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"Sag' mal was" und FörMig - ein Vergleich der (Evaluations-)Konzepte

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Prof. Dr. Ingrid Gogolin, Universität
Hamburg
"Sag' mal was" und FörMig –
ein Vergleich der (Evaluations-)
Konzepte
Beitrag zur Fachtagung „Sag‘ mal was“ der
Landesstiftung Baden-Württemberg
29. und 30. April 2009
Stuttgart
© Ingrid Gogolin 2009
1
Was Sie erwartet
ƒ Über die Notwendigkeit von Evaluation
ƒ FörMig – was ist das eigentlich?
ƒ Hypothese: auf „Bildungssprache“ kommt es an
ƒ Förderung bildungssprachlicher Fähigkeiten im
Modellprogramm FörMig
ƒ FörMig-Evaluationskonzept
ƒ Über die Verführung zu (und die gebotene
Vorsicht bei) Kausalaussagen
ƒ Ausblick: offene Fragen
© Ingrid Gogolin 2009
2
Was Sie erwartet
ƒ Über die Notwendigkeit von Evaluation
ƒ FörMig – was ist das eigentlich?
ƒ Hypothese: auf „Bildungssprache“ kommt es an
ƒ Förderung bildungssprachlicher Fähigkeiten im
Modellprogramm FörMig
ƒ FörMig-Evaluationskonzept
ƒ Über die Verführung zu (und die gebotene
Vorsicht bei) Kausalaussagen
ƒ Ausblick: offene Fragen
© Ingrid Gogolin 2009
3
Über die Notwendigkeit…
• Seit den 1980er Jahren zahlreiche
Projekte und Modellversuche zur
Förderung von Migranten im deutschen
Bildungssystem,
• z.B. bundesweit: mehr als 85
Modellversuche im allgemeinbildenden
Bereich
• z.B. mehrere hundert Programme im
berufsbildenden Bereich
© Ingrid Gogolin 2009
4
Über die Notwendigkeit…
• Seit den 1980er Jahren zahlreiche
Projekte und Modellversuche zur
Aber im deutschen
Förderung von Migranten
Bildungssystem,
dennoch…
• z.B. bundesweit: mehr als 85
Modellversuche im allgemeinbildenden
Bereich
• z.B. mehrere hundert Programme im
berufsbildenden Bereich
© Ingrid Gogolin 2009
5
Über die Notwendigkeit…
- Internationale
Schulleistungsvergleichsstudien:
wiederkehrend zeigen sich
Leistungsdisparitäten zwischen Kindern mit
und ohne Migrationshintergrund
- z.B. PISA: Jugendliche mit
Migrationshintergrund erreichen auch dann
nicht die Leistungen der nichtgewanderten
Gleichaltrigen, wenn sie überwiegend
Deutsch sprechen.
© Ingrid Gogolin 2009
6
Weiter: Über die Notwendigkeit…
Ursachenforschung:
Kontextfaktoren
- Reaktive Zuwanderungspolitik in
Deutschland, keine systematische und
kontinuierliche Integrationspolitik
- In Zuwandererfamilien geringeres
ökonomisches und kulturelles Kapital als in
altansässigen Familien.
Bildungsarmut ist in Deutschland
erblich
© Ingrid Gogolin 2009
7
Weiter: Über die Notwendigkeit…
Ursachenforschung:
Kontextfaktoren
- Reaktive Zuwanderungspolitik in
Deutschland, keine systematische und
kontinuierliche Integrationspolitik
- In Zuwandererfamilien geringeres
ökonomisches und kulturelles Kapital als in
altansässigen Familien.
Aber
dennoch…
Bildungsarmut ist in Deutschland
erblich
© Ingrid Gogolin 2009
8
Über die Notwendigkeit…
- Jugendliche, die selbst nach
Deutschland zugewandert sind,
schneiden in den PISA-Studien besser
ab als solche, die ihre gesamte
Bildungsbiographie der deutschen
Schule verdanken.
© Ingrid Gogolin 2009
9
Über die Notwendigkeit…
- Jugendliche, die selbst nach
FörMigDeutschland zugewandert sind,
Ausgangsfrage:
schneiden
in den PISA-Studien besser
ab als solche,
die ihre gesamte
UnterrichtsBildungsbiographie
der ?
deutschen
Ursachen
Schule verdanken.
