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1.1 Was ist Umweltökonomie?

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1.1 Was ist Umweltökonomie?
1.1 Was ist Umweltökonomie?
• Grob gesprochen: die Lehre realer externer
Effekte durch Umweltbelastung und
Maßnahmen zu Internalisierung solcher Effekte
• Man kann auch sagen: “Es geht um die
Bestimmung der optimalen Menge an
Umweltbelastung (Verschmutzung) oder
äquivalent: der optimalen Anstrengung der
Vermeidung von Umweltbelastung.”
1
1.1 Was ist Umweltökonomie?
1.1.1 Wie lässt sich die optimale Menge an
Umweltbelastung bestimmen?
èZur Beantwortung der Frage müssen wir die Kosten
der Vermeidung kennen (engl.: “abatement cost”
oder “cost of pollution control”)
ÖDies ist keine Frage, die nur Ingenieure beantworten
können.
èWir müssen aber auch den Umweltschaden kennen.
ÖDies ist keine Frage, die nur Naturwissenschaftler
beantworten können.
2
1.1 Was ist Umweltökonomie?
1.1.2 Wie kommen Umweltbelastungen zustande?
Ø Antwort: durch unerwünschte Kuppelprodukte
§ in der Produktion
§ Beim Konsum
§ Was ist Kuppelproduktion?
Ø Gemeinsame Produktion verschiedener Produkte:
§ Z.B.: Schafe -> {Wolle + Fleisch}
§ Z.B.: Steinkohle -> {Elektrizität + CO2}
(ein Gut + ein „Ungut“)
3
1.1.2 Wie kommen Umweltbelastungen zustande?
§ Umweltbelastung durch Konsum:
§ Beispiel:
Autofahren -> {Transport von A nach B +
Schadstoffe
(vor allem: SO2, NOX, CO, CO2)}
§ Wer belastet die Umwelt?
§ Produzenten
§ Konsumenten
4
1 Einführung
1.1.3 Wie lassen sich Umweltbelastungen
reduzieren (vermeiden)?
Firmen haben folgende Optionen:
1. Weniger produzieren!
Beispiel: Rückgang von Umweltbelastung durch
Rezession (Zusammenbruch) der Wirtschaft im Osten
2. Installation von sog. End-of-pipe-Technologien,
Beispiele:
n
n
n
n
Rauchgasentschwefelungsanlage in Kohle/Ölkraftwerken,
Katalysator,
Dieselfilter,
Sequestrierung von CO2.
5
1.1.3 Wie lassen sich Umweltbelastungen
reduzieren (vermeiden)?
3. Modifikation des Produktionsprozesses (Integrierter
Umweltschutz)
Beispiele:
• Input-Substitution: Ersetzung von Umweltbelastende durch umweltfreundliche Inputs,
§ Unterbeispiele:
§ Kohle durch Gas,
§ Schwefel-intensive durch Schwefel-arme Kohle
§ Tropenhölzer durch einheimische Hölzer
• Dieselmotoren bei denen durch neue
Verbrennungsprozesse keine Dieselpartikel
auftreten (angeblich bei BMW).
6
1.1.3 Wie lassen sich Umweltbelastungen
reduzieren (vermeiden)?
4. Standortverlegung der Produktion in Gebiete,
die weniger sensibel sind oder wo wenig
Menschen leben.
5. Investitionen in F&E, um neue Technologien
zu finden (in Verbindung mit Punkt 3).
6. Kombinationen all dieser Strategien.
7
1.1.3 Wie lassen sich Umweltbelastungen
reduzieren (vermeiden)?
n Konsumenten können auch zu weniger
Umweltbelastung beitragen, durch
Ø Konsumverzicht
Ø Substitution umweltbelastender durch Umweltfreundliche Produkte
Beispiele:
§
§
§
Tropenhölzer durch einheimische Hölzer
Private Autofahrten durch ÖPNV
„Delphinfeindlich“ gefangene Thunfische durch
„Delphinfrei“ gefangene Thunfische, usw.
