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1. Orientierungsphase: Studium - was bedeutet das? - HAW Hamburg

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Leitfaden für Schulen | Orientierungsphase
1. Orientierungsphase: Studium - was bedeutet das?
Vorwort: Studienreform - der Bologna-Prozess
1.1 Hochschulzugangsberechtigung
1.2 Unterschied Universität/Fachhochschule
1.3 Studienabschlüsse
1.4 Lernen an einer Hochschule
1.5 Erfolgreich Studieren
1.6 Finanzierungsmöglichkeiten
1.7 Reflexion der bisherigen Überlegungen
1.8 Studieren - ja oder nein? Mögliche Quellen zur Entscheidungsfindung
Zentrale Studienberatung
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Leitfaden für Schulen | Orientierungsphase
Vorwort: Studienreform – der Bologna-Prozess
Die Hochschulen in Deutschland und europaweit unterliegen zur Zeit einer tief greifenden
Studienreform. Auslöser dafür war das schlechte Abschneiden der Hochschulen im Vergleich zu
anderen Kontinenten, vorzugsweise den USA.
Begonnen hat der sogenannte Bologna-Prozess mit der Bologna-Erklärung, die im Juni 1999 von
29 europäischen Bildungsministern unterschrieben wurde.
Die Ziele, die damit verbunden sind, haben mehrheitlich ökonomische Hintergründe. Dazu gehören
die Steigerung der Internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen und die Erhöhung der
Beschäftigungsfähigkeit und der Mobilität der HochschulabsolventenInnen. Der andere Zielbereich
liegt in der Kompatibilität der Studiengänge und ihrer Abschlüsse. Eine höhere Vergleichbarkeit und
Vereinbarkeit auf nationaler und internationaler Ebene wird angestrebt, um mehr Synergie-Effekte
und Durchlässigkeit (einfachere Anerkennung der Leistungen der Studierenden) zu erzielen. Damit
sollen insgesamt auch die Studienzeiten verkürzt und die AbsolventInnenzahlen erhöht (Verringerung
der Abbruchquoten) werden.
Die Umsetzung der Ziele ist in Deutschland prozessorientiert und erfolgt an den verschiedenen
Hochschulen und in den Fakultäten sehr unterschiedlich (zeitlich, strukturell).
Gemeinsam sind den Hochschulen die Instrumente, mit denen sie die Ziele verfolgen.
Dazu gehört die Schaffung eines Systems leicht verständlicher und vergleichbarer Abschlüsse; die
Schaffung eines zweistufigen Systems von Studienabschlüssen (Bachelor/Master); die Einführung
eines Leistungspunktesystems (nach dem European Credit Point System-Modell =ECTS); die
Förderung der Mobilität durch Beseitigung von Mobilitätshemnissen wie z.B. Erleichterung der
Studienorganisation inklusive Finanzierung und Wohnen für Gaststudierende. Wichtig ist auch die
Förderung der europäischen Zusammenarbeit durch Qualitätssicherung, um eine qualitative
Verlässlichkeit für die Studierenden (und den Arbeitsmarkt) in den unterschiedlichen
Hochschulstudien zu sichern.
Zuallerletzt gehört auch die Förderung der europäischen Dimension in der Hochschulausbildung
dazu. Die Studiengänge müssen sprachlich und inhaltlich zukünftig den Studierenden mehr
Angebote machen, damit sie bereits als AbsolventInnen "europafähig" sind.
Hinter dieser Reform steckt ein neues Verständnis von Berufsqualifizierung und Berufsfähigkeit und
eine neue Lehr- und Lernkultur in der Hochschulausbildung:
Der Diplom- und Magister-Studiengang, die traditionell deutsche Abschlüsse sind nun ein
Auslaufmodell. An ihre Stelle tritt nun (bis zum Jahre 2010 sollen alle Studiengänge umgestellt sein)
das zweistufige BA/MA-Modell.
Der Bachelor-Student studiert in der Regel drei Jahre und bekommt einen berufsqualifizierenden
BA-Abschluss. Mit dem Zeugnis kann er sich in der Wirtschaft bewerben.
Nach dem Bachelor-Abschluss kann man unmittelbar weiter studieren bis zum Master (MA).
Entweder im selben Fach, vielleicht mit einer Spezialisierung. Oder man beginnt erst nach einer
ersten Phase im Beruf mit einem Master-Weiterbildungsstudium. Es ist aber auch möglich, sich
mit einem Bachelor-Zeugnis in einem anderen Fächer-Spektrum zum Master ausbilden zu lassen.
Ein Beispiel: Nach einem Bachelor in Biologie ein Master-Studium in Kommunikationswissenschaften mit dem Ziel Wissenschaftsjournalist. Das Master-Studium dauert in der Regel zwei Jahre.
Zentrale Studienberatung
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Leitfaden für Schulen | Orientierungsphase
Anstelle des bisherigen Veranstaltungsangebots (Vorlesungen, Seminare usw.) sollen Module
treten. Das sind Pakete aus unterschiedlichen Lehr- und Lernformen – Vorlesungen mit Tutorien
und Übungen mit Praktika, die aufeinander aufbauen. Wichtig ist, dass diese Module von den
Qualifizierungszielen her konzipiert werden (Output- statt Inputorientierung).
Die Credit Points lösen das Zählen in Semesterwochenstunden ab. Die Studienleistungen
werden nicht mehr nach den Lehrstunden der Professoren berechnet, sondern nach der
Arbeitsbelastung (work-load) der Studierenden. Pro Semester sammelt man etwa 30 Credit
Points. Sie sollen national und international kompatibel, also eine gemeinsame „Währung“ sein.
Studienbegleitende Prüfungen stehen im engen Zusammenhang mit Credit Points. Jede
Veranstaltung ist mit Prüfungen verbunden. Nur wer bestimmte Mindestleistungen erbringt,
bekommt die entsprechenden Credits gutgeschrieben. Diese sind nicht identisch mit Noten,
diese kommen erst durch die Prüfungen zustande.
