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Die große Kreativstudio - Chronik: Wie alles begann, was dann

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Die große Kreativstudio - Chronik:
Wie alles begann, was dann geschah, bis heute!
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2003: Ich bin seit dem August 2000 selbständig und habe überlebt!
Eingemietet bei einer lieben Freundin im 17. Bezirk zeigt sich mehr
und mehr, dass ich eigene Räume brauche, wo nur ich mich über rote
Farbflecken auf dem Parkett ärgern muss.
Meine Tochter und ich fachsimpeln über die Wohnung, die uns passen
würde: Zentral gelegen, mit zwei großen und einem kleineren Raum, in
einem schönen Haus, hier wär eine kleine Nische schön und dann fällt ihr
noch ein Balkon ein. Ich: Tsss, so was finden wir nie. Lässig besichtigen
wir zwei Wohnungen, der dritte Termin ist für eine Wohnung hinter der
Stadthalle. In völliger Unkenntnis des Nibelungenviertels und seiner Reize
blicke ich auf den 15. Bezirk herab und lasse den Termin fast! verstreichen.
Wie alle wissen, haben wir also jetzt einen Balkon und erstmal eine Menge
zu renovieren!
Um uns davon zu erholen, gibt es den ersten natur|kunst|urlaub in
Hofberg in Oberösterreich, gleich mit einer Menge Teilnehmerinnen samt
ihren Kinderlein und mit der lieben Steffi als Betreuerin für die letzteren. Es
war ein wunderschöner Beginn für die Sommerkurse!
Am 8. November feiern wir die Eröffnung mit einem fulminanten Fest und
schon damals mit großartiger Musik von Mic Oechsner.
So habe ich mich damals in einem der ersten Newsletter darüber gefreut:
- neue praxis
ich bin also nun zu einem lebenden beweis geworden, wie präzise die
arbeit mit kreativität funktionieren kann, was es bewirkt, loszulassen + zu
vertrauen, dass alles so kommt, wie es weise + richtig ist. am 17. 6. habe
ich den mietvertrag zu einer wohnung unterzeichnet, die ich innerhalb von
drei tagen + mühelos gefunden habe, + die für mich massgeschneidert
scheint. nun bin ich voller glück + dankbarkeit + freue mich darauf in
diesen räumen zu arbeiten!
die neue adresse ist nun der vogelweidplatz 4/6 im 15. bezirk, direkt
gegenüber vom stadthallenbadeingang, leicht zu finden, leicht zu
erreichen! + für alle, die über die 4 stockwerke in der frauenfelderstrasse
gestöhnt haben - wir sind nun im mezzanin mit lift !;)
(das ist so lange her, da hatten wir nur kleine buchstaben!)
Dann sitze ich tapfer mit meiner einzigen Malkurs-Teilnehmerin, der lieben
Sonja, Woche für Woche, bis dann doch
2004 ein paar mehr dazu kommen. Damals gab es schon Malkurse
und Filzkurse, und aber auch das 7-Tägige Kreativ-Training und die
Kreativ-Zeit (künstlerische Begleitung der Jahreskreisfeste). Außerdem
haben wir unsere Fühler ausgestreckt und alles mögliche ausprobiert:
Nähkurse, Glasperlenschmuck, Schreibwerkstatt, Kurse für Mädchen ...
mit verschiedenen Kursleiterinnen. All das ist aber irgendwie nicht so recht
geworden.
Was gut funktioniert hat waren Mics Konzerte und meine Vernissagen tolle Events mit vielen Besuchern. (und innen)
natur|kunst|urlaub übersiedelt in Mics Haus im Waldviertel, die Alte Schule
(hier ist eine ganz nostalgische Seite dazu) und wir füllen zwei Kurse!
Außerdem gebe ich mir einen Ruck und betreibe ein wenig PR-Arbeit, mit
dem Erfolg, dass unter anderem über die Jahre die Brigitte, die Gesundheit
(das damalige dm-Heftl) und das Wirtschaftsblatt über Kreativität und die
Kurse des Kreativstudios berichten.
2005 bin ich bereits selbst seit einigen Monaten ins Waldviertel gezogen.
