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100 Tage GROKO: Was sie uns gebracht hat - Ver.di

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SENIOREN
Informationen für ver.di-Senioren, Bezirk Essen
Nr. 23 • April 2014
INFO
www.essen.verdi.de
100 Tage GROKO: Was sie uns gebracht hat
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir muten Euch mit diesem
INFO viel an sozialpolitischen Themen zu. Wir sind aber sicher,
dass wir Euch unsere Bedenken zu einzelnen Entscheidungen der
großen Koalition nicht vorenthalten dürfen.
Verabschiedet wird – unter unnötigem Zeitdruck – ein Gesetzespaket
mit dem Titel „RV-Leistungsverbesserungsgesetz“. Darin sind Verbesserungen für einzelne Versichertengruppen enthalten, so z. B.: Rente
mit/ab 63, Mütterrente, Erwerbsminderungsrente und das Reha-Budget. Alle Änderungen sollen bereits
zum 1. 07. 2014 in Kraft treten. So
gut eine Verbesserung für Einzelne
ist, so teuer wird dieses Paket insgesamt für die Versichertengemeinschaft werden.
Die Rente mit/ab 63 trifft für einen
begrenzten Kreis von Anspruchsberechtigten, und auch nur für einen
begrenzten Zeitraum, zu. Die Mütterrente und EM-Rente erläutern wir in
kurzen Kommentaren.
Die Gesamtkosten des Pakets
belaufen sich in den kommenden 4 Jahren auf insgesamt rd.
60 Mrd. €. Davon haben die Beitragszahler/innen rd. 36 Mrd.
= 60 % zu tragen, die Rentner/innen
mit rd. 15 Mrd. = 25 %. Die Steuerzahler kommen nach bisherigen
Berechnungen mit ca. 9 Mrd. also
mit 15% davon.
Die Folgen dieser Ausgabenpolitik
sind: ein sinkendes Niveau der Alterseinkünfte, höhere Beitragssätze
und gedämpfte Rentenanpassungen.
Wir stellen fest: Jetzige und zukünftige Rentnergenerationen finanzieren
dieses Paket zu einem erheblichen
Teil durch Verzicht auf Leistungen.
Die Reserven der Rentenkasse werden „geplündert“ in Kenntnis der
demographischen Entwicklung. Zum
wiederholten Mal belastet die Politik
die Rentenversicherung mit gesamtgesellschaftlichen Kosten, riskiert ihre Stabilität und damit die Alterssicherung kommender Generationen.
Dieses Rentenpaket verzichtet auf
Bekämpfung der Altersarmut. Ebenso
bleibt die Generationengerechtigkeit
darin unerwähnt.
Die beschlossene Kürzung des Bundeszuschusses zur Gesetzlichen
Krankenversicherung trägt die gleiche Handschrift: Kosten der Gesamtgesellschaft werden die Versicherten
ebenso belasten wie die geplante
Festschreibung des Beitragssatzes
auf 14,6 %. Mit Zusatzbeiträgen darf
gerechnet werden!
Die Seniorenarbeit in ver.di wird sich
zukünftig intensiver politischer Themen zuwenden und sich in die Diskussion einbringen müssen.
Das sind wir all denen schuldig, die
ein Alter ohne Armut, ein Alter in
Würde erleben wollen und denen, die
nach uns alt werden.
Mit kollegialen Grüßen
Beate Blumenberg
Zum 1. Mai
Liebe Verdianer, und wieder einmal begehen
wir den Tag der Arbeit. Manch eine/r spürt
jedoch – je nach Wetterlage – nicht immer
Lust und Laune, um den Tag in solidarischer
Gemeinschaft mit anderen zu begehen. Aber,
was heißt hier Lust und Laune? Sehen wir
zurück in das Jahr 1934. Gewerkschaften
waren von den Nationalsozialisten zerschlagen
und die sogenannte „Deutsche Arbeitsfront“
an ihre Stelle getreten. Parteien längst verboten, und die „Reichsregierung“ verabschiedete
ein Gesetz, das die freie Wahl des Arbeitsplatzes einschränkte. Die Arbeitszeit lag bei
14 Std. täglich und der „Führer“ predigte die
Schaffung eines „neuen deutschen Menschen“.
