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Lebensmittelhygiene: Was ist aus der Sicht der

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Lebensmittelhygiene:
Was ist aus der Sicht der Lebensmittelüberwachung
in Kindertageseinrichtungen zu beachten?
Veranstaltungsreihe 2014 „Essen in der Kita“
Dr. Claudia Hoffmann-Pfretzschner, Abteilung Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung
Lebensmittelüberwachung auf verschiedenen
Ebenen
Ministerium für Ländlichen
Raum und
Verbraucherschutz Stuttgart
MLR
Ministerium
Tübingen, Stuttgart
Karlsruhe, Freiburg
4 Regierungspräsidien
Tübingen und weitere 34
Landkreise
35 Landratsämter
Ulm, Freiburg, Pforzheim,
Heilbronn, Stuttgart,
Baden-Baden, Heidelberg
Karlsruhe, Mannheim
9 Bürgermeisterämter
Chemisches und
Veterinäruntersuchungsamt
Stuttgart, Karlsruhe,
Freiburg, Sigmaringen
4 Untersuchungsämter
2
Lebensmittelüberwachung im Landkreis
Tübingen
Abt. 32
Abt.leiter
1Tierarzt
Lebensmittelüberwachung
1 Tierarzt, 1 Tierärztin, 7 Kontrolleure,
1 Kontrolleurin zur Ausbildung
Tierschutz und Tiergesundheit
2 Tierärztinnen
Gaststättenrecht Vollzug
1 Verwaltungsbeamtin
3
Rechtliche Grundlagen
europäisch
national
• Basisverordnung VO (EG) 178/2002
• VO (EG) 852/2004 Lebensmittelhygiene
• Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände und Futtermittelgesetzbuch LFBG
• Lebensmittelhygiene-Verordnung, LMHV
• Tierische Lebensmittel-Hygieneverordnung, Tier –LMHV
• Infektionsschutzgesetz IfSG
• Verwaltungsvorschriften
• Organisation und Strukturen der behördlichen Überwachung können sich in den einzelnen
Länderebene Bundesländern unterscheiden
4
Verordnung (EG) Nr. 178/2002 des europäischen
Parlaments und des Rates vom 28. Januar 2002
• Sogenannte „Basis-Verordnung“
• Oberstes Ziel: Lebensmittelsicherheit
• Artikel 3 enthält Definitionen, beispielsweise von
„Lebensmittelunternehmer“: „natürliche oder
juristische Personen, die dafür verantwortlich sind,
dass die Anforderungen des Lebensmittelrechts in
dem ihrer Kontrolle unterstehenden
Lebensmittelunternehmen erfüllt werden“
5
Fortsetzung „Basisverordnung“
Art. 14: (2) Lebensmittel gelten als nicht sicher, wenn
davon auszugehen ist, dass sie
a) gesundheitsschädlich
b) für den Verzehr durch den Menschen
ungeeignet sind.
6
Art. 14 „nicht sichere Lebensmittel“
(4) Gesundheitsschädlich:
a) Kurz oder langfristig auf
Gesundheit wirkend: Beispiel:
Listerien in Teewurst
b)Kumulativ toxisch
c) Bei besonders empfindlichen
Verbrauchergruppen
(5) Zum Verzehr ungeeignet
Kontaminationen durch Fremdstoffe,
Fäulnis, Verderb für den Verzehr durch den
Menschen inakzeptabel geworden,
Beispiel: Brot mit eingebackener Schabe
7
Verordnung (EG) 852/2004
vom 29. April 2004
Enthält Hygienevorschriften für
Lebensmittelunternehmer in Anhang II
Nennt Pflichten des Lebensmittelunternehmers:
• bei der zuständigen Behörde melden =
Registrierpflicht gem. Art. 6
• Befolgen von Leitlinien, eine „Gute
Hygienepraxis“ kann HACCP-Konzept in
Kleinbetrieben ersetzen
• Fortbildungspflicht
8
Verordnung (EG) 852/2004 Anhang II
KAPITEL II Besondere Vorschriften für Räume, in denen
Lebensmittel zubereitet, behandelt oder verarbeitet
werden
• Boden, Decke, Fenster, Türen, Arbeitsflächen müssen
leicht zu reinigen sein
• Anschluss an Trinkwassernetz. Warmes Wasser zur
Händereinigung muss vorhanden sein
• Toilette muss Vorraum haben = „Pufferzone“ zu Räumen,
in denen Lebensmittel behandelt werden
• Ausrüstungen und Bedarfsgegenstände müssen
reinigungsfähig sein
9
Lebensmittel- , Bedarfsgegenstände und
Futtermittelgesetzbuch LFBG
• Seit September 2005 in Kraft
• Stellt die rechtliche Grundlage der Lebensmittelüberwachung dar
• In § 2 Definition von „Lebensmittel“:
„Stoffe und Erzeugnisse, die dazu bestimmt sind
oder von denen erwartet werden kann, dass sie
verarbeitet, teilweise verarbeitet oder unverarbeitet
von Menschen aufgenommen werden.“
10
Lebensmittel- , Bedarfsgegenstände und
Futtermittelgesetzbuch LFBG
Fortsetzung
Vgl. hierzu Art.2 der Basisverordnung
Zu "Lebensmitteln" zählen auch Getränke, Kaugummi
sowie alle Stoffe - einschließlich Wasser -, die dem
Lebensmittel bei seiner Herstellung oder Ver- oder
Bearbeitung absichtlich zugesetzt werden.