Qualitätssicherung durch Akkreditierung
Die neuen Studiengänge werden nicht mehr von den Wissenschaftsministerien der jeweiligen
Bundesländer überprüft, sondern von unabhängigen Akkreditierungsagenturen. Darin sitzen
Fachvertreter, Arbeitgeber und Gewerkschaften sowie Studierende. Die Agenturen werden vom
Akkreditierungsrat der Länder zugelassen.
Die Hochschulen befinden sich aufgrund der Studienreform in einem fortlaufenden Prozess, so
dass sich die Bedingungen ständig ändern. Bitte berücksichtigen Sie das bei der Weitergabe
der Informationen.
Zentrale Studienberatung
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Leitfaden für Schulen | Orientierungsphase
1.1 Hochschulzugangsberechtigung
Mit welchem Schulabschluss kann ich was studieren?
Bei der Klärung dieser Frage muss zwischen verschiedenen Arten von
Hochschulzugangsberechtigungen unterschieden werden:
Allgemeine Hochschulreife
Mit diesem Status sind Sie berechtigt, an allen Hochschulen alle Fächer zu studieren. Dies gilt für
Universitäten und Fachhochschulen. Die Allgemeine Hochschulreife wird durch das Abitur
erlangt. Auch ein abgeschlossenes Fachhochschulstudium berechtigt zum Studium an einer
Universität. Eine Ausnahme bilden Studienfächer mit Aufnahmeprüfungen, wie zum Beispiel
Musik, Kunst, Sport. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass für einige Studiengänge an
Fachhochschulen vor Studienbeginn ein Vorpraktikum abgeleistet werden muss. Das an der
HAW Hamburg geforderte 13wöchige Vorpraktikum ist keine Zulassungsvoraussetzung und muss
erst im Laufe des ersten Studienabschnitts nachgewiesen werden. Es wird aber aus zeitlichen
und qualifizierenden Gründen dringend empfohlen, es vor Beginn des Studiums zu absolvieren.
Fachgebundene Hochschulreife
Hiermit sind Sie berechtigt zum Studium ausgewählter Studiengänge an der Universität und aller
Studiengängen der HAW. Üblicherweise erlangt man diesen Schulabschluss an einer
Berufsoberschule (BOS). Diesen Schulabschluss kann man in Hamburg nicht erwerben, aber z.B.
in Niedersachsen oder Schleswig-Holstein.
Fachhochschulreife
Sie berechtigt zu einem Studium aller Fachhochschul-Studiengänge. Allerdings muss für einige
Studiengänge an Fachhochschulen vor Studienbeginn ein zusätzliches Vorpraktikum abgeleistet
werden. An der HAW Hamburg wird ein 13wöchiges einschlägiges Vorpraktikum verlangt (siehe
Allgemeine Hochschulreife).
In einigen Bundesländern berechtigt der erfolgreiche Abschluss der zwölften Klasse zum Besuch
der Fachhochschule. In Hamburg wird neben diesem schulischen Teil der Fachhochschulreife
auch ein praktischer Teil verlangt, der über ein einjähriges Praktikum erworben werden kann
oder über den Besuch einer Fachoberschule. Beratung zu den in Hamburg anerkannten
Schulabschlüssen bekommt man im:
Schulinformationszentrum (SIZ)
Hamburger Straße 35
22083 Hamburg
Tel.: + 49.40.428 63-1930
http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/behoerden/bildungsport/schule/schulberatung/schulinformationszentrum/start.html
Zentrale Studienberatung
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Leitfaden für Schulen | Orientierungsphase
Hochschulzugang für Berufstätige
In Hamburg besteht nach dem Hamburger Hochschulgesetz für Berufstätige die Möglichkeit, an
einer Eingangsprüfung teilzunehmen und darüber die Studienberechtigung für einen
ausgewählten Studiengang an der HAW zu erlangen. Voraussetzung ist eine abgeschlossene
Berufsausbildung und eine anschließende dreijährige Berufstätigkeit. Weitere Informationen
hierzu bekommen Sie in der
Zentralen Studienberatung der HAW Hamburg
im Studierendenzentrum
Stiftstraße 69 · 20099 Hamburg (Campus Berliner Tor)
Tel.: + 49.40.428 75-9110
studienberatung@haw-hamburg.de
Offene Sprechstunde: Mo-Mi 11-13, Do 14-17 Uhr
Telefonische Beratung: Mo-Mi 10-11, Do 13-14 Uhr
Abendsprechzeit für Berufstätige:
Do 17-18 Uhr
Bei einer Bewerbung sollten Sie sich in jedem Fall frühzeitig nach den besonderen Zulassungsund Aufnahmebedingungen der Hochschule erkundigen, da diese zwischen den einzelnen
Studiengängen, Hochschulen und Bundesländern differieren!
Informationen zum Aufnahmeverfahren und den Voraussetzungen an der HAW Hamburg finden
Sie im ersten Teil des Leitfadens unter Kapitel 1.4 Bewerbung.
Zentrale Studienberatung
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Leitfaden für Schulen | Orientierungsphase
1.2 Unterschiede zwischen Universitäten und Fachhochschulen
Universitäten
Fachhochschulen
Historie
Existieren seit 1386
Existieren seit 1970
Anzahl der
1.391.363 (WS 02/03)
516.545 (WS 02/03)
Studienangebote
Alle Disziplinen
Primär Ingenieurwesen, Wirtschaft,
Sozialwesen, Design sowie einige
Spezialdisziplinen
Mögliche Abschlüsse
Diplom, Magister/ Magistra, erste
Staatsprüfung für Lehrämter,
Bachelor, Master, Kirchliche
Examina, Promotion, Habilitation
Diplom (FH), Bachelor, Master,
Promotion
Bildungsauftrag
Eher theorieorientiertes Studium,
auf wissenschaftliche Forschung
ausgerichtet
Stärker praxisorientiertes Studium
auf Grundlage wissenschaftlicher
Erkenntnisse
Forschungs-Inhalte
Unabhängige Grundlagenforschung
und angewandte Forschung
Angewandte Forschung
Studiendauer
6 - 10 Semester Regelstudienzeit je
nach Studienabschluss;
Regelstudienzeiten werden eher
überschritten
Individueller Spielraum bei der
Gestaltung der Studienpläne ist
größer
6 - 8 Semester (inkl. 1- 2
Praxissemester), Regelstudienzeiten
werden eher eingehalten
Vorlesungszeiten
Insgesamt ca.7 Monate
SoSe: Mitte April - Mitte Juli
WS: Mitte Oktober - Anfang Februar
Prüfungen finden auch in der
vorlesungsfreien Zeit statt!
