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7.7 Der Traum von einer besseren Welt: was man - Jugend und Volk

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7.7
Der Traum von einer besseren Welt: was man über Utopien wissen sollte
7.7.1 Die ideale Menschengesellschaft – Platon, Ovid und Thomas Morus
Aufgabe 1: Platon – Politeia (S. 198)
Der „ganze Staat“, das bedeutet: alle Stände; die Ursache von Glück und Unglück liegt in der Frage nach
Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit.
„Ordnung“ ist vorgesehen, nicht aber Freiheit, insofern ist das Modell durchaus mit „Brave New World“ von
Aldous Huxley zu vergleichen.
Aufgabe 4: Ovid – Das goldene Zeitalter (S. 199)
Gesetz, Richter und Rache werden nicht gebraucht; die Natur wird nicht ausgebeutet; Verteidigung und Angriff
(Soldaten) sind nicht notwendig; die Menschen sind zufrieden – auch die Erde ist gnädig und bringt „in ewigem
Frühling“ Früchte.
Aufgabe 5: Thomas Morus – Utopia (S. 201)
Staatsverfassung der Insel Utopia: Republik, Demokratie, freie Wahl des Berufs, aber Arbeits- (und Schul-)
Pflicht, Begabtenförderung, Krankenversorgung, religiöse Toleranz.
Kritik wird geübt an der Ausbeutung der Armen (gilt besonders für die sozialen Zustände, ausgehend von Thomas Morus’ Heimat England).
Dazu Aufgabe 6: Rede von Martin Luther King „I Have a Dream“: klar_Deutsch 6, Begleitheft für Lehrerinnen und
Lehrer.
7.7.2 Die Anti-Utopie – Gegenentwürfe als Warnung
Aufgabe 1: Vergleich (S. 203)
Brave New World: Die menschliche Freiheit wird eingeschränkt durch von oben gelenkte Ordnung – Zuordnung
in soziale Segmente als Kriterium für Glück, das für Gerechtigkeit, Bedürfniserfüllung und damit für Wunschlosigkeit und Akzeptanz steht.
1984: Die menschliche Freiheit wird durch von oben gelenkte Bespitzelung, Überwachung und Bedrohung durch
den großen Bruder eingeschränkt.
Fahrenheit 451: Emotion und Kreativität als Ausdruck des individuellen menschlichen Lebens gelten als zerstörerisch.
Alle drei Werke behandeln die Auflehnung gegen diktatorische Systeme.
Aufgabe 2: Anti-Utopien (S. 203)
Wie die Utopien unterscheiden sich auch die Distopien hinsichtlich der Idee von einer gelenkten „Gerechtigkeit“
durch eine oberste Instanz. In den Utopien wird der Begriff „Diktator“ ausgeklammert, in den Distopien vorausgesetzt. Die Warnung in der Distopie gehorcht daher als Warnung wohl schon einem sozialen Auftrag.
7.8
Über das Diesseits hinaus – Texte zu Religion, Ethik und Philosophie
Als Einstieg bietet sich das Religionsgespräch aus Faust I an (Sag’, wie hast du’s mit der Religion? – siehe auch
„Gretchenfrage“).
Zum Motto (S. 203):
Leszek Kolakowski hatte seit 1958 den Lehrstuhl für Geschichte der Philosophie an der Universität Warschau
inne und wurde 1966 wegen seines Eintretens für oppositionelle Studentinnen und Studenten aus der Kommunistischen Partei Polens ausgeschlossen. 1968 verlor er seinen Lehrstuhl und reiste nach Kanada aus. Seit
1970 lehrte er bis zu seiner Emeritierung am All Souls College in Oxford. 1977 erhielt er den Friedenspreis
des Deutschen Buchhandels und 1991 den Ernst-Bloch-Preis. Zu seinen wichtigsten Werken gehören „Die
Hauptströmungen des Marxismus“, „Die Gegenwärtigkeit des Mythos“, „Der Himmelsschlüssel“.
Aufgabe 2: Titel (S. 205)
Die Entscheidungsfrage („Kommst du heute?“) erwartet die Antwort „ja“ oder „nein“. Bei „entweder – oder“ gibt
es kein „ja“ oder „nein“.
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klar_Deutsch 7/8
Begleitheft für Lehrerinnen und Lehrer
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9.
