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02a Was ist Handel - kiknet

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Was ist Handel?
02 – Wirtschaft
Arbeitsbeschreibung
Handel einst bis heute
Arbeitsauftrag:
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Die Sch’ erarbeiten mit Hilfe eines Zeitfrieses und eines
Zeitstrahls, welche Elemente des Handels in der
Weltgeschichte einen wesentlichen Einfluss hatten.
Lesen des Infotextes, Herstellen des Zeitstrahls zu zweit.
Erstellen des Zeitfrieses bebildert als Klasse.
Diktat und Textzusammenfassungen
Ziel:
Die Sch’ erkennen die wesentlichen Entwicklungen im Handel von
der Steinzeit bis hin zum heutigen Handel.
Material:
Bildmaterial
Zeitepochen-Karten
Texte und Arbeitsblätter
Sozialform:
Partnerarbeit, Klassenarbeit
Zeit:
60 Minuten
Zusätzliche Informationen:
Information 1: Schüler sollen aus dem vorhandenen Bildmaterial die richtigen Bilder
selbst heraussuchen und zuordnen.
Information 2: Der Zeitfries kann in einer Klassenarbeit realisiert werden-
Weiterführende Ideen:
Idee 1: Abfragespiel mit den Epochekarten, weitere Karten erstellen
Idee 2: Epochen mit sonstigen Ereignissen vertiefen (außerhalb des Handels (Kultur,
Kunst, Geschichte, große Köpfe, Umweltentwicklungen)
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Was ist Handel?
02 – Wirtschaft
Handel und seine Bedeutung
Der früheste belegte Handel ist 140.000 Jahre alt, also älter als das Aufkommen
differenzierter Gesellschaften. Im Ursprungsgebiet der Menschen, in Afrika, begann der
Handel von Waren über mehrere hundert Kilometer.
Mit der Verbreitung der Menschen über fast alle Kontinente, vor rund 60.000 Jahren,
mit dem technischen Fortschritt, insbesondere der Entstehung der Landwirtschaft, vor
16.000 Jahren, mit dem Bevölkerungswachstum sowie dem Entstehen von
Häuptlingsreichen und Staaten bildete sich regionaler Handel mit den aufkommenden
Städten, vor 12.000 Jahren, als Zentren für ihr Umland und
verdichteten sich die Fernhandelsbeziehungen.
Das Auf und Ab der Reiche führte zu regelmäßigen
Schwankungen des Handels, mal funktionierte er, dann wieder
wurde er durch Kriege zum Erliegen gebracht.
Jahrhundertelang bestanden intensive Handelsbeziehungen
zwischen der bereits hoch differenzierten edelsteinreichen
Induskultur, von 2600–1900 v. Chr., und der sumerischen
Kultur; mit dem Zerfall der
Induskultur brachen sowohl ihr
Binnenhandel als auch der
Außenhandel ein. In Europa blühte der
Handel in der Bronzezeit, um 2000 v.
Chr., zwischen dem Mittelmeerraum
und Nordeuropa stark auf.
In der Antike Europas, ab 1200 v. Chr., bildeten sich neue,
große Reiche und Imperien (Griechenland/Rom im Westen, HanChina im fernen Osten). Zwischen diesen mächtigen
Staatsgebilden herrschte ein intensiver Fernhandel.
Beispielsweise wurde in Rom chinesische Seide getragen, ein
Beleg für den kontinentüberspannenden Austausch über die
Seidenstraße. Mit der eurasischen Völkerwanderung, 300 – 500 n. Chr., brachen diese
Pfeiler des Fernhandels ganz oder zeitweise zusammen, im Römischen Reich kam es mit
dem Zerfall der zum Zusammenbruch zahlreicher Städte.
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Was ist Handel?
Im eurasischen Hochmittelalter, ab dem Jahr 500, stabilisierten sich die Reiche und
bildeten sich neue Imperien (z. B. die riesigen, aber kurzlebigen Mongolenreiche). Der
eurasische Fernhandel nahm wieder zu. Europa beschleunigte das Entwicklungstempo
und entwickelte sich allmählich zu einem Handelszentrum. Der europäische Seehandel im
Übergang vom Mittelalter, um das Jahr 1500, zur Neuzeit wurde wesentlich von
Stadtrepubliken (z. B. Venedig, Genua, flämische und niederländische Städte sowie
Hansestädte) beherrscht.
