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Dental Barometer 2/2006 - Dentalhygiene, Fallbericht, Was hilft bei

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Schwerpunkt: Dentalhygiene/Fallbericht
Was hilft bei Mykosen im Mund?
Autor: Redaktion
Es bedarf schon einer gewissen Erfahrung und eines gesunden Misstrauens, um eine Pilzinfektion im Mund sicher zu
diagnostizieren. Und sie gegen eine bakterielle Erkrankung abzugrenzen. Oft hilft dabei die Lokalisation der befallenen
Stelle.
Pilze im Mund, ein unangenehmer Gedanke? An Bakterien hat man sich ja gewöhnt,
aber einem Patienten die Diagnose mitzuteilen, er habe eine Pilzerkrankung, lässt
diesen zumeist blass werden. Eine solche
Erkrankung gilt immer noch als unfein.
Das zeigen auch die vielen, zumeist alternativmedizinischen Denk- und Therapieansätze zum Beispiel einer Darmsanierung
bei der vermuteten geschwächten Abwehrlage eines Menschen. Dabei gehören Pilze
der Gattung Candida genauso zu unserem
Leben wie die verschiedenen Bakterien, um
in einem Gleichgewicht eine unbedingt erforderliche Balance der Keimbesiedelung
im menschlichen Organismus zu erhalten.
Abb. 1: Auch wenn an der Restbezahnung die Plaque und damit eine bakterielle Kontamination des
Mundes unschwer zu erkennen ist – die Schleimhaut unter der Prothesenbasis im OK lässt die
untrüglichen Zeichen einer Mykose erkennen.
Als Pilzinfektion oder Mykose bezeichnen
wir generell eine Infektionskrankheit, die
durch einzellige Pilze (Fungi) verursacht wurde. Bei den Erregern handelt es sich entweder
um Dermatophyten (Hautpilze), Hefen oder
Schimmelpilze. Zu unterscheiden sind noch
oberflächliche Pilzinfektionen (wie in unserem
Fachgebiet) und systemische Infektionen.
Abb. 3: Noch deutlicher geht es eigentlich nicht,
scharf auf den transversalen Verbinder begrenzt
entsteht manchmal schon durch eine AntibiotikaEinnahme (Anamnese!) diese für den Patienten
äußerst unangenehme, juckende Schleimhauteffloreszenz.
Aber wenn das Gleichgewicht einmal gestört
ist, wenn opportunistische Keime die Überhand gewinnen, dann erkrankt der betroffene
Patient. Bei bakteriellen Infektionen fällt uns
die Therapie nicht schwer. Wir sanieren die
Mundhöhle, die Parodontien, die Zunge und
den Rachenraum durch orale Chemotherapeutika oder, in einem schwereren Fall, durch lokale oder systemische Antibiosen, bei PA-Fällen sinnvollerweise nach Austestung auf das
Vorhandensein der spezifischen Keime und
der Auswahl des richtigen Antibiotikums.
Gestörtes Gleichgewicht
Häufig aber hören wir von zumeist weiblichen
Patienten, dass z. B. nach Einnahme eines
Antibiotikums eine massive Pilzinfektion auftritt. Das besagte mikrobielle Gleichgewicht
wurde gestört.
Abb. 2: Typische Lokalisation: Die Schleimhaut
unter einer anderen Prothesenbasis, ebenfalls eine
Pilzerkrankung.
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Oder wir Zahnärztinnen und Zahnärzte sehen
an einer typischen Stelle (oft unter einer Prothese) eine leicht geschwollene, rot-entzündlich veränderte Gingiva, die häufig am harten
Gaumen mit weißlichen Auflagerungen zu
finden ist. Was aber ist denn eigentlich eine
Pilzinfektion? Wie können wir sie unseren
Patienten erklären, ohne zu übertreiben, und
sie ob der Problematik ihrer Erkrankung beruhigen?
Wir wollen hier lediglich die Pilzinfektion
der Schleimhäute betrachten. Eine Infektion
mit den Erregern dieser Pilze, die auch als
Kandidose oder Soor bezeichnet wird, ist fast
immer das Zeichen eines geschwächten Immunsystems.
Die Zeit drängt
Die Diagnose einer Pilzinfektion geschieht
normalerweise durch Entnahme einer Probe
und Anzüchtung auf einem Nährmedium. Um
den spezifischen Erreger genau identifizieren
zu können, ist dieses Vorgehen unverzichtbar.
Allerdings dauert eine solche Kultivierung
lange und ist auch schwierig durchzuführen.