Insgesamt ca. 9 Monate
SoSe: Anfang März - Mitte Juli
WS: Ende September - Anfang
Februar
Studienzulassung
Allgemeine (Abitur) oder
Fachgebundene Hochschulreife oder
nach speziellen Vorschriften
Fachhochschulreife, Allgemeine oder
Fachgebundene Hochschulreife oder
nach speziellen Vorschriften und in
der Regel ein Vorpraktikum
Studierenden
(ausgenommen dem
Master)
Studiensituation
Studienplanung stärker
reglementiert, eher verschultes
System
Quelle: http://www.destatis.de/jahrbuch/jahrtab50.htm
http://www.destatis.de/basis/d/biwiku/hochtab8.htm
Zentrale Studienberatung
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Leitfaden für Schulen | Orientierungsphase
1.3 Studienabschlüsse
Mit der Entscheidung für einen bestimmten Studiengang an einer bestimmten Hochschulart wird
automatisch auch eine Entscheidung über die Art des Hochschulabschlusses getroffen. Allerdings
gibt es auch vereinzelte Studiengänge, die mit verschiedenen Abschlüssen angeboten werden.
Die Prüfungsordnungen der jeweiligen Studiengänge legen die Abschlussart fest, wobei die
Prüfungsordnungen von Fach zu Fach und von Hochschule zu Hochschule stark variieren können.
Das deutsche Hochschulsystem unterscheidet folgende Arten von Studienabschlüssen:
Diplom
Studiengänge in den Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften
und Sozialwissenschaften an Fachhochschulen und Universitäten führen zum Diplom.
Diplomstudiengänge umfassen ein Studienfach, das ergänzt wird durch andere Bezugswissenschaften. Ein Diplomstudiengang untergliedert sich in ein Grundstudium und ein Hauptstudium.
Das Grundstudium wird mit dem Vordiplom abgeschlossen und das Hauptstudium mit dem
Diplom. Die Diplomprüfung umfasst eine so genannte schriftliche Diplomarbeit und weitere
schriftliche und mündliche Prüfungen.
Ein Diplom-Abschluss an einer Fachhochschule führt z.B. zu der Bezeichnung: Dipl.-Ing. (FH),
d.h. hinter dem Titel wird kenntlich gemacht, dass der Abschluss an einer Fachhochschule
erworben wurde. Bei einem Abschluss an einer Universität wird die Hochschulart nicht kenntlich
gemacht.
Diplom, dualer Abschluss
An der HAW besteht die Möglichkeit, in einigen ingenieurswissenschaftlichen Studiengängen ein
duales Studium zu absolvieren. Die Dualen Studiengänge werden in zwei Varianten angeboten:
- Dualer Studiengang (8 Semester Regelstudienzeit) und
- Dualer Studiengang mit integriertem Facharbeiterabschluss (10 Semester
Regelstudienzeit, Beginn nur im Wintersemester).
Im Rahmen beider Varianten sind verstärkt betriebliche Praxisphasen während der
vorlesungsfreien Zeit im Unternehmen vorgesehen. Neben diesen Praxisphasen, die mit der
Hochschule abgestimmt sind, werden Vorpraxis, Hauptpraktikum und Diplomarbeit sowie evtl.
Projekt- und Studienarbeit im Unternehmen durchgeführt. Der Jahresurlaub wird in der
vorlesungsfreien Zeit genommen. Bei der 10-semestrigen Variante sind zusätzlich 2 Praxissemester für die Facharbeiterausbildung im Grundstudium integriert.
Voraussetzung zur Zulassung zu den Dualen Studiengängen ist der Nachweis eines Studien- und
Praktikantenvertrages mit einem Betrieb.
Magister
Insbesondere in den Sprach- und Kulturwissenschaften, der Erziehungswissenschaft, aber auch
in geringerem Ausmaß in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften kann ein Studium mit einer
Magisterprüfung abgeschlossen werden. Ein Magister-Abschluss kann ausschließlich an
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Leitfaden für Schulen | Orientierungsphase
Universitäten erworben werden. Im Magisterstudium werden im Gegensatz zum Diplomstudium
zwei Hauptfächer oder ein Hauptfach und zwei Nebenfächer studiert. Je nach Hochschulgröße
sind vielfältige Kombinationen von Studienfächern möglich. Der Abschluss wird durch eine
Magisterarbeit sowie weitere mündliche und schriftliche Prüfungen erworben.
Bachelor
Der Bachelor-Grad ist ein international anerkannter Abschluss, den das neue Hochschulrahmengesetz
in der Fassung von 2002 den Fachhochschulen und Universitäten ermöglicht. Mit dem Bachelor
wird laut Gesetz ein „erster berufsqualifizierender Abschluss“(HRG §19, Abs.2) erworben.
Die Regelstudienzeit beträgt 6 bis 8 Semester. Üblicherweise beschränkt sich ein BachelorStudiengang auf ein Studienfach. Es handelt sich hierbei um den zukünftigen Regelabschluss
(s. Vorwort Bologna-Prozess). Vermittelt werden zentrale theoretische und methodische
Handwerkszeuge für eine wissenschaftlich ausgerichtete Qualifizierung. Darin enthalten ist auch
die Vermittlung einer lebenslangen Lernfähigkeit und Berufsfähigkeit (Schlüsselqualifikationen).
Eine anschließende Spezialisierung erfolgt im Beruf oder durch einen Master-Studiengang.