11
Fortsetzung LFBG § 2 Abs. 6
Beispiele für Bedarfsgegenstände:
• Mit Lebensmittelkontakt: Teller
• Verpackung für Kosmetika: Tuben, Tiegel
• Kontakt mit Mundschleimhaut: Schnuller, Zahnbürste
• Körperpflegeartikel: Kämme
• Längerer Körperkontakt: Bekleidung
• Haushaltsreiniger: Putzmittel
• Schuhcreme, ätherische Öle
12
Fortsetzung LFBG § 5
Verbote zum Schutze der Gesundheit
1) Es ist verboten, Lebensmittel für
andere derart herzustellen oder zu
behandeln, dass ihr Verzehr
gesundheitsschädlich im Sinne des
Artikels 14 Absatz 2 Buchstabe a der
Verordnung (EG) Nr. 178/2002 ist.
13
Lebensmittelhygiene-Verordnung, LMHV
vom 8. August 2007
§ 2 Begriffsbestimmungen
1. nachteilige Beeinflussung: eine Ekel erregende oder
sonstige Beeinträchtigung von Lebensmitteln
Beispiele: durch Mikroorganismen, Verunreinigungen,
Gerüche, Temperaturen, Aerosole, tierische Schädlinge,
Ausscheidungen.
2. in mikrobiologischer Hinsicht leicht verderbliches
Lebensmittel, deshalb sind bestimmte
Aufbewahrungsbedingungen wie Kühlung notwendig
14
LMHV Fortsetzung
§ 3 Allgemeine Hygieneanforderungen
Lebensmittel dürfen nur so hergestellt, behandelt oder
in den Verkehr gebracht werden, dass sie bei
Beachtung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt der
Gefahr einer nachteiligen Beeinflussung nicht
ausgesetzt sind.
15
Tierische Lebensmittel-Hygieneverordnung
LMHV
§ 1 regelt das Herstellen, Behandeln, Inverkehrbringen
von Lebensmitteln tierischen Ursprungs
§ 20a verbietet, in Gemeinschaftsverpflegungen an
besonders empfindliche Personengruppen
Lebensmittel, in denen Rohei enthalten ist, das nicht
durcherhitzt wurde, abzugeben
16
Ist die Verwendung von rohen Eiern in der
Kindergartenküche generell verboten?
• Prinzipiell dürfen rohe Eier verwendet werden,
unter Beachtung allgemeiner Hygieneregeln!
• Pasteurisiertes Flüssigei ist eine Alternative zu
rohen Eiern, dies ist gerade bei Waffelteig
empfehlenswert!
• Das Verbot gilt für Rohei in Speisen, die
vor dem Verzehr nicht mehr durcherhitzt
werden, wie beim klassischen Tiramisu!
17
Infektionsschutzgesetz IfSG
§ 1 Zweck des Gesetzes
ist es, übertragbaren Krankheiten
beim Menschen vorzubeugen,
Infektionen frühzeitig zu erkennen
und ihre Weiterverbreitung zu
verhindern.
