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AG Palliativmedizin – Was ist seit München passiert? - FSRmed

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AG Palliativmedizin – Was ist seit München passiert?
Alle müssen sterben...
... wir müssen unsere Patienten dabei begleiten!
Die Palliativmedizin, ein in Deutschland seit gerade mal zwanzig Jahre bestehender Bereich,
beschäftigt sich mit der Betreuung vo n Patienten mit unheilbaren, fortschreitenden, zum Tode
führenden Erkrankungen. Das Team behandelt und unterstützt bei psychischen, sozialen, spirituellen und körperlichen Leiden. Aus ärztlicher Sicht steht die Linderung von belastenden
Symptomen wie Schme rzen, Atemnot und Übelkeit, eine gute Arzt-Patienten-Kommunikation
und die Betreuung der Finalphase im Vordergrund – also Dinge, die für alle Ärzte wichtig
sind, die mit schweren, weit fortgeschrittenen Krankheiten zu tun haben.
Wunder dich bitte nicht, wenn du an deiner Fakultät noch nichts oder kaum etwas über die
Versorgung in solchen Situationen gehört oder gar gelernt hast – gerade mal acht der 36 Medizinischen Fakultäten in Deutschland haben eine Palliativstation, nur zwei Verfügen über
eine besetzte Professorenstelle für das Fach. An einigen wenigen weiteren Fakultäten werden
freiwillige Veranstaltungen angeboten, die aber zumeist wegen des übervollen Stundenplan
und weil man das Fach schlicht nicht kennt schlecht besucht sind.
Bei der letzten Fachtagung in München haben deshalb Studierende aus ganz Deutschland sich
in der AG Palliativmedizin zusammengeschlossen, um zu überlegen, wie man die Situation
verbessern kann. In Angriff genommen wurden in der Zwischenzeit u.a.:
-
die Vernetzung über einen Email-Verteiler (palliativmedizin@yahoogroups.de)
die Präsens auf der FTM- und der GeMSA-Homepage (www.fachtagung- medizin.de und
www.gemsa-germany.de)
die Erhebung des Status-Quo-Erhebung der Lehre an den Fakultäten
die Steigerung des Bekanntheitgrades des Faches (u.a. durch einen Artikel, den Fachschaften in ihren Publikationen abdrucken können)
Interne Fortbildung, damit man sich besser vor Ort für das Fach einsetzen kann
Angebote für Interessierte sammeln, z.B. Famulaturmöglichkeiten und empfehlenswerte
Lehrbücher
Kontaktaufnahme zu potenziellen Kooperationspartnern
Vor allem im letzten Bereich ist dabei eine große Aktion angelaufen, von der hier noch etwas
ausgiebiger berichtet wird. Zum Problem: in der klinischen Versorgung hat sich in den letzten
zwanzig Jahren viel getan. Wurde 1983 die erste deutsche Palliatvstation überhaupt eingeweiht und waren es derer Anfang der neunziger gerade mal zehn bis zwanzig, so ist die Zahl
mittlerweile auf etwa neunzig angestiegen. Die bei dieser Entwicklung beteiligten Ärzte haben klinische Arbeit geleistet, sie haben Stationsneugründungen organisiert und sie haben,
sonst funktioniert eine so rasante Entwicklung nicht, viel Wissen an Ärzte und Pflegekräfte
weitergegeben. Dabei hatten sie allerdings, bis auf wenige Ausnahmen, keine Zeit zum Forschen. Folglich gibt es zwar zur Zeit ein paar Unis, die gerne eine Professur ausschreiben
würden, es aber wegen fehlender tauglicher Bewerber nicht tun. Somit bleibt die Zahl der fest
angestellten Lehrenden gering.
Eigentlich müßten wir allerdings eine ganze Menge potentieller Dozenten haben. Sie sind nur
nicht an den Unis, sondern auf den Pallistivstationen, die sie in der Regel mit aufgebaut haben. Also haben wir von der AG aus alle Palliativstationen, die wir finden konnten, ange-
schrieben und gefragt, ob sie sich Vorstellen könnten, an einer Universität zu Lehren und was
ihnen dafür geboten werden müßte. Daneben fragten wir auch nach eventuell schon geleisteter
studentischer Lehre. Bis Mitte April erhielten wir 43 Antwortfaxe. Das Ergebnis:
Palliativstationen mit Interesse an universitärer Lehre, bisher noch nicht involviert:
Bayreuth, Bremerhaven, Bünde (bei Bielefeld), Dortmund, Eppenbrunn, Erfurt, Lehnin (bei
Potsdam), Magdeburg, Neumünster, Neuwied (bei Koblenz), Ostercappeln (bei Osnabrück),
Schwarzenberg (bei Zwickau), Speyer, Troisdorf, Unna, Wesel
Palliativstationen an Akademischen Lehrkrankenhäusern, die bislang PJ-Ausbildung betreiben, aber auch für mehr zu haben wären:
Frankfurt (Ev. Hospital für Palliativmedizin), Herne (zu Bochum), Kassel (zu Marburg),
Kempten-Oberallgäu (zu Ulm), Salzgitter (zu Hannover), Saarbrücken (zu Hombur g)
Palliativstationen, die bereits in kleinem oder mittlerem Umfang Lehre leisten, dies jedoch
gerne noch ausbauen würden:
Bielefeld (für Hannover), Dresden (Krankenhaus St. Josef-Stift), Kiel, Leipzig (St. Elisabeth),
München (Barmherzige Brüder), Rostock, Wartenberg (bei München), Würzburg
Palliativstationen, die bereits in der Studentischen Ausbildung voll involviert sind (Kontakt
zur lokalen Fachschaft für eine bessere Koordination der Kurse usw. trotzdem sinnvoll):
Aachen, Bad Lippspringe (für Marburg), Berlin (Havelhöhe), Bonn, Köln
Wie vermutet sind genug willige Dozenten da draußen. Einige würden sich die Mühe der Le hre schon für einen Lehrauftrag machen, andere würden gerne Freigestellt, hätten eine Aufwandsentschädigung oder Bezahlung. Hier müß te in der jeweiligen Situation geguckt werden.
Im nächsten Schritt geht es nun darum, die Dozenten vor Ort einzubinden. Dabei ist eine Zusammenarbeit der lokalen Studierenden für die Umsetzung von entscheidender Bedeutung. Je
nachdem muß ein Lehrauftrag, eine Aufwandsentschädigung oder mehr angeboten werden,
die Veranstaltung in bestehende Angebote integriert oder als freiwillige Veranstaltung so gelegt und beworben werden, daß sie nicht nur vor drei Leuten statt findet. Wer kann das Leisten wenn nicht engagierte Leute vor Ort?
Jeder Laie würde denken, daß Medizinstudenten in der Betreuung Schwerstkranker und Sterbender ausgebildet würde. Jetzt haben wir die Chance, Grundlagen dieser Ausbildung mit aufoder auszubauen. Nutzen wir sie.
Thure Kuprella
AG Palliativmedizin
P.S.: Schaut doch regelmäßig mal auf den Homepages vorbei. Aktuelles wie das Protokoll
von Dresden, Tips zum etablieren der Lehre, zu Famulaturen und Lehrbüchern und vieles
mehr wird dort auf euch warten.
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Seele and Geist
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