8
1.1.3 Wie lassen sich Umweltbelastungen
reduzieren (vermeiden)?
n Konsumenten ...
Ø Investition in Konsumgüter, die Verbrauch
umweltschädlicher Stoffe senken:
Beispiele:
• Traditionelle Heizungen durch Brennwertheizungen
• Bessere Isolation ihrer Häuser
• Einbau von Katalysatoren, etc.
9
1.1.3 Wie lassen sich Umweltbelastungen
reduzieren (vermeiden)?
n Alle diese Maßnahmen erzeugen
(Opportunitäts-) kosten:
Ø In der Regel muss man für die Reduzierung von
Umweltbelastungen
• Ressourcen einsetzen, die man anderweitig
verwenden könnte,
• Nutzenverluste durch direkten oder indirekten
Konsumverzicht erleiden.
10
1.1.3 Wie lassen sich Umweltbelastungen
reduzieren (vermeiden)?
Industrie:
„Umweltschutz(gesetzgebung) vernichtet
Arbeitsplätze“
Umweltschützer, Grüne, insb. Trittin:
„Umweltschutz schafft Arbeitsplätze“
Was ist richtig?
=> Beides kann eintreten!
11
1 Einführung
1.1.4 Wie lassen sich Umweltschäden
bewerten?
Wie man sie nicht bestimmt:
Ø Indem man tote Fische in einem Fluss durch einen
Chemie-Unfall zählt,
Ø indem man berechnet, wieviel es kostet, den
ursprünglichen Zustand (vor der UmweltbelastungI
wiederherzustellen,
Ø Das Niveau an Umweltbelastung bestimmt, bei dem
Menschen krank werden.
12
1.1.4 Wie lassen sich Umweltschäden
bewerten?
n Überlegen wir uns hierzu, was
Luftverschmutzung in einen urbanen Gegend
verursachen kann:
Ø Physische Beeinträchtigungen wie tränende Augen,
laufende Nasen;
Ø Reduktion der Fernsicht durch Dunst;
Ø Atemnot;
Ø Krankheiten;
Ø Erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten;
Ø Verschmutzte Fenster, Kleidung etc.
13
1.1.4 Wie lassen sich Umweltschäden
bewerten?
n Wie können wir den Schaden all dieser
und weiterer Beeinträchtigungen
messen?
14
1.1.4 Wie lassen sich Umweltschäden
bewerten?
n Eine Methode besteht darin, die
Zahlungsbereitschaft (oder die Bereitschaft,
etwas Wertvolles zu opfern) für einen
bestimmten Grad an Verbesserung der
Umweltqualität zu eruieren.
n Hat man die individuellen
Zahlungsbereitschaften herausbekommen,
kann man diese aufsummieren, um die
Zahlungsbereitschaft der Gesellschaft für
einen bestimmten Grad an Verbesserung
der Umweltqualität zu bestimmen.
15
1.1.4 Wie lassen sich Umweltschäden
bewerten?
n Schließlich vergleichen wir die
Zahlungsbereitschaft für einen bestimmten
Grad an Verbesserung der Umweltqualität
mit den Kosten für die Verbesserung.
n Ist die Zahlungsbereitschaft größer als die
Kosten, sollte die Verbesserung durchgeführt
werden.
n Dieses tun wir solange, bis die die
Zahlungsbereitschaft für den letzten Grad der
Verbesserung gleich deren Kosten sind:
16
1.1.4 Wie lassen sich Umweltschäden
bewerten?
$,€
Grenzkosten
Marginale
Zahlungsbereitschaft
(=Grenznutzen)
optimale
Umweltqualität
Umweltqualität
17
1.1.4 Wie lassen sich Umweltschäden
bewerten?
n Dazu später mehr!
18
1 Einführung
1.1.5 Umweltpolitische Instrumente
n Weitere wichtige Frage der
Umweltökonomik:
Ø Wie lässt sich ein optimales Niveau an
Umweltqualität (bzw.