Abschnitt 8, §§ 42 + 43: Gesundheitliche
Anforderungen an das Personal beim Umgang mit
Lebensmitteln
18
IfSG § 42 Fortsetzung
Tätigkeits- und Beschäftigungsverbote für Personen,
die
• erkrankt sind an/oder bei denen der Verdacht auf
Typhus abdominalis, Paratyphus, Cholera,
Shigellenruhr, Salmonellose, einer anderen
infektiösen Gastroenteritis oder Hepatitis A oder E
besteht
• an infizierte Wunden oder Hautkrankheiten leiden
• Ausscheider von Shigellen, Salmonellen,
Choleraerreger, EHEC sind
19
IfSG § 42 Fortsetzung
Die betroffenen Personen dürfen nicht tätig sein
• beim Herstellen, Behandeln oder Inverkehrbringen
der nachstehend genannten Lebensmittel, wenn sie
dabei mit diesen in Berührung kommen, oder
• in Küchen von Gaststätten und sonstigen
Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung.
• Dies gilt entsprechend für Personen, die mit
Bedarfsgegenständen so in Berührung kommen,
dass eine Übertragung von Krankheitserregern auf
die Lebensmittel zu befürchten ist.
20
IfSG § 42 Fortsetzung
Liste der Lebensmittel:
• 1. Fleisch, Geflügelfleisch und Erzeugnisse daraus
• 2. Milch und Erzeugnisse auf Milchbasis
• 3. Fische, Krebse oder Weichtiere und Erzeugnisse daraus
• 4. Eiprodukte
• 5. Säuglings- und Kleinkindernahrung
• 6. Speiseeis und Speiseeishalberzeugnisse
• 7. Backwaren mit nicht durchgebackener oder
durcherhitzter Füllung oder Auflage
• 8. Feinkost-, Rohkost- und Kartoffelsalate, Marinaden,
Mayonnaisen, andere emulgierte Soßen, Nahrungshefen.
21
IfSG § 43 Fortsetzung
Belehrung, Bescheinigung des Gesundheitsamtes
• Erstmalige, gewerbsmäßige Ausübung bzw.
Beschäftigung der unter § 42 genannten Tätigkeiten
nur
• wenn max. 3 Monate alte Bescheinigung des
Gesundheitsamtes oder eines von diesem
beauftragten Arztes vorliegt.
• Treten Symptome bzw. die genannten Hinderungsgründe auf, ist der Arbeitnehmer verpflichtet, dies
seinem Arbeitgeber unverzüglich zu melden.
22
IfSG § 43 Fortsetzung
• Der Arbeitgeber hat Personen, die eine der in § 42
genannten Tätigkeiten ausüben, nach Aufnahme
ihrer Tätigkeit und danach alle zwei Jahre über die in
§ 42 genannten Tätigkeitsverbote und über die o. a.
Verpflichtung zu belehren. Die Teilnahme an der
Belehrung ist zu dokumentieren.
• Die Bescheinigung über die Erstbelehrung und die
letzte Dokumentation der Folgebelehrung sind beim
Arbeitgeber, auch in Kopie, aufzubewahren.
23
Das Schlimmste ist jetzt vorbei!
24
1. Lebensmittelhygiene
Young Old Pregnant Immunesuppressed YOPI
Kleinkinder sind besonders empfindliche Personen!
• Rohmilch, Rohmilch-Weichkäse und
Rotschmierkäse
• Mettwurst und schnell gereifte Rohwürste
• Sprossen und Tiefkühlbeeren, die roh verzehrt
werden
• Honig bei Kleinkindern bis zu einem Jahr
ist/ sind zu vermeiden! Nähere Informationen gibt die
Broschüre „Sicher verpflegt“ des Bundesinstitutes für
Risikobewertung
25
1. Lebensmittelhygiene
• Keime sind überall, auf unserer Haut, auf Lebensmitteln
• Durch Niesen, entzündete Wunden, Ausscheidungen,
oder Erde können krank machende Keime auf
verzehrsfertige Speisen gelangen
• Erhitzung tötet die meisten Keime außer Sporenbildner
(Spore = widerstandsfähige Dauerform) im Lebensmittel,
Kühlen/Gefrieren stoppt lediglich die Vermehrung!
• Es gilt, den kritischen Temperaturbereich „körperwarm“
zu vermeiden, Speisen also rasch abkühlen oder
durcherhitzen!
