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Es kommt darauf an, was man damit macht - Siemens Healthcare

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Anwenderberichte
medico
„Um aus der IT heraus
klinische Prozesse zu
unterstützen, braucht
man kein Mediziner zu
sein. Aber man muss
die Mediziner und den
Krankenhausalltag
verstehen.“
Dr. Michael Winklmaier,
Leiter Medizinische Informatik
Klinik Mühldorf am Inn
Es kommt darauf an,
was man damit macht
Die Klinik Mühldorf schöpft ihr vorhandenes
medico-Potenzial heute besser aus. Ohne zusätzliche IT-Investitionen
Kurz zusammengefasst
Anfang 2011 hat Dr. Michael
Winklmaier in der Klinik Mühldorf die
Leitung der Medizinischen Informatik
übernommen.
Ein Tätigkeitsschwerpunkt besteht
darin, mit den vorhandenen medicoProgrammen klinische Prozesse zu
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inside: health IT SPECIAL · April 2012
optimieren. Dabei sind ihm beachtliche Lösungen gelungen.
Sie betreffen unter anderem die
Aufnahme der Anamnese, die
OP-Dokumentation, die Arztbriefschreibung sowie das Termin- und
Ressourcenmanagement.
Wenn medico-Anwender nutzen, was
medico kann, dann gelingen ihnen
erhebliche Prozessverbesserungen.
Das Beispiel Klinik Mühldorf zeigt,
wie man allein durch den Einsatz der
Standardanwendungen auf dem Weg
zu mehr Effizienz und Qualität ein
gutes Stück vorankommt.
„Lange Zeit sind wir mit unseren medicoProgrammen im ersten Gang spazieren
gefahren und haben gar nicht geahnt, wie
„Wir waren überrascht, wie viel wir
aus den vorhandenen
Anwendungen
noch herausholen
konnten.“
Dr. Wolfgang Richter,
Ärztlicher Direktor
„Unser Haus hat in den
vergangenen Jahren eine
Leistungssteigerung und
Leistungsverdichtung erfahren.
Die meisten Prozessverbesserungen haben wir ohne
Investitionen in unser KIS,
also mit den vorhandenen
medico-Modulen, abgebildet.“
„Die IT macht
nicht den
Erfolg. Aber sie
begleitet und
stützt ihn.“
Heiner Kelbel,
Geschäftsführer
Ulrich Hornstein,
Kaufmännischer Direktor
stark wir noch beschleunigen können.“
Dr. Wolfgang Richter, Ärztlicher Direktor
an der Klink Mühldorf am Inn, bevorzugt
anschauliche Vergleiche und beschwört
mit seiner gemütlichen medico-Spazierfahrt das Bild eines Tuning-Experten herauf, der weiß, an welcher Schraube man
drehen muss, um dem Fahrzeug mehr
Leistung zu entlocken. IT-Fachkräfte wie
Dr. Michael Winklmaier avancieren häufig
zu derartigen medico-Tunern. Der Leiter
Medizinische Informatik kennt die Qualitäten seines medico und schafft es, durch
die geschickte Kombination der einzelnen
Anwendungen mehr Speed und Effizienz
in die Prozesse zu bringen. Die medicoProgramme, um die es hier geht, nennt
Winklmaier „Bordmittel“. Die Rede ist von
den Standardmodulen wie Stations- und
Arztarbeitsplatz, Leistungsstelle, Arztbriefschreibung, Patientendatenmanagement (PDM), Klinische und OP-Dokumentation. Die meisten medico-Häuser haben
diese Programme im Einsatz. Aber wissen
sie immer auch, welches Potenzial in
ihnen steckt?
Nehmen wir zum Beispiel die Terminund Ressourcenplanung. Als Michael
Winklmaier Anfang 2011 seinen Dienst
in Mühldorf antrat, fand er eine – mit
Verlaub – etwas gestückelte Systematik
vor. Patiententermine wurden in einem
simplen HTML-Kalender eingetragen,
was den Termin zwar fixierte, ihn aber
in keinen systematischen und prozessorientierten Zusammenhang mit den
klinischen Prozessen brachte. Genau das
kam Michael Winklmaier wie ein unnötiger Bremsklotz im Effizienzgetriebe vor
und hat ihn angespornt, die vorhandenen
medico-Funktionen neu zu nutzen. Sein
Verbesserungsvorschlag war vielleicht
„total simpel“, so Winklmaier. Aber
gewirkt hat er allemal.
„Das kann man sich gar nicht
vorstellen“
Die Termine der einzelnen Sprechstunden
verwaltet nun das Programm Terminund Ressourcenplanung, das den Mitarbeitern der Zentralen Patientenaufnahme ermöglicht, patientenbezogene
Termine aufgeschlüsselt nach den einzelnen Leistungsstellen im Blick zu behalten. Wenn sich heute ein einbestellter
Patient in der Aufnahme meldet und nicht
genau weiß, wohin er muss, hilft ein
einziger Blick in das Terminmanagement.
