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Es wächst zusammen, was zusammen gehört!«

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VBE-Standpunkte
Der Kommentar:
Die Chancen der neuen
Oberschule, wenn man sie
nutzen will
»Es wächst zusammen,
was zusammen gehört!«
In der zweitägigen Anhörung des Kultusausschusses Ende Januar 2011 hat der
VBE deutliche Positionen zum Umbau des nds. Schulwesens und zur Einführung
einer Oberschule anstelle der HS und RS (mit gymnasialem Angebot) bezogen.
Unterstützt wurden die Forderungen u. a. von der IHK, den nds. Handwerkskammern, den Arbeitgeberverbänden, dem VNL und den kommunalen Trägern. Hier der Wortlaut in Auszügen.
„Der VBE begrüßt alle ernst gemeinten Bestrebungen hin zu einem zweigliedrigen Schulsystem in der Sekundarstufe I und II seit vielen Jahren. Bereits im Jahr
1977 entwickelte der Verband das sogenannte Zwischenahner Modell der
Sekundarschule, das in mehreren Bundesländern Grundlage für die Neuorientierung in der Sekundarstufe I wurde.
Begründet wurde die Zweigliedrigkeit stets
mit der Überlegenheit eines solchen Systems gegenüber des in Hauptschule, Realschule und Gymnasium gegliederten Systems. Verdeutlichen lässt sich das an folgenden Beispielen:
n Für die Schüler/-innen, die nicht das
Gymnasium besuchen, gibt es ein breiteres Bildungsangebot als im dreigliedrigen System.
n Allgemeinbildung und Berufsorientierung
können in dem gemeinsamen Bildungsgang, der auf einen zehnjährigen Schulbesuch ausgerichtet ist, ausgeweitet und
besser in Einklang gebracht werden.
n Der durch Profilbildung geprägte
Abschluss ist wesentlich aussagekräftiger als bisherige Abschlüsse der Sekundarstufe I, die sich zudem oft als wenig
vergleichbar gezeigt haben.
Der demografische Wandel diente nicht,
zumindest nie an vorderster Stelle als
Begründung, da er auch in der heute
erkennbaren Dramatik nicht vorlag.
Die Ausgestaltung der Schule neben dem
Gymnasium erfolgt in den Bundesländern sehr unterschiedlich. Erfolgreich ist
diese Schule immer da, wo sie im Interesse der Schüler/-innen in möglichst
vielen Bereichen gemeinsamen Unterricht anbietet und ein breites Angebot
an Pflicht-, Wahlpflicht- und freien Angeboten vorhält und die Option der gymnasialen Oberstufe bzw. des Hochschulzugangs anbietet. …“
VBE Niedersachsen „zeitnah“ · 1–2/2011
Stellungnahme zur
Einführung der Oberschule
„Zur erfolgreichen Einführung eines so
gestalteten Systems bedarf es ausreichender Beratungszeit zur intensiven Vorbereitung inklusive eines breiten Konsenses der
Beteiligten. Die folgenden Anmerkungen
zu dem Gesetzentwurf unterstützen diese
Sichtweise, ihre Berücksichtigung bei der
Novellierung des Gesetzes wird dazu beitragen, der neuen Schule zu einem erfolgreichen Start zu verhelfen.
§ 10a
Diesem neuen Paragrafen fehlt, speziell im Vergleich mit §12, der Auftrag,
der die Oberschule als neue Schulform erkennbar werden lässt. Sie wird
nach ihrer Einführung die Hauptschule
und die Realschule ersetzen (s. Erläuterungen im besonderen Teil), mancherorts mit zusätzlichem gymnasialem Angebot. Ein Bildungsauftrag wie
für andere Schulformen fehlt.
Ohne diesen jedoch bieten zusammengefasste Haupt- und Realschulen und Kooperative Gesamtschulen bereits heute, was
die Oberschule demnächst als Angebot
unterbreiten soll. Aufeinander bezogene
Schulzweige sowie schulzweigspezifische
Lerngruppen und Klassenverbände als
Möglichkeit lassen das Neue zumindest
nicht auf den ersten Blick erkennen.