Auch heute kommt wieder ähnlich krudes,
gefährliches Gedankengut von rechts auf uns
zu. Es darf keinen Erfolg haben: Wir wissen
um den Wert unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung und wir müssen bereit
sein, sie auch öffentlich zu stärken, gemeinsam in und mit unserer Gewerkschaft.
Deshalb treffen wir uns am verdi-Stand
auf dem Burgplatz: und zwar mit Lust
und Laune, am
1. Mai
Einladung
zur Mitgliederversammlung
der Senioren des Bezirks Essen
am Dienstag, dem 17. Juni, im Gewerkschaftshaus Essen,
Teichstraße 4
Beginn 10.00 Uhr im großen Saal des DGB
Vorgesehen: u. a.: Grußworte der Geschäftsleitung des Bezirks Essen
Geschäftsbericht des Seniorenausschusses
Wahl der Mitglieder des Seniorenausschusses
Wahl der Delegierten zur Bezirkskonferenz
Wahl der Delegierten zur Landesbezirksseniorenkonferenz
Die Tagesordnung wird als Tischvorlage im Sitzungsraum vorliegen.
Wahlvorschläge können am Sitzungstag bis zum Beginn der Wahlen
eingereicht werden.
Anträge zur Landes-/Bundeskonferenz sind einzureichen bis zum Antragsschluss am 19. Mai bei der ver.di-Geschäftsstelle Bezirk Essen, SeniorenReferat: Markus Neuhaus.
2
S E N I O R E N INFO
Wir tun etwas für Heute und Morgen
Finanzierung des Bundeshaushaltes zu Lasten
der Krankenversicherten
Kürzung des Bundeszuschusses zur Krankenkasse für versicherungsfremde Leistungen
Der Bund beteiligt sich pauschal
über Steuerzuschüsse an den
Aufwendungen der gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV) für
versicherungsfremde Leistungen.
Hierdurch soll die Finanzierung
familienpolitisch und gesamtgesellschaftlich motivierter Aufgaben sachgerechter auf die
Solidargemeinschaft der Steuerzahler verteilt und die Solidargemeinschaft der Beitragszahler
entlastet werden.
Hierzu gehören:
◆ beitragsfreie Mitversicherung
von nicht berufstätigen bzw.
geringfügig beschäftigten Ehegatten oder Lebenspartnern
sowie Kindern
◆ beitragsfreie Versicherung während des Erziehungsurlaubs
◆ Leistungen rund um die
Schwangerschaft und Mutterschaft, zum Beispiel Vorsorgeund Entbindungskosten
◆ Haushaltshilfe oder häusliche
Krankenpflege während der
Schwangerschaft oder nach der
Entbindung
◆ Leistungen zur Empfängnisverhütung
◆ Leistungen zur künstlichen
Befruchtung
◆ Mutterschaftsgeld
◆ Krankengeld bei der Betreuung
eines kranken Kindes
◆ Betriebs- und Haushaltshilfen
für alle Versicherten, insbesondere zur Vermeidung oder
Verkürzung von Krankenhausaufenthalten
◆ Leistungen an Auslandversicherte und deren Familienmitgliedern
Seit 2012 beträgt der Bundeszuschuss
jährlich 14 Milliarden Euro. Im Jahr
2014 wird er zur Konsolidierung des
Bundeshaushaltes auf 11,5 Milliarden Euro abgesenkt.
Der fehlende Bundeszuschuss für versicherungsfremde Leistungen von 2,5
Milliarden Euro soll nach dem „Eckwertebeschluss der Bundesregierung
zum Bundeshaushalt 2015“ durch
Beitragsüberschüsse der Beitragszahler aus dem Gesundheitsfonds ausgeglichen werden, obwohl es sich um
familienpolitisch und gesamtgesellschaftlich begründete Aufgaben handelt, die sachgerechter Weise von der
Solidargemeinschaft aller Steuerzahler
zu tragen sind.
Als versicherungsfremde Leistungen
werden in der „Gesetzlichen Krankenversicherung“ (GKV) medizinische Leistungen bezeichnet, die im
gesamtgesellschaftlichen Interesse
sind.
