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Schloss Rochlitz und
seine STARKE FRAUENgeschichte
R
Schloss Rochlitz (Ansicht von Südwest), 2012
© SBG, Schloss Rochlitz, Foto: Sylvio Dittrich
Der Veranstalter
A
ls Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen sind die neunzehn bedeutendsten Bau- und Gartendenkmale des Freistaates Sachsen zu einem Gesamtbetrieb zusammengeschlossen. Ob mittelalterliche Klöster
und Burgen oder Schlösser und Parks aus Renaissance, Barock und Romantik – die Häuser und Anlagen repräsentieren auf beeindruckende und besondere Weise die bewegte
Geschichte des Landes und sein reiches Kulturerbe. In
den ganz unterschiedlichen architektonischen Zeitzeugen
manifestieren sich Gestaltungswille und Machtausübung,
gesellschaftliche Umbrüche, die Liebe zu Kunst und Architektur und das Bedürfnis nach ästhetischem Gestalten.
Wir haben uns der Aufgabe verpflichtet, dieses bedeutende Erbe zu pflegen, zu bewahren, zu erforschen und zu
vermitteln.
Schloss Rochlitz als
Ausstellungsort
M
it seiner über 1000-jährigen wechselvollen Geschichte gehört Schloss Rochlitz zu den außergewöhnlichen Baudenkmälern und herausragenden authentischen Erinnerungsorten in Mitteldeutschland.
Seine heutige Gestalt erfuhr der Schlossbau im 14. und
15. Jahrhundert: Neben den beiden Jupen (Türmen) entstanden damals das Fürstenhaus und das Querhaus, die zu
den frühesten schlossähnlichen Residenzbauten des spä-
ten Mittelalters im Reich zählen. Das Fürstenhaus zeigt
sich als ein ansehnlicher und komfortabler Wohn- und
Prachtbau, der durch den Landesbaumeister Arnold von
Westfalen im späten 15. Jahrhundert noch mal eine architektonisch wegweisende Modernisierung erfahren hat.
Nach der über zehnjährigen denkmalgerechten Sanierung
ist im Fürsten- und Querhaus wettinische Residenzkultur
räumlich und museal auf neue Weise erlebbar. Die Gebäude bieten außerdem ausgezeichnete Ausstellungsbedingungen.
ochlitz ist ein herausragender Ort am Lutherweg.
Hier, an ihrem Witwensitz, führte Herzogin Elisabeth von Rochlitz, gegen den heftigen Widerstand Georgs
des Bärtigen 1537 die Reformation ein. Dieses außerordentliche historische Ereignis nehmen die Staatlichen
Schlösser, Burgen und Gärten zum Anlass, um vom
1. Mai bis zum 31. Oktober 2014 unter dem Titel „eine
STARKE FRAUENgeschichte. 500 Jahre Reformation“
eine große Sonderausstellung auszurichten.
Mit hochwertigen Exponaten dokumentiert die Ausstellung erstmals in dieser Form weibliche Lebenswege und
Lebenswelten des 16. Jahrhunderts und bricht das gängige
Bild von der Reformation als einem vor allem männlichen
Ereignis auf. Im Mittelpunkt stehen dabei Frauen, die sich
mutig und aktiv in das Ringen um die Reformation eingebracht haben.
„sola scriptura“ –
Allein die Schrift
Als einzige Frau im Schmalkaldischen Bund und als rastlose Vermittlerin wurde sie zu einer tragenden Säule der
Fürstenreformation im Reich. Die dank vieler Glücksfälle
zu weiten Teilen erhaltene Korrespondenz Elisabeths vermittelt uns diese starke und eigenwillige Persönlichkeit,
die in der auf Männer fixierten Geschichtsschreibung bisher nur am Rande blieb.
Möglichkeiten und
Grenzen
Elisabeth auf Rochlitz
M
it Elisabeth lebte und wirkte zwischen 1537 und
1547 eine der einflussreichsten Frauen der Refor
Reformationszeit auf Schloss Rochlitz. Elisabeth nutzte ihre
Herrschaftsposition nicht nur, um in ihrem Wittum die
Reformation durchzusetzen. Auf Augenhöhe schrieb und
verhandelte sie auch mit den beiden bedeutendsten evangelischen Reichsfürsten, ihrem Bruder Landgraf Philipp
von Hessen und ihrem Cousin, Kurfürst Johann Friedrich
von Sachsen.