Umweltverschmutzung) implementieren
bzw. dezentralisieren?
Ø Wie lässt Umweltschutz kosteneffizient
erreichen?
19
1.1.5 Umweltpolitische Instrumente
Die wichtigsten umweltpolitischen
Instrumente:
n Verschiedene Formen von Umweltstandards
(engl.: Command and Control;)
in Deutschland in der Regel durch
ordnungsrechtliche Maßnahmen
Ø Absolute Emissionsobergrenzen
Ø Relative Standards (Gramm pro Kubikmeter Abluft)
20
1.1.5 Umweltpolitische Instrumente
Beispiele für Umweltpolitische
Instrumente (Forts.:)
n Marktwirtschaftliche Instrumente:
Ø Emissionssteuern
Ø Handelbare Emissionszertifikate
Ø Subventionen für die Vermeidung von Schadstoffen
n Investitionsbeihilfen
n Umwelthaftungsrecht
n Verhandlungslösungen
21
1.1.6 Weitere Umweltpolitische
Themen, Fragen
1. Effizienzvergleich umweltpolitischer
Instrumente:
n
n
n
Kurzfristig
Langfristig, d.h. Anreize zur Investition in neue
Technologien sowie F&E,
Auswirkungen auf und Interdependenz mit
Outputmärkten
2. Internationale Umweltprobleme:
n
n
Führt internationaler Handel zu mehr oder weniger
Umweltbelastung?
Behindert Umweltpolitik die internationale
Wettbewerbsfähigkeit?
22
1.1.6 Weitere Umweltpolitische
Themen, Fragen
3. Ökologische Steuerreform:
n
Gibt es eine doppelte Dividende? D.h. kann man
durch eine Ökosteuer zwei Fliegen mit einer Klappe
schlagen?
4. Methoden der Bewertung von Umweltschäden:
n
n
n
Methode der Haushaltsproduktionsfunktionen, u.a.
Reisekostenmethode
Bekundete Präferenzen (Contingent Valuation)
Preisdifferenzen komplementärer Güter
23
1.1.6 Weitere Umweltpolitische
Themen, Fragen
5. Bewertung von natürlicher Umwelt,
insbesondere deren Ökosystemfunktion
Z.B.:
n Beeinflussen Waldgebiete benachbarte
Agrargebiete positiv oder negativ?
n Welchen Wert haben ein Wattwürmer?
n Bewertung von Biodiversität,
n etc.
24
1.1.6 Weitere Umweltpolitische
Themen, Fragen
6. Dynamische Umweltprobleme,
insbesondere Akkumulation von
Schadstoffen:
Z.B.:
n Versauerung von Seen durch SO2
n Atommüll
n Globale Erwärmung
n Versauerung der Meere durch CO2
25
1.1.6 Weitere Umweltpolitische
Themen, Fragen
7. Was ist nachhaltiges Wirtschaften?
n Wie geht man mit den Bedürfnissen
zukünftiger Generationen um?
n Wie geht man mit Diskontierung um und
wie soll man zukünftigen Wohlstand
diskontieren?
n Wie definiert man Nachhaltigkeit?
n Wie stellt man fest, ob ein Staat oder die
Weltwirtschaft nachhaltig wirtschaftet?
26
1.2 Umweltökonomie vs.
Ökologische Ökonomik
n Umweltökonomik ist fest in der Neoklassik
verankert.
n Umweltökonomik nimmt einen antropozentrischen
Standpunkt ein. Umweltökonomen messen alle Werte
in individuellen und mit Hilfe dieser in aggregierten
Zahlungsbereitschaften.
n Beispiel 1: Wie viel ist der Bestand oder die Art der
Seeadler in Schleswig-Holstein wert?
Ø Antwort: Soviel, wie die Schleswig-Holsteiner und NichtSchleswig-Holsteiner bereit sind, für dessen Erhalt auszugeben.
