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Er jammert nicht, er tut was! - motorist.at

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Günter Nebel
Er jammert nicht, er tut was!
„Zuerst war hier nur grüne Wiese – und dann haben wir gebaut.“ Jeder, der
Günter Nebel kennt, weiß mit welcher Entschlusskraft so ein Vorhaben von
ihm durchgezogen wird. Heute, zehn Jahre nach den ersten Gehversuchen als
Motorist stehen auf dem mittlerweile 7.000 m2 großen Nebel-Firmengelände etwas außerhalb von Grieskirchen / Oberösterreich ein moderner Motoristen-Betrieb, eine Zweiradfirma und ein Imbiss, den vor allem die Mitarbeiter nützen.
Betrieben wird alles – umweltfreundlich – mit der betriebseigenen Hackschnitzelheizung.
Doch von Anfang an: Was Günter Nebel anfängt, das macht der
(fast) immer fröhliche Anfangvierziger engagiert und durchsetzungsstark – und mit Visionen. Obwohl
er erblich vorbelastet ist – sein Vater gehörte zu den Gründervätern
des österreichischen HusqvarnaVertriebs Holzmann, Pilz und Nebel – begann er vorerst einmal als
Berufskraftfahrer, bevor er Ausbildungen zum KFZ– und Landmaschinentechniker absolvierte. Vor
zehn Jahren entschloss er sich
vorerst im Familienhaus, Garten-
geräte und Metzgereimaschinen
herzurichten.
2002 setzte sich Nebel erstmals mit der Berufsbezeichnung Motorist auseinander. „Da
hamma gewusst, das wollen
wir machen“, erzählt er. Mit
seinem jetzigen Werkstattleiter
Gottfried Jäger wurde 2003 auf
einem Gelände etwas außerhalb von Grieskirchen an der
B137 der erste Betrieb errichtet.
Auf einer Fläche von 2000 m2
(350 m2 verbaute Fläche) verkaufte und reparierte er vor
allem die Marken Jonsered und
Husqvarna.
Im Mai 2009, Günter Nebel
ist
inzwischen
Alleinbesitzer
des Unternehmens, gibt es die
Eröffnung des erweiterten Betriebes zu feiern. Mittlerweile
ist die Firma Nebel ziemlich
gewachsen. Auf einer Fläche
von 7000 m2, davon insgesamt
2.200 m2 verbaut, befinden
sich der erweiterte Motoristenbetrieb, ein Zwei-Rad-Handel mit
Werkstätte, spezialisiert auf die
Marken Vespa, Piaggio, Moto-
Günter und Marianne Nebel (rechts) mit ihrem Team:Günther Brandstätter, Gottfried Jäger, Andreas Penzinger, Monika
Pennetzdorfer, Sandra Ziegler, Sebastian Lindner, Ida Pauzenberger, Viktoria Weber, Florian Bischof, Johann Gotthalmseder
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www.motorist.at
Guzzi,
Husqvarna-Motorräder
und eine Kantine, die vor allem
die dreizehn Mitarbeiter kulinarisch versorgt. Eine hochmoderne
Hackschnitzelheizung sorgt für
umweltfreundliche Wärme und
mit Fußbodenheizung auch für
warme Füße.
Die Philosophie der Nebel KG ist
einfach und effizient: Offenheit
im Umgang mit Industriepartnern,
Kunden und Mitarbeitern. Das
geht am besten, wenn man sich
auf wenige Marken konzentriert.
Bei Nebel sind dies vor allem
Jonsered, MTD (Einachser, Balkenmäher, Fräsen und Rasentraktoren), die gehobene Klasse an
Rasenmähern, Rasen- und Kommunaltraktoren von John Deere
und natürlich die Hauptmarke
Husqvarna mit dem Profiprogramm Green City Pro, aber auch
Motorsägen und Rasenrobotern,
Auf dem 7.000 m2 großen Areal der Nebel KG stehen neben dem Motoristenbetrieb
auch eine Zwei-Rad-Firma, eine Kantine und die firmeneigene Hackschnitzelanlage.
für die eine eigene Werkstätte
eingerichtet wurde. Etwas kritisch
steht Günter Nebel dem Construction-Programm von Husqvarna
geht noch weiter: „Jenen Betrieben, die ihr Motoristen-Geschäft
so nebenbei betreiben, sollte man
es von Seiten der Industrie so
schwer wie möglich machen. Nur
dann ist gleichbleibende Qualität
gewährleistet.“
Transparenter
Betrieb mit COS
Kernstück des Motoristen-Betriebes ist die Werkstätte:
Mit dem ausgeklügelten Arbeits-Ablauf-System Arista
von COS werden die Wege kurz und die Abläufe übersichtlich organisiert.
entgegen: „Das Thema
ist sicher ausbaufähig,
aber es fehlt noch der
entscheidende Kick.“
Nicht ganz glücklich ist
Nebel mit der Vermarktung der Bezeichnung
Motorist: „Der Motorist
muss zur Marke, zum
Qualitätsmerkmal
für
den Kunden werden.
Da wird von den Berufsvertretungen und der
Industrie noch zu wenig
getan!“ Doch Nebel
www.motorist.at
Um Betriebsabläufe zu optimieren
setzt Nebel seit kurzem auf den
Softwareanbieter COS. „Im Unternehmen geht es nicht nur ums
Rechnungsschreiben, sondern vor
allem um die Optimierung von Arbeitsabläufen“, stellt Nebel fest.
Mit dem COS-Programm Arista,
das Nebel verwendet, kann er
zu jeder Zeit des Tages sagen,
ob die gewünschte Neumaschine auf Lager ist oder in welchem
Stadium sich das Reparaturgerät
gerade befindet. Auch statistische
Kennzahlen wie Umsätze, Rohertrag oder Deckungsbeitrag sind
auf einen Knopfdruck abrufbar.