Master
Voraussetzung für die Zulassung zu einem Master-Studiengang ist der Bachelor oder ein
anderer vergleichbarer Hochschulabschluss. (Weitere Zulassungsvoraussetzungen sind bei den
Hochschulen zu erfragen.) Die Regelstudienzeit beträgt 2 bis 4 Semester. Der Master-Abschluss
ist vom Grad her vergleichbar mit dem Magister- oder Diplom-Abschluss an Universitäten. Er
dient der fachlichen oder fachübergreifenden wissenschaftlichen Vertiefung, der beruflichen
Spezialisierung oder Neuorientierung.
Staatsexamen
Das Staatsexamen wird in Fächern absolviert, deren Studium Absolventinnen und Absolventen
mit deutscher Staatsangehörigkeit einen Beruf im Staatsdienst der Bundesrepublik
(Lehrerinnen/Lehrer und Berufsrichterinnen/Richter) oder in staatlich überwachten Berufen
(Ärztinnen/Ärzte, Juristinnen/Juristen, Apothekerinnen/Apotheker) ermöglicht. Die Prüfungsordnungen werden vom Staat bzw. den einzelnen Bundesländern festgelegt. Die Staatsprüfung
untergliedert sich in der Regel in zwei Teile: das erste Staatsexamen, das nach der hochschulischen
Ausbildung absolviert wird und das zweite Staatsexamen, das nach einer praktischen
Ausbildungsphase folgt.
Promotion
Mit der Promotion wird der Doktortitel (Dr.) verliehen. Die Promotion setzt einen
überdurchschnittlich guten Hochschulabschluss voraus und kann ausschließlich an Universitäten
erworben werden. Es ist möglich, sich in allen universitären Studienfächern zu promovieren. Fast
alle Universitäten ermöglichen besonders begabten Absolventinnen und Absolventen von
Fachhochschulen eine Promotion. Für die Promotion müssen eine schriftliche Arbeit
(Dissertation) und eine mündliche Prüfung abgelegt werden.
Auch an der HAW wird es Studierenden unter bestimmten Umständen ermöglicht in
Zusammenarbeit mit einer Professorin/ einem Professor von einer Universität zu promovieren.
Zentrale Studienberatung
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Leitfaden für Schulen | Orientierungsphase
Beratung hierzu bekommen Sie in der
Zentralen Studienberatung der HAW Hamburg
im Studierendenzentrum
Stiftstraße 69 · 20099 Hamburg (Campus Berliner Tor)
Tel.: + 49.40.428 75-9110
studienberatung@haw-hamburg.de
Offene Sprechstunde: Mo-Mi 11-13, Do 14-17 Uhr
Telefonische Beratung: Mo-Mi 10-11, Do 13-14 Uhr
Abendsprechzeit für Berufstätige:
Do 17-18 Uhr
oder im
Büro für Forschung und Innovation der HAW
Berliner Tor 5 20099 Hamburg (Campus Berliner Tor)
Tel.: + 49.40.428 75-9130
http://www.haw-hamburg.de/fh/forum/f12/indexf.html
Zentrale Studienberatung
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Leitfaden für Schulen | Orientierungsphase
1.4 Lernen an einer Hochschule
Das Lernen an einer Hochschule unterscheidet sich vom Lernen an einer Schule in mancherlei
Hinsicht. Allerdings existieren auch große Unterschiede in den Lernsituationen an den
verschiedenen Hochschularten und auch zwischen den verschiedenen Studienfächern. Deshalb
sollen an dieser Stelle lediglich tendenzielle Unterscheidungen getroffen werden, die nicht den
Anspruch erheben, für alle Studiengänge an allen Hochschulen zutreffend zu sein.
Stundenplan
Studierende müssen im Rahmen einer Prüfungsordnung eines Studienganges bestimmte
Leistungen erbringen, um z.B. ein Vordiplom oder eine Abschlussprüfung zu bestehen. Einige
Bundesländer legen inzwischen fest, innerhalb welcher Zeit dies erfolgen soll. In Hamburg gibt
es seit 2003 ein Hochschulgesetz, das die Überschreitung der festgelegten Zeiten gebührenpflichtig
macht. Allerdings ist die Rechtmäßigkeit dieser „Langzeitstudiengebühren“ noch nicht endgültig
geklärt, aktuelle Informationen erfragen Sie bitte bei den Studienberatungsstellen der jeweiligen
Hochschule.
In vielen Studiengängen gibt es Studienordnungen, die einen Stundenplan vorschlagen, der aber
nicht penibel eingehalten werden muss. Allerdings werden in einigen Fächern Anwesenheitslisten
in den Lehrveranstaltungen geführt. Grundsätzlich liegt es in der Verantwortung der Studierenden,
inwieweit sie ihren Studiengang erfolgreich beenden bzw. wie viel Zeit sie für ihr Studium unter
den Bedingungen der Prüfungsordnungen benötigen und investieren.
Leistungskontrolle
Permanente Leistungskontrollen werden an Hochschulen nicht durchgeführt. Oft wird der Stoff
am Ende eines Semesters geprüft, mitunter aber auch erst am Ende des Grund- bzw. Hauptstudiums.
Deshalb ist ein bewusster kritischer Umgang mit dem eigenen Leistungsverhalten für einen
erfolgreichen Studienabschluss unerlässlich.
Lehrveranstaltungen
An Hochschulen existieren verschiedene Arten von Lehrveranstaltungen, in denen die
Studierenden unterschiedlich beteiligt sind:
Vorlesung: Vortragsähnliche Veranstaltung ohne aktive Beteiligung von Studierenden.
Seminar: Themenbezogenen Veranstaltung, bei der Studierende aktiv mitwirken, indem sie z.B.
Referate vortragen, über Problemstellungen diskutieren oder Hausarbeiten anfertigen.
Übungen/Kurse: Sie laufen meist parallel zu einer Vorlesung und arbeiten den dort behandelten
Stoff in konkreten, praktischen Fällen durch. Entsprechend dem Studienverlauf gibt es Anfängerund Fortgeschrittenen-Übungen. Als Leistungsnachweis müssen häufig Klausuren abgelegt
werden.
Praktikum: Bezeichnung für praktische Tätigkeit in einer Praktikumsstelle; bezeichnet aber auch
praktische Versuche in Labors in den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern.