Das tut auch der kreative Weg, eine Seminarreihe mit Themen wie Zeit,
Beruf/ung, Energie, Raum, alles natürlich vom kreativen Standpunkt aus
gesehen. Wir bemühen uns nach Kräften, die Kurse in der Alten Schule ins
Laufen zu bringen, das erweist sich aber als schwierig. Im Sommer stehen
wir vor der Entscheidung: Sind wir Seminarhausbetreiber oder Künstler?
Und natürlich siegt die Kunst.
Wir übersiedeln im Sommer ins Kreativstudio und haben zwei lustige
improvisierte Jahre (mit Betten in einem Geheim-Kasten zum Beispiel).
Weil ich lange Zeit mit Kindern gearbeitet habe, gebe ich meiner Sehnsucht
nach und biete ein Kinder-Kreativstudio an. Das hält nur solange an, bis
mich das schlechte Gewissen packt: Die Armen haben auch ohne mich
schon zu viele gräßliche Freizeit-Termine! Außerdem werde ich umtriebig
und leite Kurse am Spittelberg, im Norbertinum in Tullnerbach und im
Amadeus (ja, liebe Kinder, so hat früher der Thalia geheißen). Leider
werden wir durch unseren Umzug auch innerhalb des Studios umtriebig
und die armen Kursteilnehmer müssen sich daran gewöhnen, dass der
Kursraum etwa alle (gefühlte) halben Jahre von da nach dort siedelt.
Mic Oechsner gründet sein Alternative Strings Institut am
Vogelweidplatz und unterrichtet fortan Streicher und Innen in der Kunst der
Improvisation und allen coolen Sounds und Rhythmen rund um Cello und
Geige. www.alternativestrings.at
2006 bin ich stolz darauf, dass es jeden Monat einen ausgiebigen
Handwerkskurs am Wochenende gibt. Erstmals biete ich Zeichenkurse
an, ein guter Start für die bis heute andauernde Mission, zu beweisen, dass
Zeichnen NICHT, und überhaupt nicht, viel mit Talent zu tun hat, sondern
mit gutem Unterricht.
natur|kunst|urlaub macht einen kurzen und denkwürdigen Abstecher
nach Bromberg in der Buckligen Welt, durchweichte Regennächte im
Tipi (wo wir schlafen) und ein schwer tätowierter Koch mit kleinen
Koordinationsschwierigkeiten inklusive. Trotzdem war es dort sehr schön
und wir erleben das erste natur|kunst|urlaub Theaterstück, wo die
Erwachsenen Filzpuppen erschaffen und die Kinder daraus wieder ein Stück
erfinden. Mit Spontan-Talenten an Gitarren und Percussion-Instrumenten,
und das alles im zarten Alter von 5 oder 7 Jahren. Ein Meilenstein.
In diesem Jahr beginne ich für die Farbenfirma Marabu Kurse zu
leiten und nach und nach den gesamten Kreativbereich für Österreich
aufzubauen. Inklusive Schulungen für Fachhändler in ganz Österreich und
in Deutschland -der Beginn von lehrreichen vier Jahren, wo ich eine Menge
Wissen über Farben, Techniken und die Arbeit mit ganz ganz verschiedenen
Menschen und Settings lerne. Ein großer Input für das Kreativstudio.
Wie schon in den letzten Jahren gibt es die Weihnachtswerkstatt und
erstmals einen Benefiz - Adventkalender zugunsten der Wiener Tafel.
2007 wundern wir uns, warum natur|kunst|urlaub nichts wird, und
bemerken dann, dass genau zum geplanten Termin ein Käufer für die Alte
Schule auftaucht. So ordnet sich das Leben. Wir verlassen froh die Bettenin-der-Kiste und beziehen dank eines echten Wunders in letzter Minute eine
schöne Wohnung nur fünf Minuten vom Studio entfernt (mit einem 40 m²
großen Keller, denn immerhin haben wir ja den ganzen Alte-Schule-Inhalt
mitgebracht.). Inmitten all dieser Umzüge und Umbrüche erfülle ich den
Wunsch des lieben Matthias nach einem Sommermalkurs am Land, ein
gutes Konzept, das seitdem mit großem Erfolg jedes Jahr stattfindet.
Viele spannende Techniken aus der Marabu-Kreativ-Kiste werden ins Studio
integriert: Keramikfarben, Decoupage und Textiltechniken, besonders
beliebt bei der Weihnachtswerkstatt. Die Newsletter werden länger (und
es gibt auch schon Großbuchstaben) und enthalten eine immer größere
Prise Philosophie.
