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Seite 52
X-Change 4 /2011
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Lust und Leidenschaft
für Mode und Handel
54 Bewerber kämpfen in Auswahlgesprächen um die begehrten 18 Studienplätze
von International Fashion Retail.
„Conceptual Fashion as a Source of New Trends“ ist das Thema der Forschungsarbeit von
Irina Pleshkova, der DAAD-Forschungsstipendiantin aus Sankt Petersburg. Im Interview
spricht Sie über kleinere und größere Unterschiede zwischen Reutlingen und der Millionenmetropole Russlands.
Text: Monik a Toman-Banke
„Ich habe ein gutes Gefühl.“, zuversichtlich
schaut die junge Frau aus Stuttgart in die
Runde. Sie ist eine der Bewerberinnen für
den Studiengang „International Fashion
Retail“ (IFR), der im Herbst 2010 an der
Fakultät Textil & Design an der Hochschule Reutlingen gestartet ist. „Die erste Hürde haben Sie schon genommen“, waren
die potentiellen Studentinnen von Studiendekan Prof. Dr. Peter Bug begrüßt worden.
Schließlich hatten sich 134 Interessierte –
vor allem Frauen – für die 18 zur Verfügung stehenden Studienplätze beworben,
nur 54 von ihnen – die mit den besten Abiturnoten – waren zum mündlichen Auswahlverfahren eingeladen worden.
In den Auswahlverfahren geht es um Teamfähigkeit und …
Vertreter aus der Praxis
Bei diesem hat sich die Fakultät für das sogenannte Assessment Center entschieden,
eine Methode, „die Verhaltensausprägungen sichtbar macht und diese auf ein bestimmtes Anforderungsprofil überträgt“,
wie es in einer von vielen Definitionen zu lesen ist. In Reutlingen sollen für den neuen
Studiengang vor allem Kommunikationsund Sozialverhalten, emotionale Selbstkontrolle, Leistungsorientierung, fachliche
Was unterscheidet
Reutlingen von
Sankt Petersburg?
Irina, wenn Du zurückdenkst an Deinen
ersten Tag in Reutlingen, was war Dein erster
Eindruck?
Ich erinnere mich daran, dass ich die Stadt als
sehr ruhig und entspannt empfunden habe. Sehr
gemütlich.
… man sollte sich gut präsentieren können.
Motivation und Selbständigkeit beurteilt
werden. Auch Auslandserfahrung und ehrenamtliches Engagement, wie sie aus
dem Lebenslauf hervorgehen, spielen eine
Rolle. Unterstützt bei den Auswahlgesprächen werden die Professoren der Fakultät
von Vertretern aus Industrie und Handel.
Personaler und Manager namhafter Unternehmen wie Karstadt, Gerhard Rösch,
P&C Düsseldorf, Witt-Gruppe, Hugo Boss,
Wöhrl, CBR, Marc O’Polo und Escada waren extra nach Reutlingen gekommen,
um sich die Kandidaten und künftige Führungskräfte genauer anzuschauen.
Beobachten und beurteilen
Im dreiminütigen Impulsvortrag stellen sie
sich zunächst vor und begründen, warum
sie sich gerade für „International Fashion
Retail“ in Reutlingen entschieden haben.
Da ist viel von Lust an Mode die Rede, von
der Leidenschaft für Sprachen, von Interesse am textilen Metier generell oder am
internationalen Geschehen. Bei der anschließenden Diskussion und Teamarbeit
zeigt sich: Wie verhalten sich die Bewerber
im Team, gehen sie auf Vorschläge ein, haben sie selbst gute Ideen, bleiben sie beim
Thema? Einigen Kandidaten ist die Anspan-
nung bei der Abschlusspräsentation deutlich anzumerken. Anhand des Lebenslaufs
will das Bewerbungsgremium mehr über
die Persönlichkeit des Bewerbers erfahren.
