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1 a) Was ist (sind) das (die) Merkmal(e) einer - gfs-Hamburg.de

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K._P. Jaeschke
VWL III HA 2
Übungsaufgaben Blatt 2
Universität Hamburg
WS 2006/07
1 a) Was ist (sind) das (die) Merkmal(e) einer Keynesschen Konsumfunktion?
1) der Konsum hängt vom laufenden Einkommen ab (2)
2) die durchschnittliche Konsumquote nimmt ab (auch korrekt:
die marginale Konsumquote nimmt ab). (2)
b) Was beinhaltet die Life-cycle Konsumtheorie und wie ist sie von a) abzugrenzen?
Die Konsumenten planen einen (lebenslangen) Durchschnittskonsum und zeigen
ein hiervon geprägtes Spar- und Konsumverhalten. Der Konsum hängt daher vom
Vermögen und vom Lebenszeiteinkommen ab.(1)
c) Was beinhaltet die Theorie des permanenten Konsums und permanenten
Einkommens von M. Friedman und wie ist sie von a) abzugrenzen?
Die Konsument planen (ähnlich) ihren Konsum nicht nach dem laufenden, sondern
nach ihrem permanenten (langfristig dauerhaft erwartete Einkommen (bei F. ursprünglich
als Verzinsung des Indvidualvermögens einschl. human resources
interpretiert). Das Ergebnis ist der permanente Konsum. Transitorische
Einkommensänderungen haben keine beträchtlichen Wirkungen auf den permanenten
Konsum (so daß scheinbar die durchschnittl. Konsumquote abnimmt, wenn der permanente Konsum mit dem laufenden Eink. statt mit dem perm. Eink. in Verbindung
gebracht wird. (3)
d) Welche Konsequenzen haben Konsumtheorien des Typs b) oder c) für die
Multiplikatortheorie?
Die Multiplikatoreffekte basieren auf einer unmittelbaren Konsumanpassung an
das laufende Eink. Wenn es sich um transitorische Einkommenschwankungen handelt sind
die M. Effekte falsch, weil zu hoch. (3)
2) Angenommen, das permanente Einkommen wird als das
Durchschnittseinkommen der jeweils letzten fünf Jahre berechnet, d.h.
Yp=1/5 ( Y(t) +Y(t-1) +Y(t-2)+Y(t-3)+Y(t-4) )
Die Konsumfunktion lautet C =0.9 Yp.
a) Wenn man in den vergangenen 10 Jahren pro Jahr 10 000 $ verdient hat, wie hoch
ist
dann das permanente Einkommen? Æ 10000 $ (1)
b) Angenommen, man verdient im nächsten Jahr (im Jahre t+1) $15 000.- Wie
hoch ist das neue Yp ?
im heutigen Jahr unverändert 10000 $, im nächsten Jahr 11000 $ (2)
c) Wie hoch ist der Konsum in diesem und im nächsten Jahr?
Heute: 9 000 $, morgen 9 900 $ (2)
Wie groß ist die kurzfristige marginale Konsumquote im Gegensatz zur
langfristigen (permanenten) marginalen Konsumquote?
Delta C/Delta Y = 900/5000=0.18 (2) ,langfristig 0.9 (1)
d) Angenommen, man verdient auch in den Folgeperioden $ 15 000.- Stellen Sie dieEntwicklung
des permanenten Einkommens für die folgenden 6 Jahre graphisch dar.
Grafik: (2)
e) Welche Konsequenzen haben Konsumtheorien des Modigliani- oder Friedman-Typs
für die Multiplikatortheorie?
Die Wirtschaftssubjekte planen nach beiden Theorien Ihren Konsum langfristig und reagieren daher
nicht oder nur wenig auf kurzfristige Einkommenschwankungen. Auf einer solchen Reaktion basieren
aber die Multiplikatoren, bei denen sich kurzfristige „Konsum-Echo-Effekte“ auf die
Einkommensveränderungen kumulieren.
3)
(a)
Skizzieren Sie den Erklärungsansatz
der Keynesschen Investitionstheorie,
1)
Sie basiert auf Ertragserwartungen (und der Menge der Investitionsgelegenheiten).
Investitionstheoretisches Fundament: Vorteilhaft, wenn die interne Verzinsung den
Marktzins übersteigt. Schwankungen der I-Tätigkeit basieren hiernach
auf Zinsänderungen
(wichtiger) auf veränderten Erwartungen über die Rentabilität der I-Projekte.
insgesamt (4)
(b) der Akzeleratortheorie,
Produktionstheoretischer Ansatz: Ein konstanter Kapitalkoeffizient verlangt zus.
Kapital (=Inv.), wenn Produktion bzw. Einkommen steigen.
Schwankungen resultieren aus ungleichmässiger Einkommenentwicklung.
insgesamt (3)
4. a)Was ist Geld?
Ein Gut, das Zahlungsmittelfunktion, Recheneinheitsf., und Wertaufbewahrungsfunktion
besitzt (6)
b)Was versteht man unter aktiver, was unter passiver Geldschöpfung.