2008 überlege ich, ob es auch funktionieren kann, Farben und
Kreativzubehör zu verkaufen, da ich ja mit Marabu sozusagen an der Quelle
sitze. Wir bauen ein fulminantes Regal für den Vorraum und probieren es
ein wenig aus - bis wir es wieder lassen, es ist zu komplex (Inventur und
ähnliche Grässlichkeiten). Das Regal ist allerdings immer noch toll.
Ich reise viel herum, biete Filzkurse für die Akademie Geras an und
für Elvira Jank in Zwettl. Der Sommermalkurs landet durch einen
unglücklichen Zufall im Weinviertel, aber natur|kunst|urlaub findet zum
ersten Mal im Seminarzentrum des Bundesministeriums für Unterricht und
Kunst in Raach am Hochgebirge statt, was der Beginn einer innigen
Liebe zu diesem Landstrich ist. Aber dazu später mehr Das Jahr endet mit einem weiteren Benefiz-Adventkalender: Alle haben
aus dem vergangenen Jahr gelernt und stürzen sich in großer Zahl auf die
angebotenen Bilder. Wir sammeln eine Menge Geld für die Tafel.
2009 Im Mai gibt es ein grandioses Open Studio Fest mit über hundert!
Besuchern, Buffet und Konzert - großartig. Weils so toll ist, machen wir es
im November gleich noch einmal. Dazwischen sind wir im Sommer da, wo
wir hin gehören: In Raach am Hochgebirge; und beim Acrylmalkurs sind
erstmals die Jazzstreicher mit an Bord. Weil wir sie lieb bitten, spielen sie
abends in der Bar für uns. Jazz für alle, ab da wollen die Maler das immer!
natur|kunst|urlaub begeistert die Zuschauer mit dem tollsten Theaterstück,
das je innerhalb von vier Tagen zusammengeschraubt wurde: Ding
ding ding - wo ist der Ring? Komplett mit Geist, mannshoher Burg aus
Leinwandkartons, Nixe, Mord und sterbenden Sonnen. Wir sind sprachlos.
Ich lerne in einer Fortbildung bei Kremer Pigmente im Allgäu eine Menge
über Farben und Pigmente und bin davon so angetan, dass ich ab
2010 die beliebten FARBTAGE ins Leben rufe. Passend zu den
Jahreszeiten und Zeitqualitäten gibt es Tage ganz in weiß, rot, schwarz,
gelb, grün, blau, orange und violett, wo wir in einer Farbe gekleidet sind,
nur in diesen Farbtönen malen, ein Buffet in der entsprechenden Farbe
genießen (außer vielleicht bei Blau) (genießen nämlich) und passende
Musik dazu hören. Eine sehr sehr tolle Erfahrung.
Das Jahr beginnt gut mit einer großen Ausstellung meiner Bilder im AERA
(ich schaffe es ins Bezirksblatt der Innenstadt) und endet noch besser,
weil wir nach langer Suche genau das richtige Haus am Land und sieben
Minuten vom Seminarzentrum in Raach entfernt finden, wo wir natürlich
wieder kurshalber den Sommer verbracht haben (und sehnsüchtig in die
Berge hinein geschaut haben). Wohn-Wunder Nummer drei.
Wie schon im letzten Jahr unterrichte ich an der Pädagogischen
Hochschule in Wien in der Fortbildung und freue mich, dass ich neben
Filzen und Acrylmalen vor allem meine Zeichentheorien dahin bringen
kann, wo sie hingehören: an die Pädagoginnen, die die Künstlerseele der
kleinen Menschen in den Händen halten - und sie je nach Kenntnisstand
nähren oder zertreten können.
2011 sieht uns erst einmal mit einer großen Umzugs-Erschöpfung,
wir erholen uns aber gegen Sommer und es gibt erstmals einen
Sommerfilzkurs in Raach. Auf mein Betreiben hin erwirbt mein
Schulfreund und Herr Direktor des Seminarzentrums zwei original
mongolische Jurten (die erst einmal vom Sturm umgeworfen werden).
Meine Schwester bietet Filzkurse für Einsteiger und Kinder an, und ich
muss erstmals in der Geschichte des Studios die Kurspreise ein wenig
anheben, um mit Mieten, Energie- und allgemeinen Kosten mithalten zu
können.