© Ingrid Gogolin 2009
10
Was Sie erwartet
ƒ Über die Notwendigkeit von Evaluation
ƒ FörMig – was ist das eigentlich?
ƒ Hypothese: auf „Bildungssprache“ kommt es an
ƒ Förderung bildungssprachlicher Fähigkeiten im
Modellprogramm FörMig
ƒ FörMig-Evaluationskonzept
ƒ Über die Verführung zu (und die gebotene
Vorsicht bei) Kausalaussagen
ƒ Ausblick: offene Fragen
© Ingrid Gogolin 2009
11
FörMig-Ausgangshypothese
- Über Bildungserfolg entscheidet nicht das
Verfügen über allgemeine
Verständigungsfähigkeit in der Sprache des
Unterrichts, sondern die Beherrschung
eines spezifischen Registers – vom
FörMig-Team (in Anlehnung an die
englischsprachige Bezeichnung „academic
language“) als „Bildungssprache“
bezeichnet.
© Ingrid Gogolin 2009
12
‚Bildungssprache‘
ein spezifisches Register
Gebrauchszweck: Hoch verdichtete,
kognitiv anspruchsvolle
Informationen in kontextarmen
Konstellationen
© Ingrid Gogolin 2009
13
‚Bildungssprache‘
ein spezifisches
Register
Bildungssprache
= dasjenige
sprachliche Register, mit dessen
Gebrauchszweck:
Hoch
verdichtete,
Hilfe man sich mit den Mitteln der
kognitiv anspruchsvolle
Schulbildung ein
Orientierungswissen
verschaffen
Informationen
in kontextarmen
kann (in Anlehnung an Habermas
Konstellationen1977).
© Ingrid Gogolin 2009
14
Bildungssprache
© Ingrid Gogolin, 2009
15
‚Bildungssprache‘
relevant für Bildungserfolg
(1) weil in Lernaufgaben, Lehrwerken
und anderem Unterrichtsmaterial
verwendet
(2) weil in Prüfungen verwendet
© Ingrid Gogolin 2009
16
Thesen:
Bildungssprachförderlicher Unterricht
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
thematisiert explizit, systematisch und
kontinuierlich Differenzen zwischen
Bildungs- und Alltagssprachgebrauch;
ist klar strukturiert, störungspräventiv;
ist wertschätzend, schülerorientiert;
ist kognitiv aktivierend und
herausfordernd
Begleitet die Bildungsbiographie über
etliche Jahre.
© Ingrid Gogolin 2009
17
Sprachenvielfalt - Chancengleicheit
2004 – 2009
durchgeführt
in 10
Bundesländern
© Gogolin 2009
18
FÖRMIG Schnittstellenmodel
Arbeitswelt
Berufsausbildung
Bildungsbiografische Übergänge
Außerschulische Partner
z.B. Eltern, Betriebe, Vereine
Außerschulische Partner
z.B. Eltern, Betriebe, Vereine
Sekundarbereich
Außerschulische Partner
z.B. Eltern, Jugendhilfe, Vereine
Außerschulische Partner
z.B. Eltern, Jugendhilfe, Vereine
Primarbereich
Außerschulische Partner
z.B. Eltern, KITAS, Vereine
Außerschulische Partner
z.B. Eltern, KITAS, Vereine
Elementarbereich
Agenten und Institutionen im Bildungsbereich
19
© Programmträger - Institut für International und Interkulturell Vergleichende Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg, 2009
20
Evaluation:
What works ?
21
Was Sie erwartet
ƒ Über die Notwendigkeit von Evaluation
ƒ FörMig – was ist das eigentlich?
