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Kinder mit Behinderungen –
Kinder mit Migrationshintergrund:
Spezifische Interaktionsmuster in der
Kindersprachtherapie
Gliederung
€
Wirkfaktor Responsivität
€
Kinder mit Zuwanderungsgeschichte:
Verbundenheit und Autonomie als kulturelle
Interaktionsorientierungen
€
Kinder mit Behinderungen: Wenn die Interaktion
verändert ist
€
Das Spiel als Lernmodus
Vortrag aus datenschutzrechtlichen Gründen ohne Abbildungen
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht
Evangelische Hochschule Freiburg
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Internationale Wirksamkeitsforschung zu pädagogischen
und therapeutischen Interventionen
Spracherwerb im Kontext von
Zuwanderungsgeschichten und
Integration
Was prägt das kindliche
Entwicklungsfeld?
Hauptwirkfaktor
Responsivität
Intuitive Didaktik
Holding Matrix
(Papousek, 1987; Bornstein, 2002; Hintermair, 2003; Weiß,
2002; Sarimski, 2011, Holodynski 2006, Gutknecht, 2012)
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Soziokulturelle Ausrichtungen
Soziokulturelle Orientierungen
•
Independenz
€
•
Interdependenz
€
•
als Betonung von früher Selbstständigkeit und Autonomie.
als Betonung der Verbundenheit
Familienzusammenhalts sowie
mit
Anderen
und
des
autonom-relationale Strategie
€
als Integration der beiden genannten Wertorientierungen.
Keller, 2007; Kagit€ibasi, 1997; Georgas, Berry, van de Vijver, Kagit€ibasi & Poortinga, 2006
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Interdependenz
Verbundenheit
Bezugspersonen mit
interdependenter
Orientierung stellen das
Kind nicht in das
Zentrum der
Aufmerksamkeit,
fokussieren auf
negative Signale des
Kindes und auf
Bewegungsstimulation
Independenz
Autonomie
Bezugspersonen mit
independenter
Orientierung stellen das
Kind ins Zentrum der
Aufmerksamkeit,
fokussieren auf positive
Verhaltensweisen und
auf die sprachlichen
Austauschprozesse
Keller, 2007; Kagit€ibasi, 1997; Georgas, Berry, van de Vijver, Kagit€ibasi & Poortinga, 2006
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Elternsysteme
Keller, 2007; 2011
•
•
•
•
•
•
Notwendigkeit einer kultursensitiven
Perspektive auf die „Aktivitäten des Lebens“
• Kommunizieren
• vitale Funktionen des Lebens aufrecht erhalten
Primäre Pflege
Körperkontakt
Körperstimulation
Objektstimulation
Face to Face Verhalten
Sprachstil
• essen und trinken
• sich pflegen
• sich bewegen
• ausscheiden
• sich kleiden
• ruhen und schlafen
• sich beschäftigen
• sich als Junge/Mädchen, Mann / Frau fühlen und verhalten
• für eine sichere und förderliche Umgebung sorgen
Gutknecht, 2012;
Krohwinkel, 2003,
Juchli, et al., 1998
Roper et al. 2009
• soziale Bereiche des Lebens sichern
• mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Professionelle Responsivität in der Therapie
von Kindern mit Behinderungen
Selbstsorge, Selbstfürsorge, Selbstpflege,
•
Der Aufbau von Selbstsorge-, Selbstfürsorge- bzw.
Selbstpflegekompetenzen stellt eines der
wesentlichen frühen Bildungs- und Entwicklungsziele
dar. Dies hat auch im kommunikativ-sprachlichen
Bereich seine Ausdrucksformen und ist von
erheblicher Therapierelevanz.
Gutknecht, 2012
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Abstimmungserfordernisse bei Kindern mit
Sinnesbehinderungen
•
•
•
•
Kinder mit Behinderungen zeigen oft ein in vielfältiger
Weise verändertes Interaktionsverhalten
Es fällt Ihnen oft schwer die Skripts alltäglicher Abläufe
zu erfassen, zu verinnerlichen, vorherzusehen
Die Schwierigkeiten zeigen sich auch beim Erwerb von
Spielskripts
Spielassistenz durch Aufbau von Spielscripts
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Abstimmungserfordernisse bei Kindern mit
geistiger oder Körperbehinderung
Sarimski, 2011, Gutknecht, 2012
Kinder mit schweren Hörbehinderungen
€ Schwierigkeit der Kinder beim Spielen, zum Script des Drehbuchs
beizutragen,
€ Keine Antworterwartung, eher kommentierendes als dialogisch weiter
entwickelndes Spielen
Kinder mit schweren Sehbehinderungen
€ blinde Kinder antworten oft nicht mit einem Lächeln, wenn sie hoch
genommen werden,
€ Passivität im sozialen Kontakt,
€ Begegnung in den Händen statt in den Gesichtszügen
Kinder mit geistigen Behinderungen
€ Langsameres Tempo bei der Verarbeitung von Informationen und
Schwierigkeiten beim Erkennen relevanter Informationen
€ Erschwernis sich erfolgreich in Tätigkeiten zu erleben.