Die neue Reifeprüfung
https://www.bifie.at/srdp
Die folgenden Informationen sollen Ihnen zusätzliche Details hinsichtlich der neuen Reifeprüfung liefern und
Ihnen helfen, die Fragen Ihrer Schülerinnen und Schüler kompetent zu beantworten.
9.1
Die Vorwissenschaftliche Arbeit (VWA)
http://www.ahs-vwa.at
http://www.eduhi.at/dl/bmukk_vwaWeb.pdf
Was die VWA von der bisherigen FBA unterscheidet:
Fachbereichsarbeit (FBA)
Vorwissenschaftliche Arbeit (VWA)
war freiwillig
ist Pflicht
Fachlehrerin / Fachlehrer der Abschlussklasse
Fachlehrerin / Fachlehrer frei zu wählen
Forschungsfrage im Hintergrund
Forschungsfrage ist Voraussetzung, muss ausgewiesen werden
Umfang von mindestens 35 DIN-A4-Seiten, wurde
häufig überschritten
Umfang: 4500 bis 6000 Wörter (etwa 15 bis 20
DIN-A4-Seiten mit je 300 Wörtern)
Präsentation vorgesehen
Präsentation und Diskussion zwingend
positive Arbeiten häufig – wenigstens teilweise –
wieder verwendet
positive Arbeit bleibt gültig, auch wenn schriftliche
und / oder mündliche Prüfung negativ sind
bei negativer Beurteilung der FBA kein Antreten zum
Haupttermin
negative Arbeiten müssen wiederholt werden, ein
Antreten zum Haupttermin ist dennoch möglich
Beurteilung nach Abgabe der Arbeit
Gesamtbeurteilung erst nach Präsentation und
Diskussion
Was gleich bleibt:
• freie Wahl des Faches
• Orientierungsgespräche mit der Fachlehrerin / mit dem Fachlehrer, Schülerprotokoll, Protokollpflicht für
Betreuerin / Betreuer
• formale Kriterien der Arbeit wie Gliederung, Quellenangaben, Zitierregeln, numerische Gliederung etc.
• Wiederholung negativer Arbeiten
• Abgabe: Das Thema wird im 2. Semester der 7. Klasse im Einvernehmen mit der Prüferin bzw. dem Prüfer
festgelegt. Die Arbeit ist am Ende des 1. Semesters der 8. Klasse abzugeben.
Nicht neu im Anspruch, aber neu hinsichtlich einer ausdrücklichen Formulierung ist die sogenannte Forschungsfrage.
Sie lenkt im Rahmen eines größeren Themas den Blick auf das Detailanliegen, das untersucht wird, und muss
mit dem Umfang der Arbeit kompatibel sein.
Die Auseinandersetzung mit den Anforderungskriterien der VWA sollte spätestens im 1. Semester der 7. Klasse
erfolgen.
So bereiten Sie Ihre Schülerinnen und Schüler gezielt auf die Vorwissenschaftliche Arbeit vor:
Vor allem schriftliche Arbeiten wie Portfolios und Semesterarbeiten, aber auch Abstracts (z. B. von Referaten), Projekte
und / oder Recherchen bieten den Schülerinnen und Schülern aller Schulstufen Gelegenheit, ihre Kompetenz einzuüben. Schriftliche Arbeiten sollten von Anfang an den Ansprüchen einer wissenschaftlichen Arbeit entsprechen.
Halten Sie Ihre Schülerinnen und Schüler dazu an, die wesentlichen Kriterien zu beachten, vor allem im Hinblick
auf
• eine sorgfältige Gliederung
• den respektvollen Umgang mit Quellen und sorgfältige Zitierung, vor allem auch, was Internetergebnisse betrifft
• die Forschungsfrage und ihre Beantwortung im Abstract
• die Präsentation
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5. und 6. Klasse: vgl. klar_Deutsch 7/8, Kap. 5 / 5.2 (Exzerpt), Kap. 5.3 (Visuelle Informationen), Kap. 6.1.3 (Semesterarbeit, Projekt, Portfolio), Kap. 6.2 (Methoden der Stoffsammlung) sowie Kap. 6 / Kap. 4.2.2 (Exkurs: Internetrecherche)
7. / 8. Klasse: vgl. klar_Deutsch 7/8, Kap. 1, S. 14 ff. sowie Kap. 9, S. 220 (Einführung in das wissenschaftliche
Arbeiten: Materialsammlung, Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit, numerische Gliederung, Forschungsfrage
und Abstract, Quellen und Zitierregeln, Literaturverzeichnis, schriftliche Ausführung, Präsentation)
9.2
Die schriftliche Klausurarbeit
Neu ist:
• Drei Themenbereiche (auch „thematische Klammern“ genannt) stehen zur Wahl.
