close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Da rührt sich was… - Neues Land

EinbettenHerunterladen
24 UMWELT
Freitag, 1. August 2003
Da rührt sich was…
Erich Pöltl kann als „Vater“ des Umweltbildungszentrums durchaus stolz sein. Besonders die
Betreuung der vielen Aktionen in steirischen Gemeinden kann als Erfolgsgeschichte gewertet werden.
as Projekt „Lokale Agenda
21 Schule“ des Umweltbildungszentrums (UBZ) beweist, dass es vielerorts gerade die
kleinen Schritte sind, die letztlich
entscheidende und nachhaltige
Veränderungen bewirken können. Drei Beispiele aus dem heurigen Jahr, alle betreut von Sabine
Baumer (UBZ), sollen dies – stellvertretend für unzählige andere
Initiativen – illustrieren:
D
Spielplatz statt Autos
Die aktive Beteiligung der Kinder
ist eine grundlegende Intention
der Schulagenda. Und so startete
bereits im Herbst des Vorjahres
ein Umweltprojekt in der Volksschule Höch, auf das alle Beteiligten wirklich stolz sein können.
Nach Befragung der Kinder kristallisierte sich recht bald das zentrale Anliegen aller Schüler heraus: die Umgestaltung des Schulhofes, der zu dieser Zeit hauptsächlich als Parkplatz genutzt
wurde. Bei einem Besuch bei
Bürgermeister Rudolf Stiendl
brachten die Kinder selbst ihre
Wünsche und Argumente vor
und stießen dort auch auf Verständnis und Unterstützung. Und
so konnte schon bald auch konkret Hand an das Projekt angelegt
und mit den Veränderungen begonnen werden. Nach einigen
Monaten intensiver Zusammenarbeit von Schule, Gemeinde und
UBZ konnte noch rechtzeitig vor
Ferienbeginn der neu gestaltete
Schulhof offiziell im Rahmen eines Spielefestes eröffnet werden.
Mit viel Freiraum zum Spielen,
Ballschutznetzen, Sitzplätzen, einem Garten, einer Kräuterspirale,
einem Wigwam sowie Möglichkeiten zum Zurückziehen ist dieser Ort nun eine Bereicherung für
den ganzen Demmerkogel, der
von den Kindern der Umgebung
an den Nachmittagen rege besucht wird. Geplant sind in weiterer Folge noch Naschsträucher
und eine gezielte Fortsetzung des
Projektes in Richtung „Gesunde
Ernährung“.
Allerhand zu bieten
Auch in der Volksschule
Gai/Trofaiach liefen die Planungen für das örtliche Kinderbeteiligungsprojekt bereits 2002 auf
Hochtouren. Eine Bestandsaufnahme ergab, dass die Kinder
mit ihrer Lebenssituation innerhalb der Gemeinde eigentlich
sehr zufrieden waren, es durchaus aber auch Vorschläge zur
Verbesserung der Lebensqualität gab. Diese Ideen wurden
beim „Gemeindetag“ im Dezember der Öffentlichkeit vorgestellt. Zwei Aktionen waren die
Stolz sind die Kinder der Volksschule Höch auf ihr Jahresprojekt,
das sie auf dem neu gestalteten Spielplatz präsentieren konnten.
ber machen kann, um damit
auch den Wert der regionalen
Produkte in den Köpfen der
Menschen zu steigern.
Als zweite Initiative stellten
die Schüler selbst voller Eifer
Produkte wie Brot, Gemüse,
Säfte, Aufstriche, Marmeladen
Voller Eifer säen und pflanzen die Kinder im Garten „ihr“
Gemüse.
Fotos: Umweltbildungszentrum
Folge. So gibt es nun einerseits
eine von den Schülern der vierten Klasse selbst gestaltete und
an alle Haushalte gehende Zeitschrift unter dem Titel „Bei
uns“, die die Gemeindebewohner darüber informiert, was es in
Gai zum Thema Ernährung alles
zu kaufen gibt und was man sel-
und Erdbeermilch her, nachdem
sie im Laufe des Schuljahres
Bauernhöfe der Umgebung erkundet und den Weg ihrer
Schulmilch bis in den Kuhstall
zurückverfolgt hatten. „Ein
Grundprinzip des Projekts war
das Learning by doing – Säen,
Pflanzen, Gießen, Beobachten,
Unkraut jäten, Ernten, Weiterverarbeiten und Essen waren Erlebnisse von nachhaltiger Wirkung. Ebenso die Erkenntnis,
dass die kleine Gemeinde mehr
zu bieten hat als auf den ersten
Blick ersichtlich ist“, so Projektbetreuerin Sabine Baumer.
Fledermäuse aller Welt
Nach umfassender Beschäftigung mit dem Thema verwandelten
sich die Schüler der Volksschule Rechberg kurzfristig selbst in Fledermäuse, um das Leben dieser Tiere darzustellen.
Alles begann damit, dass die
Kinder der Volksschule Rechberg Fledermausspuren im
Schulgebäude entdeckten. Sofort war das Interesse für diese
Tiere geweckt. Und die Direktorin der Kleinschule mit insge-
samt 15 Kindern in einer Familienklasse, Elvira Hinterreiter,
griff dieses Thema gerne auf. So
wurden Lebensräume der Fledermäuse wie Kirchen und Burgen sowie die Lurgrotte erforscht und Informationen zusammengetragen. Im Zuge der
Erkundungstouren entstand die
Idee, eine Fledermaustafel für
den Eingang zur Lurgrotte zu
gestalten und damit – teilweise
immer noch herrschenden –
Vorurteilen entgegenzuwirken.
Doch damit war das Projekt
noch lange nicht beendet. Die
Faszination Fledermaus zog in
weiterer Folge eine fiktive Reise
um die Welt mit sich, die den Kindern zeigte, wo es überall Fledermäuse gibt. Dabei wurden alle
Kontinente erforscht und auch
die Lebensweise von Kindern in
den verschiedenen Erdteilen –
unter vielen verschiedenen
Aspekten wie Schule, Arbeit, Besitz, Kinderrechte, Kriege, Ernährung und Wirtschaft – verglichen.
Selbstverständlich konnten die
Kinder durch Ausprobieren von
Spielen aus aller Welt, das Testen
von Musikinstrumenten wie Digeridoos und afrikanischen
Trommeln sowie durch das Verkosten von Produkten allerhand
Neues „hautnah“ erfahren. Als
roter Faden reiste die Fledermaus
von Kontinent zu Kontinent und
zeigte den Kindern, „was die Welt
mit mir zu tun hat“, wie ein Schüler treffend bemerkte.
Einen krönenden Abschluss
fand das Jahresprojekt im Schulfest für Jung und Alt auf dem
Rechberg, wobei als einer der
Höhepunkte das Theaterstück
„Die ganze Welt an einem
Tisch“, ein eigens dafür geschaffenes Werk der Heimatdichterin
Annemarie Zah, von den Volksschülern aufgeführt wurde.
Bitte beachten Sie, dass die Inhalte (speziell Inserate) dieser Archivseite
zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Gültigkeit mehr aufweisen müssen!
Document
Kategorie
Reisen
Seitenansichten
2
Dateigröße
143 KB
Tags
1/--Seiten
melden