Diese Transparenz ist in Zeiten
von Basel II nicht zuletzt ein gutes
Argument bei Bankgesprächen.
Auch die inneren Abläufe werden
mit dem COS-Programm transparent. Im Prinzip reicht ein Blatt
Papier, um alle Abläufe zu dokumentieren – das zweite Papier ist
schon die Rechnung für den Kunden. Als Beispiel schildern Günter
Nebel und COS-Geschäftsführer
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geben wird, der die Arbeit zuteilt.
In der Werkstätte wird
sowohl der Gerätecode
als auch der Code des
Mitarbeiters eingescannt.
Das Programm zeigt also
genau, wie lange welcher Techniker für die
Reparatur gebraucht hat.
Das hat Vorteile für das
Unternehmen wie auch
für den Mitarbeiter. Nebel: „Beide wissen, wo
Sie stehen. Bei uns kommt
es durchaus einmal vor,
dass ein Mitarbeiter nach
Durchsicht der Unterlagen
feststellt, dass er eigentSeit Anfang des Jahres sorgt Marianne Nebel als lich mehr wert ist, als er
Geschäftsführerin für den reibungslosen Ablauf bezahlt kriegt. Dann ist
im Hause Nebel. Günter Nebel möchte sich in Zu- sein Verhandlungspositikunft wieder auf das konzentrieren, was er am
on natürlich besser. Aber
besten kann, nämlich verkaufen!
gleichzeitig habe auch
ich als Chef die Chance, einen
Dietrich Brandt wie es läuft, wenn
Mitarbeiter gegebenenfalls zu
ein Kunde eine Maschine zur Remehr Engagement aufzufordern.“
paratur bringt:
Doch zurück zum Ablauf: Fehlt
Kunde Meier steht mit einer defekwährend der Reparatur ein Erten Maschine vor der Tür. Sebassatzteil oder bleiben Teile übrig,
tian Lindner, im Hause Nebel für
werden diese mittels Scanner
die Reparaturannahme zuständig,
eingebucht und entweder auf der
schaut sich das defekte Teil an,
Ersatzteilliste dazugerechnet oder
stellt die Diagnose und verfasst
ins Lager zurückgebucht.
mit Herrn Meier den Werkstättenauftrag in dem Kundendaten
(Name, Adresse, Telefonnummer,
Email und dergleichen), sowie
die Fehlerdiagnose aufgezeigt
werden. Daraufhin geht die Maschine mit dem Reparaturauftrag
in die Werkstätte. Hier wird ein
Barcode mit der Kunden- und Auftragsnummer ausgedruckt und auf
die Maschine geklebt. Danach
wird das Gerät ins Zwischenlager
gebracht.
Der Werkstättenauftrag geht zugleich an die Ersatzteilbestellung.
Dort wird automatisch die Verfügbarkeit überprüft. Fehlt ein Teil,
wird es automatisch bestellt, sind
alle Ersatzteile da, kommen die
Teile inklusive Werkstattauftrag in
die Reparaturkiste. Ersatzteillager
Die Nebels beschäftigen drei Lehrlinge,
darunter Viktoria Weber. Auch Weiund Werkstätte sind bei Nebel
terbildung wird groß geschrieben. Im
nur durch eine Fenster verbunden,
firmeneigenen Seminarraum werden
durch das die Reparaturkiste an
regelmäßig Mitarbeiter-Schulungen abden Werkstättenmeister weitergegehalten.
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Ist das Gerät dann instandgesetzt
und der Werkstättenteil damit beendet, wird der Auftrag, auf dem
jetzt neben den Kundendaten
auch Arbeitszeit und Ersatzteile
stehen mittels Materialschein abgerechnet. Mit diesem Schein
kann jeder Mitarbeiter der Firma
Nebel die entsprechende Rechnung schreiben.
Dann müssen wir nur mehr den
Gerätebesitzer anrufen, um ihn zu
informieren. Aber auch hier wird
über etwas Neues nachgedacht.
Nebel: „In Zukunft werden wir die
Kunden automatisch über SMS
auf Ihr Handy über die erfolgreiche Reparatur benachrichtigen.“
An COS ist Nebel vor allem der
Service wichtig, mit COS-Chef
Dietrich Brandt verbindet Günter
Nebel ein Vertrauensverhältnis.
Nebel: „Die wissen schon fast
mehr über unseren Betrieb, wie
wir – und sind rund um die Uhr
da, wenn wir ein Problem haben.“
Partner von Industrie und
Kunden
Günter Nebel, gelernter Berufskraftfahrer, KFZ- und Landmaschinentechniker gründete das Unternehmen vor rund zehn Jahren.
Heute steht auf dem Gelände in
St. Georgen/Grieskirchen ein
Motoristenbetrieb, eine Kantine
und ein Zwei-Rad-Unternehmen.
Nebel konzentriert sich mit seinen
Dreizehn Mitarbeitern, darunter
drei Lehrlinge, auf die Marken
Husqvarna, Jonsered, MTD und
John Deere.
In den letzten zehn Jahren konnte die Nebel KG, an der in den
Anfangsjahren auch Werkstättenleiter Gottfried Jäger beteiligt war,
jährlich einen durchschnittlichen
Umsatzzuwachs von rund dreißig
Prozent verbuchen.
Seit Anfang des Jahres sind die
Aufgaben an der Unternehmensspitze neu verteilt. Nebels Ehefrau Marianne hat die Geschäftsführung der Nebel KG übernommen. Günter Nebel widmet seine
freien Kapazitäten wieder verstärkt
dem Verkauf.
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