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Alperschliessung Iselten:Was lange währt, wird - Kanton Bern

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ALPERSCHLIESSUNG ISELTEN/14. Juni 2014
Seite 1
ALPERSCHLIESSUNG ISELTEN;
Iselten,
14. Juni 2014
Kurzreferat von
Herrn Regierungsrat Andreas Rickenbacher,
Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Bern
ALPERSCHLIESSUNG ISELTEN:
WAS LANGE WÄHRT, WIRD ENDLICH GUT!
Sehr geehrte Damen und Herren
Ich danke Ihnen für die Einladung zur Abschlussfeier im Rahmen der Alperschliessung
Iselten. Gerne feiere ich mit Ihnen eine 20-jährige Arbeit, die heute zu einem guten Ende gebracht wird. Den Verantwortlichen gratuliere ich ganz herzlich!
Wir stehen hier auf der Alp Iselten, einer der grössten Alpen im Kanton Bern. Während
der Alpungszeit leben hier knapp 200 Kühe, mehr als 100 Rinder und etwa 30 Kälber.
Die Sennen produzieren während eines Alpsommers 20 Tonnen Bergkäse und eine
Tonne Alpbutter.
Ein Blick in die Geschichte: Im 13. Jahrhundert wurde die Alp Iselten erstmals urkundlich erwähnt: Der adelige Walter von Eschenbach überliess damals einen
Stafel den Augustiner Chorherren in der Propstei Interlaken. Bis ins 16. Jahrhundert
wuchs der Besitz der Augustiner auf der Alp an. Als im Jahr 1528 das Kloster in Interlaken aufgelöst wurde, gelangte die ganze Alp Iselten an Bern, den damals grössten
Stadtstaat nördlich der Alpen.
Im 18. Jahrhundert wurden Stadt und Kanton Bern als politische Organisationen getrennt. Die Kuhrechte auf der Alp Iselten wurden in zwei Gebiete aufgeteilt: Die Stadt
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erhielt die Alp Ausser-Iselten, der Kanton die Alp Inner-Iselten. 1868 verkaufte der Kanton die Alprechte auf Inner-Iselten an einundzwanzig private Herren in Interlaken. InnerIselten wurde danach auch „Herren-Iselten“ genannt, während Ausser-Iselten — die
Alp, auf der wir jetzt stehen — auch „Bauern-Iselten“ genannt wurde.
Die Geschichte der Alperschliessung Iselten, die wir heute feiern, ist nicht
weniger packend als die Geschichte der Alp selbst. Die Situation auf der Alp Iselten war
am Ende des letzten Jahrhunderts sehr unbefriedigend:
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Die Konzession der 1968/69 gebauten Personenseilbahn sollte im Jahr 2009
ablaufen.
Die Tiere mussten die Alp über einen steilen, steinigen und kaum noch tiergerechten Weg ab Gündlischwand erklimmen.
Es reifte der Wunsch, die schwierigen Umstände zu verbessern: 1994 — zu Beginn der
Amtszeit meiner Vorgängerin, Frau a. Regierungsrätin Elisabeth Zölch Bührer — wurde
ein Beitragsgesuch an Bund und Kanton gestellt. Eine erste Begehung mit den Behörden vor Ort fand statt.
Das daraus hervorgegangene Projekt „Alperschliessung Iselten“ nahm von der Planung
bis zur Ausführung eine sehr lange Zeit in Anspruch. Die Diskussionen um verschiedene Varianten der Alperschliessung zogen sich von 1994 bis 1997 hin. Eine neue Seilbahnerschliessung stand einer Wegerschliessung gegenüber — ebenso wie die Interessen des Landschaftsschutzes jenen der Alpwirtschaft: Der Weg war aus Sicht des
Umwelt- und Landschaftsschutzes umstritten, eine Seilbahn wurde aus alpwirtschaftlicher Sicht als nicht optimal erachtet. Nach der Variantenklärung — man entschied sich
für eine Wegerschliessung — dauerte es weitere neun Jahre, bis ein genehmigungsfähiges Bauprojekt vorlag. Streitpunkt war die geplante Querung des Schiltwaldes. Der 26
Hektaren grosse Schiltwald ist ein grossflächiger, subalpiner und teilweise auf Blockschutt gewachsener Fichtenmischwald. Der Kanton Bern hat ihn 1996 in sein W ALDNATURSCHUTZINVENTAR aufgenommen. Umweltaspekte haben zu Recht in Staat und Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Es musste eine Umweltverträglichkeitsprüfung
durchgeführt werden. Der Eingriff in den schützenwerten Wald konnte mit Ausgleichsmassnahmen kompensiert werden. Mit dem Verwaltungsgerichtsentscheid vom 11. Juli
2007 begann die Detailprojektierung und das Baubewilligungsverfahren wurde eingeleitet. Innert zwei Jahren (2008-2009) wurde ein umweltverträgliches Projekt ausgearbeitet, in weiteren fünf Jahren bis 2014 wurde es ausgeführt.
Heute feiern wir den Abschluss des Projekts: Zur Haupt- und Nebenerschliessung gehören 4,3 Kilometer Kieswege und ein Tunnel von rund zweihundert Metern Länge.
Die Kosten für die Erschliessung tragen zu 69 Prozent Bund und Kanton aus Strukturverbesserungskrediten. Dank grosszügiger Spenden, unter anderem von der SCHWEIZER PATENSCHAFT FÜR BERGGEMEINDEN, kann die W EGGENOSSENSCHAFT ISELTEN die
Restkosten tragen.
Ich komme damit zum Schluss: Ich danke den Geldgebern für die Unterstützung. Die Investition hat einige gute Aspekte: Sie ist nachhaltig und sichert die Zukunft
der Alpbetriebe. Das ist gerade auch für bevorstehende Generationenwechsel unter
den Bewirtschafterinnen und Bewirtschaftern von grosser Bedeutung.
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Mein Dank geht auch an alle, die das Projekt während der letzten 20 Jahre tatkräftig unterstützt haben:
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an die damaligen Initianten,
an die WEGGENOSSENSCHAFT ISELTEN als Bauherrin,
an die Gesamtprojektleitung und Projektleitung für den Wegebau: die W ALD
UND UMWELT FORSTINGENIEURE AG, Wilderswil, und das Forstingenieurbüro
NATEC, Interlaken,
an die Projekt- und Bauleitung für den Tunnel: die Ingenieurgemeinschaft
GEOTEST AG, Zollikofen, und die PRANTL BAUPLANER AG, Grindelwald,
an den Umweltbaubegleiter Dr. Roland Luder, Thun,
an die Bauunternehmungen für den Wegebau: die Arbeitsgemeinschaft SEEMATTER AG, Interlaken, und GERBER+TROXLER BAU AG, Bönigen,
an die Bauunternehmung für den Tunnelbau: die GHELMA AG BAUBETRIEBE,
Meiringen und
an die involvierten Behördenvertreter von Bund und Kanton.
Sie alle haben das schwierige Vorhaben mit Engagement, Flexibilität und Kompetenz
zum Ziel geführt.
Den Nutzerinnen und Nutzern der schönen Alpen auf Inner- und Ausser-Iselten wünsche ich viel Freude und einen erfolgreichen Alpsommer. Und ich danke ihnen allen für
die Geduld, die sie während langer Zeit üben mussten. Wir haben gemeinsam erfahren:
Was lange währt, wird endlich gut!
Ich wünsche Ihnen ein schönes Eröffnungsfest!
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