Fortsetzung Seite 8
Die vom niedersächsischen Kultusminister
in der Pressemitteilung vom 26.10.2010
vorgeschlagene Oberschule nun als künftige Schulart neben dem Gymnasium wird
kontrovers diskutiert. Mochte der Begriff
„Oberschule“ zunächst irritieren – er hatte
in der Vergangenheit eine andere Konotation –, mag der Philologenverband schon
wieder um das ungefährdete Gymnasium
bangen, die Richtung künftiger Schulentwicklung bietet Chancen, wenn man sie
denn nutzen will.
Das Chassis „Oberschule“ ist bemerkenswert offen für produktive Varianten:
n Die konservativsten Varianten wäre die
schlichte Kombination von Haupt- und
Realschulen in kooperativer Variante
(Hauptschul- und Realschulbildungsgang
von 5–10 (9), wie es sie schon länger gibt.
n Leicht fortschrittlich wäre eine integrierte Haupt- und Realschule (Gesamtschule light!)
n Die bestehenden kooperativen Gesamtschulen bekommen eine Zwillingsschwester, wenn ein Gymnasialzug eingerichtet
wird.
n Die Oberschule könnte aber auch bis
mindestens zum Ende des 8. Schuljahres
eine integrierte Gesamtschule mit äußerer
Differenzierung in Deutsch, Mathematik
und Englisch werden.
n Die Orientierungsstufe in 5/6 könnte
wieder auferstehen.
n Wenn eine Sekundarstufe II eingerichtet
werden kann mit großem Korridor für
Übergangsmöglichkeiten aus der Sekundarstufe I (aus allen Zweigen!), ergäbe sich
eine echte Alternative zum Gymnasium.
n Und wer sich der Angebote der Berufsschulzentren erinnert – was viel zu wenig
getan wird,– wäre ein zusätzlicher Weg
zum Abitur bzw. zur Fachhochschulreife
zu trassieren.
Das alles ist nicht schlecht angesichts des
bis vor Kurzem ausgeprägten Verharrens
von CDU und FDP beim viergliedrigen
Schulwesen. Wenn man sich nur einmal
vorstellt, dass nach der vierjährigen integrativen Grundschule weitere 4 Jahre eine
integrierte Oberschule flächendeckend
bestünde, wäre das ein Riesenschritt der
Annäherung an europäische Schulstrukturen. Wahrscheinlich wird es vielerorts zu
Minimallösungen kommen. Aber ein
„Mehr“ ist möglich! Der VBE hat den konzeptionellen Rahmen dazu früh entwickelt. Jetzt käme es auf Initiativen an, die
nicht von administrativen Restriktionen
zum Schluss wieder ausgebremst werden.
Prof. Dr. Manfred Bönsch,
Hannover
7
VBE-Standpunkte
NIHK und LHN für attraktive
Oberschule statt billiger
„Ober“-Schule
Die Bezeichnung „Oberschule“ soll eine höhere
Wertigkeit als bisher
hervorheben. Wie aber
passt das mit der Arbeitszeit und Besoldung der
bisherigen Hauptakteure der HS-, RS- und
möglicherweise auch
Gymnasiallehrkräfte zusammen?
Über die absehbaren Kosten für neue Stellen an den Gymnasien hat die CDU/FDPRegierung nach Auflösung der Orientierungsstufe z. B. nie geklagt.