Projektstudium: Bezeichnet Lehrveranstaltungen, bei denen theoretische, studienbegleitende
Aufarbeitungen parallel zu praktischen, neben dem Studium laufenden Tätigkeiten in der
Praktikumsstelle erfolgen.
Zentrale Studienberatung
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Leitfaden für Schulen | Orientierungsphase
Experimentalübung: Übungen, bei denen ganz bestimmte Experimente durchgeführt werden.
Diese kommen häufig in den Naturwissenschaften oder in den medizinischen Fächern vor. In den
Übungen müssen auch Aufgaben gelöst oder vorgegebene Stoffe untersucht und analysiert
werden. Hierfür ist ein „Laborplatz“ notwendig.
Tutorium/AG: Sie werden meist von Studierenden höherer Semester im Auftrag des Fachbereichs
durchgeführt. Hier werden je nach Fach konkrete Aufgaben und Fallbeispiele von erfahrenen
Studierenden in Kleingruppen mit den Studienanfängern und –anfängerinnen durchgearbeitet.
Sie dienen der Einübung des Stoffes.
Leistungsnachweise
Als Leistungsnachweise sind Klausuren, Referate, Hausarbeiten, Laborpraktika oder die
Durchführung von Projekten üblich. Für die erbrachten Leistungen werden den Studierenden die
so genannten „Scheine“ ausgestellt. Dabei wird zwischen unbenoteten und benoteten
Leistungsnachweisen unterschieden.
Die Credit Points, das neue Leistungssystem in der zweistufigen (Bachelor-Master)
Studienstruktur, lösen das Zählen in Semesterwochenstunden ab. Die Studienleistungen werden
nicht mehr nach den Lehrstunden der Professoren berechnet, sondern nach der Arbeitsbelastung
(word-load) der Studierenden. Pro Semester sammelt man etwa 30 Credit Points. Sie sollen
national und international kompatibel, also eine gemeinsame „Währung“ sein.
Studienbegleitende Prüfungen stehen im engen Zusammenhang mit Credit Points. Jede
Veranstaltung ist mit Prüfungen verbunden. Nur wer bestimmte Mindestleistungen erbringt,
bekommt die entsprechenden Credits gutgeschrieben. Diese sind nicht identisch mit Noten,
diese kommen erst durch die Prüfungen zustande.
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1.5 Erfolgreich studieren
Der Erfolg eines Studiums ist von vielfältigen Faktoren abhängig. Eine grundsätzliche
Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium ist eine tragfähige Studiengangsentscheidung vor
Studienbeginn. Nur auf diesem Hintergrund kann eine für den Erfolg unabdingbare
Lernmotivation entwickelt werden.
Nach dem 1. und 2. Semester kann eine Bilanzierung der Studienwahlentscheidung hilfreich
sein. Dabei können z.B. die Inhalte des Studienfaches mit den persönlichen Interessen verglichen
oder die potentiellen Arbeitsfelder mit den eigenen beruflichen Vorstellungen abgeglichen
werden. Berücksichtigt werden muss, dass bei einer so komplexen Entscheidung wie der
Studienwahl Irrtümer durchaus möglich sind. Deshalb sollte die Option eines Studienfach- oder
Studienortswechsel insbesondere am Anfang eines Studiums mit gedacht werden. Hierbei muss
allerdings auch berücksichtigt werden, dass in einigen Bundesländern (u.a. in Hamburg) bei
Überschreiten der Regelstudienzeit um mehr als vier Semester Studiengebühren erhoben
werden. Auch beim Bezug von BAföG müssen bestimmte Zeiten eingehalten werden. Dennoch
können wichtige Erfahrungen für die richtige Studiengangsentscheidung oft nur über das
Studium selbst erlangt werden.
An dieser Stelle sollen nur die gängigen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium genannt werden:
Studienbeginn
- Kennen lernen der Studienbedingungen und -anforderungen, z.B. während der
Orientierungseinheit (Prüfungsanforderungen, Studienordnung etc.)
- Kontaktaufnahme mit Kommilitoninnen und Kommilitonen (z.B. in der
Orientierungseinheit, in studentischen AG’s oder studentischen Initiativen)
- Kontaktaufnahme mit Lehrenden (Fachberatung, Sprechzeiten, Mentorengruppen etc.)
- Aufbau eines eigenen Lebensbereichs am Hochschulstandort (Wohnen, Freizeit, Jobs etc.)
Studium
Akademisches Lernen erfordert unter anderem folgende Kompetenzen:
- Analytisches und kreatives selbständiges Denken
- Leistungsbereitschaft
- Fachspezifisches und fachübergreifendes Wissen aneignen
- Handlungsorientierung
- Lernstrategien entwickeln („Lernen lernen“)
- Initiativ werden (z.B. bei dem Entscheidungsprozess für ein Diplomarbeitsthema)
- Konzentrationsfähigkeit
Fachliche kommunikative Kompetenzen im Studium beziehen sich vor allem auf folgende
Fertigkeiten:
- Wissenschaftliches Schreiben
- Rhetorische Fähigkeiten
- Teamarbeit
Zentrale Studienberatung
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Leitfaden für Schulen | Orientierungsphase
Die Studienplanung umfasst unter anderem folgende Aspekte:
- Persönliche Ziele setzen hinsichtlich Studiendauer, Examenserfolg, Praxiserfahrungen,
Zusatzqualifikationen
- Übersichtsplan über das Studium (erforderliche Leistungen, Freiversuchsregelungen,
erforderliche Praktika, geplante Auslandsaufenthalte oder Hochschulwechsel)
- Semesterpläne erstellen über zu besuchende Lehrveranstaltungen, Art, Anzahl und
Zeitpunkt der Leistungsnachweise pro Semester
- Wochenterminpläne festlegen
Praxisorientiertes Studieren kann in folgender Hinsicht erfolgen:
- Verschiedene Praktika absolvieren
- Überblick über den aktuellen Arbeitsmarkt verschaffen
- Schwerpunktbildung im Studium orientiert an den persönlichen Interessen und den
Berufsaussichten
Selbstmotivation kann erzielt werden durch folgende Aktivitäten:
- Selbstaktivierung (z.B. Engagement in Lehrveranstaltungen, studentischen Initiativen,
Hochschulpolitik, Anstellung als wissenschaftliche studentische Hilfskraft, Tutor/Tutorin)
- Sich den Gegenstand des Studiums zu eigen machen
- Selbstdisziplin
- Fehlschläge riskieren
Übergang von der Hochschule in den Beruf
- Überblick über den aktuellen Arbeitsmarkt verschaffen
- Perspektiven für eine persönliche Laufbahnplanung entwickeln
- Eigene Stärken und Schwächen kennen und sich damit „verkaufen“ können
- Bewerbungsstrategien entwickeln
Neben diesen nah am Studium orientierten Bedingungen für den Studienerfolg sind weitere
Faktoren von Bedeutung, die direkten Einfluss auf die individuelle Studiensituation haben
können: Finanzierung/Erwerbstätigkeit, Lebenssituation (Familie, Krankheit oder Behinderung,
Wohnort), psycho-soziale Situation und anderes mehr. Diese sollten bei der Planung einer
Studienaufnahme immer mitbedacht werden.
