die durch chemische Reaktion zu
Großmolekülen zusammengefügt werden können, den
Polymeren. Gleiche Moleküle ergeben Homopolymere,
verschiedenartige Mischpolymere.
Müllverbrennung
Die Beseitigung von Müll aus Haushalt und Industrie durch
Verbrennung. Verbrennungstemperaturen oberhalb 800°C
führen zur Zerstörung organischer Müllbestandteile.
Mutagenität
Eigenschaft von Stoffen, Veränderungen im Erbgut
herbeizuführen. Unterschieden werden Mutationen an
Körperzellen und an Keimzellen.
Nachverbrennung
Unter Nachverbrennung ist die katalytische Nachverbrennung
mit Hilfe von Katalysatoren, z. B. bei der Reinigung von
Kraftfahrzeug- und Industrieabgasen, zu verstehen.
Neutralisation
Umsetzung äquivalenter Mengen Säure mit Base bzw. Base mit
Säure unter Entstehung von Salz und Wasser bei einem pHWert 7. Die alkalischen Eigenschaften von Kalk- und ZementPutzflächen werden z. B. durch Fluate neutralisiert.
Heutige moderne Anstrichsysteme machen diese vorbeugende
Behandlung in der Regel überflüssig.
10
Nitroverdünnung
Unter Nitroverdünnungen sind Lösemittelgemische für Lacke zu
verstehen. In der Regel bestehen Nitroverdünnungen aus
aromatischen Kohlenwasserstoffen und Estern; sie sind
entzündlich und teilweise gesundheitsschädlich.
Oberflächenspannung
Die Kraft, die die Oberfläche eines Körpers oder eines
Gemisches, z. B. auch einer Flüssigkeit, zusammenhält. Die
Oberflächenspannung kann bei der Herstellung von
Anstrichfarben durch Netzmittel verringert werden.
Oberflächenspannung oder Grenzflächenspannung kann
aufgehoben werden durch Tenside. Beispiel: Reinigen von
Zinkoberflächen durch ammoniakalische Netzmittelwäsche
unter Zugabe von etwas Entspannungsmittel.
OECD-Prüfrichtlinien
Die OECD-Prüfrichtlinien sind im Mai 1981 international
verabschiedet worden. Sie legen z. B. Fettlöslichkeit,
Hydrolyse, Fischtoxizität und biologische Abbaudaten fest.
Ökologie
Festlegung der Beziehungen der Lebewesen zu ihrer lebenden
und leblosen Umwelt.
Ökosystem
Ein Ökosystem ist eine funktionelle Einheit, die aus
Organismen, also Pflanzen und Tieren, in deren
Umweltlebensraum (Biotop) besteht. Ökosysteme besitzen
bestimmte Regulationsfähigkeiten.
Ökotoxikologie
Die Ökotoxikologie befasst sich mit den Auswirkungen von
Schadstoffen auf Ökosysteme.
Orangeneffekt
Verlaufsstörungen, sogenannte Spritznarben, zumeist
hervorgerufen durch Verwendung ungeeigneter Verdünnungen,
zu hohe Spritzviskosität oder zu hohe oder zu niedrige
Spritzraumtemperatur.
Organosole
Bestehend aus z. B. Polyvinylchloridpulver, fein verteilt in
Weichmachern und Verdünnungsmitteln.
Anwendung zur Oberflächenverfilmung durch Streichen und
Tränken und zum Korrosionsschutz.
Oxime
In Lösemittel leicht lösliche Produkte, die der Hautverhinderung
und der Stabilisierung von oxidativ trocknenden Alkydharzen
dienen.
Peroxide
Das anorganische Wasserstoffsuperoxid wird zum Bleichen von
Holz verwendet. Peroxide dienen weiter zur Härtung von
ungesättigten Polyesterharzen.
Pestizide
Unter Pestiziden sind Stoffe zu verstehen, die zur Bekämpfung
von tierischen und pflanzlichen Schädlingen eingesetzt werden.