Es ist nicht hinnehmbar und für den
harmonischen Zusammenhalt unserer
Gesellschaft äußerst gefährlich, nach
dem bereits durch die sogenannte
Mütterrente erfolgten Zugriff auf die
Rentenkasse nun erneut die Beitragszahler zur Konsolidierung des Bundeshaushaltes auf unsolidarische Art
zu belasten.
Warum werden „Nichtbeitragszahler“
wie z. B. Selbstständige, Freiberufler,
Beamte und Politiker nicht an einer
gesamtgesellschaftlichen Aktion zur
„Konsolidierung des Staatshaushaltes“ beteiligt?
Eine Finanzierung von Staatsausgaben aus Beiträgen zur Sozialversicherung ist verfassungsrechtlich
bedenklich.
Darauf hat der Präsident der Deutschen
Rentenversicherung Bund – Dr. Herbert Rische – bereits deutlich hingewiesen!!!
Es ist unverständlich, dass trotz dieses
in seiner Deutlichkeit nicht zu überbietenden Hinweises die Bundesregierung an ihrer verfassungsrechtlich
bedenklichen Praxis fest hält.
Das Finanzministerium des Bundes
begründet dies im Eckpunkte-Programm 2015 mit der günstigen Entwicklung des Gesundheitsfonds; obwohl es sich hier um nicht der Verfügungsmasse des Staates unterliegende
Beiträge der Krankenkassenmitglieder
handelt.
Im allgemeinen Volksmund
nennt man so was
„Diebstahl“
(H.D.Winkler-5.4.2014)
Die Regierung bewegt sich auf dünnem Eis
Dr. Herbert Rische war bis zum 31. 03. 2014 Präsident der deutschen
Rentenversicherung Bund.
Er hat in dieser Funktion u. a. darauf hingewiesen, dass das Bundesverfassungsgericht einen Einsatz der Sozialversicherungsbeiträge zur
Befriedung des allgemeinen Finanzbedarfs des Staates ausdrücklich für
unzulässig erklärt hat, da ansonsten der Grundsatz der Belastungsgleichheit aller Bürger verletzt werde, der Ausprägung des allgemeinen Gleichheitssatzes des Art. 3 Abs. 1 Grundgesetz (GG) ist.
Eine Klärung der Rechtslage vor dem Bundesverfassungsgericht wäre der richtige Schritt.
Wir sollten ihn gehen!
Mit ver.di!
S E N I O R E N INFO
Wir tun etwas für Heute und Morgen
Zur Finanzierung der Mütterrente
Die Große Koalition schließt eine Gerechtigkeitslücke, denn sie verbessert
die rentenrechtliche Anerkennung von
Kindererziehungszeiten. Dieser Schritt
wird in der gesamten Gesellschaft – parteiübergreifend – begrüßt.
Die Regelung wurde verbessert, auch
ein wenig gerechter, aber – eben nur ein
wenig. Denn nach wie vor bleibt eine
Unterscheidung zwischen Kindern, die
vor dem 1. 1. 1992 und solchen die
nach dem 31. 12. 1991 geboren wurden,
bestehen. Es gibt auch weiterhin die
Unterscheidung der Rentenwerte West
und Ost, mit der Folge, dass Kinder
Ost nach wie vor weniger wert sind als
Kinder West. Eine Gleichbehandlung
gibt es nach wie vor nicht. Und das im
Jahr 24 nach der Wiedervereinigung!
Der gravierendste und folgenschwerste
Fehler aber ist: die beabsichtigte Finanzierung der Mütterrenten aus dem
Beitragsaufkommen der Rentenkasse.
Erziehungsleistungen sind – nach der
bisherigen Auffassung des Gesetzgebers
– gesamtgesellschaftliche Aufgaben und
daher aus Steuermitteln aufzubringen.
Nur eine Finanzierung aus Steuermitteln gewährleistet, dass sich alle gesellschaftlichen Gruppen daran beteiligen.
Denn: honoriert wird hiermit die Erziehung von Kindern. Kinder aber braucht
die gesamte Gesellschaft, und nicht nur
die Rentenversicherten.
Hinzu kommt: dass in den Genuss dieser
Leistungen auch diejenigen kommen, die
nie gesetzlich rentenversichert waren,
wie z. B. Selbstständige oder den Mitgliedern einer berufsständischen Versorgungskasse.
