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1/2003 in Bad Wildungen tut sich was - und Sie sollen Bescheid

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Postwurfsendung an sämtliche Haushalte
herausgegeben vom Magistrat der Stadt Bad Wildungen
Bauamt, Rathaus, Am Marktplatz 1, 34537 Bad Wildungen
in Zusammenarbeit mit der
Landesgartenschau Bad Wildungen 2006 GmbH
Bauwerksplanung: Battenberg & Koch
Illustrationen: J.Drinnenberg (1), plancontext (5)
Lageplan: D.Eckart, Logo: M.Willnat
Realisierung pitzeEckart
... vor einhundertundfünfzig Jahren ...
Wer heute auf ausgebauten Straßen nach
Bad Wildungen fährt, macht sich keine
Vorstellung davon, wie beschwerlich der
Weg für die Fuhrwerke vor gut 150 Jahren
gewesen sein muss. Immerhin ist das alte
Nieder-Wildungen eine Bergstadt mit steil
abfallenden Hängen. Die Hauptverbindung innerhalb Waldecks nach Korbach
und Arolsen führte aus dem Lindentor in
weitem Bogen hinab ins Tal zu einer hölzernen Fahrbrücke über die Wilde und
stieg wieder steil an zum Westhang des
Altwildunger Schlossberges. Der Weg war
für Pferdefuhrwerke kaum passierbar
wenn Nässe ihn aufgeweicht hatte oder Eis
und Schnee ihn im Winter bedeckten.
Seit 1844 unternahm der Magistrat der
Stadt allerhand Vorstöße bei der waldeckischen Regierung, dass der Fahrweg nach
Altwildungen ausgebaut werden sollte,
auch damit die ärmeren Leute Beschäftigung fänden. Dabei legte man großen
Wert auf eine Wegführung direkt durch
die Stadt, weil man sich davon mehr
Besucher für die Kureinrichtungen des
Wildunger Gesundbrunnens versprach. Bei
den Volksversammlungen, zu denen es im
Zuge der revolutionären Bestrebungen
von 1848 auch in Wildungen kam, wurden
weitere energische Forderungen zum
Straßenbau erhoben und als Beschwerdeschrift nach Arolsen abgeschickt.
1850 war es dann soweit, dass von
Mandern/Wega her die neue Straßenverbindung Nieder-Wildungen erreicht hatte.
Kreisbaumeister Julius Eichler bahnte
einen Weg durch die engen Gassen der
Stadt, wo vier Häuser abgerissen werden
mussten. Die Neue Straße überwand die
Steigung zwischen Wegaer Tor und
Lindentor mit einer großen Doppelkurve.
Dafür musste die Stadtmauer durchbrochen werden, was damals großen Unmut
in der Wildunger Bevölkerung hervorrief.
1852 konnte dann endlich auch mit der
Aufschüttung eines hohen Dammes zwischen Alt- und Nieder-Wildungen von der
Weinbergseite her begonnen werden.
Viele Menschen fanden hier für einige
Jahre Arbeit. Ausgestattet nur mit Kleingeräten und Handwagen schafften sie auf
einer Länge von mehr als 200 Metern nach
und nach eine Überquerung des Tals. Dabei waren die Arbeiten nicht nur beschwerlich, es passierten auch Arbeitsunfälle und ein 26-jähriger Wildunger wurde
durch einen Erdrutsch getötet.
Möglichst steiniger Lehmboden aus der
näheren Umgebung wurde flächig abgetragen und in gleichmäßigen, waagerechten Schichten von höchstens zwei Fuß
Stärke aufgeschüttet und festgestampft.
Von allen städtischen Grundstücken her,
wurde das Material herangekarrt. Insbesondere der vordere Weinberg wurde
regelrecht abgegraben. Auch der Schutt
des 1851 abgebrochenen alten Rathauses
fand Verwendung im Riesendamm.
Damit die Wilde und der Mühlgraben
unter dem Damm hindurchfließen konnten, waren sie beide mit einem Gewölbegang übermauert worden. Der bestehende enge Durchgang diente über Jahrzehnte dem Mühlgraben zwischen Lindenmühle und Herrenmühle als Durchlass.