26
1. Spezialfall: Kleinkindernährung
• Säuglingsmilchnahrung immer getrennt von rohen
Lebensmittel zubereiten
• Frisches Trinkwasser vorher abkochen und auf die
vorgeschriebene Temperatur abkühlen lassen
• Reste verwerfen
• Flaschen, Löffel und Sauger bei 65°C spülen, gut
trocknen lassen, Sauger regelmäßig austauschen
27
1. Kleinkindernährung
• Gläschen immer frisch zubereiten
• Im Bedarfsfall nur eine Teilportion erwärmen
• Den nicht erwärmte Rest im Kühlschrank maximal 1
Tag im Kühlschrank aufbewahren
• Warmhaltezeit so kurz wie möglich!
28
2. Räume und Einrichtungen
Hier ein Vorzeigeobjekt!
Kindergartenküche mit
optimaler Ausstattung:
• Spülmaschine
• Spülbecken
• Separates
Handwaschbecken
• Schmutzwasserausguss
• Wände und Boden gefliest
• Fenster mit Fliegengitter
29
2. Neue Küche in altem Gebäude
Allgemeine Infos
• Küchengrundriss: 15 m²
• Es wird frisch gekocht
• 60 Kinderportionen
• 1 Hauswirtschaftskraft
30
2. Vom Idealfall zum Negativbeispiel
Die Küche als
Multifunktionsraum
• dient nur dem
eigentlichen Zweck?
• Leicht zu reinigen?
• Schutz der Lebensmittel
vor negativen
Einflüssen?
31
2. Vorbildliche Handwaschgelegenheit in einer
Schulküche
•
•
•
•
•
Berührungsfreie Armatur
Flüssigseife/Kombipräparat
Einweghandtücher
Integrierter Papierkorb
Reinigungsplan
32
2. Könnte besser sein...
• Handtuchspender ist
nicht befestigt
• drei verschiedene
Seifenbehälter mit
unnötigem Handkontakt
• Feuchter, zusammen
geknüllter Lappen
Handtuch- und
Seifenspender an der Wand
befestigen! Feuchte Lappen
müssen rasch abtrocknen!
33
2. Auch nicht ideal...
Nur ein Spülbecken, für
Lebensmittel und
Schmutzgeschirr
34
2. Theorie und Praxis:
„Gegenstände, Armaturen
und Ausrüstungen, mit
denen Lebensmittel in
Berührung kommen,
müssen so gebaut,
beschaffen und instand
gehalten sein, dass das
Risiko einer Kontamination
so gering wie möglich ist;“
Vorschlag: Silikonpinsel!
In einer Kindergartenküche vorgefunden!
35
2. Weitere Negativbeispiele aus
Kindergartenküchen:
Korkuntersetzer sind nicht
leicht reinigungsfähig und
eignen sich höchstens als
Topfuntersetzer, aber
nicht als Ersatz für Teller!
36
2. Negativbeispiele aus anderen
Lebensmittelbetrieben
Schneidbretter:
Sind von zentraler
Bedeutung bei der
Keimverschleppung!
Oberflächen müssen glatt
sein, am besten verwendet
man farbige Bretter für
unterschiedliche Produkte:
grün: Gemüse,
weiß: Geflügelfleisch usw.
37
2. Kühlzellen
Ventilatorgitter als
Dreckschleuder!
Vorbildliche Kühllagerung in
einer Schulküche
Gastronomiebetrieb
38
2. Gesundheitsgefahr durch Fremdkörper
Kein seltener Anblick:
Eine Büroecke in der
Kindergartenküche mit
einer Memotafel.
Herabfallende Nadeln
oder Heftzwecken können
in Lebensmittel geraten!
Lösungsvorschlag:
Magnettafel
39
2. Personalräume
Dem (Küchen)-Personal
steht eine eigene Toilette
zur Verfügung?
Foto in einem Gastronomiebetrieb
aufgenommen
Häufige Beanstandungen:
Toilette ohne Vorraum,
mit Stoffhandtüchern
und fehlendem
Warmwasseranschluss
40
2. Bedürfnisse des Personals werden meist
vernachlässigt: Platzmangel!
Beispiel einer Schulmensa,
die ansonsten sehr gut
eingerichtet ist, aber hier
dient das Büro leider auch
als Umkleideraum für acht
Personen!
41
3. Personalhygiene
• Arbeitskleidung muss geeignet sein, beispielsweise
helle Schürzen oder T-Shirts (zweckgebunden)
• Eine Kopfbedeckung ist empfehlenswert,
beispielsweise Haube oder Cap
• Arbeitskleidung muss mindestens bei 60°C, besser
bei 90°C waschbar sein
• Lange Haare auf jeden Fall zusammenbinden
• Fingernägel kurz und unlackiert
• Schmuck und Armbanduhr ablegen
42
3. Händehygiene
So nicht!