Ø Der Bestand oder die Art der Seeadler hat keinen „Wert-ansich“.
27
1.2 Umweltökonomie vs.
Ökologische Ökonomik
nÖkologische Ökonomen würden dem
Seeadler einen „Wert-an-sich“ zuweisen.
nUnklar ist, wie dieser bestimmt werde soll.
28
1.2 Umweltökonomie vs.
Ökologische Ökonomik
n Beispiel 2: Wie viel an Ressourcen und
Umweltqualität müssen wir zukünftigen
Generationen hinterlassen?
n Antwort der Umweltökonomik: Soviel wie wir
ihnen hinterlassen wollen.
n Ökologische Ökonomik fordert ethische
Prinzipien zugrunde zu legen: „Philosophen
sollten das entscheiden.“
29
1.2 Umweltökonomie vs.
Ökologische Ökonomik
n Ökologische Ökonomik nimmt einen (angeblich)
bio-physischen Standpunkt ein. Bestimmte Spezies
haben demzufolge einen Wert an sich.
(Dabei ist jedoch unklar, wer diesen Wert festlegt.)
n Ökologische Ökonomen bewerten verschiedene
Produkte danach, wie viel Energie für ihre Produktion
eingesetzt wurde:
Ø Eine Schreibmaschine ist demnach besser als ein Computer, weil
sie mit weniger Energieaufwand produziert wurde als ein
Computer.
30
1.2 Umweltökonomie vs.
Ökologische Ökonomik
n Ökologische Ökonomen verwenden den
Begriff des ökologischen Rucksacks, der
Produktionsabfälle in Gewicht misst (unabhängig
von der Gefährlichkeit des Abfalles).
n Ökologische Ökonomen argumentieren, dass
nichts gemacht werden soll, das nicht langfristig
nachhaltig ist.
31
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
Teil I: Robinson allein auf der Insel
n Robinson findet eine Menge w an Wald vor.
n Von diesem kann er einen Teil h fällen und
roden und in Holzprodukte umwandeln bzw. das
Land zum Anbau von Getreide etc. nutzen.
n Konsum c = Funktion des Inputs h
c = f (h), mit
f ' > 0,
f '' < 0
n Verbleibender Wald:
w = w−h
32
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n Wald stiftet Nutzen
Ø durch Schutz gegen Wind & Wetter
Ø Früchte, Wildtiere etc. die aus dem Wald geerntet
werden können.
n Robinson‘s Gesamtnutzen hängt vom Konsum c
und vom noch bestehenden Wald w ab:
U = U (c , w) = U (c , w − h)
33
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n Robinson maximiert seinen Nutzen:
max{h, c} U (c , w) = max h U ( f (h), w − h)
n Bed. 1. Ordn.:
U c ⋅ f '(h) − U w = 0
Uw
⇔
= f '(h)
Uc
34
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
Uw
= f '(h)
Uc
n Interpretation:
Grenzrate der Substitution zwischen
Konsum von Holzprodukten+Getreide einerseits
und Wald andererseits
= Grenzrate der Transformation
zwischen Wald und Holzprodukten
35
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
U (c, h) = u
c
f ( h)
c
*
h*
w
h
36
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
Wir sehen: Robinson sieht sich einem Trade-off
gegenüber zwischen Konsum von Gütern durch
Fällen/Roden des Waldes und dem Wald durch
dessen Schutzfunktion etc.
Hat Robinson ein Umweltproblem?
Eigentlich nicht: Er hat ein Entscheidungsproblem.
Er kann ein Problem bekommen, wenn er die
Funktion des Waldes falsch einschätzt.
37
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
Robinson, Part II
The Arrival of Friday
38
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
Teil II: „Jetzt kommt Freitag“
n Freitag möchte auch Holzprodukte konsumieren,
bzw. Agrarprodukte auf gerodeter Waldfläche
anbauen.
n Freitag profitiert aber auch von dem
verbliebenem Wald der Insel. Es sei:
n hR = der von Robinson gefällte/gerodete Wald
n hF = der von Freitag gefällte/gerodete Wald
n w = w − hR − hF der verbliebene Wald für
beide.