Nach Fertigstellung der Dammbauarbeiten 1856, erhielten zwei Korbflechter den
Auftrag, zur weiteren Befestigung des
seitlichen Erdreichs Weidenstecklinge
anzupflanzen.
Natürlich hatten die Wildunger vor 150
Jahren auch vor dem Problem der Verkehrsumleitung gestanden. Solange die
Arbeiten andauerten und der alte Weg bei
der Lindenmühle blockiert war, musste von
der Manderner Chaussee her ein Umleitungsweg nach Altwildungen in befahrbarem Zustand gehalten werden.
Die für die damalige Zeit gewaltigen Anstrengungen brachten für die Wildunger
manche Belastung und Unannehmlichkeit
mit sich, aber mit Arbeitsplätzen und der
Anbindung an andere Regionen schufen
die Anstrengungen vor allem Einkommensmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven für die Stadt. Darin unterscheidet die
Zeit vor 150 Jahren sich wenig von heutigen Geschehnissen.
Quellen:
„Geschichte von Stadt und Bad Wildungen“
von Dr. C. Reichardt, 1949
„Der Wildunger Riesendamm“
von Moritz Maus
in „Mein Waldeck“ Nr. 1, 1958
LandesGartenSchau
1/2003
genau
in Bad Wildungen tut sich was - und Sie sollen
Bescheid wissen
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Gäste unserer Badestadt,
das Jahr 2006 ist für Bad Wildungen stadthistorisch
überaus bedeutend!
Die Durchführung der dritten Hessischen Landesgartenschau und das hundertjährige Jubiläum zur
Verleihung des Prädikates „Bad“ werden große
Aufmerksamkeit auf unsere Stadt lenken und zahlreiche Besucher anziehen. Insbesondere durch die
Hessische Landesgartenschau, die alle vier Jahre
stattfindet und 170 Tage dauert, wird die Stadtentwicklung maßgeblich beeinflusst.
Ein barrierefreier Weg vom neu gestalteten Bahnhof
erweckt den Königsquellenpark im naturnahen Wildetal zu neuem Leben, schafft durch einen lichten
Tunnel die Verbindung zum Bornebachtal, führt
durch eine „Sport- und Spielaue“ zu neu angelegten
„Goldenen Gärten“ und weiter vorbei an der Wandelhalle durch den ausgedehnten Kurpark „Wald und
Gesundheit“ bis hin nach Reinhardshausen.
Damit verbunden sind
auch umfangreiche Baumaßnahmen, die in den
nächsten drei Jahren in
Bad Wildungen realisiert werden. Das
wird nicht ohne Verkehrsumleitungen,
Beschränkungen,
Baulärm und Verschmutzungen ablaufen können. Ich
bitte Sie schon jetzt im Vorfeld, Verständnis für diese
Belästigungen aufzubringen. Bitte führen Sie sich vor
Augen, dass es Chancen für die zukünftige Entwicklung Bad Wildungens sind, für die wir die Begleitumstände dieser Großbaustellen gern in Kauf
nehmen wollen.
„LandesGartenSchau - genau“ wird Sie bis 2006
über die wichtigen Geschehnisse frühzeitig informieren. Das Schwerpunktthema dieser ersten Ausgabe
bildet die Umgestaltung des Riesendamms, dessen
Erbauung 2006 einhundertfünfzig Jahre zurückliegt.
Wie der Riesendamm bis dahin aussieht - schauen
Sie genau!
Ihr Reinhard Grieneisen
Bürgermeister
eingefügt. 14m tief reichen die Stahlprofile; so bleibt
Um all diese Baumaßnahmen bewerkstelligen zu
durch das Bornebachtal zum Bad Wildunger Kurviertel.
R
R die
U
U
natürliche Lehmschicht, die das Wasser der Bad
können, ist im Jahr 2003 eine vollständige Sperrung der U
Für einen barrierefreien Weg vom Bahnhof bis nach
Wildunger Heilquellen schützt, unangetastet. Die
Friedrich-Ebert-Straße zwischen dem Lindentor und
Reinhardshausen ist die Unterführung ein wichtiges
Spundwände
werden
nach
oben
hin
auf
beiden
Seiten
der
I Einmündung der Reitzenhagener Straße unver- M
I mit einem 75cm breiten Kopfstreifen aus Beton abge- M Verbindungsstück.