Unter diesen Vorraussetzungen empfinden wir den Griff in die Rentenkasse
als besonders dreist: Man vergreift sich
hier an den Rücklagen der Versichertengemeinschaft, man enteignet die
Beitragszahler.
Diese Gelder müsste eine vorausschauende und verantwortliche Politik verwenden, um eine Demographiereserve
anzulegen, um so bereits jetzt erkennbaren künftigen Engpässen vorzubeugen.
Die unmittelbaren finanziellen Folgen
dieses Eingriffs tragen in den kommenden Jahren Rentner und Beitragszahler
gleichermaßen. Es ist schon jetzt klar,
dass die Rentenanpassungen im nächsten Jahr aufgrund dieser Belastungen
geringer ausfallen, und die Beitragszahler zur Kasse gebeten werden. Eine große
Zahl der anspruchsberechtigten Mütter
verfügt nur über ein Renteneinkommen unterhalb der Armutsgrenze. Ihnen
werden diese Wohltaten somit gar nicht
zugute kommen: sie werden nämlich bei
staatlichen Fürsorgeleistungen, wie z. B.
der Grundsicherung, verrechnet.
Das bedeutet im Klartext: der Staat
schröpft die Rentenkasse, um einen
Teil dieser Gelder wieder in die eigenen Taschen zurückfließen zu lassen.
Rentner und Beitragszahler tragen also
– unfreiwillig und zu Lasten ihrer eigenen Versorgungsleistungen – zur Konsolidierung des Staatshaushaltes bei.
Müssen Rentner wie Beitragszahler sich
nicht verhöhnt fühlen, verhöhnt von
eben den Parteien, denen sie bei der
Wahl ihre Stimme gegeben haben?
Wir fragen uns: wo bleibt der Aufschrei
der Gesellschaft?
Wir fragen uns aber auch: wo bleibt
der Aufschrei unserer Gewerkschaft?
Das Bundesverfassungsgericht hat – in
ständiger Rechtsprechung – bereits
ausgeführt, dass „Beiträge zur Rentenversicherung nicht zur Finanzierung
allgemeiner Staatsausgaben verwendet
werden dürfen“.
3
Das scheint die politisch Handelnden
nicht zu beeindrucken. Die Frage nach
der Verantwortungsfähigkeit der Politik wollen wir hier offen lassen.
Hier ein Ausschnitt aus einem Aufsatz
von Dr. Herbert Rische aus RV aktuell
von 1/2014:
„Eine weitgehende Finanzierung
aus Beitragsmitteln und aus der
Nachhaltigkeitsrücklage, wie sie
von der Bundesregierung beabsichtigt ist, ist nicht nur ordnungspolitisch falsch und verfassungsrechtlich bedenklich. Sie
hat für die RV auch gravierende
Auswirkungen, weil sie den demographisch bedingten Beitragssatzanstieg erheblich beschleunigt.
Auch die Rentner werden dadurch
erheblich belastet, denn jeder
Beitragssatzanstieg dämpft die
Rentenanpassung.“
Der Dank der Rentner/innen und Beitragszahler/innen für die dauerhafte
Minderung ihrer Alterseinkommen
geht an die CDU, die Steuererhöhungen für den vermögenden Teil unserer
Gesellschaft um jeden Preis vermeiden
will.
BB, 04.04.2014
Neue „junge Alte“ im Vorstand
der Betriebsgruppe Essen/Mülheim
Auf der gut besuchten Jahreshauptver- für die aktiven Kolleginnen und Kollesammlung der ver.di Senioren im Fach- gen in den Postunternehmen tätig.
bereich Postdienste, Speditionen und Das Vertrauen der Mitglieder wurde
Logistik in der Gaststätte „Sternquelle“ auch den 5 bisherigen Beisitzern Chriin Essen standen auch die Vorstands- stina Böhner, Waltraud Borchert, Elfriede
wahlen auf der Tagesordnung. Der bis- Kerkling, Marlis Skibba und Wolf-Dieter
herige Vorstand stellte sich erneut zur Unterberger ausgesprochen.
