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13-2013 Boersenwoche - FFP

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Wochenperspektive vom 05.April bis 12. April 2013
AKTIENMÄRKTE
Notenbanken contra Konjunktur
05. April 2013, 15.30 Uhr
Dipl.-Vw. Rolf Weigel
Chefvolkswirt
Medieninhaber (Herausgeber)
INHALTSVERZEICHNIS
Aktienmarkt
Rentenmarkt
Spezialthema
Prognosen
So recht können sich die Aktienmärkte derzeit
nicht entscheiden was sie wollen. Bei einem
ohnehin geringen nachösterlichen Handelsvolumen bewegten sich die Aktienkurse vor
allem in Europa in den letzten Tagen
seitwärts. Die Kursschwankungen fielen aber
zum Teil recht kräftig aus. Einzig die
japanische Börse kennt derzeit nur eine
Richtung: Nach oben. Die japanische
Notenbank hat nun alle geldpolitischen
Hemmungen abgelegt. Sie kündigte an, neben
Staatsanleihen nun auch noch Aktien
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Highlights
Die Aktienmärkte präsentieren sich derzeit eher
orientierungslos. Vor allem schwache Konjunkturdaten drücken auf die Stimmung. Wir bleiben
mittelfristig zuversichtlich für Aktien.
1
steuert von einem traurigen Tiefpunkt zum
nächsten. Dementsprechend schwach bleibt auch
das Verbrauchervertrauen. Sollte es in den
kommenden Wochen zu keiner Besserungstendenz kommen, dürften die europäischen
Börsen
in
einem
länger
anhaltenden
Konsolidierungsmodus verharren.
kaufen zu wollen. Der Nikkei haussiert
deshalb. Auch in Europa kämpft die EZB mit
lockerer Geldpolitik gegen die schwache
Konjunktur. Dies stützt zwar die europäischen
Aktienmärkte,
angesichts
des
weiter
eingetrübten wirtschaftlichen Umfelds reicht
die EZB aber nicht aus, um die Börsen unter
Feuer halten zu können.
Dabei werden die gewachsenen politischen Risiken
mit erstaunlicher Gelassenheit zur Kenntnis
genommen. Denn im Grunde genommen muss
man derzeit von politischen Börsen sprechen. Die
Krise um Nordkorea nimmt offenbar niemand
ernst. Doch eine unbedachte Handlung an der
Demarkationslinie zwischen Nord- und SüdKorea kann bereits zu einem unkontrollierbaren
Konflikt eskalieren. Im Zusammenhang mit der
Zypernkrise sind allenfalls noch Nachwehen der
Äußerungen des Eurogruppenchefs Dijsselbloem
zu bemerken, die Rettung selbst gilt als gesichert
(siehe hierzu auch das Spezialthema). Auch diese
politischen Risiken werden an der Börse derzeit
überkompensiert von der sehr expansiven
Geldpolitik der Zentralbanken.
Ein gutes Beispiel hierfür war der gestrige Auftritt
von EZB-Präsident Mario Draghi. Auf der
Pressekonferenz im Anschluss an die turnusmäßige
Zinssitzung der EZB bekräftigte er, dass die EZB
weiterhin eine „unterstützende“ Geldpolitik fahren
werde, man aber die weitere Entwicklung in der
Eurozone abwarten wolle, bevor man zusätzliche
Maßnahmen beschließt. Draghi musste auch die
Konjunkturerwartungen
der
EZB
weiter
reduzieren. Er hält zwar eine leichte wirtschaftliche
Erholung im Euroraum im Verlauf von 2013
weiterhin für möglich, diese werde aber wohl
schwächer ausfallen als bislang angenommen.
Damit ist eine weitere Leitzinssenkung immer
noch möglich, was prompt den Euro unter Druck
brachte. Die Aktienmärkte reagierten ebenfalls
eher verschnupft. Denn ohne verbesserte
Wachstumsphantasie fehlt es den Aktien an
Perspektiven.
Zu Beginn des 2. Quartals muss man feststellen,
dass sich das Umfeld zu den Börsen weiter
eintrübt. Die Kursschwankungen erhöhen sich,
was eine zunehmende Verunsicherung der
Anleger verdeutlicht. Gleichwohl bleibt die
Stimmung unter den Investoren eher gelassen,
was hauptsächlich auf das Vertrauen in die
Notenbanken
zurückzuführen
ist.