18 Briefe mit froher Botschaft
Nach den beiden Bewerbungstagen werden die Beurteilungsbögen gesichtet, die
Teilnotenzusammengezählt und zusammen mit der Hochschulreifenote gewichtet. Erst dann steht fest, wer tatsächlich
einen der heiß begehrten Studienplätze
für „International Fashion Retail“ erhält
und an der Hochschule Reutlingen studieren darf. Schließlich werden die Mitteilungen an die Bewerber verschickt, darunter
18 Briefe mit einer frohen Botschaft.
Wieso hast Du Dich für die Hochschule Reutlingen entschieden?
Für mein Stipendium wollte ich einen Professor finden, der sich
mit Forschung in der Mode auskennt. Bei meiner Recherche bin
ich so auf Prof. Hasenfuß gestoßen, der den Studienschwerpunkt
Modedesign in der Fakultät betreut. Er wiederum verwies auf Prof.
Dr. Schilling, der unter anderem Materialrecherche und Materialgestaltung im Studienschwerpunkt Transportation Interior Design
lehrt. Jetzt habe ich eine sehr gute Betreuungs-Kombination: Prof.
Dr. Schilling als Physiker und Prof. Hasenfuß als Modedesigner.
Du hast in Sankt Petersburg Modedesign studiert. Wann ist
bei Dir die Entscheidung gefallen, Modedesignerin zu werden?
Wahrscheinlich noch bevor ich geboren wurde. Meine Großmutter und meine Mutter haben schon immer sehr viel Handarbeit
gemacht. Ich habe meiner Mutter oft beim Nähen geholfen. Als
ich mit sieben oder acht Jahren auf eine Kunstschule gekommen
bin, war mir klar: Ich möchte zeichnen und kreativ sein, also werde ich Modedesignerin.
Woher holst Du Deine Ideen für neue Kreationen?
Es ist eine Kombination aus Kunst und alten Kostümen z.B. Barock; daraus ergibt sich eine Gesamtheit, die ich aufzeichnen
kann. Ich habe immer einen Skizzenblock bei mir. Bei meinen
Beobachtungen läuft das Gehirn bei mir auf Hochtouren, denn
jeden Augenblick kann irgendwo, irgendeine Inspiration auftauchen und ich greife sofort zu Stift und Papier.
Das Ziel des neuen Studiengangs: Kultstatus
Was gefällt Dir an der Hochschule Reutlingen am besten?
Die Bücherei! In Sankt Petersburg dürfen die meisten Modebü-
cher nicht ausgeliehen, sondern nur im Lesesaal benutzt werden. Hier darf ich alles ausleihen. Zudem hat die Bücherei der
Hochschule lange Öffnungszeiten – das passt mir natürlich sehr.
Ich mag den Campus. In Sankt Petersburg ist die Universität
über die ganze Stadt verstreut – ich brauche ca. eine Stunde vom
Wohnheim zur Uni – in Reutlingen dagegen nur wenige Minuten.
Alles liegt hier nah beieinander.
Was sind die größten Unterschiede zwischen Reutlingen und
Sankt Petersburg? Wie unterscheidet sich Dein Leben hier
von Deinem Leben in Russland?
Sankt Petersburg ist im Vergleich zu Reutlingen natürlich eine
sehr große und sehr moderne Stadt. Dennoch gibt es viele kleine Dörfer und Städte, die viele alte Bräuche und Traditionen haben und diese auch pflegen. In Russland gibt es außerdem keine
Fahrpläne bei den öffentlichen Verkehrsmitteln. Man stellt sich
hin und wartet. Was die Uni zu Hause betrifft, mache ich die
meiste Arbeit am Wochenende, denn Termine bei unseren Profs
gibt es hauptsächlich nur an diesen Tagen und diese dann auch
erst spät abends. Hier findet die Arbeit unter der Woche statt.
Zu hoher See: die aktuelle Kollektion von Irina Pleshkova
Das komplette Interview können Sie nachlesen unter:
www.td.reutlingen-university.de/fakultaet-textil-design/
aktuelles-aus-der-fakultaet/
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