A
n dieses außerordentliche historische Geschehen
um Elisabeth von Rochlitz knüpft die große Sonderausstellung an und weitet hierzu den Blick auf das
inhaltlich und räumlich umfassendere Generalthema aus:
Frauen und Weiblichkeit in der Reformation.
Die Ausstellung konfrontiert den Besucher mit bislang
weithin unbekannt gebliebenen Frauen, die auf der
Grundlage des lutherischen Diktums „sola scriptura“ (allein die Schrift) das Wort ergriffen und publizistisch tätig
wurden. Sie deuteten die Bibel, predigten, äußerten sich
in religiösen und politischen Debatten und traten bei
alledem erstaunlich selbstbewusst auf. Legitimation bezogen sie aus der Heiligen Schrift selbst, auf deren Grundlage sie eine religiös und gesellschaftlich emanzipierte Rolle
für die Frauen einforderten.
Lukas Cranach, Elisabeth
von Sachsen im Sächsischen
Stammbuch, 1546
© SLUB Dresden/Signatur
Mscr.Dresd.R.3
Während Fürstenporträts in großer Zahl aus der Cranachwerkstatt überliefert
sind, ist das kleinformatige Bild im Stammbuch das einzige bislang bekannte
und erhalten gebliebene Bildnis Elisabeths, das zu ihren Lebzeiten gefertigt
wurde.
D
ie Lebenswege von wichtigen Protagonistinnen,
wie Katharina Zell in Straßburg oder Argula von
Grumbach aus Franken, zeigen die Spannweite und
schließlich die Grenzen des Möglichen. Mit der Verfestigung der neuen Lehre zur Staatsreligion verengten sich
die Wirkungsräume von Frauen wieder. Wo war der Platz
der Frauen in der neu etablierten Kirche? Aus protestantischer Kleruskritik und aus den ökonomischen Veränderungen des Spätmittelalters heraus entwickelte sich ein
neues Rollenbild der christlichen Ehefrau und Mutter,
Tafelstube, Schloss Rochlitz, 2012 © SBG, Schloss Rochlitz,
Foto: Lothar Sprenger
Die zusammengehörenden
Zeichnungen zeigen, ganz im Sinn
der „Verkehrten Welt“, wie Frauen
und Kinder Männer verprügeln. Da
es sich bei den Frauen vermutlich
um die Konkubinen der rangunterschiedlichen Geistlichen handelt,
ist die Darstellung ebenso als
Klerikerkritik und als Kritik am
Zölibat lesbar.
Lucas Cranach d. Ä., Frauen überfallen Geistliche, um 1537
© Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, KdZ 4794
Lucas Cranach d. Ä., Frauen vertreiben Geistliche, um 1537
© GNM Nürnberg, Hz 4 Kaps 1010
das Ideal der „Hausfrau“. In klarer Rollenverteilung zwischen Frau und Mann bildete die Ehe fortan die kleinste
Zelle des gesellschaftlichen Ordnungssystems.
Flugschrift von Martin Luther: „Vom ehelichen Leben“, 1523
© Stadtmuseum Bautzen, L 1978,5, Foto: Jürgen Matschie
Die berühmten Puppenhäuser
aus dem Besitz des Nürnberger Patriziats sind kaum als
Spielzeug genutzt worden. Sie
bilden vielmehr modellhaft eine
funktionsfähige „Ökonomie“, eine
Haushaltung ab, in der der Frau in
ihrer Rolle als Ehefrau ein klares
innerfamiläres Aufgabenprofil
zugeordnet wurde.
Stromersches Puppenhaus mit vollständiger Einrichtung des
Premierleutnants Freiherr von Stromer, Nürnberg 1639
© GNM Nürnberg, HG 4063
Rollen-Bilder
IMPRESSUM
Ausstellungsort
Ausstellungsfläche
Laufzeit
Projektleiter
Kuratoren
Wissenschaftlicher Beirat
F
rauen treten gerade in gesellschaftlichen Umbruchsituationen engagiert an die Öffentlichkeit, nehmen
Stellung gegen herrschende Missstände und rühren dabei
an die Frage ihrer Mündigkeit. Die Sonderausstellung
untersucht, inwieweit die Kunstäußerungen der Reformationszeit Veränderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse widerspiegeln und gegebenenfalls gerade die Darstellungen von Frauen Änderungen des Rollenverständnisses
sichtbar werden lassen. Sie liefert auch Beiträge zu den
aktuellen gesellschaftlichen Debatten über Geschlechterrollen und Geschlechterverhältnisse. Welche Rollenbilder
wirken bis heute fort? Welche Muster werden bedient,
wenn Frauen in unserer heutigen Gesellschaft „ins Bild
gesetzt“ werden? Was macht die Stärke von Frauen heute
aus? Erkennen wir Kontinuitäten?
