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"Aktion-tu-was": Mehr Zivilcourage dank iPhone? - Dominik-Brunner

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13.01.2011
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www.aktion-tu-was.de
"Aktion-tu-was": Mehr Zivilcourage dank iPhone?
Pilotprojekt: Polizei entwickelt Zivilcourage-App fürs iPhone
von Alfred Krüger
Wenn Menschen in einer Notsituation nicht helfen, ist nicht immer nur
Gleichgültigkeit der Grund. Viele haben einfach nur Angst, etwas falsch zu
machen, sagt die Polizei. Dagegen soll nun eine App helfen. Mit ihr kann
man notfalls auch Hilfe holen.
Ein Mensch wird bedroht. Er wird beschimpft, angerempelt und geschlagen. An
der Bushaltestelle gegenüber spielt ein junger Mann nervös mit seinem Handy.
Er merkt, was auf der anderen Straßenseite geschieht. Doch er hilft nicht. Er
schaut weg. Solche Szenen schwebten der polizeilichen Kriminalprävention vor,
als sie die App für mehr Zivilcourage entwickelte.
"Es könnte jeden treffen"
"Niemandem darf es gleichgültig sein, wenn jemand bedroht oder geschlagen
wird", sagt Wolf Hammann, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention,
einer gemeinsamen Institution des Bundes und der Länder. "Jeder sollte
verantwortlich handeln und sich darüber im Klaren sein, dass er selbst auch mal
in eine ähnliche Situation geraten könnte."
Doch oft ist es nicht Gleichgültigkeit, die Zeugen einer Straftat wegschauen lässt,
meint Harald Schmidt, Leiter der Zentralen Geschäftsstelle der Polizeilichen
Kriminalprävention in Stuttgart. Viele haben Angst, etwas falsch zu machen oder
selbst in Gefahr zu geraten. Ausgerechnet eine iPhone-App soll daran etwas
ändern. "tu-was", so ihr Name, ist Programm.
Alltagstipps für mehr Zivilcourage
Die kleine Zusatzsoftware für das iPhone ist seit Mitte Dezember auf dem Markt.
Sie soll "vor allem junge Menschen, die sich für moderne Kommunikationsmittel
besonders begeistern können, ansprechen", sagt Schmidt. Wie verhält man sich
in einem Notfall? Welche Regeln sollte man befolgen, um zu helfen? Die iPhoneApp gibt Alltagstipps für mehr Zivilcourage.
Patentrezepte gibt es nicht. Doch gewisse Grundregeln sollte man immer
befolgen. "Achte auf räumliche Distanz zum Täter, duze ihn nicht und vermeide,
http://www.heute.de/ZDFheute/druckansicht/13/0,6903,8191085,00.html
17.01.2011
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ihn zu provozieren", so lautet einer der Ratschläge. Ein anderer Tipp: "Mach'
andere gezielt auf das Verbrechen aufmerksam, appelliere an die
Umstehenden!" Darüber hinaus zeigen vier kurze Videoclips, wie man die Tipps
praktisch umsetzen kann.
Standort wird automatisch übermittelt
"Unser Ziel ist es, dass jeder App-Nutzer in die Lage versetzt wird, in einer
Notsituation zu helfen", sagt Schmidt. Ein weiterer Vorteil der App: Man könne
mit ihr per Fingertipp die Notrufnummer wählen. Dabei wird der Standort des
Anrufers automatisch per GPS an die Polizei übermittelt.
"Natürlich kann man auch ohne eine App den Notruf wählen", sagt Schmidt. "Und
trotzdem tun es viele nicht." Das liege eben daran, "dass viele, die helfen wollen,
nicht wissen wie." Genau an diesem Punkt setze die neue App an. "Sie informiert
mit sechs Regeln bereits vor dem Ernstfall über richtiges Verhalten." Der Notruf
sei nur eine zusätzliche Funktion für den Fall des Falles.
Ohne erhobenen Zeigefinger
Jeder iPhone-Nutzer kann sich die "tu-was"-App über den App Store von Apple
kostenlos herunterladen. Sie ist jedoch nicht leicht zu finden und auf den ersten
Blick auch nicht als App der Polizei erkennbar. Stattdessen wird als Urheber die
Werbeagentur genannt, die die App programmiert hat. Dass es sich um eine
"offizielle" App der Polizeilichen Kriminalprävention handelt, erfährt man erst im
Kleingedruckten.
"Wir als Polizei wollten auf der Seite im App-Store nicht zu stark in den
Vordergrund treten, um nicht den sprichwörtlichen 'erhobenen Zeigefinger' zu
demonstrieren", sagt Schmidt auf Nachfrage von heute.de. "Aufgrund der ersten
Reaktionen merken wir aber, dass die Menschen den Bezug zur Polizei
vermissen und werden diesen nun mehr in den Vordergrund stellen."
Zivilcourage vorerst nur per iPhone
Bisher wurde die "tu-was"-App für das iPhone knapp hundert Mal
heruntergeladen. Ob es die App auch für andere Smartphone-Betriebssysteme
geben werde, stehe noch nicht fest. "Die Zivilcourage-App ist momentan noch ein
Pilotprojekt". sagt Schmidt. "Wir haben uns zunächst für eine iPhone-App
entschieden, weil dieses Smartphone bei jüngeren Menschen im Trend liegt."
© ZDF 2011
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