Unterschiede in der Unterrichtsverpflichtung
sowie bei den Anrechnungsstunden und der
Funktionsstellenausstattung an den unterschiedlichen Schulformen „sind nicht zu
begründen, da an allen Schulformen eine
gleich wichtige Arbeit verrichtet wird“. (Stellungnahme des Niedersächsischen Industrieund Handelskammertages zur Schulgesetzänderung vom 25.01.11) Und weiter: „Deshalb ist es zwingend erforderlich, die bestehende und weiterhin geplante Ungleichbehandlung der Arbeitsbedingungen an den
verschiedenen Schulformen aufzugeben.“
Ähnlich sieht das die Landesvertretung der
Handwerkskammern Niedersachsen in
ihrer Bewertung der Neuordnung der
Schulstruktur vom gleichen Tag. Sie sieht in
der Ankündigung der Oberschule die „Einführung eines neuen Produkts“, das jedoch
besser sein muss als das bisherige. Die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Gymnasium und der IGS mit einer Ausstattung der
Oberschule mit 7 bis 8 Funktionsstellen
„wird von uns nicht für ausreichend erachtet“. Sie fordert stattdessen 13 Funktionsstellen plus 3 Stellen bei Führung einer
gymnasialen Oberstufe. „Elternhäuser registrieren diese genannte Schlechterstellung
sehr genau. Gerade das Niveau der individuellen Begleitung der Schülerinnen und
Schüler wird entscheidend für den Erfolg
der Oberschule sein.“ Und weiter: „Gleiche
Bezahlung für gleiche Arbeit sollte selbstverständlich auch mit ( ... ) Reformierung
der Lehrerausbildung einhergehen.“ Dazu
werden drei Lehrämter – Grundschule, Sek.
I und Sek. II – vorgeschlagen. Die IHK
schließt sich dieser Forderung an und
ergänzt: „Die Lehrerausbildung muss strukturell und inhaltlich reformiert werden.“
Die niedersächsischen Unternehmerverbände bestätigen in der Anhörung diese
Position. Wir können uns diesen Gedanken
und Forderungen nur lückenlos anschließen. Höhere Wertigkeit kostet in der Regel
mehr. Bei der Einführung der Oberschule
müssen qualitativ gleichwertige Voraussetzungen wie z. B. bei Gymnasien oder IGS’n
gelten. Sie darf nicht zu einer billigen
„Ober“-Schule mutieren.
Manfred Ruhnke
– Redaktionsmitglied –
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Die Abschlüsse von Hauptschule und Realschule sollen bleiben, schulzweigspezifischer Unterricht zweier bisheriger Schulformen – kann es den eigentlich in einer
neuen Schule geben? – soll erhalten bleiben, ab Klasse 9 soll der schulzweigspezifische Unterricht gar überwiegen. Die Neuerungen sind schwer erkennbar.
Wichtige Aussagen, wie sie in § 12 zur
Gesamtschule zu finden sind, fehlen in
diesem neuen Paragrafen, unter anderem
zu dem Auftrag dieser neuen Schulform.
Wenn Schulträger und Eltern die Möglichkeit zum Vergleich beider Paragrafen nutzen, dürfte die Entscheidung für die Beantragung einer Gesamtschule niemanden
überraschen.
Das gymnasiale Angebot an der Oberschule wird möglicherweise zu einer verstärkten Anwahl führen, mit der Konsequenz, dass sich die Schule auf eine
neue, durchaus wünschenswerte Weise
der neuen Klientel annehmen muss.
Wenn die neue (Ober-) Schule sich jedoch
allzu sehr dem Ziel des Abiturs am Gymnasium verpflichtet sehen sollte, bliebe
die Frage nach dem Unterschied zur
Gesamtschule. Die Oberschule ist anders
auszurichten. Im Vordergrund stehen
doppelt qualifizierende Abschlüsse im
SEK II, auch mit Hochschulzugangsberechtigung.
Der VBE schlägt folgende Formulierungen für den neuen § 10a vor.
(1) Die Oberschule ist nach Schuljahrgängen gegliedert. Sie vermittelt
ihren Schülerinnen und Schülern
eine breite und vertiefte Allgemeinbildung und ermöglicht ihnen eine
individuelle Schwerpunktbildung
entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit und ihren Neigungen. Sie stärkt
Grundfertigkeiten, selbstständiges
Lernen und auch wissenschaftspropädeutisches Arbeiten und befähigt
ihre Schülerinnen und Schüler, nach
Maßgabe des Abschlusses ihren Bildungsweg berufs- oder studienbezogen fortzusetzen.
(2) In der Oberschule werden Schülerinnen und Schüler des 5. bis 10.