39
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n Nutzen von Robinson:
U = U (c , w) = U (c , w − h − h )
R
R
R
R
R
R
F
n Nutzen von Freitag:
U = U (c , w) = U (c , w − h − h )
F
F
F
F
F
R
F
40
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n Wir sehen, dass jeder eine private Menge an
privaten Gütern cR , cF konsumiert, aber sich
derselben Menge an öffentlichem Gut, nämlich
den verbliebenen Wald w = w − hR − hF erfreut.
n Wie werden sich Robinson und Freitag
verhalten, wenn sie nicht miteinander
kommunizieren?
n Jeder wird für sich das Beste herausholen,
gegeben das Verhalten des jeweils anderen,
d.h.:
41
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n Robinson maximiert:
max c R , h R U (c , w − h − h )
R
R
R
F
bzgl. c = f R (h )
R
R
n Freitag maximiert :
max c F ,h F U F (c F , w − h R − h F )
bzgl. c F = f F ( h F )
42
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n Bedingungen 1. Ordn. für beide:
U ⋅ f R '(h ) − U = 0
R
c
R
R
w
U wR
⇔
= f R '( h) ( NC1)
R
Uc
U ⋅ f F '( h ) − U = 0
F
c
F
F
w
U wF
⇔
= f F '(h) ( NC 2)
F
Uc
43
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n Wir sehen, dass beide die Grenzrate der
Substitution zwischen privatem Konsum und
öffentlichem Gut wiederum gleich der Grenzrate
der Transformation setzen.
n Ist dieses effizient?
n Um eine effiziente Allokation zu analysieren,
können wir den Nutzen Robinsons maximieren,
wobei wir Freitag einen festen Nutzen U F
zugestehen:
44
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n Maximieren wir Robinson‘s Nutzen:
max cR , c F ,h R ,h F U (c , w − h − h )
R
R
R
F
bzgl. c = f R ( h )
R
R
und :
U F (c F , w − h R − h F ) = U F ,
c F = f F (h F )
45
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n Setzen wir c = f R ( h ) etc. ein und bilden die
Lagrange-Funktion:
R
R
max h R ,h F U ( f R (h ), w − h − h )
R
R
R
F
+ µ[U ( f F (h ), w − h − h ) − U ]
F
F
R
F
F
n Die Bedingungen erster Ordnung lauten nun:
46
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n Bedingungen 1. Ordn. für beide:
U ⋅ f R '( h ) − U − µU = 0
R
c
R
R
w
F
w
µU cF ⋅ f F '(h F ) − U wR − µU wF = 0
n oder:
U ⋅ f R '( h ) = U + µU
R
c
R
R
w
F
w
µU cF ⋅ f F '( h F ) = U wR + µU wF
47
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n Hieraus ergibt sich:
U ⋅ f R '( h )
µ=
F
U ⋅ f F '( h )
R
c
F
c
R
n Setzen wir dieses in die vorherigen Gleichungen
ein, so ergibt sich:
R
w
F
w
U
U
1= R
+ F
R
U c f R '(h ) U c ⋅ f F '( h F )
48
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n oder:
R
F
R
U
U
f
'(
h
)
R
w
w
R
f R '( h ) = R + F ⋅
F
U c U c f F '( h )
n bzw.:
R
R
F
U
f
'(
h
)
U
R
w
w
F
f F '( h ) = R ⋅
+ F
F
U c f R '( h ) U c
49
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n Interpretation:
Die Grenzrate der Transformation von Wald in
R
private Konsumprodukte für Robinson f R '( h ) ist
gleich der Summe der Grenzraten der
Substitution zwischen Wald in privaten
Konsumprodukten, wobei jene von Freitag
gewichtet ist mit dem Verhältnis der Grenzraten
der Transformation zwischen Robinson‘s und
Freitag‘s Technologie:
R
F
f R '(h ) / f F '( h )
50
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
nWir sehen auch, dass das Ergebnis des
nicht-koordinierten Verhaltens,
charakterisiert durch (NC1) und (NC2),
nicht optimal ist.