Trotz allem Umzugsenergie-Tief schaffen wir ein Open Studio Fest im
November mit wunderschönen Kunstwerken, Konzert, Buffet - mit alles.
2012 haben wir uns am Land eingelebt und es gibt auch im Frühsommer
Mal- und Zeichen-Kurse in Raach - weil es hier einfach so schön ist, dass
alle, die einmal hier waren, immer wieder kommen wollen. Die Farbtage
will ich auch gerne nach Raach holen, aber das funktioniert nicht so gut.
Dafür darf ich in der Volkshochschule Gloggnitz Filzkurse geben.
Überhaupt breite ich meine Fühler in der Gegend aus und stelle in
Reichenau an der Rax meine Bilder aus (was einen tollen Film mit Musik
von Mic Oechsner ergibt), und filze mit 2- bis 80jährigen den Teppich der
Generationen, der seither im Schloss Reichenau hängt. Dazu tingele ich
durch lustige Adventmärkte im Wechselland.
Am Vogelweidplatz machen wir uns Gedanken über die Auslastung der
Wohnung, was dazu führt, dass mein Sohn nach seiner Ausbildung zum
medizinischen und Heilmasseur beginnt, im Studio Massagen anzubieten.
www.heilmassage15.at
Wir überleben alle den 21. Dezember 2012 (wer hätte das gedacht) und
geraten ins Jahr
2013, was schon fast jetzt ist. Hier kommt meine Tochter, die zehn Jahre später
auch schon 28 Jahre alt ist, ins Boot und betreut meine Mail-Kommunikation
und - dankenswerterweise für diese Aussendung - die Adressenverwaltung. Wir
gönnen uns einen ersten langen Urlaub seit - Jahren und residieren auf Ischia, wo
ich beginne ein Acrylmalbuch zu schreiben.
In Raach gibt es zum ersten Mal Kunst-Natur-Magie, ein Wochenende, das
schwer zu erklären ist und alle Anwesenden (vielleicht genau deshalb ;) sehr
beeindruckt hat. Natur halt, mit all ihren Kräften.
Ansonsten gibt es zu berichten, dass nach einem Semester Pause an der
Hochschule offenbar eine gewisse Sehnsucht nach Mal- und Filzkursen entstanden
ist, denn es gibt für den Herbst 76 Anmeldungen für einen Filzkurs und 54 für
einen Acrylmalnachmittag.
Was ebenfalls floriert ist unsere Mikrowirtschaft rund um die Restebilder,
und die geht so: Menschen vergessen ihre Bilder im Kreativstudio und werden
gefühlte siebentausendmal daran erinnert, sie abzuholen. Darauf geht das Bild
in den Restebildfundus über. Ein Restebild ist jenes Bild, welches entsteht, wenn
am Ende der Malstunde die Teilnehmer zu ihrer großen Verwunderung feststellen,
dass sie schon wieder viel Farbe übrig haben und selbige dann irgendwie auf
das Restebild schmieren. So. Mit der Zeit wachsen diese Bilder förmlich zu
einem echt interessanten Hintergrund heran, mit Strukturen, Verwerfungen und
genialen Wendungen, weil alles reiner Zufall. Irgendwer begehrt dann dieses Bild
und nimmt es gegen eine Spende an die Wiener Tafel an sich. Ein Prototyp für
gesunde Win-Win-Win-Win-Win - Situationen! (Jedes Win steht für: glücklicher
Malender - glücklicher Bildspender - glückliche Umwelt, weil Farbe nicht im Müll
landet - glückliche Isabella, weil Lagerplatz frei wird - glückliche Wiener Tafel)
In diesem Moment, am 16. Juni 2013, sitze ich hier und genieße diesen
Blick über zehn Jahre - naturgemäß sind hier ein paar wenige Gipfel
beleuchtet und liegt die Gesamtheit der Geschichte in den Hängen, Tälern
und Bergflanken herum. In Summe bin ich stolz, froh und tief beschenkt,
mit so vielen Menschen so schön arbeiten zu dürfen, zu erleben, wie das
Studio immer mehr zu einem Forum für kluge, interessierte, interessante
und inspirierende Menschen wird, wie jedeR Einzelne in seiner und ihrer
Kunstfertigkeit immer besser wird - und die Kurs-Arbeit immer vielfältiger
und profunder.
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