Photooxidantien
Photooxidantien können in der Luft durch Verbindung von
Kohlenwasserstoffen und Sauerstoffen entstehen. Dies
insbesondere unter Einfluss intensiver Sonneneinstrahlung. Es
entstehen Reaktionsprodukte, wie z. B. Ozon; wenn der Gehalt
von Ozon ca. 300 µg/m³ Luft übersteigt, können Schädigungen
auftreten (Smog).
11
pH-Wert
Zahlenreihe von 0–14, die den alkalischen, neutralen oder
sauren Charakter eines in Wasser gelösten Stoffes angibt.
Bestimmung erfolgt auf einfache Weise mit pH-Papier, das mit
Farbstoffen getränkt ist. Diese zeigen nach abgestufter
Farbskala den pH-Wert an.
0 – <7 = sauer
7 = neutral
>7 – 14 = basisch
Pinselreiniger
Reinigungsmittel aus organischen Lösemittelgemischen mit
wasseremulgierenden Substanzen. Pinselreiniger können
abwasserschädigend sein.
Polyamine
Härtungsmittel für Epoxidharze.
Polyester
Lack- und Kunststoff-Rohstoffe, die durch Veresterung von
Polycarbonsäuren mit Polyalkoholen entstehen.
Polyisocyanate
Härter für Mehrkomponentenlacke.
Polymer
Gegensatz zu Monomer. Eine polymere Verbindung ist die
makromolekulare Form der chemisch prozentual gleich
zusammengesetzten monomeren Verbindung.
Beispiel: Polyvinylchlorid.
Polymere sind Riesenmoleküle, die durch chemische
Verbindungen einzelner Moleküle entstehen. Beispiel:
Polyvinylchlorid, Polystyrol.
Polymerisation
Chemische Zusammenlagerung mehrerer Moleküle eines
ungesättigten Stoffes zu einer großmolekularen Verbindung.
Bei Zusammenlagerung gleicher Stoffe: (Homo)polymerisation.
Bei verschiedenartigen Ausgangsstoffen: Mischpolymerisation.
Polyurethane
Lack- und Kunststoff-Rohstoffe, Umsetzungsprodukte aus
Polyisocyanaten mit hydroxylgruppenhaltigen Polyestern und
Polyäthern.
Beispiel: PUR-Lack
Polyurethanlack
Zweikomponenten-Reaktionslack. Polyurethanlacke sind gut
haftende, hart elastische und chemikalienbeständige
Anstrichmaterialien.
Problemstoffe
sind gefährliche Abfälle, die in privaten Haushalten oder bei
Einrichtungen mit einem nach Menge und Zusammensetzung
mit privaten Haushalten vergleichbaren Abfallaufkommen
üblicherweise anfallen. Diese Abfälle gelten solange als
Problemstoffe, als sie sich in Gewahrsam der genannten
Haushalte und Einrichtungen befinden.
PUR-Härter
Polyisocyanat zum Härten von PUR- oder DD-Lacken.
RAL
Geschützter Kurzname des (Reichs-)Ausschusses für
Lieferbedingungen und Gütesicherung beim Deutschen
Normenausschuss (DNA). Neben zahlreichen Begriffs- und
Qualitätsbestimmungen für Anstrichstoffe ist für den
Lackhersteller und -verbraucher die Rationalisierung durch
Normung einer beschränkten Auswahl stets gleichbleibender
Farben, niedergelegt im Farbregister RAL 840 HR, von
besonderer Bedeutung.
12
Reaktion
Vorgang einer stofflichen Umwandlung, bei der mindestens
zwei Stoffe beteiligt sind. Einfaches Beispiel: Lauge und Säure
in definierten spezifischen Mengen ergibt Salz.
Auch die Trocknung eines Alkydharzlackes enthält chemische
Reaktionen. Durch Verbindung des Luftsauerstoffes mit
ungesättigten Fettsäuren werden Veränderungen im
Chemismus des nassen Anstrichfilms vorgenommen, die neben
physikalischem Abdunsten des Lösemittels zur Trocknung von
Anstrichen führen.