Damals operierten erstmals mächtige „Fernkaufleute“, eine neue Berufsgruppe.
Besondere Bedeutung erlangten hierbei die Kaufmannsgilden. Die ersten Gilden sind auf
dem Gebiet des heutigen Frankreich ab dem Jahr 900 nachgewiesen. Ähnlich wie die
Zünfte (Handwerkerzusammenschlüsse) dienten die Gilden zunächst dem Schutz ihrer
Mitglieder; Ziele waren: die Sicherheit der Waren beim Transport, gegenseitige
Unterstützung bei Unglücksfällen und die gemeinschaftliche Pflege von Religiosität. Mit
der Zeit, ab 1200, wurden die Gilden immer stärker, beherrschten den Handel ganzer
Städte oder Länder. In Italien ist hierfür das Geschlecht der Medici ein außerordentlich
gutes Beispiel, welches schrittweise die Stadtrepublik Florenz unter seine Kontrolle
brachte.
Eine der bedeutendsten Fernhandelsgilden in Europa im Mittelalter war die Hanse, die
sich schließlich Mitte des um 1450 zu einem mächtigen Städtebund weiterentwickelte.
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Was ist Handel?
Die Suche nach neuen Seewegen nach Indien und China
war eine wesentliche Motivation für die Entdeckungsreisen
am Ende des Mittelalters bzw. am Anfang der Neuzeit. So
war
Christoph Kolumbus davon überzeugt, bei seinen Reisen
ab 1492 Indien erreicht zu haben, was auch das
eigentliche Ziel seiner Reise gewesen war.
Santa Maria, Schiff des Kolumbus
Heute steht der Welthandel unter dem Einfluss der
Globalisierung. Unter der Führung der
Welthandelsorganisation (WTO) sollen internationale
Zollschranken abgebaut und der freie Waren- (GATT) und
Dienstleistungsverkehr (GATS) gefördert werden. Diese
Politik des Freihandels ist umstritten;
Globalisierungskritiker sehen darin eine weitere Benachteiligung der Länder in der so
genannten unterentwickelten Dritten Welt und auch eine Beeinträchtigung der freien
Verwaltung der einzelnen Staaten.
Allerdings hat sich auch gezeigt, dass Handel zu Wohlstand führt. So ist seit den 1950er
Jahren die Armut der Welt laufend gesunken, auch sank die Anzahl der vom Hunger
bedrohten Menschen. Dennoch braucht es noch viel Arbeit, um die Unterschiede in der
Welt einigermaßen auszugleichen.
Aufgaben:
1. Erstelle einen Zeitstrahl, der die Entwicklung des Handels seit der Urzeit aufzeigt!
Beschrifte diesen Strahl mit Jahreszahlen und den dazu gehörenden Ereignissen
oder Entwicklungen.
2. Erstelle einen Zeitfries mit Bildern. Verziere deine Darstellung mit Fotos oder
eigenen Zeichnungen!
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Was ist Handel?
Zeitstrahl
HEUTE
60 000 Jahre
140 000 Jahre
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Was ist Handel?
Muster eines
Zeitfrieses (eine andere Form …)
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Was ist Handel?
Arbeite für die Geschichtsepochen mit dem Blatt „Zeitkärtchen
Geschichte“!
Was ist internationaler Handel?
Hier erfährst du einiges über den Handel, die Europäische Union und
darüber, warum das alles auch dich betrifft.
Diktattext
Lara ist ein Schulmädchen. Nachdem sie zum Frühstück ein französisches
Croissant und einen englischen Muffin gegessen hat, zieht sie sich ihre
italienischen Schuhe an und wird von ihrem Vater in einem deutschen
Auto, das mit Benzin aus dem Nahen Osten fährt, zur Schule gebracht.
