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Gesund bleibt nur, was gepflegt wird

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BZB November 12
Praxis
BLZK
Gesund bleibt nur, was gepflegt wird
Zentrale Veranstaltung der LAGZ zum Tag der Zahngesundheit in Aschaffenburg
Einmal im Jahr steht die Mundgesundheit im Mittelpunkt des Interesses: beim bundesweiten Tag
der Zahngesundheit. Die Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Zahngesundheit e.V. (LAGZ) beging
diesen Tag mit einem Festakt und der „Meile der
Zahngesundheit“ in Aschaffenburg.
„Wenn die Zähne gesund und strahlend sind, haben wir allen Grund zum Lachen. Der Anteil der
Kinder in Bayern mit naturgesunden Zähnen ist
erfreulich hoch. Trotzdem dürfen wir uns nicht auf
unseren Lorbeeren ausruhen“, warnte Dr. Herbert
Michel in seiner Ansprache in Aschaffenburg. Die
Hauptgründe dafür sieht der LAGZ-Vorsitzende
und Referent Prophylaxe/Alterszahnmedizin/Behindertenzahnmedizin der BLZK im Ergebnis der
jüngsten epidemiologischen Studie: Demnach ist
die Hälfte der kariösen Milchzähne bei Grundschülern unversorgt und der Anteil der Jugendlichen mit
einem erhöhten Kariesrisiko gegenüber den Vorjahren signifikant gestiegen.
mationen zukommen zu lassen, damit Karies bereits im Milchgebiss verhindert werden kann“, erläuterte Michel.
Eine weitere Konsequenz ist der Start des Pilotprojekts „Intensivprophylaxe“ mit wissenschaftlicher
Begleitung für Kinder zwischen zwei und sechs Jahren in bayerischen Kindertagesstätten. Ein besonderes Phänomen bei Kindern bis zu drei Jahren ist
die Nuckelflaschenkaries: „Auffällig ist, dass sich
die hohe Karieslast auf eine relativ kleine Anzahl
von Kindern aus Familien in besonderen Lebenslagen und deren spezielle Anforderungen bezieht.
Wir sprechen von einer Polarisierung des Erkrankungsrisikos. Auch wird das Auftreten dieser früh-
Fotos: Bernhard Richter
Keine Karies im Milchgebiss
„Wir müssen noch intensiver über die Bedeutung
der Zahnerhaltung und Versorgung der Milchzähne aufklären. In der Stadt und im Landkreis Augsburg haben wir deshalb vor zwei Jahren ein Netzwerk gebildet. Dessen Aufgabe ist es, den Müttern
nach der Geburt ihres Kindes alle nötigen Infor-
Staunende Kinderblicke: Bei der zentralen Veranstaltung für Bayern zum Tag der
Zahngesundheit drehte sich alles um die Zähne des Nachwuchses.
Das LAGZ-Team sorgte in Aschaffenburg für einen reibungslosen Ablauf. Von links: Gabriele Schweiger, stellvertretende LAGZ-Vorsitzende,
Dr. Berthold Lutz, Arbeitskreisvorsitzender Aschaffenburg, Marion Vog’l, Ilka Sampel (beide Mitarbeiterinnen der LAGZ-Geschäftsstelle),
Geschäftsführer Dr. Markus Achenbach, Rita Sames, Mitarbeiterin der LAGZ-Geschäftsstelle, und Dr. Herbert Michel, LAGZ-Vorsitzender.
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die Prophylaxe in den Fokus der Kinder und Jugendlichen. „Unser Wunsch ist, dass Zähneputzen
in der Schule zur Regel wird und nicht – wie heute
vielfach zu beobachten – die Ausnahme darstellt“,
so der LAGZ-Vorsitzende. „Ich fordere die Verantwortlichen in Politik und Schulen auf, bei Neu- und
Umbauten von Schulgebäuden und Mensen die
Möglichkeit des täglichen Zähneputzens mit einzuplanen“, betonte er in seiner Rede.
zeitigen und extremen Kariesform in der wissenschaftlichen Literatur in Zusammenhang mit dem
Thema Kindesvernachlässigung diskutiert“, sagte
der Würzburger Zahnarzt.