TIP: Orientierung Generale
Die Universität Hamburg bietet Studieninteressierten, die sich um eine tragfähige
Studiengangsentscheidung bemühen, die Orientierung Generale an. Innerhalb eines Semesters
besteht die Möglichkeit, alle universitären Studiengänge, Strukturen und Abläufe kennen zu
lernen und sich über die eigene Motivation klar zu werden. Zusätzlich werden Informationen
über Arbeitsmarkt und Beschäftigungschancen geboten und der regelmäßige Austausch aller
Teilnehmerinnen und Teilnehmer untereinander gefördert.
Weitere Informationen zur Orientierung Generale gibt es hier:
Universität Hamburg; Zentrum für Studienberatung und psychologische Beratung
Edmund - Siemers - Allee 1 · 20146 Hamburg, Tel.: + 49.40. 428 38-2522
http://www.verwaltung.uni-hamburg.de/vp-1/3/34/og.html
Zentrale Studienberatung
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Leitfaden für Schulen | Orientierungsphase
1.6 Finanzierung
Ein wichtiges Kriterium im Entscheidungsprozess für ein Studium ist die gesicherte Finanzierung.
Nach der 16. Sozialerhebung des deutschen Studentenwerks benötigte eine Studentin/ein
Student in den alten Bundesländern im Jahr 2000 durchschnittlich 1.421 DM (726,54 €) und in
den neuen Ländern 1.183 DM (604,85 €). Die Kosten für den Lebensunterhalt sind sowohl von
den persönlichen Ansprüchen abhängig wie auch vom Standort der Hochschule, z.B. von der
Größe einer Stadt oder dem Bundesland.
Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit für studienbezogene Aktivitäten beträgt im
arithmetischen Mittel 36 Stunden wöchentlich (Lehrveranstaltungen und Selbststudium).
Allerdings ist der Stundenumfang von der Art des Studienganges abhängig. So werden
beispielsweise in der Humanmedizin durchschnittlich 46 Stunden wöchentlich für das Studium
aufgewandt, dagegen in den Sozialwissenschaften 30 Stunden. Für die Natur- und
Ingenieurwissenschaften muss mit einem eher hohen Aufwand gerechnet werden.
Aus folgenden Quellen finanzieren Studierende ihr Studium:
- Eltern
- Jobben
- BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz)
- Stipendien
- Soziale Leistungen
- Sonstige Finanzierungsquellen
Nach der 16.Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks haben 86% aller Studierenden im
Jahr 2000 Zuwendungen von den Eltern erhalten. Sie bekamen durchschnittlich 794 DM
(405,96 €). Mit zunehmendem Alter verringert sich der Anteil derer, die von ihren Eltern
unterstützt werden.
BAföG haben im o.a. Zeitraum nur 26,1% aller Studierenden erhalten (38,2% Ost). Dabei wurde
in der 16. Sozialerhebung die BAföG-Reform von 2001 noch nicht erfasst, mit der der Zugang zu
Leistungen nach dem BAföG erleichtert werden sollte. Es ist empfehlenswert, im Zweifelsfall
einen Antrag beim BAföG-Amt in der Nähe des Wohnortes zu stellen.
BAföG-Amt in Hamburg
Amt für Ausbildungsförderung
Grindelallee 9 · 20146 Hamburg
Tel.: + 49.40. 419 02-0
Beratungszentrum im Amt für Ausbildungsförderung
Hier erhalten Sie neben allgemeinen Informationen zu den Themen BAföG und Soziales auch
sämtliche BAföG-Formulare. Anträge können hier abgegeben werden.
Öffnungszeiten:
Montag und Mittwoch: 9-15 Uhr
Dienstag und Donnerstag: 9-17 Uhr
Freitag: 9-13 Uhr
Zentrale Studienberatung
25.05.04 | Seite 14/21
Leitfaden für Schulen | Orientierungsphase
Eine weitere Informationsquelle stellen auch die AStA-BAföG-Beratungen dar, welche von
Studierenden durchgeführt werden:
Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) der HAW
Berliner Tor 11 · 20099 Hamburg (Campus Berliner Tor)
Tel.: + 49.40. 44 09 22
Öffnungszeiten der BAföG-Beratung bei Peter Maier:
Montag: 13:30 - 15:30 Uhr
Dienstag: 13:00 - 15:00 Uhr
Tel.: + 49.40. 41 35 49 71
peter.maier@asta.haw-hamburg.de
(Die Mails werden allerdings nur während der Beratungszeiten beantwortet.)