Nach der Schule gehen Lara und ihr Bruder Niko in den CD-Laden, um sich
den aktuellen Nummer-eins-Hit zu kaufen.
Das Album ist zwar von einem berühmten schwedischen Pop-Star, aber
die CD selbst wurde in China hergestellt, und die Geschwister können es
kaum erwarten, sie auf ihrer japanischen Stereo-Anlage laufen zu lassen.
Nach dem Abendessen verschickt Niko über sein finnisches Mobiltelefon
geheimnisvolle SMS-Mitteilungen an seine Freunde. Lara schaltet ihren in
Taiwan hergestellten PC ein und surft mit Hilfe ihres amerikanischen
Browsers im Internet.
Wahrscheinlich hast du schon einmal mitbekommen, wie im Fernsehen
etwas über den Welthandel gesagt wurde, aber wenn du dich nicht
sonderlich dafür interessierst, kann dieses Thema so verwirrend und
fremdartig erscheinen wie ein tanzender Marsmensch. Ohne den
Welthandel jedoch müssten Lara und Niko auf viele der Dinge verzichten,
die für sie selbstverständlich sind. Tag für Tag wird auf der
Welt mehrere Millionen Güter (Dinge zum Anfassen wie Lebensmittel und
Computer) und Dienstleistungen (zum Beispiel Urlaubsreisen und
Konzertveranstaltungen) gekauft und verkauft. Wenn ein Land von einem
anderen etwas kauft, nennt man das Import; und wenn es etwas verkauft,
bezeichnet man das als Export. Europa ist der größte Importeur und
Exporteur weltweit.
Lesetext
Mobile Welt
Die Welt von heute wird häufig als „globales Dorf“ bezeichnet. Damit ist
gemeint, dass Telefon, Satelliten, das Internet, Flugzeuge und andere
Errungenschaften der modernen Technik Milliarden Menschen einander
näher gebracht haben. Wir können uns heute mit Menschen auf der
anderen Seite des Erdballs verständigen, weit
entfernte Länder besuchen und überall auf der Welt Sachen kaufen und
verkaufen. Ohne diese Entwicklung, die als Globalisierung bekannt ist,
sähe unser Leben ganz anders aus.
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Was ist Handel?
Aber warum brauchen wir den Welthandel? Nun – weil kein einziges Land
all das herstellen kann, was seine Einwohner gerne hätten. Handel
bedeutet, dass die einzelnen Länder nicht alles allein machen müssen. Sie
können sich auf das konzentrieren, was sie am besten, am schnellsten
und am billigsten können, und das, was sie nicht brauchen, gegen Güter
und Dienstleistungen aus anderen Ländern tauschen. Dieser Umstand wird
in der Volkswirtschaftslehre als Spezialisierung bezeichnet. Der Welthandel
nützt uns allen, denn er ermöglicht uns
die Wahl zwischen Pizza aus Italien und den USA ebenso wie zwischen
Filmen aus Hollywood und Bollywood.
Schon seit langem gibt es Märkte, auf denen Menschen ihre eigenen
Erzeugnisse verkaufen und die Produkte anderer kaufen, um ihren Bedarf
zu decken. Märkte machen den Handel einfacher, denn die Anbieter
brauchen nicht jeden Kunden einzeln aufzusuchen – die Kunden kommen
einfach zu ihnen an den Stand oder in den Laden. Und so wie mehrere
Geschäfte in Einkaufszentren zusammengefasst werden, um das Kaufen
und Verkaufen bequemer zu machen, können sich auch Länder zum
Handel zusammenschließen. Diese Zusammenschlüsse nennen wir dann
Wirtschaftsblöcke. Ihre Mitglieder können untereinander frei Handel
treiben. Außerdem können sie durch die Zusammenarbeit als Gruppe ihr
Gewicht in der Welt stärken und ihre Stimme besser zu Gehör bringen.