Aber das ist nur ein Aspekt. Bei einem
anderen gerät der Kaufmännische Direktor
Ulrich Hornstein glatt ins Schwärmen:
„Wenn Sie sich heute mit Ärzten in der
Ambulanz unterhalten, dann berichten
die Ihnen von Erleichterungen in einer
Dimension … das kann man sich gar
nicht vorstellen.“ Während sie sich früher
vom Kalender zu medico und dann durch
medico hindurch zur Akte des Patienten
klicken mussten, gehen sie jetzt per
Doppelklick auf den Termin, haben alle
Informationen zum Patienten auf dem
Bildschirm und können direkt Röntgen,
Labor etc. anordnen.
Vom Anfang an digital: die
Anamnese
Andere Fälle von „medico-Tuning“ kommen ähnlich unspektakulär daher und lasinside: health IT SPECIAL · April 2012
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Anwenderberichte
medico
sen sich auch in anderen Krankenhäusern
rasch umsetzen. So wie der Anamnesebogen, den Michael Winklmaier auf Basis
des Moduls Klinische Dokumentation
für die Innere Abeilung ausgetüftelt hat.
Diese neue Anwendung startet einen
durchgängigen digitalen Dokumentationsprozess für jeden Patienten, der über
die Notaufnahme in die Klinik kommt.
Anamnese und Untersuchungsbefund
werden mit wenigen Klicks erstellt, dabei
auch sofort die Aufnahmediagnose verschlüsselt. Erfasste Patientendaten, Vitalwerte und andere Informationen sind
an allen medico-Arbeitsplätzen aufrufbar
und stehen später für die Abrechnung
und die Übernahme in den Arztbrief zur
Verfügung. Bei diesem neuen Prozess
arbeitet der Arzt in der Notaufnahme
genauso schnell wie bei der handschriftlichen Dokumentation und erzeugt gut
strukturierte und lesbare Dokumente,
was die nachfolgenden Prozessbeteiligten
zu schätzen wissen. Die wiederum arbeiten im weiteren Verlauf der Behandlung
mit dem gleichen Dokumentationsbogen,
sodass alle Informationen zum Patienten
in einer Ansicht übersichtlich gebündelt
bleiben. Damit unternimmt die Klinik
Mühldorf einen weiteren Schritt auf
dem Weg in ein Dokumentationszeitalter,
das jede redundante Datenerhebung
vermeidet und sich dem Ziel „Einmal
erfasst – überall verfügbar“ verschrieben
hat. In absehbarer Zeit will die Klinik
den Aufnahmeprozess über die medico
Arbeitsablaufsteuerung weiter unterstützen – beispielsweise bei Hinweis auf
Sepsis/SIRS entsprechende Untersuchungen direkt anfordern.
Kleine Prozessänderung –
großer Effizienzvorteil
Oder eine andere Prozessoptimierung, für
die das Klinikum ebenfalls kein medicoModul neu anschaffen musste: der prozessorientierte OP-Bericht mit gleichzeitiger Arztbriefschreibung. Betrachten wir
dazu erst einmal den Status vor 2011: In
der Allgemeinchirurge war es bis dahin
so, dass der Operateur seinen Bericht
während des Wechsels zwischen zwei
Operationen ins Diktiergerät gesprochen
hat. Der Text wurde dann – bei planmäßigem Ablauf – bis zur Entlassung des
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inside: health IT SPECIAL · April 2012
Patienten im Sekretariat abgetippt. Durch
eine kleine Prozessänderung und den
intelligenten medico-Einsatz ließ sich nun
ein erheblicher Effizienzgewinn erzielen,
wie das folgende Beispiel zeigt.
Herzstück dabei ist die aus der OP-Dokumentation heraus aufgerufene Klinische
Dokumentation, die letztlich aus einem
einzigen Bogen besteht, den die Chirurgen für etwa 80 Prozent aller Operationen einsetzen. In dem Formular sind
die häufigsten OP-Arten hinterlegt. Je
nachdem, welche Option der Arzt anklickt,
öffnen sich weitere Felder mit vorgeblen-
deten Textbausteinen, die der Arzt per
Mausklick in den OP- und Arztbericht
übernimmt. Die Textvorgaben kann er
natürlich verändern oder durch Freitext
ergänzen. Die einzelnen Inhalte hat
der Oberarzt der Allgemeinchirurgie im
Vorfeld festgelegt, weshalb Winklmaier
betont: „Nicht das System besitzt medizinische Intelligenz, sondern die Ärzte.
Die IT bildet nur ab, was die Chirurgen
an Standards vorgeben und jederzeit
auch modifizieren können.“ Im Fall einer
Schilddrüsen-Operation bedeutet das
zum Beispiel:
Anwenderberichte
medico
• Nach Dokumentation des Eingriffs
auf der rechten Seite erscheint
im OP-Bericht der hinterlegte Text:
Exploration der kontralateralen
Seite. Die kontralaterale linke
Hemischilddrüse wird nun hervorluxiert und zeigt sich:
knotig verändert
homogen mit dem sonographisch / szintigraphisch
beschriebenen Knoten
deutlich vergrößert und knotig
umgebaut
• Der Chirurg setzt nun einen Haken
und die Dokumentation für diesen
Punkt kann damit abgeschlossen
werden.