ƒ Hypothese: auf „Bildungssprache“ kommt es an
ƒ Förderung bildungssprachlicher Fähigkeiten im
Modellprogramm FörMig
ƒ FörMig-Evaluationskonzept
ƒ Über die Verführung zu (und die gebotene
Vorsicht bei) Kausalaussagen
ƒ Ausblick: offene Fragen
© Ingrid Gogolin 2009
22
FörMig Evaluationsschema
Netzwerkprotokoll
Netzwerkprotokoll
Kollegenbefragung
Mitarbeiterbefragung 2
Sprachstand
Ausgangserhebung
Eltern-/ Schülerbefragung
regelmäßige Fortführung im 6-monatigen Rhythmus
Sprachstand
Eingangserhebung
Mitarbeiterbefragung 1
Zielentwicklung
Netzwerkprotokoll
Zielvereinbarung
Programmlaufzeit insgesamt 5 Jahre)
FörMig-Evalationsteam:
Prof. Dr. Knut
Schwippert
Thorsten Klinger
und Mitarbeiter(innen)
ein Förderzeitraum (z.B. 1 Jahr)
23
4
Programmträger
Programm
1
Einzelprojekte in
zehn Bundesländern
2
Bundesland
A
Bundesland
Bundesland
B
C
Basiseinheit 1
Entwicklungs- Strategische
partnerschaft
Partner
3
3
3
Bundesland
D
3
2
Basiseinheit 2
Entwicklungs- Strategische
partnerschaft
Partner
© Thorsten Klinger24
Uni Hambrg 2009
FörMig-Evaluation: Modellannahmen
Förderung
Rahmen
Sprachliche Fortschritte
Individuelle Voraussetzungen
© Ingrid Gogolin und
Thorsten Klinger 2009
25
FörMig-Evaluation: Vorsicht geboten
© Ingrid Gogolin 2009
26
FörMig-Evaluation: Vorsicht geboten
Erhebungsfehler
© Ingrid Gogolin 2009
27
Sprachstand:
ein Förderzeitraum (ca. 1 Jahr)
© Ingrid Gogolin 2009
Sprachstand
Ausgangserhebung
Eltern-/ Schülerbefragung
Sprachstand
Eingangserhebung
Fortschrittsmessung und Hintergrundvariablen
2 Kohorten – jeweils:
Sprachstandsmessung (Instrumente
für 3 Altersgruppen/ Türkisch und
Russisch: zweisprachig)
¾ Individuelle Hintergrundvariablen:
kognitive Fähigkeiten, Migrationsund Sprachbiographie, kulturelles
Kapital der Familien
¾ Merkmale des Förderprogramms:
z.B. Lernzeit;
Gruppenzusammensetzung;
Qualifikation der Pädagogen;
Förderschwerpunkte
¾ Verankerung (IGLU-Aufgaben;
PISA-Aufgaben) – aber:
¾kein Kontrollgruppendesign
28
© Thorsten Klinger
Uni Hambrg 2009
Zielvereinbarung /
Zielentwicklung
kontinuierliche Fortführung
Netzwerkprotokoll
1.
Kohorte
Sprachstand
MZP 1
Sprachstand
MZP 2
2.
Kohorte
Sprachstand
MZP 1
+ Kognitive Tests
+ Kognitive Tests
+ Hintergrunddaten
+ Hintergrunddaten
ein Förderzeitraum
(1 Schuljahr)
Programmlaufzeit insgesamt
Sprachstand
MZP 2
ein Förderzeitraum
(1 Schuljahr)
29
FörMig-Evaluation: „fairer Vergleich“
über den Erwartungen
unter den Erwartungen
30
© Ingrid Gogolin 2009
S2 HLM Analyse
Förderung textueller
Kompetenzen
-----------------------------------------------------------Fixed Effect
Coeffic P-value Coeffic P-value
-----------------------------------------------------------For
INTRCPT1, B0
INTRCPT2, G00
105.93
0.000
109.62
0.000
V52_A, G01
-1.91
0.395
V53_A, G02
-1.17
0.395
V54_A, G03
3.73
0.036
TEAM_MEA, G04
2.61
0.380
V58_A, G05
-5.10
0.080
For
LVT slope, B1
INTRCPT2, G10
0.42
0.000
0.42
0.000
For EMHISEI slope, B2
INTRCPT2, G20
-0.07
0.407
-0.07
0.462
For
V10_A slope, B3
INTRCPT2, G30
2.60
0.008
2.40
0.013
For
EMT slope, B4
INTRCPT2, G40
0.04
0.659
0.05
0.608
------------------------------------------------------------
FörMig-Evaluation =
schrittweise
Verstehensversuche;
derzeit laufend: vertiefte
Nachfragen (qualitative
Analysen)
©
Förderung der
Lese- und
Schreibfähigkeit…
Förderung von
Elementarfertigkeiten
Teamorientierung
Integrierte
Förderung
Leseverständnis
MZP1
Sozioökonomischer
Status
Bildungsabschluss
der Mutter
Kogn. Fähigkeiten
Klinger/
Leseverständnis: Mehrebenenanalyse Übergang Grundschule - Sekundarstufe
Schwippert
2009
31
S2 HLM Analyse
Förderung textueller
Kompetenzen
------------------------------------------------------------
©
FörMig-Evaluation =
Förderung von
schrittweise
Elementarfertigkeiten
Verstehensversuche;
Haben
die Geförderten
Teamorientierung
Integrierte
derzeit
laufend:
vertiefte
nichts
von
der Förderung
Förderung
Nachfragen
(qualitative
Leseverständnis
– oder
MZP1
Analysen)von der Sozioökonomischer
Gibt es Förderung,
Status
Bildungsabschluss
die Geförderten nichts
der Mutter
Kogn. Fähigkeiten
haben
?