Schuljahrganges unterrichtet. Ist ein
gymnasiales Angebot vorhanden,
werden die Schuljahrgänge 5 bis 13
angeboten.
(3) In der Oberschule können am
Ende der Sekundarstufe I
alle
Sekundar-I-Abschlüsse erworben
werden entsprechend der vorgenommenen Profilbildung und der
erreichten Leistungen zur Fortsetzung des Bildungsweges im allgemein oder berufsbildenden Bereich.
In der Sekundarstufe II können der
schulische Teil der Fachhochschulreife (Fachabitur) und die allgemeine Hochschulreife
erworben
werden.
(4) Die Oberschule kann in den
Jahrgängen 5 bis 10 um ein gymnasiales Angebot erweitert werden. §11
Abs.1 gilt gemäß dem Auftrag der
Sekundarstufe I des Gymnasiums.
Für Schülerinnen und Schüler, die
von diesem Angebot Gebrauch
machen, soll ab dem 7. Schuljahrgang und muss ab dem 9. Schuljahrgang ein zusätzliches Unterrichtsangebot für den Schulformwechsel vorgehalten werden.
Der im Entwurf vorgesehene Absatz 4
kann entfallen, da die Hochschulreife am
Ende des 13. Jahrganges erworben wird.
Begrüßt wird die Aussage bezüglich
der zu unterrichtenden Jahrgänge.
Der VBE fordert seit vielen Jahren die
Verlängerung der Schulzeit für die
Hauptschüler/-innen für die Vermittlung
der von den Abnehmern geforderten
Allgemeinbildung sowie zum Ausgleich
des umfangreichen Zeitbudgets für die
Berufsorientierung.
Bei der Gestaltung des Unterrichtes ist
darauf hinzuwirken, dass den Schulen
möglichst große Freiheiten bei der Erstellung von Differenzierungsmodellen eingeräumt werden. Wesentliche Momente
dabei sind neben der Fachleistungsdifferenzierung in möglichst wenigen Fächern ein
durch ein hohes Maß an gemeinsamem
Unterricht erwirtschaftetes und den Interessen der Schülerschaft entgegenkommendes breites Angebot an Profilen – das Profil
„Wirtschaft“ sollte erweitert werden zu
„Wirtschaft und Verwaltung“, zudem
sollte der Kanon mindestens um das Profil
„Naturwissenschaft“ ergänzt werden –
und damit verbunden kleine Lerngruppen.
Es ist dabei sicherzustellen, dass die Profile
von der gesamten Schülerschaft gleichberechtigt angewählt werden können.
Erschwert werden wird der Start der
Oberschule dadurch, dass wie bisher
bei der Realschule, die Durchlässigkeit in
Richtung Gymnasium durch den dortigen auf acht Schuljahre angelegten Bildungsgang bereits früh eingeschränkt
bzw. verhindert wird. Für viele Schulträger wird sich damit die Frage nach dem
gymnasialen Angebot an ihrer Oberschule stellen. Eltern werden bei der
Anwahl der Oberschule sicher das Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein
des gymnasialen Angebotes thematisieren und die Schulträger bedrängen. Vielleicht hilft dieses Problem jedoch dabei,
regional unterschiedliche Modelle entstehen zu lassen, die vor Ort geeignete
Lösungen darstellen. So können beispielsweise kleinere Systeme zu einem
umfassenden Bildungsangebot zusammengeführt werden.
Mit der eben beschriebenen Situation
könnte auch die für die Einrichtung
VBE Niedersachsen „zeitnah“ · 1–2/2011
VBE-Standpunkte
verlangte 10-Jahres-Absicherung aufgehoben werden, die aufgrund der demografischen Entwicklung und der wiederholt erhobenen Forderung nach
Mobilität von nur geringer Aussagekraft ist.