Reaktionslacke
Im Sprachgebrauch des Lackfaches die Zwei- oder
Mehrkomponentenlacke, die für bestimmte Anwendungsgebiete
wichtig sind:
- Polyurethanlacke (PUR)
- Epoxidharzlacke
- Säurehärtende Lacke
- Spezialmaterialien
- Beschichtungen
- Kleber
Bei richtiger Verarbeitung werden mit den Reaktionslacken
Schichten mit sehr guten Eigenschaften erzielt: Härte,
Elastizität, Haftfähigkeit, Beständigkeit gegen Wasser und
Chemikalien, Durchhärtung auch in dicken Schichten.
Komponenten = zusammengehörende Bestandteile, die
getrennt geliefert und erst unmittelbar vor der Verarbeitung
gemischt werden müssen. Zwischen „Stammlack“ und „Härter“
findet ein chemischer Vorgang (Reaktion) statt, der zur
Erhärtung der Schichten führt. Diese Reaktion beginnt sofort
nach dem Zumischen des Härters. Die Zeitspanne, in der ein
Reaktionsmaterial nach dem Zumischen des Härters
verarbeitungsfähig bleibt, wird als „Topfzeit“ oder „pot-life“
bezeichnet. Die vom Hersteller angegebenen Topfzeiten und
Härtungszeiten der Schichten beziehen sich auf eine
Temperatur von 20°C. Bei höherer Temperatur (ab 25°C–80°C)
wird die Härtung zunehmend beschleunigt, bei niedrigen
Temperaturen stark verlangsamt. Chemische Reaktionen
zwischen Stoffen erfolgen nur in festliegenden
Mischungsverhältnissen. Deshalb muss bei Reaktionslacken
(Beschichtungen, Klebern) stets das vom Hersteller
vorgeschriebene Mischungsverhältnis eingehalten werden. Nur
dann werden die günstigsten (optimalen) Eigenschaften erzielt.
Durch zu wenig Härter bleiben die Schichten weich, eventuell
sogar klebrig. Durch ein Mehr an Härter wird zwar die Härtung
beschleunigt, die Schichten werden aber spröde und zeigen
verminderte Beständigkeit gegen Wasser und Chemikalien, ggf.
auch gegen Licht und Wettereinwirkungen, ferner Abfall oder
Wegschlagen des Glanzes.
Resorption
Resorption ist die Fähigkeit von Organismen, einen Stoff
aufzunehmen, also zu absorbieren. Wegen der guten
Fettlöslichkeit können organische Chlorverbindungen sowohl in
Pflanzen und Tieren als auch im Menschen gut resorbiert
werden.
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Reversibel
Umkehrbar (wiederlöslich).
Alle physikalisch trocknenden Lacke können von dem
Lösemittel, in dem sie gelöst waren, nach dem Trocknen wieder
aufgelöst werden. (Der Vorgang der Filmbildung ist dabei
reversibel.) Sind Lacke mit reversibel löslichen Bindemitteln
sehr hoch pigmentiert, wird die Reversibilität verringert.
Salzausblühungen
Abscheidungen von Salzen auf Mauer- und verputzten
Wandflächen entstehen durch Verdunsten salzhaltigen
Wassers.
Ursache: Feuchtigkeit gerät infolge Schlagregeneinwirkung
oder wegen unzureichend isolierter Grundmauern in das
Mauerwerk und löst Salze aus Putz und Steinen.
Säure
Säuren sind Verbindungen, deren wässrige Lösungen sauer
reagieren. Sie bilden mit Laugen Salze. Es gibt starke Säuren,
z. B. Schwefelsäure, und schwache Säuren, z. B. Essigsäure.
Konzentrierte Säuren können stark ätzend wirken.
Saurer Regen
Regenwasser sollte bei Berücksichtigung des atmosphärischen
Kohlendioxid-Gehaltes einen pH-Wert von etwa 5–6,5 haben. In
der Regel liegt der pH-Wert des Regenwassers im Mittel
zwischen 4 und 4,6. Das ist die zehn- bis zwanzigfache
Säuremenge gegenüber den natürlichen Säureverhältnissen.
Diese Übersäuerung ist auf den Gehalt von Schwefel- und
Salpetersäure zurückzuführen. Diese Säuren bilden sich in der
Atmosphäre als Folge der Schwefeldioxid- und StickoxidBelastungen. Der saure Regen wird für viele
Korrosionsschäden verantwortlich gemacht.