Die nächste Zeile im
Dokumentationsbogen lautet:
Resektion der kontralateralen
Seite. Nur wenn der Chirurg hier
einen Haken setzt, öffnet sich das
nächste Fenster:
Die oberen Polgefäße werden
dargestellt und mittels Biclamp
durchtrennt.
Die obere Nebenschilddrüse
kann dargestellt werden
ja
und bei guter
Durchblutung
erhalten werden
nein
Dabei übernimmt der Dokumentationsbogen auch elementare Erinnerungsfunktionen: Ohne einen Haken an
„unauffällige Zählkontrolle“ lässt sich
der Bericht ebenso wenig abschließen wie
ohne Angaben dazu, ob eine abschlie-
ßende Funktionsprüfung am Nervus
Recurrens stattgefunden hat.
Durchgestartet! Ohne
Zwischenstopp von der OPDokumentation zum Arztbrief
Wenn die OP fertig ist, ist es der Bericht
auch. Das beschleunigt nicht nur den
Informationsaustausch zwischen OPSaal und Station, sondern erleichtert die
administrative Arbeit ungemein. Denn
alle für den weiterbehandelnden niedergelassenen Arzt erforderlichen Informationen – zum Beispiel Epikrise und Therapie – werden aus der OP-Dokumentation
automatisch in den Arztbrief übernommen. Hinzu kommt, dass alle OP-Berichte
nun einheitlich strukturiert sind, was
spätere Auswertungen zu Qualitäts- und
Forschungszwecken erleichtert.
Viele routinierte Operateure werten es
als Zeitgewinn, wenn sie schon während
der OP dokumentieren und dabei in etlichen Routinen von medico unterstützt
werden. Neben diesem individuellen Vorteil erfährt das Gesamtsystem Klinik und
Patientenbetreuung eine kollektive Prozessbeschleunigung und -verbesserung.
Hierzu ein vielleicht einfaches, aber ausgesprochen anschauliches Beispiel. Der
Operateur notiert am Ende der Dokumentation die Uhrzeit im Dokumentationsbogen. Ist es noch vor 16 Uhr, erhält die
postoperative Verordnung automatisch
den Hinweis „leichtes Abendessen“. Ist
es nach 16 Uhr, gibt es für den Patienten
am selben Tag nur noch etwas zu trinken. Wenn diese Logik einmal für eine
bestimmte Operation festgelegt ist,
erspart das manch zeitraubende Nachfrage. Denn Pflegemitarbeiter sind dankbar dafür, dass sie nicht noch einmal
beim Arzt vorsprechen müssen, wenn der
knurrende Magen des Patienten nach
einem Stück Brot verlangt. Die saubere
und vollständige Dokumentation des
einen nutzt dem anderen bei der Fortsetzung der Patientenbehandlung.
Die Kombination von Qualitätsgewinn
für den Patienten und Effizienzgewinn
für die Klinik benötigt auf der einen Seite
fachspezifische Kompetenz und auf der
anderen Seite fachübergreifenden Teamgeist. Über beides verfügt die Klinik Mühldorf nach den Worten ihres Geschäfts-
führers Heiner Kelbel. Vor zehn Jahren
befand sich das Haus in einer wirtschaftlich schwierigen Phase, inzwischen steht
es blendend da und hat kürzlich die
Anzahl der Betten auf nunmehr 275 aufgestockt. „Es ist nicht das KIS, das die
medizinische Qualität und den wirtschaftlichen Erfolg einer Klinik produziert.
Aber man hält die Qualität nur dann auf
hohem Niveau, wenn man sich auf eine
leistungsstarke IT stützen kann. In dieser
Hinsicht trägt medico zu unserem Erfolg
bei.“ Heiner Kelbel weiß, dass sein KIS
kein Wundermittel, aber ein außerordentlich vielseitiges Werkzeug ist. Es kommt
darauf an, was man damit macht.
Wenn medico-Anwender
nutzten, was medico kann
Die Siemens-Unternehmenskommunikation überschrieb vor gut zehn Jahren
das interne Knowledge-Management mit
dem prägnanten Satz: Wenn Siemens
wüsste, was Siemens weiß. Der Gedanke
dahinter: Wir müssen unsere vorhandenen Kompetenzen wirkungsvoller vernetzen. In Anlehnung daran möchte man
eine andere Aussage formulieren: Wenn
medico-Anwender nutzten, was medico
kann! Die erfolgreichen Projekte von
Dr. Michael Winklmaier am Klinikum
Mühldorf zeigen, wie gut dieses Werkzeug geeignet ist, brachliegendes Potenzial in Sachen Effizienz- und Qualitätssteigerung freizusetzen. Dazu bedarf es
oftmals keiner weiteren Investitionen in
die Software. Es geht vielmehr darum,
die IT noch konsequenter in die Prozesssteuerung einzubinden. Nutzen Sie Ihre
Möglichkeiten mit medico!
Info/Kontakt:
www.siemens.de/medico
harald.steffan@siemens.com
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