Die neue Schule darf in ihrer Ausstattung nicht hinter bestehende
Schulformen zurückfallen. So ist die
bekanntgewordene Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte ein wesentlicher
Schritt zur Anerkennung ihrer Leistung,
andererseits ist sie angesichts der derzeitigen Klassenobergrenze in der Hauptschule ein logischer Schritt, wenn die
neue Schule tatsächlich eine Qualitätssteigerung bedeuten soll. In diesem
Zusammenhang soll auf den Einsatz von
sozialpädagogischen Fachkräften verwiesen werden, der nach bisherigem Kenntnisstand im Umfang als zu gering angesehen wird. Je nach Schulgröße sollte sich
als Mindestanforderung das Beschäftigungsvolumen auf bis zu einer Vollzeitstelle erhöhen.
Durch die vorgeschlagene Formulierung
in Abs. 1 Satz 1 wird deutlich, dass
gemeinsamer Unterricht für die
Schüler/-innen zu erteilen ist. Dies
schließt Differenzierungsmaßnahmen in
bestimmten Fächern ab Klasse 7 nicht
aus, sollte jedoch andererseits ab dem
6. Jahrgang, Beginn der 2. Fremdsprache, die Möglichkeit der Profilbildung
bieten.
Der VBE erwartet für die Oberschule
eine gegenüber Hauptschule und
Realschule verbesserte Ausstattung
mit Funktionsstellen. Eine aus drei
Personen bestehende Schulleitung sowie
eine didaktische Leitung mit entsprechender Einstufung sollten selbstverständlich sein. Daneben sind die Fachbereichskonferenzleitungen als Beförderungsämter auszuweisen. Alle diese
Ämter sind für Lehrkräfte aus allen Lehrämtern zugänglich zu machen. Die
Schulbehörde hat sicherzustellen, dass
alle Lehrämter der in der jeweiligen
Schule zusammengefassten Schulformen
in den Schulleitungen vertreten sind.
Die Bevorzugung eines Lehramtes bei
der Besetzung der Leiterstelle ist zu vermeiden. Die Lehrerausbildung muss
angepasst werden.
Der VBE begrüßt die mit der Einführung der Oberschule verbundene
Ankündigung zur Senkung der
Unterrichtsverpflichtung für die an
dieser Schulform tätigen Lehrkräfte,
findet jedoch für die weiter bestehende
ungleiche Behandlung in den Schulformen Hauptschule, Realschule, KGS und
IGS keine Begründung. Ein Angleichung
ist angesagt.
Eine weitere wesentliche Gelingensbedingung für die Oberschule sieht
der VBE darin, die neue Schule als
mindestens teilgebundene, in der Regel
aber gebundene Ganztagsschule zu füh-
ren. Mehr Zeit für übendes Lernen, für
Förderung und für erhöhte Anforderungen an diejenigen Schüler/-innen, die sie
erfüllen können und wollen, z. B. auch
zur Vorbereitung auf Schulformwechsel
oder den Übergang am Ende der Sek. I,
können einen Zugewinn an Attraktivität
darstellen.
Die Berechnung der Lehrerstundenzuweisung richtet sich nach
den Vorschriften der Hauptschule
und erfolgt in der Oberschule gemäß
der Schülerzahl. Die Verteilung nach
den von Grundschulen ausgesprochenen Empfehlungen bleibt unberücksichtigt.
Der VBE stimmt der Änderung des
Schulgesetzes hinsichtlich der neuen
Schulform Oberschule im Grundsatz
zu, bittet jedoch um Berücksichtigung seiner Vorschläge zur Errichtung und Ausgestaltung. …
3. Änderung des Nieders. Besoldungsgesetzes
Der VBE stimmt der Änderung zu, wenn
diese mit beinhaltet, dass die Gleichbehandlung der verschiedenen Lehrämter
bei dem Zugang zu allen Ämtern gegeben ist.“
(Auszug aus der VBE-Stellungnahme
vom 26.1.2011)
Gitta Franke-Zöllmer,
VBE-Vorsitzende
Dr. Elke Münch
Schule auf neuen Wegen
Schul(struktur)wandel in Dtld.
Carl Link Verlag, Kronach 2010,
230 S.
ISBN 978-3-556-02294-8 / 34,00 €
Maria Halbritter (Hrsg.)