• Zu jedem der Themenbereiche gibt es zwei Schreibaufträge (→ vgl. Kap. Textsorten), jeder Schreibauftrag steht
in Zusammenhang mit jeweils einer Textbeilage.
• Es gibt eine genau definierte Gesamtlänge für beide Schreibaufgaben:
gemeinsam ca. 1000 Wörter + / – 10%. Ð vgl. dazu die Info in klar_Deutsch 7/8 auf S. 224
Die Schülerinnen und Schüler haben daher zu verfassen:
entweder
• einen Text mit 270 bis 330 Wörtern
(z. B. Zusammenfassung, Leserbrief, offener Brief, Empfehlung) und
• einen Text mit 540 bis 660 Wörtern
(Textinterpretation, Erörterung, Meinungsrede...)
oder
• zwei Texte mit je 405 bis 495 Wörtern
(Meinungsrede, Textanalyse, Empfehlung, offener Brief ...)
Die Textsorten sind von der Wortanzahl nicht festgelegt, eine Meinungsrede kann z. B. kürzer (405 bis 495 Wörter) oder auch länger (540 bis 660 Wörter) sein. Das gilt auch für Textsorten wie etwa Textanalyse, Empfehlung
oder offener Brief.
Für Zusammenfassung oder Leserbrief eignet sich eher ein kurzer Text (270 bis 330 Wörter).
Daraus ergibt sich, dass in der Gruppe mit einem kurzen und einem langen Text Kombinationen wie Zusammenfassung / Erörterung oder Textinterpretation / Leserbrief häufig sind bzw. in der Gruppe mit zwei gleich langen
Texten Schreibaufträge wie Textanalyse / offener Brief oder Empfehlung / Meinungsrede kombiniert werden.
9.2.1 Die Textsorten
Achtung:
Die Terminologie ist strikt vorgegeben, die Schreibaufträge müssen exakt eingehalten werden!
Ð vgl. Kap. 9.2.3 zu den Operatoren
Neu:
• Alle von den Schülerinnen und Schülern geforderten Texte (Output-Texte) heißen grundsätzlich Textsorten.
• Die zu bearbeitenden Texte (Input-Texte) heißen grundsätzlich Textbeilagen.
• Der Begriff Problemarbeit wurde ersatzlos gestrichen zugunsten der Textsorte Erörterung.
• Analyse und Interpretation heißen Textanalyse und Textinterpretation.
In den letzten Jahren wurden die Begriffe lineare bzw. nichtlineare Texte eingeführt:
Lineare Texte sind Texte im traditionellen Sinne, also Texte, die ihre Information in einem fortlaufenden Text
vermitteln, der in der Regel von links nach rechts von oben nach unten verläuft. Zu ihnen gehören die fiktionalen (literarischen) Texte und die meisten Sach- bzw. Gebrauchstexte wie etwa Zeitungsartikel.
Nichtlineare Texte enthalten keine vollständigen Sätze, die Wort für Wort den Inhalt mitteilen. Man kann sie
schon an ihrer Optik erkennen: Hierzu zählen Tabellen, Diagramme oder Cartoons.
Die Begriffe Textanalyse und Textinterpretation beziehen sich daher nicht, wie bisher, nur auf lineare Texte, sondern auch auf Diagramme, Statistiken oder bildliche Darstellungen, weil diese als – nichtlineare – Texte gesehen
werden.
Der Schreibauftrag Textanalyse kann sich auf alle linearen und nichtlinearen Texte beziehen.
Der Schreibauftrag Textinterpretation nimmt (lineare) Gebrauchstexte aus, nicht aber grafische und bildliche Darstellungen.
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klar_Deutsch 7/8
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Bitte unbedingt beachten:
Bei der Textinterpretation wird eine Interpretationshypothese gefordert, auf die am Ende der Arbeit Bezug genommen werden soll.