M
meidbar. Die Verbindung Reitzenhagener Straße/
deckt, auf dem ein Geländer montiert wird. Bislang G
Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Altwildungen, die G
E auch
E beträgt
G
c) Brücke über den Bornebach
die Breite der Dammkrone nur ca. 10,50m;
noch im Bereich der Erneuerung des Riesenzwischen den je 75cm breiten Kopfstreifen entsteht
damms liegt, wird durch wechselnde Ampelregelungen
Weil der Bornebach am westlichen Fuße des RiesenS
S eine
E
E
neue, fast 12m breite Trasse mit einem Gehweg
zumindest einspurig befahrbar bleiben. Kraftfahrer E
damms entlang fließt, wird hier unmittelbar vor der
auf der westlichen Seite, zwei neuen Fahrradstreifen
werden ihren Weg über die Umgehungsstraße/
Unterführungsöffnung der Bau einer Brücke erforderBäume neigen sich, der Asphalt weist Risse auf - im
S Riesendamm ist Bewegung. Eine Befestigung der E von je 1,60m Breite und einer 6,50m breiten Fahrbahn. S lich.
Vorgesehen ist eine ansehnliche Holzkonstruktion E Bahnhofsstraße oder auch über die Straße Am S
Zum Jahresende 2003 soll der Verkehr wieder normal
Unterscheid wählen. Fußgänger werden einen Umweg
von 6m Breite, die auch von städtischen Unterhalsteilen Böschungshänge ist dringend erforderlich. Mit
über
den
Riesendamm
rollen.
auf sich nehmen müssen, der vom Lindentor durchs Tal T
N hinüber
T tungsfahrzeugen befahren werden kann.
T der 15m hohen Dammaufschüttung wurde vor 150 N
zur Reitzenhagener Straße offen gehalten
Jahren eine bessere Verbindung zwischen der Kernwird. Auf unserer Karte ist dieser Fußweg gelb eingestadt und Altwildungen geschaffen, zugleich wurden D
D
A
A
A damit
d) Treppenanlage Wildetal
zeichnet.
aber Wildetal und Bornebachtal geteilt. Auch für
Das bei den Tunnelbauarbeiten anfallende Erdreich
Landesgartenschau, die im Jahr 2006 hier stattfinDie Umgestaltung des Riesendamms wird zudem einen
A
A
L
L
L die
findet
Verwendung
bei
Auffüllungen
am
nördlichen
det, stellt der Riesendamm ein Hemmnis dar.
erheblichen Baustellenverkehr mit sich bringen, weil
Talhang, weil hier (in der sogenannten „Minken
große Massen an Erdreich und Baumaterialien zu
Die Stadt Bad Wildungen hat bauliche Maßnahmen
Delle“) eine Treppenanlage gebaut wird. Über zwei M bewegen sind. Zwar wurde bei der Planung der T
T Zwischenpodeste
T geplant und vorbereitet, für die 2003 an der Friedrich- M
führt die Treppe mit 92 Stufen von
Baumaßnahmen viel Aufmerksamkeit darauf verwenEbert-Straße zwischen dem Verkehrsknotenpunkt
2m Breite und einer zusätzlichen Kinderwagendet, wie Belastungen möglichst gering zu halten sind - U
M aber
U /Fahrradspur hinauf zur Reitzenhagener Straße.