Schadstoffe
Schadstoffe sind in der Luft, im Boden und im Wasser
vorkommende Stoffe, die schädliche Wirkungen auf Lebewesen
und Güter haben können. Schadstoffe werden vielfach
freigesetzt von Ausscheidungen der Industrie, der Kraftwerke,
Kraftfahrzeuge und Hausbrand.
Schleifpapiere
Glas, Sand, Schmirgel, Flint, Karborundpapiere. Diese sind in
das Schleifmaterial in Form kleinster Splitter oder gemahlener
Kristalle eingetragen. Bezeichnet werden Schleifpapiere nach
ihrer Körnung von grob bis fein durch Zahlen.
Schleifstaub
Beim Trockenschleifen entsteht Schleifstaub, der bei der
Ausführung von Lackierarbeiten in Betracht zu ziehen ist.
Werden oxidativ trocknende Lacke maschinell geschliffen, so ist
der Schleifstaub aus den Maschinensäcken auf jeden Fall bei
Arbeitsschluss zu entfernen, da sonst Überhitzungs- und
Brandgefahr besteht.
Beim Schleifen alter Anstriche, z. B. Lasuranstriche, dürfen
Stäube nicht eingeatmet werden. Gleiches gilt für trockenes
Schleifen alter, bleifarbenhaltiger und zinkchromathaltiger
Lacke (Atemschutz).
Schwer abbaubare Stoffe
Unter schwer abbaubaren Stoffen sind Stoffe zu verstehen, die
durch ihre Halbwertszeit die Umwelt langfristig belasten.
Selbstreinigung
Unter Selbstreinigung ist das Vermögen von Organismen zu
verstehen, organische Stoffe unter Sauerstoffverbrauch
abzubauen (biologische Abbaubarkeit).
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Silicone
Kunststoffe, denen ein Silizium-Sauerstoff-Gerüst zugrunde
liegt. Silicone und siliconhaltige Stoffe werden technisch und
chemisch vielfältig eingesetzt. Neben industriellen
Anwendungen interessieren für das Bautenanstrichmittelgebiet
wässrige Dispersionen von Silikonharzen (Silicon-Emulsionen)
zur Hydrophobierung von Mauerwerk, Silicon-Antischaummittel,
Silicon-Dichtstoffe und
-Dichtprofile. Bei Silicon-Dichtprofilen ist Vorsicht geboten, da
sie die Anwendung von Anstrichmaterialien stark einschränken.
Silikose
Unter Silikose ist eine Quarzstaub-Lungenerkrankung zu
verstehen.
Solvatation
Lockere Anlagerung von Lösemittelmolekülen an gelöste
Substanzen, z. B. an Lackharze. Die Additionsverbindungen
zwischen makromolekularer Substanz und Lösemittel werden
Solvate genannt.
Stand der Technik
Unter Stand der Technik in der Umweltdiskussion und der
Rechtsprechung ein definierter Begriff, der als Maßstab für
Genehmigungsverfahren festliegt.
Stand der Technik ist der auf den einschlägigen
wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende
Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen
oder Betriebsweisen, deren Funktionstüchtigkeit erprobt und
erwiesen ist. Bei der Bestimmung des Standes der Technik sind
insbesondere vergleichbare Verfahren, Einrichtungen und
Betriebsweisen heranzuziehen.
Staub
Als Staub ist ein fein zerriebenes Material in einer
Teilchengröße von unter 200 x 100–3 mm zu verstehen,
welches nach dem Aufwirbeln längere Zeit zur Ablagerung
braucht.
Suspension
Unter Suspension ist eine Aufschlämmung fester Körper in
Flüssigkeiten zu verstehen.
Synthese
ist die künstliche Herstellung eines Stoffes, z. B. Kunstharz, aus
seinen Bestandteilen durch chemische Vorgänge (Reaktionen).
Taupunkt
ist die Temperatur in °C, bei der die Fähigkeit der Luft endet,
Wasserdampf aufzunehmen. Bei der Taupunkttemperatur ist
die Luft 100% dampfgesättigt. Erfolgt eine weitere Abkühlung,
kondensiert das in der Luft enthaltene Wasser teilweise und
bildet Nebel oder schlägt sich als Tau nieder.