9.2.2 Die Textbeilagen
Bei der schriftlichen Reifeprüfung wird es keinen Schreibauftrag ohne Textbeilage geben. Textbeilagen sind
in der Regel lineare nichtfiktionale oder fiktionale Texte, aber auch nichtlineare Texte (Diagramme, Statistiken,
bildliche Darstellungen).
Die Operatoren der Anforderungsebenen 1 (Reproduktion = Wiedergabe) und 2 (Transferleistung = Erläuterung
bzw. Untersuchung) beziehen sich immer auf den beigelegten Text!
Die Textbeilagen müssen so gestaltet sein, dass die Kandidatinnen und Kandidaten die Möglichkeit haben, in
den vorgesehenen 30 Minuten bis zur Entscheidung des gewählten Themas alles durchzulesen und zu überdenken. Ð vgl. Checkliste zur mündlichen Reifeprüfung
9.2.3 Fragen, die du richtig zuordnen musst – die Rolle der Operatoren bei der Formulierung von Aufgaben
Neu ist:
Die Schreibaufträge sind genau definiert.
Sie finden in den Schreibaufträgen folgende Anforderungsebenen:
• Reproduktion: Darstellung des Sachverhalts / der dargestellten Problematik – Ebene 1
• Transferleistung: Analyse, Untersuchung, Erklärung und Erläuterung – Ebene 2
• Reflexion: Deutung, Wertung, Stellungnahme – Ebene 3
Diesen drei Ebenen entsprechen bestimmte Verben, die sogenannten Operatoren. Auf diese Verben ist explizit zu
achten.
Operatoren, die Reproduktion einfordern (Anforderungsebene 1)
benennen
bestimmen
einem Text entnommene Informationen (Sachverhalte, Fakten) sachlich und ohne
Wertung auflisten
beschreiben
wiedergeben
Inhalt und Aussage eines Textes in eigenen Worten sachlich richtig wiedergeben
zusammenfassen
darstellen
Inhalte, Zusammenhänge und Aussagen komprimiert und in sinnvoller Reihung
fachsprachlich richtig darstellen
Operatoren, die Transferleistung einfordern (Anforderungsebene 2)
untersuchen
analysieren
Aussage, Sinngehalt oder Problemstellung eines Textes der jeweiligen Aufgabe entsprechend erarbeiten sowie im Hinblick auf Aufbau, Sprache und stilistischrhetorische Elemente untersuchen
erklären
erläutern
Textaussagen und Sachverhalte auf der Basis eigener Kenntnisse und Einsichten
verständlich und differenziert darstellen; durch zusätzliche Informationen und Beispiele verdeutlichen
vergleichen
mindestens zwei Texte oder Sachverhalte unter vorgegebenen oder selbst gewählten
Aspekten nach den gleichen Kriterien analysieren und Gemeinsamkeiten oder
Unterschiede ermitteln
Operatoren, die Reflexion einfordern (Anforderungsebene 3)
überprüfen
bewerten
begründen
Stellung nehmen kommentieren
klar_Deutsch 7/8
Inhalt und Aussage eines Textes sowie Thesen, Argumente, Analyseergebnisse auf
der Grundlage des eigenen Wissens, der eigenen Erfahrungen und Einsichten überprüfen und zu einem selbstständigen Urteil gelangen
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erörtern
diskutieren
sich kritisch auseinandersetzen
eine Problemstellung oder eine These auf ihre Stichhaltigkeit und ihren Wert prüfen
und auf dieser Grundlage eine eigene Stellungnahme verfassen
appellieren
an eine Gruppe eine Meinungsrede richten
entwerfen
in Verbindung mit einer Textbeilage nach ausgewiesenen Kriterien einen eigenen Text
planen und erarbeiten
Grundsätzlich finden sich in fast allen Schreibaufträgen für die Klausurarbeiten Operatoren aller drei Anforderungsebenen (Kategorien): Reproduktion, Transferleistung, Reflexion.
Eine Ausnahme bilden die Textsorten Zusammenfassung und Textanalyse, hier findet man in den Schreibaufträgen
nur Operatoren der Ebene 1 und 2. Der Fokus liegt bei diesen beiden Textsorten auf Reproduktion (Wiedergabe) und
Transferleistung (Untersuchung, Erklärung), die 3. Ebene (Reflexion, also Deutung und kritische Stellungnahme)
fällt weg (durch Einbeziehung von Ebene 3 wird die Textanalyse zur Textinterpretation).