Die
Notenbanken allein können jedoch auf Dauer
keine anhaltende Aktienrallye garantieren, wenn
das fundamentale Umfeld nicht passt (eine
Ausnahme könnte vorerst das extreme Japan
sein). Wir halten an unserer positiven Meinung
für Aktien vorerst fest, rechnen aber im 2.
Quartal mit einer wieder zunehmenden
Volatilität der Kurse. Die Aktienquote halten wir
dennoch auf einem hohen Niveau. Vorsichtige
Privatanleger sollten ihre Aktienpositionen mit
Stop-Loss-Limits absichern.
Unser wirtschaftliches Basisszenario für 2013, das
unsere optimistische Sicht für Aktien begründet,
sieht vor, dass es ab dem 2. Quartal 2013 zu einer
allmählichen konjunkturellen Bodenbildung in
Europa kommt. Vor allem in Deutschland sollte
es 2014 wieder zu einem steilen Aufschwung
kommen. An diesem Szenario halten wir zwar
weiterhin fest, doch der Optimismus bröckelt. So
fielen die jüngsten Konjunkturdaten durchweg
enttäuschend aus. Die Einkaufsmanagerindizes für
die Eurozone zeigen nicht den Hauch einer
Erholung (selbst in Deutschland schwächte sich
der Ifo-Index zuletzt ab) und der Arbeitsmarkt
RENTENMÄRKTE
EZB sorgt für Zinsphantasie
Die Hoffnungen des Finanzmarktes auf eine
Leitzinssenkung in der Eurozone um 25 Bp auf
0,5% wurden zwar nicht erfüllt, dennoch ist ein
solcher Schritt weiterhin möglich. Offenbar
2
Konjunkturschwäche geben aber
Spielraum für einen Zinsschritt.
weiterhin
Die EZB steckt tatsächlich in der Klemme.
Einerseits benötigen die Banken im Süden
Europas weiterhin massive Liquiditätshilfen, weil
sie in ihrer angespannten Lage gefährlich mit
Krediten geizen. Andererseits drängen die
Kernländer (Deutschland, Österreich, Niederlande, etc.) bereits auf eine allmähliche
Kurskorrektur in der Geldpolitik. Dieses Dilemma
wird sich nicht so schnell auflösen. Die EZB
dürfte der Krisenbekämpfung noch lange Zeit den
Vorzug geben. Negative Realzinsen bleiben uns
erhalten.
befürworten eine Reihe der 23 Mitglieder des
EZB-Rates einen solchen finalen Zinsschritt, doch
die Bedenken sind ebenfalls groß. Die Gefahr
eines Deflationsszenarios in der Eurozone ist
durchaus real, was unbedingt verhindert werden
muss.
Die
anhaltende
Abflachung
der
Teuerungsrate
sowie
die
hartnäckige
Unsere Anlagepolitik bei Festverzinslichen
bleibt unverändert defensiv ausgerichtet. Wir
bevorzugen relativ kurze Laufzeiten.
SPEZIALTHEMA:
Zypern: Die Aufregung ist (größtenteils) übertrieben!
Zypern-Rettungspaket steht
Dijsselbloems Versprecher?
Die Turbulenzen um die Rettung Zyperns
beunruhigten die Finanzmärkte nur kurz.
Dennoch lassen die Details aufhorchen: Das
zugesagte Hilfspaket von 10 Mrd. Euro aus dem
ESM (mehr lässt die Schuldentragfähigkeit
Zyperns nicht zu) dient ausschließlich der
Refinanzierung des zypriotischen Staates. Weitere
7 Mrd. Euro werden zur Rettung bzw.
Abwicklung der beiden größten Banken (Bank of
Cyprus, Laiki) benötigt. Diese Mittel müssen von
Zypern beigesteuert werden.
Der neue Eurogruppenchef Dijsselbloem sorgt
unterdessen
mit
einer
unglücklichen
Formulierung für reichlich Aufregung. So sagte
Dijsselbloem, dass die Abwicklung bzw.