Die wichtigsten Regelungen des BAföG können Sie in der Broschüre „Ausbildungsförderung:
BAföG, Bildungskredit und Stipendien“ des Bundsministeriums für Bildung und Forschung
nachlesen. Diese ist zu bestellen beim
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Referat für Öffentlichkeitsarbeit
53170 Bonn
www.bmbf.de
download unter http://deutschland.dasvonmorgen.de/pub/begabtenfoerderungswerke_aundz.pdf
Weniger als zwei Prozent der Studierenden finanzieren sich über Stipendien. Diese
Zuwendungen werden von Studienstiftungen an Studierende aller Fachrichtungen an
Fachhochschulen und Universitäten vergeben. Von den Studienanfängerinnen und -anfängern
werden herausragende schulische Leistungen sowie gesellschaftliches Engagement
unterschiedlicher Art (differiert je nach Stiftung) erwartet. Die Höhe der Stipendien orientiert
sich am BAföG.
Umfassende Informationen zu den Stiftungen finden Sie in der Broschüre „Die
Begabtenförderungswerke in der Bundesrepublik Deutschland“ vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung.
Zu bestellen beim
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Referat für Öffentlichkeitsarbeit
53170 Bonn
www.bmbf.de
download unter http://deutschland.dasvonmorgen.de/pub/begabtenfoerderungswerke_aundz.pdf
Der Anteil der Studierenden, die mit einem eigenen Verdienst zu ihrem Unterhalt beitragen,
weist eine zunehmende Tendenz auf. Nach der 16. Sozialerhebung sind ca. zwei Drittel aller
Studierenden in irgendeiner Form neben ihrem Studium erwerbstätig. Dies gilt sowohl für die
vorlesungsfreie Zeit als auch für die Vorlesungszeit im Semester. Eine Erwerbstätigkeit hat
zwangsläufig eine Einschränkung des zeitlichen Aufwandes für das Studium zur Folge. Damit
verlängert sich die Studiendauer.
Aus den Zahlen der 16. Sozialerhebung des Studentenwerks lässt sich ablesen, dass sich die
Mehrheit der Studierenden über eine so genannte Mischfinanzierung den Lebensunterhalt
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sichert. Durchschnittlich werden 49,5% der Mittel zur Finanzierung eines Studiums durch Eltern
bereitgestellt, 30,5% der Mittel von den Studierenden selbst verdient, 11% durch BAföG
finanziert und die restlichen 9% durch weitere Quellen erziel, wie z.B. durch Stipendien,
Waisenrente, Partner/Partnerin etc. Denkbar ist z.B. eine gleichzeitige Finanzierung über
Zuwendungen von den Eltern, durch BAföG und zusätzliches Jobben.
Folgende soziale Unterstützungen können einen weiteren Beitrag zur Finanzierung eines
Studiums leisten:
Krankenversicherung
Für die Immatrikulation an einer Hochschule benötigen Sie den Nachweis einer abgeschlossenen
Krankenversicherung. Bei den gesetzlichen Krankenkassen gibt es für Studierende mit geringem
Einkommen Sondertarife, die bei 50-60 Euro pro Monat liegen. Außerdem sollen bei den
Zuzahlungen zu Arzneimitteln bestimmte Belastungsgrenzen nicht überschritten werden. Nähere
Informationen erfragen Sie bitte bei Ihrer Krankenkasse.
Telefongebührenermäßigung und GEZ-Befreiung
Studierende können bei der Deutschen Telekom einen ermäßigten Telefonanschluss beantragen.
Diese Ermäßigung gilt für ein Jahr. Sie kann auch direkt im Zusammenhang mit einer GEZBefreiung gestellt werden.
Bei geringem Einkommen, das bei Studierenden normalerweise vorliegt, kann eine Befreiung von
den Rundfunk- und Fernsehgebühren (GEZ-Befreiung) beantragt werden. Genauere Auskunft
erteilt das zuständige Sozial- oder Bürgeramt, wo auch der Antrag auf die Befreiung gestellt
werden muss.
Sozialhilfe und Wohngeld
Studierende haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Sozialhilfe! In einigen besonderen
Ausnahmefällen kann es aber möglich sein, z.B. wenn studierende Eltern sich zur Betreuung
ihres unter dreijährigen Kindes vom Studium beurlauben lassen.
Ein Wohngeldanspruch wird durch den Anspruch auf BAföG ausgeschlossen. Wer kein BAföG
(mehr) bekommt, kann einen Antrag bei der zuständigen Wohngeldstelle stellen.
Auskünfte erteilen die Sozialberatungen der Asten, die Sozialämter oder Wohngeldstellen.
Semesterticket
Die Hamburger Hochschulen bieten ihren Studierenden in Zusammenarbeit mit dem Hamburger
Verkehrsverbund (HVV) das Semesterticket, das von allen Studierenden bezahlt werden muss.
Eine Rückgabe oder Erstattung ist nur unter besonderen Umständen möglich. Die Zahlung findet
im Rahmen der Rückmeldung bzw. Immatrikulation einmal im Semester zusammen mit den
Beiträgen zur Studierendenschaft und zum Studentenwerk statt. Zurzeit liegt der Betrag bei
171,50 Euro, wovon 125 Euro auf das Semesterticket entfallen (Stand SoSe 04).
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Wohnheime
Um ein günstiges Zimmer zu bekommen bieten sich die Wohnheime des Studentenwerks an, in
denen es möbilierte und unmöbilierte Zimmer gibt, die ca. 160 Euro kosten. Auch auf dem
privaten Wohnungsmarkt in Wohngemeinschaften oder in Wohnheimen anderer Träger sind
günstige Unterkünfte zu bekommen.
Nähere Informationen gibt es im Info-Zentrum Wohnen und Kindertagesstätten
Von-Melle-Park 2
Studentenhaus, Eingang C
20146 Hamburg
Tel.: + 49.40. 41 902-263 oder -264
Studium und Gebühren
In den letzten Jahren ist die Diskussion um ein kostenpflichtiges Studium lauter geworden.
Mehrere Bundesländer haben Gesetze verabschiedet, die die Einführung von
„Langzeitstudiengebühren“ von ca.500 Euro pro Semester ermöglichen sollen, darunter
Hamburg. Daneben werden bereits viele Aufbaustudiengänge nur noch gegen Gebühr
angeboten. In Hamburg werden außerdem seit dem Sommersemester 2004 Gebühren von
Studierenden erhoben, die nicht in der Metropolregion Hamburg gemeldet sind
(500 Euro pro Semester).