Israhel van Meckenem, Die wütende Ehefrau, vor 1494
© Kupferstich-Kabinett, SKD, A 1926-295
Eine Spielart des Kampfs der Geschlechter, den
Kampf um die Hosen, zeigt die spätmittelalterliche
Darstellung einer Frau, die mit dem Spinnrocken auf
ihren Ehemann einschlägt. Die Szene der „Verkehrten
Welt“ gewinnt an Brisanz durch die Dämonisierung
der Frau, verbildlicht durch die teuflische Kreatur im
Hintergrund.
Schloss Rochlitz in Mittelsachsen
ca. 1 300 m2
1. Mai bis 31. Oktober 2014
Dr. André Thieme
Dr. Simona Schellenberger, Dr. Dirk Welich
OKR Dr. Petra Bahr, Kulturbeauftragte des Rates der EKD
Prof. Dr. Ute Gause, Evangelisch-Theologische Fakultät, Ruhr-Universität Bochum
Prof. Dr. Martina Schattkowsky, Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde
Prof. Dr. Wolfgang Holler, Klassik Stiftung Weimar
Prof. Dr. Dirk Syndram, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Registrarin
Presse/PR
Gestaltung Titelseite
Restauratorische Betreuung
Miriam Röther
Uli Kretzschmar
whitebox, Dresden
Sibylle Kreft
Wissenschaftliche Tagung
„Frauen in der Reformation“ - 10. bis 11. Oktober 2013 auf Schloss Rochlitz
ANFAHRT:
PKW
A 4: Abfahrt Chemnitz-Ost, weiter über B 107
A 14: Abfahrt Döbeln-Nord, weiter über B 169 und B 175
A 72: Abfahrt Rochlitz, weiter über B 175
eine
STARKE
FRAUEN
geschichte
500 Jahre
Reformation
ÖPNV
Anreise mit der Bahn bis Geithain, Narsdorf, Mittweida
oder Erlau, weiter mit dem Bus.
ENTFERNUNGEN
Chemnitz 43 km, Leipzig 55 km, Dresden 77 km,
Erfurt 175 km, Berlin 244 km
Hotel Kloster Nimbschen
Schloss Colditz
Burg Kriebstein
FÖRDERER & KOOPERATIONSPARTNER
Bundesbeauftragter für Kultur und Medien, Bernd Neumann
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek, Dresden (SLUB)
Leipziger Volkszeitung
Sächsisches Staatsarchiv – Hauptstaatsarchiv Dresden
Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V.
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen
Geschäftsstelle Luther 2017
Schlossgesellschaft Rochlitz e. V.
Sparkassenstiftungen Mittelsachsen
Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH (TMGS)
Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland e. V.
Heimat- und Verkehrsverein Rochlitzer Muldental e. V.
Leipziger Tourismus und Marketing GmbH
Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (CWE)
01. Mai
31. Oktober 2014
Schloss Rochlitz
In Zusammenarbeit mit:
Niederländischer Meister, Judith mit dem Haupt des
Holofernes, um 1530
© Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, SG 713
Lucas Cranach d. Ä., Judith mit dem von ihr abgeschlagenem Haupt des Holofernes, um1530
© Stiftung Preußische Schlösser und Gärten BerlinBrandenburg, GK I 1182, Foto: Jörg P. Anders
Die Geschichte der Enthauptung des schlafenden Heerführers Holofernes durch Judith wird im gleichnamigen Buch des Alten Testaments
erzählt. Judith rettet mit diesem Mord ihre belagerte Stadt vor den Truppen des assyrischen Königs Nebukadnezar. Ihre isolierte Darstellung
als Glaubensheldin und als über den Mann triumphierende Frau ist in den Jahren der Reformation besonders populär.
www.schloss-rochlitz.de
www.facebook.com/Schloss.Rochlitz
Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gemeinnützige GmbH
Stauffenbergallee 2a | 01099 Dresden | Germany
presse@schloesserland-sachsen.de
Telefon Phone +49 351 56391-1001
www.schloesserland-sachsen.de
Telefax Fax +49 351 56391-1009
facebook.com/Schloesserland.Sachsen
www.schloesserland-sachsen.de
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