U Lindentor und der Einmündung der Reitzenhagener M
Baustellenlärm und Vibrationen lassen sich nicht
Straße eine Großbaustelle eingerichtet wird. Fast zwei
ganz ausschließen. Im Sommer kann es auch zu Staub- N
volle Jahre wird es dauern, bis die Arbeiten Ende 2004
N
N abgeschlossen
belastungen kommen.
sein können. Vier einzelne Baumaßergänzen sich hier im Sinne einer zukunftsfäWenn man sich aber vor Augen führt, welche FortU
U
G
G
G nahmen
higen Stadtentwicklung:
schritte diese Arbeiten für die Entwicklung unserer
b) Untertunnelung
Stadt bringen, wird man auch einige Begleitumstände
a) Sicherung der Böschungen des Riesendamms
Sobald die Fahrbahnbefestigung weit genug fortgeM
M
billigend
in Kauf nehmen.
durch Spundwände und Bau einer neuen
schritten ist, kann im Sommer 2003 auch mit dem
Fahrbahn mit Radweg,
Tunnelbau begonnen werden. Zwei Durchlässe besteG
G
R
R b) Durchstich
hen bereits im Riesendamm. Das Gewölbe, durch das R
des Riesendamms mit einer großzüdie Wilde fließt, ist auf 57m Länge recht breit und auch
gigen Unterführung,
E
E
I
I c) Bau
hoch.
Für Fußgänger existiert lediglich ein enger Tunnel I
einer Brücke über den Bornebach als
von 1,50m Breite und 2m Höhe, der so bestehen
Einmündung zur Unterführung,
bleiben soll. Der neue Durchlass wird eine Breite von E
S
E
E d) Bau einer Treppenanlage, die aus dem Wildetal S 7,40m
und eine Höhe von 5,15m aufweisen. Diese
zur Reitzenhagener Straße führt.
gewährleisten bei Öffnungsanschnitten, die der
T
S
S
S So wird nicht nur die Verkehrsführung gesichert, T Maße
Böschungsschräge angepasst sind, einen großen
zugleich werden auch Wilde- und Bornebachtal als
natürlichen Lichteinfall und schaffen eine BlickverBegleitumstände während der Bauphase
A
E
E Freizeit- und Erholungsbereiche besser erschlossen A bindung zwischen den beiden Talräumen. Aufwändige E Diese
großzügigen Bauwerke beanspruchen natürlich
und angebunden. Über die Landesgartenschau 2006
bergmännische Technik wird angewendet, um den
auch größere Flächen, die zuvor gerodet werden
hinaus
entsteht
ein
attraktives
Wegenetz
für
FußTunnel
den Damm hinein zu treiben. Dreizehn N
L
L Stundenintäglich
N
N gänger, Rad- und Rollstuhlfahrer.
müssen. So werden die Alleebäume auf der Damm(zwischen 7 und 20 Uhr) wird hier
krone der Trassenbefestigung weichen müssen. Aber
gearbeitet, damit der Durchbruch bis zum November
T 2003
D
D
D
auch im Bereich der neuen Unterführung lassen sich T
geschafft
ist.
Die
Unterführung
wird
als
StahlBei weiteren Fragen zu den hier beschriebenen
a) Sicherung und Erneuerung
Baumfällarbeiten an der Böschung nicht vermeiden.
betonröhre ausgebaut und bildet nach ihrer FertigRechts und links entlang der Dammkrone werden U stellung zum Herbst 2004 sicherlich ein beeindrucken- A Zusätzliche zentrale Flächen auf der Westseite des U Baumaßnahmen, geben die zuständige Planerin im A
A reihenweise
Bauamt der Stadt Bad Wildungen, Frau Angelika Seifert
Damms werden für die Einrichtung der Baustellen mit
schwere Stahlprofile eingerammt,
des Bauwerk.
(unter der Telefonnummer 701 418), und der Geihren Maschinenparks benötigt solange wie die
wodurch Spundwände entstehen, die miteinander N
N
M
M verspannt
schäftsführer der Landesgartenschau Bad Wildungen M
Für Fußgänger und Radfahrer entsteht eine neue OstBauarbeiten andauern. Auf unserem Plan sind die
werden und der neuen Fahrbahn die nötige
2006 GmbH, Herr Hans-Jürgen Kramer (unter der
West-Verbindung: aus Richtung Mandern/Wega
Flächen, die gerodet werden müssen, braun kenntlich
Standfestigkeit verleihen. In den alten instabilen
G Telefonnummer 966262), gern Auskunft.
M
M Damm wird so ein stabiles technisches Bauwerk neu G kommend durch das Wildetal nach Reitzenhagen oder M gemacht.
provisorischer
Fußweg
Rodungsflächen
Böschung
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