Abstimmung und schlug der Mitglieder- Das Ziel des neuen Seniorenvorstandes
versammlung eine Ergänzung des Vor- ist es, die Seniorenarbeit in ver.di zu
standes vor.
stärken und die Seniorenarbeit weiter
Der bisherige Vorsitzende Klaus Kox auszubauen. Mit einem herzlichen
wurde für die nächsten 4 Jahre wie- „Glückauf“ wurde die Versammlung
Klaus Kox
derewählt, ebenso wie der Kassierer beendet.
Helmut Aufdermauer.
Die „neuen jungen
Pensionäre“ Manfred
Scherer und Jochen
Holzenthal ergänzen
den neuen Vorstand.
Manfred Scherer bekleidet das Amt des
stellvertretenden Vorsitzenden und Jochen
Holzenthal wurde zum
stellvertretenden Kassierer gewählt. Beide
Kollegen waren bis zum
Eintritt in den Ruhestand als Betriebsrat v. l.: Manfred Scherer, Jochen Holzenthal, Elfriede Kerkbzw. Schwerbehinder- ling, Klaus Kox, Marlis Skibba, Christina Böhner, Waltraud
ten-Vertrauensmann Borchert, Helmut Aufdermauer, Wolf-Dieter Unterberger
4
Wir tun etwas für Heute und Morgen
Genug ist nicht genug
Mit dem Entwurf eines RV-Leistungsverbesserungsgesetzes, das im April in das
Gesetzgebungsverfahren eingebracht wird
und zum 1. 7. in Kraft treten soll, sollen
Verbesserungen bei den Erwerbsminderungsrenten (EM-Renten) vorgenommen
werden. Diese Verbesserungen, die sich
spürbar auf die Lebenslagen und die Einkommenssituation von Erwerbsgeminderten auswirken und ein Wahlversprechen
prompt erfüllen, sind zu begrüßen. Aber
genug ist nicht genug!
Das Verhältnis von EM-Renten und Altersrenten hat sich seit der großen Rentenreform im Jahr 1992 grundlegend verschlechtert. Während damals Altersrenten
und EM-Renten im Durchschnitt noch
annähernd gleich hoch waren, beträgt
heute eine EM-Rente nur noch rd. 84 %
einer Altersrente.
Besonders deutlich wird dies bei Männern
in den alten Bundesländern: Der Zahlbetrag einer vollen EM-Rente bei Zugang im
Jahr 2012 betrug 684 Euro, im Jahr 2000
noch 835 Euro.
Dies hat sich auf den Bezug von
Grundsicherung direkt ausgewirkt:
Während vom Jahr 2003 bis zum Jahr
2012 die Zahl der Grundsicherungsbezieher/innen mit gleichzeitigem
Bezug einer Altersrente von 1,2 %
auf 2,2 % anstieg, verdreifachte sich
im selben Zeitraum die Anzahl der
Grundsicherungsbezieher/innen bei
gleichzeitigem Bezug einer EM-Rente
von 4,1 % auf 12 %. Ein Alarmzeichen,
das die Politik zwar gehört, aber nicht
wirklich verstanden hat! Wer erwerbsgemindert wird, für den ist die Gefahr
von Armut im Alter überdurchschnittlich groß. Nicht vergessen werden
darf, dass Versicherte durchschnittlich
im Alter von 50 Jahren eine EM-Rente
in Anspruch nehmen. Wer dann auf
Grundsicherung angewiesen ist, ist
dieses sein Leben lang.
Die geplanten Maßnahmen, die „nur“ rd.
3 % der Kosten des gesamten Rentenpakets ausmachen, sollen nicht kleingeredet
werden, eine Lösung des Problems sind sie
jedoch nicht. Dazu hätte es einer deutlich
besseren Finanzausstattung bedurft.
Durch die Anhebung der Zurechnungszeit
um 2 Jahre wird beim Durchschnittsverdiener eine Steigerung der EM-Rente um
rd. 40 € bewirkt. Die Abschaffung der
Abschläge, die eine Rentenerhöhung von
rd. 80 € bewirken würden, wurde als zu
teuer nicht vorgesehen.
Positiv ist auch, dass die letzten vier Jahre
vor Eintritt der Erwerbsminderung nicht
berücksichtigt werden, wenn sie die Bewertung der Zurechnungszeit verringern.
Das wird denjenigen Versicherten zu gute
kommen, die aufgrund der Erwerbsminderung in den letzten vier Jahren Teilzeit
gearbeitet oder z. B. keine Zuschläge mehr
erreichen konnten.