Meist aber kann und darf mit einer Behandlung nicht gewartet werden, bis das Ergebnis
der Untersuchung fest steht. Deswegen sind
wir Ärzte und Zahnärzte darauf angewiesen,
die Erkrankung unserer Patienten schnell mit
einem Breitband-Antimykotikum zu behandeln.
Zur systemischen Antimykose stehen Präparate aus der Gruppe der Clotrimazole, Voriconalzole und weiteren zur Verfügung. Sie
alle haben teilweise nicht ganz unerhebliche
Nebenwirkungen, vor allem auf die Leberfunktion.
Nicht in den Blutkreislauf
Bei Pilzinfektionen der Schleimhäute wird
das Antimykotikum, je nach der befallenen
Schleimhaut, in Form von Salben, Lutschtabletten, Säften oder Suppositorien an den
Zielort gebracht. Bei der Auswahl des pasDental Barometer 2/2006
Abb. 4: Nach der gründlichen Reinigung der Prothesenbasis und der Desinfektion mit CHX darf die
Applikation eines Antimykotikums nicht fehlen. Dieses kann direkt aus der Tube, die pro Patient rezeptiert
wird, direkt auf die Prothese aufgetragen und in den Patientenmund eingebracht werden. So bildet die
Prothesenbasis sogar ein gewisses Reservoir mit einer verzögerten Abgabe des Wirkstoffes.
senden Präparates ist anzustreben, dass es
möglichst nicht in den Blutkreislauf gelangt,
um die Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten. Eine systemische Behandlung
mit Antimykotika, das sollten wir Zahnärztinnen und Zahnärzte auch unbedingt wissen,
ist nur angezeigt, wenn eine lokale Therapie
nachweislich nicht ausreicht und es sich bei
der befallenen Schleimhaut wirklich um eine
Mykose handelt.
Wirkstoff Nystatin das Mittel
der Wahl
Der pharmazeutische Wirkstoff Nystatin, enthalten in dem Lederlind® Mundgel von der
Riemser Arzneimittel AG, dem bekannten
Hersteller der Ledermix®-Präparate für die
Zahnmedizin, ist das Antimykotikum zur Behandlung von Pilzinfektionen im Mund. Es
wird typischerweise zur Therapie der Sprosspilze der Gattung Candida albicans verwendet.
Lederlind gelangt nicht in die Blutbahn und
weist deshalb nur geringe Nebenwirkungen
auf. Angewandt werden muss es allerdings
zum Beispiel durch Auftragen auf die zuvor
desinfizierten Prothesen (beispielsweise durch
Anwendung des speziellen zahnärztlichen
Desinfektionsmaterials Dirospray von Beycodent, sinnvollerweise in dem Gerät Diromatic
eingesetzt), und zwar so lange, bis die Pilzerkrankung komplett verschwunden ist.
Die folgenden Bilder zeigen einige typische
Erkrankungen und die Anwendung von Lederlind®-Mundgel.
Dental Barometer 2/2006
Begleitende Maßnahmen
Wenn bei einem Patienten eine Resistenz gegen die Behandlung seiner Mykose besteht
und eine bakterielle Begleitinfektion ausgeschlossen werden kann bzw. diese saniert ist,
dann kann man versuchen, einen adjuvanten
Therapieerfolg durch eine bestimmte Diät zu
erzielen.
Eine solche Diät besteht in der Vermeidung
aller zuckerhaltigen Lebensmittel. Auch
Weißmehlprodukte wie Brötchen oder Toast
müssen dann vom Speiseplan gestrichen werden. Wegen seiner Hefeanteile muss auch der
Konsum von alkoholischen Getränken (Bier,
Wein) überdacht werden. Im Zweifelsfall hilft
nur eine dauerhafte Nahrungsumstellung.
Uns Zahnärzten, die wir eine Mykose diagnostizieren, steht aber zuerst und sofort mit
Lederlind®-Mundgel von Riemser ein hochwirksames und schnell wirkendes, dabei aber
weitgehend nebenwirkungsfreies Medikament
für die unmittelbare Behandlung am Patienten
und für die Verordnung zur häuslichen Anwendung zur Verfügung. Lederlind® gibt es
in den Größen 25g (PZN 4900657) und 50g
(PZN 4900663).
Weitere Informationen:
RIEMSER Arzneimittel AG
An der Wiek 7
17493 Greifswald - Insel Riems
Telefon: (03 83 51) 76-0
Telefax: (03 83 51) 3 08
E-Mail: info@riemser.de
Internet: www.riemser.de
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