Für eine Erörterung könnte der Schreibauftrag etwa lauten:
• Gib Inhalt und Anliegen des beiliegenden Textes wieder (der Text muss auch vorgestellt werden).
= Ebene 1, Reproduktion
• Erkläre die wichtigsten Argumente, mit deren Hilfe der Autor seine Meinung belegt.
= Ebene 2, Transferleistung
• Nimm kritisch Stellung zur angeschnittenen Problematik. = Ebene 3, Reflexion
Alle Übungsaufgaben / Musterthemen (Ð vgl. klar_Deutsch 7/8, Kap. 9.2.4) folgen diesem Schema. (Die Operatoren
sind fett hervorgehoben.)
Vorbereitung:
Die Schreibaufträge in den klar_Deutsch Oberstufen-Lehrbüchern stellen eine gezielte Vorbereitung auf die
schriftliche Reifeprüfung dar: Geübt werden Zusammenfassungen, kurze Stellungnahmen (sogenannte Statements) sowie ausführlichere Formen wie Textanalyse, Textinterpretation, Erörterung, Leserbrief etc.
Die Hinführung an die Erfordernisse der schriftlichen Klausurarbeit kann mit Blick auf Wortanzahl und Textsorten
langsam erfolgen.
Wortanzahl
Vor allem hinsichtlich der Wortanzahl wird von zuständiger Stelle empfohlen, in der 5. und 6. Klasse die Vorgaben noch locker zu handhaben. An die Einhaltung der genauen Angaben sollen die Schülerinnen und Schüler
dann in den beiden letzten Jahren herangeführt werden.
Textsorten
Die Textsorten (früher Aufsatzgattungen) sind genau definiert. Ð vgl. klar_Deutsch 7/8, Kap. 9.2.1
Die Beurteilungskriterien bei der standardisierten schriftlichen Reifeprüfung sollen dadurch vergleichbar und die
Beurteilung soll in der Folge möglichst gerecht sein.
Ihre Schülerinnen und Schüler müssen bei der Klausur …
... die Definition der einzelnen Textsorten genau kennen und ihre (Output-)Texte den Anforderungen entsprechend verfassen Ð vgl. klar_Deutsch 7/8, Kap. 9.2.1
… die Operatoren (Verben), die die Schreibaufträge definieren, erkennen und sich stringent nach den entsprechenden Vorgaben richten
… die Textbeilagen (Output-Texte) verständnisvoll und zielführend verwenden
So können Sie Ihre Schülerinnen und Schüler gezielt auf die schriftliche Klausurarbeit vorbereiten:
Schriftliche Übungen (Hausübungen)
• Anforderungsebene 1, Reproduktion: betrifft grundsätzlich alle Textvorlagen.
Sie helfen Ihren Schülerinnen und Schülern, wenn Sie bei der Aufgabenstellung spätestens ab der 6. Schulstufe die Operatoren dieser Ebene verwenden (z. B. beschreibe, gib wieder, fasse zusammen, stelle dar).
• Anforderungsebene 2, Transferleistung: wird praktisch immer im Anschluss an Ebene 1 gefordert, entweder in
Form einer Erklärung / Erläuterung der vorgebrachten Argumente oder in Form einer Untersuchung. Auch
hier sollten die Schülerinnen und Schüler ab der 6. Klasse langsam mit den Operatoren vertraut gemacht
werden (untersuche, analysiere, erkläre, vergleiche).
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klar_Deutsch 7/8
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Es bietet sich an, diese beiden Schreibaufträge gemeinsam zu vergeben. Ð vgl. klar_Deutsch 7/8, Kap.
9.2.1.1 zur Textsorte Zusammenfassung und Kap. 9.2.1.2 zur Textsorte Textanalyse
• Anforderungsebene 3 (Reflexion) fordert von den Schülerinnen und Schülern Deutung und / oder Stellungnahme. (Operatoren sind z. B.: erörtere, setze dich kritisch auseinander, nimm Stellung, deute, appelliere.)