Restrukturierung zypriotischer Banken auch als
Vorbild für Europa dienen könne. Diese
Bemerkung wird so interpretiert, dass in der
Eurozone geplant sei, generell Einlagen von mehr
als 100 Tsd. Euro zur Sanierung von Banken zu
verwenden. Dijsselbloem ruderte zwar wieder
etwas zurück, doch die Verunsicherung hält an.
Die zweitgrößte Bank (Laiki) ist insolvent und
wird vollständig abgewickelt. Deren Aktionäre,
Bankanleihengläubiger sowie Spareinlagen über
100 Tsd. Euro werden entsprechend ihrer
gesetzlichen Rangordnung bedient. Verluste von
mehr als 50% bei Einlagen über 100 Tsd. Euro
sind durchaus möglich. Einlagen unter 100 Tsd.
Euro werden ohne Abzug auf die Bank of Cyprus
(Nr. 1) übertragen. Auch die Bank of Cyprus
muss restrukturiert werden (z.B. teilweise
Umwandlung von Einlagen über 100 Tsd. Euro
in Aktien). Zypriotische Staatsanleihen werden
nicht gekürzt.
War es überhaupt ein Versprecher? Möglicherweise nur zum Teil. Denn tatsächlich ist im
Rahmen der geplanten Bankenunion (soll 2014
kommen) vorgesehen, auch eine Abwicklungsordnung für marode Banken einzuführen.
Derzeit wird ein Referentenentwurf erarbeitet,
der im Sommer vorgestellt wird. Es ist unseres
Erachtens durchaus vorstellbar, dass in Zukunft
marode Banken abgewickelt werden können und
dabei auch deren Einlagen (über 100 Tsd. Euro)
teilweise mit herangezogen werden. Dies kann
aber eigentlich nur strikt einzelfallbezogen
3
ziehen, wäre eindeutig eine Enteignung, was
verfassungsrechtlich verboten ist.
konzipiert sein. Die zusätzlich geplante
europäische Bankenaufsicht (unter dem Dach der
EZB) muss zudem dafür sorgen, dass bei
systemrelevanten Banken rechtzeitig gegengesteuert wird.
Fazit
Die erstmalige Heranziehung von Einlagen bei
der Sanierung maroder zypriotischer Banken wird
als Tabubruch angesehen. Dies ist zum Teil
durchaus richtig. Erstmals werden nämlich
Einlagen von mehr als 100 Tsd. Euro
gleichgestellt mit Aktien und Anleihen der zur
Sanierung oder Abwicklung anstehenden Bank.
Wir hoffen auf eindeutige Klarstellungen, wenn
die Details zur Bankenunion vorgestellt werden.
Bankkunden werden in Zukunft wohl stärker
darauf achten müssen, in welch einer finanziellen
Lage sich ihr Institut befindet. Die Kapitalmärkte
tun dies im Übrigen bereits seit 2008. Die Furcht
vor einer generellen Enteignung von Einlagen,
um möglicherweise sogar Staaten zu sanieren, ist
aber sehr übertrieben.
Kein Zugriff auf Wertpapierdepots
Derzeit wird häufig gefragt, ob auch
Wertpapierdepots bei der Sanierung einer Bank
herangezogen werden könnten. Die Antwort
lautet eindeutig: Nein. Denn ein Wertpapierdepot unterscheidet sich rechtlich grundsätzlich
von einer Einlage. Der Kunde gibt hier lediglich
einen Dienstleistungsauftrag, sein Vermögen zu
verwalten oder zu betreuen. Hierfür erhält die
Bank Provisionen. Einlagen stellen dagegen
Verbindlichkeiten der Bank gegenüber ihren
Kunden dar. Eine gesetzliche Regelung,
Wertpapierdepots bei einer Insolvenz heranzu-
PROGNOSEN
BIP (YoY %)
2011
2012e
2013e
USA
EUROPA
Deutschland
Österreich
Italien
1,7
1,5
3,0
2,9
0,4
2,0
-0,5
0,5
0,4
-2,5
2,0
0,0
0,5
0,5
-0,1
EUROPA
2011
2012e
2013e
Euro-Leitzins
Euribor (3M.)
Rendite 10J DE
Rendite 2J DE
EURO / USD
1,00
1,36
1,83
0,14
1,30
0,75
0,25
1,50
0,50
1,29
0,75
0,50
2,20
1,00
1,30
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Redaktionsschluss: 05. April 2013
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