Taupunkt bei 13,1°C entsprechend 100% rel. Feuchte.
Tenside
Tenside sind waschaktive Substanzen, die die
Oberflächenspannung des Wassers deutlich herabsetzen und
so Schmutzlösung fördern. Tenside werden eingesetzt in
Wasch- und Reinigungsmitteln, aber auch in Dispersionsfarben
und Dispersionslackfarben.
Terpentinersatz
Unter Terpentinersatz ist ein Lösemittel für Lacke zu verstehen.
Terpentinersatz ist zusammengesetzt aus Benzinen und
aromatischen Verbindungen.
Terpentinöle
Öle unterschiedlicher Zusammensetzung, die aus Holz
gewonnen werden.
15
Testbenzin
Aliphatische Kohlenwasserstoffe sind heute in fast allen Fällen
an die Stelle des Terpentinöls beim Einsatz von Bautenlacken
gekommen. Hierbei ist das Wort „Test“ im Testbenzin so zu
verstehen, dass das Material, gewonnen aus Erdöl, darauf
getestet ist, dass der Flammpunkt über 21°C liegt und der
Siedebereich zwischen 130 und 220°C liegt.
Thixotropie
Die Eigenschaft mancher Stoffe, die im Ruhezustand relativ
hochviskos oder gelartig sind, sich durch Energiezufuhr, z. B.
Streichen, Schütteln, Spritzen, Rühren usw., zu verflüssigen.
Kommen sie dann erneut in den Ruhestand, nehmen sie wieder
ihren ursprünglichen Zustand an.
Titandioxid
Titandioxid ist ein Weißpigment für die Herstellung von Lacken
und Farben. In der Umweltdiskussion ist Titandioxid im
Gespräch in Bezug auf die Herstellverfahren und die
Verklappung von Dünnsäure.
Topfkonservierer
sind Stoffe, die das Schimmeln und Faulen von
Dispersionsfarben und Dispersionslackfarben im Gebinde
verhindern.
Topfzeit
ist die Dauer der Verarbeitungsmöglichkeit von
Zweikomponenten-Materialien nach ihrer Vermischung mit dem
Härter. Meist zeigt sich das Ende der Topfzeit durch deutlichen
Viskositätsanstieg, der eine weitere Verarbeitung verhindert.
Bei manchen Produkten, z. B. Reaktionsprimern, ist kein
deutlicher Viskositätsanstieg zu bemerken. Halten Sie sich
deshalb an die technischen Angaben der Lackhersteller, um
Fehllackierungen zu vermeiden.
Toxizität
Unter Toxizität ist die Giftigkeit eines Stoffes zu verstehen. Es
wird unterschieden in akute Toxizität, subakute, subchronische
sowie chronische Toxizität.
Ultraviolette Strahlen
Unsichtbare kurzwellige Strahlen, besonders im Hochgebirge
und an der See. Wirken zerstörerisch auf Anstriche.
Umweltchemikalien
Umweltchemikalien sind Stoffe, die durch den Menschen in die
Umwelt gebracht werden und die geeignet sind, Gefährdungen
herbeizurufen.
Umweltzeichen für Lacke
Umweltzeichen für Lacke gibt es nach dem Stand vom
November 1984 für Dispersionslackfarben und
Korrosionsschutzmaterialien.
UV-Einflüsse
Das UV-Licht dringt durch farblose oder nur unzureichend
lasierend pigmentierte Anstriche hindurch auf den
Holzuntergrund. Dort kann es in Verbindung mit der Feuchte
des Holzes das Holzgefüge zerstören, Lignin wird abgebaut,
Holzoberfläche und damit auch Anstrich zerstört.
VbF Verordnung
über die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten. Sie regelt die
Lagerung, Lagerort und Lagermengen unter Einhaltung
technischer Standards.
Verdünner
Verdünner werden als Lösemittel für Lacke und Farben vielfach
eingesetzt. Verdünner für Bautenlacke sind in der Regel
aliphatische Kohlenwasserstoffe.