Auf dem Weg zur
»guten Schule«
Schule gemeinsam entwickeln
Beltz Verlag, Weinheim 2010, 192 S.
ISBN 978-3-407-25534-1 / 26,95 €
Sven Sauter
Schule Macht Ungleichheit
Bildungsbarrieren und Wissensproduktion im Aushandlungsprozess
Brandes & Apsel, 2010, 264 S.,
ISBN 978-3-86099-344-6, 24,90 €
Fatma Ceri
Die Bildungsbenachteiligung
von Kindern mit Migrationshintergrund
Centaurus Verlag, 2008, 91 S.
ISBN 978-3-825-50717-6 / 14,90 €
Das Buch geht der Frage nach, ob
die Umstrukturierungen des deutschen Schulwesens die erhofften
Erfolge bringen können. Die Strömungen und Veränderungen der
deutschen Bildungslandschaft werden sowohl aus struktureller Sicht
bundesweit aber auch aus dem
Blickwinkel der inneren Reform
von Schule beleuchtet. Hierbei
werden weder die Befindlichkeiten
von Kindern noch die von Eltern
und Lehrkräften, noch von denen,
die für die Umsetzung der verantwortlichen Schulleitungen noch
von der Schülerschaft selbst, außen
vor gelassen. Aspekte der Qualität
und Rechenschaftslegung von
Schulen werden vor dem Hintergrund der größten Herausforderungen im Bildungssektor diskutiert,
und es wird aufgezeigt, was gute
Schulen wirklich brauchen.
Schulentwicklung ist ein Prozess,
der von allen Beteiligten gemeinsam gestaltet werden muss. Diese
Überzeugung spiegelt sich auch im
Aufbau des Buchs wieder: In
einem mehrstimmigen Arbeitsbericht formulieren die Lehrer, Schüler, die Schulleitung und die Eltern
in jeweils eigenen Kapiteln ihre
Erwartungen und Erfahrungen mit
der eigenen Schulreform: wie zum
Beispiel Stundenpläne flexibilisiert
wurden, wie die Kommunikation
zwischen Schulleitung und Lehrern verbessert werden konnte und
wie die Eltern und außerschulische
Kräfte in die Aufgaben der Schulentwicklung einbezogen wurden.
Dr. Maria Halbritter (eh. Schulleiterin am Edith-Stein-Gymnasium in
Bretten) schildert dies an einem
konkreten und dadurch nachvollziehbaren Beispiel.
In einer auf Ungleichheit gründenden modernen Klassengesellschaft lastet auf dem Bildungssystem und der Schule die Bürde
der Selektion und damit der
gesellschaftlichen Platzanweisung. Es werden soziale Spaltungen, strukturelle Ungleichheiten
und Integrationsbarrieren produziert. Dies vor allem in unteren
Bildungsgängen. Allerdings verschleiert das herrschende Prinzip der Leistungsgesellschaft die
Gründe für die eklatante Chancenungerechtigkeit und soziale
Ungleichheit im deutschen Bildungssystem. Sauter untersucht
die Dimension der symbolischen
Gewalt aus der Subjektperspektive von Schülerinnen und Schülern, die in unserem Bildungssystem sozial am Rande stehen.
Die Autorin bietet einen zusammenfassenden Überblick über die Bildungsbeteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im
Vergleich zu deutschen Schülern, um
so die These der Bildungsbenachteiligung von Migrantenkindern überprüfen zu können. Weiter sucht sie nach
möglichen Erklärungen für die aufgezeigten Diskrepanzen. Den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet das Hauptproblem der Migrantenkinder, nämlich das Problem von Sprachdefiziten,
der schulischeUmgang mit sprachlicher Differenz und deren Folgen. Vor
allem dem Spracherwerb von Kindern
und Jugendlichen mit Migrationshintergrund kommt eine elementare
Bedeutung zu, denn die Sprache ist
der Schlüssel zur Erschließung aller
weiteren Wissensbestände und zur
Teilhabe an allen gesellschaftlichen
Kommunikationsprozessen.
VBE Niedersachsen „zeitnah“ · 1–2/2011
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