Tätigkeitsverbot nach § 42
IfSG
(Foto wurde in einem
Gastronomiebetrieb
aufgenommen)
43
3. Richtiges Händewaschen
• Mit warmem Wasser
• Mit Flüssigseife
• Hände richtig nass machen und mind. 20 Sekunden
mit Seife auch zwischen den Fingern verreiben
• Abspülen und danach Abtrocknen mit Einwegtuch
• Desinfizieren nur bei Bedarf: Kontakt mit Wunden,
Schmutz, Erbrochenem etc.
44
3. Richtige Händedesinfektion
• Auch nach der Benutzung von Einmalhandschuhen
bei unreinen Arbeiten
• Die Hände sind trocken
• Grobe Verschmutzungen wurden entfernt
• Ausreichende Menge, 3-5 ml verwenden
• Waschende Bewegungen, auch
Fingerzwischenräume und Nagelfalze einreiben
• Einwirkzeit mind. 30 Sekunden/Herstellerangabe!
45
3. Einmalhandschuhe
• Hygienische Defizite werden durch das Tragen von
Einmalhandschuhen nicht beseitigt!
• Kein unkritischer, sondern situativer Einsatz von
Schutzhandschuhen!
• Den direkten Kontakt mit Lebensmitteln möglichst
vermeiden, Zangen oder Gabeln benutzen!
46
4. Reinigung und Desinfektion
• Hygieneplan einhalten, z. B. Musterhygieneplan des
LGA Baden-Württemberg
• was – wann –womit –wie –von wem?
• Ggf. Desinfektion der Arbeitsflächen, beispielsweise
nach der Verwendung von rohen Eiern
• Arbeitstäglicher bzw. bedarfsgerechter Wechsel von
Lappen und Spülbürsten
• Einmaltücher verwenden
47
4. Vorbildliche Ordnung in einer
Gemeinschaftsverpflegung
Reinigungsgeräte können abtrocknen
Reinigungsmittel in
separatem Schrank
48
5. Eigenkontrollmaßnahmen
• Als erstes Zuständigkeiten klären, verantwortliche
Person benennen
• Wareneingangskontrollen
• Temperaturmessungen + Dokumentation
durchführen
• Ggf. Rückstellproben, bei Eigenherstellung
• Mindestens ein Einstichthermometer zur
Kerntemperaturmessung sollte vorhanden sein
• Schädlingsmonitoring
49
5. Wareneingangskontrollen
Bei Anlieferung
• Sauberkeit des Fahrzeugs, der Person
• Äußerer Zustand der Ware, Verpackung intakt?
• Stimmt Mindesthaltbarkeitsdatum, vom Hersteller
vorgegebene Temperatur
• Datum, Unterschrift, Eingangsstempel
• Für Rückverfolgbarkeit: Lieferscheine und Quittungen
aufbewahren
50
5. Temperaturen nach DIN 10508
bzw. die vom Hersteller vorgegebene
Lagertemperatur einhalten
Lebensmittel
Temperatur
51
5. Temperaturmessungen und Dokumentation
Temperaturmessungen
Warme Speisen müssen bis
zur Ausgabe müssen eine
Kerntemperatur von mind.
+ 65°C aufweisen
Maßnahmen:
Was passiert hier bei
Temperaturabweichungen?
52
5. Messgeräte
Infrarot- und Einstichthermometer
53
5. Rückstellproben
• Es besteht nur eine gesetzliche Verpflichtung bei der
Abgabe von roheihaltigen Speisen, die vor dem
Verzehr nicht mehr erhitzt werden!
• Rückstellproben dienen der Entlastung, wenn der
Verdacht auf eine Lebensmittelinfektion besteht
• Rückstellproben sind nur von selbst hergestellten
Speisekomponenten sofort einzufrieren
• Saubere Gefäße/Beutel verwenden, mind. 100 g pro
Komponente, eindeutig kennzeichnen, mindestens 7,
besser 14 Tage aufbewahren
54
5. Rückstellproben
Vorbildlich!
55
5. Schädlingsmonitoring
Zu spät entdeckt!
Reismehlkäfer
56
5. Schädlingsmonitoring
Pheromonfalle Trockenlager
Protokoll Trockenlager/Kein CCP!