Diese Studiengebühren sind nicht zu verwechseln mit dem Semesterbeitrag, den alle
Studierenden jedes Semester mit der Rückmeldung entrichten müssen. Mit diesem Beitrag
werden das Studentenwerk finanziert, die studentische Selbstverwaltung und das
Semesterticket. Der Betrag von zurzeit 171,50 Euro (Stand: SoSe 04) setzt sich zusammen aus
125 Euro für das Semesterticket, 35,50 Euro für das Studentenwerk und 11 Euro für die
Studentische Selbstverwaltung.
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1.7 Reflexion der bisherigen Überlegungen
Studieren – ja oder nein?
1.
Welche Hochschulzugangsberechtigung erwerbe ich mit meinem angestrebten Schulabschluss?
2.
Welche beruflichen Ziele habe ich?
3.
Welchen Stellenwert hat für mich der berufliche Aufstieg mit all seinen Vor- und Nachteilen?
4.
Welche Fähigkeiten und Interessen habe ich? Weisen Schulnoten in eine bestimmte Richtung?
5.
Wie soll mein Leben in zehn Jahren aussehen?
6.
Interessiert mich bei Sachverhalten mehr das Warum als das Wie?
7.
Kann ich mir vorstellen, mich mit den Themen eines Faches über mehrere Jahre vor allem
theoretisch zu befassen?
8.
Bin ich eher ein praktisch orientierter Typ oder macht mir theoretisches Arbeiten mehr Spaß?
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9.
Wie gut kann ich selbstorganisiert und selbständig arbeiten? Wie leicht fällt es mir, mich
selbst zum Lernen zu motivieren?
10.
Wie wichtig ist es mir, mich möglichst bald eigenständig finanzieren zu können? Wie
wichtig ist mir ein möglichst guter Verdienst?
11.
Welche Möglichkeiten zur Finanzierung eines Studiums gibt es? Welche Möglichkeiten
zur Finanzierung meines Studiums sind für mich denkbar?
12.
Was bedeuten mir akademische Titel?
13.
Kann ich mir auf dem Hintergrund der dargestellten Informationen vorstellen zu studieren?
14.
Welche Hochschulart entspricht am ehesten meinen Vorstellungen?
15.
Welche Informationen fehlen mir noch, um zu einer Entscheidung zu kommen? Und
welche „Recherche-Quellen“ kann ich dafür nutzen?
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1.8 Studieren – ja oder nein?
Mögliche Quellen zur Entscheidungsfindung
Im Ordner:
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg: Studienplatzvergabe
siehe Teil I,Kapitel 4
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg: Schnupperangebote
siehe Teil I,Kapitel 7
Im Netz:
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg: Informationsmaterial zu den einzelnen
Studiengängen als Version zum downloaden:
http://www.haw-hamburg.de/studieren Stichwort: Studiengänge
Arbeitsamt Hamburg: Informationen zu Ausbildungswegen und Berufsbildern
http://berufenet.arbeitsamt.de
http://www.arbeitsagentur.de
Bundesministerium für Bildung und Forschung: BAföG-Broschüre zum downloaden
http://www.bafoeg.bmbf.de/pdf/bafoeg2000_01-rz.pdf
Studentenwerk Hamburg: Informationen zum BAföG und zu Studentenwohnheimen
www.studentenwerk-hamburg.de
AStA der Universität Hamburg: Wohnbörse, günstiger Wohnraum für Studierende
www.wohnboerse.asta.uni-hamburg.de
Studentenwerk Braunschweig: Infoblätter zu Arbeitslosengeld und Wohngeld für Studierende
www.rzv097.rz.tu-bs.de/sozialinfo/arbeitslosengeld.pdf
www.rzv097.rz.tu-bs.de/sozialinfo/wohngeld.pdf
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Literatur:
Im Selbstinformationsbereich der Zentralen Studienberatung der HAW Hamburg findet sich
Literatur zum Thema Studieren im Allgemeinen und zu verschiedenen Studiengängen und richtungen. Die Bücher sind während der persönlichen Sprechzeiten einzusehen.
Daneben besteht die Möglichkeit, allgemeine Informationsmaterialien im
Selbstinformationsbereich zu bekommen:
Infothek (Selbstinformationsbereich) im Vorraum der Zentralen Studienberatung der HAW
Hamburg, Stiftstraße 69 (Campus Berliner Tor), 20099 Hamburg
Buchtipps:
Homberg, Jens O. / Ostertag, Eckhard: Karriere ohne Studium. 99 Ausbildungsberufe mit
Perspektive. Lexika-Verlag 1999
Bund-Länder-Kommission (Hrsg.): Studien- und Berufswahl. Erscheint jährlich neu und ist
kostenlos bei den Berufsinformationszentren erhältlich.
Kruse, Otto(Hg.): Handbuch studieren. Von der Einschreibung bis zum Examen. Campus Concret 1998
Beratungen:
Beratung in einer Studienberatungsstelle:
Zentrale Studienberatung der HAW Hamburg im Studierendenzentrum
Stiftstraße 69 · 20099 Hamburg (Campus Berliner Tor)
Tel.: + 49.40.428 75-9110; studienberatung@haw-hamburg.de
Offene Sprechstunde:
Mo-Mi 11-13, Do 14-17 Uhr
Telefonische Beratung:
Mo-Mi 10-11, Do 13-14 Uhr
Abendsprechzeit für Berufstätige:
Do 17-18 Uhr
Berufsinformationszentrum (BIZ) des Arbeitsamtes,
Kurt-Schumacher-Allee 16 · 20097 Hamburg
Studentische Studienberatungen (Studierende informieren) zu den Studiengängen der
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg in den Bewerbungszeiträumen
(Ankündigung der Termine im Internet unter www.haw-hamburg.de oder in den Räumen der
Zentralen Studienberatung)
Beratung bei Weiterbildung Hamburg e.V. auch zu nicht-hochschulischen
Fortbildungsmöglichkeiten:
Weiterbildung Hamburg e.V.
Lange Reihe 81· 20099 Hamburg
Tel.: + 49.40. 28 08 46-0
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