Eine Union wird geboren
Lesetext
Zur Bildung eines solchen Wirtschaftsblocks kam es vor über 50 Jahren,
als sechs europäische Länder den Vorläufer dessen gründeten, was heute
als Europäische Union (EU) bezeichnet wird. Inzwischen stellt die EU den
größten Wirtschaftsblock weltweit dar. Auf sie entfallen rund 20 % des
Welthandels, was bedeutet, dass
jedes fünfte Gut, bzw. jede fünfte Dienstleistung, die irgendwo auf der
Welt eine Grenze überschreiten, von einem europäischen Staat gekauft
oder verkauft werden. Als äußeres Zeichen für diesen Erfolg ist die EU von
15 auf 25 Mitglieder gewachsen.
So wie es zwischen einzelnen Ländern politische Grenzen gibt, die das
Reisen erschweren können, weil man Visa und andere Papiere benötigt,
gibt es auch wirtschaftliche Grenzen. Früher wurden in den Ländern
Europas auf ausländische Erzeugnisse Steuern erhoben, und für den
Verkauf galten unterschiedliche
Regelungen. Diese Regelungen werden Handelshemmnisse genannt.
Die Aufgabe der EU besteht darin, die Grenzen zwischen den Staaten
Europas nach und nach durchlässiger zu machen, um sowohl das Reisen
als auch den Handel zu erleichtern. Heute ist die EU eine „Region ohne
Grenzen“, in der Menschen und Produkte frei verkehren können. Aus
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Was ist Handel?
ursprünglich 25 getrennten nationalen Märkten ist ein europäischer
Binnenmarkt geworden. Das bedeutet zum Beispiel, dass ein
griechisches Unternehmen die von ihm hergestellten Rollerblades nicht
nur in Griechenland verkaufen darf, sondern ohne zusätzliche Steuern
auch in den übrigen 24 Ländern der EU, sofern sie den europäischen
Sicherheitsnormen entsprechen.
Die Welt ist groß. Sie hat mehr als 6 Milliarden Bewohner, die in rund 200
Staaten leben. Da der internationale Handel so wichtig ist, sind schon 148
Staaten der Welthandelsorganisation (World Trade Organisation/WTO)
beigetreten. Wie die FIFA für den Fußball, so bestimmt die WTO die
Regeln für den weltweiten Handel.
Glaubt ein Land, dass ein anderes sich nicht an die Regeln gehalten hat,
kann es sich bei der WTO beschweren. Dann muss die WTO wie ein
Schiedsrichter entscheiden, ob die Beschwerde berechtigt ist und ob das
Land, das den Regelverstoß begangen hat, eine Verwarnung oder eine
Geldstrafe bekommt.
Eine weitere Aufgabe der EU besteht darin, bei den Sitzungen der WTO
und auf anderen internationalen Konferenzen für ihre Mitglieder zu
sprechen. Gemeinsam ist man stark – das weiß jeder, der schon einmal in
einer Mannschaft gespielt hat. Bei der WTO ist die EU als größter
Wirtschaftsblock der Welt ein wichtiger Spieler. Sie trägt aber auch viel
Verantwortung. Deshalb will die EU ihre Macht nicht nur nutzen, um die
Rechte ihrer Mitgliedstaaten zu verteidigen, sondern auch, um
Handelsschranken abzubauen und den Handel für alle fairer zu machen,
vor allem für die kleineren und ärmeren Länder der Welt – weil der Handel
ihnen beim Aufbau
ihrer Wirtschaft helfen kann.
Die EU besteht im Wesentlichen aus drei Organen, die im internationalen
Handel jeweils eigene Aufgaben haben:
• Die Europäische Kommission erläutert und verteidigt die Bedürfnisse
und
Meinungen der EU in Gesprächen mit anderen Ländern und
internationalen
Organisationen und schließt Handelsverträge.
• Der Rat der Europäischen Union fasst als Vertretung der 25
Mitgliedstaaten die wichtigen politischen Beschlüsse für die EU.
• Das Europäische Parlament genehmigt als Vertretung der Völker
Europas die
Beschlüsse des Rates.
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Was ist Handel?
Aufgaben:
1. Diktiere deinem Banknachbarn den „Diktattext“. Kontrolliert
anschließend die Fehler!
2. Fasse den Lesetext in kurzen Worten hier zusammen.
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