Bei der schriftlichen Reifeprüfung sind Ebene 1 und Ebene 2 unverzichtbare Voraussetzung für Ebene 3, die
dritter und letzter Punkt bei fast allen Textsorten ist. Ð vgl. Musterthemen in klar_Deutsch 7/8, Kap. 9.2.4.3,
Schreibauftrag 1, sowie Kap. 9.2.3.2
Die Reflexionsebene ist die schwierigste Anforderungsebene. Insofern ist es wahrscheinlich sinnvoll, diese Aufgabe
vor allem in den Klassen 7 und 8 verstärkt zu üben. Sie können die Schülerinnen und Schüler z. B. zu einer schriftlichen Stellungnahme in Zusammenhang mit kurzen Statements oder mündlichen Diskussionsergebnissen auffordern. Damit fallen die Ebenen 1 und 2 weitgehend weg, die prägnante, schlüssig ausformulierte Stellungnahme als
wichtige Übung bleibt. Ð Auch solche Schreibaufträge finden Sie in den Lehrbüchern klar_Deutsch.
Schularbeiten
Vonseiten des bifie wird empfohlen, mit Blick auf die schriftliche Klausurarbeit spätestens in der 2. Hälfte der 7.
Klasse und in der 8. Klasse zweigliedrige Schularbeiten zusammenzustellen. Die drei Anforderungsebenen sollen
auch hier durch die Operatoren deutlich ausgewiesen sein.
Didaktischer Vorschlag:
Weisen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler darauf hin, dass die Aufgabenstellung in der Oberstufe auch bisher
fast immer auf Arbeitsaufträgen wie „Stelle den Artikel vor und gib den Inhalt wieder“, „Setze dich mit der Problematik auseinander“ und „Nimm Stellung und begründe deine Meinung“ basierten – es erleichtert Ihren Schülerinnen und Schülern wahrscheinlich den Umgang mit der neuen Situation.
9.3
Die mündliche Prüfung
Auch die mündliche Prüfung enthält die Anforderungsebenen
• Reproduktion
• Transferleistung
• Reflexion Ð vgl. klar_Deutsch 7/8, Kap. 9.3.2
Die mündliche Prüfung ist nicht standardisiert. Sie bezieht sich auf den Lehrstoff der Oberstufe unter besonderer
Berücksichtigung der im Unterricht verstärkt behandelten Themen und im Zusammenhang damit auf besprochene literarische Werke.
Themenbereiche sind im Wesentlichen
• Sprachreflexion: Grammatik und Stilistik im sprachlichen Kontext
• Sprechkompetenz: Rhetorik
• Textkompetenz: Umgang mit Texten in gebundener und ungebundener Sprache
• Kommunikations- und Medienkompetenz
• literarische Kompetenz: literarische Bildung und Werkpoetik
Ð vgl. die entsprechenden Kapitel in klar_Deutsch 5, 6 und 7/8
Beispiel (Themenbereich: literarische Kompetenz):
Beilagetext: Märchen aus dem Schauspiel „Woyzeck“ (Kunstmärchen)
Die Aufgabenstellung für eine mündliche Prüfung könnte etwa lauten:
Aufgabe 1:
Nennen Sie die Kennzeichen der Gattungen Volksmärchen und Kunstmärchen,
berücksichtigen Sie dabei besonders die Sprache. (Reproduktion)
Aufgabe 2:
Vergleichen Sie die beiden Märchentexte im Hinblick auf die jeweiligen Kriterien.
(Transferleistung)
Aufgabe 3:
Interpretieren Sie die beiden Texte, gehen Sie dabei besonders auf die Absicht der Erzähler
ein. (Reflexion)
So können Sie Ihre Schülerinnen und Schüler gezielt auf die mündliche Prüfung vorbereiten:
Versuchen Sie, im Lehrer-Schüler-Gespräch oder bei Prüfungen den Dreischritt 1) Wiedergabe (der Textbeilage
sowie des persönlichen Wissens / des Gelernten) – 2) Erklärung oder Analyse des Textes – 3) Interpretation bzw.
Vergleich oder Zuordnung einzuhalten.
Alle Übungsaufgaben für die mündliche Reifeprüfung (Ð klar_Deutsch 7/8, Kap. 9.3.3) folgen diesem Schema. (Die
Operatoren sind fett hervorgehoben.)
klar_Deutsch 7/8
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