Enttäuscht sind die vielen EM-Bestandsrentnerinnen und -rentner. Sie profitieren von den Verbesserungen nicht, wenn
sie bei dem geplanten Inkrafttreten zum
1. 7. 2014 bereits eine EM-Rente beziehen.
Ver.di fordert deshalb, dass in einem
weiteren Schritt auch weitere Verbesserungen gerade für erwerbsgeminderte Menschen erfolgen müssen. Würde die Mütterrente nicht systemfremd aus Beitragsmitteln, sondern richtigerweise aus Steuermitteln finanziert werden, wäre in der
Rentenkasse genug „Luft“, die EM-Renten
deutlich zu verbessern und so Menschen,
die nicht mehr erwerbstätig sein können,
vor Altersarmut zu bewahren!
Dr. Judith Kerschbaumer
SENIOREN
INFO
Unbedingt in den
Terminkalender!
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen
unser diesjähriges Herbstfest der
ver.di-Senioren, von den Fans auch
liebevoll „Frohnhauser Oktoberfest“
genannt, findet in diesem Jahr am
Mittwoch, dem 15. Oktober, um
14.30 Uhr in der Gastronomie
„St.Elisabeth“, Dollendorfstr. 51,
in Essen-Frohnhausen
statt. Der alten Tradition folgend,
wird schon jetzt fleißig daran gearbeitet, dass auch dieses Fest ein
voller Erfolg wird. Für die Tombola
sind schon die ersten Preise eingekauft. Der künstlerische Beitrag
ist schon fast in trockenen Tüchern
(lasst euch überraschen). Kaffee und
Kuchen wird natürlich erst frisch am
Festtag eingekauft.
Eins können wir nicht organisieren
– die gute Stimmung – die müsst ihr
mitbringen.
Aktive ver.di Fachbereichs–Seniorengruppen
im Bezirk Essen
Rentnervereinigung des Fachbereichs
Medien, Kunst, Industrie FB 8
Vorsitzender: Volker Wadsack, Telefon:
0 23 62 / 2 34 11
Treffen vierteljährlich (mit Einladung)
in der Gaststätte „Sternquelle“, Schäferstraße 17, Essen.
Rentner des Fachbereichs
Industrie FB 8
Vorsitzender: Hans-Dieter Winkler,
Telefon: 02 01 / 53 08 75
Treffen (mit Einladung) im „Restaurant
Siepenkötter“ Steeler Str. 328, Essen.
Betriebsgruppe Senioren im Fachbereich Telekommunikation FB 9
Vorsitzender: Peter Gajewski, Telefon:
02 01 / 75 11 11
Betriebsgruppe Senioren
im Fachbereich Postdienste FB 10
Vorsitzender: Klaus Kox,
Telefon: 02 08 / 49 28 28
Infoversammlung jeden 2. Mittwoch im
Monat in der Gaststätte „Sternquelle“,
Schäferstraße 17, Essen.
Seniorenstammtisch des Fachbereichs Handel FB 12
Vorsitzende: Christine Höfer, Telefon:
02 09 / 2 91 54
Treffen an jedem 1. Mittwoch eines
Monats in der Gaststätte „Hubertusburg“, Steeler Straße 444, Essen.
Termine und Veranstaltungen werden
im Internet unter:
www.essen.verdi.de/senioren
veröffentlicht.
Europawahl 2014
Veranstaltung des FB 10 Postdienste am 14. 05. 2014 um 10.30 Uhr
in Essen in der Gaststätte „Sternquelle“, Schäferstraße 17.
Wie geht es weiter mit
Europa?
Der Europaabgeordnete Jens Geier
ist unser Gast.
Impressum
Das ver.di-Senioren-Info ist eine
Publikation des ver.di-Bezirks Essen
Verantwortlich i. S. d. P.: Lothar Grüll
Redaktion:
Beate Blumenberg, Helga Dörr-Schmidt,
Peter Gajewski, Christine Höfer, Klaus Kox,
Hans-Dieter Winkler, Volker Wadsack
Satz und Gestaltung: Horst J. Odau
Druck und Weiterverarbeitung: FLÜGEL
GmbH, Frohnhauser Str. 438, 45144 Essen
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