Leseverständnis: Mehrebenenanalyse Übergang Grundschule - Sekundarstufe
Fixed Effect
Coeffic P-value Coeffic P-value
-----------------------------------------------------------For
INTRCPT1, B0
INTRCPT2, G00
105.93
0.000
109.62
0.000
V52_A, G01
-1.91
0.395
V53_A, G02
-1.17
0.395
V54_A, G03
3.73
0.036
TEAM_MEA, G04
2.61
0.380
V58_A, G05
-5.10
0.080
For
LVT slope, B1
INTRCPT2, G10
0.42
0.000
0.42
0.000
For EMHISEI slope, B2
INTRCPT2, G20
-0.07
0.407
-0.07
0.462
For
V10_A slope, B3
INTRCPT2, G30
2.60
0.008
2.40
0.013
For
EMT slope, B4
INTRCPT2, G40
0.04
0.659
0.05
0.608
------------------------------------------------------------
Klinger/
Schwippert
2009
Förderung der
Lese- und
Schreibfähigkeit…
32
Evaluation:
What works ?
Institut für International und
Interkulturell Vergleichende
Erziehungswissenschaft
?
Darüber gern mehr
bei der FörMig-Abschlußtagung:
33
Was Sie erwartet
ƒ Über die Notwendigkeit von Evaluation
ƒ FörMig – was ist das eigentlich?
ƒ Hypothese: auf „Bildungssprache“ kommt es
an
ƒ Förderung bildungssprachlicher Fähigkeiten
im Modellprogramm FörMig
ƒ FörMiG-Evaluationskonzept
ƒ Über die Verführung zu (und die
gebotene Vorsicht bei) Kausalaussagen
ƒ Ausblick: offene Fragen
© Ingrid Gogolin 2009
34
Evaluationen
Gemeinsamkeiten
35
© Ingrid Gogolin 2009
Aus den Berichten der „Sag‘ mal was“- Evaluationen:
36
© Ingrid Gogolin 2009
Aus den Berichten der „Sag‘ mal was“- Evaluationen:
37
© Ingrid Gogolin 2009
Was Sie erwartet
ƒ Über die Notwendigkeit von Evaluation
ƒ FörMig – was ist das eigentlich?
ƒ Hypothese: auf „Bildungssprache“ kommt es
an
ƒ Förderung bildungssprachlicher Fähigkeiten
im Modellprogramm FörMig
ƒ FörMiG-Evaluationskonzept
ƒ Über die Verführung zu (und die
gebotene Vorsicht bei) Kausalaussagen
ƒ Ausblick: offene Fragen
© Ingrid Gogolin 2009
38
Offene Fragen, zum Beispiel
ƒ Welche (Prozeß-)Merkmale früher
Förderung tragen dazu bei, dass
Kinder sich sprachliche
Kompetenz in der späteren
Unterrichtssprache aneignen?
ƒ Unter welchen Bedingungen
überdauern eventuelle Effekte
früher Förderung?
© Ingrid Gogolin 2009
39
Danke für‘s Zuhören
© Ingrid Gogolin 2009
40
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Bildung
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