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Verdunstungsgeschwindigkeit Die Verdunstungsgeschwindigkeit ist die Dauer des
Verdunstungsvorgangs bei einem Löse- oder
Verdünnungsmittel. Maßeinheit ist die Verdunstungszahl.
Verdunstungszahl
Die Verdunstungszahl gibt an, wievielmal soviel Zeit die
Verdunstung eines Materials gegenüber Diethylether benötigt.
Beispiele:
Diethylether
1
Butylacetat
12,5
Testbenzin
ca. 50
Dekalin
ca. 94
Butylglykol
ca. 190
Verseifung
Die chemische Aufspaltung von Estern in ihre Bestandteile:
Säure und Alkohole. Alle Ester, d. h. auch alle trocknenden
Alkydharz-Bindemittel und die daraus hergestellten Lacke,
zeigen Neigung, unter Einwirkung von alkalischen Stoffen
wieder zu zerfallen.
Viskosität
Zähigkeitsgrad einer Flüssigkeit. Zähflüssige Lacke bezeichnet
man als hochviskos, dünnflüssige Lacke als niedrigviskos.
Zur Messung dienen sogenannte Viskosimeter. Für den
Verbraucher eignet sich am besten der Auslaufbecher. Von
deutschen Herstellern gemachte Konsistenz-Angaben beziehen
sich meistens auf den Auslaufbecher nach DIN 53211 mit
einem Düsendurchmesser von 4 mm, sofern nichts anderes
vermerkt ist. Sie nennen die Zeit bis zur vollständigen
Entleerung des Bechers in Sekunden bei einer Messtemperatur
von 23°C. Temperaturschwankungen können erhebliche
Abweichungen der Messwerte ergeben.
Wash-primer
Korrosionsschützender Erstanstrich mit passivierenden
Eigenschaften. In der Regel Zweitopf-Primer mit einer
Pigmentierung von Zinkchromat. Heute für die Anwendung,
zumindest im Maler- und DIY-Bereich, wegen des Gehaltes an
Zinkchromat problematisch.
Wassergefährdende Stoffe
Chemische Stoffe und auch Reaktionsprodukte daraus sind ab
einer bestimmten Menge und Konzentration für Wasser
gefährdend. Durch chemische Stoffe kann Wasser in der
Beschaffenheit verändert werden. Besonders durch
Mineralölprodukte, Pestizide und Metalle sowie Salze kann
Wasser verändert werden.
Wasserverschmutzung
Unter Wasserverschmutzung ist die Verschmutzung der
natürlichen Gewässer durch Einleitung von nicht gereinigten
Abwässern zu verstehen.
Weichmacher
Weichmacher sind flüssige oder feste organische Substanzen,
die ohne chemische Reaktion mit polymeren Stoffen in
Wechselwirkung treten und dadurch ein erhöhtes
Formänderungsvermögen des Gesamtsystems ermöglichen.
Xenontest
Prüfgerät zur Feststellung der Lichtechtheit von Anstrichen, vor
allen Dingen Pigmenteinstellungen unter künstlichen Licht- und
Bewitterungseinflüssen. Der Xenontest dient nur der
Grundsatzprüfung von Rohstoffen, ist aber für normale
Bautenabprüfung wegen der mangelnden Übereinstimmung mit
tages- und jahreszeitlichen Wetterbedingungen nicht geeignet.
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Xylol
Xylol ist eine farblose Flüssigkeit. Xylol hat aromatischen
Geruch. Verwendet wird Xylol als Lösemittel für Harze und
Lacke. Xylol kann Gesundheitsschädigungen hervorrufen.
Zündgruppen
Die Zündtemperatur ist ein Maß für die Neigung von Stoffen,
sich an heißen Körpern zu entzünden. Die Zündgruppen lauten:
G 1 über 450°C Zündtemperatur, z. B. Xylol
G 2 300–450°C Zündtemperatur, z. B. Ethylalkohol
G 3 200–300°C Zündtemperatur, z. B. Testbenzin
G 4 135–200°C Zündtemperatur, z. B. Ethyläther
G 5 100–135°C Zündtemperatur, z. B. Schwefelkohlenstoff
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