Aber auch das steigende Kariesrisiko in der Altersgruppe der 14- bis 15-jährigen Jugendlichen macht
dem LAGZ-Vorsitzenden Sorgen: „Deshalb haben
wir in 21 Mittelschulen mit Ganztagsbetreuungsangebot das tägliche Zähneputzen eingeführt und
werden es ab diesem Herbst konsequent drei Jahre
lang wissenschaftlich begleiten.“ Das Projekt rückt
Bernhard Richter
Pressereferent der LAGZ
Interview mit Dr. Berthold Lutz, LAGZ-Arbeitskreisvorsitzender in Aschaffenburg
bedankt. Sowohl im Vorfeld
LAGZ zum Tag der Zahngesundheit in Aschaffenburg ausge-
als auch danach wurde über
richtet. Wer dabei war, hat gesehen: Dahinter steckt viel Ar-
unsere Veranstaltung in den
beit, Organisationsaufwand und persönliches Engagement.
Zeitungen und sogar im Lo-
Warum tut man sich so etwas freiwillig an?
kalfernsehen berichtet. Inso-
Lutz: Da kommen mehrere Aspekte zusammen: Die LAGZ
fern war das Konzept richtig
betreibt seit fast 30 Jahren erfolgreiche Aufklärung für
Zahngesundheit bei Kindern und Jugendlichen. Ich selbst
bin seit Anfang an dabei und mehr denn je überzeugt vom
Nutzen der Gruppenprophylaxe. Wenn man Botschaften
transportieren möchte, dann muss man sie medienwirk-
Foto: Bernhard Richter
LAGZ: Herr Dr. Lutz, Sie haben die zentrale Veranstaltung der
und unsere Erwartungen haben sich bis auf das Wetter
voll erfüllt.
Dr. Berthold Lutz
LAGZ: Was würden Sie Kolle-
sam präsentieren. Wir brauchen für den Erfolg unserer Ar-
gen, die 2013 selbst Aktivitä-
beit die Unterstützung von den Eltern, Erzieherinnen und
ten entfalten möchten, mit auf den Weg geben? Woran muss
Lehrkräften. Eine Veranstaltung wie der Tag der Zahnge-
gedacht werden, wann sollte die Vorbereitung beginnen?
sundheit in Aschaffenburg kann da viel bewirken.
Lutz: Die zentrale Veranstaltung für Bayern zum Tag der
Mich persönlich motiviert aber auch, dass man dabei die
Zahngesundheit ist keine Aktion, die man als einzelner
Freude, Lernbereitschaft und Begeisterungsfähigkeit der
Kollege mal eben so nebenbei realisieren kann. Zunächst
Kinder so hautnah mitbekommt. Das erleben wir übrigens
ist es ratsam, sich über frühere Veranstaltungen genau zu
auch bei unseren Besuchen in Kindergärten und Schulen.
informieren. Anschließend gilt es zu klären, ob man für
Und zu guter Letzt: Die Entscheidung, eine solche Veran-
die Ausrichtung genügend Kollegen findet, die motiviert
staltung zu organisieren, fällt leicht, wenn man die Unter-
und engagiert mitgestalten – und zwar von Anfang an.
stützung eines hoch motivierten Teams hinter sich weiß.
Dann erst sollte man sich bei der LAGZ bewerben. Für das
weitere Vorgehen haben sich bei uns Treffen aller Betei-
LAGZ: Jetzt, nachdem der Tag hinter Ihnen liegt: Welches Fa-
ligten bewährt, die die sehr viel häufigeren intensiven Pla-
zit ziehen Sie? Sind Ihre Erwartungen in Erfüllung gegangen?
nungssitzungen des Arbeitskreisvorsitzenden mit seiner
Lutz: Unser Ziel war es zum einen, die erfolgreiche Arbeit
Stellvertreterin ergänzten. Bei Letzteren liefen alle Fäden
der LAGZ, aber auch ihre künftigen Aufgaben medienwirk-
zusammen, sie haben das Konzept ausgedacht, alle Ver-
sam in der Öffentlichkeit vorzustellen. Zum anderen woll-
handlungen geführt und die Verbindung zur Geschäfts-
ten wir im Rahmen eines fröhlichen Kinderfestes auf spie-
stelle in München gehalten. Den Zuschlag haben wir vor
lerische Weise Lust auf gesunde Zähne wecken. Auch das
zwei Jahren bekommen. Die Vorbereitung begann vor
haben wir erreicht. Rund 1300 Kinder haben unsere Ein-
etwa eineinhalb Jahren. Die heiße Phase der Umsetzung
ladung auf die „Meile der Zahngesundheit“ mit ihren Er-
startete im März, also ein halbes Jahr vor dem Event.
zieherinnen, Lehrkräften und teilweise sogar mit den Eltern
angenommen. Wir haben von allen sehr viel Lob und Anerkennung bekommen: Zahlreiche Schulleiter und Lehrer
haben sich noch vor Ort für die gelungene Organisation
LAGZ: Herr Dr. Lutz, vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview für das BZB führte
Bernhard Richter, Pressereferent der LAGZ.
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