Sie geht einher mit Erwerb von Nicht-Geld-Aktiva durch eine Bank (aktive G.)versus Erwerb von Geld
durch eine Bank (passive G). Im ersteren Fall ändert sich die Geldmenge, im zweiten Fall nicht (6)
c)Wie werden Geldschöpfungsmultiplikatoren logisch begründet und warum
beschreiben Sie nur ein Geldschöpfungspotential.
Die logische Argumentation fragt , wann die Geldschöpfung aus einer gegeb. Überschußreserve
(an ZB-Geld) ausgeschöpft ist. Ob sie ausgeschöpft wird entscheidet u.a. die KreditnachfrageÆ Es
handelt sich nur um ein Geldschöpfungspotential: Die tatsächliche Geldschöpfung hängt von den
Geschäftsbanken und vom Publikum statt. (8)
d) Ermitteln Sie für den Euro- Raum, die monatliche Entwicklung von M1, M2,
M3 des Jahres 2004 und stellen Sie die Ergebnisse tabellarisch und
grafisch dar.
5) Skizzieren Sie das neoklassische System in Grafiken, die den Arbeitsmarkt, den
Kreditmarkt, die kurzfristige Produktionsfunktion und die quantitätstheoretische
Bestimmung des Preisniveaus beinhalten. (Vgl. z. B. Felderer / Homburg). Gibt es bei einem
Gleichgewicht in diesem System Arbeitslosigkeit ?
Falls es in diesem System Arbeitslosigkeit gibt, wie wäre sie zu erklären ?
Zeichnerische Darstellung bitte aus Felderer Homburg.
Das Systemgleichgewicht beinhaltet u.a. ein Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt. Es gibt somit keine
unfreiwillige Arbeitslosigkeit. Abwesenheit von unfreiwilliger Arbeitslosigkeit ist aber Vollbeschäftigung.
Arbeitslosigkeit kommt mithin zustande , wenn die Gleichgewichtsmechanismen zerstört werden, sei es auf dem
Arbeitsmarkt selbst („falscher“ Reallohn), sei es auf dem Kreditmarkt („falscher“ Zins):
6) Das Haavelmo Theorem postuliert für den Fall einer parallelen Erhöhung (oder Senkung)
von Steuern und Staatsausgaben einen Multiplikator von 1 (sog. Balanced budget multiplier).
a) Demonstrieren Sie das Haavelmo- Theorem für den Fall autonomer direkter Steuern
und autonomer Staatsausgaben.
DY1=1/(1-c) DG mit DG=DT
DY2=1/(1-c)*( –cDT)
DY=DY1+DY2=(1-c)/(1-c) DG= 1 DG
b) Welcher Multiplikatoreffekt ergibt sich, wenn der Staat die autonomen
Transferzahlungen an die Haushalte erhöht und zur Finanzierung die direkten Steuern
anhebt ?
Es ergibt sich ein Multiplikatoreffekt von 0, denn
DY= 1/(1- marg. Nachfragequote) * Nachfrageänderung
Die N-Änderung beträgt in diesem Fall 0 („linke Tasche“-„rechte Tasche“), es
sei denn die marginalen Konsumquoten der Träger der zusätzlichen
Steuerlast und der Transferempfänger weichen voneinander ab.
c) Angenommen der Staat erhöht die Staatsausgabe wie unter a) , finanziert Sie jedoch mit Hilfe
von Wertpapieren („Bundesschatzbriefen“), die vom allgemeinen Publikum gehalten werden.
Diskutieren Sie die sogenannte Ricardo-Äquivalenz und prüfen Sie auch die Frage ob
"Bundeschatzbriefe" gesamtwirtschaftlich Teil des privaten Nettovermögens sind. (Z. B:
Mankiw, Makroökonomik, Blanchard ,Makroökonomie)
Unter Ricardo-Äquivalenz versteht man, die Aussage, daß es irrelevant für das
Gleichgewichtseinkommen ist, ob Steuern zur Finanzierung eines Defizits
heute oder morgen erhoben werden. Demzufolge sind auch die Einkommenswirkungen
(Multiplikatorwirkungen ) gleich.
Implizite Voraussetzungen dieser Aussage:
A) Keine Keynesche Konsumfunktion (nicht mehr das gegenwärtige Eink. ist relevant).
B) Die Steuerlast wird von der heute arbeitenden Generation erwartet, bzw. die
heutige Erwerbsgeneration ist altruistisch ( Sparen für die Kinder)
C) Keine Zinsdifferenzen zwischen Staatszinssatz und privatem Zinssatz.
Für die Anhänger der R.A. sind Bundesschatzbriefe ein WP , dass auf der
Vorderseite mit der Verpflichtungserklärung des Staates bedruckt ist (...“der
Staat schuldet dem Inhaber dieser Urkunde € xxxxx“) und auf der Rückseite
(unsichtbar) die Verpflichtung des Steuerzahlers aufweist, die Steuerlast in der
Zukunft betrage € xxxx). Demzufolge ist die Netto-Vermögenswirkung 0. Somit
sind die Schatzbriefe gesamtwirtschaftlich nicht Teil Nettovermögens.
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