57
6. Kennzeichnung von Zusatzstoffen
Klassenname
• Farbstoff
• Konservierungsstoff
•
•
•
•
Antioxidationsmittel
Geschmacksverstärker
Schwefeldioxid/Sulfite
Eisensalze
Kennzeichnung
• „mit Farbstoff“
• „mit Konservierungsstoff“
oder „konserviert“ ggf.
auch „mit Nitritpökelsalz“,
„mit Nitrat“
• „mit Antioxidationsmittel“
• „mit Geschmacksverstärker“
• „geschwefelt“
• „geschwärzt“
58
6. Zusatzstoffe, Fortsetzung
Klassenname
• Stoffe zur
Oberflächenbehandlung
• Süßstoffe
• Phosphate (Stabilisator)
Kennzeichnung
• „gewachst“
• „mit Süßungsmittel(n)“; bei
Aspartam zus. „Enthält
Phenylalaninquelle“
• „ mit Phosphat“
59
6. Allergene
Definition:
• Bestimmte Stoffe, die
Allergien oder
Unverträglichkeiten auslösen
können, müssen im
Zutatenverzeichnis auf
verpackten Lebensmitteln
hervorgehoben werden.
• Auch bei nichtverpackten
Lebensmitteln = „lose Ware“
ist die genaue Kennzeichnung
dieser Stoffe verpflichtend
Kennzeichnungspflicht für
14 Hauptallergene in der
Gemeinschaftsverpflegung und
Gastronomie ab dem 31.12.2014
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Glutenhaltiges Getreide
Krebstiere
Fisch
Erdnüsse
Soja
Milch und Milchzucker/Lactose
Schalenfrüchte/Baumnüsse
Lupine
Weichtiere = Muscheln
Sellerie
Senf
Sesamsamen
Schwefeldioxid und Sulfite
60
7. Umgang mit Lebensmitteln auf Festen
• Es gilt Prinzip der Eigenverantwortung, der
Lebensmittelhersteller bzw. –Inverkehrbringer ist für
die Sicherheit der Lebensmittel zuständig
• Leitfaden „Umgang mit Lebensmitteln auf Vereinund Straßenfesten“ des Ministeriums für Ländlichen
Raum
• Merkblatt des Landesgesundheitsamtes informiert
über „Vermeidung von Lebensmittelinfektionen für
Ehrenamtliche bei Vereinsfesten, Freizeiten und
ähnlichen Veranstaltungen“
61
7. Fortsetzung
• Risikominimierung durch geeignete Produktauswahl:
nur durchgebackene Kuchen, keine Desserts wie
klassisches Tiramisu anbieten
• Benennung eines Hygieneteams oder einer
verantwortlichen Person
• Wareneingangskontrolle mit Speisenliste
• Rückstellproben empfehlenswert, wenn leicht
verderbliche Produkte angeboten werden
62
7. Beispiel: Speisenliste für Veranstaltungen
Wer hat
gespendet?
Speise
Falls kühlpflichtig,
Temperatur bei
Anlieferung
Bemerkungen
63
Bitte ausfüllen und per E-Mail, Fax oder Post senden an:
Abteilung Veterinärwesen und
Lebensmittelüberwachung
Landratsamt Tübingen • Postfach 19 29 • 72009 Tübingen
Landratsamt Tübingen
Abteilung Veterinärwesen und
Lebensmittelüberwachung
Wilhelm-Keil-Str. 50
72072 Tübingen
Telefon 0 70 71 / 2 07 – 32 02
Telefax 0 70 71 / 2 07 – 32 99
veterinaerwesen@kreis-tuebingen.de
Anmeldeformular für zeitlich begrenzte
(Fest-)Veranstaltungen ohne Alkoholabgabe
Für Lebensmittelunternehmen gemäß Art. 6 Abs. 2 EU-VO 852/2004
Angaben zum Veranstalter/
Verein, Schule etc.
______________________________________
verantwortliche Person:
______________________________________
Adresse:
______________________________________
Telefonnr./E-Mail:
______________________________________
Anlass:
______________________________________
Datum und Uhrzeit:
______________________________________
Ort/Standort:
______________________________________
_________________________________________________________________________
Art der Speisen, die hergestellt
bzw. in Verkehr gebracht werden:
______________________________________
_________________________________________________________________________
Weitere Angaben/Ergänzungen:
______________________________________
_________________________________________________________________________
Unterschrift verantwortliche Person
Ort, Datum
_____________________________
___________________________
64
Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit!
65
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