€ weniger zielgerichtete Aktivitäten und Motivation im Spiel und
€ Meidung herausfordernder Aufgaben
€ Erfordernis Unterstützte Kommunikation
Kinder mit Körperbehinderungen
€ Risiko „erlernter Hilflosigkeit“
€ Erfordernis des Körperdialogs, angepasstes Handling in komplexen
Pflegesituationen wie Wickeln und Essen
€ Erfordernis Unterstützte Kommunikation
(Gutknecht, 2012; Sarimski, 2011)
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Aufgabe: Scripts aufbauen
•
Das Kind erwirbt in der Arena alltäglicher Interaktionen
Scripts für die sich häufig wiederholenden
Schlüsselsituationen
•
Skriptrelevante Beratung von Familie und Kita
•
Aus der Vielzahl unterschiedlichen Scripts formt sich die
soziale Matrix des Kindes, das familiäre Gesamtscript,
von dem in der Regel die Kindertageseinrichtung einen
(ergänzenden) wichtigen Teil darstellt.
Merkmale des Spiels
(Hauser, 2012, Einsiedler, 1999)
Intrinsische Motivation
€ selber wollen,
€ Ernsthafte Beteiligung
Mittel vor Zweck
€ kein direkter Zweck in Gegenwart
So-tun-als-ob
€ Nicht-Ernstfall, z.B. „Mund-offen- Gesicht“ = „Das ist jetzt Spiel“ bei
Schimpansen- & Menschenkindern
Positive Emotionen
€ Genuss, Freude, Lust
Entspanntes Feld
€ Erhöhte Herzratenvariabilität;
€ Spiel kaum bei unbefriedigten Bedürfnissen
Gutknecht, 2012; Keller 2011
(Einsiedler, 1999; Hauser, 2012)
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Das Spiel als Lernmodus
Hauser, 2012
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Unterstützung des Kindes in seiner Selbstkontrolle gegen (eigene)
innere Störungen:
Bedeutung des Mitspielens
o
• Mitspielen muss als exogener Entwicklungsfaktor betrachtet
o
werden
o
Konzentration
Fähigkeit zum Verlieren-Können
Sich-Einlassen-Können auf das Spiel
o Modellierung von Regisseur- oder Mitspielerfunktionen
o Sustained shared thinking
o Sicherstellung höherer Spielniveaus (vgl. The excellence of
Kita-Beratung: Schutz vor äußeren Störungen z.B.
Play, Janet Moyles)
o Fade-In und Fade-Out Strategien anwenden
o Vermeidung extrinsischer Motivation
- keine materielle Verstärkung,
- sparsamer Umgang mit verbaler Anerkennung
bei dominanten Kindern,
bei Abwertung des Spiels
€ bei Mobbing (häufig in der Freispielphase)
€
€
Hauser, 2012
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Indikation „Phantasiespieltraining“
Das Spiel als Lernmodus
vgl. Hauser, 2012
Hauser, 2012
• Wenn Kinder spielen und für alle am Spiel beteiligten Kinder die 5
Kernmerkmale des Spiels vorliegen, sollte nicht ins Spiel eingegriffen
werden.
• Sobald – trotz offenkundiger Spielabsicht – ein Merkmal fehlt, sollte
eingegriffen werden.
•
•
•
• Spiele sind ertragreich, wenn sie auch herausfordern
• Sozial benachteiligte Kinder spielen oft sehr einseitige Spiele
• Es sollten anspruchvollere Spiel gespielt/vermittelt werden, in der
•
extreme Spieleinseitigkeiten
auffälliges Nicht-Spiel
mangelnde Ausschöpfung des Potenzials von
anspruchsvollen Spielen (auch Bau- und Regelspiele)
Kompensationsfunktion des Spiels bei sozial
benachteiligten ("deprivierten") Kindern
Zone der nächsten Entwicklung
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Humor ist das Spiel mit Script-Erwartung und
Script-Enttäuschung
•
Die Kinder der Gruppe krochen und krabbelten im
Alter von acht bis neun Monaten schon sehr
geschickt. Wenn ich sie zum Essen rief, haben sie
sich lebhaft in Bewegung gesetzt, kamen auf mich
zu, sind dann auf halbem Weg umgekehrt und
lachten, als sie mein enttäuschtes Gesicht sahen.
Viele der Vortragsinfos finden Sie in
Dorothee Gutknecht (2012).
Bildung in der Kinderkrippe.
Wege zur Professionellen Responsivität
Stuttgart: Kohlhammer
(Török, 2008, S. 130;
Gutknecht, 2012)
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Kontakt
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht
Bugginger Str. 38
79114 Freiburg
Tel 0761-47812-38
Mail gutknecht@eh-freiburg.de
Website: www.eh-freiburg.de/dorothee-gutknecht
QuiKK
die Homepage des Netzwerks QuiKK = Qualität in Kinderkrippen
und in der Kindertagespflege Freiburg Südbaden erreichen Sie über
folgenden Link:
http://quikk.eh-freiburg.de
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
Prof. Dr. Dorothee Gutknecht EH Freiburg 17. Bad Nenndorfer Therapietag am 17.11.2012
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