51
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
nQ: Warum sind die Grenzraten der
Transformation zwischen Wald in privaten
Konsumprodukten für Robinson und
Freitag nicht gleich?
nA: Weil wir implizit angenommen haben,
dass Robinson und Freitag keine Güter
tauschen.
52
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
nNun kann es sein, dass die Interessen von
Robinson und Freitag sehr unterschiedlich
sind.
nEs könnte z.B. sein, dass Robinson den
Wald mehr schätzt als Freitag und bereit
ist, einen Teil privaten Konsums an
Freitag abzugeben, um eine effiziente
Allokation zu erreichen.
53
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
nWenn Robinson und Freitag Ressourcen
weitergeben/tauschen können, lautet das
Maximierungsproblem:
max cR , c F ,h R ,h F U R (c R , w − h R − h F )
bzgl. c + c = f R (h ) + f F ( h )
R
F
R
F
und :
U (c , w − h − h ) = U
F
F
R
F
F
54
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n Die Lagrange-Funktion lautet dann:
max h R ,h F U R (c R , w − h R − h F )
+ λ[ f R ( h R ) + f F ( h F ) − c R − c F ]
+ µ[U (c , w − h − h ) − U ]
F
F
R
F
F
55
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n Die Bedingungen erster Ordnung lauten nun:
U =λ
R
c
µU = λ
F
c
U wR + µU wF = λ f R '( h R )
U + µU = λ f F '( h )
R
w
F
w
F
56
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n Setzen wie
λ =U
R
c
und
µ = U /U
R
c
F
c
in die letzten beiden Gleichungen ein, so ergibt
sich:
R
F
U w Uw
R
+ F = f R '( h )
R
Uc Uc
R
w
R
c
U
U
+
U
U
F
w
F
c
= f F '( h F )
57
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
nDamit sind die Grenzraten der
Transformation der Technologien von
Robinson und Freitag gleich und gleich
der Summe der Grenzraten der
Substitution zwischen Wald und privatem
Konsum.
nDies ist die Lindahl-Samuelson-Bedingung.
58
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
nEin Umweltproblem besteht hier, wenn
sich Robinson und Freitag nicht
koordinieren, bzw. nicht die Externalitäten
beachten, die sie dem jeweils anderen
auferlegen.
59
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n Wie können Robinson und Freitag das Problem
lösen?
n Sollten Sie den Wald aufteilen?
ðDieses löst das Problem nur zum Teil.
ðZwar fällt Freitag keinen Baum, damit Robinson
ihn nicht bekommt, aber er berücksichtigt
weiterhin nicht den positiven Effekt, den der
Restwald auf Robinson ausübt.
60
1.3 Erläuterung eines Umweltproblems
anhand der Parabel von Robinson und Freitag
n Lösungsmöglichkeiten:
Ø R&F können durch Verhandlungen die optimale
Lösung finden.
Ø Robinson kann Freitag einen Vertrag anbieten, der
Freitag nicht schlechter stellt als ohne Vertrag, und
bei dem Robinson dem Freitag private Güter
überlässt im Tausch gegen Freitag‘s Bereitschaft,
mehr Wald stehen zu lassen.
Ø Oder umgekehrt: Freitag bietet einen
entsprechenden Vertrag an.
61
1.4 Vorläufige Gliederung des Vorlesung
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
Einführung
Stilisierte Fakten existierender Umweltprobleme und
Umweltpolitik
Das Standard- Modell der Umweltökonomie und umweltpolitische
Politikinstrumente
Unvollkommene Information
Einbeziehung der Outputmärkte
Umweltpolitik bei unvollkommenem Wettbewerb
Internationale Umweltprobleme
Umwelthaftung
Methoden zur Bewertung von Umweltschäden
62
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